{"id":417,"date":"2019-06-13T22:00:00","date_gmt":"2019-06-13T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/06\/13\/vom-glueck-naturnaher-einfachheit\/"},"modified":"2019-06-13T22:00:00","modified_gmt":"2019-06-13T21:00:00","slug":"vom-glueck-naturnaher-einfachheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/06\/13\/vom-glueck-naturnaher-einfachheit\/","title":{"rendered":"Vom Gl\u00fcck naturnaher Einfachheit"},"content":{"rendered":"<p><em>ape<\/em>. Seit Jahrzehnten bereitet mir die Entwicklung der gro\u00dfen Menschenwelt eher Verdruss denn Freude. Trotzdem darf ich mich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, und tue das auch. Einer der wichtigsten Faktoren daf\u00fcr ist beim Blick aus dem Fenster der Schreibstube zu sehen: Da f\u00fchrt gleich hinterm Haus, leicht ansteigend, zwischen Wiesen, Weiden und einigen Obstb\u00e4umen ein Feldweg zum Waldrand. Etwa 300 Meter sind zu gehen, dann kann ich eintauchen ins schattige Gr\u00fcn \u201emeines\u201c Ruhe-Refugiums und zugleich Fitnessraums, kann w\u00e4hlen zwischen halbst\u00fcndigem Spaziergang oder ein-, zwei-, drei- und mehrst\u00fcndigem Wandern \u00fcber verschlungene Pfade. Und wenn\u2018s mich gel\u00fcstet, bleibe ich den Tag dort drau\u00dfen, verweile sinnend, tr\u00e4umend, gar schlafend am Bachufer, hinter der Forsth\u00fctte, auf der versteckten Lichtung.<\/p>\n<p>20 Quadratkilometer mag das zusammenh\u00e4ngende Gebiet umfassen, das ich \u201emeinen Wald\u201c nenne, obwohl nichts davon mir geh\u00f6rt. Doch seit 40 Jahren streife ich oft mehrmals die Woche darin umher, treffe au\u00dfer Forstarbeitern selten eine Menschenseele, stehe auf du-und-du mit Fuchs, Hase, Reh, Wildschwein, Milan und Co., spreche manche Buche oder Eiche mit \u201ealter Freund\u201c an. Im Westen und Osten jeweils von einem Dorf begrenzt, im Norden und S\u00fcden von Stra\u00dfen, quert den Wald nur ein einziger offizieller Wanderweg \u2013 den zu meiner Freude fast niemand benutzt.<\/p>\n<p>Mein Verh\u00e4ltnis zu diesem Waldst\u00fcck ist eng, sehr eng. Denn es tr\u00e4gt auf seine Weise auch zu unserem famili\u00e4ren Lebensunterhalt bei. Von ihm kommt das Premiumbrennholz f\u00fcr den K\u00fcchenherd, mit dem wir im Winter das halbe H\u00e4uschen heizen und auf dem wir einen Gro\u00dfteil der Speisen kochen. Im Wald sammle ich allj\u00e4hrlich Himbeeren, Brombeeren, Holunder, Hagebutten, N\u00fcsse und Pilze. An seinem Rand ernte ich von vergessenen, sich selbst \u00fcberlassenen B\u00e4umen halbwilde Kirschen, \u00c4pfel, Birnen, Pflaumen, Mirabellen. Von eigener Hand eingelagert, getrocknet, eingekocht, tiefgefroren, zu Marmelade und Sirup verarbeitet oder Saft gepresst, landen die Fr\u00fcchte rund ums Jahr auf dem Esstisch.<\/p>\n<p>\u201eWieviel Zeit und Arbeit musst du denn darauf verwenden?\u201c, fragen die Freunde aus der Stadt. Eine Menge. Und w\u00fcrde ich die Zeit stattdessen mit Geldverdienen verbringen, wir k\u00f6nnten all das problemlos fix und fertig kaufen. Aber die Tage drau\u00dfen als meist einsamer Sucher und Sammler, hernach die gemeinsamen Stunden beim Verarbeiten des Heimgebrachten \u2013 es sind meine gl\u00fccklichsten, in jedem Jahr wieder. <em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Seit Jahrzehnten bereitet mir die Entwicklung der gro\u00dfen Menschenwelt eher Verdruss denn Freude. Trotzdem darf ich mich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, und tue das auch. 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