{"id":414,"date":"2016-10-19T22:00:00","date_gmt":"2016-10-19T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2016\/10\/19\/schreibfehler-und-andere-laesslichkeiten\/"},"modified":"2016-10-19T22:00:00","modified_gmt":"2016-10-19T21:00:00","slug":"schreibfehler-und-andere-laesslichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2016\/10\/19\/schreibfehler-und-andere-laesslichkeiten\/","title":{"rendered":"Schreibfehler und andere L\u00e4sslichkeiten"},"content":{"rendered":"<p><em>ape.<\/em> Harald Martenstein widmet seine diesw\u00f6chige Kolumne im Zeit-Magazin seltsamen Erfahrungen mit Verlagen bei der Herausgabe seiner 17 B\u00fccher. Im f\u00fcr ihn typischen wunderbar ironisch-trockenen Ton erz\u00e4hlt er von 350 nicht korrigierten Schreibfehlern in einem B\u00e4ndchen. Was ihn erstmals darauf gesto\u00dfen habe, dass viele Verlage heute gar keine Korrektorate mehr unterhalten. In einem anderen Buch fehlten 40 Seiten ganz; im n\u00e4chsten waren zwar alle enthalten, ihre Reihenfolge aber wild verwirbelt&#8230;<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Lieder kann man auch als freischaffender Autor f\u00fcr diverse Zeitungen\/Magazine\/Netzpublikationen singen. Im einen Fall muss die Redaktion &#8211; zwangsweiser Umst\u00e4nde halber &#8211; Text k\u00fcrzen, seltener auch l\u00e4ngen. Was gelegentlich zu Ergebnissen f\u00fchrt, die den Autor recht in Staunen versetzen. Im andern Fall etwa liest niemals jemand Korrektur. Und weil man sich selbst allemal der schlechteste Korrektor ist, bleibt der Leserschaft mancherlei Zumutung.<\/p>\n<p>In einem weiteren Fall m\u00f6gen insbesondere junge Korrektoren\/innen und Redakteure\/innen alte W\u00f6rter nicht. Von mir geliebte Sch\u00f6nheiten wie &#8222;hienieden&#8220;, &#8222;hinan&#8220;, &#8222;hintan&#8220; oder &#8222;hinterdrein&#8220; werden ersetzt durch &#8222;hier unten&#8220;, &#8222;hinauf&#8220; oder &#8222;hinterher&#8220;. Was sprachatmosph\u00e4risch und teils inhaltlich indes etwas anderes ist. Und kommt der Korrektor aus dem deutschen Osten oder Norden, wird statt des urspr\u00fcnglichen Wortes &#8222;Chaiselongue&#8220; das schn\u00f6de &#8222;Sofa&#8220; gedruckt oder statt des &#8222;Plumeau&#8220; respektive &#8222;Pl\u00fcmo&#8220; die banale &#8222;Bettdecke&#8220;. Mir unbegreifliche Begr\u00fcndung: &#8222;So spricht heute niemand mehr.&#8220; Gegenrede meinerseits: Versteht du&#8217;s oder nicht?<\/p>\n<p>W\u00e4re da noch die Sache mit den \u00dcberschriften. Bei vielen Bl\u00e4ttern betitelt aus produktionstechnischen oder blattmacherischen Gr\u00fcnden nicht der Autor seinen Text selbst, sondern die Redaktion. Was mir zupass kommt, denn ich habe f\u00fcrs Schlagzeilenmachen kein sonderliches Talent. Meist funktioniert diese Arbeitsteilung auch prima. Bisweilen jedoch ger\u00e4t den \u00dcberschriftenmachern bei ihrem ehrenwerten Bem\u00fchen um &#8222;knackige&#8220; oder &#8222;knuffige&#8220; Schlagzeilen sagen wir mal: ein Nebenaspekt zur Hauptsache.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Harald Martenstein widmet seine diesw\u00f6chige Kolumne im Zeit-Magazin seltsamen Erfahrungen mit Verlagen bei der Herausgabe seiner 17 B\u00fccher. Im f\u00fcr ihn typischen wunderbar ironisch-trockenen Ton erz\u00e4hlt er von 350 nicht korrigierten Schreibfehlern in einem B\u00e4ndchen. Was ihn erstmals darauf gesto\u00dfen habe, dass viele Verlage heute gar keine Korrektorate mehr unterhalten. 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