{"id":375,"date":"2019-04-26T09:29:10","date_gmt":"2019-04-26T08:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/04\/26\/demonstrieren-und-waehlen-passt\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:12","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:12","slug":"demonstrieren-und-waehlen-passt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/04\/26\/demonstrieren-und-waehlen-passt\/","title":{"rendered":"Demonstrieren UND w\u00e4hlen? Passt!"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>\n<span style=\"font-size:14px\"><span style=\"color:#000000\">Am 26. Mai steht uns ja ein kollektiver Sonntagsausflug ins Haus. Zwar wird in den Einkehrlokalen das Angebot etwas spartanisch ausfallen \u2013 es stehen nur Papier und Schreibstift auf der Karte. Doch bleibt den Rheinland-Pf\u00e4lzern als Trost: Uns wird, im Verh\u00e4ltnis zu manch anderem Bundesland, die doppelte Menge Papier serviert. Kurzum: Der 26. Mai ist ein Wahl-Sonntag; hierzulande sogar ein Doppelwahl-Sonntag. Ergo: Trotz m\u00e4\u00dfigen Angebots in den Lokalen ist ein jeder aufgerufen, sie heimzusuchen und seine Kreuzchen zu machen. Also rafft euch auf, ihr Frauenzimmer und Mannen! W\u00e4hlt das europ\u00e4ische Parlament, w\u00e4hlt auch die Parlamente eurer St\u00e4dte und D\u00f6rfer \u2013 aber w\u00e4hlt kein braunes Gesocks!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size:14px\"><span style=\"color:#000000\">Freund Walters Begeisterung ob der W\u00e4hlerei h\u00e4lt sich mal wieder in Grenzen. Die werte Leserschaft mag sich erinnern: Bei der Bundestagswahl hatte ich ihn nur mit M\u00fche \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, seine Jahrzehnte w\u00e4hrende Wahlverweigerung aufzugeben. Mein schlie\u00dflich durchschlagendes Argument war seinerzeit: Alle Stimmen, die Leute wie du nicht abgeben, kommen am Ende den nationalistischen Reaktion\u00e4ren zugute. Das sa\u00df. Walter lie\u00df sich erweichen: \u201eOK, ich geh kreuzeln. Auch wenn ich mir nachher gewiss in den Hintern bei\u00dfe. Weil doch wieder blo\u00df eine Politik herauskommt, die nach noch mehr Wirtschaftswachstums schreit sowie den B\u00fcckling vor Finanz- und Industriekapital macht.\u201c So sprach der Freund. Auf dem Weg ins Wahllokal brummelte er damals: \u201eWenn aber die Braunen drankommen, dann d\u00fcrfen wir dagegen nichtmal mehr demonstrieren.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size:14px\"><span style=\"color:#000000\">Diesmal l\u00e4sst Walter sich relativ schnell zum W\u00e4hlen bewegen. Allerdings schl\u00e4gt er mit spitzb\u00fcbischem Grinsen einen Handel vor. Er gehe mit mir am 26. Mai zur Wahl, daf\u00fcr solle ich ihn zuvor am 18. Mai zu einer Koblenzer Demonstration begleiten, die unter dem Motto steht \u201eZukunft! F\u00fcr unser Klima, f\u00fcr Demokratie, f\u00fcr soziale Gerechtigkeit! Gegen das Nichtstun der Politik!\u201c Worauf sich ein, sagen wir mal: lebhafter Disput entwickelte \u00fcber den Zusammenhang zwischen w\u00e4hlen und demonstrieren, der sich rasch um die Wechselwirkung zwischen regieren und demonstrieren drehte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size:14px\"><span style=\"color:#000000\">Es sei kein Hehl daraus gemacht, dass wir beide das couragierte Aufbegehren unserer J\u00fcngsten im Zuge der Bewegung Fridays for Fu ture mit gro\u00dfer Sympathie begleiten. Ich mehr aus Freude, dass eine bereits an die Konsumreligion verloren geglaubte Generation pl\u00f6tzlich hellwach und renitent die Stra\u00dfe betritt. Walter eher aus Gefallen daran, wie diese jungen Leute Leben in die verpennte Politbude bringen und das Establishment reihum in Panik versetzen \u2013 mit ihrem unnachgiebigen Verlangen, die Politik m\u00fcsse endlich in die Tat umsetzen, was sie im Pariser Klimaabkommen versprochen habe. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size:14px\"><span style=\"color:#000000\">\u201eSiehst du\u201c, meint Walter, \u201edas kann vielleicht funktionieren: Einigerma\u00dfen vern\u00fcnftig w\u00e4hlen und zugleich von unten Druck machen. Auf dass die gew\u00e4hlten Herrschaften nachher nicht wieder einschlafen oder nach oben katzbuckeln, sondern stets mit der Nase auf das gestaucht werden, was f\u00fcr die nahe und fernere Zukunft wirklich wichtig ist.\u201c Der Handel gilt: Wir gehen beide w\u00e4hlen und gehen beide zur Demo. Zugegeben, von letzterem war ich nicht schwer zu \u00fcberzeugen, kommt doch im Demo-Motto zusammen, was zusammen geh\u00f6rt \u2013 die Forderung nach einer \u00f6kologischen Wende und diejenige nach einer sozialen Wende. Also Leute, der Mai ist gekommen: Arsch huh, Z\u00e4ng ussenander! <\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 26. Mai steht uns ja ein kollektiver Sonntagsausflug ins Haus. Zwar wird in den Einkehrlokalen das Angebot etwas spartanisch ausfallen \u2013 es stehen nur Papier und Schreibstift auf der Karte. Doch bleibt den Rheinland-Pf\u00e4lzern als Trost: Uns wird, im Verh\u00e4ltnis zu manch anderem Bundesland, die doppelte Menge Papier serviert. Kurzum: Der 26. 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