{"id":3684,"date":"2022-12-06T17:02:41","date_gmt":"2022-12-06T16:02:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=3684"},"modified":"2022-12-07T17:03:47","modified_gmt":"2022-12-07T16:03:47","slug":"besinnliches-verzaehlche-zum-6-dezember","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2022\/12\/06\/besinnliches-verzaehlche-zum-6-dezember\/","title":{"rendered":"Besinnliches Verz\u00e4hlche zum 6. Dezember"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>ape.<\/strong><\/em> Bei mir war Schuhputztag. Das ist eine der ganz wenigen Traditionen, die ich &#8211; allerdings erst nach Erreichen eines gewissen weit postjugendlichen Alters &#8211; aus dem Kulturerbe meines Vaters und Gro\u00dfvaters dann doch \u00fcbernommen habe. Zumindest in Ans\u00e4tzen, denn die Altvorderen hatten jede Woche einen Schuhputztag, w\u00e4hrend mir ein Zweimonatsrhythmus Tradition genug ist. Zumal mich Hochglanz und schniekes Aussehen des Schuhwerks wenig interessieren, daf\u00fcr Erhaltspflege, geschmeidige Gangbarkeit und Wasserdichtigkeit umso mehr.<\/p>\n<p>Und so geht das dann: In allen Ecken und Enden des H\u00e4uschens krame ich meine Treter aus ihren angestammten oder meist irgendwann spontan aufgesuchten Verstecken, lasse sie paarweise auf der Veranda Paradeaufstellung nehmen &#8211; und wundere mich, jedesmal wieder. Denn offenbar besitze ich deutlich mehr Schuhe, als meine F\u00fc\u00dfe gew\u00f6hnlich tragen. Vier Paare sind mir wohlvertraut, allesamt gut eingelaufen, prima ausgelatscht; also mit s\u00e4mtlichen Eigenschaften ausgestattet, die man gemeinhin Tragekomfort nennt. Davon zwei Paar f\u00fcrs Gel\u00e4nde, eines f\u00fcr drinnen und eines f\u00fcr drau\u00dfen in Welt und Gesellschaft. Dann noch, als f\u00fcnftes, das Reservepaar f\u00fcr die ganz besonderen Anl\u00e4sse. Mit diesem fremdle ich indes noch immer, obwohl es seit gut 20 Jahren regelm\u00e4\u00dfig beim Schuhputztag seine Anwesenheit meldet.<\/p>\n<p>Was aber, zur H\u00f6lle, sind die anderen drei Paare f\u00fcr seltsame Gesellen? Und wie, Verdammnis, kommen die hierher? Weder hatte ich sie jemals an den F\u00fc\u00dfen &#8211; was bei einer Anprobe sofort als buchst\u00e4blich (be)dr\u00fcckende Unbequemlichkeit f\u00fchlbar wird. Noch erinnere ich mich entsprechender Kaufakte. Kurzum um: Die Dinger sind mir k\u00f6rperlich und geistig zwar v\u00f6llig unbekannt; aber wenn sie denn schon mit angetreten sind, wird ihnen Kost und Logis nicht verwehrt. Zum Einsatz kommen nun Wurzelb\u00fcrste, feine B\u00fcrste, Lappen und leider auch sehr verschiedene Pflegemittel. Ich habe die vielen Dutzend Sorten, die der \u00f6rtliche Handel anbietet, jahrelang durchforstet und auf ihre T\u00fcchtigkeit getestet. Nach Abschluss dieser Versuchsreihen sind zwei (sic!) geblieben: farbloses Fett f\u00fcr Glattlederschuhe und Multifunktionsimpr\u00e4gnierplfegespray f\u00fcr alles andere (Handschuhe und Regenjacke inklusive).<\/p>\n<p>Knapp zwei gem\u00fctliche Stunden (Kaffeepause inklusive) dauerte mein Schuhputztag. Angenehmer Synergieeffekt Nr.1: Die H\u00e4nde sind nun zart wie M\u00e4dchenhaut, haben sie doch reichlich vom Lederfett abgekriegt. Nr.2: Ich darf in der Gewissheit leben, an Schuhen alsbald nicht Mangel leiden zu m\u00fcssen, denn wieder einmal weilen hinreichend Gastpaare im Hause. (Zwischenruf aus dem Off: &#8222;Schockschwerenot, das sind doch DEINE! Gekauft, nie angezogen, vergessen.&#8220;)<\/p>\n<p><em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Bei mir war Schuhputztag. 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