{"id":350,"date":"2019-03-11T23:00:00","date_gmt":"2019-03-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/03\/11\/12-000-wissenschaftler-stellen-sich-hinter-streikende-schueler\/"},"modified":"2019-03-11T23:00:00","modified_gmt":"2019-03-11T22:00:00","slug":"12-000-wissenschaftler-stellen-sich-hinter-streikende-schueler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/03\/11\/12-000-wissenschaftler-stellen-sich-hinter-streikende-schueler\/","title":{"rendered":"12 000 Wissenschaftler stellen sich hinter streikende Sch\u00fcler"},"content":{"rendered":"<div class=\"css-pegsvh f8ElW wD_Iu\">\n<div class=\"_2CtTI\">\n<div class=\"_10jJV\">\n<div class=\"Te80D\">\n<div class=\"_3l4Fr css-uvi49e\">\n<div>\n<h5>Stellungnahme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu den Protesten f\u00fcr mehr Klimaschutz&nbsp; \u2013&nbsp; #Scientists4Future<\/h5>\n<h3><em><strong>&#8222;Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt<\/strong><\/em><\/h3>\n<p>\n<em>Zurzeit demonstrieren regelm\u00e4\u00dfig viele junge Menschen f\u00fcr Klimaschutz und den Er\u00adhalt unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissen\u00adschaftler erkl\u00e4ren wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: <strong>Diese Anliegen sind berechtigt und gut begr\u00fcndet. Die derzeitigen Ma\u00dfnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 verpflichtet die Staaten v\u00f6lker\u00adrechtlich verbindlich, die <strong>globale Erw\u00e4rmung <\/strong><strong>deutlich unter <\/strong><strong>2 \u00b0C<\/strong> zu halten. Dar\u00fcber hinaus haben alle L\u00e4nder Anstrengungen versprochen, <strong>die Erw\u00e4rmung auf 1,5 \u00b0C zu begrenzen<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><em>Es kommt nun darauf an, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und welt\u00adweit sp\u00e4testens zwischen 2040 und 2050 auf null zu reduzieren. Eine schnellere Absenkung erh\u00f6ht hierbei die Wahrscheinlichkeit, 1,5 \u00b0C zu erreichen. Die Verbrennung von Kohle sollte bereits 2030 fast vollst\u00e4ndig beendet sein, die Verbrennung von Erd\u00f6l und Erdgas gleichzeitig reduziert werden, bis alle fossilen Energietr\u00e4ger durch klima\u00adneutrale Energiequellen ersetzt worden sind. Unter Ber\u00fccksichtigung von globaler Kli\u00admagerechtigkeit m\u00fcsste in Europa dieser Wandel sogar noch deutlich schneller ablau\u00adfen.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch wenn weiterhin Beteiligungs- und Diskussionsbedarf besteht: Jetzt muss gehan\u00addelt werden. Beides schlie\u00dft einander nicht aus. Es gibt bereits viele gesellschaftliche und technologische Innovationen, die Lebensqualit\u00e4t erhalten und menschliches Wohl\u00adergehen verbessern k\u00f6nnen, ohne unsere nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen zu zerst\u00f6ren.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>In allen deutschsprachigen L\u00e4ndern<\/strong> werden beim Umbau der Bereiche Ener\u00adgie, Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft, Ressourcennutzung und Mobilit\u00e4t die notwen\u00addige Gr\u00f6\u00dfenordnung und Geschwindigkeit nicht erreicht. <strong>Deutschland<\/strong> wird die selbstgesteckten Klimaschutzziele f\u00fcr 2020 verfehlen und auch die Er\u00adreichung der Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie f\u00fcr 2030 ist hochgra\u00addig gef\u00e4hrdet. Zudem mangelt es weiterhin an einem wirksamen Klimaschutzgesetz. <strong>\u00d6ster\u00adreich<\/strong> hat sich in seiner Klima- und Energiestrategie Ziele gesetzt, die dem Pariser Vertrag in keiner Weise gerecht werden und selbst daf\u00fcr sind weder die erforderlichen Ma\u00dfnahmen noch die finanziellen Mittel vorgesehen. Zugleich sind Bodenverbrauch und -versiegelung pro Person und Jahr in \u00d6sterreich die h\u00f6chsten in Europa. <strong>Die Schweiz <\/strong>hat ihre Treibhausgas-Emissionen seit 1990 nur geringf\u00fcgig verringert; gleichzeitig stiegen die im Ausland verursachten Emissionen erheblich an. In der ersten parlamentarischen Debatte zur Totalrevision des CO2-Ge\u00adsetzes wurden die inl\u00e4ndischen Reduktionsziele gestrichen und die Reduzierung der Schweizer Emissionen sollte durch Kompensation im Ausland erfolgen. Schlie\u00dflich ist das Gesetz vorl\u00e4ufig gescheitert.<\/em><\/p>\n<p><em>Die jungen Menschen fordern zu Recht, dass sich unsere Gesellschaft ohne weiteres Z\u00f6gern auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr. Dieser Wandel bedeutet unter anderem: Wir f\u00fchren mit neuem Mut und mit der notwendigen Geschwindigkeit erneuerbare Energiequellen ein. Wir setzen Energiesparma\u00dfnahmen konsequent um. Und wir ver\u00e4ndern unsere Ern\u00e4h\u00adrungs-, Mobilit\u00e4ts- und Konsummuster grundlegend.<\/em><\/p>\n<p><em>Vor allem die Politik steht in der Verantwortung, zeitnah die notwendigen Rahmen\u00adbedingungen zu schaffen. Insbesondere muss klimafreundliches und nachhaltiges Handeln einfach und kosteng\u00fcnstig werden, klimasch\u00e4digendes Handeln hingegen un\u00adattraktiv und teuer (z. B. durch wirksame CO2-Preise, Einstellung von Sub\u00adven\u00adtionen f\u00fcr klimasch\u00e4dliche Handlungen und Produkte, Effizienzvorschriften und soziale Inno\u00advationen). Eine sozial ausgewogene Verteilung von Kosten und Nutzen des Wandels ist dabei unerl\u00e4sslich.<\/em><\/p>\n<p><em>Die enorme Mobilisierung der neuen Bewegungen (\u201eFridays for Future\u201c in Deutschland und \u00d6sterreich, \u201eKlimastreik\u201c in der Schweiz) zeigt, dass die jungen Menschen die Situation verstanden haben. Ihre Forderung nach schnellem und konse\u00adquentem Handeln k\u00f6nnen wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nur nach\u00addr\u00fccklich unterstreichen.&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><em>Als Menschen, die mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut sind und denen die derzei\u00adtigen Entwicklungen gro\u00dfe Sorgen bereiten, sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verantwortung an, auf die Folgen unzureichenden Handelns hinzuweisen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, k\u00f6nnen wir die Erderw\u00e4rmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten, die nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft f\u00fcr derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen. Genau das m\u00f6chten die jungen Menschen von \u201eFridays for Future\/Klimastreik\u201c erreichen. Ihnen geb\u00fchrt unsere Achtung und unsere volle Unterst\u00fctzung.<\/strong> &#8222;<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle:<a href=\"https:\/\/www.scientists4future.org\/\"> <\/a><\/em><a href=\"https:\/\/www.scientists4future.org\/\">https:\/\/www.scientists4future.org\/<\/a><\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>12 000 Wissenschaftlern aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz haben die obige Stellungnahme unterzeichnet worden ist.<\/p>\n<p>Klimaforscher Stefan Rahmsdorf schreibt in seinem Blog: &#8222;Schon unter den \u00fcber 700 Erstunterzeichnern finden sich zahlreiche f\u00fchrende Klima-, Energie- und Umweltforscher. Zum Beispiel die Direktorin des Alfred-Wegener Instituts f\u00fcr Polar- und Meeresforschung, Antje Boetius. Die Direktoren des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Meteorologie, Jochem Marotzke und Martin Clau\u00dfen. Der Direktor des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Biogeochemie, Markus Reichstein. Der Direktor des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Chemie, Meinrat Andreae. Der Gr\u00fcndungsdirektor des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung, John Schellnhuber. Die Direktorin der Biologischen Anstalt Helgoland, Karen Wiltshire. Der Direktor des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, Clemens Hoffmann. Der Direktor des Leibniz-Instituts f\u00fcr Ostseeforschung, Ulrich Bathmann. Der Generaldirektor des Forschungsinstituts und des Naturmuseums Senckenberg, Volker Mosbrugger.<\/p>\n<p>Und viele weitere Professoren wie Wolfgang Cramer, Ulrike Herzschuh, Claudia Kemfert, Mojib Latif, Claus Leggewie, Reinhold Leinfelder, Peter Lemke, Anders Levermann, Gerrit Lohmann, Ulrike Lohmann, Wolfgang Lucht, Georg Kaser, Claudia Kemfert, Reto Knutti, Hans-Otto P\u00f6rtner, Volker Quaschning, Ulf Riebesell, Christian Sch\u00f6nwiese, Thomas Stocker, Martin Visbeck, Heinz Wanner, Ernst Ulrich von Weizs\u00e4cker, usw. usf. (um einen rein subjektiv ausgew\u00e4hlten kleinen Querschnitt zu geben). Es sind auch eine Reihe Pal\u00e4ontologen und Pal\u00e4oklimatologen darunter \u2013 dies nur f\u00fcr diejenigen, die f\u00e4lschlich meinen, die nat\u00fcrlichen Klimaver\u00e4nderungen der Erdgeschichte seien ein Grund zur Entwarnung (das Gegenteil stimmt).<\/p>\n<p>Vergleichbare Stellungnahmen hat es auch in anderen L\u00e4ndern gegeben \u2013 Australien, Belgien, England, Finnland, Holland, Neuseeland, Tschechien, USA\u2026 &#8222;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/klimalounge\/12-000-wissenschaftler-stellen-sich-hinter-die-streikenden-schueler\/\">Spektrum.de \/ SciLogs<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu den Protesten f\u00fcr mehr Klimaschutz&nbsp; \u2013&nbsp; #Scientists4Future &#8222;Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt Zurzeit demonstrieren regelm\u00e4\u00dfig viele junge Menschen f\u00fcr Klimaschutz und den Er\u00adhalt unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. 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