{"id":3496,"date":"2022-10-04T12:09:00","date_gmt":"2022-10-04T11:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=3496"},"modified":"2022-10-04T20:27:00","modified_gmt":"2022-10-04T19:27:00","slug":"pilze-suchen-am-tag-danach-ein-verzaehlche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2022\/10\/04\/pilze-suchen-am-tag-danach-ein-verzaehlche\/","title":{"rendered":"Pilze suchen am Tag danach (ein Verz\u00e4hlche)"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n<p><em><strong>ape.<\/strong><\/em> Pappsatt. Der Wanst prall von einem gro\u00dfen Omlett aus heute gesammelten Steinpilzen, Ei von den eigenen H\u00fchnern, Schnittlauch und Petersilie aus dem Kr\u00e4uterbeet hinterm Haus. Dazu zwei Scheiben dunkles Brot, bestrichen mit Butter vom Biobauern, kr\u00e4ftig aufger\u00fcstet mit Knoblauch aus eigenem Anbau.<\/p>\n<p>Darauf hatte ich mich schon das ganze Wochenende gefreut, das ich diesmal am Schreibtisch bei der letzten Zeitungsschreiberei f\u00fcr einige Wochen verbrachte. Eigentlich galt die Vorfreude weniger dem famosen Abendmahl, fast mehr der Prozedur zuvor: Am Dienstag noch im Morgennebel losziehen zum Pilzesuchen-\/-sammeln &#8211; ausgestattet nicht nur mit dem Sackerl f\u00fcr die Schwammerln, sondern ebenso mit der Gewissheit, davon hinreichend zu finden. Indes, vermaledeite Sache, fand ich in der ersten Waldstunde an den einschl\u00e4gigen Pl\u00e4tzen nahe der g\u00e4ngigen Wege statt Pilzen nur Schnittstellen. Andere Leute hatten vor mir abger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Ich hatte einen Umstand nicht bedacht: Gestern war Feiertag bei sch\u00f6nem Wetter. Und nach all den Medien-Berichten, dass nach dem Septemberregen jetzt doch noch eine ergiebige Pilzssaison ausgebrochen sei, kam am gestrigern 3. Oktober was kommen musste: Volkspilzsuchetag. Nachbarn, die gestern unterwegs waren, haben mir heute beim abendlichen Zaunplausch best\u00e4tigt: In jeder Waldwegeinfahrt h\u00e4tten ein, zwei Autos aus nah oder fern gestanden, und entlang der Hauptwege habe ein Menschenbetrieb schier wie auf dem Koblenzer Hauptbahnhof geherrscht. Und das in meinem Hauswald, wo einem (mir) sonst das ganze Jahr \u00fcber in summa keine zehn Leute begegnen!<\/p>\n<p>Nun wollt ihr wissen, wie ich dennoch zu einem opulenten Steinpilzmahl gekommen bin. Na ja, man kennt halt den Wald, den man seit 45 Jahren mehrmals pro Woche durchstreift, besser als die eigene Westentasche. Ich wei\u00df um abgelegene, teils schwer zug\u00e4ngliche Stellen, wo es Pilze geben k\u00f6nnte, weil es irgendwann dort schonmal welche gegeben hatte. Allerdings sind die Anmarschwege dorthin recht weit und m\u00fchsam. Soll ich, soll ich nicht, die M\u00fchsal auf mich nehmen? Ehrgeiz ist meine Sache eigentlich nicht. Andererseits, wenn sogar auf Facebook allerhand Stadtkinder Fotos von vollen Pilzk\u00f6rben durchs Netz stolzieren lassen, will nicht ausgerechnet der Waldschrat mit leeren H\u00e4nden nach Hause kommen. Also los, die gro\u00dfe Querwaldein-Tour.<\/p>\n<p>Vier Stunden sp\u00e4ter ist der Sack voll, hat der Kerl verschwitzt und mit m\u00fcden Gliedern die etlichen Kilometer R\u00fcckmarsch zum Haus geschafft. Ein Bier, ein Kaffee, ein Schl\u00e4fchen in den Abend hinein &#8230; Gl\u00fcckseligkeit. <em>Andreas Pecht<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Pappsatt. Der Wanst prall von einem gro\u00dfen Omlett aus heute gesammelten Steinpilzen, Ei von den eigenen H\u00fchnern, Schnittlauch und Petersilie aus dem Kr\u00e4uterbeet hinterm Haus. 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