{"id":335,"date":"2014-08-28T22:00:00","date_gmt":"2014-08-28T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2014\/08\/28\/vom-guten-essen\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:16","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:16","slug":"vom-guten-essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2014\/08\/28\/vom-guten-essen\/","title":{"rendered":"Vom guten Essen"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>ape. \u00dcber eines der wichtigsten Dinge des Lebens haben wir hier noch nie ausf\u00fchrlich gesprochen: das Essen. Die Post-Ferien-Tage scheinen passend, einmal dieser Kulturtechnik n\u00e4her zu treten. Denn im von allt\u00e4glicher Hetz&#8216; befreiten Urlaub hat mancher Zeitgenosse hoffentlich bemerkt, dass Essen mehr sein kann als Magenf\u00fcllerei. Keine Bange, es liegt mir fern, nun auch noch das modische Loblied zu singen auf Slow-Food, auf Erleuchtung durch eigene Kochfreuden, Begl\u00fcckung durch besternte Spitzenkulinarik oder Zufriedenheit dank R\u00fcckgriff auf Omas K\u00fcche.<\/p>\n<p>Zwar esse ich gern gut und davon bisweilen viel, aber die meisten der unz\u00e4hligen Trends auf dem aktuellen Markt der Essgen\u00fcsse sind mir suspekt. Nehmen wir Omas K\u00fcche, die mit nostalgischem Schw\u00e4rmen als neue Alternative zum Gourmetgekoche ins Feld gef\u00fchrt wird. Was meine Gro\u00dfmutter dazumal auf den Tisch brachte, war mastig, fettig, langweilig gew\u00fcrzt und stets so weich gekocht, als s\u00e4\u00dfe am Tisch eine Sippe Zahnloser beisammen. Nur wenige ihrer Speisen schmeckten, und nur die sind mir als heute leider fast ausgestorbene Lieblinge geblieben: Dampfnudel, Stupfnudel, Saure Nieren mit Sp\u00e4tzle, Brennsuppe aus Gr\u00fcnkerngries.<\/p>\n<p>Da m\u00f6gen Sie nun die Nase r\u00fcmpfen \u2013 so wie ich es nachher tat bei vielen Einladungen, Empf\u00e4ngen, Pressereisen, die den Journalisten an die Tafeln h\u00f6herer Anspruchsgastromonie f\u00fchrten. Dort wurde teils sehr gut gekocht, teils aber auch blo\u00df Koch- und Ess-Theater gespielt. In jener Zeit habe ich aus kulinarischen Frust- und Lusterlebnissen meinen eigenen Geschmack entwickelt: die Vorliebe f\u00fcr das Raffinement des Einfachen in ordentlicher Qualit\u00e4t, ganz egal aus welchem Kulturkreis es stammt. Es gilt die Einlassung von Kabarettist Jochen Malmsheimer, wonach die Hinzuf\u00fcgung von Mayonnaise zum Wurstbrot ein Verbrechen an selbigem und der Menschheit ist.<\/p>\n<p>Um nicht missverstanden zu werden: Meine Art Einfachheit schlie\u00dft grunds\u00e4tzlich Lieblosigkeiten aus, wie sie in der \u201egut-b\u00fcrgerlichen\u201d K\u00fcche leider weit verbreitet sind, ebenso chemisch aufgemotzten Fabrik-Fra\u00df auf Basis von Tierqu\u00e4lerei und industrieller Ackerverunstaltung. Es schmeckt mir einfach nicht, wenn ich wei\u00df, dass solche Schei\u00dfe auf dem Teller liegt. Nix gegen ein paniertes Schnitzel, wenn die dazugeh\u00f6rige Sau vorher eine gute Zeit hatte, Koch\/K\u00f6chin selbst eine gute Pannade machen und das darin gew\u00e4lzte Fleisch in der Pfanne braten \u2013 statt ein am Flie\u00dfband vorfabriziertes 0-8-15-Fertigteil in der Fritteuse zu ers\u00e4ufen.<\/p>\n<p>Gar nix auch gegen daheim mal schnell zubereitete Speisen. Pfannkuchen etwa. Ich bin ein Meister im Pfannkuchenbacken: Ein paar Eier mit ein, zwei Sch\u00fcttungen Mehl, einer Portion Milch sowie etwas Salz und Zucker verr\u00fchrt, dann sch\u00f6n in Oliven\u00f6l ausgebacken. Dazu ein simples Pilzragout oder ein paar ged\u00fcnstete Tomaten oder nur Marmelade. Ist in 20 Minuten fertig, schmeckt prima. \u201eWas soll denn das f\u00fcr ein Rezept sein\u201d, motzt Freund Walter und fordert genaue Angaben \u00fcber die Zahl der Eier, \u00fcber Mehltype und Milchart sowie deren Mengen in Gramm und ccm, \u00fcber die Backtemperatur in Grad Celsius, die Backzeit je Fladen in Sekunden&#8230;. Ach du lieber Gott, meine K\u00fcche ist doch kein Pr\u00e4zisionslabor. Dort geben Fantasie und Gef\u00fchl, Finger, Augen, Nase, Zunge und Gaumen den Ton an. Das klappt immer \u2013 und wenn doch nicht, muss halt Malmsheimer ran.<\/p>\n<p>(Erstabdruck\/-ver\u00f6ffentlichung au\u00dferhalb dieser website 35. Woche im August 2014)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. \u00dcber eines der wichtigsten Dinge des Lebens haben wir hier noch nie ausf\u00fchrlich gesprochen: das Essen. Die Post-Ferien-Tage scheinen passend, einmal dieser Kulturtechnik n\u00e4her zu treten. Denn im von allt\u00e4glicher Hetz&#8216; befreiten Urlaub hat mancher Zeitgenosse hoffentlich bemerkt, dass Essen mehr sein kann als Magenf\u00fcllerei. 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