{"id":3255,"date":"2022-06-27T08:21:00","date_gmt":"2022-06-27T07:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=3255"},"modified":"2022-06-28T08:46:07","modified_gmt":"2022-06-28T07:46:07","slug":"hitzige-tage-heisse-naechte-quergedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2022\/06\/27\/hitzige-tage-heisse-naechte-quergedanken\/","title":{"rendered":"Hitzige Tage, hei\u00dfe N\u00e4chte  (&#8222;Quergedanken&#8220;)"},"content":{"rendered":"\n<p> <\/p>\n\n\n<p><strong><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3120 \" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395-437x480.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395-437x480.jpg 437w, https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395-933x1024.jpg 933w, https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395-768x843.jpg 768w, https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395.jpg 1305w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>ape.<\/em><\/strong> Auch ich geh\u00f6re zu jenem Menschenschlag, der den Sommer viel lieber mag als den Winter. Doch k\u00e4me ich nie auf die Idee, letzterem allj\u00e4hrlich durchg\u00e4ngig in s\u00fcdliche Gefilde entfliehen zu wollen. Wechsel der Jahreszeiten geh\u00f6rt hierzulande halt zum Rhythmus des Daseins. Und wer nie ein bisschen Entsagung erlebt, dem wird nachher auch nicht der volle Genuss zuteil. Das ist wie beim Essen: Die feinste Speise wird einem fad\u2019, wenn\u2019s stets nur vom Besten gibt alle Tag\u2019. So lebt unsereiner denn im Sommer wohlig auf mit kurzem Hemd, leichter Hose und barf\u00fc\u00dfig in den Schuhen oder gleich ohne. Befreit von vier w\u00e4rmenden Lagen obenrum und zwei bis drei unten \u2013 das ist schon ein ganz anderes K\u00f6rpergef\u00fchl.<\/p>\n<p>Das w\u00fcrde man auch den Nachrichtensprechern der \u00f6ffentlich-rechtlichen TV-Sender w\u00fcnschen. Die tragen neuerdings fast allesamt ihre Konfirmantenanz\u00fcge auf: Zweiteiler aus dunkelblauem Zwirn, wie das helle Hemd darunter engstm\u00f6glich auf den Leib gequetscht. Obendrein m\u00fcssen sie, ebenfalls neuerdings, bei jeder Sendung mal hinter ihrem Sprecherthresen hervortreten, sich dem Publikum vom Kopf bis zur Sohle pr\u00e4sentieren. Was Lockerheit vermitteln soll (und es bei den Damen oft auch tut), wird bei den stramm in vermeintliche Eleganz gepressten Herrn: nun ja \u2026.<\/p>\n<p>Das Auge isst bekanntlich mit und erfreut sich demnach am zur Sommerzeit vorherrschenden Prinzip der nat\u00fcrlichen Kontur, sprich: der mehr oder minder freien Sicht-Entfaltung auf menschliche Leibesform. Freund Walter rollt die Augen: \u201eErfreut? Aber auch nur bei jener H\u00e4lfte der hiesigen Menschheit, die noch ein bisschen Gesp\u00fcr daf\u00fcr hat, welche Klamotten ihre K\u00f6rper vertragen und was sie als Gesamtwerk der Mitwelt zumuten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Da ist zwar vieles individuelle Geschmackssache und jede\/r hat die Freiheit, nach Belieben zu verfahren. Aber, jaja, schon klar: Manchen Mannsbeinen st\u00fcnden lange Hosen besser an als Bermudas, manche Trommel w\u00e4re mit weitem Hemd vorteilhafter gekleidet als mit bauchfreiem Shirt. Und \u00fcber das Kontur-betonende Ausrufenzeichen von Leggins als quasi Zweithaut sollten sehr barocke wie auch vollstschlanke Zeitgenoss*innen nochmal nachdenken. Bisweilen k\u00f6nnten leichtes Matrosenenleinen oder ein luftiges Kleidchen f\u00fcr alle die angenehmere Sommerwahl sein. Im Winter ist das einfacher. M\u00f6gen sich die Modekreativen noch so sehr bem\u00fchen, etwas K\u00f6rperbetonung durch die kalte Zeit zu retten: Am Ende produzieren wattierte Jacken, M\u00e4ntel, Pudelm\u00fctzen, Stiefel und Co. doch nur unechte Konturen. Weshalb der Sommer eben auch die Zeit des Augenschmauses ist (selektive Wahrnehmung, Walter!).<\/p>\n<p>20 bis 25 Grad Celsius, das ist meine Paradiestemperatur f\u00fcrs Freie; zu Lande und im Wasser, tags\u00fcber wie am Abend, auf der heimischen Terrasse, im Biergarten oder vor der Open-air-B\u00fchne. Ein wenig bange wird mir bei Vorhersagen, die Temperaturen im 30er-, gar hohen 30er-Bereich oder dar\u00fcber ank\u00fcndigen. Dies einerseits, weil solchen Hitzetagen meist unwettriger Krawall folgt, in j\u00fcngeren Jahren \u00f6rtlich h\u00e4ufig von unm\u00e4\u00dfigem Zuschnitt.<\/p>\n<p>Andererseits: Laue Sommerabende und hernach sprichw\u00f6rtlich \u201ehei\u00dfe N\u00e4chte\u201c sind zwar wunderbar. \u201eAber\u201c, spinnt Walter den Gedanken zu Ende, \u201ewenn dich tags\u00fcber schier der Hitzschlag trifft, ist am Abend nicht mehr allzu viel los mit dir. Und in mittelrheinischer Tropennacht hast du ohnehin genug damit zu tun, dein triefendes Leiberl etwas Schlaf finden zu lassen.\u201c<\/p>\n<p><em>Andreas Pecht<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Auch ich geh\u00f6re zu jenem Menschenschlag, der den Sommer viel lieber mag als den Winter. Doch k\u00e4me ich nie auf die Idee, letzterem allj\u00e4hrlich durchg\u00e4ngig in s\u00fcdliche Gefilde entfliehen zu wollen. Wechsel der Jahreszeiten geh\u00f6rt hierzulande halt zum Rhythmus des Daseins. 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