{"id":3098,"date":"2022-05-30T08:51:00","date_gmt":"2022-05-30T07:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=3098"},"modified":"2022-06-08T14:54:02","modified_gmt":"2022-06-08T13:54:02","slug":"kleiner-garten-eden-fuer-jede-und-jeden-quergedanken-203","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2022\/05\/30\/kleiner-garten-eden-fuer-jede-und-jeden-quergedanken-203\/","title":{"rendered":"Kleiner Garten Eden f\u00fcr jede und jeden (&#8222;Quergedanken&#8220;)"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3120 alignleft\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395-437x480.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395-437x480.jpg 437w, https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395-933x1024.jpg 933w, https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395-768x843.jpg 768w, https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MG_0751wb-scaled-e1653904157395.jpg 1305w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/>Nicht nur Russen haben ihre Datsche. Das Gartenst\u00fcck mit H\u00fctte oder H\u00e4uschen auf dem Land ist bei St\u00e4dtern in ganz Europa seit eh und je beliebt. Die reichen Herrschaften haben ihre \u201eLandsitze\u201c. Die einfachen Leute bescheiden sich mit Kleinerem, um an Wochenenden oder f\u00fcr einige Ferienwochen der urbanen Hektik, Hitze, Stickigkeit in die Sommerfrische zu entkommen. Obendrein nutzen Letztere traditionell ihr St\u00fcckchen Freizeiterde vielfach zur Verbesserung der Familienversorgung durch den eigenh\u00e4ndigen Anbau von Gem\u00fcse und Obst. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">In Deutschland kennt man dieses Ph\u00e4nomen seit dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert als Armeng\u00e4rten, Schreberg\u00e4rten, Laubenkolonie. Noch bis in die zweite H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts waren unserer St\u00e4dte mit einem G\u00fcrtel derartiger Gartenanlagen aus Dutzenden bis Hunderten Parzellen umlagert. Inzwischen sind die meisten plattgemacht, mussten Neubausiedlungen, Stra\u00dfen und vor allem Gewerbegebieten weichen. Selbstredend waren die Schreberkolonien in deutschen Landen vereinsm\u00e4\u00dfig organisiert, mit Vorstand, Statut und Nutzungsordnungen bis hin zum puristischen Benimmreglement. Weshalb urbane Freigeister \u00fcber die proletarischen und kleinb\u00fcrgerlichen \u201eLaubenpieper\u201c lange die Nase r\u00fcmpften. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Just an dieser Stelle erleben wir nun einen Zeitenwechsel. F\u00fcr die wenigen verbliebenen Schreberanlagen gibt es vielerorts endlose Wartelisten. Oder nehmen wir meinen Freund Walter. Was hat er immer gemault, wenn ich seine Einladung zum bierseligen Plausch mal ablehnte mit der Begr\u00fcndung: Ich habe im Garten zu arbeiten. \u201eDu und dein Bauernkrempel. Solche Erdw\u00fchlerei macht und braucht doch heutzutage kein Mensch mehr\u201c, so motzte er stets. Und jetzt? Auf seinem verwilderten Refugium am oberen Moselhang gab es bis dato nur eine Feuerstelle mit einigen Baumst\u00fcmpfen als Sitze drumherum. Nun aber hat der Freund daneben eine Kiste gebaut, die er stolz \u201emein Hochbeet\u201c nennt. Darin versuchen ein paar Salatpflanzen und Zwiebeln sich gegen reichlich Unkraut zu behaupten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\">\u201e<span style=\"font-size: large;\">Sag nicht Unkraut!\u201c, schimpft der Neug\u00e4rtner. Und belehrt mich (der ich seit 41 Jahren einen die famili\u00e4re Selbstversorgung mit Gr\u00fcnzeug sichernden Garten unterhalte): \u201eKein Kr\u00e4utchen in der Natur, das nicht f\u00fcr irgendwas gut w\u00e4re.\u201c Klar, das rechte Kraut, am rechten Ort, zur rechten Zeit. Aber unerw\u00fcnschter Beiwuchs immer und \u00fcberall macht eben auch Schmalhans zum Meister der Selbstversorgungsk\u00fcche. Ein bisschen erfolgreicher als mit dem \u201eHochbeet\u201c drau\u00dfen in der \u201eWildnis\u201c ist Walter mit seinem, wie ich es nenne, \u201eStubeng\u00e4rtchen\u201c in der Koblenzer Wohnkemenate. Ein Dutzend Kr\u00e4utert\u00f6pfe an den Fenstern, auf dem winzigen Balkon zwei Tomatenstauden in Wassereimern sowie den ausgemusterten Einkaufskorb mit Erde bef\u00fcllt, aus der tats\u00e4chlich drei Kartoffelpflanzen sprie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\">\u201e<span style=\"font-size: large;\">Urban Gardening\u201c (st\u00e4dtisches G\u00e4rtnern) wird der neue Trend genannt, der jetzt so viele, nicht zuletzt j\u00fcngere St\u00e4dter erfasst hat. Find\u2019 ich gut, auch wenn manche Bepflanzungsaktion mehr mit kindlicher Begeisterung als mit g\u00e4rtnerischer Zielstrebigkeit betrieben wird. Egal, denn jeder Zentimeter Stadt, der begr\u00fcnt wird, ist ein Gewinn. Und dass selbst auf den D\u00f6rfern in Zeiten explodierender Lebensmittelpreise mancher \u00f6de Zierrasen wieder umgegraben oder ehemalige Bauerngarten reaktiviert wird, kann Geldbeutel, Ern\u00e4hrungsqualit\u00e4t sowie k\u00f6rperlicher Fitness und seelischer Gesundheit nur gut tun. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur Russen haben ihre Datsche. Das Gartenst\u00fcck mit H\u00fctte oder H\u00e4uschen auf dem Land ist bei St\u00e4dtern in ganz Europa seit eh und je beliebt. Die reichen Herrschaften haben ihre \u201eLandsitze\u201c. 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