{"id":117,"date":"2018-09-20T22:00:00","date_gmt":"2018-09-20T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/09\/20\/zum-erscheinen-meines-buches-ueber-die-210-jaehrige-geschichte-des-musik-instituts-koblenz\/"},"modified":"2018-09-20T22:00:00","modified_gmt":"2018-09-20T21:00:00","slug":"zum-erscheinen-meines-buches-ueber-die-210-jaehrige-geschichte-des-musik-instituts-koblenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/09\/20\/zum-erscheinen-meines-buches-ueber-die-210-jaehrige-geschichte-des-musik-instituts-koblenz\/","title":{"rendered":"Zum Erscheinen meines Buches \u00fcber die 210-j\u00e4hrige Geschichte des Musik-Instituts Koblenz"},"content":{"rendered":"<p>Freude, Spannung. Jetzt endlich geht das Ergebnis einer Arbeit an die interessierte \u00d6ffentlichkeit, die mich mehr als drei Jahre neben dem normalen Journalistengesch\u00e4ft auf Trab hielt. Am heutigen Abend beim ersten Saisonkonzert 18\/19 des Musik-Instituts Koblenz: Erstverkauf meines Buches <strong>&#8222;Aus Liebe zur Musik. Das Musik-Institut Koblenz im Lauf der Zeiten 1808 bis 2018&#8220;<\/strong> (Hardcover, 200 S., 25 Euro).<br \/>\nMorgen (Sa, 22.09.) beginnt dann der Buchhandelsvertrieb \u00fcber die Niederlassungen und den online-shop der Koblenzer Buchhandlung Reuffel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.reuffel.de\/detail\/ISBN-2240004930530\/Pecht-Andreas\/Aus-Liebe-zur-Musik-Musik-Institut-Koblenz-im-Laufe-der-Zeit?bpmactid=23660891&amp;bpmctrl=bpmrownr.2%7Cforeign.302598-8-0-277611\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Reuffel-Site<\/a><\/p>\n<p><em>Nachfolgend das Vorwort des Buches&nbsp; zur Orientierung und als Appetitmacher.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; ***<\/p>\n<h3>Vorwort:<\/h3>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/Cover%20mit%20Rand.jpg?itok=9HIeRMx0\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-116\" alt=\"\" class=\"image-medium\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Cover-mit-Rand.jpg\" style=\"float:right; height:220px; margin:5px; width:168px\" width=\"168\" height=\"220\" \/> <\/a> Bevor ich mit der Arbeit am vorliegenden B\u00fcchlein begann, war in Gespr\u00e4chen mit dem Intendanten des Musik-Instituts Koblenz (MI) die Frage zu kl\u00e4ren: Was f\u00fcr eine Art Publikation soll es werden. Schon der Umstand, dass Dr. Olaf Theisen in meiner Person einen \u00f6rtlichen Kulturjournalisten um die Autorenschaft ersucht hat und keinen Kulturwissenschaftler oder Musikhistoriker, gibt einen ersten Richtungshinweis. Gedacht war nicht an eine wissenschaftlich-historische Forschungsarbeit und deren nachher akribische Abhandlung f\u00fcr ein kleines spezielles Fachpublikum. Der Intendant und der das MI seit einem viertel Jahrhundert begleitende Konzertkritiker waren sich vielmehr schnell einig, dass es um eine allgemeinverst\u00e4ndliche, kompakte, f\u00fcr jeden Interessierten mit Gewinn und auch etwas Vergn\u00fcgen zu lesende Publikation gehen solle. Um eine \u201eerz\u00e4hlerische\u201c Darstellung der Geschichte des anno 1808 gegr\u00fcndeten Instituts, deren Lekt\u00fcre man an zwei entspannten Nachmittagen bew\u00e4ltigen kann.<\/p>\n<p>Damit wurde auch die urspr\u00fcngliche Idee hinf\u00e4llig, die von Prof. Dr. Hans Schmidt erarbeitete und 1983 vom MI in Buchform herausgegebene Dokumentation \u201eMusik-Institut Koblenz\u201c bis in die Gegenwart einfach fortzuschreiben. Seine Herangehensweise, Darstellungsart, Schwerpunktsetzung unterscheiden sich doch so sehr von dem, was mir als Autor einer anderen Generation vorschwebte, dass wir uns entschieden, eine g\u00e4nzlich neue Gesamtdarstellung der MI-Geschichte zu fertigen.&nbsp; Schmidts fabelhaftes Buch tr\u00e4gt eine gewaltige F\u00fclle von Material vor allem \u00fcber die ersten 150 Jahre der Instituts-Geschichte zusammen, erhellt mancherlei Zusammenh\u00e4nge \u2013 und war f\u00fcr meine eigene Arbeit ein schier unersch\u00f6pflicher Quell an Fakten und Daten. Gleiches gilt f\u00fcr das wunderbare Werk von Dr. Uwe Baur \u201eB\u00fcrgerinitiative Musik \u2013 250 Jahre \u00f6ffentliches Musikleben in Koblenz\u201c. 2008 im Verlag Klettermann + Schmidt erschienen, darf es wohl als das bis dato umfassendste und fundierteste Ergebnis systematischer Erforschung des gesamten musikalischen Kulturlebens in Koblenz und am Mittelrhein vom 18. Jahrhundert bis ins erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gelten.<\/p>\n<p>2018 besteht das Musik-Institut Koblenz seit stolzen 210 Jahren. Das ist ein gewaltiger Zeitraum, der etliche Epochenumbr\u00fcche einschlie\u00dft, den man nie und nimmer vollst\u00e4ndig auserz\u00e4hlen kann. Diese Geschichte in gebotener K\u00fcrze und Kompaktheit zu behandeln, warf Kapitel um Kapitel stets aufs Neue die manchmal qu\u00e4lende Frage auf: Was muss, kann, darf man weglassen? Welche Aspekte sind unerl\u00e4sslich, typisch und\/oder besonders interessant f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der MI-Entwicklungen in der jeweiligen historischen Phase sowie \u00fcbers gro\u00dfe Ganze. Dabei war es mir wichtig, die Institutsgeschichte stets auch zu betrachten als Teil der allgemeinen Geschichte. Schon Uwe Baurs Buch stellt immer wieder Abh\u00e4ngigkeiten des Musiklebens von gesellschaftlich-politischen Umgebungsentwicklungen dar. Diesen Ansatz verfolge ich in noch st\u00e4rkerem Ma\u00dfe. Denn allzu oft haben mich in fr\u00fcheren Jahren Kulturpublikationen ge\u00e4rgert, die so tun, als w\u00e4ren Kunst- und Musikgeschichte von der \u00fcbrigen Welt getrennte, ganz eigene Welten.<\/p>\n<p>Aus diesem Grunde beginnt jedes der nachfolgenden elf Kapitel mit Ausf\u00fchrungen \u00fcber markante internationale, regionale und\/oder lokale Aspekte aus Politik und Gesellschaft, aus Technik und Wirtschaft, aus Geistesleben und Kultur eben jener Zeit, in der die jeweilige Phase der MI-Geschichte spielt. Die Leserschaft soll wissen, in welchem historischen Umfeld geschah, was da gerade \u00fcber das Musik-Institut erz\u00e4hlt wird. Manchmal geht es nur darum, einen ungef\u00e4hren geschichtlichen Hintergrund zu skizzieren. Sehr oft jedoch zeigen sich direkte, teils erstaunliche&nbsp; Zusammenh\u00e4nge zwischen gro\u00dfem Weltgeschehen und den Geschicken des Instituts am Rhein-Mosel-Eck. Bereits dessen Gr\u00fcndung darf, wie nachher gezeigt wird, in mehrfacher Hinsicht als unmittelbarer Ausfluss der Franz\u00f6sischen Revolution gesehen werden. Die nachfolgenden Kriege hatten allesamt stets direkten Einfluss auf Aktivit\u00e4ten und Zustand des MI. Der Wiener Kongress brachte Koblenz unter die Herrschaft Preu\u00dfens und konfrontierte das Institut unter anderem mit dem Wohl und Weh der preu\u00dfischen B\u00fcrokratie.<\/p>\n<p>Oder: Zur Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten pl\u00f6tzlich vermehrt internationale Solisten in den hiesigen Konzerten auf. Die Ursache daf\u00fcr findet sich in der technischen Entwicklung jener Zeit: Koblenz wurde ans europ\u00e4ische Eisenbahnnetz angeschlossen. Ebenfalls im 19. Jahrhundert wird infolge einer global sich durchsetzenden neuen Geistes- und Kulturstr\u00f6mung, der Romantik, auch eine epochale \u00c4nderung der H\u00f6rgewohnheiten und Vorlieben des Publikums bis nach Koblenz sp\u00fcrbar: der romantische Gef\u00fchlsh\u00f6rer ersetzt den vormaligen Strukturh\u00f6rer. Oder: Wie einerseits der Ausbau von Koblenz zu einer der gr\u00f6\u00dften Milit\u00e4rgarnisonen des Deutschen Reiches \u00fcber viele Jahre direkten Einfluss sogar auf die Zusammensetzung des MI-Orchesters hatte, so hatte andererseits die Entfestung der Stadt um die Wende zum 20. Jahrhundert und der damit einhergehende zivil-b\u00fcrgerliche Bauboom das Musikleben nachhaltig ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Nur auf den ersten Blick scheint die MI-Geschichte wie ein ruhiger Fluss, der nach g\u00e4nzlich eigenen Werten, Ma\u00dfst\u00e4ben und Traditionen 210 Jahre lang durch die Zeiten bis in die Gegenwart str\u00f6mt. Bei n\u00e4herem Hinschauen ergibt sich ein v\u00f6llig anderes, von unz\u00e4hligen Wechself\u00e4llen, Wendungen, Br\u00fcchen, Hochs und Tiefs schillerndes Bild, das meist auch ein Spiegel sich \u00e4ndernder Epochenumst\u00e4nde ist. Das erste MI-Jahrhundert kann gelesen werden als \u00f6rtlich wichtiger Teil des vielgestaltigen Prozesses der Losl\u00f6sung von Kunst und Kultur aus der Tr\u00e4gerschaft feudaler H\u00f6fe sowie \u00dcbernahme der Verantwortung f\u00fcr das st\u00e4dtische Kulturleben durch das B\u00fcrgertum. Im zweiten Jahrhundert entfaltet sich dann ein stetes Ringen um die Stellung von Kunst und Kultur in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft sowie unter dem Dach postfeudaler Staatswesen von Diktatur bis Demokratie. Schlie\u00dflich geht dieses Ringen \u00fcber in den Wettstreit zwischen Kultur als Gemeinwohlgut und als kommerzielle Massenware.<\/p>\n<p>Das Besondere am Koblenzer Musik-Institut ist wohl, dass es diese sehr lange und wechselhafte Geschichte tats\u00e4chlich \u00fcberlebt hat. Der wesentliche Grund daf\u00fcr d\u00fcrfte sein: All die Jahre hindurch hat eine stets kleine Gruppe die Musik liebender M\u00e4nner und sp\u00e4terhin auch Frauen aus dem \u00f6rtlichen B\u00fcrgertum sich letztlich einzig zum Zweck der \u00f6ffentlichen Musikpflege am Ort zusammengetan und engagiert. Als dem MI w\u00e4hrend der NS-Zeit au\u00dfermusikalische Zwecke \u00fcbergest\u00fclpt wurden, stand sein Fortbestehen rasch infrage. Die eigent\u00fcmliche Struktur des Instituts, dass es n\u00e4mlich nur aus dem Vorstand besteht, machte seine gesamte Existenz stets abh\u00e4ngig von der individuellen Einsatzbereitschaft und dem Zusammenwirken der Pers\u00f6nlichkeiten in diesem kleinen Kreis.<\/p>\n<p>Von Urbanit\u00e4t kann nur die Rede sein, wenn eine Stadt auch eine Seele hat. Die Seele aber, das ist ihre Kultur \u2013 mit dem klassischen Konzertleben als einem der Grundpfeiler. In diesem Sinne darf die Geschichte des Musik-Instituts verstanden werden als bedeutendes Element des Weges, auf dem Koblenz von der F\u00fcrstenresidenz zur b\u00fcrgerlichen Kleinstadt zur modernen Gro\u00dfstadt geworden ist.<\/p>\n<p class=\"rteright\"><strong>Andreas Pecht<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freude, Spannung. Jetzt endlich geht das Ergebnis einer Arbeit an die interessierte \u00d6ffentlichkeit, die mich mehr als drei Jahre neben dem normalen Journalistengesch\u00e4ft auf Trab hielt. 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