{"id":1072,"date":"2020-01-30T23:00:00","date_gmt":"2020-01-30T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/blog\/guten-tag-allerseits-im-januar-2020\/"},"modified":"2022-05-12T08:47:53","modified_gmt":"2022-05-12T07:47:53","slug":"guten-tag-allerseits-im-januar-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2020\/01\/30\/guten-tag-allerseits-im-januar-2020\/","title":{"rendered":"Guten Tag allerseits im Januar 2020"},"content":{"rendered":"<p>31.01.2020<\/p>\n<p>Z.K aktuelle <strong>Daten des Mainzer Umweltministeriums zur Grundwasser-Lage in Rheinland-Pfalz<\/strong>: 95 % des Trinkwassers in RLP werden Grundwasservorkommen entnommen. Die Grundwasserneubildung ist in den letzten Jahren im Landesschnitt um 20 % zur\u00fcckgegangen, in trockeneren Gebieten wie Rheinhessen und Westerwald um bis zu 40 %. Mittelwert der Grundwasserneubildung lag von 2008 bis 2018 bei 80 Millimetern pro Jahr, zuvor ab 1958 noch bei 101 Millimetern.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr den R\u00fcckgang der Grundwasserneubildung: a) sinkende Niederschlagsmengen = 733 mm in den vergangenen zehn Jahren gegen\u00fcber 779 mm in den 50 Jahren zuvor (statistisches Jahresmittel). b) Die Verdunstungsrate ist zusammen mit den Lufttemperaturen angestiegen. c) Die Vegetationsperioden sind l\u00e4nger geworden, damit auch der Wasserverbrauch der Flora. d) In den D\u00fcrresommern ausgetrocknete B\u00f6den lassen Regen deutlich schneller abflie\u00dfen und deutlich langsamer in Grundwassertiefe durchsickern. e) Die Versiegelung der Landschaft durch Neubebauung schreitet weiter voran.<\/p>\n<hr \/>\n<p>30.01.2020<\/p>\n<p>Die <strong>Wettervorhersage<\/strong> in der Fr\u00fchst\u00fcckszeitung verk\u00fcndet f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Tage hierum: &#8222;Viele Wolken und etwas Regen&#8220; nebst ein paar wenigen Sonnenstrahlen sowie Temperaturen \u00fcberwiegend im zweistelligen Bereich. Ich muss schon sagen, der jetzt meteorologisch in seinem letzten Drittel angekommene &#8222;Winter&#8220; 2019\/20 hat es so richtig in sich.<\/p>\n<hr \/>\n<p>29.01.2020<\/p>\n<p>Anno 2005 hatte ich anl\u00e4sslich des 60. Jahrestages der <strong>Befreiung des KZ Auschwitz <\/strong>einen <strong>Leitartikel<\/strong> geschrieben, der am 27.1.2005 in der Rhein-Zeitung publiziert wurde. Wie schon vor 15 Jahren und davor, so gibt es auch heute und wieder vermehrt Leute und Kr\u00e4fte in der deutschen Gesellschaft, die unter der Parole &#8222;Irgendwann muss doch mal Schluss sein damit!&#8220; eine Beendigung dieses &#8222;uns\u00e4glichen Schuldkultes&#8220; verlangen. Eben deshalb habe ich den alten Text nochmal\u00a0 aus dem Archiv gezogen und empfehle ihn neuerlich zur Lekt\u00fcre. Denn nicht zuletzt auf jenes &#8222;Schluss damit&#8220; geht der Leitartikel mit dem Ergebnis ein, dass die Erinnerung an den Holocaust als dunkelste Seite der deutschen Geschichte NIEMALS enden k\u00f6nne. <a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2020\/01\/28\/die-dunkelste-seite-unseres-erbes\/\">&gt; Zum Leitartikel hier <\/a>(freier Lesetext)<\/p>\n<p class=\"rtecenter\">***<\/p>\n<p>Gestern <strong>im Kino<\/strong> gewesen, den Film<strong> &#8222;Das geheime Leben der B\u00e4ume&#8220;<\/strong> um\/\u00fcber den Alternativf\u00f6rster Peter Wohlleben und dessen gleichnamigen Buchbestseller gesehen. Leider, leider muss ich sagen: M.E. ist das ein ziemlich<strong> schlechter, ja teils \u00e4rgerlicher Film<\/strong> &#8211; weil mehr Wohlleben verehrende Personality-Story (von bisweilen nervender Banalit\u00e4t) und Buch-PR als filmische Behandlung des Titelthemas. Man mag zu einigen von Wohllebens Thesen stehen wie man will: Unstrittig sind seine publizistischen Verdienste um ein in der breiten Bev\u00f6lkerung besseres Verst\u00e4ndnis des \u00d6kosystems Wald, in dem alle Glieder miteinander korrespondieren, interagieren und aufeinander angewiesen sind. Ebenso verdienstvoll sind seine kritischen Denkanregungen f\u00fcr eine neue, nachhaltige und naturvertr\u00e4glichere Art des Umgangs mit dem Wald. Zu all dem tr\u00e4gt der Film herzlich wenig bei.<\/p>\n<hr \/>\n<p>28.01.2020<\/p>\n<p>Schlechte Nachricht f\u00fcr Unternehmen, Handel und Werbewirtschaft: <strong>Ich bin ziemlich sicher, Zeit meines Erwachsenenlebens nie irgendetwas gekauft oder gebucht zu haben auf Grund filmischer Werbeclips oder gedruckter Werbung<\/strong>. So das Ergebnis einer Sinnierstunde mit Fensterblick auf dunkelgraue Wolkenschwaden sowie das frustrierend brachiale Werkeln dreier schwerer Harvester-Holzernter beim Fichten-Noteinschlag im nahen Wald (bald haben wir ringsumher freie Sicht bis Takatukaland).<\/p>\n<p>Einen Teil der werblichen Ansprachen finde ich einfach nur absto\u00dfend. Bei einem anderen Teil denke ich: F\u00fcr wie bl\u00f6d halten die unsereinen eigentlich. Schlie\u00dflich gibt es jenen kleinen Teil, wo ich mit Vergn\u00fcgen h\u00fcbsche Fotos und reizende Verz\u00e4hlchens betrachte, aber nachher kaum je zu sagen w\u00fcsste, wof\u00fcr da geworben wurde. Mein ganzes Kauf- oder Buchungsverhalten schert sich um Werbung nicht die Bohne. Braucht es mal neue Kleidung, Ger\u00e4tschaften, Hausutensilien, besuche ich ein, zwei oder zur Not drei mir vertraute Gesch\u00e4fte, schaue, was es gibt, und kaufe, was mir brauchbar, passend, finanziell leistbar erscheint. Nicht im Traum k\u00e4me ich auf die Idee, ein Urlaubziel zu buchen, ein bestimmtes Auto oder einen Toilettenartikel zu erwerben auf Basis eines nett-verlogenen Fernsehspots.<\/p>\n<hr \/>\n<p>27.01.2020<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-875\" style=\"float: right; height: 167px; margin: 5px; width: 150px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/p>\n<p>Da wird neuerdings von interessierten Seiten Leuten das Etikett <strong>&#8222;Verbotspartei&#8220;<\/strong> oder &#8222;Verbotsfetischisten&#8220; angeh\u00e4ngt, die sich f\u00fcr ein Tempolimit auf Autobahnen aussprechen, f\u00fcr sch\u00e4rfere Gesetze gegen Insektizide und \u00dcberd\u00fcngung, f\u00fcr Unterbindung der Herstellung und Verbreitung von Plastikt\u00fcten, f\u00fcr strengere Regeln gegen CO2-Emissionen &#8230; Und pl\u00f6tzlich tun selbst traditionelle Vertreter einer Law-and-order-Politik so, als seien Verbote s\u00fcndenf\u00e4llige Angriffe auf die freiheitliche Gesellschaft. In meiner <strong>Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220; <\/strong>wird diesmal daran erinnert, dass seit babylonischer Zeit und hernach den mosaischen &#8222;Zehn Geboten&#8220; Verbote der ganz normale Wesenskern jedweder staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung sind, selbst der liberalsten. <a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2020\/01\/26\/ei-wer-will-denn-da-verbote-verbieten\/\">&gt; &#8222;Quergedanken&#8220; Nr. 179 hier <\/a>(freier Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n<p>26.01.2020<\/p>\n<p>Es ist in j\u00fcngeren Jahren bei den <strong>Anrechtskonzerten des Koblenzer Musik-Instituts<\/strong> zur sch\u00f6nen Gepflogenheit geworden, jedes Mal ein nur selten zu h\u00f6rendes oder dem Gros des hiesigen Publikums unbekanntes St\u00fcck ins Programm zu nehmen. Solche Praxis sorgt per se f\u00fcr gespannte Erwartung und Horizonterweiterung. An diesem Wochenende waren Mozarts Oboenkonzert KV 314 und der 4. Sinfonie von Brahms die \u201eDrei Studien \u00fcber Couperin\u201c vom 48-j\u00e4hrigen Thomas Ad\u00e8s vorgeschaltet. <a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/deutschland-und-welt\/kultur_artikel,-musikinstitut-vom-cembalo-ueber-die-oboe-zur-grosssinfonik-_arid,2082753.html\">&gt; Meine Konzertbesprechung<\/a> (3900 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/p>\n<p class=\"rtecenter\">***<\/p>\n<p>Das <strong>Vorauskommando der zur\u00fcckkehrenden Zugv\u00f6gel<\/strong> ist schon hier. Ich sah eben meine erste Kranichformation in 2020 den Unterwesterwald von s\u00fcd &#8218;gen nord \u00fcberfliegen. Welcome back, Freunde! &#8211; auch wenn ihr heuer ziemlich fr\u00fch dran seid.<\/p>\n<hr \/>\n<p>25.01.2020<\/p>\n<p>Beim behaglichen Samstagsfr\u00fchs\u00fcck und wohl inspiriert durch die Zeitungslekt\u00fcre spazierte pl\u00f6tzlich dieser Gedanke ins Hirn: <strong>Man stelle sich vor, die Bundesregierung w\u00fcrde ab Schwerdonnerstag NRW und Rheinland-Pfalz unter Quarant\u00e4ne stellen<\/strong>. Sie w\u00fcrde den Fern- und Nahverkehr von und nach D\u00fcsseldorf, K\u00f6ln, Aachen, Koblenz, Mainz und Orte drumherum stoppen, die Flugh\u00e4fen D\u00fcsseldorf, K\u00f6ln\/Bonn und Frankfurt schlie\u00dfen. S\u00e4mtliche Fastnachtsveranstaltungen inklusive Rosenmontagsz\u00fcge in NRW und RLP w\u00e4ren verboten, obendrein Gro\u00dfveranstaltungen in allen deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten bis auf weiteres untersagt.<\/p>\n<p>Das Szenario entspricht in etwa, auf kleineren Ma\u00dfstab \u00fcbertragen, dem <strong>derzeitigen Geschehen in China<\/strong>. Sind solch weitgreifende Ma\u00dfnahmen angemessen oder \u00fcbertrieben ? &#8211; angesichts eines bislang unbekannten Virus, \u00fcber das man noch nicht allzu viel wei\u00df, das aber von Mensch zu Mensch \u00fcbertragen wird, bereits eine kleine Epidemie mit einigen Toten ausgel\u00f6st hat. Die f\u00fcr mich wichtigste \u00dcberlegung ist dabei: Was passiert, k\u00f6nnte im globalen Zeitalter der Massenmobilit\u00e4t passieren, wenn man der Epidemie nicht derart massiv entgegentritt? Wobei: Geordnete, durchgreifende Seuchenschutzma\u00dfnahmen und hysterische Seuchenpanik sind zwei grundverschiedene Angelegenheiten. Gleichg\u00fcltiges Verdr\u00e4ngen w\u00e4re eine dritte Kategorie.<\/p>\n<hr \/>\n<p>23.01.2020<\/p>\n<p>Zugegeben, ich bin<strong> kein gro\u00dfer Freund von Winter<\/strong>. Gleichwohl w\u00e4re es mir schon recht, wenn wir jetzt mal ein bisschen Winterliches in Form von ein paar Wochen Dauerfrost sowie einem St\u00e4ubchen Schnee bek\u00e4men &#8211; und nicht allweil blo\u00df diese elend lange, mir aufs Gem\u00fct schlagende Dunkelheit.<\/p>\n<hr \/>\n<p>22.01.2020<\/p>\n<p>Nur mal so, ein Gedanke, der f\u00fcr viele Diskussionen, Urteile, Vorurteile \u00fcber<strong> Jugend heutzutage<\/strong> ein bisschen Bedeutung haben k\u00f6nnte: Als die ersten 2000er Jahrg\u00e4nge zur Welt kamen, hatte die mittlere Altersklasse der heute 40- bis 60-J\u00e4hrigen (also deren Eltern und teils Gro\u00dfeltern) das Handy bereits als schier dominantes Massenkommunikationsmittel etabliert. In den Einschulungsjahren dieser Kinder war der (erwachsene) gesellschaftliche Mainstream gerade dabei, das <strong>Smartphone als allgemeines Prim\u00e4rmedium <\/strong>und quasi neues Sinnesorgan durchzusetzen. Wie sagt die Entwicklungspsychologie: Kinder lernen am Vorbild und durch Nachahmung, sie wollen dazugeh\u00f6ren.<\/p>\n<hr \/>\n<p>21.01.2020<\/p>\n<p>Viele Shakespeare-Dramen gehen der Frage nach: Wie funktionieren die Mechanismen der Macht und was macht Macht aus Menschen? Oft sind reale, dem damaligen Publikum noch recht gut vertraute historische F\u00e4lle Gegenstand dieser St\u00fccke. Was, wenn ein Theater heutzutage \u00e4hnlich verf\u00e4hrt, wenn es ein St\u00fcck schreiben l\u00e4sst und auf die B\u00fchne bringt, das einen eben erst stattgehabten kommunalpolitischen Skandal in der eigenen Stadt thematisiert? So geschehen jetzt am <strong>Staatstheater Wiesbaden <\/strong>mit dem<strong> Auftragswerk \u201eCasino\u201c<\/strong>, das am Wochenende <strong>uraufgef\u00fchrt<\/strong> wurde und die dubiosen Vorg\u00e4nge um den vorigen Wiesbadener SPD-Oberb\u00fcrgermeister Sven Gerich behandelt. &gt; <a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/deutschland-und-welt\/kultur_artikel,-wiesbaden-ist-ueberall-casino-am-staatstheater-_arid,2079986.html\">Meine Premierenbesprechung<\/a> (4400 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>19.01.2020<\/p>\n<p>Kleines Verz\u00e4hlche \u00fcber eine denkw\u00fcrdige <strong>Begegnung im Wald<\/strong> am heutigen Sonntagmorgen. &gt;<a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2020\/01\/18\/denkwuerdige-begegnung-am-fruehen-sonntagmorgen\/\">Zum Text<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>18.01.2020<\/p>\n<p>Mal ein bisschen ernsthafte Klimawissenschaft, und zwar aus dem Fachbereich <strong>Pal\u00e4oklimatologie<\/strong>, also \u00fcber Forschung der irdischen Klimaentwicklungen in der ferneren und sehr fernen Vergangenheit der Erde. Der Text ist nicht ganz einfach, aber aufschlussreich. Einer der zentralen Befunde sagt, &#8222;dass die derzeitige CO2-Konzentration von 410 ppm in den letzten 3 Millionen Jahren beispiellos ist und dass die globale Temperatur w\u00e4hrend des Quart\u00e4rs den vorindustriellen Wert nie um mehr als 2\u00b0C \u00fcberschritten hat.&#8220; <a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/klimalounge\/3-millionen-jahre-klimawandel-in-der-computersimulation\/\">Zum Artikel (hier)<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>17.01.2020<\/p>\n<p>Sobald die Rede auf Ph\u00e4nomene in menschlichen Gesellschaften des 20.\/21. Jahrhundert kommt, taucht ein Problem auf, das die Diskussionen und Gespr\u00e4che oft ziemlich schwierig macht: <strong>Fast alle Generalisierungen hinsichtlich individueller Eigenarten, Eigenschaften, Haltungen, Lebenskulturen innerhalb der Bev\u00f6lkerung gehen an der Realit\u00e4t vorbei.<\/strong> Denn diese ist von einer sich immer weiter auff\u00e4chernden Heterogenit\u00e4t gepr\u00e4gt. Es gibt sie einfach nicht DIE Jugend, DIE Rentner, DIE LInken, DIE Konservativen, DIE Gr\u00fcnen, DIE Deutschen, DIE Migranten, DIE MIttelschicht&#8230;<\/p>\n<p>Ich kenne CDUler, deren Grundeinstellungen und Lebensarten liegen himmelweit auseinander; selbiges gilt f\u00fcr andere Parteig\u00e4nger. Es gibt einerseits \u00e4ltere Leute, f\u00fcr die ist die Vorstellung, mit 67 in Rente gehen zu m\u00fcssen ein Albtraum; wie es umgekehrt Leute gibt, f\u00fcr die die Aussicht, noch bis 67 arbeiten zu m\u00fcssen, ein Albtraum ist. Es gibt Jugendliche in gro\u00dfer Zahl, denen Klimaschutz das wichtigste Anliegen ist; ebenso gibt es Jugendliche, denen das Thema rundweg am Allerwertesten vorbei geht. Oder: Mich verbindet mit einer Menge meiner &#8222;deutschen Landsleute&#8220; erheblich weniger als mit vielen &#8222;fremdl\u00e4ndischen&#8220; Menschen im In- und Ausland. &#8230;<\/p>\n<p>Deshalb sind Urteile \u00fcber ganze Bev\u00f6lkerungssegmente, die sich auf Verhaltensbeispiele, Haltungen, Ansichten Einzelner oder Einiger in diesen Segmenten st\u00fctzen, IMMER abwegig. Dies ist auch der Grund, warum es eine &#8222;deutsche Leitkultur&#8220; jenseits des Grundgesetzes gar nicht geben kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p>16.01.2020<\/p>\n<p>Dies ist eine Nachricht vor allem an wirtschaftsliberale und wirtschaftskonservative Leugner, Zweifler, Verharmloser in Sachen Klimawandel sowie Zauderer, Verz\u00f6gerer und Bedenkentr\u00e4ger gegen rasch durchgreifende Klimaschutzanstrengungen: Ein &#8222;links-gr\u00fcner Versiffung&#8220; v\u00f6llig unverd\u00e4chtiges, in Wirtschaft und Politik weltweit hoch angesehenes Gremium, die Veranstaltergruppe des <strong>Weltwirtschaftsforums (WEF)<\/strong> in Davos, hat gestern ihren allj\u00e4hrlichen <strong>&#8222;Weltrisikobericht<\/strong>&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Darin werden heuer der Klimawandel, das Schwinden der biologischen Vielfalt und ein rekordverd\u00e4chtiger Artenr\u00fcckgang&#8220; als die dr\u00e4ngensten Herausforderungen der Gegenwart bezeichnet.<\/p>\n<p>Der Bericht fordert eine sofortige entschlossene Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Bek\u00e4mpfung dieser Gefahren, da andernfalls &#8222;katastrophale Folgen&#8220; drohten, nicht zuletzt in Form wirtschaftlicher Konflikte und politischer Polarisierung. Dem bevorstehenden Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos hat dessen Pr\u00e4sident Borge Brende bei der Vorstellung des Berichts in London quasi in die Tagungsagenda geschrieben: &#8222;Die Welt kann nicht darauf warten, dass sich der Nebel der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheit l\u00fcftet. Das Handlungsfenster ist noch offen, wenn auch nicht mehr lange.&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p>12.01.2020<\/p>\n<p>Es ist ein Trauerspiel. Die 22 Quadratkilometer meines geliebten Hauswaldes werden licht und lichter. Seit Wochen <strong>f\u00e4llen<\/strong> schwer motorisierte Trupps &#8211; auch im Mischwald &#8211; eilends <strong>Unmengen Fichten<\/strong> und h\u00e4ufen die St\u00e4mme an den Abfuhrwegen zu gewaltigen Bergen auf. Nein, das ist keine Holzernte, sondern Noteinschlag: Bis zum Fr\u00fchling soll so viel wie m\u00f6glich durch Hitze, Wassermangel und anschlie\u00dfend Borkenk\u00e4fer gesch\u00e4digtes Holz raus aus dem Wald &#8211; bevor der K\u00e4fer wieder fliegt. Beim gestrigen Waldmarsch sah ich obendrein an unz\u00e4hligen noch stehenden B\u00e4umen F\u00e4llmarkierungen. Wenn die alle auch noch weg sind, wird es nicht mehr viele Fichten in diesem Teil des Westerwaldes geben.<\/p>\n<hr \/>\n<p>09.01.2020<\/p>\n<p><strong>Selbstbeobachtung beim Autofahren:<\/strong> Wenn ich gedankenlos herumkutschiere oder meine, es eilig zu haben, verfalle ich unbewusst auf den Fahrstil der ersten H\u00e4lfte meines Autofahrerlebens. Ergebnis: Mein Spritverbrauch steigt auf 7,2 L\/100km. Wenn ich aber mit Sinn, Verstand, vorausschauend, Gem\u00fctsruhe und Verantwortungsbereitschaft fahre, pendelt sich der Spritverbrauch bei 4,9 bis 5,2 L \/100km ein. Und da ist noch Luft nach unten &#8211; allerdings w\u00fcrden mich dann manche automobilen Zeitgenossen wohl als &#8222;Verkehrshindernis&#8220; empfinden.<\/p>\n<hr \/>\n<p>08.01.2020<\/p>\n<p>Verdammich, gleich im neuen Jahr ein <strong>Trauerfall im Haus<\/strong>: Nach nur 12 Jahren in Gebrauch ist die <strong>Waschmaschine verreckt<\/strong> &#8211; ohne Chance, sie durch Hand(an)auflegen wieder auferstehen zu lassen. Ich also in der Fr\u00fch hin zum Elektromarkt, um eine neue zu kaufen. Kinners, was es da jetzt f\u00fcr Dinger gibt! Waschmaschinen, die sprechen k\u00f6nnen oder einem SMS-Botschaften schicken. Solche, die W\u00e4sche- und Stofftyp in der Trommel analysieren und selbstst\u00e4ndig das Waschprogramm aussuchen sowie die Waschmittelmenge dosieren. Die meisten mit Touchscreens, einige sogar mit Bildschirmen&#8230;<\/p>\n<p>Der nette Verk\u00e4ufer demonstrierte mir eine Maschine, die &#8211; grob mitgez\u00e4hlt &#8211; ein gutes Hundert Funktionen hat. Meine Begeisterung war grenzenlos, weshalb ich erkl\u00e4rte: &#8222;Unsere alte Waschine hat zwei Schalter und einen Drehknopf, daraus ergeben sich acht Waschprogramme, von denen wir nur drei regelm\u00e4\u00dfig benutzten. So eine Maschine will ich. Habt ihr das?&#8220; Mit dieser simplen Anforderung war der junge Mann leider v\u00f6llig \u00fcberfordert. Denn, so seine perplexe Antwort: &#8222;Das gibt es nicht mehr.&#8220; Dar\u00fcber brachte ich tiefes Bedauern zum Ausdruck und verlangte resigniert nach der Maschine &#8222;mit dem wenigsten \u00fcberfl\u00fcssigen Tinneff und Schnickschnack. Wir wollen nur einfach W\u00e4sche waschen&#8220;.<\/p>\n<p>Geordert ist nun ein Ger\u00e4t mit f\u00fcnf Schaltern und einem Drehknopf, das es immerhin auf 30 teils variable Funktionen bringt &#8211; von denen 25 bei uns einfach f\u00fcr&#8217;n Arsch sind. Immerhin: Geliefert, aufgestellt und angeschlossen wird schon morgen und die alte Maschine nehmen die Herrschaften auch gleich mit.<\/p>\n<hr \/>\n<p>03.01.2020<\/p>\n<p><strong>TV-Tip.<\/strong> Am gestrigen Abend (Do, 2.1.) bin ich beim halbschlafenen Fernsehgucken zuf\u00e4llig nacheinander in zwei aktuelle <strong>Reportagen\/Dokumentationen \u00fcber die Arktis<\/strong> geraten. Die haben mich dann bis nach Mitternacht hellwach gehalten. Denn zwar lie\u00dfe sich \u00fcber die dramaturgische Machart streiten, gleichwohl war\/ist der Gehalt an Beobachtungen, Infos, Erkl\u00e4rungen zu j\u00fcngerer Entwicklung und j\u00fcngstem Zustand der Nordpolarregion betr\u00e4chtlich. Zugleich wird deutlich, was f\u00fcr ein wunderbares und wichtiges \u00d6ko-System wir zu verlieren drohen. Weshalb ich empfehlen darf, die folgenden beiden Sendungen mal aus der Mediathek zu fischen: 1.) ZDF, &#8222;Nordlichter &#8211; Leben am Polarkreis \/ Von Ostgr\u00f6nland nach Alaska&#8220;; 2.) SWR, &#8222;Faszination Arktis&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p>02.01.2020<\/p>\n<p>Seit 1999 schreibe ich allj\u00e4hrlich f\u00fcr die am ersten Werktag des je neuen Jahres erscheinende Ausgabe der Rhein-Zeitung mein <strong>Neujahrsessay<\/strong>. Nach eigenem Daf\u00fcrhalten ist dieser stets eine ganze Kulturseite einnehmende Text einer meiner wichtigsten in jedem Jahr. Heuer steht er unter der \u00dcberschrift <strong>&#8222;Die Menschheit am Scheideweg&#8220;<\/strong>, handelt vom &#8222;Klimawandel und seinen Folgen&#8220; sowie &#8220; Von Zweiflern, Leugnern und Verharmlosern&#8220;. <a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/deutschland-und-welt\/kultur_artikel,-die-menschheit-am-scheideweg-der-klimawandel-und-seine-folgen-von-zweiflern-leugnern-und-verharmlos-_arid,2072476.html\">&gt; Zum Neujahrsessay 2020\u00a0<\/a> (12 000 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>31.01.2020 Z.K aktuelle Daten des Mainzer Umweltministeriums zur Grundwasser-Lage in Rheinland-Pfalz: 95 % des Trinkwassers in RLP werden Grundwasservorkommen entnommen. Die Grundwasserneubildung ist in den letzten Jahren im Landesschnitt um 20 % zur\u00fcckgegangen, in trockeneren Gebieten wie Rheinhessen und Westerwald um bis zu 40 %. 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