{"id":1008,"date":"2017-03-30T23:00:00","date_gmt":"2017-03-30T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/blog\/guten-tag-allerseits-im-maerz-2017\/"},"modified":"2022-05-17T12:46:26","modified_gmt":"2022-05-17T11:46:26","slug":"guten-tag-allerseits-im-maerz-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/03\/30\/guten-tag-allerseits-im-maerz-2017\/","title":{"rendered":"Guten Tag allerseits &#8211; im M\u00e4rz 2017"},"content":{"rendered":"<p>31.03.2017<\/p>\n<p>Das Theater des 20. Jahrhunderts tat sich immer etwas schwer mit Henrik <strong>Ibsens St\u00fcck \u201eDie Frau vom Meer\u201d<\/strong> aus dem Jahr 1888. F\u00fcr fr\u00fchere Zeiten war dessen Kritik an der Fesselung des weiblichen Geschlechts durch die traditionellen Ehe-Normen zu fortschrittlich. Sp\u00e4ter konnte man sich mit dem dann doch wieder ehelichen Happy End nicht mehr anfreunden. F\u00fcr die <strong>Kammerspiele Godesberg des Theaters Bonn<\/strong> hat Regisseur Martin Nimz jetzt einen \u00fcberzeugend heutigen Blickwinkel gefunden \u2013 der durch fein gearbeitetes Charakterspiel auf allen Positionen zu einer kleinen Sternstunde des Sprechtheaters geworden ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-premiere-am-theater-bonn-eine-sternstunde-des-schauspiels-mit-ibsenstueck-_arid,1631373.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenbesprechung<\/a><br \/>\n(3950 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>30.03.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Ludwig%20klein.jpg?itok=s-46BADL\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-1004\" style=\"float: right; height: 182px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Ludwig-klein.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"182\" \/> <\/a> 2017 wird das <strong>Ludwig Museum Koblenz<\/strong> ein Vierteljahrhundert alt. Genauer: Am 18. September j\u00e4hrt sich die Er\u00f6ffnung der Kunstinstitution am Deutschen Eck zum 25. Mal. Sie ist in einem der \u00e4ltesten Geb\u00e4ude von Koblenz untergebracht, dem anno 1250 erbauten Deutschherrenhaus, widmet sich indes vornehmlich der allerj\u00fcngsten Kunst. Es gibt im Jubil\u00e4umsjahr keine gro\u00dfen Festivit\u00e4ten, dazu sind die Ressourcen des chronisch unterfinanzierten Museums zu knapp. Stattdessen folgen bis Ende des Jahres noch f\u00fcnf interessante Ausstellungen mit zeitgen\u00f6ssischer Kunst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/03\/29\/ein-vierteljahrhundert-ludwig-museum-koblenz\/\">Ausstellungsvorschau hier<\/a><br \/>\n(freier Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n<p>29.03.2017<\/p>\n<p>Weil das Thema wegen der Sache Rhein-Zeitung vs. Christian Lindner (seine Zeit als Chefredakteur endete gestern ziemlich \u00fcberraschend und offenbar wg. Dissenz mit der Verlagsleitung) derzeit in vieler Munde ist, mal kurz nachgedacht:<strong> Was macht eigentlich einen guten Chefredakteur aus?<\/strong> Ich habe mal 10 der m.E. wichtigsten AnforderungsMAXIMEN aufgelistet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/03\/28\/was-macht-eigentlich-einen-guten-chefredakteur-aus\/\">Zusammenstellung hier<\/a><br \/>\n(freier Lesetext)<\/p>\n<p class=\"rtecenter\">***<\/p>\n<p>Weiterer interessanter Abstecher zum <strong>&#8222;Tanzmainz Festival #2&#8220;<\/strong>. Ein Abend der Gegens\u00e4tze: Erst die afrikanische Ethno-Choreografie <strong>&#8222;Fu\u00dfabdr\u00fccke der Massai&#8220;<\/strong> von Georges Momboye mit jungem, kraftvollem Tanzpersonal. Hernach eine Veranstaltung mit zwei schon betagten Vertretern des Tanzmetiers, den Slowenen <strong>Iztok Kovac und Janez Jansa<\/strong>, die die fast ausschlie\u00dfliche Bindung der Tanzkunst an junge, sch\u00f6ne, starke K\u00f6rper als fatalen Irrtum verwerfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-tanzmainz-festival-2-tanz-ist-fuer-alle-menschen-da-und-fuer-jedes-alter-_arid,1629924.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Besprechung hier<\/a><br \/>\n(3300 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>27.03.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Cinderella.jpg?itok=14USiFxa\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-1005\" style=\"float: right; height: 195px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Cinderella.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"195\" \/> <\/a> <strong>Ballett<\/strong> nach Art der jetzigen \u201e<strong>Cinderella<\/strong>\u201d-Produktion von Tanzchef Steffen Fuchs am <strong>Theater Koblenz<\/strong> bekommt man nur noch selten zu sehen: Tanznummern in fast klassischem Stil, eingebettet in eine Handlung, die \u00fcberwiegend mit Gesten und Mimik, mit stummer Schauspielerei und szenischem Posing theatralisch erz\u00e4hlt wird. Das wirkt wie aus der heutigen Tanzzeit gefallen. \u00dcberzeugende Dramatik kommt aus dem Orchestergraben, w\u00e4hrend es auf der B\u00fchne arg gem\u00e4chlich zugeht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-premiere-in-koblenz-cinderella-wird-zum-kriminalvariete-_arid,1629200.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenkritik hier<\/a><br \/>\n(3900 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>25.03.2017<\/p>\n<p>Kann wortlose Tanzkunst politische Statements abgeben? Ja, sie kann. Das bewies jetzt am <strong>Er\u00f6ffnungsabend des &#8222;Tanzmainz Festivals #2&#8220;<\/strong> die italienische Compagnia Aterballetto mit der deutschen Erstauff\u00fchrung der <strong>Choreografie &#8222;Bliss&#8220;<\/strong> (Gl\u00fcckseligkeit) von Johann Inger. Da entfalten T\u00e4nzer\/innen das Lebensgef\u00fchl heutiger weltoffener Jugend: Lebenslust, Lebensfreude, Neugier aufeinander und freundschaftliches Miteinander unterschiedlischer Individuen und Kulturen &#8211; als das begl\u00fcckende Gegenteil hasserf\u00fcllter Abgrenzung. Bis 1. April folgen beim Tanzfestival am Staattheater Mainz 17 Vorstellungen von zeitgen\u00f6ssischen Ensembles aus neun L\u00e4ndern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-tanzfestival-in-mainz-oder-ein-bisschen-frieden-_arid,1628322.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Besprechung Startabend des Festivals hier<\/a><br \/>\n(3900 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>23.03.2017<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-875\" style=\"float: right; height: 167px; margin: 5px; width: 150px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/p>\n<p>Die Welt rumort von lauter Glaubensk\u00e4mpfen. Manchmal entbrennen sie selbst zwischen guten Freunden oder sogar im Ehebett. Nein, hier soll nicht die Rede sein vom ewig unseligen Streit der Religionen. Wir h\u00e4tten schon ohne die gegens\u00e4tzliche Allwissenheit der Schriftgelehrten und den Absolutheitsanspruch jeweder Glaubenskrieger gerade genug zu schaffen mit unserer eigenen allt\u00e4glichen Rechthaberei.\u00a0 Dieselfahrer gegen Holzverbrenner, K\u00f6rperenthaarte gegen Vollpelzige, Allesfresser gegen Veganer etc.pp. &#8222;Die Wahrheit ist mein und du bist ein Depp&#8220;, sagt ein jeder. So auch im Falle der Hom\u00f6opathie, \u00fcber die sich eine Tischgesellschaft von Freunden zerstreitet, wie jetzt die Nr. 146 meiner Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220; zu berichten wei\u00df.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/03\/22\/glaube-versetzt-berge\/\">Quergedanken &#8222;Glaube versetzt Berge&#8220; hier<\/a><br \/>\n(freier\u00a0 Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n<p>22.03.2017<\/p>\n<p>Das <strong>Erdogan-Referendum<\/strong> zu entscheiden, ist eine Sache der V\u00f6lker der T\u00fcrkei. Doch darf man als deren ausw\u00e4rtiger Freund dazu eine Meinung haben, einen Wunsch \u00e4u\u00dfern und die Daumen dr\u00fccken f\u00fcr<br \/>\n<strong>HAYIR! NA! NEIN!<\/strong><\/p>\n<p class=\"rtecenter\">***<\/p>\n<p>Mag der politische Kladeradatsch die n\u00e4chsten Tage treiben, was er will: Mir steht kritikerdienstlich ein langes Kunstwochenende ins Haus. Und, Freude!, es geht ausschlie\u00dflich um <strong>Tanzkunst<\/strong>. Morgen Er\u00f6ffnung des 2. Tanzmainzfestivals mit zeitgen\u00f6ssischen Tanzgastspielen aus aller Herren L\u00e4nder. Zum Auftakt im Staatstheater die italienische Compagnia Aterballetto. Dann Premiere der neuen &#8222;Cinderella&#8220;-Choreografie von Steffen Fuchs am Theater Koblenz. Hernach wieder zwei Tanzgastspiele in Mainz: Istok Kovac aus Slowenien sowie die franz\u00f6sische Compagnie Georges Momboye mit ihrem St\u00fcck &#8222;Fu\u00dfabdr\u00fccke der Massai&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p>21.03.2017<\/p>\n<p>Geht einem so nach der Pressedurchsicht am Vormittag durch den Kopf: Bemerkenswert, dass nun ausgerechnet die US-Geheimdienste CIA und NSA Trump in die Bredouille bringen. Und was <strong>Erdogan<\/strong> angeht, so k\u00f6nnte es durchaus sein, dass er sich gerade ins eigene Knie schie\u00dft. Denn das t\u00fcrkische Volk besteht ja keineswegs aus lauter Deppen und Hinterw\u00e4ldlern; zudem gibt es in den meisten Familienverb\u00e4nden Leute, die Deutschland oder andere westeurop\u00e4ische L\u00e4nder kennen. Und die &#8211; bei aller Kritik an deren Umgang mit t\u00fcrkischen Gastarbeitern und Einwanderern &#8211; sehr gut wissen, dass ihr Pr\u00e4sident derzeit Unfug redet. Mag sein, dass die v\u00f6llige \u00dcberspannung der Provokations- und Eskalationstaktik sich f\u00fcr Erdogan auch innert\u00fcrkisch als kontraproduktiv erweist.<\/p>\n<hr \/>\n<p>18.03.2017<\/p>\n<p>Der Versuch, sich bisweilen in Blickwinkel und Gef\u00fchlswelt Andersdenkender hineinzuversetzen, geh\u00f6rt zum vern\u00fcnftigen Diskurs. Das gelingt mir oft ganz gut, auf zwei Feldern allerdings gar nicht: F\u00fcr Weltsichten und Menschenbeurteilungen auf Basis &#8222;rassisch-v\u00f6lkischer&#8220; oder religi\u00f6ser Antipathien gibt es in meinem Hirn offenbar keine Verschaltungen. <strong>Mir ist es v\u00f6llig egal, ob jemand von wei\u00dfen, schwarzen, gelben, roten V\u00f6lkerschaften abstammt<\/strong>. Wie mir auch v\u00f6llig gleichg\u00fcltig ist, zu welchen G\u00f6ttern jemand betet, solange er das als Privatsache behandelt und mir oder der Allgemeinheit nicht missionarisch auf die Pelle r\u00fcckt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>17.03.2017<\/p>\n<p>Es ist eine Sisyphusarbeit, herauszufriemeln, was das <strong>Wahlergebnis in den Niederlanden<\/strong> tats\u00e4chlich aussagt. Denn weil es keine 5-%-H\u00fcrde gibt, hat sich das Parteiensystem entsprechend der vielf\u00e4ltigen Gesellschaftsstr\u00f6mungen in NL aufgef\u00e4chert. These: Ohne 5-%-H\u00fcrde s\u00e4he die deutsche Parteienlandschaft kaum anders aus, denn die moderne Gesellschaft hierzulande ist \u00e4hnlich vielgestaltig. Dass der rechtsradikale Wilders wider Erwarten nur geringf\u00fcgig zugelegt hat, best\u00e4tigt blo\u00df, was wir unl\u00e4ngst in \u00d6sterreich schon sahen: Die nationalchauvenstischen Rechtsfronten haben keine Mehrheit; ihre Durchmarsch ist keine ausgemachte Sache, sondern verhinderbar. Nicht mehr, nicht weniger.<\/p>\n<p>Ansonsten zu NL: Bei enorm hoher Wahlbeteiligung entfielen rund 85 % der Stimmen auf das demokratische Spektrum und eine 3\/4 Mehrheit auf Parteien, die sich zum gemeinsamen Europa bekennen. Die gr\u00f6\u00dften Zugewinne verzeichnen Gr\u00fcnlinke, Linksliberale, Tiersch\u00fctzer, Christkonservative und diverse Splitterparteien. Verlierer sind die beiden Parteien der bisherigen Gro\u00dfe Koalition: Ruttes VVD (- 5%) bleibt dennoch st\u00e4rkste Partei mit 21 %; die Sozialdemokraten von der PdvA (- 19 %) erhielten die Quittung f\u00fcr die als sozial ungerecht empfundene neoliberale Regierungspolitik.<\/p>\n<hr \/>\n<p>16.03.2017<\/p>\n<p><em>In eigener Sache.<\/em><br \/>\nAus Gr\u00fcnden. Von Marcel Reich-Ranicki hei\u00dft es, er habe stets alle an ihn gerichteten Leser-, Autoren-, Verlagsbriefe pers\u00f6nlich beantwortet. Gewiss, das war in pr\u00e4digitalen Zeiten und MRR hatte ein eigenes Sekretariat, ich kann es mir dennoch nur schwer vorstellen. Ich jedenfalls kriege es partout nicht hin, s\u00e4mtliche Zuschriften zu beantworten oder auch nur im Auge zu behalten, die bei mir \u00fcber diverse elektronische Kan\u00e4le oder auf Papier via gelbe Post hereinkommen. W\u00fcrde ich es versuchen, ich k\u00e4me zu nichts anderem mehr. Weshalb um Nachsicht und Verst\u00e4ndnis gebeten sei, sollte es in diesem oder jenem Fall bei Schweigen im Wald bleiben.<\/p>\n<hr \/>\n<p>14.03.2017<\/p>\n<p><strong>Altersdemenz ist nicht immer ein Schrecknis<\/strong>. Es gibt viele Grade und sehr unterschiedliche Formen dieser &#8222;Krankheit&#8220;. Davon beobachte ich seit Jahren innerfamili\u00e4r bei der 1920er-Generation einige, die man auch als raffinierte Technik der Natur verstehen k\u00f6nnte, die letzte Lebensphase angenehmer zu machen. Da liegt etwa der 94-j\u00e4hrige Greis im Pflegeheim, dessen Gehirn nach und nach all jene Erinnerungen vergessen, verdr\u00e4ngt, abgeschaltet hat, die ihm heute Verdruss bereiten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Er lebt in einem Fantasiegebilde von der eigenen Jugend, zusammengesetzt aus fast nur positiven Erinnerungensschnipseln an jene Zeit. Arbeitsdienst, Krieg, Gefangenschaft: verschwunden. Zwei verstorbene Lebensgef\u00e4hrtinnen und das eigene Haus, an das er sich so lange geklammert hatte: gel\u00f6scht. Die ihn jetzt besuchenden Kinder und Enkel erkennt er, baut sie in lebhafter Plauderei mitsamt Pflegern und Heimumgebung problemlos &#8211; oft zum Schmunzeln &#8211; in seine Jugendwelt ein.<\/p>\n<p>Kurzum: Nach etlichen Jahren, in denen er grantig sein Leben und Schicksal in immer d\u00fcstereren Farben beklagt hatte, wirkt der Greis nun seit einiger Zeit zufrieden und mit sich im Reinen. Qu\u00e4lend ist dieser Zustand offenbar vor allem f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen, die nun akzeptieren m\u00fcssen, dass die Geisteswelt des alten Mannes und ihre &#8222;Normalwelt&#8220; nur noch wenig miteinander zu tun haben.<\/p>\n<hr \/>\n<p>13.03.2017<\/p>\n<p>Es gibt recht verbreitet die Ansicht: \u00d6ffentlichkeit und Medien sollten <strong>AfD, Trump, jetzt vor allem Erdogan und Co.<\/strong> keine Plattform bieten, sollten sie eher ignorieren, statt deren Provokations- und Eskalationskalk\u00fcl ins Messer zu laufen. Das ist eine nachvollziehbare Ansicht. Doch ich glaube, dass sie in offenen Gesellschaften mit interessierten \u00d6ffentlichkeiten nicht umsetzbar w\u00e4re. Denn die meisten Menschen haben, im Unterschied zu Partei- und Staatspolitikern, kein taktisch-strategisches Verh\u00e4ltnis zu ihrer Meinungsbildung und -\u00e4u\u00dferung. Und das ist m.E. gut so, weil einerseits Uns\u00e4glichkeiten nicht unwidersprochen bleiben d\u00fcrfen, und andererseits \u00f6ffentlicher Diskurs und staatsb\u00fcrgerliches Engagement eben nur unter den Bedingungen unverstellter Offenheit in der demokratischen Zivilgesellschaft gedeihen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>12.03.2017<\/p>\n<p>Des <strong>famosen Wetters<\/strong> wegen ist die Schreibstube seit Freitag in der Fr\u00fch geschlossen. Austoben durfte sich hernach zwei Tage lang das <strong>Handwerker- und Bauernerbe in mir.<\/strong> Das marode Schuppendach provisorisch hergerichtet. Und siehe, dies Provisorium ist so wohlgeraten, dass es auch als dauerhafte Restaurierung durchgeht. Dann etliche Schubkarren alte Komposterde von einem vor Jahren stillgelegten Pferdemisthaufen in der entfernten Nachbarschaft zum Nachf\u00fcllen der Hochbeete herbeigeschafft. Gleich noch den eigenen Komposthaufen umgesetzt&#8230; End vom Lied am heutigen Sonntag: Es gibt wenig an meinem Leib, das nicht schmerzt. Und ausnahmsweise folge ich mal liebend gern einem biblischen Gebot: Am siebten Tage sollst du ruh&#8217;n. Sch\u00f6nen Sonntag allerseits.<\/p>\n<hr \/>\n<p>07.03.2017<\/p>\n<p>Weil sich in die Auseinandersetzung um <strong>Erdogans Politik und sein krudes Gebaren<\/strong> hierzulande in Netzwerken und Leserbriefen vermehrt deutsch-nationalistische T\u00f6ne mischen, sei an folgendes erinnert: Es steht hier nicht Deutschland gegen die T\u00fcrkei, erst recht nicht das deutsche Volk gegen das t\u00fcrkische, und sowieso nicht das Abendland gegen das Morgenland. Vielmehr verl\u00e4uft die Konfrontationslinie zwischen den Prinzipien der Demokratie und dem Versuch, diese in der T\u00fcrkei durch eine Autokratie zu ersetzen.<\/p>\n<p>Es ist scheinheilig, wenn sich Leute zu Verteidigern von Demokratie und Pressefreiheit in der T\u00fcrkei aufschwingen, die zugleich in Deutschland &#8222;L\u00fcgenpresse&#8220; schreien und mit Trump, Wilders, Le Pen, H\u00f6cke und Petri sympathisieren.<\/p>\n<hr \/>\n<p>06.03.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Sturm.jpg?itok=FjaD3Gpm\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-1006\" style=\"float: right; height: 199px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Sturm.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"199\" \/> <\/a> Eigentlich schreibe ich ziemlich selten und auch nur recht\u00a0 ungern regelrechte Verrisse. Manchmal aber l\u00e4sst es sich nicht vermeiden und ist Tacheles angesagt. So jetzt bei Gavin Quinns Inszenierung von <strong>Shakespeares<\/strong> sp\u00e4tem Werk <strong>&#8222;Der Sturm&#8220;<\/strong> f\u00fcr die Godesberger Schauspielb\u00fchne des <strong>Theaters Bonn<\/strong>. Die meisten Rollen in schier roboterhafte Kaltfiguren zu verwandeln, mag eine Idee sein. Bei Shakespeare aber ist\u00a0 zugleich ein Unding, weil damit dessen ganze gro\u00dfartige psychologische Figuren- und Ausdrucksvielfalt begraben wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur\/buehne_artikel,-auf-prosperos-insel-stranden-roboter-_arid,1619082.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Premierenkritik lesen hier<\/a><br \/>\n(3600 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>05.03.2017<\/p>\n<p>Die Konzertsaison 2016\/17 beim <strong>Staatsorchester Rheinische Philharmonie in Koblenz<\/strong> ist schon eine rechte Eigent\u00fcmlichkeit. Eine ganze <strong>Spielzeit ohne eigenen Chefdirigenten<\/strong>, das hat es im letzten halben Jahrhundert nicht gegeben. Der alte, Daniel Raiskin, ist schon weg; der neue, Garry Walker, noch nicht da. Weshalb das Orchester heuer sein Publikum unter lauter Gastdirigenten \u00fcberzeugen muss. Wie das bisher gelaufen ist und wie die Musiker diese Situation erleben, dazu meine <strong>Zwischenbilanz<\/strong> jetzt nach der H\u00e4lfte der Konzertsaison.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/03\/04\/halbzeitbilanz-der-cheflosen-konzertsaison-in-koblenz\/\">Ganzen Artikel lesen hier<\/a><br \/>\n(freier Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n<p>03.03.2017<\/p>\n<p><strong>Mal wieder vor der TV-Kamera gestanden<\/strong>. Beim Offenen Kanal Neuwied gesprochen \u00fcber Bedeutung der Kultur f\u00fcr den Menschen, runtergebrochen auf St\u00e4dte\/Kommunen und etwas spezifiziert am Beispiel Neuwied. Wer vergangenes Jahr \u00fcber die L\u00e4nge meiner TV-Einlassungen zur Trierer Nero-Ausstellung gemeckert hatte, darf sich freuen:<strong> Der jetzige Beitrag<\/strong> unter dem Titel <strong>&#8222;Kultur ist Lebensmittel&#8220;<\/strong> dauert mit 25 Minuten gerade halb so lang. Kleine Berichtigung vorweg: Es f\u00e4llt der Begriff &#8222;Schloss Monreal&#8220;, gemeint ist &#8222;Schloss Monrepos&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/J4Qeg_ii2gk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag ab sofort im Internet auf Youtube (hier)<\/a><\/p>\n<p>Ausstrahlungtermine auf TV-Kanal OK4 im Gebiet Mittelrhein:<br \/>\n03.03.\/22:23 Uhr; 04.03.\/13:30; 09.03.\/19:00; 11.03.\/13:20<\/p>\n<p class=\"rtecenter\">***<\/p>\n<p>2015 erschien der <strong>Roman &#8222;Judas&#8220; von Amos Oz<\/strong>. Er spielt in Jerusalem\/Pal\u00e4stina der Jahre 1959\/60. Im Zentrum stehen die Gespr\u00e4che dreier Israelis unterschiedlicher Generationen vor allem \u00fcber zwei Jahrhunderte lang virulente Themenfelder: 1. Politik und Gesellschaft vor dem Hintergrund der j\u00fcdisch-arabischen Beziehungen; 2. Religion, mit besonderem Augenmerk auf die Bedeutung des biblischen Judas Iskariot f\u00fcr die christlich-j\u00fcdischen Beziehungen. Das <strong>Staatstheater Wiesbaden<\/strong> hat jetzt eine eigene <strong>B\u00fchnenfassung<\/strong> des Romans ins Werk gesetzt &#8211;\u00a0 und einen bemerkenswerten 100-Minuten-Abend hingekriegt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur\/buehne_artikel,-100-minuten-ueber-missverstandene-vaeter-judas%C2%A0als-%C2%A0buehnenfassung-_arid,1617908.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Premierenbesprechung hier<\/a><br \/>\n(3600 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>02.03.2017<\/p>\n<p>Warum behandeln s\u00e4mtliche Autokraten, Tyrannen und Rechtsnationalisten die <strong>freie Presse<\/strong> als ihren <strong>Hauptfeind<\/strong> Nr.1? Weil der unabh\u00e4ngige Journalismus stets und st\u00e4ndig das Bild hinterfragt, das Trump, Putin, Erdogan, Orban, Wilders, Le Pen, Petri, H\u00f6cke und Co. von sich, der Welt und der Geschichte vielen Menschen eingepflanzt haben oder noch einpflanzen wollen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>01.03.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Abigt.jpg?itok=gkcJZEOP\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-1007\" style=\"float: right; height: 220px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Abigt.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"220\" \/> <\/a> Anno 1987 wurden in Bad Marienberg (Westerwald) auf private Initiative von Barbara Abigt die <strong>&#8222;Marienberger Seminare&#8220; <\/strong>aus der Taufe gehoben. Anl\u00e4sslich des <strong>30-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums<\/strong> dieser verdienstvollen Bildungseinrichtung f\u00fcr jedermann\/-frau ein kleiner Artikel (siehe Link) \u00fcber deren Selbstverst\u00e4ndnis und Werdegang. Ich selbst bin dort seit etwa 20 Jahren allj\u00e4hrlich mit ein paar Vortr\u00e4gen\/Seminaren vertreten. Das n\u00e4chste Mal am 8. M\u00e4rz mit einem rund eineinhalb-st\u00fcndigen Vortrags- und Gespr\u00e4chsabend mit dem ganz alltagspraktisch orientierten Thema &#8222;Wir fangen schon mal an mit dem Postwachstumsleben&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/02\/28\/30-jahre-und-nur-ein-kleines-bisschen-weiser\/\">Zum 30. Geburtstag der &#8222;Marienberger Seminare&#8220;<\/a><br \/>\n(freier Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>31.03.2017 Das Theater des 20. Jahrhunderts tat sich immer etwas schwer mit Henrik Ibsens St\u00fcck \u201eDie Frau vom Meer\u201d aus dem Jahr 1888. F\u00fcr fr\u00fchere Zeiten war dessen Kritik an der Fesselung des weiblichen Geschlechts durch die traditionellen Ehe-Normen zu fortschrittlich. Sp\u00e4ter konnte man sich mit dem dann doch wieder ehelichen Happy End nicht mehr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":1004,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[286],"tags":[],"archiv":[18,23],"archiv_inhaltlich":[259,258],"class_list":["post-1008","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-guten-tag-allerseits","archiv-18","archiv-2017-03","archiv_inhaltlich-guten-tag-allerseits","archiv_inhaltlich-kolumnen"],"acf":{"bild":1007,"anhang":""},"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1008"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1008"},{"taxonomy":"archiv","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/archiv?post=1008"},{"taxonomy":"archiv_inhaltlich","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/archiv_inhaltlich?post=1008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}