{"id":1002,"date":"2017-04-29T22:00:00","date_gmt":"2017-04-29T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/blog\/guten-tag-allerseits-im-april-2017\/"},"modified":"2022-05-17T12:43:11","modified_gmt":"2022-05-17T11:43:11","slug":"guten-tag-allerseits-im-april-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/04\/29\/guten-tag-allerseits-im-april-2017\/","title":{"rendered":"Guten Tag allerseits &#8211; im April 2017"},"content":{"rendered":"<p>28.04.2017<\/p>\n<p><strong>Ein Blick in meinen kulturjournalistischen Einsatzplan ergibt: Volles Programm in den n\u00e4chsten Wochen<\/strong>. Es beginnt mit drei Ballettabenden. Morgen Premiere von &#8222;Hochzeit&#8220; bei tanzmainz. N\u00e4chste Woche geht&#8217;s zu den Maifestspiele Wiesbaden und Gastauftritten von balletts C de la B mit &#8222;nicht schlafen&#8220; sowie der Compagnie des Theaterhauses Stuttgart mit &#8222;Nijinksi&#8220;. Sp\u00e4ter bekomme ich dort noch Schauspiel, &#8222;Murmel Murmel&#8220;, von der Berliner Volksb\u00fchne zu sehen. Es folgt das Theater Koblenz mit Tschechows &#8222;Die M\u00f6we&#8220; in einer Inszenierung des fr\u00fcheren Mainzer Intendaten Matthias Fontheim.<\/p>\n<p>Mitte des Monats dann Gro\u00dfereignis im Landesmuseum Mainz: Er\u00f6ffnung der Ausstellung &#8222;vorZeiten&#8220; mit arch\u00e4ologischen Sch\u00e4tzen aus dem gesamten Rheinland-Pfalz &#8211; f\u00fcr mich verbunden mit einer zweit\u00e4tigen Recherchereise zu aktuell besonders interessanten Grabungen im Land. Hernach Premiere im Theater Bonn: Jelineks &#8222;Abraumhalde&#8220;. Schlie\u00dflich steht der Start einer weiteren Gro\u00dfausstellung auf dem Plan: Henry Moore im Arp Museum Remagen. Zwischendruch ein Gespr\u00e4ch mit dem neuen Intendanten der Burgfestspiele Mayen, Festvortrag bei der Feier &#8222;30 Jahre Marienberger Seminare&#8220; &#8230;<\/p>\n<hr \/>\n<p>27.04.2017<\/p>\n<p>In der k\u00f6rperlichen und geistigen Verfassung eines Mittvierzigers <strong>200 oder mehr Jahre alt werden<\/strong>. Das w\u00e4r&#8217;s doch. Nein? Wie auch immer man dazu steht: In etlichen Forschungslaboren weltweit wird mit Hochdruck an <strong>Manipulationen der Lebensuhr<\/strong> gearbeitet. Titelgeschichten vorletzte Woche in der &#8222;Zeit&#8220;, soeben im &#8222;Spiegel&#8220; und jetzt auch im renommierten Wissenschaftsmagazin &#8222;Nature&#8220; deuten auf grundlegende Durchbr\u00fcche und rasche <strong>Fortschritte dieser Forschungen<\/strong> hin.<\/p>\n<p>Erste j\u00fcngere Erkenntnis: Die Lebensuhr funktioniert anders als bisher angenommen. Sie verschlei\u00dft nicht unwiederbringlich, sondern die zahlreichen k\u00f6rpereigenen Werkst\u00e4tten zur Zellerneuerung reduzieren peu a peu ihre T\u00e4tigkeit und fallen mit fortschreitendem Lebensalter quasi der Reihe nach ins Koma. Zweites Forschungsergebnis (bei M\u00e4usen und anderen Tieren): F\u00fchrt man dem altem K\u00f6rper Blut oder Blutplasma und\/oder Darmbakterienkulturen von jungen Artgenossen zu, kommt es zu einer fast jugendlichen Reaktivierung der Werkst\u00e4tten des Seniors; Die Zellerneuerung f\u00fcr K\u00f6rper und Geist l\u00e4uft wieder auf Hochtouren.<\/p>\n<p>Drittes Ergebnis: Es soll in den USA erste Privateinrichtungen geben, die gegen horrende Summen Kuren mit jugendlichem Frischblut anbieten.<\/p>\n<p>Ich kann nicht beurteilen, was an den Forschungsberichten dran ist. Ich kann mir allerdings einen Reim darauf machen, was auf Erden gesch\u00e4he, w\u00fcrde das bis dato g\u00fcltige Altersmaximum von 100 plus ein paar Jahre verdoppelt. Und ich kann mir vorstellen, dass ein derart grundst\u00fcrzender Eingriff in die weithin noch unverstandene schier universelle Komplexit\u00e4t des humank\u00f6rperlichen Mikrokosmos allerhand Nebenwirkungen zeitigen w\u00fcrde. Doch dazu fragen sie dann bitte ihren Arzt oder Apotheker.<\/p>\n<hr \/>\n<p>26.04.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Kuso%20Logo.jpg?itok=iYMIeUDq\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-998\" style=\"float: right; height: 220px; margin: 5px; width: 183px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Kuso-Logo.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"220\" \/> <\/a> Am ersten Mai-Wochenende (5. &#8211; 7.5.) startet der Kultursommer Rheinland-Pfalz in seinen 26. Jahrgang. Das dreit\u00e4tige Auftaktfestival zum wieder mehr als 200 Acts umfassenden landesweiten Veranstaltungsreigen findet heuer in Bad Kreuznach statt. Das offene Jahresmotto lautet &#8222;Epochen und Episoden&#8220;, es setzt 2017 bei aller Vielfalt doch einen Schwerpunkt auf das Jubil\u00e4um 500 Jahre Reformation.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/04\/25\/luther-und-hendrix-treffen-sich-im-kultursommer-rheinland-pfalz\/\">Mein Vorbericht, konzentriert auf vom Kultursommer gef\u00f6rderte Veranstaltungen im n\u00f6rdlichen Rheinland-Pfalz<\/a><\/p>\n<p>(freier Lesetext, 6400 Anschl\u00e4ge)<\/p>\n<hr \/>\n<p>25.04.2017<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-875\" style=\"float: right; height: 167px; margin: 5px; width: 150px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/p>\n<p>Die Fertigstellung meiner Kolumne &#8222;Quergedanken&#8220; liegt meist zehn bis zw\u00f6lf Tage zur\u00fcck, wenn der Text im mittelrheinischen Magazin &#8222;Kulturinfo&#8220; (und auf meiner website) erscheint. Diesen Abstand erzwingt der Produktionszeitraum f\u00fcr die monatlich erscheinende Publikation. Er birgt die Gefahr, dass Themen, die sich zum Zeitpunkt des Schreibens geradezu aufgedr\u00e4ngt hatten, bisweilen am Erscheinungstag recht abseitig wirken. So auch diesmal, weil inmitten der aktuellen K\u00e4ltetage niemand mehr die verfr\u00fchte Sommerphase der ersten Aprilh\u00e4lfte in Knochen und Hirn hat. Doch v\u00f6llig aus der Welt gefallen ist das Thema deshalb noch lange nicht. Also sei eine vergn\u00fcgliche Lekt\u00fcre gew\u00fcnscht mit den<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/04\/24\/schon-angegrillt\/\">&#8222;Quergedanken&#8220; Nr. 147: Schon angegrillt?<\/a><br \/>\n(freier Lesetext, 3400 Anschl\u00e4ge)<\/p>\n<hr \/>\n<p>24.04.2017<\/p>\n<p>Es best\u00e4tigt sich nun bei der <strong>Frankreich-Wahl<\/strong>, was unl\u00e4ngst schon in den Niederlanden deutlich wurde und sich auch f\u00fcr Deutschland abzeichnet: Die Rechtsradikalen sind zwar eine (viel zu) starke Kraft geworden, aber in Westeuropa sehr weit entfernt von einer Mehrheitsbewegung. Unterstrichen wird das auch durch den Umstand: Hohe Wahlbeteiligungen lassen die prognostizierten starken Zuw\u00e4chse f\u00fcr die Rechtsradikalen jeweils zusammenschmelzen. Ihr Durchmarsch an die Macht ist abgesagt &#8211; sofern die b\u00fcrgerlichen und linken Parteien sich jetzt nicht ganz bl\u00f6d anstellen.<\/p>\n<p class=\"rtecenter\">***<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Volksfeind_0.jpg?itok=vHen8po-\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-999\" style=\"float: right; height: 177px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Volksfeind_0.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"177\" \/> <\/a> Es gibt Schauspielklassiker, die setzen sich quasi von selbst als stets brennend aktuell bleibender Beitrag zu jeweils anderen Gegenwarten immer wieder auf die Theaterspielpl\u00e4ne. Und eigentlich bed\u00fcrfen sie daf\u00fcr nichtmal gro\u00dfer inszenatorischer Aktualisierungseingriffe. <strong>Ibsens &#8222;Ein Volksfeind&#8220;<\/strong> von 1883 ist so ein St\u00fcck. Am <strong>Staatstheater Mainz<\/strong> hat es Regisseur Dariusch Yazdkhasti jetzt allerdings doch mit ziemlich rigorosen Einschnitten plakativ aufs Hier und Heute getrimmt. Herausgekommen ist ein sehr zwiesp\u00e4ltiger Abend &#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-ein-volksfeind-zwischen-politevent-und-theaterkunst-_arid,1640992.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenkritik hier<\/a><br \/>\n3900 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/p>\n<hr \/>\n<p>23.04.2017<\/p>\n<p>Die Gedanken sind am heutigen Sonntag mit Hoffen und Bangen bei unseren franz\u00f6sischen Freunden.<\/p>\n<h3>Vive la R\u00e9publique francaise!<br \/>\nUnd schickt LePen aufs Abstellgleis!<\/h3>\n<hr \/>\n<p>21.04.2017<\/p>\n<p>Heute Nachmittag durfte ich, und es war mir ein Bed\u00fcrfnis, im Verlagshaus der <strong>Allgemeinen Zeitung Mainz<\/strong> der <strong>Verabschiedung<\/strong> des von mir hoch gesch\u00e4tzten und verdienstvoll eigensinnigen Kollegen <strong>Jens Frederiksen<\/strong> in den Ruhestand beiwohnen. Er war <strong>zuletzt 27 Jahre Ressortleiter Feuilleton<\/strong> bei der AZ &#8211; allweil geachtet, aber auch gef\u00fcrchtet, gelobt oder angefeindet, kundig, sprachm\u00e4chtig, urteilsstark. Damit geht nun wohl, wenn ich es richtig \u00fcberschaue, das Staffelholz des dienst\u00e4ltesten noch hauptberuflich t\u00e4tigen Print-Feuilletonisten in Rheinlahnd-Pfalz f\u00fcr dreieinhalb Jahre an mich \u00fcber.<\/p>\n<p>&#8222;fre&#8220; wird mir fehlen, als angenehmer Kollege alter Schule mit h\u00f6chster Kompetenz, als bester und interessantester hiesiger &#8222;Wettbewerber&#8220; im Fach Schauspielkritik, als kluger wie humoriger Partner bei der Pausenplauderei. \u00dcber rund ein Vierteljahrhundert haben wir dienstlich diesselben Premieren besucht, regelm\u00e4\u00dfig in Mainz, viele Jahre auch in Wiesbaden, immer wieder in Frankfurt, gelegentlich in Koblenz.<\/p>\n<p>Erst begegneten wir &#8211; Kritiker konkurrierender Zeitungen &#8211; uns in gegenseitigem Respekt, aus dem \u00fcber die Jahre aber herzliche Sympathie wurde. Wir sprachen miteinander \u00fcber Gott und die Welt sowie vorherige Theaterabende und unsere Besprechungen davon, nie jedoch \u00fcber die gerade besuchte Premiere. Dies Thema war, wie es sich geh\u00f6rt, tabu bis die Kritiken beider in den Zeitungen standen. Dann st\u00fcrzte ich mich stets begierig auf seine Besprechungen, die zu lesen fast immer ein Genuss war und \u00fcberaus lehrreich &#8211; egal, ob wir zu \u00e4hnlichen Schl\u00fcssen oder gegenteiligen gelangten.<\/p>\n<p class=\"rtecenter\">***<\/p>\n<p>Es geht mir gerade ein <strong>Ph\u00e4nomen des Journalismusbetriebes<\/strong> durch den Kopf, das Au\u00dfenstehenden wom\u00f6glich unverst\u00e4ndlich ist. In fast 30 Berufsjahren als Zeitungsmann mit Schwerpunkt Kultur habe ich oft selbst erlebt oder von Kollegen anderer Bl\u00e4tter erz\u00e4hlt bekommen: In den Zentralredaktionen etlicher Regionalzeitungen <strong>verstehen sich<\/strong> seit jeher ausgerechnet <strong>Sportredakteure und Kulturredakteure am besten<\/strong> miteinander. Wie kann das sein? Nach meinem Daf\u00fcrhalten, weil sie beide a) hier auf Sportpl\u00e4tzen, da in Theatern\/Konzerts\u00e4len regelm\u00e4\u00dfig unters Volk kommen. Weil beide b) einen \u00e4hnlichen Lebens-Arbeits-Rhythmus haben, dessen Einsatzspitzen meist aufs Wochenende fallen. Weil schlie\u00dflich, c), beide interessant, spannend, launig \u00fcber die &#8222;spielerische&#8220; Leistung ihrer jeweiligen Beobachtungsklientel berichten und diese auch kritisch beurteilen sollen. Weshalb im Grunde eine enge Verwandtschaft zwischen Spielbericht und Kunstkritik besteht.<\/p>\n<hr \/>\n<p>20.04.2017<\/p>\n<p><strong>&#8222;Populismus ist nicht per se schlecht.&#8220;<\/strong> Diesen irritierenden Satz sagt der hochgesch\u00e4tzte Kollege <strong>Heribert Prantl<\/strong> in einem Interview \u00fcber sein neues B\u00fcchlein mit dem nicht weniger irritierend mehrdeutigen Titel &#8222;Gebrauchsanleitung f\u00fcr Populisten&#8220;. In beiden vertritt er &#8211; sich auch kritisch an die eigene Nase fassend &#8211; u.a. die These, dass die undifferenzierte Benutzung des Wortes &#8222;Populismus&#8220; als blo\u00dfem Kampfbegriff gegen rechte Demagogen unsinnig ist. Weil: Es sei durchaus w\u00fcnschenswert, wenn Demokraten nach Luthers Devise &#8222;Den Leuten aufs Maul schauen, aber nicht nach dem Mund reden&#8220; auf popul\u00e4re, volksnahe Art, leidenschaftlich und an die &#8222;Leidenschaft der Menschen&#8220; appelierend, f\u00fcr demokratische Grundwerte und Gundrechte streiten.<\/p>\n<p>Auf die Frage etwa, wie viel der Rechtsstaat im Umgang mit Populisten aushalten m\u00fcsse, antwortet Prantl: &#8222;Ich darf alles sagen, was nicht strafbar ist. Meinungs- und Pressefreiheit vertragen alles. Pressefreiheit ist wie ein gro\u00dfer Fluss. Da schwimmen die sch\u00f6nsten Fische, aber auch viel Dreck, und es gibt keine Instanz, die sagt: Das eine ist wertvoll, das andere nicht. Es gibt das Strafrecht, und das Strafrecht markiert die Grenzen.&#8220; Wenn jemand Volksverhetzung betreibe, dann sei das strafbar.<\/p>\n<hr \/>\n<p>19.04.2017<\/p>\n<p>Euch zur Vorfreude auf alsbald bessere Tage, sei ein Ende Mai 2005 publiziertes Textchen noch einmal hervorgekramt. Unter dem Titel &#8222;<strong>Sommernachtstr\u00e4ume<\/strong>&#8220; versuchte es dem damals verbreiteten Frust \u00fcber eine lang anhaltende sehr miese Sp\u00e4tfr\u00fchlings-Wetterlage entgegenzuwirken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2005\/04\/25\/sommernachtstraeume\/\">2005-06-01 Quergedanken: Sommernachtstr\u00e4ume<\/a><br \/>\n(Freier Lesetext, 4200 Anschl\u00e4ge)<\/p>\n<hr \/>\n<p>17.04.2017<\/p>\n<p><strong>Zum Ausgang des t\u00fcrkischen Referendums:<\/strong><\/p>\n<p>1. &#8222;Der 16. April wird in die Geschichte eingehen, als jener Tag, an dem die Republik Atat\u00fcrks abgeschafft und durch den Staat Erdogan ersetzt wurde.&#8220; (Maximilian Popp auf Spiegel-online).<\/p>\n<p>2. Ein glorreicher Sieg sieht anders aus. Erdogan hat mindestens knapp die H\u00e4lfte der Gesamtbev\u00f6lkerung und eine deutliche Mehrheit der Stadtbewohner in der T\u00fcrkei gegen sich. Und das trotz der Repressionen des Ausnahmezustandes sowie der Indienstnahme des kompletten Staats- und Medienapparates f\u00fcr seine Propaganda. Die Erdogan-Diktatur steht vom Start weg auf schwachen Beinen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>16.04.2017<\/p>\n<p>Der allj\u00e4hrlich wiederkehrende Disput um das <strong>Karfreitags-Tanzverbot<\/strong> nervt ziemlich. Weil: Viele der Kontrahenten wollen nicht begreifen, dass in einer offenen und vielgestaltigen Gesellschaft wie der unsrigen ein Kompromiss gegenseitigen Respekts gefunden werden muss.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/04\/15\/zum-streit-um-das-tanzverbot-am-karfreitag\/\">Dazu Anmerkungen und ein Vorschlag<\/a><br \/>\n(freier Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n<p>15.04.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Ma%C3%9F%20f%C3%BCr%20Ma%C3%9F.jpg?itok=FN3IvL-E\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-1000\" style=\"float: right; height: 208px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Mass-fuer-Mass.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"208\" \/> <\/a> Premiere von <strong>Shakespeares<\/strong> Kom\u00f6die <strong>&#8222;Ma\u00df f\u00fcr Ma\u00df&#8220;<\/strong> am Gr\u00fcndonnerstag im <strong>Staatstheater Wiesbaden<\/strong>: Regisseur Jan Philipp Gloger hat eine ebenso humorig-saftige wie ernsthafte Inszenierung dieses bis heute, oder erst recht heute, relevanten St\u00fcckes \u00fcber mannigfache Wechselwirkungen zwischen Macht, Moral und Gesellschaft hingekriegt. Obendrein originell ausgeformte, gute bis sehr gute Schauspielleistungen reihum machen den nur zweist\u00fcndigen Abend ohne Pause zu einem geistreich kurzweiligen Theatererlebnis.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-das-ewig-gueltige-wechselspiel-von-macht-und-moral-_arid,1637719.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenkritik<\/a><br \/>\n(3450 Anschl\u00e4ge, konstenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>14.04.2017<\/p>\n<p>Kleines <strong>Malheur am gestrigen Gr\u00fcndonnerstag<\/strong>: Stelle auf halbem Weg nach Wiesbaden zur Premiere von &#8222;Ma\u00df f\u00fcr Ma\u00df&#8220; fest, dass ich das <strong>Portemonnaie<\/strong> nicht am Hintern habe, sondern daheim vergessen. Damit bin ich erstmals seit Jahrzehnten ohne einen Cent, auch ohne Kreditkarte, in der Tasche ausw\u00e4rts unterwegs. Kann nicht ins Parkhaus fahren, keinen Kaffee vorweg trinken, weder dem Bettler noch der Stra\u00dfemusikantin etwas geben. Die Hungerbefriedigung nach der Vorstellung muss zwangsl\u00e4ufig bis zur Heimkunft warten. Und m\u00fcsste ich w\u00e4hrend der Returfahrt mal, kein Rastst\u00e4tten-Klo lie\u00dfe mich ein. Es war ein seltsames, irritierendes Gef\u00fchl &#8211; ohne Geld nichts von all dem tun zu k\u00f6nnen, was man gew\u00f6hnlich tut oder tun kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p>13.04.2017<\/p>\n<p>Wenn ich die <strong>Wettervorhersage<\/strong> richtig deute, d\u00fcrften die <strong>Ostertage<\/strong> im deutschen S\u00fcdwesten, landl\u00e4ufig formuliert, &#8222;<strong>durchwachsen<\/strong>&#8220; ausfallen. Temperaturen unter T-Shirt-Niveau, Himmel wei\u00df-grau mit vereinzelten Blaufenstern, aber ebenso ein bisschen Regen hie und da stiftend. Das geht schon in Ordnung, denn an Ostern ist seit jeher alles drin. Ich erinnere mich f\u00fcr hiesige Gefilde an Osterfeiertage mit Spazierg\u00e4ngen durch kn\u00f6chelhohen Schnee wie auch an hemds\u00e4rmelige Familientafeln im Garten mit Sonnenbrandgefahr. Lasst uns heuer also mal das Mittelma\u00df genie\u00dfen &#8211; an Extremlagen haben wir ja all\u00fcberall sowieso keinen Mangel.<\/p>\n<hr \/>\n<p>07.04.2017<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident <strong>Trump<\/strong> lie\u00df diese Nacht einen <strong>syrischen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt <\/strong>und Luftwaffenhorst mittels f\u00fcnf Dutzend Tomahawk-Raketen von See aus quasi schleifen &#8211; &#8222;<strong>Vergeltung<\/strong>&#8220; f\u00fcr den Giftgasangriff auf die Bev\u00f6lkerung von Chan Schaichun (der vielleicht, wom\u00f6glich, wahrscheinlich, aber nicht sicher bewiesen vom Assad-Milit\u00e4r ver\u00fcbt wurde). Schie\u00dfwut und Kriegslogik, statt Politik &#8211; auf beiden Seiten.<\/p>\n<hr \/>\n<p>03.04.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Tartuffe.jpg?itok=VZMnEWs9\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-1001\" style=\"float: right; height: 208px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Tartuffe.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"208\" \/> <\/a> Achtung, jetzt kommt ein Karton! Sie, verehrte Leser\/innen, werden brummen: Wie kann man die Inszenierungskritik eines ehrw\u00fcrdigen B\u00fchnenklassikers aus den 1660ern er\u00f6ffnen mit einem S\u00e4tzchen aus der TV-Comedyschublade? Nun ja, das B\u00fchnenbild f\u00fcr <strong>Molieres \u201eTartuffe\u201d am Theater Koblenz<\/strong> ist halt ein Karton \u2013 eine raumf\u00fcllende, nach vorn aufgeklappte Pappschachtel. Darin haben seltsame Fig\u00fcrchen Zeiten \u00fcberdauert. Diese werden jetzt quietschlebendig und spielen das uralte Spiel von der Verf\u00fchrbarkeit durch betr\u00fcgerische Heilsversprecher. Es purzeln aus der Schachtel zwei \u00fcberaus vergn\u00fcgliche und klug gewirkte Theaterstunden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-die-komoedienmaschine-schnurrt-_arid,1632620.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenkritik hier<\/a><br \/>\n4000 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent.<\/p>\n<hr \/>\n<p>03.04.2017<\/p>\n<p>Es ist ein Armutszeugnis f\u00fcr den internationalen Klassikbetrieb, dass wir 2017 eine <strong>Dirigentin<\/strong> vor gro\u00dfem Orchester noch immer als etwas Besonderes erleben. Auch wenn diese wie aus der Zeit gefallene Misere allm\u00e4hlich \u2013 viel zu langsam \u2013 entsch\u00e4rft wird, sind Frauen am Dirigentenpult bis heute seltener als in Vorst\u00e4nden von Dax-Konzernen. Welche Potenziale der Musikkultur so entgehen, machte jetzt die Stabf\u00fchrung der wunderbaren <strong>Anu Tali<\/strong> beim <strong>8. Anrechtskonzert des Musik-Instituts<\/strong> Koblenz mit der Rheinischen Philharmonie deutlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-orchester-und-dirigentin-da-haben-sich-zwei-gefunden-_arid,1632315.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Konzertbesprechung<\/a><br \/>\n(3700 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.04.2017 Ein Blick in meinen kulturjournalistischen Einsatzplan ergibt: Volles Programm in den n\u00e4chsten Wochen. Es beginnt mit drei Ballettabenden. Morgen Premiere von &#8222;Hochzeit&#8220; bei tanzmainz. N\u00e4chste Woche geht&#8217;s zu den Maifestspiele Wiesbaden und Gastauftritten von balletts C de la B mit &#8222;nicht schlafen&#8220; sowie der Compagnie des Theaterhauses Stuttgart mit &#8222;Nijinksi&#8220;. Sp\u00e4ter bekomme ich dort [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":998,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[286],"tags":[],"archiv":[18,24],"archiv_inhaltlich":[259,258],"class_list":["post-1002","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-guten-tag-allerseits","archiv-18","archiv-2017-04","archiv_inhaltlich-guten-tag-allerseits","archiv_inhaltlich-kolumnen"],"acf":{"bild":1001,"anhang":""},"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1002"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1002\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/998"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1002"},{"taxonomy":"archiv","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/archiv?post=1002"},{"taxonomy":"archiv_inhaltlich","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/archiv_inhaltlich?post=1002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}