Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits im Mai 2024


30.5.2024

Es will, verflucht, einfach kein Ende nehmen. Die nächste Starkregenfront rollt heran. Diesmal dürfte es übers Wochenende (beginnend am Freitag) vor allem den Südosten und Osten Deutschlands treffen. Unwettervorwarnungen (Regenmengen bis 100, örtlich bis 150 Liter pro Quadratmeter) sind ausgegeben für das östliche Baden-Württemberg, ganz Bayern (Schwerpunkt Allgäu bis Mittelfranken), große Teile von Sachsen und Thüringen, die östliche Regionen von Mecklenburg-Vorpommern.


29.5.2024

Es ist bisweilen etwas schwierig mit meiner Monatskolumne „Quergedanken“. Denn da liegen zwischen Redaktionsschluss und Erscheinen ein bis zwei Wochen. Was heutzutage eine halbe Ewigkeit sein kann, während der im günstigen Falle aktuellere Entwicklungen/Ereignisse im Zeit- und Weltgeschehen das gewählte Thema nur in einem leicht veränderten Licht erscheinen lassen. Im ungünstigen Fall ist die Realität dem Geschriebenen inzwischen meilenweit vorausgeeilt. Die jetzige Folge 227 (siehe Link) etwa ward schon vor dem Pfingstwochenende verfasst und final abgeliefert. Weshalb der aktuell naheliegende Bezug des Klimawandel-Themas zu den Sturzfluten und Überschwemmungen im Saarland, in der Südwestpfalz, im Kirner Land und im Moselraum darin nicht hergestellt werden konnte, sondern von der Leserschaft mitgedacht werden muss. > Quergedanken Nr. 227: „Schon vergessen? Wir haben Klimawandel“


25.5.2024

Der heutige Samstag war hierorts ein Wechselspiel zwischen strahlendem Sonnenschein und teils ziemlich düsteren Wolken. Aber: Es blieb trocken und ist auch am Abend noch angenehm warm. Gleichwohl zieht es mich jetzt vor die Glotze: Mal schauen, wie die Buben aus Kaiserslautern sich gegen Leverkusen schlagen. In der Pause, oder wenn mir das Spiel zu langweilige werden sollte, ziehe ich gewappnet hinaus in den Garten zur inzwischen allabendlichen Schlacht – gegen die Heerscharen der Schneckeninvasion.


23.5.2024

Gespräch auf dem Supermarktparkplatz; ich lausche analogen Volkes Stimme. Drei Frauen mittleren Alters reden über Unwetterwarnungen. Und sie sind sich einig: „Wir haben hier mal wieder Glück gehabt und nix abgekriegt. Aber die armen Leut‘ im Saarland oder da in Kirn. Lieber dreimal zuviel als einmal zu wenig warnen.“ Ein älterer Mann mischt sich ein: „Mir geht diese ständige Panikmache auf die Nerven. Solche Hochwasser sind doch ganz normal, die gab’s schon immer.“ Die Antwort aus dem Damentrio kommt prompt: „Ja, ja, vor 40 Jahren oder vor 500. Und? Unser Problem ist doch, dass es inzwischen bei fast jedem etwas stärkeren Tief wieder irgendwo einen Ort knüppeldick erwischt.“ Eine andere Dame ergänzt: „Und jedesmal wenn solche Wettervorhersagen kommen, muss man fürchten, es könnte diesmal einen selbst treffen.“ „Stimmt doch, oder?“ ruft mir die erste Sprecherin übers Auto hinweg zu. Antwort meinerseits: „Richtig, die Menge und dichte Folge der Extremereignisse ist das Neue, das der Klimawandel mit sich bringt.“ Besagter Mann brummt noch was wie „Klimawandel; so ein Quatsch“ – und trollt sich. Das Trio wendet sich einem anderen Thema zu: Hochzeit in der Nachbarschaft.


21.5.2024

Es war an diesem Wochenende die letzte Premiere im Großen Haus des Theaters Koblenz, bevor dort ab 22. Juni die Handwerker für ein Jahr zwecks umfassender Sanierung die Regie übernehmen. Uraufgeführt wurde ein Schauspiel der jungen Dramatikerin Deborah Kötting mit dem Titel „Nach Peer Gynt“. Beziehungen zu Ibsens „Peer Gynt“ liegen damit auf der Hand. Doch handelt es sich nicht etwa um eine Neufassung des Klassikers von 1867. Köttings Stück interessiert sich vielmehr für die Nachwirkungen des in die große Welt verschwundenen Egomanen Peer auf die Daheimgebliebenen. > Meine Besprechung des zweieinhalbstündigen sehenswerten und nachdenklich machenden Abends (5700 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text)


19.5.2024

Am frühen Nachmittag des Pfingstsonntag denkst du: „Gott sei Dank ist das Schlimmste jetzt wohl durch.“ Dann kommt plötzlich die Nachricht aus der Nahe-Region: „Eben überrollt eine neue Flut Kirn und Umgebung.“ Verflucht nochmal!


17.5.2024

Die Wetternormalität neuer Zeit hat uns mal wieder erwischt: kleinräumig gänzlich verschiedene Lagen. Im nördlichen Rheinland-Pfalz rechtsrheinisch keine Spur von Unwetter. Hierorts im Unterwesterwald beispielsweise nur zeitweise ein bisschen Fieselregen, nichts sonst. Betulichkeit ringsum. Dann schaust du in die erweiterte Nachbarschaft, findest eine völlig andere Welt vor allem in der Südwestpfalz und im Saarland, teils im Nahe-Raum, teils an der Obermosel. Da melden etliche Orte Überflutungen der Jahrhundert-Kategorie, vereinzelt gar der Dimension „noch niemals zuvor erreicht“. Das Saarland ruft für den Regionalverbund Saarbrücken eine „Großschadenslage“ aus; für einige Gegenden im linksrheinischen südlichen Westen gelten mittlerweile die höchsten Unwetterwarnstufen, denn dort steigen die Pegel in einem fort und sind für die Nacht zum Samstag weitere ergiebige Regenfälle vorhergesagt. Glücklicherweise: Entwarnung für die Ahr, Prognose „mäßiges Hochwasser“ für Mittel- und Untermosel.


17.5.2024

Es sei nun allseits ein irgendwie doch angenehmes langes Pfingstwochenende gewünscht. Dies verbunden mit dem Appell nach „droben“: He, ihr Götter, die aktuelle Wetterfront dürft ihr behalten. Schickt stattdessen, wie’s Tradition ist, Geist herab. Muss ja nicht viel sein und heilig gleich gar nicht. Nur ein ganz klein wenig Vernunft wär‘ schon hilfreich für die Menschenwelt dieser Tage.


14.5.2024

So, gewählt wär‘. Erst zum zweiten Mal in meinem Leben per Brief – wegen Abwesenheit am Wahltag. Denn normalerweise gehört für mich der Besuch im Wahllokal (das bei uns auf dem Dorf tatsächlich ein Lokal ist) nebst Schwätzchen hier und da quasi rituell dazu. Wen/was ich gewählt habe unterliegt natürlich dem Wahlgeheimniss. Verraten werden darf dies: Braunes Gesocks nicht, die Personality-Partei der Frau W. auch nicht. Auf Ortsebene, wo es bei uns heuer keine Parteilisten und auch keine Kandidatenprogramme gibt, eben ein paar Nasen, die mir bekannt und für mich vertrauenswürdig sind.


7.5.2024

Den Polts ihr’n Gerhard hat heute Geburtstag. Der knortzigste unter den Knorrigen des deutschen Kabaretts wird, wia halt im richtigen Leben, 82. Das ist zwar kein rundes Jubiläum, aber was ist schon rund an diesem herrlich hinterfotzigen bajuwarischen Urviech. Und wie sagte er doch mal so trefflich:
„Demokratie ist ohne Humor nicht denkbar.
Humor ist die vielleicht wichtigste Quelle für
Gemeinschaftssinn und Trost. Humor macht
immun gegen Radikalismus. Humor in allen
seinen Facetten muss endlich ernst genommen werden.“


4.5.2024

Jetzt, da braune Saubanden verlogene Blau-Rede und Hassgeschrei zu blutiger Tat fortentwickeln, verstehen wir, dass die 102-jährige Holocaustüberlebende gestern bei der Filmpreisverleihung nicht übertrieb, als sie sagte: „So hat es damals auch begonnen.“ Schluss mit lustig.


2.5.2024

So leid es mir für alle in demokratischen Parteien engagierte Leute in meinem Bekantenkreis tut, die sich jetzt wieder den Ar… für ihren Verein aufreißen: Für mich persönlich ist Wahlkampf, wie er hierzulande (und anderwärts meist ebenso) geführt wird, seit jeher eine der langweiligsten Politveranstaltungen überhaupt. Ich kann einfach nichts anfangen mit diesem nach meinem Empfinden überwiegend phrasenhaft vereinfachenden, platten, gekünstelten, oft auf plakative Äußerlichkeiten reduzierten Getriebe. Sorry. Gleichwohl sei frohes Schaffen dabei gewünscht.


1.5.2024

„Wir alle brauchen Geschichten. Geschichten sind ein Grundbedürfnis wie essen, trinken und ein Dach über dem Kopf.“ Dies sagte einmal treffend Paul Auster. Der amerikanische Schriftsteller ist jetzt im Alter von 77 Jahren gestorben.



28.04.2024

Am Freitag hatte ich nach längerer Zeit mal wieder einen Abstecher in den Kritikerdienst gemacht: Saisonabschluss bei den Anrechtskonzerten des Koblenzer Musik-Instituts mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie. Spannendes Programm mit Morton Feldmans minimalistischer 4-Minuten-Miniatur „Madame Press….“, Haydns Trompetenkonzert und zum quasi krönenden Abendfinale und zugleich Spielzeitausklang Mahlers fünfte Sinfonie. In zeitgenössischem Idiom könnte man kurz und bündig ausrufen: „Es war ein geiles Konzert.“ Meine Kritik für die Rhein-Zeitung würdigt den Abend nach gut sechsstündiger Schreibarbeit etwas ausgreifender und gepflegter > Kritik lesen hier (kostenpflichtiger RZ-Text, 4600 Anschläge).


26.4.2024

Ins Haus steht uns kein vorzeitiger Sommereinbruch wie Ende März/Anfang April, sondern jetzt wohl mal ein echtes Frühlingswochenende – für das allseits viel Freude gewünscht sei. Als Beigabe aus der Schreibstube passt dazu die heute im mittelrheinischen Magazin „Kulturinfo“ erschienene Monatskolumne Quergedanken Nr. 226 unter der Überschrift „Komm, lieber Mai, und mache…“. Darin geht es um zwei uralte Frühlingsvolkslieder, die uns erstaunlicherweise etwas mitzuteilen haben über den aktuellen Klimawandel. > Quergedanken lesen hier


Guten Tag allerseits in den Vormonaten



Andreas Pecht

Kulturjournalist i.R.

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