Guten Tag allerseits

30.10.2020

Aus meiner persönlichen Erklärung "Warum ich zur Kultur stehe, aber dennoch den Teil-Lockdown für richtig halte": (...) In der Tat ist ein Kernpunkt der jetzigen Tragödie, dass nun vor allem diejenigen den Schlamassel ausbaden müssen, die der Seuche mit größtem Ernst und in größter Sorge um die Gesundheit der Mitmenschen begegnet sind, deshalb mit größter Sorgfalt bestmögliche Sicherheitskonzepte in ihrem Schaffensbereich praktiziert haben. Gleichwohl mag ich mir das - verständliche - Verlangen der Kulturszene nach Offenhaltung ihrer Einrichtungen nicht umstandslos zu eigen machen (...) > Ganze Erklärung (hier)

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FÄLLT AUS (vorerst):
Mein für 10. November im Kuppelsaal der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein angekündigter öffentlicher Vortrag „Heimat – Sehnsuchtsraum und Kampfbegriff“ muss Corona-bedingt ausfallen.


29.10.2020

Achtung, wichtige Info aus dem Bundesfinanzministerium zu den neuen Corona-Hilfen. Soloselbstständige (zB freie Kulturschaffende und freie Journalisten) in der Leserschaft: Beachtet besonders den letzten Satz der folgenden Ministeriumsmitteilung:

"Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Höhe errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats, gezahlt wird sie für jede angeordnete Lockdown-Woche. Bei jungen Unternehmen, die nach November 2019 gegründet wurden, gelten die Umsätze von Oktober 2020 als Maßstab. Soloselbständige haben das Wahlrecht, als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen."


28.10.2020

Sehr vernünftig, völlig richtig, gerade jetzt unbedingt nötig und eigentlich ganz einfach.

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*nachdenklich*    Vielleicht sollten wir alle Diskussionen über staatliche Antiseuchen-Maßnahmen in Deutschland, die in den letzten Tagen geführt wurden, heute und morgen geführt werden, noch einmal führen. Dies allerdings mit der Annahme als Hintergrund, die Infektionszahlen seien deutschlandweit auf 50 000, 80 000, 100 000 oder mehr täglich angestiegen, in entsprechender Relation auch die Zahl der Schwerstkranken und Corona-Toten; zudem habe sich das Infektionsgeschehen von Hotspots weg zum diffusen Flächenbrand entwickelt. Man lasse sich dieses Szenario und seine Wirkweise mal in Ruhe durch den Kopf gehen. (Unrealistisch ist es jedenfalls nicht, wie ein aufmerksamer Blick in die europäische Nachbarschaft zeigt).


26.10.2020

Humor muss sein, auch und gerade in schwierigen Zweiten:

Ja, ja, der Abverkauf von Klopapier erreicht wieder Rekordhöhen. Ich verstehe zwar noch immer nicht, warum just dieses Produkt bei so vielen Leuten an oberster Bevorratungsstelle steht. Aber ich denke mir: Lass sie doch. Solange sie daheim bleiben bis ihre Berge an Klopapier weggeschissen sind, können sie draußen kein Unheil anrichten.


24.10.2020

Der Rundblick am heutigen Vormittag (24.10.2020) auf die Nachrichten über die Corona-Lage führt zu dem Resultat: Die "zweite Welle" baut sich (nicht nur) in ganz Europa zu beunruhigender Größe auf. ... > Weiterlesen Anmerkung zur aktuellen Situation


23.10.2020

Es ist eine etwas undankbare Sache, in diesen Zeiten Berichte, Analysen, Kommentare zur Corona-Seuche für Printmedien zu schreiben, die etliche Tage oder gar ein paar Wochen Produktionsvorlauf haben. Denn die Realitäten der Pandemie ändern sich derart schnell und gravierend, dass das heute Geschriebene bis zur gedruckten Veröffentlichung schon Schnee von vorgestern sein kann. Die einzigen, in deren Hirn der tatsächlich Gang der Seuche keine Spuren hinterlässt, sind deren Leugner oder Verharmloser. Weil, denkt man deren Logik zu ende, es sowieso egal wäre, ob 1000, 10 000 oder 50 000 hierzulande an Covid19 sterben. Diese Leute würden selbst noch 100 000 Corona-Tote auf ihre übliche Art einfach in Prozentanteile an der Gesamtbevölkerung umrechnen. Sie kämen dann auf etwa 0,12 %, was nach ihrer Weltsicht eine "belanglose Größenordnung" wäre, die das "diktatorische Corona-Reglement" nicht im geringsten rechtfertige. Ich halte diese Art der Betrachtung für vorhumanistisch und barbarisch - was auch in der Folge 186 meiner Monatskolumne "Quergedanken) anklingt, obwohl zum Zeitpunkt des Schreibens vor zwei Wochen das jetzige Ausmaß des Infektionsgeschehens noch nicht vollends erfassbar war.  > Zum Kolumnentext "Die Seuche ist der Feind, nicht der Seuchenschutz (freier Lesetext) 


21.10.2020

Eine nur kleine Politikmeldung in der Frühstückszeitung hat mir ein lautes "Wow" entlockt: Das House of Lords zu London, also das Oberhaus im britischen Parlamentssystem, hat dem Premierminister Boris Johnson mit einem wuchtigen Mehrheitsentscheid von 395 zu 169 Stimmen gegen's Schienbein getreten. Es hat dessen Entwurf für ein bewusst rechtsbrüchiges Binnenmarktgesetz im Zuge des Brexit-Prozesses abgelehnt. Ungewöhnlich ist daran nicht nur, dass die Lords sich überhaupt kategorisch gegen ein Gesetzesvorhaben einer amtierenden Regierung wenden. Das war/ist relativ selten im United Kingdom. Noch erstaunlicher ist, dass der britische Adel derart gemeinsame Sache mit der oppositionellen Labour-Party macht. Wir leben in eigentümlichen Zeiten: Angesichts des Vordringens von Populisten, Krawallbrüdern und Tunichtguten bis an die Spitze sogar von Staatsregierungen, werden offenkundig bislang kaum denkbare Bündnisse der Vernunft möglich, weil nötig.


19.10.2020

Das Wichtigste sei gleich vorweg gesagt: Der Ballettcompagnie des Theaters Koblenz bei ihrer aktuellen Produktion „Der Schwanensee“ zuzuschauen, ist eine Freude. Das nicht nur, weil nach Monaten überhaupt mal wieder Tanzkunst live erlebt werden kann. Vielmehr war eine derartige tanztechnische Konzentration und Akuratesse mitsamt intensivem Esprit des Ausdrucks auf fast allen Positionen hier lange nicht, womöglich noch nie zu sehen. Man traut sich kaum, es zu schreiben, aber hinsichtlich des tänzerischen Vermögens hat das halbe Jahr coronabedingter Zurückgezogenheiten und besonderer Proben-/Trainingsformen offenkundig allen Akteuren mehr genutzt als geschadet. > Weiterlesen meine Premierenbesprechung (4950 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


16.10.2020

Taggedanken.
"Was sein muss, muss sein. Machen wir halt das Beste draus." Diese ernsthafte und zugleich gelassene Haltung dominiert im Alltag außerhalb der digitalen Foren mein näheres wie auch weiteres Umfeld seit Corona-Monaten. Und ich sehe/erlebe: Alle, die die Sache derart angehen, erhalten sich selbst unter den Bedingungen des Seuchenreglements jede Menge Lebensqualität und -freude. Gewiss, man ist genervt von der langen Dauer des Ausnahmezustandes, mehr noch vom jüngsten Herumgeeiere der Politik wie dem Wirrwar in den deutschen Regelungen; und nicht wenige Leute plagen berufliche/finanzielle Sorgen erheblich. Doch von der Verbiesterung, gar der Hysterie, wie sie unter Corona-Leugnern verbreitet ist, findet sich hier wenig - es sei denn, jemand möchte Realitätssinn für die Gefahrenpotenziale, Achtsamkeit, Vorsicht und Solidarität durch selbstverständliche Einhaltung der AHAL-Regeln als hysterisch betrachten.

Ceterum censeo. Gerade im Hinblick auf die richtig schweren Zeiten, die jetzt heraufziehen, sollte sich jede/r immer wieder bewusst machen: Die Seuche ist der Hauptfeind, nicht der Seuchenschutz - obwohl Letzterer dringlich der Optimierung bedarf.


15.10.2020

Die Schwalben haben sich schon vor einem Weilchen verabschiedet. Eben jetzt ziehen auch die großen Vögel in opulenten Pfeilschwärmen unter lauten Gesängen Welle um Welle übers Haus 'gen Süden. Macht's gut. Bis dänne im Frühling.


14.10.2020

Nachtgedanken.
Wir können reden und lamentieren, diskutieren und lavieren, oder leugnen, verharmlosen, verdrängen: Dem Virus ist das völlig egal. Es geht seiner Natur gemäß einfach stets dorthin und vermehrt sich, wo wir ihm die günstigsten Bedingungen zur Vermehrung bieten, ungeachtet der Regierungsformen und  Gesellschaftssysteme. Wenn wir das nicht sehen wollen und uns als Gemeinschaft nicht entsprechend verhalten wollen, oder glauben, das nicht zu können, werden wir leiden müssen. Aber auch dies interessiert das Virus nicht im geringsten.


13.10.2020

Das wird so einigen Leuten hierzulande gar nicht gefallen, zeigt es doch, dass Lautstärke und Wirklichkeit zwei völlig verschiedene Dinge sind: Nach einer aktuellen repräsentativen Deutschland-Umfrage von infratest dimap im Auftrag des WDR halten mehr als zwei Drittel (67%) der Bevölkerung die deutschen Medien "alles in allem" für "glaubwürdig"... >weiterlesen Artikel "Lügenpresse" genießt das meiste Vertrauen

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Eintrag ins Poesiealbum.
Gott seufzt und fragt: "Was nur soll werden aus der Krone meiner Schöpfung?"
"Wird schon", antwortet die Kakerlake.

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Interessanter Artikel von Marcel Flor Hoffmann auf Basis eines Gesprächs mit der Koblenzer Forstamtsleiterin Carmen Barth zum Thema Klimawandel/Waldsterben 2.0./Forstwirtschaft.
„Wir haben jetzt das Waldsterben 2.0. Das Waldsterben der 80er haben wir erstaunlich schnell abgewendet. Emissionen zu filtern, das hat letztendlich jeder schnell verstanden, und das Waldsterben in der prognostizierten Form blieb aus. Nun kämpft der Forst mit dem Klimawandel. Diese Veränderungen werden wir nicht kurzfristig aufhalten können. Das stellt die Gesamtgesellschaft vor viel größere Herausforderungen.“ > hier weiterlesen (Externlink auf Klimaschutz-Netz.de)


12.10.2020

Muss man leider sagen: Der aktuelle Zustand des Seuchenschutzes in Deutschland ist unbefriedigend. Ein nicht nur für Lieschen Normalo, Otto Mustermann und meine Wenigkeit teils undurchschaubarer Flickenteppich was, wann, wo, wie an Corona-Schutzmaßnahmen gilt, taugt kaum für die jetzige Phase des weit verbreitet und rasch aufschäumenden Infektions- und bald nachfolgenden Erkrankungsgeschehens. > Mein Kurzkommentar weiterlesen

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Gestern zu später Stund‘ und schon fast beim Einschlafen kam mir eine hinreißende Idee. Ich erinnere mich, gedacht zu haben: „Wunderbar, damit lässt sich dieser komplexe Sachverhalt ganz simpel und obendrein humorig erklären.“ Hätte ich also nochmal aus dem Bette kriechen sollen und die Idee notieren? Dann wäre die wohlige Schläfrigkeit dahin gewesen und der Eintritt in den Nachtschlaf um Stunden hinausgeschoben. „Kannst du auch noch morgenfrüh aufschreiben.“ Ergo: *schnarch*. Jetzt ist morgenfrüh. Nur: Besagte Idee nebst zugehörigem Sachverhalt sind fort; spurlos aus dem Hirn verschwunden, vergessen, weggeschlafen. Verdammich.


11.10.2020

Ceterum censeo (im übrigen bin ich der Meinung): Die Seuche ist der Gegner, nicht der Seuchenschutz.

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Und da war sie gerade wieder, die mit steter Regelmäßigkeit auftauchende Frage, via Mail hereingereicht von einem freundlich-interessierten Leser: "Wo stehen sie eigentlich politisch, Herr Pecht?" Ich selbst halte das zwar nach der Lektüre einiger meiner Posts und Artikel für klar erkennbar, aber offenbar irre ich da. Deshalb nochmal mein Selbstbekenntnis: Ich bin ein links-grün versiffter, humanistisch-wertkonservativer, heimat-, natur und kunstverbundener vaterlandsloser deutscher Verfassungspatriot, Radialdemokrat und Weltbürger mit Neigung zu nonkonformistischer Renitenz, Gefühlsduselei sowie rationalanalytischem Rigorismus. Und das alles ohne irgendein Parteibuch.


10.10.2020

Und wieder schwappt eine Welle heller Empörung durch die Reihen der diversen "Coronakritiker". Tenor: Die Bundesregierung wolle nun sogar das Militär einsetzen, um die "Coronadiktatur" vollends durchzudrücken. Anlass: Das jüngst (wiederholte) Angebot aus Berlin an Bundesländer, Kreise, Städte, nötigenfalls Bundeswehrsoldaten zur personellen Verstärkung von Gesundheitsämtern, Testzentren, Krankenhäusern zur Verfügung zu stellen.

Weshalb die Aufregung? Was, bitteschön, unterscheidet solcherart Hilfe durch Bundeswehrsoldaten von deren Hilfseinsätzen mit Gerät und Muskelkraft etwa bei extremen Hochwasserlagen oder beispielsweise derzeit in den Wäldern bei der raschen Entsorgung aktuell angefallener Massen von Schadholz? Lässt sich denn - abseits des Verteidungsfalles - überhaupt ein sinnvollerer Einsatz des Militärs denken als Hilfeleistung in zivilen Katastrophenlagen?

Und, bitteschön, von der Übertragung polizeilicher Befugnisse auf die Soldaten war und ist nirgendwo die Rede. Sollte irgendein Politiker dummerweise einen solchen Schritt in Erwägung ziehen, wäre ihm nicht nur meine vehemente Gegenrede sicher, sondern der Widerspruch einer breiten Öffentlichkeit nebst wohl der ganzen deutschen Gerichtsbarkeit.


09.10.2020

Spruch zum Wochenende, verbunden mit dem Wunsch: Habt allerseits ein angenehmes.
"Ich hatte heute einen Traum. Es ist Sommer 2021. Eine Pandemie eines neuen Darmvirus ist ausgebrochen. Wir sitzen alle in Pampers am Strand und sagen: 2020 mit Masken war gar nicht so schlecht."


09.10.2020

Im Sommer 2019 hatte man mich gefragt, ob ich im Veranstaltungsprogramm des Haus Felsenkeller e.V. in Altenkirchen einen Vortrag halten könne/wolle zu Thilo Bodes kurz zuvor erschienenem Buch „Die Diktatur der Konzerne. Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören“. Ich stimmte zu. Der Abend musste dann wegen Corona zweimal verschoben werden, fand nun aber am 8. Oktober unter Seuchen-Reglement vor kleinem Kreis in großer Halle endlich doch statt – vor dem Hintergrund einer verglichen mit 2019 erheblich veränderten und tief verunsicherten Welt. Unter den neuen Bedingungen war es unabwendbar, Bodes Analysen im Buch manchen inzwischen durch die Realität etwas veränderten Blickwinkel beizufügen. Einige der m.E. wesentlichen Punkte packte ich für den Vortrag in einen mehrminütigen Exkurs, dessen > Manuskript nachfolgend für Interessierte zum Nachlesen dokumentiert sei (mündliche Rede teils abweichend). Freier Lesetext


08.10.2020

Obacht,  liebe Leut': Wie der Großteil Europas und angrenzender  Regionen (Nordafrika, Levante, Balkan, Naher und Mittlerer Osten), so  haben wir auch hierzulande die Phase sinkender oder halbwegs stabil niedriger Corona-Infektionsraten schon wieder hinter uns. Das Infektionsgeschehen legt im  Augenblick fast überall, auch in Deutschland, rasant zu. Die teils noch immer heftig geführten Diskussionen um "Augenmaß" und weitere Öffnungen/Erleichterung bei den Seuchenschutzmaßnahmen sind möglichweise perdu, noch bevor man sie zuende nachgelesen hat.

Bei unseren französischen Nachbarn dreht sich angesichts  von gestern 19000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden die Diskussion nicht  mehr um bestmögliche Öffnungen des Coronareglements,  sondern um das Ausmaß der jetzt aktuell unvermeidlich werdenden Verschärfungen. Zeitgleich ringt zB Israel bereits mit einem Krankenhausnotstand wegen übergroßen Andrangs von schweren und schwersten Covid19-Fällen.

Wäre ein bisschen Logik und Realismus zuviel verlangt? Dass infiziert nicht gleich erkrankt ist, weiß inzwischen jedes Kind. Ebenso aber könnte/sollte jedes Kind wissen, dass steigende Infektionszahlen auch steigende Erkrankungszahlen mit sich bringen. Und: Dass steigende Erkrankungszahlen - mit kleiner Zeitverzögerung bis die Seuche wieder vermehrt in die Risikogruppen durchgesickert ist - auch steigende Zahlen von schweren und tödlichen Verläufen zur Folge haben. Panikmache, Hysterie? Nein, nur der dringliche Hinweis aufs tatsächliche Geschehen und die Aufforderung, die realen Gefahrenpotenziale einer womöglich nicht (mehr) hinreichenden Seuchenbekämpfung/-prävention ernsthaft im Auge zu behalten.

Nachtrag: RKI gibt bekannt, dass die von den Gesundheitsämtern gemeldete Zahl täglicher Neuinfektionen von 2800 vorgestern auf 4058 gestern sprunghaft angestiegen ist. 


05.10.2020

Veranstaltungshinweis: An diesem Donnerstagabend (8.10., 20 Uhr) halte ich in Altenkirchen einen Vortrag, der Thilo Bodes Buch "Die Diktatur der Konzerne - Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören" vorstellt, beleuchtet, erörtert. Selbstredend werde ich meine eigene Sicht der Dinge hinzufügen - und die Analyse ausdehnen auf Aspekte, die sich seit Erscheinen des Buches 2018 im Zuge der Corona-Krise sowie der jüngsten ökonomischen Entwicklungen vor dem Hintergrund des rasch fortschreitenden Klimawandels ergeben (haben).
Veranstalter ist das Bildungsbüro des Haus Felsenkeller e.V. Altenkirchen. Corona-bedingt findet der Abend in der Jugendkunstschule Altenkirchen statt und ist auf 25 Besucher begrenzt (Anmeldung erforderlich). > Weitere Infos und Anmeldung

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Obacht! Es kursieren im Netz "Nachrichten", wonach in Wien Kinder infolge Tragens von Mund-Nasen-Masken schwer an einer Lungenpilz-Infektion erkrankt seien. In anderen Posts ist die Rede davon, dass in Deutschland Kinder beim Tragen der Maske erstickt seien. Es handelt sich bei diesen Meldungen um reine Erfindungen, erstunken und erlogen, um Unsicherheit zu verbreiten.


04.10.2020

Ich wollt', es tät einen Schlag und wir wären stante pede zwei Wochen weiter. Dann hätten die Handwerker am Freitag zum Feierabend das letzte Werkzeug aus dem Haus getragen, ihr Trinkgeld in Empfang genommen und sich verabschiedet. Dann hätten wir am Samstag die Möbel aus Nachbars Garage in unser frisch renoviertes Wohnzimmer repatriiert. Dann könnte ich heute die Regale wieder aufschlagen und mit der wohl noch so manche Woche dauernden Neuordnung des gesamten Bücherbestandes im Haus beginnen. Das wird gewiss eine schöne, weil interessante Arbeit für die Schlechtwetterzeit. Doch leider, keine Spur von besagtem Schlag - weshalb bis dahin ..... ach *seufz*


01.10.2020

Sie mögen fantasieren, glauben, meinen, singen, schreien, was sie wollen: Es steht ihnen hierzulande frei, weil Demokratie ist und eben nicht Diktatur. Schluss mit lustig ist allerdings, wo sie selbst die humangesellschaftliche Solidarität durch aktive Sabotage der AHA(L)-Regeln verweigern ...  > Ein Zwischenruf in Corona-Zeiten

 



30.09.2020

Bis vor einigen Jahren war jedem halbwegs aufgeklärten Menschen klar, dass hinsichtlich ein und desselben Faktums unterschiedliche bis gegensätzliche Bewertungen möglich sind. Bekanntestes Beispiel: Das Glas ist halb voll oder das Glas ist halb leer. Grundlage des Streits blieb dennoch der beiderseits anerkannte objektive Sachverhalt, wonach die Füllmenge des Glases 50 % beträgt. Das hat sich inzwischen geändert, denn heute kommt gewiss von irgendwoher sogleich irgendeiner und posaunt: "Es gibt gar kein Glas!"

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So kann der subjektive Eindruck täuschen: Seit Tagen hängt hierorts der Himmel grau in grau voller Bassgeigen, reichen die Wolken oft herab bis auf den Boden. Es hat mehrfach, vor allem nachts, geregenschauert und tagelang quasi durchgehend genieselt. Doch der Blick eben ins Regenfass ernüchtert: Tatsächlich fällt die Wasserausbeute dieser "Niederschlagsphase" bisher leider sehr mickrig aus. Im Wald ist gerademal die oberste Verrottungsauflage des Bodens durchfeuchtet, und einen Finger tief stößt man bereits auf anhaltend knochentrockenen und knüppelharten Untergrund.


29.09.2020

Gäbe es in Deutschland irgendwo eine weltabgeschiedene Gegend in der nur wenige Leute leben, und die wären allesamt seinerzeitige oder bis heute Befürworter der atomaren Energieerzeugung: Man könnte/sollte (sofern die jetzt neu definierten geologischen Bedingungen passen) das künftige Endlager für Atommüll umstandlos dort .... > Kurzkommentar: Das Dilemma mit dem atomaren Ewigkeitsmüll

30.09.2020

Bis vor einigen Jahren war jedem halbwegs aufgeklärten Menschen klar, dass hinsichtlich ein und desselben Faktums unterschiedliche bis gegensätzliche Bewertungen möglich sind. Bekanntestes Beispiel: Das Glas ist halb voll oder das Glas ist halb leer. Grundlage des Streits blieb dennoch der beiderseits anerkannte objektive Sachverhalt, wonach die Füllmenge des Glases 50 % beträgt. Das hat sich inzwischen geändert, denn heute kommt gewiss von irgendwoher sogleich irgendeiner und posaunt: "Es gibt gar kein Glas!"

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So kann der subjektive Eindruck täuschen: Seit Tagen hängt hierorts der Himmel grau in grau voller Bassgeigen, reichen die Wolken oft herab bis auf den Boden. Es hat mehrfach, vor allem nachts, geregenschauert und tagelang quasi durchgehend genieselt. Doch der Blick eben ins Regenfass ernüchtert: Tatsächlich fällt die Wasserausbeute dieser "Niederschlagsphase" bisher leider sehr mickrig aus. Im Wald ist gerademal die oberste Verrottungsauflage des Bodens durchfeuchtet, und einen Finger tief stößt man bereits auf anhaltend knochentrockenen und knüppelharten Untergrund.


29.09.2020

Gäbe es in Deutschland irgendwo eine weltabgeschiedene Gegend in der nur wenige Leute leben, und die wären allesamt seinerzeitige oder bis heute Befürworter der atomaren Energieerzeugung: Man könnte/sollte (sofern die jetzt neu definierten geologischen Bedingungen passen) das künftige Endlager für Atommüll umstandlos dort .... > Kurzkommentar: Das Dilemma mit dem atomaren Ewigkeitsmüll


28.09.2020

Muskelkater zum Steinerweichen - herrührend bloß von der Beschäftigung mit "ein paar" Büchern. Nach vier Tagen Leiterchen rauf und runter, Staubsauger an uns aus, Trepp auf und ab ist es geschafft: Das Hauptregal im Wohnzimmer geräumt, knapp 50 Umzugskartons mit entstaubten Büchern auf andere Zimmer und Keller verteilt, das Regal abgeschlagen und nach draußen verfrachtet. Die Handwerker für die Wohnzimmersanierung können kommen. > Dies kleine Verzählche weiterlesen (hier)


26.09.2020

Nach Logik der Coronaleugner und - verharmloser haben am gestrigen Freitag (25.9.) an mehr als 400 Orten in Deutschland zehntausende der "bravsten" unter den "braven Schlafschafen" für mehr und zügiger durchgreifenden Klimaschutz demonstriert. Einfallsreich und vielfach stramm organisiert war allerorten die Umsetzung "coronagemäßer" Demos und Kundgebungen. Von überall her wird bestätigt: Nahezu 100% der Teilnehmer trugen Maske, das Abstandsreglement führte an den meisten Orten zu räumlich sehr weit ausgedehnten Demos/Versammlungen.

Nach rund einem halben Jahr im selbst auferlegten Lockdown hat sich Fridays for Future mit einem starken Straßenauftritt zurückgemeldet. Eine gesamtdeutsche Teilnehmerzahl von irgendwo zwischen 140 000 und 200 000 (nach der neuen Grundrechenart von Xavier Naidoo und Co. wären das so an die zehn Millionen) dürfte eine Enttäuschung für all jene sein, die auf das Entschlafen der FFF-Bewegung im Zuge der Pandemie gehofft hatten. Daraus ist nichts geworden - weil nunmal der menschengemachte Klimawandel als das gravierendste Menschheitsproblem für Generationen fortexistiert und sich zügig fortentwickelt.


24.09.2020

Das erste Exponat, dem Besucher der Mainzer Mittelalter-Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ begegnen, ist der „Goslarer Thron“ aus dem 11. Jahrhundert. Genauer: die kunstvolle Gusseisenkonstruktion seiner Arm- und Rückenlehnen. Zusammen mit zwei weiteren herrschaftlichen Sitzen soll dieser Prolog einstimmen auf den Rundgang durch die im Landesmuseum aufgefächerte Epoche „von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“. Die Präsentation der mehr als 300 teils höchstkarätigen Exponate von 80 Leihgebern aus dem europäischen Raum gliedert sich zwischen Prolog und Epilog in vier Hauptabteilungen, die der Dynastienabfolge von Karolingern, Ottonen, Saliern und Staufern folgt. > Meine Besprechung der sehr sehenswerten Ausstellung (freier Lesetext)


23.09.2020

Noch vor zehn Jahren wäre ich im Traum nicht auf den Gedanken gekommen, der Klimawandel könnte sich derart schnell und dermaßen drastisch auch vor der eigenen Haustür bemerkbar machen, wie das jetzt der Fall ist. Obwohl den Klimawandel seit Jahrzehnten ernst nehmend, hing auch ich den beiden "Vorturteilen" an, die Bernd Ulrich vergangene Woche im Leitartikel der "Zeit" so benannte: "Die Klimakrise kommt nie jetzt, sondern stets später. Und sie ist woanders, aber nicht hier." Inzwischen belehrt der auch hierorts real erlebbare Gang der Dinge mich/uns eines besseren. Weshalb in der aktuellen Folge meiner Monatskolumne "Quergedanken" eine der derzeit in Deutschland signifikantesten Auswirkungen des Klimawandels thematisiert wird: das Waldsterben 2.0. > Zum Quergedanken-Text "Vor den Stadttoren verrecken die Wälder"   


19.09.2020

Nur mal so ein Gedankenexperiment. Würde man die "Logik" der Corona-Leugner und -Verharmloser auf Morde übertragen, könnte man mit ungleich höherer Berechtigung zu dem Schluss kommen: Das Tötungsdelikt Mord gibt es hierzulande gar nicht oder es ist ein völlig belangloses Randphänomen. Denn während von März bis September 2020 für Deutschland knapp 10 000 Corona-Tote registriert sind, weist die Kriminalstatistik für das gesamte Jahr 2019 nur 245 (sic!) Mordopfer aus. Woher wissen wir von den Morden? 99,999 % der Bevölkerung wissen davon allein aus behördlichen Verlautbarungen und/oder Presseberichten über einzelne Mordfälle. Denn 99,999 % der Bevölkerung waren nie und werden nie Opfer oder unmittelbarer Zeuge einer Mordtat sein.

Obwohl die Quellen (Behörden und Presse) der Mordnachrichten nach Ansicht der meisten Corona-Leugner/-Verharmloser also äußerst fragwürdiger Natur sein müssten, waren aus dieser Ecke noch nie Zweifel zu vernehmen, dass es Morde in Deutschland gibt. Was umso mehr erstaunt angesichts des Umstandes, dass der gesamte "mediale Apparat zur Massenindoktrination" seit Jahr und Tag versucht, uns vorzugaukeln, Mord sei das häufigste Verbrechen überhaupt. Schließlich geht es in mindestens 95% aller gedruckten oder filmischen Krimis um Mordfälle.

Woher also rührt in Sachen Mord die Gewissheit, dass es Morde hierzulande überghaupt gibt? Und woher bei den Corona-Leugnern/-Verharmlosern die Gewissheit, dass es die Corona-Pandemie nicht gibt oder sie für die Gesellschaft wesentlich harmloser sei als die 200 bis 300 Morde im Jahr?  Nur mal so ein Gedankenexperiment.


15.09.2020

Mitte September - und draußen herrscht Hochsommer. Derartige Tage gab es auch in früheren Jahrzehnten gelegentlich, allerdings kaum je in solch langen Kettphasen. Wir genießen es, selbstredend; zumal die Nächte nicht brüten, sondern bereits jahreszeitlich angemessen kühl ausfallen. Was mir jedoch Kummerfalten auf die Stirn treibt: Schon wieder eine Trockenphase. Das letzte, nur kleine und mäßig bis gar nicht wirksame, Regenintermezzo liegt zB am Mittelrhein schon wie lange zurück - 2, 3 oder 4 Wochen? Theoretisch müsste es die nächsten fünf Monate quasi am Stück regnen, sollte die hiesige Natur nicht erneut im Krisenmodus ins nächste Frühjahr starten müssen.


13.09.2020

Es wird nach Monaten seuchenbedingter Stille wieder live gespielt im Theater. Nach ersten zögerlichen Versuchen in jüngerer Zeit, hoben sich an diesem Wochenende auch in der hiesigen Umgebung die Vorhänge zuhauf. Es gab ausverkaufte Schauspielpremieren in den großen Häusern von Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Bonn, Köln … Doch was heißt derzeit „ausverkauft“? Als Beispiel sei das Godesberger Schauspielhaus des Theaters Bonn angeführt, wo ich jetzt die Premiere von Georg Büchners „Lenz“ besuchte, prominent inszeniert von Armin Petras. > Mein Artikel (3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


11.09.2020

Gestern auf der Heimfahrt von einer Premiere im Schauspiel Bonn - mit strengem, stramm durchorganisiertem und ohne Murren von allen Besuchern ganz selbstverständlich befolgtem Seuchenreglement - kam mir unversehens dies in den Sinn:

Spätestens seit die zivilisierte Welt weiß, dass diverse Krankheiten auch durch kräftiges Atmen, Sprechen, Husten, Niesen übertragen werden können, gibt es in etlichen Kulturen Asiens die schöne Sitte: Sobald jemand bei sich selbst erste Anzeichen einer Erkrankung verspürt, zieht sie/er eine Mund-Nasen-Maske auf. Das gilt dort als guter Stil, geboten durch Anstand, Rücksichtnahme und Verantwortungsgefühl gegenüber Mitmenschen und Allgemeinheit.

Diese Sitte hat wesentlichen Anteil daran, dass in Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur, Hongkong oder auch der VR China die Verhängung allgemeiner Maskenpflicht im Zuge der Corona-Pandemie überhaupt keine nennenswerte Diskussion hervorruft. Denn warum sollte man über etwas streiten, das etwa für einen kultivierten Japaner ohnehin zum guten Ton gehört - auch und gerade bei einer Krankheit, mit der man andere schon anstecken kann, obwohl man selbst (noch) keine Symptome hat.


10.09.2020

Von den Auswirkungen des Fichtensterbens im Westerwald auf die Populationen der Waldameisen handelt ein interessanter Artikel heute im Lokalteil meiner Frühstückszeitung. Da wird daran erinnert, dass so manche hiesige Ameisenart auf das Vorhandensein ordentlicher Nadelbaumbestände angewiesen ist. Mit der Fichte verschwindet der seit mehr als 200 Jahren wichtigste davon - den Ameisen wird die Lebensgrundlage entzogen. Weshalb, eigentlich, die Forstämter angehalten wären, Ameisenvölker aus gefährdeten Gebieten herauszuholen und in sichere umzusetzen. Eigentlich. Doch wie sagt die Leiterin der Forstamtes Hachenburg in diesem Artikel: "Die Wälder sterben schneller, als wir umsiedeln könnten." Und wo auch sollte man die Ameisen wieder ansiedeln?

Es ist gut, dass das öffentliche Augenmerk nun auch auf die weniger und sofort ersichtlichen Wirkfolgen des Fichten-/Waldsterbens im bodennahen Klein(tier)bereich gelenkt wird. Im nächsten Schritt wird man sich mit den Veränderungen im quasi unsichtbaren Feld der Wald-Mikrobiologie befassen müssen. Entsprechende Forschungen laufen, aber schon jetzt steht fest: Zusammen mit Erwärmung, Trockenheit, Grundwasserabsenkung, Schädlingsbefall werden die unzähligen Notkahlschläge und das Verschwinden der Baumart Fichte sowie das fortschreitende Kränkeln auch von Buchen, Eichen und Co. die gesamte Biochemie unseres Waldes mitsamt der Waldböden völlig umkrempeln. Das sind sich wechselseitig verstärkende Prozesse - deren Ergebnisse noch gar nicht vollends absehbar sind.

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(Augenzwinkernde) Anmerkung zur heutigen Bundesalarmübung, die, wie ich höre, in weiten Teilen grandios in die Hose gegangen ist:

Kinners, Kinners, wir sind ja sowas von am Arsch. Die Luftwaffe fliegt nicht. Die Marine kann nicht schippern. Das Heer schießt nur um die Ecke. Und der Zivilschutz fällt vollkommen aus, weil nicht mal die Sirenen tuten. Hauptsache die Warnapps äppen - wenigstens teilweise, wenn auch mit Verspätung respektive ohne Warnung, aber immerhin mit der Entwarnung. Stehen eigentlich die russischen Panzer schon am Rhein oder gibt's am End den Rhein gar nicht mehr?


09.09.2020

Ab heute im Landesmuseum Mainz fürs Publikum geöffnet: Ausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa". Während ich mich nun hinsetze und in Ruhe einen Ausstellungsrundgang nebst Bewertung der Schau schreibe, vorab ein kurzer Hinweis: Der Besuch lohnt sich - gerade für Geschichtsinteressierte - allemal, die Ausstellung ist wirklich gut. Sie setzt allerdings die Bereitschaft voraus, sich auch und gerade auf kleine, teils kleinste Exponate einzulassen sowie erläuternde Begleittexte zu lesen. (Wer eine Brille hat/braucht, sollte die unbedingt mitbringen; die Ausleuchtung ist teils sehr sparsam, um die alten Stücke zu schonen, und die Exponatbeschriftung ist leider etwas klein geraten, oft auch ziemlich tief angebracht). OBACHT! Corona-Reglement beachten = am besten vorab Tickets mit Zeitslot via Internet beim Museum erwerben. Info: > www.kaiser2020.de
Das Foto zeigt eine der wunderbaren Illustrationen aus dem Codex Manesse, dem wohl berühmtesten Ausstellungsstück in Mainz.

Verwiesen sei auch nochmal auf meine beiden bereits publizierten Vorfeldartikel > "Die Kaiser des Mittelalters im Netz der Macht" (freier Lesetext) und > "WIe sich unser Bild vom Mittelalter stetig verändert" (RZ-Text kostenpflichtig, 49 Cent)


08.09.2020

"Eine für alle - alle für eine! Viva Maria!"


07.09.2020

Nur einige Tage war ich nicht mehr in "meinem" Hauswald. Am Sonntag dann wieder einen kleinen Rundgang gemacht und festgestellt: Das Sterben der Fichten (und auch Kränkeln des übrigen Waldes) ist hier im Unterwesterwald kein Trauerspiel mehr, sondern der blanke Horror. Wieder sind mehrere neue Notkahlschläge entstanden; jetzt rücken die Fällkolonnen/-maschinen den kleineren im Absterben begriffenen oder toten Fichtenbeständen auf den Leib, die größeren sind schon alle weg. Der gesamte Wald ändert in einem affenartigen Tempo seinen Charakter derart brachial, dass mein Jahrzehnte währender Drang, mich möglichst häufig dort stundenlang herumzutreiben, deutlich erlahmt. Es ist gar zu frustrierend. // > Die anhängenden Fotos (siehe hier) stammen nicht von diesem Rundgang im Hauswald, sondern entstanden bei zwei Terminfahrten gestern in dessen Nachbarschaft (jedes Foto ein anderer Kahlschlag bei Grenzau sowie am Fuße des Köppel zwischen Ransbach-Baumbach und Dernbach; dazu eine Schadhorizont-Perspektive von der Alsbacher Höhe aus aufgenommen.)


04.09.2020

Da können die Leugner und Verharmloser schwurbeln, was sie wollen: Ich will diese Krankheit Covid19 partout nicht bekommen. Denn ich kenne ein paar Leute, die sie hatten (haben). Glücklicherweise ist keiner daran gestorben und kann ein Teil von bloß unerheblichen Symptomen sprechen. Andere indes beschreiben das Erleben von "nur" mittelschweren Akutverläufen als die schlimmste Zeit ihres Lebens. Und: Mancher leidet auch Wochen und Monate nach "Genesung" noch an heftigen und die Lebensqualität erheblich einschränkenden Folgewirkungen, von denen völlig unklar ist, bis wann sie wieder verschwinden und ob überhaupt jemals.


01.09.2020

Für eine sachgerechte, realistische  Bewertung der Corona-Pandemie muss man drei Ebenen sauber auseinanderhalten. > Eine Analyse (freier Lesetext)

 

31.08.2020

Zum öffentlichen Vorprogramm der am 9.9.2020 eröffnenden Mainzer Landesausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großem bis Friedrich Barbarossa" gehörte eine bereits Anfang des Jahres gestartete, dann durch Corona lange stillgelegte, erst in den letzten Wochen vor Eröffnung wieder aufgenommene Vortragsreihe. In deren Rahmen reiste Bernd Schneidmüller, wissenschaftlicher Leiter der Ausstellung, nach Koblenz, um auch vor dortigem Publikum auf der Festung Ehrenbreitstein, wie er sagt: „ein bisschen Werbung für unsere Ausstellung zu machen“.  Denn diese ist keineswegs nur von lokalem Mainzer Interesse. Vielmehr beackert die Präsentation rund fünf Jahrhunderte, in denen aus der Rheinregion von Basel über Speyer, Worms, Mainz, Koblenz bis nach Köln und Aachen heraus die Geschicke Europas bestimmt wurden. Wie macht eine Koryphäe der Mittelalterforschung „Werbung“? Indem sie das Spannende der Historie selbst sprechen lässt, auch der eigenen Begeisterung darüber und über die alsbald in Mainz versammelten authentischen Zeitzeugnisse Ausdruck verleiht. Zugleich skizzierte Schneidmüller in seinem Referat Blickwinkel, Absichten, Aufbau des Ausstellungskonzeptes. > Mein Bericht darüber (freier Text.)


29.08.2020

In zahlreichen Kommentaren auf facebook zu Bildern aus meiner teilweisen Selbstversorgungswirtschaft mittels Gartenbau und Früchtesammeln nebst Vorratslagerung kommt zum Ausdruck: Solche Fotos (wie die nachfolgenden) oder textliche Beschreibungen wecken bei einer Menge Menschen (wohlige) Erinnerungen an Kindheitstage. Ist die ganze Selbstversorgungspraxis also nur ein nostalgisches Hobby? Was mich angeht, verstehe ich das nicht so. Eher gilt: 1. Manch einer bemerkt erst spät, dass die neue Zeit ihm auch allerhand Sinn- und Wertvolles genommen hat. Wohl dem, der es sich wieder zurückholen kann. Und 2.: Ich fange einfach schonmal an mit dem Postwachstumsleben, das da zwangsläufig kommen wird, aber in tausenderlei Nischen auch jede Menge Freude, Sinn und Befriedigung mit sich bringen kann.

***

MEIN SCHATZ!
Der neue Vorrat süßer Freuden (2020/21): Fruchtstück-Aufstriche, Marmeladen, Gelees und eingekochte Vollfrüchte von Erdbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren, Felsenbirne, echten Birnen, roten und gelben Kirschen, Renekloden, Pflaumen/Zwetschgen. Gestern kamen Mirabellen hinzu, morgen wird bei mir die Süßerntesaison mit dem Hollunder abgeschlossen. Alle Früchte sind aus eigenem Anbau oder hierorts in Wald und Flur gesammelt von wilden Büschen bzw. nicht mehr genutzten Fallobstbäumen. Das ist alles ganz einfach, man braucht nur etwas Zeit und Geduld dafür. Wer diese aufbringen mag/kann und Lust auf solch selbstversorgerisches Tun hat, dem erwächst eine ungeahnte Lebensqualität.


28.08.2020

Jetzt geht's aber los - man wird wohl älter. Tief in Gedanken über das augenblickliche Sosein der Welt, habe ich die geleerte Kaffeetasse zum Spülen in den Kühlschrank gestellt.


27.08.2020

Die in meinen Augen erfreulichste Nachricht in diesen sonst eher trüben Tagen ist: Dank langjähriger Impfkampagnen in allen Ländern Afrikas, darf die Krankheit Polio (Kinderlähmung) auf dem Schwarzen Kontinent jetzt endlich als quasi ausgerottet gelten. Damit ist nach den Pocken - Gott sei Dank, aber auch leider erst - eine zweite der großen Heimsuchungen Afrikas ausgemerzt; eine, die früher jährlich mehrere zehntausend Menschen, überwiegend Kinder, in lebenslanges Leid stürzte oder gar zu Tode brachte. Afghanistan und Pakistan sind nun, soweit bekannt, weltweit die letzten beiden Länder, in denen Polio noch grassiert. Wesentlicher Grund: Die aggressive Propaganda islamischer Fundamentalisten, wonach Impfungen Teufelswerk seien und die Impfstoffe ein Mittel der Ungläubigen, um Muslime unfruchtbar zu machen.


26.08.2020

Und am Samstag marschieren sie wieder, "Abermillionen", nach Berlin zusammengetrommelt aus ganz Deutschland und halb Europa. Fest geschlossen die Reihen aus Putinisten, Trumpisten, modrigen Altstalinisten, Esoterikern, Egomanen, Diktaturparanoikern, Verfolgungshysterikern und vor allem AfD, NPD, III. Weg und anderem Faschistengelichter - gegen die Corona-Weltverschwörung und sonstige Fantasmen. Verständnis? Keines. Nur Bedauern darüber, in welch irrealen Wahnwitz sich manche Menschen treiben lassen oder hineinsteigern können. //  Späterer Nachtrag: Soeben erfahre ich, dass dieser Aufzug aus Gründen des Infektionsschutzes durch Beschluss der Berliner Senats untersagt worden ist. > Pressemeldung Tagesschau dazu


25.08.2020

Nochmal, weil selbst unter Menschen in dieser Sachen anhaltend Unsicherheiten grassieren, die der Covid19-Pandemie mit dem gebotenen Ernst begegnen: Nein, es gibt (zur Zeit) kein Mittel/Instrumentarium, das einen vollständigen individuellen Schutz vor einer Ansteckung böte. Was es gibt, ist ein Spektrum von Schutzmaßnahmen, die jede für sich einen – unter verschiedenen Bedingungen mal mehr mal minder großen – BEITRAG zur Reduzierung des Infektionsgeschehens oder zur Sicherung niedriger Infektionsraten leistet. > Anmerkung dazu weiterlesen


24.08.2020

Meine seit Anfang 2005 existierende Monatskolumne "Quergedanken" mutierte zuletzt zur Zweimonatskolumne, weil das publizierende Mittelrheinmagazin "Kulturinfo" wegen der Corona-Krise seinen monatlichen Erscheinungsrhythmus - hoffentlich nur vorübergehend - nicht halten konnte. Die vorherige Nr. 183 der Kolumne erschien Ende Juni. Jetzt also endlich Folge 184. Kurz war mir durch den Kopf geschossen, den Formattitel zu ändern - angesichts des Umstandes, dass sich plötzlich die ärgsten Ignoranten, Seuchenleugner, Realitäts- und Solidaritätsverweigerer, Verschwörungstheoretiker, Destabilisierungs-Agitatoren und Antiaufklärer dreist "Querdenker" nennen. Doch ich bleibe beim gewohnten Titel, er ist schließlich viel älter und auch wahrhaftiger als die Anmaßung der Verquerdenker. Es ist wie mit meiner Liebslingsfarbe Blau: An der hänge ich seit frühen Kindheitstagen und lasse sie mir nicht vermiesen dadurch, dass die AfD-Bagage sie zu ihrer Leitfarbe gemacht hat. > Quergedanken Nr. 184: Tragt eure Masken mit Stolz! (Freier Lesetext)


22.08.2020

Heute war Brombeertag. Erntezug in meinem Hauswald eher frustierend, weil die Beeren en masse schon vor der Optimalreife vertrocknet sind und die übrigen sehr klein. Deshalb: Fürs Gelee mit Bormbeersaft von 2019 aufgestockt. Gemischtes Endergebnis 2020 s. Foto. Fragt ein Nachbar, warum ich mir diese viele Arbeit mit der Selbstversogungswirtschaft mache, wo ich doch alle Produkte auch in bester Bioqualität kaufen könnte. Meine Antwort: Warum müht sich jemand jahrelang mit dem Erlernen eines Instruments ab, übt immer wieder Stunden, Tage, Wochen neue Stücke ein, obwohl er/sie nie mehr wollte/will als sie in engagierter Laienmanier sich und vielleicht einigen Lieben vorzuspielen? Er/sie könnte doch jedwedes Musikstück auch ganz einfach in bester Profiqualität auf CD kaufen oder aus dem Netz fischen.


21.08.2020

Ein kluges Wort zum Wochenende:
"Selbst auf dem bedeutendsten Thron hockt nur ein Arsch."

Neulich irgendwo gelesen. Von wem es stammt, weiß ich nicht. Mir eben in den Kopf geschossen beim Zusammenstellen von Kleidung und Ausrüstung für den morgigen Erntezug in die Heck' der wilden Brombeeren. Warum? Keine Ahnung.


20.08.2020

Jawohl: Lob. Was die da auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein bei ihren Veranstaltungen machen, ist mal ein Corona-Sicherheitskonzept, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient. > weiterlesen


19.08.2020

Am 9. September eröffnet im Landesmuseum Mainz die große Ausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht – Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“. Im Vorabprogramm besuchte ich einen Vortrag unter dem Titel  „Die pfälzische Burgenlandschaft – Vorläufer und Herrschaftssitze rund um die Burg Trifels“. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass unser Bild vom Mittelalter sich ständig ändert, weil moderne Archäologie und Geschichtsforschung fortlaufend neue Erkenntnisse zutage fördert.

> Dazu mein Artikel (5700 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


18.08.2020

Seit Monaten wird auf allen möglichen und unmöglichen Kanälen hinsichtlich der Corona-Pandemie schier unendlich viel erwogen, geredet, diskutiert, kritisiert, leider auch schwadroniert, fantasiert, agitiert, zerredet. Darüber geraten nicht selten die eigentlich wichtigsten und grundlegenden Faktoren aus dem Blick: die weltweite Entwicklung der Seuche selbst, ihre Opfer und ihr reales, anhaltendes Gefahrenpotenzial - das sich sofort entfaltet, sobald die Menschheit aufhört dagegen anzukämpfen. Weshalb immer wieder an diese Faktoren erinnert werden muss.

Hier der jüngste Stand derselben (genannt werden die Zahlen der offiziell registrierten Fälle; die Dunkelziffern liegen deutlich bis mehrfach darüber): Weltweit sind bis dato rund 22 Millionen Covid19-Infizierte und knapp 800 000 daran Gestorbene erfasst. (Leider werden fast in keinem Land die an Langzeitfolgen oder Folgeerkrankungen von Covid19 leidenden Patienten erfasst.) Die Zahl der Neuinfektionen pro Tag erreichte zuletzt den Rekordwert von 300 000. Davon erkrankt zwar nur ein kleinerer Teil spürbar, doch ALLE sind potenzielle Ansteckungsherde. Ein noch geringerer Teil erkrankt schwer bis tödlich, doch summiert sich deren Zahl jeden Tag zu etlichen Tausend.


17.08.2020

Wechselbad der Gefühle am gestrigen Abend: Entsetzen und Freude, die Natur betreffend, unmittelbar hintereinander. 1. Die Waldkrise in Folge des Klimawandels hat nun auch Eiche und besonders Buche erreicht. 2. In der Nacht bekam endlich auch unser Trockenloch im Unterwesterwald eine halbwegs nennenswerte Menge Regen ab. > weiterlesen


16.08.2020

Es gibt in Deutschland gewiss einige Millionen Leute, die ihre Mund-Nasen-Maske nur deshalb regelmäßig aufsetzen, weil es Vorschrift ist. Interessanterweise finden die allermeisten davon die Vorschrift dennoch richtig. Um diesen scheinbaren Widerspruch zu verstehen, werfe man einen Blick z.B. auf die Straßenverkehrsordnung. > Anmerkung zum Thema weiterlesen


14.06.2020

So. Der Winter kann kommen. Was immer er bringen mag: Unsere kleine Hausgemeinschaft wird mitsamt Gästen jedenfalls nicht verhungern. In meiner Selbstversorgungs(land)wirtschaft ging eben die Kartoffelernte 2020 zu Ende. Foto = Antreten des Ernteergebnisses zum Abmarsch in den Keller. Krumbieere Bioqualität 1a, made in Westerwald.


13.08.2020

Das erste, was mir beim morgendlichen Blick ins Netz zwischen die Füße fällt, ist eine saublöde Karikatur aus der Coronaleugner-Ecke. Sie zeigt einen Maske tragenden, dienernden Menschen an Marionettenfäden; dazu der Spruch "Die am wenigsten wissen, gehorchen am besten." Darin kommt die ganze Überheblichkeit der neuartigen "Querdenker"-Realitätsverweigerer zum Ausdruck. Milliarden besorgter Menschen, die erdrückende Mehrheit aller Wissenschaftler und Mediziner weltweit, fast alle Regierungen und internationalen Institutionen werden damit als Deppen und Duckmäuser denunziert, die 740 000 Corona-Toten und deren Angehörige zu Betrügern erklärt. Es mag den selbsterklärten "Widerstandskämpfern" gegen die vermeintliche Corona-Verschwörung in ihrer asozialen Egomanie unbegreiflich sein, aber auch und gerade die klügsten Köpfe, zumal solche, die seit Jahrzehnten kapitalismus- und machtkritisch oder systemalternativ agieren, tragen jetzt in der Mehrheit aus freiem Willen Maske - als Zeichen und Beitrag zur Leben schützenden Vernunft humaner und gesellschaftlicher Solidarität.


12.08. 2020

Regungslos sitze ich im Sessel, tropfe aber gleichwohl Unmengen von Schweiß anhaltend vor mich hin. Ist das nun Fakt, Fake oder Einbildung? Ich weiß das nicht mehr so genau, seit eine neuartige Querdenker-Aufklärung verlangt, man müsse jedwede Behauptung über die Realtität (vorneweg die ihren) zumindest als gleichwertig wahr gelten lassen.

***

Wetterphänomen unterwegs. Am gestrigen spätnachmittag fuhr ich nach längerer Zeit mal wieder via A3 über Westerwald und Taunus gen Mainz. Zweck der Fahrt: Vortrag im Landesmuseum über die vor-, früh- und hochmittelalterliche Burgenlandschaft der Pfalz. Kurz hinter Limburg/Lahn setzte etwas Sprühregen ein. Plötzlich wurde es im Auto "eiskalt". Blick aufs Außenthermometer: Binnen zweier Fahrminuten war es von 35 auf 23 Grad gestürzt. Und nur einen Augenblick später setzte auf eine Strecke von etwa drei Kilometern ein enormer Platschregen ein. Gleich drauf: Alles wieder knochentrocken, bis zum Wiesbadener Kreuz hat das Thermometer erneut 34 Grad erreicht; beim Aussteigen in Mainz zeigt es 39 an.

In der Nacht daheim. Knapp zwei Stunden lang zischt, blitzt, donnert, kracht es ums Haus zum Fürchten. Unmengen von Elektrizität rumoren und randalieren im Äther herum. Gleichwohl herrscht fast Windstille und ändert sich an der tropennächtlichen Luftqualität leider herzlich wenig. Immerhin: Anbei gibt es über eine Stunde etwas, das sich wenigstens als "leichter Landregen" bezeichnen lässt. Eine meiner vier Regentonnen zu drei Vierteln gefüllt: traurig wenig, aber besser als gar nichts. // Später erfahre ich: Fast zeitgleich und nachlaufend zu meiner nachmittäglichen Fahrt, wurde Frankfurt von regelrechten Unwettern heimgesucht.


11.08.2020

Nachdem wir nun auch im Rahmen der jüngsten "Hitzegewitter" hierorts jeden Regentropfen einzeln per Handschlag begrüßen konnten, gebe ich die Hoffnung auf, dass sich in diesem Jahr am kläglichen Zustand der Wiesen noch etwas ändert. Das eben (10.8.2020, 19 Uhr) aufgenommene Foto zeigt die Sommerweiden neben unserem Grundstück im Unterwesterwald. So sieht das hier nun schon im dritten Jahr in direkter Folge aus.


10.08.2020

Bin heute erst auf Florian Schroeders hinreißendes Bravourstück bei der Realitätsverdränger-Demo ("Querdenker") am Wochenende in Stuttgart gestoßen. Ein Meisterstück engagierter, dialektischer Realsatire. Wer's noch nicht kennt, > hier die 11 umwerfenden Minuten.

***

Mal was Schönes (hoffentlich). TV-Tip: Das Erste (ARD) strahlt am morgigen Dienstag ab 22.45 Uhr die Literaturverfilmung "Der Trafikant" aus. Ob der 2018 erstaufgeführte Film wirklich gut ist, weiß ich nicht, weil noch nie gesehen. Der ihm zu Grunde liegende gleichnamige Roman von Robert Seethaler aus dem Jahr 2012 ist jedenfalls ein wunderbares Stück Literatur. Besonders freue ich mich auf Bruno Ganz in einer seiner letzten Filmrollen, hier als Sigmund Freud.


09.08.2020

Seit mehr als einem Jahr erleben wir stets das gleiche Phänomen, sobald Freunde/Verwandte aus großen Städten oder anderen Ecken Deutschlands uns hier im Westerwald besuchen: Manche sehen es beim Waldspaziergang oder ein Überlandfahrt von selbst, andere muss man einmal darauf aufmerksam machen, von da an aber fällt ihnen jede der unzähligen "Schadstelle" im Wald sofort ins Auge. Die meisten hatten schon gehört von einer "Waldkrise" in etlichen Mittelgebirgsregionen, sich aber keine rechte Vorstellung davon gemacht. Nun erkennen die Besucher fassungslos bis entsetzt das inzwischen tatsächlich katastrophische Ausmaß vor allem des Fichtensterbens hierorts. Die vebreitete Unkenntnis darüber, dass der Klimawandel bereits dabei ist, unsere Landschaft zu verändern, hat mich bewogen, eine kleine Fotodokumentation zum Stand der Waldkrise in "meinem Hauswald" zu fabrizieren und auf meine website zu stellen. Leider bin ich kein guter Fotograf, weshalb die Bilder die ganze Dramatik der Realität nicht vollends zum Ausdruck. Doch auch der unvollständige Eindruck dürfte unerfreulich genug sein. > Zum Text mit Foto-Doku (hier)


08.08.2020

"(...)Die überwältigende Mehrheit in diesem Land trägt die Corona-Einschränkungen mit, manchmal genervt, aber einsichtig, quer durch alle Schichten, Milieus und Regionen. Das zeigen die Umfragen seit Monaten. Es ist nur eine winzige Minderheit, die sich verweigert. (...) Nun gehört es zu den kostbaren Garantien des demokratischen Rechtsstaats, dass er die MInderheit vor der Mehrheit schützt. Nichts war den Klassikern der demokratischen Theorie wichtiger, als die vielen zu bändigen, eine Tyrannei der Mehrheit zu verhindern. Auch die wenigen, die Außenseiter, Zweifler und Eigenbrötler müssen sagen, schreiben und leben dürfen, was und wie sie wollen.

Das gilt auch in Zeiten der Pandemie. Aber Corona zeigt plötzlich sehr deutlich, dass manchmal auch das Gegenteil richtig sein kann. Mitunter muss die Mehrheit vor der Minderheit geschützt werden. Dann nämlich, wenn ein einziger Infizierter eine Vielzahl seiner Mitmenschen anzustecken droht. Sicher, es gibt auch so etwas wie ein Grundrecht auf Unvernunft. Aber nur, wenn diese Unvernunft nicht ansteckend ist. (...) " (Aus dem Leitartikel von Heinrich Wefing in der aktuellen "Zeit", 6.8.2020).


05.08.2020

Schluss! Ende! Aus! Ich habe nun endgültig die Nase voll - vom Smartphone. Alle, denen ich die Nummer für mein vor etlichen Monaten angeschafftes Maschinchen dieser Art gegeben habe, können sie wieder streichen. Ich lege das Ding mit sofortiger Wirkung still. Sein Nutzwert für meine Art zu leben und leben zu wollen hat sich nach vielerlei Versuchen und Bemühungen als Null- bzw. Negativwert erwiesen.

Erlebt habe ich nur Zeitverschwendung für Tinnef, Ärgernisse sowie die Zumutung, dass was ich will, nicht umstandslos funktioniert, dafür aber selbst gar nicht aktivierte Apps mich mit Anfragen, Werbung und Update-Aufforderungen drangsalieren, zudem das Gerät ohnehin meist macht, was ihm gerade passt, und im Hintergrund rödelt, was das geheimnisvolle Zeug hält. Ihr mögt das inzwischen alles für normal halten und meiner wieder spotten. Ist mir aber völlig wurscht.

Ich reaktiviere mein altes Nokia als gelegentlich bei einsamen Waldgängen und Nachtfahrten mitgeführte Notrufsäule sowie den kleinen Digi-Lumix-Fotoapparat. Denn beide tun verlässlich, was ICH ihnen abverlange - und passen obendrein - im Gegensatz zum Smartphone - prima in die Seitentaschen meines Feldflaschengürtels. Das nenne ich Nutzwert und Lebensqualität - für meine Person. Werdet ihr nach Gusto glücklich (mit Alexa, Algorithmen und Genossen).


04.08.2020

Es gibt nette Zeitgenossen, die meinen, man müsse aufklärerisch mit Leuten reden, wie sie am Samstag in Berlin gegen "Corona-Diktatur" und Seuchenreglement demonstriert hatten. Kann man machen, aber ich selbst habe solche Versuche in den letzten Monaten als reine Zeitverschwendung erlebt. Denn wie und worüber soll man sinnvoll mit Menschen diskutieren, die jedwedes rund um die Erde tausendfach erwiesene Faktum als Lüge abtun? Die unzählige Wissenschaftler, Mediziner, Helfer, Covid19-Kranke, Covid19-Opferangehörige etc. als bloße Betrüger ansehen? ... Kurzum: wie und was soll/kann man mit jenen diskutieren, die die Realitäten einfach bestreiten oder ignorieren, die entweder die Existenz der Seuche vollständig leugnen bzw. ihr Harmlosigkeit attestieren?

Die Demo am Samstag in Berlin war eine perfide Kundgebung. Unter dem Banner eines vorgeblichen Kampfes für Bürgerrechte und Freiheit wurde eine De-facto-Diktatur der Seuchenleugner und -verharmloser über die Gesellschaft zelebriert. Weil diese kleine meinende, glaubende, spekulierende, mystifizierende oder auch nur im eigenen Politinteresse agitierende Minderheitsmixture selbst von der Gefahrlosigkeit des Virus überzeugt ist, zwingen diese Besser- und Alleswisser durch demonstratives und systematisches Nichteinhalten des Seuchenreglements der gesamten Bevölkerung die mutwillig gesteigerte Gefährdung durch das Virus auf. Damit erweist sich die Avantgarde der vermeintlichen "Querdenker" als rücksichtslos autoritär und in höchstem Maße als unsolidarisch, asozial, inhuman. Sorry, aber Ich für meinen Teil finde da nichts, worüber man noch sinnvoll diskutieren könnte.


03.08.2020

Wer bis jetzt noch nicht so recht wusste, was Fakenews sind, dürfte jetzt im Bilde sein: Die Propagandamaschine der Realitätsleugner posaunt in alle Welt die Irrsinnslüge, es hätten an ihrer Berliner Demo 1,3 Millionen Leute teilgenommen. Jedwede ernsthafte Zählung, solide Raumberechnung, halbwegs realistische Schätzung sowie alle unabhängigen Fotos und Augenzeugen landen bei Zahlen zwischen 15000 und 25000, also bei 1 bis 3 % dessen, was die Lügenbarone der AfD und anderer Konsorten in freier Fantasterei angeben.


29.07.2020

Noch nie in der Geschichte der modernen Zivilisation wurde zeitgleich weltweit eine derart große Menge wissenschaftlicher und finanzieller Ressourcen für die Entwicklung von Impfstoffen gegen eine einzige Krankheit aufgewandt. Neben allen Hoffnungen darauf, sollte man sich indes auch der Möglichkeit nicht vollends verschließen, dass am Ende dieses Entwicklungsprozesses kein Impfstoff steht, der Covid19 bald, schnell oder überhaupt aus der Welt schafft. Die Unberechenbarkeiten des erst in Ansätzen erforschten Virus SARS-CoV-2 sind eben vor allem eins: unberechenbar.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Wissenschaft hinsichtlich wirksamer Schutzimpfung vor einem Virus kapitulieren muss. Gegen AIDS, Malaria, Hepatitis-C und etliche weniger bekannte Viruskrankheiten gibt es bis heute keinen bzw. keinen generell wirksamen Impfschutz, trotz teils jahrzehntelanger Forschung. Was dann? Was, wenn es nicht gelingen sollte, ein verlässliches, länger anhaltend schützendes, nebenwirkungsarmes Impfmittel gegen SARS-CoV-2 herzustellen? Der Blick auf AIDS etwa erhellt, was allein uns dann vorerst bleiben würde: rigorose ANPASSUNG unserer Lebensweise an die Bedrohung mit Schwerpunktsetzung auf Prophylaxe - ohne große Hoffnung auf die von so vielen Zeitgenossen herbeigesehnte baldige Rückkehr zur früheren Normalität.

 

09.08.2020

Seit mehr als einem Jahr erleben wir stets das gleiche Phänomen, sobald Freunde/Verwandte aus großen Städten oder anderen Ecken Deutschlands uns hier im Westerwald besuchen: Manche sehen es beim Waldspaziergang oder ein Überlandfahrt von selbst, andere muss man einmal darauf aufmerksam machen, von da an aber fällt ihnen jede der unzähligen "Schadstelle" im Wald sofort ins Auge. Die meisten hatten schon gehört von einer "Waldkrise" in etlichen Mittelgebirgsregionen, sich aber keine rechte Vorstellung davon gemacht. Nun erkennen die Besucher fassungslos bis entsetzt das inzwischen tatsächlich katastrophische Ausmaß vor allem des Fichtensterbens hierorts. Die vebreitete Unkenntnis darüber, dass der Klimawandel bereits dabei ist, unsere Landschaft zu verändern, hat mich bewogen, eine kleine Fotodokumentation zum Stand der Waldkrise in "meinem Hauswald" zu fabrizieren und auf meine website zu stellen. Leider bin ich kein guter Fotograf, weshalb die Bilder die ganze Dramatik der Realität nicht vollends zum Ausdruck. Doch auch der unvollständige Eindruck dürfte unerfreulich genug sein. > Zum Text mit Foto-Doku (hier)


08.08.2020

"(...)Die überwältigende Mehrheit in diesem Land trägt die Corona-Einschränkungen mit, manchmal genervt, aber einsichtig, quer durch alle Schichten, Milieus und Regionen. Das zeigen die Umfragen seit Monaten. Es ist nur eine winzige Minderheit, die sich verweigert. (...) Nun gehört es zu den kostbaren Garantien des demokratischen Rechtsstaats, dass er die MInderheit vor der Mehrheit schützt. Nichts war den Klassikern der demokratischen Theorie wichtiger, als die vielen zu bändigen, eine Tyrannei der Mehrheit zu verhindern. Auch die wenigen, die Außenseiter, Zweifler und Eigenbrötler müssen sagen, schreiben und leben dürfen, was und wie sie wollen.

Das gilt auch in Zeiten der Pandemie. Aber Corona zeigt plötzlich sehr deutlich, dass manchmal auch das Gegenteil richtig sein kann. Mitunter muss die Mehrheit vor der Minderheit geschützt werden. Dann nämlich, wenn ein einziger Infizierter eine Vielzahl seiner Mitmenschen anzustecken droht. Sicher, es gibt auch so etwas wie ein Grundrecht auf Unvernunft. Aber nur, wenn diese Unvernunft nicht ansteckend ist. (...) " (Aus dem Leitartikel von Heinrich Wefing in der aktuellen "Zeit", 6.8.2020).


05.08.2020

Schluss! Ende! Aus! Ich habe nun endgültig die Nase voll - vom Smartphone. Alle, denen ich die Nummer für mein vor etlichen Monaten angeschafftes Maschinchen dieser Art gegeben habe, können sie wieder streichen. Ich lege das Ding mit sofortiger Wirkung still. Sein Nutzwert für meine Art zu leben und leben zu wollen hat sich nach vielerlei Versuchen und Bemühungen als Null- bzw. Negativwert erwiesen.

Erlebt habe ich nur Zeitverschwendung für Tinnef, Ärgernisse sowie die Zumutung, dass was ich will, nicht umstandslos funktioniert, dafür aber selbst gar nicht aktivierte Apps mich mit Anfragen, Werbung und Update-Aufforderungen drangsalieren, zudem das Gerät ohnehin meist macht, was ihm gerade passt, und im Hintergrund rödelt, was das geheimnisvolle Zeug hält. Ihr mögt das inzwischen alles für normal halten und meiner wieder spotten. Ist mir aber völlig wurscht.

Ich reaktiviere mein altes Nokia als gelegentlich bei einsamen Waldgängen und Nachtfahrten mitgeführte Notrufsäule sowie den kleinen Digi-Lumix-Fotoapparat. Denn beide tun verlässlich, was ICH ihnen abverlange - und passen obendrein - im Gegensatz zum Smartphone - prima in die Seitentaschen meines Feldflaschengürtels. Das nenne ich Nutzwert und Lebensqualität - für meine Person. Werdet ihr nach Gusto glücklich (mit Alexa, Algorithmen und Genossen).


04.08.2020

Es gibt nette Zeitgenossen, die meinen, man müsse aufklärerisch mit Leuten reden, wie sie am Samstag in Berlin gegen "Corona-Diktatur" und Seuchenreglement demonstriert hatten. Kann man machen, aber ich selbst habe solche Versuche in den letzten Monaten als reine Zeitverschwendung erlebt. Denn wie und worüber soll man sinnvoll mit Menschen diskutieren, die jedwedes rund um die Erde tausendfach erwiesene Faktum als Lüge abtun? Die unzählige Wissenschaftler, Mediziner, Helfer, Covid19-Kranke, Covid19-Opferangehörige etc. als bloße Betrüger ansehen? ... Kurzum: wie und was soll/kann man mit jenen diskutieren, die die Realitäten einfach bestreiten oder ignorieren, die entweder die Existenz der Seuche vollständig leugnen bzw. ihr Harmlosigkeit attestieren?

Die Demo am Samstag in Berlin war eine perfide Kundgebung. Unter dem Banner eines vorgeblichen Kampfes für Bürgerrechte und Freiheit wurde eine De-facto-Diktatur der Seuchenleugner und -verharmloser über die Gesellschaft zelebriert. Weil diese kleine meinende, glaubende, spekulierende, mystifizierende oder auch nur im eigenen Politinteresse agitierende Minderheitsmixture selbst von der Gefahrlosigkeit des Virus überzeugt ist, zwingen diese Besser- und Alleswisser durch demonstratives und systematisches Nichteinhalten des Seuchenreglements der gesamten Bevölkerung die mutwillig gesteigerte Gefährdung durch das Virus auf. Damit erweist sich die Avantgarde der vermeintlichen "Querdenker" als rücksichtslos autoritär und in höchstem Maße als unsolidarisch, asozial, inhuman. Sorry, aber Ich für meinen Teil finde da nichts, worüber man noch sinnvoll diskutieren könnte.


03.08.2020

Wer bis jetzt noch nicht so recht wusste, was Fakenews sind, dürfte jetzt im Bilde sein: Die Propagandamaschine der Realitätsleugner posaunt in alle Welt die Irrsinnslüge, es hätten an ihrer Berliner Demo 1,3 Millionen Leute teilgenommen. Jedwede ernsthafte Zählung, solide Raumberechnung, halbwegs realistische Schätzung sowie alle unabhängigen Fotos und Augenzeugen landen bei Zahlen zwischen 15000 und 25000, also bei 1 bis 3 % dessen, was die Lügenbarone der AfD und anderer Konsorten in freier Fantasterei angeben.


29.07.2020

Noch nie in der Geschichte der modernen Zivilisation wurde zeitgleich weltweit eine derart große Menge wissenschaftlicher und finanzieller Ressourcen für die Entwicklung von Impfstoffen gegen eine einzige Krankheit aufgewandt. Neben allen Hoffnungen darauf, sollte man sich indes auch der Möglichkeit nicht vollends verschließen, dass am Ende dieses Entwicklungsprozesses kein Impfstoff steht, der Covid19 bald, schnell oder überhaupt aus der Welt schafft. Die Unberechenbarkeiten des erst in Ansätzen erforschten Virus SARS-CoV-2 sind eben vor allem eins: unberechenbar.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Wissenschaft hinsichtlich wirksamer Schutzimpfung vor einem Virus kapitulieren muss. Gegen AIDS, Malaria, Hepatitis-C und etliche weniger bekannte Viruskrankheiten gibt es bis heute keinen bzw. keinen generell wirksamen Impfschutz, trotz teils jahrzehntelanger Forschung. Was dann? Was, wenn es nicht gelingen sollte, ein verlässliches, länger anhaltend schützendes, nebenwirkungsarmes Impfmittel gegen SARS-CoV-2 herzustellen? Der Blick auf AIDS etwa erhellt, was allein uns dann vorerst bleiben würde: rigorose ANPASSUNG unserer Lebensweise an die Bedrohung mit Schwerpunktsetzung auf Prophylaxe - ohne große Hoffnung auf die von so vielen Zeitgenossen herbeigesehnte baldige Rückkehr zur früheren Normalität.


26.07.2020

Von drauß' vom Walde komm' ich her und muss euch sagen: Der Boden dort ist tiefgründig knorztrocken. Weil es in diesem Sommer immer wieder mal ein bisschen geregnet hat, ist bei manchem Zeitgenossen der Eindruck entstanden, wir hätten einen feuchten Sommer. Irrtum - die tatsächliche Niederschlagsmenge liegt (zB für meinen Westerwaldkreis) schon wieder erheblicbh unter dem langjährigen Mittel. Wenn es nicht umgehend viele Stunden oder einige Tage ergiebig und in einer für den Boden verwertbaren Form regnet (Landregen), dann können wir - jedenfalls in meinem unterwesterwäldischen Revier - die Pilzsaison 2020 wieder beenden noch bevor sie richtig begonnen hat. Und was die Wildbrombeeren angeht, so hat nach einer prächtigen Blüte sowohl bei der weiß blühenden kleineren wie auch der rosa blühenden größeren Art jetzt diese unschöne Entwicklung eingesetzt: Mit jedem Tag länger ohne Regen schrumpft die im August zu erwartende Saftmenge pro Stunde Sammelns.

Von den Bäumen mag ich gar nicht mehr reden. Die Fichtennotfäll-Kolonnen arbeiten nun auch samstags durch. Und mir ist in letzter Zeit obendrein ein Phänomen aufgefallen, über das ich noch nirgends etwas gelesen habe: Die inzwischen zahllosen Fichtenkahlschlagslöcher im Wald verändern deutlich auch die Verhältnisse im umliegenden Laubwald. Dort ist es heller geworden und windiger, was die Verdungstungsrate in die Höhe treibt. Welche Veränderungen sich in den unterirdischen Wassernetzen ergeben, kann man noch nicht beurteilen.


23.07.2020

Mit zunehmendem Alter passiert es immer öfter, dass ich selbst eigentlich spannende Romanstories und/oder inhaltlich durchaus interessante Sachbücher/-texte bald lustlos beiseite lege. Grund: Wenn der Autor/die Autorin 1A-Stoff nur in 4D-Sprachqualität transportieren kann, wird mir das Lesen zur Qual. Das ist, als würde im Fernsehen eine thematisch saustarke Doku mit verwackelten, über- oder unterbelichteten unscharfen Bildern und verkrachtem Knisterton gesendet.

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht nicht um den Gegensatz einfache, allgemeinverständliche Sprache hier, und dort komplexe Fachsprache oder Hochdichtung. Auf beiden Feldern gibt es schlechtes und hässliches Schreiben/Sprechen sowie eben auch schönes, brillantes, packendes, bild- und atmosphäremächtiges Schreiben/Sprechen. Ein guter Inhalt ist verschenkt, wenn der Autor/die Autorin keine angemessene Sprache findet/beherrscht.


22.07.2020

Und plötzlich, seit gestern, propagiert Mister Trump mit Verve das Maskentragen als "patriotische Pflicht" der US-Amerikaner. Wie kommt er zu diesem grundlegenden Gesinnungswandel? Hat ihn die Wissenschaft überzeugt, haben ihn die gewaltigen Infektions- und Todesraten erschreckt und zum Umdenken bewogen? Aber nein, es sind vielmehr die stetig sinkenden Umfragewerte, die ihn vier Monate vor der Wahl entsetzen. Es tut mir leid, das sagen zu müssen: Ich halte diesen Mann auf dem amerikanischen Präsidentenstuhl weniger für einen Idioten, sondern für ein völlig verkommenes Subjekt.


19.06.2020

Der nachfolgende verlinkte Text ist im gehörigen Unmut geschrieben über einige seltsame Zeitgenossen, die sich als mehr oder minder "radikale Linke", gar als Marxisten begreifen/bezeichnen, beim Thema Klimawandel wie Corona-Seuche gleichermaßen allerdings auf eine Weise argumentieren und agieren, die mit "links" herzlich wenig und mit marxistischer Analyse rein gar nichts zu tun hat: Sie leugnen einfach die objektiven Fakten. > Hier der Text


16.07.2020

Die Helden meiner späten Kindheit und nachherigen Jugend waren weit überwiegend Nichtweiße. Das schoss mir heute in der Früh durch den Kopf bei der Lektüre des dreiseitigen Artikels im Dossier der neuen "Zeit" (Nr. 30/ 16. Juli). Der steht unter der Überschrift "Wie rassistisch sind Sie?" Frage also an mich selbst: Wieviel Rassismus rumort noch in den Tiefen meines eigenen Hirns? > Kleine Betrachtung zum Thema


15.07.2020

Der revolutionäre Planungsrat unseres landwirtschaftlichen Wohn- und Arbeitskollektivs hat in lebhafter Nachtsitzung beschlossen: "Die angedachte Aufnahme der Eigenproduktion alkoholischer Getränke wird auf den Spätsommer 2021 verschoben. Da der Altersdurchschnitt der Hausgenossen/innen nunmehr 66 Jahre beträgt, erhalten diverse Umbaumaßnahmen im und am Haus zwecks Herstellung altersgemäßen Zuschnitts 2020 den Vorrang." *schnief*


10.07.2020

Nur wenige gute, aber sehr viele beunruhigende Nachrichten von der globalen Coronafront.
Gut: Die jüngsten Covid19-Ausbrüche in Koblenz und Euskirchen sind wohl harmloser als zunächst befürchtet. Massentestungen ergaben in beiden Fällen kein weitreichendes Infektionsgeschehen. Die jeweiligen Kollektivquarantänen sind aufgehoben.

Beuruhigend (Auswahl): Im Weltmaßstab nimmt das Infektiktionsgeschehen immer schneller immer größere Ausmaße an. Neue nationale Rekorde mit bislang nie dagewesenen Infektionsraten binnen 24 Stunden werden gemeldet u.a. aus USA (65551), Brasilien (42619), Mexiko (7280), Israel (zweite und deutlich stärkere Welle erschüttert das kleine Land; Neuinfektionen am Donnerstag: 1464), die Stadt Tokio... Anhaltend starkes Seuchengeschehen wird festgestellt für Russland, den indischen Subkontinent, Teile Indochinas, den gesamten lateinamerikanischen Raum. Vom afrikanischen Kontinent werden rasch steigende Ansteckungszahlen vermeldet, rund 500 000 (offiziell ermittelte Fälle) bis gestern. Australien verhängt wg, stark erhöhter Infektionsrate erneut sechswöchigen Lockdown über Melbourne. Hongkong schließt alle Kindertagesstätten und Schulen wg. gestiegener Neuinfektionsrate. Spanien hat wg überproportionalen Infektionsgeschehens die katalanischen Region Segrià und den galicischen Landkreis A Marina abgeriegelt. ...

Wenig erfreulich sind auch jüngste Ergebnisse aus der medzinischen/virologischen Coronaforschung. Etliche Studien attestieren: Eine signifikante Anzahl der als "genesen" Ausgewiesenen ist alles andere als gesund. Diverse Folgebeschwerden und/oder durch das Virus ausgelöste Nachfolgeerkrankungen sehr unterschiedlicher Form und Ausprägung sowie von noch völlig ungewisser Dauer sind nachgewiesen - dies selbst bei mäßig schweren bis leichten Covid19-Verläufen. Sehr unschön sind auch neue Hinweise mehrerer Studien, wonach möglicherweise bis wahrscheinlich Covid19-Infektionen mit leichtem oder unbemerktem Verlauf keine Garantie darstellen für eine längere Immunität gegen das Virus.

Also, liebe Leute: Nix ist vorbei und weiter Obachtgeben erste Bürger- wie Solidarpflicht.


08.07.2020

Um das noch einmal klarzustellen: Es gibt keinen auch nur ansatzweise ernsthaften Hinweis darauf oder gar handfesten Beweis dafür, dass Klimawandel wie auch Covid19-Seuche Erfindungen oder Aktionen irgendwelcher politischer oder ökonomischer Interessens-/Machtgruppen auf dem Planeten sein könnten. Den Umstand, dass nun diverse politische und ökonomische Akteure Nutzen und Kapital aus der kleinen Weltkrise (Corona-Pandemie) wie aus der großen (Klimawandel) zu schlagen versuchen, diesen Umstand im Nachinein als vermeintlichen Beweis für das Gegenteil herbeizuzerren, ist mehr als bemüht und mehr als naiv.

Es sei an einen altbekannten Mechanismus erinnert: Es ist ein Wesenszug des Kapitalismus seit jeher, aus JEDWEDER normalen oder besonderen Lage möglichst viel Honig zu schlürfen. Um nur ein Beispiel anzuführen: An den Börsen wird bekanntlich auf Missernten, Hungersnöte, Kriege, Zusammenbrüche, Bankrotte ganz regulär, aber in Leichenfledder-Manier sehr profitabel gewettet. Wer aus diesem Sachverhalt allerdings auf Klimawandel und Covid19-Seuche als bloß erfundenes Mittel zum Zweck schließt, hat weder den Kapitalismus noch die Funktionsweise von Wissenschaft noch die Realität überhaupt verstanden.


02.07.2020

Unschöne Nachrichten am Abend: Ausbruch einer zweiten Coronawelle in der Schweiz. Regierung in Bern verhängt Maskenpflicht und Einreisebeschränkungen (wieder). USA bricht erneut alle Rekorde: 50 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.


30.06.2020

„Nicht mit dir und nicht ohne dich“ nennt sich die aktuelle Ballettproduktion des Theaters Koblenz. Treffend bezeichnet dieser Titel den Zustand eines eigentümlichen Dazwischen, in dem die Tanzkunst zu Corona-Zeiten sagen wir: festhängt. Denn das Seuchenreglement hat einen Wesenskern des Balletts ausgeknipst: das Wechselspiel aus Körperberührung und Distanz. Der Koblenzer Ballettchef Steffen Fuchs machte nun aus der Not eine Tugend. Zu Bachs Goldberg-Variationen hat er jedem der 15 Mitglieder seiner Compagnie ein kleines Solo auf den Leib choreografiert. Die wurden vor schwarzem Hintergrund filmisch adaptiert, und stehen jetzt im Streamingportal des Theaters als 40-minütige Produktion zum (kostenpflichtigen) Abruf bereit. > Meine Besprechung (3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

***

Sapperlottementkreuzdonnergewitter - das hat man nun vom Ruhestand: Muskelkater, so weit die Fasern reichen; die Knie zerschunden, die Schienbeine blau gefleckt; im Haar Zementstaub und Betonbrocken; die Finger mit Teerpampe verklebt und eine ganze Garnitur Arbeitsklamotten reif für den Müll. Weshalb, warum, wovon, wofür? Vierter Tag praktischen Einsatzes in so ungewohnten Zünften wie Tiefbauer, Maurer, Verputzer, Installateur ... Kurzum: Kellerumbau, um jenen Raum zu schaffen, in dem ich demnächst mit der eigenen Saft- und Früchteweinproduktion beginnen will.

10.07.2020

Nur wenige gute, aber sehr viele beunruhigende Nachrichten von der globalen Coronafront.
Gut: Die jüngsten Covid19-Ausbrüche in Koblenz und Euskirchen sind wohl harmloser als zunächst befürchtet. Massentestungen ergaben in beiden Fällen kein weitreichendes Infektionsgeschehen. Die jeweiligen Kollektivquarantänen sind aufgehoben.

Beuruhigend (Auswahl): Im Weltmaßstab nimmt das Infektiktionsgeschehen immer schneller immer größere Ausmaße an. Neue nationale Rekorde mit bislang nie dagewesenen Infektionsraten binnen 24 Stunden werden gemeldet u.a. aus USA (65551), Brasilien (42619), Mexiko (7280), Israel (zweite und deutlich stärkere Welle erschüttert das kleine Land; Neuinfektionen am Donnerstag: 1464), die Stadt Tokio... Anhaltend starkes Seuchengeschehen wird festgestellt für Russland, den indischen Subkontinent, Teile Indochinas, den gesamten lateinamerikanischen Raum. Vom afrikanischen Kontinent werden rasch steigende Ansteckungszahlen vermeldet, rund 500 000 (offiziell ermittelte Fälle) bis gestern. Australien verhängt wg, stark erhöhter Infektionsrate erneut sechswöchigen Lockdown über Melbourne. Hongkong schließt alle Kindertagesstätten und Schulen wg. gestiegener Neuinfektionsrate. Spanien hat wg überproportionalen Infektionsgeschehens die katalanischen Region Segrià und den galicischen Landkreis A Marina abgeriegelt. ...

Wenig erfreulich sind auch jüngste Ergebnisse aus der medzinischen/virologischen Coronaforschung. Etliche Studien attestieren: Eine signifikante Anzahl der als "genesen" Ausgewiesenen ist alles andere als gesund. Diverse Folgebeschwerden und/oder durch das Virus ausgelöste Nachfolgeerkrankungen sehr unterschiedlicher Form und Ausprägung sowie von noch völlig ungewisser Dauer sind nachgewiesen - dies selbst bei mäßig schweren bis leichten Covid19-Verläufen. Sehr unschön sind auch neue Hinweise mehrerer Studien, wonach möglicherweise bis wahrscheinlich Covid19-Infektionen mit leichtem oder unbemerktem Verlauf keine Garantie darstellen für eine längere Immunität gegen das Virus.

Also, liebe Leute: Nix ist vorbei und weiter Obachtgeben erste Bürger- wie Solidarpflicht.


08.07.2020

Um das noch einmal klarzustellen: Es gibt keinen auch nur ansatzweise ernsthaften Hinweis darauf oder gar handfesten Beweis dafür, dass Klimawandel wie auch Covid19-Seuche Erfindungen oder Aktionen irgendwelcher politischer oder ökonomischer Interessens-/Machtgruppen auf dem Planeten sein könnten. Den Umstand, dass nun diverse politische und ökonomische Akteure Nutzen und Kapital aus der kleinen Weltkrise (Corona-Pandemie) wie aus der großen (Klimawandel) zu schlagen versuchen, diesen Umstand im Nachinein als vermeintlichen Beweis für das Gegenteil herbeizuzerren, ist mehr als bemüht und mehr als naiv.

Es sei an einen altbekannten Mechanismus erinnert: Es ist ein Wesenszug des Kapitalismus seit jeher, aus JEDWEDER normalen oder besonderen Lage möglichst viel Honig zu schlürfen. Um nur ein Beispiel anzuführen: An den Börsen wird bekanntlich auf Missernten, Hungersnöte, Kriege, Zusammenbrüche, Bankrotte ganz regulär, aber in Leichenfledder-Manier sehr profitabel gewettet. Wer aus diesem Sachverhalt allerdings auf Klimawandel und Covid19-Seuche als bloß erfundenes Mittel zum Zweck schließt, hat weder den Kapitalismus noch die Funktionsweise von Wissenschaft noch die Realität überhaupt verstanden.


02.07.2020

Unschöne Nachrichten am Abend: Ausbruch einer zweiten Coronawelle in der Schweiz. Regierung in Bern verhängt Maskenpflicht und Einreisebeschränkungen (wieder). USA bricht erneut alle Rekorde: 50 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.


30.06.2020

„Nicht mit dir und nicht ohne dich“ nennt sich die aktuelle Ballettproduktion des Theaters Koblenz. Treffend bezeichnet dieser Titel den Zustand eines eigentümlichen Dazwischen, in dem die Tanzkunst zu Corona-Zeiten sagen wir: festhängt. Denn das Seuchenreglement hat einen Wesenskern des Balletts ausgeknipst: das Wechselspiel aus Körperberührung und Distanz. Der Koblenzer Ballettchef Steffen Fuchs machte nun aus der Not eine Tugend. Zu Bachs Goldberg-Variationen hat er jedem der 15 Mitglieder seiner Compagnie ein kleines Solo auf den Leib choreografiert. Die wurden vor schwarzem Hintergrund filmisch adaptiert, und stehen jetzt im Streamingportal des Theaters als 40-minütige Produktion zum (kostenpflichtigen) Abruf bereit. > Meine Besprechung (3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

***

Sapperlottementkreuzdonnergewitter - das hat man nun vom Ruhestand: Muskelkater, so weit die Fasern reichen; die Knie zerschunden, die Schienbeine blau gefleckt; im Haar Zementstaub und Betonbrocken; die Finger mit Teerpampe verklebt und eine ganze Garnitur Arbeitsklamotten reif für den Müll. Weshalb, warum, wovon, wofür? Vierter Tag praktischen Einsatzes in so ungewohnten Zünften wie Tiefbauer, Maurer, Verputzer, Installateur ... Kurzum: Kellerumbau, um jenen Raum zu schaffen, in dem ich demnächst mit der eigenen Saft- und Früchteweinproduktion beginnen will.


29.06.2020

Seltsame Zeiten sind das - wo der Montagmorgen mit einer Ballettpremiere zum Frühstück beginnt. Seltsam auch - aber ziemlich interessant - die Choreografie des Koblenzer Ballettchefs Steffen Fuchs unter dem Titel „Nicht mit dir und nicht ohne dich“, über das Streamingportal des hiesigen Theaters auf den heimischen PC geholt: 15 filmische Soli für 15 Compagniemitglieder. Danach hockst du über der Besprechung für die morgige Zeitung in der Ruheständler-Schreibstube, derweil Petrus zum Auftakt eines halbstündigen Landregens deftige Hagelschauer aufs Dachfenster paukwirbelt. Gleich darauf knallt die Sommersonne vom Himmel - rennst du besorgt zu den Heidelbeer- und Himbeersträuchern, um zu sehen, ob der für heute geplante erste Erntedurchgang wg. Hagelschlags abgeblasen ist. Ist er nicht. Freude!


28.06.2020

Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie gab am Samstag ein Sonderkonzert, das wegen der enormen Nachfrage am Sonntag wiederholt wurde. Endlich konnten zwei Gruppen wieder zusammenkommen, die quasi von Natur aus zusammengehören: klassische Orchestermusiker und ihr Publikum. Doch in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle, wo sich normalerweise 1200 Besucher zum großen Konzertabend versammeln, nahmen nun unter Corona-Bedingungen gerade 115 Musikfreunde diszipliniert Platz auf den mit sicheren Abständen über die Weite des Saales verteilten Einzelstühlen. > Mein Bericht über Umstände und Konzert (3600 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


25.06.2020

Es gibt Leute, die stellt das Corona-Reglement vor ein recht spezielles Problem. Dazu gehören Jugendliche und Singles. Das Problem: Woher in diesen Zeiten die Gelegenheiten nehmen zu jenen Begegnungen, Plaudereien, Spielchen, Tänzchen, derer es bedarf, wechselseitige Sympathien zu entwickeln, die mit der Zeit oder alsbald in leibeslüstlicher, womöglich auch herzentflammter Zweisamkeit enden? Meine Monatskolumne "Quergedanken" geht in der aktuellen Folge 183 dieser Frage nach unter die Überschrift > "Die Liebe in Zeiten von Corona" (freier Lesetext. Hinweis vorsichthalber: Redaktionsschluss für diesen Text war VOR der Stuttgarter Krawallnacht)


23.06.2020

Vergangenen Samstag, 20 Uhr. Große Schauspielpremiere des Theaters Koblenz in Corona-Zeiten. Gegeben wird „Maria“, ein Gegenwartsstück von Simon Stephens. Doch statt mit anderen Interessierten im Theater, sitzt auch der Kritiker mutterseelenallein daheim vor dem Computer. Bei der Hand hat er Bier und Salzletten. Solche Bequemlichkeiten sind nun möglich, denn Premiere heißt diesmal: Seit Samstag 20 Uhr steht Markus Dietzes filmische Umsetzung des Stückes im Streamingportal des Theaters zum Abruf bereit. Theater im eigentlichen Sinn ist das nicht. Eher ein Fensehkammerspiel - sehr intensiv, sehr intim, via Kamera so nah dran an den Gesichtern, wie es sonst auf der Bühne kaum geht. > Meine Besprechung, 4800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent


21.06.2020

Asterix und Obelix bemerken gerne: "Die spinnen, die Römer". Bisweilen wird dieser Sinnspruch in anderen Episoden von selbigen Comic-Helden auch auf andere Landsmannschaften übertragen. Ich hatte ihn nun meinerseits in einem Kommentar auf Facebook auf die Bevölkerung jenes Inselkönigreiches angewandt, das aus der EU austreten will: "Die spinnen, die Briten". Folge davon: Der Sinnspruch wurde von Facebook gelöscht und die Zuckermänner erteilten mir eine Verwarnung, weil ich damit gegen die "Gemeinschaftsstandards" verstoßen hätte. Da fällt einem nur nichts mehr dazu ein.


18.06.2020

Eine Anmerkung zu diesem von allen Seiten teils leider mit unseliger Dogmatik geführten Streit um Rassismus (und andere Negativeigenschaften) in der deutschen Polizei. Ich selbst bin in den zurückliegenden 50 Jahren mehrfach Zeuge (bisweilen Opfer) bzw. Nutznießer von beidem geworden: a) die Polizei dein Freund und Helfer, b) Polizisten als Einsatztruppe, die mit unverhältnismäßiger Härte zuschlagen, sich selbstherrliche Übergriffigkeiten erlauben und die Verantwortung für ihr Tun in der Korpsanonymität verbergen.

Aus beiderlei Erfahrungen rührt meine heutige Haltung in der jetzigen Diskussion: Der deutschen Polizei systemischen Rassismus u.a. zu unterstellen, ist abwegig. Ebenso abwegig ist es, der gesamten Polizei ein generelles Unschuldsattest auszustellen. Da es beispielsweise, wie wir gerade aus jüngster Zeite wissen, innerhalb der Polizei auch rechtsradikale Individuen und/oder Seilschaften gibt, gibt es schon von daher dort naturgemäß auch ein Quantum an Rassismus.

In toto bin ich der Ansicht, dass das staatliche Gewaltmonopol in der Demokratie eine feine Sache ist. Gerade deshalb aber bedarf es einer strengen rechtsstaatlichen wie auch unabhängigen operativen Kontrolle dieses Gewaltapparates. Auf dass sein Monopol nicht missbraucht werde. Blindes Vertrauen ist diesbezüglich so wenig hilfreich wie generalisierendes Misstrauen.


16.06.2020

Der erste Kür-Beitrag aus meinem Ruhestand: Besprechung der Sonderproduktion "Extra Time" von tanzmainz am Staatstheater Mainz. Premiere war am Sonntag. Endlich mal wieder Tanzkunst live - wegen Corona freilich unter besonderen Bedingungen für die Theaterbesucher und deutlichen Folgen auch für das tänzerische Bühnengeschehen selbst. > Mein Zeitungsartikel (4200 Anschläge, kostenpflichtiger Rhein-Zeitungs-Text, 49 Cent)


15.06.2020

Aus dem Vollen schöpfen. Wir stecken nun mittendrin in der 100%-Selbstversorgung mit Grünzeug und Beeren während des Sommerhalbjahres. Salat, Kohlrabi, Broccoli, Möhren, Jungzwiebeln, Radies, Zuckererbsenschoten aus eigenem Bio-Anbau stehen täglich zur Verfügung. Obendrein heute schon wieder zwei Kilo Erdbeeren gepflückt, und die Johannisbeeren drängen auch schon. Vielversprechend kräftig sehen die Kartoffelpflanzen aus. Resilienz, die Freude macht.


12.06.2020

Sie gehen mir gewaltig auf den Keks, diese Leute, die nun nach vier Monaten Corona-Krise aus allerhand Ecken tönen: Man hätte dies und das anders machen müssen, jenes gar nicht machen brauchen ... > Dazu eine kurze Anmerkung 


09.06.2020

Hätten wir die fleißigen Hummeln nicht, es sähe mau aus mit der Blütenbestäubung im Selbstversorgungsgarten und rund ums Haus. Es summt und brummt zwar in Himbeersträuchern wie Kräuterbeeten, zwischen Tomatenstauden, erst recht rund ums halbe Dutzend Wild- und Bienenblumenecken auf dem Grundstück. Doch stellt sich bei genauerer Beobachtung heraus: Auf zehn Hummeln kommen hier höchstens eine Biene und zwei, drei Minisummser.


07.06.2020

Nein, die Wiederwahl Trumps im November ist gewiss noch nicht verhindert. Doch auch im bürgerlich-konservativen Milieu der US-Gesellschaft gerät derzeit einiges in Bewegung. So gibt es - > wie der verlinkte Artikel dokumentiert - Anzeichen, dass die bisher schier bedingungslose Anhängerschaft vieler amerikanischer Christen für diesen Präsidenten bröckelt.


06.06.2020

Zwei Herzen, ach, in meiner Brust: Einerseits große Freude über die breite antirassistische Bewegung in USA, Deutschland und vielen anderen Ländern; andererseits Corona-Besorgnis wegen der Zusammenballung großer Menschenmassen bei den Demos. Immerhin, und das ist ein gravierender Unterschied zu den "Hygiene"-Aufmärschen und dem Berliner Raver-Event: Man sieht auf den zahlreichen Demo-Fotos, dass die allermeisten Demonstranten Maske tragen. Man sieht auf Luftaufnahmen von diversen Demos erkennbares (teils leider erfolgloses) Bemühen um Abstandhalten.


05.06.2020

Nein, die Amis sind beileibe nicht alle bekloppt. Derzeit zeigt wieder das andere Amerika sein Gesicht - der weltoffene, humane, demokratische, sozial eingestellte, vernünftige Teil dieses Volkes der vielen Herkünfte. Ich habe in den letzten Tagen alle Nachrichten, Bilder, Statements über die aktuelle Antirassismus-Bewegung unter der Fragestellung betrachtet: Was unterscheidet die jetzige Bewegung von den diversen "Rassenunruhen" der vergangenen Jahrzehnte in den USA sowie von der Bürgerrechtsbewegung der frühen 1960er?

Antwort: Wir erleben als Reaktion auf die Ermordung von George Floyd gar keine "Rassenunruhe", keinen Protest oder Wutaufstand vornehmlich der Schwarzen. Vielmehr haben wir es zu tun mit dem Aufbegehren eines bunt gemischten Teils der US-Zivilgesellschaft gegen systemischen Rassismus. Einer der wesentlichen Unterschiede zu früher ist: Latinos, Asiaten, Indigene und sehr, sehr viele Weiße schließen sich mit den Schwarzen zusammen - verstehen sich als selbstverständliche multiethnische Einheit, für die Rassismus eine unerträgliche Absurdität im heutigen Amerika darstellt. Der Anteil jüngerer Menschen und von Frauen in dieser Bewegung ist extrem hoch. Das macht Hoffnung - wie auch die jetzt vermehrt aufbrechenden Spaltungslinien innerhalb des Establishments bis hin zur Armeeführung Hoffnung machen.


04.06.2020

Ja, ja, ja - heute endlich war ich mal Klamotten einkaufen. Opulent und vollkommen friedlich. Erst im kleinen Städtchen nebenan, hernach in der großen Stadt dorten, wo Rhenus und Mosella koitieren. In summa fünf Geschäfte hintereinander besucht; persönlicher Rekord. Zwei Hosen, drei T-Shirts, zwei Polohemden und drei Paar Socken erbeutet. Dazu noch ein paar Sachen, die wir wirklich neu brauchten: Schneidebrett, Kartoffelschäler, Körper- und Geschirrtrockentücher. Schließlich landete ich erschöpft an der zentralstädtischen Imbissbude. Eine schöne Bratwurst mit viel Senf darauf ergattert - aber kläglich gescheitert beim Versuch, sie durch den Mundschutz ins Maul zu schieben. Oh, oh, oh - der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Je häufiger und selbstverständlicher du die Seuchenmaske auf hast, umso eher vergisst du, dass du sie auf hast. Was eine Sauerei: Das Schnuffeltuch über und über mit Mostrich beschmiert, die Finger gleich drauf nicht minder. Eilends entzog sich der Mann den spöttisch-amüsierten Blicken der urbanen Öffentlichkeit.


03.06.2020

Gestern ausgestrahlt, jetzt noch in der Mediathek nachzuhören: SWR2 Musikgespräch mit mir über mein Buch zur Geschichte des Koblenzer Musik-Instituts. Wen das interessiert (8 Minuten): > Hier ist der Link zur Sendung

***

Von drauß' vom Walde komm' ich her und muss euch sagen: Es ist ein Elend dorten. Nach zwei langen Wanderungen am Pfingstwochenende in die weitere Umgebung und heute wieder durch den Hauswald muss ich, müsste selbst der sprichwörtliche Blinde mit Krückstock feststellen: Für den Unterwesterwald ist die Baumart Fichte unübersehbar ins finale Stadium des Aussterbens eingetreten. Ich konnte nirgendwo mehr einen gesunden Fichtenbestand ausmachen. > weiterlesen


02.06.2020

Gerd Neuwirth, einer meiner ältesten Freunde und frühen Kollegen in der mittelrheinischen Wahlheimat, hat einen Text über uns beide geschrieben und vorgestern im Rahmen einer Bücher-Challange auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Von meiner Ruhestandsmitteilung aufgeschreckt und angestachelt, erinnert sich Gerd an Anfänge und Werden unserer ebenso getreulichen wie produktiv streitbaren Beziehung. Da ist allerhand sehr gut getroffen und berührend bis knuffig ausgedrückt, was zum Kern dieser besonderen Freundschaft zwischen dem Alten und dem noch nicht ganz so Alten gehört. Danke Gerd. > "Eine streitbare Freundschaft" (hier)



31.05.2020

Stephan Mahlow vom Koblenzer Podcast "Runde um Eck" und ich haben neulich lange geplaudert über mein Leben, Tun und Ansichten zu diversen Gegenwartsfragen. Mahlow schreibt in seiner Ankündigung dieses Podcast-Beitrages u.a. : Es ist ein langes, aber wie ich finde sehr interessantes Gespräch geworden. Über lehrreichen Wehrdienst, die Faszination von Dialekten, "links-grün-versiffte" Positionen der Rhein-Zeitung, Fridays for Future, Qualitätsjournalismus, Facebook-Blasen und natürlich über die Coronakrise.

> Gespräch anhören wahlweise hier:

 Spotify: https://spoti.fi/36CRoHF

iTunes: https://apple.co/3es8I4K

Google Podcasts: https://bit.ly/2BdgIs6

Anchor: https://bit.ly/3ck7iIh"


30.05.2020

IN EIGENER SACHE gebe ich kund und zu wissen: Von heute an firmiere ich als "Kulturjournalist a.D." (außer Dienst). Ja, die beruflichen Schuhe sind abgelatscht, zerschlissen, löchrig. Nach 33 Jahren bin ich der Pflichten, Zwänge, Turbulenzen und Verantwortung wie auch der Erwartungen und Forderungen an mich müde. Es war eine gute Zeit, sowohl die 17 Jahre in der Zentralredaktion der Rhein-Zeitung als auch die anschließenden 16 freischaffenden Jahre. Aber nun ist es genug. Nach reiflichem Überlegen und ein bisschen Rumrechnen bin ich zu dem Schluss gekommen, postcorona nicht mehr in den Vollbetrieb meiner Zunft zurückzukehren, sondern schon jetzt - ein Jahr vorfristig - in den Ruhestand zu gehen.

Natürlich, wer mich etwas näher kennt, der/die sagt jetzt: "Er wird die Feder nie und nimmer ganz weglegen (können)." Will er auch nicht. Ich werde, freilich in stark reduziertem Maße, der Tanz- und Schauspielkunst sowie der klassischen Musik als Gelegenheitskritiker treu bleiben, mich hie und da gewiss auch zu anderen Themen in der Zeitung mal zu Wort melden. Das aber ganz nach eigener Lust und Laune. Die Lebensphase der Kür ist ausgerufen. Nun müssen sich erstmal Hirn, Gemüt und Umgebung mit den neuen Umständen vertraut machen. Alles Weitere findet sich.

 

Mai/Juni

IN EIGENER SACHE gebe ich kund und zu wissen: Von heute an firmiere ich als "Kulturjournalist a.D." (außer Dienst). Ja, die beruflichen Schuhe sind abgelatscht, zerschlissen, löchrig. Nach 33 Jahren bin ich der Pflichten, Zwänge, Turbulenzen und Verantwortung wie auch der Erwartungen und Forderungen an mich müde. Es war eine gute Zeit, sowohl die 17 Jahre in der Zentralredaktion der Rhein-Zeitung als auch die anschließenden 16 freischaffenden Jahre. Aber nun ist es genug. Nach reiflichem Überlegen und ein bisschen Rumrechnen bin ich zu dem Schluss gekommen, postcorona nicht mehr in den Vollbetrieb meiner Zunft zurückzukehren, sondern schon jetzt - ein Jahr vorfristig - in den Ruhestand zu gehen.

Natürlich, wer mich etwas näher kennt, der/die sagt jetzt: "Er wird die Feder nie und nimmer ganz weglegen (können)." Will er auch nicht. Ich werde, freilich in stark reduziertem Maße, der Tanz- und Schauspielkunst sowie der klassischen Musik als Gelegenheitskritiker treu bleiben, mich hie und da gewiss auch zu anderen Themen in der Zeitung mal zu Wort melden. Das aber ganz nach eigener Lust und Laune. Die Lebensphase der Kür ist ausgerufen. Nun müssen sich erstmal Hirn, Gemüt und Umgebung mit den neuen Umständen vertraut machen. Alles Weitere findet sich.



31.05.2020

Stephan Mahlow vom Koblenzer Podcast "Runde um Eck" und ich haben neulich lange geplaudert über mein Leben, Tun und Ansichten zu diversen Gegenwartsfragen. Mahlow schreibt in seiner Ankündigung dieses Podcast-Beitrages u.a. : Es ist ein langes, aber wie ich finde sehr interessantes Gespräch geworden. Über lehrreichen Wehrdienst, die Faszination von Dialekten, "links-grün-versiffte" Positionen der Rhein-Zeitung, Fridays for Future, Qualitätsjournalismus, Facebook-Blasen und natürlich über die Coronakrise.

> Gespräch anhören wahlweise hier:

 Spotify: https://spoti.fi/36CRoHF

iTunes: https://apple.co/3es8I4K

Google Podcasts: https://bit.ly/2BdgIs6

Anchor: https://bit.ly/3ck7iIh"


25.05.2020

FRAGIL (zerbrechlich, zart) ist wohl das zutreffendste Wort für die derzeitige Lage an der Seuchenfront. Und wie geht man mit etwas Fragilem um? Vorsichtig, sehr sehr vorsichtig. Davon kann m.E. im Augenblick (nicht nur) hierzulande keine Rede sein. Vorneweg scheinen Politik und Wirtschaft vergessen zu haben, dass die gesamte Gesellschaft sich nach wie vor in einem Hochrisiko-Experiment mit durchaus ungewissem Verlauf und Ausgang befindet. Was ausgerechnet Ramelow reitet, sich jetzt an die Spitze der Bewegung zur (vor)eiligen "Normalisierung" zu setzen, ist mir rätselhaft.

Gewiss, die Zahlen der Neuinfektionen sind in Europa und gerade Deutschland erfreulich rückläufig. Weltweit allerdings steigen selbst die offiziell registrierten Fälle weiter an, von den nichtregistrierten und/oder vertuschten ganz zu schweigen. Vielleicht muss man mal wieder auf die Anfänge der Pandemie zurückblicken, um deren tatsächliches Gefahrenpotenzial in Erinnerung zu bringen: Auf irgendeinem Markt am anderen Ende Welt infizierten sich eine Hand voll Menschen mit dem bis dahin unbekannten Virus. Schon vier bis sieben Wochen später hatte es sich um den ganzen Planeten gefressen - und weitere drei Monate später offiziell 345 000 Menschen (Stand heute, laut Johns Hopkins) das Leben gekostet. Und noch immer gibt es kein durchschlagendes Medikament und keinen Impfstoff gegen Covid19.


24.05.2020

Dies ist die Titelseite der heutigen (24.5.) New York Times. Ein Fanal. Aufgelistet sind - stellvertretend für jetzt fast 100 000 Corona-Tote in den USA - einige hundert Verstorbene aus allen Altersklassen und Berufsgruppen.


23.05.2020

Und nochmal: Fakten, Fakten, Fakten wider falsche, irrtümliche oder absichtsvoll unwahre Behauptungen in Sachen Corona. > Projekt Süddeutsche Zeitung


22.05.2020

"Man sollte die Einfachheit mancher Lebensweise nicht mit Primitivität verwechseln."

Dieser irgendwann irgendwo gelesene Satz kam mir beim behaglichen Brückentagsfrühstück unversehens in den Sinn. Und er fühlt sich gut an.

***

Volkswirtschaftlich wäre das eine unsinnige Maßnahme, ökologisch eine geradezu schändliche Dummheit und politisch ein Kotau der Regierung vor der Autoindustrie. In summa also: Komplett bescheuert. > Artikel Berliner Zeitung "Die Abwrackprämie kommt doch"


21.05.2020

Da kommt man vom Einkaufen zurück, freut sich, dass hierorts die Leute in großer Selbstverständlichkeit auf dem Weg von Parkplatz zum  Supermarkt ihre Masken aufgesetzt und sich auch sonst unaufgeregt ans Seuchenreglement gehalten haben. Was aber kriegt man daheim als erstes zu hören? "Du weißt schon, dass deine Hose kaputt ist - und der Pullover übrigens auch." > Kleines Verzählche aus dem Alltag


19.05.2020

***ACHTUNG TERMINÄNDERUNG: Das Radio-Gespräch von SWR2 mit mir über mein Buch "Aus Liebe zur Musik - Das Musik-Institut Koblenz im Lauf der Zeiten 1808 bis 2018" wird erst am 2. Juni (ab ca. 10.45 Uhr) gesendet.


16.05.2020

Die Coronakrise hat auch das Monatsmagazin "Kulturinfo" kalt erwischt, in dem seit 2005 meine Kolumne "Quergedanken" erscheint. Die vorige Ausgabe kam Ende März heraus, danach fehlt eine Nummer. Denn das "Kulturinfo" ist primär ein Magazin zu Vorstellung und Bewerbung von Kulturveranstaltungen in der Region Mittelrhein und Nachbarschaft. Nach der Stilllegung des LIve-Kulturbetriebs im Zuge der Seuche, gab es keine Ankündigungen und Anzeigen mehr zum Drucken. Mit den jüngsten Beschlüssen zur Teilöffnung auch des Kuilturbetriebes kann nun wieder eine Nummer in Angriff genommen werden. Damit werden auch wieder die "Quergedanken" fällig. Bis zum Erscheinen des Heftes sind noch ein paar Tage hin, doch meinen Text stelle ich schon vorab im Netz. Grund: Darin geht es um das dubios-konfuse Phänomen der "Hygienedemos", die auch am heutigen Samstag manchen Platz zum Risikogebiet machen. > Quergedanken Nr. 182: Denn sie wissen (nicht), was sie tun


14.05.2020

Es gibt da etwas, das ich einfach nicht begreife. Nachvollziehbar ist noch, dass medizinische Laien und der Volksmund verbreitetet glauben: Optimales Mittel gegen Virus- und Bakterieninfektionen sei ein starkes Immunsystem und nicht Ansteckungsvermeidung, Medikamente oder gar Impfimmunisierung gegen Viren. Diese Ansicht rührt schließlich von mannigfachen lebenspraktischen Erfahrungen, wonach jüngere, gesunde, körperlich robuste Menschen viele der gewöhnlichen Infektionskrankheiten (sehr oft) tatsächlich am besten überstehen. Wie aber selbst ein paar studierte Mediziner und andere "Experten" auf die Idee kommen können, diese Populärgeneralisierung zu teilen und auch auf die Coronaseuche anzuwenden, ist mir völlig rätselhaft.

Haben diese Herrschaften während ihres Studiums die Vorlesungen über Medizin- und Seuchengeschichte verschlafen? Haben sie kein einziges Mal ein Auge auf Mechanismen, Wesen und Wirken wenigstens der Spanischen Grippe von 1918 bis 1920 geworfen? Oder sich mit Pest, Pocken, Lepra, Ebola etc. befasst? Dann wüssten sie nämlich, dass auch schon eine Menge Erreger aufgetreten sind, die bei ihren Opfern keinen Unterschied machen und selbst das stärkste Immunsystem bis zur Letalität niederwerfen können. Ja, dass es sogar schon Erregermutationen gab, die vorzugsweise jüngere, starke Menschen angegriffen und in großer Zahl getötet haben. So geschehen bei der zweiten Welle der Spanischen Grippe.

Zur Erhellung sei die TV-Dokumentation > "Spanische Grippe - Das Geheimnis des Killervirus" ans Herz gelegt (in der ZDF-Mediathek).


12.05.2020

Da schreibt mir einer via Mail: "Herr Pecht, sie sind doch geradezu begierig danach, dass eine große zweite Corona-Welle kommt und beim Wetter eine Katastrophe die andere jagt. (...)"
Meine Antwort: Werter Herr (XY), das sehen Sie völlig falsch. Liebend gern hätte ich für meine alten Tage auf diese Pandemie verzichtet. Weshalb ich auch fest die Daumen drücke, dass das gut geht mit den Öffnungen. Hat man sich allerdings jemals ein bisschen mit den Mechanismen von Epidemien befasst, kann man eben die Augen nicht verschließen vor den Rücksturzgefahren, die Lockerungen der Schutzmaßnahmen immer beinhalten. Liebend gern hätte ich auch auf den Klimawandel verzichtet. Aber die industrielle Zivilisation hat ihn sich nunmal eingebrockt, er läuft. Wer seine fünf Sinne noch beisammen hat, aufmerksam in die Welt schaut und ein bisschen die aktuelle Klimaforschung verfolgt, der weiß eben, was da bereits begonnen hat, und fürchtet, was da noch kommen wird. Gleichwohl bin ich über jede Jahreszeit sehr glücklich, die noch einmal halbwegs der durchschnittlichen Normalität entspricht, die ich über mehrere Jahrzehnte erleben durfte.


10.05.2020

Im Lesesessel am Fenster lümmeln und dem kräftigen, aber doch maßvollen Landregen lauschen, den das zweite Gewitter mitgebracht hat. Schön. Eine Stunde zuvor hatte das erste noch mit einer 8-minütigen Sturzflut nebst Hageleinlage ruppig auf das Land eingedroschen. Wenn ich die Wetterfrösche richtig verstehe, räumen diese Gewitter nun den Weg frei für den Einzug der "Eisheiligen". Kühl soll's werden die nächsten drei Tage bis auch die Sophie durch ist, vielleicht kalt. In einigen Mittelgebirgslagen sei sogar nochmal mit Schnee zu rechnen, heißt es. Nun denn.

***

Mal wieder was ganz anderes: schmunzeliges Sinnieren beim behaglichen Sonntagsfrühstück. Bisher ging ich davon aus, dass die Mehrzahl der mir eigenen "seltsamen" Neigungen in den Westerwald mitgenommene genetische Erbteile meiner badisch-kurpfälzischen Sippe aus Bauern, Wirtsleuten, Schnapsbrennern und Handwerkern sind. Seit Erscheinen der jüngsten "Zeit"-Ausgabe ist nun allerdings Umdenken angesagt. Dort wird auf der Titelseite gefragt: "Warum zieht es uns in die Natur?" Und sogleich die Antwort gegeben: "Weil wir letztlich Tiere geblieben sind." Hurra, ich bin ein Viech! Fragt sich bloß noch: Was für eines?


09.05.2020

Es haben mich in den letzten Tagen per Mail etliche kritische bis sagen wir: ungehaltene Zuschriften zu meinen Corona-Beiträgen in diversen Medien erreicht. Ich kann sie nicht alle einzeln beantworten. Was auch nicht nötig ist, da die meisten (teils mit erstaunlicher Wortgleichheit) auf die immer gleiche Fragestellung hinauslaufen: „Es gibt eine Reihe von durchaus reputierten Wissenschaftlern (Bhakdi, Wodarg, Höckerts, Mölling, Ioannidis (USA) ...), die dem vor allem vom RKI und Herrn Prof. Dr. Drosten gestützten vorherrschenden Corona-Narrativ widersprechen und die nicht einem rechten Spektrum zugeordnet werden können. Wie schätzen Sie diese wissenschaftliche Opposition ein?“ > Meine Antwort (hier)


08.05.2020

Es war zu befürchten: Was auf dem Papier vernünftig und für jeden Einzelfall recht sicher klingen mag, erweist sich jetzt lebenspraktisch in der Summe als chaotischer Zusammenbruch des Seuchenschutzes im öffentlichen Raum. > Anmerkung zu aktuellen Beobachtungen


07.05.2020

Einerseits: Hinsichtlich der gestrigen Vereinbarungen zwischen Ministerpräsidenten und Kanzlerin neige ich zu der Formulierung "Nun sind in Sachen Corona-Seuchenschutz alle Dämme gebrochen". Meiner persönlichen Ansicht nach kommt eine Öffnung solchen Ausmaßes zwei bis drei Wochen zu früh. Gleichwohl drücke ich natürlich die Daumen, dass das halbwegs gut geht, bange allerdings, wir könnten alsbald in einer noch schwerer erträglichen Jojo-Situation landen (Öffnung > Schließung > Öffnung > Schließung...)

Andererseits: Die Vereinbarung beinhaltet zwei sehr gescheite Komponenten. a) Die Obergrenze 50 : 100000, bei deren Erreichung Notbremsen gezogen werden müssen; b) die Möglichkeit auf regional unterschiedliche Infektionsentwicklungen regionalspezifisch zu reagieren. Dennoch bleibt das Problem: So sicher tausenderlei Öffnungspraktiken einzeln jeweils erscheinen mögen, in summa kommt eben de facto doch eine explosionsartige Vermehrung von Menschenkontakten dabei heraus.

Ich selbst werde mir deshalb erlauben, mein bisheriges Seuchenschutz-Verhalten soweit irgend möglich erstmal noch zwei bis drei Wochen beizubehalten. Schaun mer mal, wie die Sache sich entwickelt.


06.05.2020

Nur mal so, Info zur Tatsachenlage, an alle, die es angeht:
"Ein für allemal: Eine Corona-Impfpflicht stand nie im Gesetzesentwurf, zu keinem Zeitpunkt." Dies erklärte jetzt Bärbel Bas, Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Die Aussage entspricht meiner Lektüre des Entwurfs. Auch Jens Spahn sprach sich gegen eine Impfpflicht aus. Dessen ursprüngliche Idee vom "Immunitätsausweis" ist ebenfalls vom Tisch und zur Erörterung an den Deutschen Ethikrat verwiesen. Proteskampagnen gegen eine vermeintliche Corona-Zwangsimpfung entbehren derzeit jeglicher Grundlage, die Initiatoren verfolgen m.E. dubiose politische Zwecke.


05.05.2020

Zeitungslektüre in der Frühe. Vier Punkte, die bei mir als gute Nachrichten hängen bleiben:
1.) "Um Palmer wird es einsam": Nachdem schon vergangene Woche BaWü-Ministerpräsident Kretschmann sehr deutlich zu Palmer auf Distanz gegangen ist, stellt ihn nun der Bundesvorstand der Grünen - unabhängig vom endlosen Verfahren um einen Parteiausschluss - parteilich de facto kalt.
2.) Spahn rudert in Sachen Immunitätsausweis zurück und überantwortet SEINE Idee erstmal dem Deutschen Ethikrat. Derweil warnt die WHO vor der Einführung von - wissenschaftlich derzeit ohnehin nicht haltbaren - "Immunitätsnachweisen".
3. "Globale Koalition gegen das Virus": Eine große Zahl von Staaten werfen etliche Milliarden Euro in einen gemeinsamen Topf zur Finanzierung erweiterter Forschung/Entwicklung von Impfstoff gegen Covid19. Man einigte sich auch darauf, den Impfstoff nachher quasi dem normalen Treiben der pharmazeutischen Märkte zu entziehen und aller Welt in gleicher Weise zur Verfügung zu stellen.
4. "Wider das Wachstumsdogma": Der von mir vor 4 Wochen prognostizierte "große Kladeradatsch" um die Lehren aus der Corona-Krise für die mittel- und langfristigen (systemischen) Weichenstellungen in Gesellschaft und Wirtschaft hat begonnen. Das ist gut so. Die Hauptfrontlinie, das deutet sich bereits an, verläuft zwischen denen, die möglichst schnell einfach zurück wollen zum Status quo ante mit seinem Dominanzprinzip von "Wachstum, Wachstum über alles, koste es, was es wolle" - und jenen, die nun die Chance und Notwendigkeit sehen, zum Primat von Naturverträglichkeit, Menschenveträglichkeit und Nachhaltigkeit umzusteuern. Diese jetzt begonnene Großdiskussion ist m.E. jenseits der aktuellen praktischen Seuchenbekämpfung die wichtigste von allen.


04.05.2020

Da ist mir gestern in einer Facebook-Diskussion der Kragen geplatzt und das Nachfolgende aus der Tastatur geschossen, weil wieder so ein Unschuldigtuer Krokodilstränen vergoss, gegen "Zwangsimpfung" wetterte und Befürworter des Seuchenschutzes als "blinde Lemminge" beschimpfte. > Zum zornigen Ausbruch (hier)


03.05.2020

Übrigens (für den Hinterkopf): Das Prinzip Dunkelziffer - wonach die Zahl der tatsächlich Covid19-Infizierten wesentlich höher liegt als offiziell erfasst - gilt ebenfalls für die Corona-Todesfälle. Denn in fast keinem Land der Erde werden außerklinisch Verstorbene auf eine mögliche Corona-Ursache untersucht. Und in vielen Ländern/Gegenden wird schlechterdings still daheim gestorben.

Zahlen bestätigter Fälle (So, 3.5., 12.32 Uhr) nach Johns Hopkins jenseits der rein deutschen Betrachtung:
Infizierte weltweit = knapp 3,5 Millionen; Corona-Tote weltweit bisher rund 244 000. Infizierte USA = knapp 1,2 Millionen; davon infolge Covid19 verstorben = rund 67 000. (und nun noch den Hinterkopf zuschalten s.o.)

***

Sonntagmorgendlicher Rundgang ums Haus und durch den Selbstversorgungsgarten. Nach den Regenschauern der vergangenen drei Tage kann man Gemüse, Sträuchern, Blumen, Gras beim drängenden Wachsen zuschauen. Die Setzkartoffeln haben quasi über Nacht Blatttriebe durch die Erde gedrückt. Auch die Zeit des Futterns Von-der-Hand-in-den-Mund hat begonnen: Wir essen bereits täglich Radieschen, Rübchen, Rukola und kleine Jungzwiebeln. Anfang der Woche muss - erstmals 2020 - auch der Rasenmäher mal wieder Dienst tun. Ende der Woche dürfte der erste Kopfsalat fällig sein. Freude!


02.05.2020

Eine Bemerkung anlässlich der derzeit von allen Seiten einprasselnden Flut von Beschwerden gegen "Ungerechtigkeit, Unlogik, Nichtnachvollziehbarkeit" etc. von Öffnungen bzw. Nichtöffnungen des Corona-Seuchenschutzes: Für die jeweils Betroffenen sind natürlich die Einzelregelungen besonders wichtig, epidemologisch sind sie es streng genommen nicht. Denn ursprünglich wurden alle Maßnahmen mit dem Ziel ergriffen, in summa die Menschenbewegung/-begegnung so weit irgendmöglich zu reduzieren. Was wir jetzt erleben, ist der wohl ebenso verzweifelte wie riskante Versuch, zwei Dinge in Einklang zu bringen, die sich im Grunde widersprechen: Weiterhin möglichst wenig Menschenkontakt bei zugleich möglichst vielen Öffnungen. Daher rührt m.E. die (scheinbare?) Unlogik so mancher aktuellen Neuregelung.


01.05.2020

Kleines Verzählche am und zum 1. Mai. Eine Erinnerung, beim Frühstück plötzlich aus den Hirntiefen aufgestiegen und wohl provoziert durch das heute seltsame Gefühl: Erstmals zu meinen Lebzeiten gibt es an dem für mich seit früher Jugend wichtigsten Feiertag im Jahreszyklus keine Demonstrationen und Kundgebungen. *** Wir schreiben die Nacht vom 30. April zum 1. Mai wahrscheinlich anno 1971. > weiterlesen (hier)



30.04.2020

Laut Johns Hopkins Uni gibt es derzeit weltweit 3,2 Millionen bestätigte Covid19-Infizierte und sind rund 230 000 in Folge der Infektion gestorben. Neben den schon allseits bekannten medizinischen wie gesellschaftlichen Wirkungen der Seuche schieben sich zusehends Nachrichten aus etlichen Ländern in den Blick über noch ungeklärte, unerforschte, unerwartete medizinische Begleiterscheinungen und Folgewirkungen der Viruserkrankung. > Kurzkommentar zu unerwarteten Neben- und Folgewirkungen


28.04.2020

Es ist nun wohl an der Zeit, dass die Grünen sich von diesem Herrn Palmer trennen!


26.04.2020

Mein persönlicher Katalog von unumstößlichen 7 Basiserkenntnissen und Grundregeln für die Corona-Seuche. > weiterlesen (hier)

 

30.04.2020

Laut Johns Hopkins Uni gibt es derzeit weltweit 3,2 Millionen bestätigte Covid19-Infizierte und sind rund 230 000 in Folge der Infektion gestorben. Neben den schon allseits bekannten medizinischen wie gesellschaftlichen Wirkungen der Seuche schieben sich zusehends Nachrichten aus etlichen Ländern in den Blick über noch ungeklärte, unerforschte, unerwartete medizinische Begleiterscheinungen und Folgewirkungen der Viruserkrankung. > Kurzkommentar zu unerwarteten Neben- und Folgewirkungen


28.04.2020

Es ist nun wohl an der Zeit, dass die Grünen sich von diesem Herrn Palmer trennen!


26.04.2020

Mein persönlicher Katalog von unumstößlichen 7 Basiserkenntnissen und Grundregeln für die Corona-Seuche. > weiterlesen (hier)


23.04.2020

Kulturnachrichten aus der Corona-Welt: Zahlreiche deutsche Klassikfestivals haben sich zur Notgemeinschaft "Forum Musik Festivals" zusammengeschlossen und der Bundesregierung ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt mit Forderungen und Vorschlägen für die Krisenzeit. Zu den 40 Erstunterzeichnern gehören aus dem (meinem) hiesigen Beritt u.a. das Mosel Musik Festival und das Internationales Musikfestival Koblenz. > Das Positionspapier im Wortlaut und die Liste der Erstunterzeichner (hier)


22.04.2020

Lesen und beherzigen, was meine Kollegin und gute Freundin Heike Rost sich über Maskenpflicht, Verschwörungsstuss, Ignoranz und egozentrisches Gemaule von der Seele geschrieben hat! Danke, liebe Heike. > Zum Gastbeitrag (hier)


21.04.2020

Nur so ein Gedanke: Deutschland führt mit seinem jetzigen (frühen) Exit-Kurs ein die gesamte Gesellschaft umfassendes Hockrisiko-Experiment durch. Vergleichbares hat es noch nie gegeben, niemand hat irgendwelche Erfahrungen damit, keiner kann Verlauf und Ergebnis voraussehen oder gar garantieren. Warum geht man ein derartig gewaltiges Wagnis ein? Weil, so die Befürworter dieses Kurses, unter Kuratel des scharfen Seuchenschutzes die wirtschaftliche Notlage von Tag zu Tag schlimmer wird und für Teile der Bevölkerung das Alltagsleben zusehends unerträglicher. Es bräuchte ein Perspektive, zeitnah aus dem Elend herauszuskommen.

Zweiter Teil des Gedankens: Es gibt auf der Welt seit vielen Jahren viele Menschen, denen es im Grundsatz genauso ergeht. Ihre wirtschaftliche Lage ist ebenfalls düster, allerdings bis hin zur tatsächlich blanken Überlebensnot; ihr Alltagsleben ist von Krieg, Terror, Unterdrückung geprägt. Und eine Perspektive auf zeitnahe oder wenigstens zeitfernere Besserung haben sie nicht. Also wagen sie ein Hochrisiko-Experiment mit völlig ungewissem bis lebensgefährlichem Verlauf und Ausgang: Sie versuchen, dem Elend zu entfliehen, begeben sich auf eine riskante Wanderung in der Hoffnung auf bessere Umstände.

So gesehen, könnte man sagen: Deutschland besteht derzeit aus 80 Millionen Wirtschaftsflüchtlingen. Sie wandern nicht unter Lebensgefahr von einem Ort zum andern, sondern flüchten - quasi ebenfalls unter Lebensgefahr - durch die Zeit.


18.04.2020

Die Corona-Seuche hat das normale Kulturleben stillgelegt. Besonders hart trifft das freie Kulturschaffende: Ihnen sind sämtliche Quellen für Einkünfte aus eigener künstlerischer Arbeit versiegt. Wie lange das andauern muss und wird, weiß niemand. Weshalb der Staat auch auf dem Feld der Kultur einspringen muss, um den Betroffenen die Seuchendauer finanziell halbwegs erträglich zu machen und existenzielle Zusammenbrüche zu verhindern. Bei der Frage, ob er dieser Pflicht angemessen gerecht wird, tut sich zwischen Staatsvertretern und Kulturakteuren eine tiefe Bewertungskluft auf. Die fällt in einigen Bundesländern, darunter Rheinland-Pfalz, besonders krass aus. > Meine Analyse zur Lage (5700 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


15.04.2020

Schöne Solidaritätsgeste unter Theaterkünstlern in Koblenz: Das Schauspielensemble des Theaters Koblenz hat zusammengelegt/gesammelt, um die beiden kleinen freischaffenden Theater in der Stadt in dieser schwierigen Zeit ohne Einnahmen etwas zu unterstützen. 2500 Euro kamen zusammen. Intendant Markus Dietze und Jana Gwosdek, Ensemblevertreterin Schauspiel, haben das Geld am heutigen Vormittag an die Vorsitzende des Landesverbandes freier professioneller Theater (La ProfTH), Astrid Sacher, zur Weiterleitung übergeben.


14.04.2020

Leseempfehlung! Interessante Analyse von Klaus Brinkbäumer auf Zeit-online zur Frage, warum gerade die USA in der Corona-Krise besonders schlecht dastehen. Auszug: "(...)Vor allem sind da diese zwei Ursachen: Riesige Gruppen in der Bevölkerung der USA und wichtige Gruppierungen wie der Fernsehsender Fox News oder die Republikanische Partei haben, erstens, die Verachtung von Wissenschaft und überhaupt Bildung zur Leitlinie, zur Ideologie, erklärt. (...) Und, zweitens, verachten diese Bevölkerungsgruppen und ihre Volksvertreter Politik im Sinne von Steuerung oder Gestaltung eines Staates. (...)" > Ganzer Artikel hier


13.04.2020

Und im ganz Kleinen am Ort bringt sich jenes menschengemachte Jahrtausendproblem in Erinnerung, das im Hintergrund der 2020er-Seuchenkrise ungerührt weiter seinen weltverändernden Weg geht. Deshalb die praktische Aufforderungen an die Freunde/innen im Westerwald, in den rheinischen Mittelgebirgen und Tälern sowie anderswo: Ihr müsst tanzen jetzt, regentanzen - auf dass das für heute avisierte "Regengebiet" nicht wieder durchziehe, ohne ein paar Liter Wasser abzulassen. Nach hierorts wiederum gänzlich ausgefallenem Winter haben wir nun schon in der siebten Woche ausgerechnet der frühen Vergetationsphase keinen Tropfen Regen abgekriegt. Und wir fürchtern uns vor der Wiederholung des Sommers 2018, dessen Trockenphase mehr als sieben Monate währte.


12.04.2020

Heute, am heiligen Ostersonntag, brummte erstmals eine Drohne über unserem Anwesen herum. Entschlossen kam die Luftabwehr zum Einsatz. Doch der Aggressor war zu hoch für meine alte Zwille aus Astgabel und Einmachgummi. Ich muss aufrüsten.

***

Ei, ei, ei - da wird doch das Huhn in der Pfanne verrückt. Nach vier Wochen intensiver Gartenarbeit war ich auf dem besten Wege runter 'gen 90 kg adonisischer Leibespracht. Nun dieser heidnische Konteranschlag: Auf dem Ostersonntagfrühstückstisch steht ein riesiges Nest mit Eiern. Hühnereier in Farbe, Schokoladeneier unterschiedlichster Machart, Geleeeier, Zuckereier, Marzipaneier, Waffeleier. Bewacht wird die ganze Eierei von einem Hasen, der kein Häschen ist, dafür aber ebenfalls aus Schokolade. Und da bei uns gilt, "Nahrungsmittel lässt man nicht verderben und schmeißt man nicht weg", dürfte das vorläufig nichts werden mit dem Altersidealgewicht von 89 kg. Verdammich aber auch!


11.04.2020

Satirisches Corona-Bonmot des Tages: "Meine leise Hoffnung ist ja, dass die Friseurläden noch lange geschlossen bleiben. Ich wollte immer schon mal in einem Land leben, das von Janis Joplin und ZZ Top regiert wird." (Gefunden im aktuellen Zeit-Magazin, dort dem Redakteur Peter Dausend aus der Feder geflossen.)


09.04.2020

Da reale Umsetzung derzeit kaum möglich ist, erlaube ich mir keck diesen herzig-ideellen Gruß zum Oster-/Frühlingsfest im Jahre Corona: Umarmt und geküsst seien alle liebreizenden wie bisweilen auch kantig-grantigen Mädchen und Frauen. Die Herren müssen sich mit einem kräftigen Handschlag bescheiden. Trotz der aktuellen Unbilden seien alleits schöne Feiertage gewünscht.


08.04.2020

Neben mir auf dem Schreibtisch liegt eine über die vergangenen vier Wochen stetig länger gewordene Stichwortliste. Nein,sie sammelt nicht die vermeintlichen oder tatsächlichen Fehler, die im Zuge der Seuche begangen wurden/werden. Vielmehr listet sie Faktoren falscher Weichenstellungen in den zurückliegenden ca. 30 Jahren auf, die sich in den jetzigen Tagen der Krise als strukturelle Schwachstellen offenbaren. > Kurze Anmerkung dazu


06.04.2020

Ich verstehe ja, dass diese Frage viele Zeitgenossen umtreibt. Aber muss sie deshalb jeden Tag auf allen Kanälen immerfort gestellt werden: "Wie lange dauert der Corona-Ausnahmezustand noch?" Es wird auf Teufel komm raus gefragt. obwohl jeder, der seine fünf Sinne beisammen hat, die Antwort schon vorher kennt: "Es dauert so lange es eben dauert." Wie lange das sein wird, kann derzeit kein ernsthafter Mensch ernsthaft oder gar verbindlich beantworten. Geduld, Disziplin, Stehvermögen und Solidarität sind das Gebot der Stunde. Wie rief mir ein Nachbar heute über den Gartenzaun zu: "Do müsse ma halt durch. Hilft jo nix."


04.04.2020

Corona-Nachrichten vom späten Freitagabend, die bei mir hängengeblieben sind:
- Das Modell Singapur ist leider gescheitert. Die dortige Regierung musste infolge dramatisch ansteigender Infektionszahlen nun ihre Linie aufgeben, die Virus-Ausbreitung nur per App zu verfolgen und Ansteckungslinien zu unterbrechen, ansonsten das Leben aber normal laufen zu lassen.
- Infektions- und Todesrate in USA explodieren, nehmen auch in Russland rasant zu.
- In Brasilien haben die Regionalgouverneure und die Drogenbosse (sic) der untätigen Bolzonaro-Regierung quasi das Heft des Handelns aus der Hand genommen und in ihren Regionen resp. in den Armenvierteln eigenständig Notstandmaßmnahmen ergriffen.
- Italien hat dank strikter Seuchenschutzmaßnahmen fürs erste wohl das Gipfelplateau der Seuche erreicht. D.h. Ansteckungs- und Todesrate beschleunigen sich nicht mehr. D.h. aber auch, die absolute Zahl der Betroffenen nimmt weiter jeden Tag zu. Eine ähnliche Entwicklung deutet sich in Deutschland an.
- Neues und verlässliches Schnelltestverfahren auf bereits eingetretene Immunität geht an einer deutschen Uniklinik in die Praxisphase.
- Erste Versuche, Blutserum von immun Gewordenen zur Behandlungsunterstützung bei schweren Corona-Fällen laufen. Prognose: Könnte hilfreich sein; Ergebnis in 2 bis 4 Wochen.
- Mehrere tausend Marinesoldaten auf einem US-Flugzeuträger bejubeln ihren Kapitän, obwohl der gerade unehrenhaft entlassen von Bord gehen muss. Der Offizier hatte, als 100 Corona-Fälle in seiner Mannschaft festgestellt worden waren, das Oberkommando dringlich um Evakuierung des Kriegsschiffes ersucht. Nach ablehnendem Bescheid hatte er verzweifelt den Sachverhalt an die Öffentlichkeit gebracht. Das Schiff wird nun evakuiert, den couragierten Kapitän aber hat man geschasst.


03.04.2020

*Zum Wochenende ein bisschen albern (muss mal sein)* Wir hatten wohl all die Jahrzehnte zuvor eine völlig falsche Vorstellung von virologischen Forschungsinstitutionen und blässlichen, unterkühlten, unscheinbaren Leuten, die dort in abgeschotteten Kellerlaboren über Mikroskopen verkümmern. Denn jetzt, da die Vertreter/innen dieser Zunft zuhauf ins Licht gezogen werden, staunen wir nicht schlecht über eine Vielzahl attraktiver Herren (soweit ich das beurteilen kann) und bildhübscher Damen (das kann ich beurteilen) in ihren Reihen.

Ein trotz allem möglichst schönes, lebens- und liebesfrohes Wochenende sei gewünscht.


01.04.2020

Und jetzt mal die Gretchen-Frage an die kleine Minderheit der Pandemie-Zweifler und -Relativierer, der Seuchenverharmloser oder -leugner: Ab wievielen Corona-Toten wäret ihr bereit, euren Standpunkt zu überdenken? 100 000, 500 000, 2 Millionen, 5 Millionen, 10 Millionen oder mehr? Ihr könnt ja auf das Eintreten eines euch überzeugenden globalen Grenzwertes warten - der Rest der Welt kann es nicht, denn er muss real alles tun, um unzählige Leben zu retten. Ihr dürft auch eure irrwitzige Meinung behalten. Aber: Steht, bittschön, den Kämpfern an der Seuchenfront nicht im Wege rum und sabotiert nicht den Schulterschluss der übergroßen Bevölkerungsmehrheit gegen die Seuche!!!


31.03.2020

Von Tag zu Tag nimmt die Anzahl selbst gestern noch vernünftiger Leute zu, die in unbegreiflicher Realitätsblindheit plötzlich nach jedem Strohhalm greifen, der die Corona-Pandemie kleinredet und die Seuchenschutzmaßnahmen der Regierung(en) als überzogen anprangert. Weshalb ich sagen muss: Ich bin froh darüber, dass sich das Gros der Bevölkerung - Klopapier hin oder her - draußen inzwischen vernünftiger verhält. Ich bin für den Moment auch froh darum, dass viele der verantwortlichen Politiker/innen zumindest im aktuellen Krisenmodus den Schulterschluss mit der ernsthaften Wissenschaft suchen und die sprichwörtlichen Eier haben, im Interesse des Gemeinwohls das zur Rettung von Leben Notwendige durchzusetzen und hoffentlich durchzuhalten. Allein zu diesem Zweck haben wir dem Staat einen Teil unsere Freiheit vorübergehend abgetreten. Klar ist und alternativlos: Nachher, wenn die Seuche besiegt ist, werden wir diesen Teil zurückverlangen, vollständig und unbeschädigt.

 

Vorläufiger Daueraushang mit der Bitte um Beachtung:

> Liste von Streaming-Angeboten und Hilfsaufrufen aus der freien Kulturszene



04.04.2020

Corona-Nachrichten vom späten Freitagabend, die bei mir hängengeblieben sind:
- Das Modell Singapur ist leider gescheitert. Die dortige Regierung musste infolge dramatisch ansteigender Infektionszahlen nun ihre Linie aufgeben, die Virus-Ausbreitung nur per App zu verfolgen und Ansteckungslinien zu unterbrechen, ansonsten das Leben aber normal laufen zu lassen.
- Infektions- und Todesrate in USA explodieren, nehmen auch in Russland rasant zu.
- In Brasilien haben die Regionalgouverneure und die Drogenbosse (sic) der untätigen Bolzonaro-Regierung quasi das Heft des Handelns aus der Hand genommen und in ihren Regionen resp. in den Armenvierteln eigenständig Notstandmaßmnahmen ergriffen.
- Italien hat dank strikter Seuchenschutzmaßnahmen fürs erste wohl das Gipfelplateau der Seuche erreicht. D.h. Ansteckungs- und Todesrate beschleunigen sich nicht mehr. D.h. aber auch, die absolute Zahl der Betroffenen nimmt weiter jeden Tag zu. Eine ähnliche Entwicklung deutet sich in Deutschland an.
- Neues und verlässliches Schnelltestverfahren auf bereits eingetretene Immunität geht an einer deutschen Uniklinik in die Praxisphase.
- Erste Versuche, Blutserum von immun Gewordenen zur Behandlungsunterstützung bei schweren Corona-Fällen laufen. Prognose: Könnte hilfreich sein; Ergebnis in 2 bis 4 Wochen.
- Mehrere tausend Marinesoldaten auf einem US-Flugzeuträger bejubeln ihren Kapitän, obwohl der gerade unehrenhaft entlassen von Bord gehen muss. Der Offizier hatte, als 100 Corona-Fälle in seiner Mannschaft festgestellt worden waren, das Oberkommando dringlich um Evakuierung des Kriegsschiffes ersucht. Nach ablehnendem Bescheid hatte er verzweifelt den Sachverhalt an die Öffentlichkeit gebracht. Das Schiff wird nun evakuiert, den couragierten Kapitän aber hat man geschasst.


03.04.2020

*Zum Wochenende ein bisschen albern (muss mal sein)* Wir hatten wohl all die Jahrzehnte zuvor eine völlig falsche Vorstellung von virologischen Forschungsinstitutionen und blässlichen, unterkühlten, unscheinbaren Leuten, die dort in abgeschotteten Kellerlaboren über Mikroskopen verkümmern. Denn jetzt, da die Vertreter/innen dieser Zunft zuhauf ins Licht gezogen werden, staunen wir nicht schlecht über eine Vielzahl attraktiver Herren (soweit ich das beurteilen kann) und bildhübscher Damen (das kann ich beurteilen) in ihren Reihen.

Ein trotz allem möglichst schönes, lebens- und liebesfrohes Wochenende sei gewünscht.


01.04.2020

Und jetzt mal die Gretchen-Frage an die kleine Minderheit der Pandemie-Zweifler und -Relativierer, der Seuchenverharmloser oder -leugner: Ab wievielen Corona-Toten wäret ihr bereit, euren Standpunkt zu überdenken? 100 000, 500 000, 2 Millionen, 5 Millionen, 10 Millionen oder mehr? Ihr könnt ja auf das Eintreten eines euch überzeugenden globalen Grenzwertes warten - der Rest der Welt kann es nicht, denn er muss real alles tun, um unzählige Leben zu retten. Ihr dürft auch eure irrwitzige Meinung behalten. Aber: Steht, bittschön, den Kämpfern an der Seuchenfront nicht im Wege rum und sabotiert nicht den Schulterschluss der übergroßen Bevölkerungsmehrheit gegen die Seuche!!!


31.03.2020

Von Tag zu Tag nimmt die Anzahl selbst gestern noch vernünftiger Leute zu, die in unbegreiflicher Realitätsblindheit plötzlich nach jedem Strohhalm greifen, der die Corona-Pandemie kleinredet und die Seuchenschutzmaßnahmen der Regierung(en) als überzogen anprangert. Weshalb ich sagen muss: Ich bin froh darüber, dass sich das Gros der Bevölkerung - Klopapier hin oder her - draußen inzwischen vernünftiger verhält. Ich bin für den Moment auch froh darum, dass viele der verantwortlichen Politiker/innen zumindest im aktuellen Krisenmodus den Schulterschluss mit der ernsthaften Wissenschaft suchen und die sprichwörtlichen Eier haben, im Interesse des Gemeinwohls das zur Rettung von Leben Notwendige durchzusetzen und hoffentlich durchzuhalten. Allein zu diesem Zweck haben wir dem Staat einen Teil unsere Freiheit vorübergehend abgetreten. Klar ist und alternativlos: Nachher, wenn die Seuche besiegt ist, werden wir diesen Teil zurückverlangen, vollständig und unbeschädigt.


30.03.2020

Gestern, am späten Sonntagabend, lande ich zufällig auf 3sat – in einer Sendung, die mich für knapp zwei Stunden zu so ausgelassenem Tanzen und Singen (Gröhlen) treibt, dass die heimische Bude wackelt: Karfreitag anno 2016, Vollmond, The Rolling Stones machen in Havanna/Kuba 450 000 Konzertbesucher froh. Die betagte Frontline musiziert hochkonzentriert, geht aber zugleich verspielt wie selten miteinander und mit dem Publikum um. Das setzt sich aus Menschen aller Hautfarben und Altersklassen zusammen. Im Geiste sehe ich die Rassisten dieser Welt das Kotzen kriegen angesichts solcher „Vermischung“ und Glückseligkeit bei einem Abend lebensfroher, liebeslustiger Rock-Weltkultur. Und während die Mucke mächtig abgeht, schwappt mir ein Beethoven‘sches Gänsehautfeeling durchs Gemüt: „Seid umschlungen Millionen“ – gerade in den jetzigen Tagen des notwendigen Körperabstandes.


29.03.2020

Sorry, aber ich kann es nicht anders ausdrücken: Bei einer kleinen, jedoch lautstarken Minderheit der Zeitgenossen ist offenbar der Irrsinn ausgebrochen. Mal heißt es da, es gäbe gar kein Corona-Virus; mal, das Virus sei völlig harmlos; mal, die Todesstatistiken seien bloß Propaganda und/oder der ganze Corona-Hype nur von irgendeiner Weltverschwörung angezettelt usw. usf. Ja, ja, ja, ist klar: Corona-Patienten sterben weltweit inzwischen zu Zehntausenden aus Jux und Dollerei oder tun nur so, als würden sie sterben. Geht's noch?

Logisch, dass seitens dieser Minderheit nie die eigentliche Gretchen-Frage dieser Tage behandelt wird: Wie hoch würde die Todesrate ohne rechtzeitigen durchgreifenden Seuchenschutz ansteigen? Man kann es an Italien im tendeneziellen Ansatz erkennen. Und der liebe Gott oder sonstwer stehe den Abermillionen Menschen in den dicht gedrängten Armenvierteln Afrikas, Asiens und Lateinamerikas bei, sollte das Virus sich dort massenhaft ausbreiten.

Dann aber beschweren sich die Seuchenleugner und -verharmloser, wenn man ihnen Paroli bietet, sich dabei gar auf die Wissenschaft beruft. Sie bestehen auf ihr Recht zur freien Meinungäußerung, und darauf, dass jeder glauben müssen darf, was er will. Tatsächlich schränkt niemand ihre Meinungsfreiheit ein. Allerdings gehört zu meiner Meinungsfreiheit, gemeingefährlichen Unfug auch so nennen zu dürfen. Und glauben können die Herrschaften sowieso, was sie wollen, denn es herrscht Religionsfreiheit. Allerdings ist Spintisieren nichts, worauf Entscheider, Ärzte, Helfer und alle übrigen im Kampf gegen die Seuche Stehenden reales Handeln gründen könnten.

***

Aufmunterndes Verzählche am 13. Sonntag im Jahre Corona: Ein strahlend schöner Sommertag in den späten 1960ern. Die Clique aus 13- bis 15-Jährigen macht sich in der hintersten Ecke der Schwimmbadwiese breit. Richtiger gesagt: Die knapp zwei Dutzend Mädchen und Jungs drängen sich ohne Not, Decke an Decke, auf einem Rund zusammen, das sonst  dem Platzbedarf zweier Kleinfamilien gerecht wird. Weil die jungen Leute eben erst dem Kindesalter entwachsen sind, in dem die Geschlechter eher nichts miteinander zu tun haben wollten, suchen sie nun umso mehr die Nähe zueinander. Sich neckend, sich kappelnd, unschuldig bis hoffnungsvoll verspielt entdecken sie das plötzlich auf irritierende Weise noch fremder, aber zugleich so verlockend gewordene Andere. (...) > Weiterlesen hier


25.03.2020

Es wird dies für einige Tage mein letzter Beitrag zum Thema Corona sein. Alles für den Moment Wichtige ist allerorten vielfach gesagt. Jede/r weiß, was er in Sachen Seuchenbekämpfung zu tun und/oder zu lassen hat; die meisten dürften inzwischen auch wissen, an wen sie sich wegen Finanzhilfen wenden sollten. Wer noch mehr über den tagesaktuellen Gang der Corona-Dinge erfahren will, ist bei den öffentlich-rechtlichen Sendern sowie den überregionalen und regionalen Qualitätszeitungen bestens aufgehoben. Bevor ich mich nun anderen Themen, Tätigkeiten, Aufgaben zuwende, seien noch drei Anmerkungen gemacht bzw. Hinweise gegeben > weiterlesen hier


24.03.2020

Gestern hatte ich den für die April-"Quergedanken" am 1./2. März geschriebenen, am 16. März aber verworfernen Text - Nr. 181 (a) - zur Kenntnis gebracht. Heute nun sei der in Folge Corona-Entwicklung am 22. März neu verfasste und eben in Druck gegangene Beitrag Nr. 181 (b) vorgestellt. > In der Not lasst uns singen: Andrà tutto bene


23.03.2020

Info für freie Kulturschaffende in Rheinland-Pfalz. Das Kulturministerium in Mainz hat heute eine Presseerklärung herausgegeben, die finanziellen Corona-Hilfsprogramme für Kulturschaffende im Land betreffend. Wenn ich es richtig verstehe, geht die Sache jetzt in die Konkretphase. Die Erklärung folgt hier im Wortlaut. Vorweg eine der wichtigsten Infos: Die beiden Kulturberater des Landes sind in Sachen Finanzhilfen eure ersten Ansprechpartner. Für den Norden von RLP ist das Björn Rodday (Tel.: 02621/62 31 5-10, Mail: info@kulturbuero-rlp.de), für den Süden Roderick Haas (Tel: 0176/23 26 34 83, Mail: roderick.haas@kulturwestpfalz.de).

> Presseerklärung des Kulturministeriums RLP im Wortlaut

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Den unten verlinkten Text hatte ich am 1./2. März 2020 geschrieben. Mit ihm sollte meine Kolumne "Quergedanken" für den Monat Arpil bestückt werden. Damals - vor drei Wochen - war Corona noch eher ein leises Rumoren am Horizont und erschien ein Beitrag über den Normalzustand der modernen Zeit durchaus vertretbar. Am 16. März haben dann der Herausgeber des mittelrheinischen Magazins "Kulturinfo" und ich entschieden, diesen Beitrag in die Tonne zu treten. Grund: Inzwischen hatte das Virus auch hierzulande Stund' um Stund' Normalitäten ausgehebelt. Frappierender Zufall obendrein: Mein Text wünscht sich ausgerechnet etwas, was das Virus nun quasi im Vorbeigehen erzwingt - mehr Stille, mehr Ruhe. Bevor morgen die neu geschriebenen Corona-"Quergedanken" 181 (b) erscheinen, sei hier der noch coronafreie Ersttext zur Kenntnis gebracht. Auf dass er nicht einfach so im Müll verschwinde.  > Entfallene "Quergedanken" 181(a): Schenk mir doch ein kleines bisschen Stille


21.03.2020

Heute musste ich mal raus "an die Front" ein paar Nötigkeiten zukaufen. Zur Tankstelle wg. Benzin (und Rauchware). In den Supermarkt für dies und das. Ich hatte mit verkniffenen, verängstigten oder aggressiven bis der Corona-Seuche völlig gleichgültig begegnenden Menschen gerechnet. Doch all dies war nicht der Fall.  Ruhe und beträchtliche Disziplin, dazu immer wieder Lächeln nebst (galgen-)humorigen Bemerkungen prägten mein Einkaufserleben. Davon handelt mein Erzähltextchen > Impressionen vom Samstagseinkauf


20.03.2020

Gestern (19.3.2020) hatte ich auf Facebook und meiner Website Kulturschaffenden der freien Szene ein publizistisches Hilfsangebot (s.u.) unterbreitet. Bis dato wird davon nur spärlich Gebrauch gemacht. Was daran liege - so sagen mit Vertreter von Kulturverbänden -, dass Künstler/Gruppen sich erstmal von grundauf orientieren müssen. Mein Angebot bleibt bestehen. Die ersten Rückläufe sind an diesen Text angehängt und seien der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen. Weitere Meldungen sind herzlich willkommen. > Text "Solidarität mit freien Kulturschaffenden (hier)

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Verschärfung der Seuchenschutzmaßnahmen in Rheinland-Pfalz (heute, 20.03.2020, von der Landesregierung beschlossen und verkündet, treten um Mitternacht in Kraft):

"Rechtsverordnung zu weiteren kontaktreduzierenden Maßnahmen
Über den Erlass zu weiteren kontaktreduzierenden Maßnahmen aufgrund des Aufkommens von SARS-CoV-2-Infektionen in Rheinland-Pfalz vom 17. März 2020 hinaus werden weitere Einrichtungen für den Publikumsverkehr geschlossen.
Dazu gehören:
Restaurants, Speisegaststätten, Mensen, Kantinen, Cafés und ähnliche Einrichtungen (jeweils Innen- und Außengastronomie). Zulässig sind weiterhin der Straßenverkauf, der Verkauf zur Mitnahme und der Lieferservice.
Eisdielen, Eiscafés, Internetcafés und ähnliche Einrichtungen (jeweils Innen- und Außengastronomie),
Thermen, Solarien, Wellnessanlagen und ähnliche Einrichtungen,
Fahrschulen (einschließlich Fahrschulprüfungen in Räumlichkeiten des Technischen Überwachungsvereins – TÜV –) und ähnliche Einrichtungen,
Bibliotheken und ähnliche Einrichtungen,
Sportboothäfen und ähnliche Einrichtungen.
Zudem ist jede Ansammlung von mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit untersagt. (...)"


19.03.2020

Angebot an selbständige Kulturschaffende in der freien Szene.

Unabhängig von der unbedingten Notwendigkeit, dass die Politik rasch eine effektive Finanzunterstützung auch für die freien Kulturschaffenden ins Werk setzen muss, möchte ich helfen. Ich stelle die recht ordentliche Reichweite meiner Website sowie meiner Facebook-Seite zur Verfügung, auf dass ihr eure jeweiligen Streaming-Angebote und/oder Spendenaufrufe weiter verbreiten könnt. Ich bitte darum, dass nur diejenigen Kulturschaffenden Gebrauch davon machen, die ihr Brot ganz oder zu wesentlichen Teilen mit künstlerischer Arbeit verdienen und jetzt im Zuge von Corona aktuell in Notlage geraten. Und so soll's gehen:

Kulturschaffende melden mir Links zu ihren Streaming-Angeboten und/oder Spendenaufrufen (zwei, drei erklärende Sätze dazu) per eMail redaktion(at)pecht.info. Ich baue die Links dann auf meine Website und auch auf meine Facebook-Seite. Bitte keine Telefonanrufe. Unklare oder verdächtige Links schmeiße ich raus. Schön wäre es natürlich, wenn nachher andere Kulturfreunde zur Weiterverbreitung beitragen würden. Schaun mer mal, was sich tut.


18.03.2020

Liebe Leut', benehmt euch bloß anständig. Wir sind schließlich Akteure im womöglich umfangreichsten und gewichtigsten Kapitel der Geschichtsbücher für die nächsten vier bis fünf Generationen. Dessen Überschrift könnte lauten: "Der große Epochen-Umbruch im frühen 21. Jahrhundert - Klimawandel und Corona-Seuche".

***

Ist es in diesen Zeiten der Seuche erlaubt, statthaft, angemessen: Heiter, fröhlich, humorig zu sein, gar zu witzeln über das Virus und/oder menschliche bis allzumenschliche und skurrile Phänomene in der Corona-Welt?? ABER JA DOCH, UNBEDINGT! Den Gegner lächerlich machen, die eigenen Schwächen auf die Schippe nehmen, das war zu Krisenzeiten allemal ein bedeutender Zug der Menschenkultur. Denn Lachen tut wohl, erleichtert, bringt auch Zuversicht mit sich.


17.03.2020

Hier ein paar gute Nachrichten und/oder Anregungen von der Corona-Front.

- Im Westerwald haben am Samstag zwei Männer die FB-Gruppe "Wäller Helfen - Coronavirus" ins Leben gerufen. Bis Montagabend hatten sich bereits mehr als 3000 Helfer gemeldet mit ihren Angeboten u.a. Einkaufen, Fahrdienst, Kinderbetreuung etc.
- Ähnliches bei der Gruppe "Koblenz hilft sich - Jetzt erst recht"
- Viele Vereine auf Dorf- und Kleinstadtebene haben ebenfalls Hilfsdienste ins Leben gerufen.
- Etliche hundert Reservisten (darunter überdurchschnittllich viele aktuell beschäftigungslose Lehrer) haben sich freiwillig beim Sanitätsdienst der Bundeswehr gemeldet.
- Zwecks Ermutigung und um das Kulturleben nicht völlig zum Erliegen kommen zu lassen, beginnen Künstler und Kulturinstituionen jetzt mit gestreamten Darbietungen im Netz. So zB Pianist Igor Levit mit seinem "Social Media Hauskonzert" täglich um 19 Uhr oder das Theater Koblenz täglich um 18.30 Uhr mit einem neuen "Lied des Tages".
- Ich höre aus der Freien Kulturszene von der Idee, dass freischaffende Ensembles, Bands, Einzelkünstler ebenfalls eigene Darbietungen ins Netz stellen wollen - verbunden mit der Bitte/Aufforderung ans Publikum, dafür einen freiwilligen Obulus zu überweisen, um die finanzielle/existenzielle Not abzumildern, in die ein großer Teil der Freischaffenden gerade unverschuldet schlittert.


16.03.2020

Das kann sehr hilfreich sein und/oder werden für freie Kulturschaffende (und andere Freiberufler): Ein lange Liste mit Links zu websiten von Verbänden, Gewerkschaften, Institutionen, die derzeit alle an der Frage dran sind, wie in Corona-Zeiten den schnell in finanzielle Not- und Schieflage geratenden Künstlern und Kulturarbeitern geholfen werden kann/muss. (Danke, liebe Heike Rost, für das Zusammenklauben).

> Links für Freiberufler und Selbstständige

***

Ich kann ja zumindest im Ansatz noch begreifen, wenn jemand derzeit ein paar Grundnahrungsmittel, essenzielle Getränke, nötigenfalls Tabak, Medikamente oder auch zwei Fläschlein Desinfektionsmittel bunkert. Was mir allerdings partout nicht in den Kopf geht, das ist die Sache mit dem Klopapier und anderen Papierprodukten (Küchenrolle, Tempos), die zu selbigem Geschäft verwendet werden können. Warum, um Himmelswillen, hamstern/horten so viele Leute dieses Zeug bergeweis'? Haben die alle daheim kein fließend Wasser, keine Waschbecken, keine Duschen?


15.03.2020

Man stößt im Netz am heutigen Sonntag auf zahllose Fotos und Nachrichten, die von großen Menschenansammlungen in der Frühlingssonne zeugen. ZB diese Meldung hier aus der Pfalz: "Die Absage des Neustadter Mandelblütenfestes wegen des Coronavirus hat mehrere Tausende Besucher nicht davon abgehalten, dennoch den Ortsteil Gimmeldingen zu besuchen." Es ist gut zu verstehen, dass die Leute nach der langen Schlechtwetterphase jetzt in die Sonne wollen. Ich war heute selbst fast 4 Stunden draußen spazieren. Es war wunderbar. Allerdings, und das wäre nun auch mein Vorschlag/Tipp in Richtung Allgemeinheit: Sucht euch Gegenden in Wald und Flur aus, wo die Wahrscheinlichkeit klein ist, auf größere Menschenmengen zu stoßen - weg von den städtischen Plätzen, Promenaden und Parks, weg von den Ausflugshotspots oder Hauptwanderwegen. Fahrt halt mal etwas weiter hinaus, entdeckt der Wälder Stille, erkundet Nebenwege und Seitentäler.


13.03.2020

Nun denn. Stellen wir unser Denken und Handeln also auf Notstand um. Lamentieren hilft ja nix, Schönreden und Verharmlosen auch nicht. Es ist ein großes Problem, dass die meisten Menschen hierorts zu ihren Lebzeiten noch keine derartige Situation kennengelernt haben. Gravierende Veränderungen oder gar das Ausfallen etlicher/vieler gewohnter und quasi seit Geburt für selbstverständlich gehaltener Abläufe und Strukturen haben nur die Ältesten unter uns und ein Teil der Zuwanderer schon erlebt, allen anderen sind sie völlig fremd. Jeden treffen sie nun auf unterschiedliche Weise, und doch ist trotz allerhand individuell verschiedener Unbilden jeder gehalten, sich den allgemeinen Seuchenschutzmaßnahmen unterzuordnen. Denn drei Dinge sind klar: Es wird noch wesentlich dicker kommen; die Seuche wird nicht einfach so alsbald von selbst verklingen; der Staat allein kann die Sache nicht bewältigen.

Ich denke mir allerdings: Gerade weil die Gefahrenlage tatsächlich so ernst ist, sollte man nicht vollends in Trübsinn, Fatalismus oder Depressivität versinken. Das Leben geht weiter, wenn auch mit mancherlei Verlusten, inklusive Materiellem oder vertrauten Lebensqualitäten, und vielfach in gänzlich ungewohnten Bahnen. Die nun eingesetze Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens zum Weniger, Langsamer, Zurückgezogener, Privater birgt auch die Möglichkeit, ganz neue Aspekte von Lebensqualität zu entdecken oder alte, lange vergessene wiederzuentdecken. Deshalb mein Wunsch: Lasst uns also dem Virus entgegentreten mit entschlossener wie solidarischer Teilnahme an der Seuchenbekämpfung und zugleich mit dem festen Willen, uns von der Corona-Plage die Lebensfreude nicht vollends vergällen zu lassen.

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Weitere Corona-Info für Theaterfreunde im Südwesten (Stand 13.3.2020, 10 Uhr): Nach den städtischen/staatlichen Bühnen Bonn, Koblenz, Saarbrücken, Frankfurt haben nun auch Schauspiel und Oper in Köln sowie in Düsseldorf den Spielbetrieb bis auf weiteres komplett eingestellt. Gespielt wird derzeit noch am Theater Trier, am Schlosstheater Neuwied sowie an den Staatstheatern in Wiesbaden, Darmstadt und Mainz (eingeschränkt). Ich gehe allerdings davon aus, dass das nicht mehr lange so wird und auch diese Häuser bald schließen. Ohnehin begreife ich dieses krampfhafte Festhalten am Spielbetrieb nicht recht. Denn enger aufeinander als oft stundenlang in mäßig bis schlecht belüfteten Theatern hockt man eigentlich nur noch bei Knutschorgien. Was meine Dienste als Theaterkritiker angeht, so habe ich diese mit sofortiger Wirkung vorläufig ebenfalls eingestellt.


12.03.2020

Aktuelle Corona-Info für Theaterfreunde in meinem südwestdeutschen Beritt:
Das Theater Koblenz stellt seinen Spielbetrieb vom morgigen Freitag (13.3.) an und vorläufig bis 20. April vollständig ein. Das Schauspiel Frankfurt hat soeben alle Aufführungen in allen Spielstätten vorläufig bis 10. April abgesagt. Zeitgleich teilt auch die Oper Frankfurt mit, dass sie ihren gesamten Spielbetrieb "bis auf weiteres" einstellt. Die Frankfurter Regelungen gelten ebenfalls bereits für die Vorstellungen an diesem Freitag.

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Pardon, aber so kann's ja nun auch nicht gehen. Ich habe aktuelle Erklärungen in Sachen Corona von mehreren "unteren" Behörden hierzulande gelesen. Und da sind manche dabei, die - wie zB gestern das Gesundheitsamt Mayen-Koblenz und der dortige Landrat - sich mit Empfehlungen und Appellen zur Eigenverantwortung an Veranstalter und Bürger begnügen. Man "empfiehlt" alle Veranstaltungen abzusagen, insbesondere die großen in geschlossenen Räumen. Der Landrat "appelliert": „Wenn eine Veranstaltung stattfindet, ist auch jeder Teilnehmer für sich in der Pflicht zu entscheiden, ob er sich dem möglichen Risiko einer Infektion aussetzen möchte oder ob man auf eine Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen doch verzichten kann“. Alles gut und richtig, aber wenn die potenzielle Gefahrenlage so ernst ist, wie zuletzt von der Bundeskanzlerin skizziert (und das ist so wohl), dann müssen von den staatlichen Organen auch tatsächliche Entscheidungen getroffen werden: Hü oder hott in der Seuchenprävention am Ort. Die Verantwortung dafür einfach durchzureichen an jeden Einzelnen, ist nicht akzeptabel.


11.03.2020

Info/Tipp: Liebe Kulturfreunde/innen, es hagelt seit dem Vormittag Absagen von Kulturveranstaltungen jedweder Art und Größenordnung (wg Corona). Die entsprechenden Mitteilungen der Veranstalter aus allen Teilen der Republik kommen im Minutentakt herein. Wenn ihr also noch irgendeinen Veranstaltungsbesuch auf dem Plan haben solltet und wahrnehmen wolltet: Erkundigt euch zuvor, ob die Sache überhaupt stattfindet. Und macht das sehr zeitnah zum vorgesehenen Termin, denn die Lage ändert sich quasi stündlich. Ich habe schon einige Veranstaltungen gesehen, deren Stattfinden gestern noch beteuert wurde, die aber heute gecancelt worden sind.

Aktueller Nachtrag (18 Uhr) für meinen Kulturberitt: Das Musik-Institut Koblenz sagt seine nächsten drei Anrechtskonzerte ab. Das Theater Bonn stellt den Vorstellungsbetrieb vorerst bis 15.3. komplett ein; mit Verlängerung der Maßnahme sei zu rechnen. Abgesagt sind auch alle Konzerte des Bonner Beethoven-Festes zwischen 13.3. und 22.3. . Die Stadt Mainz schließt das Gutenberg-Museum; in der ganzen Stadt sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagt, solche ab 500 melde- und genehmigungspflicht (das betrifft, wenn ich's richtig verstanden habe, auch das Staatstheater = Beschränkung der Zuschauerzahl auf max. 500).

***

"Angst ist ein schlechter Ratgeber" heißt es im Volksmund. Und das ist richtig. Es ist aber auch richtig, dass die Evolution uns die Fähigkeit zur Angst als Vorsichts- und Präventionsmechanismus für potenzielle Gefahrenlagen mitgegeben hat. Stellt die jetzige Corona-Epidemie eine solch potenzielle Gefahrenlage dar? Im Grundsatz: Ja - weil JEDE Epidemie/Seuche mit im Alltagsleben vorhandenen profanen Ansteckungswegen sowie der Möglichkeit schwerer bis tödlicher Krankheitsverläufe eine potenzielle Gefahrenlage ist. Dies gilt insbesondere für Krankheiten, die noch nie da waren, über die man wenig weiß, gegen die in der Bevölkerung noch keine nennenswerten oder gar keine Immunitätsanteile existieren und gegen die es (bislang) auch keine Medikamente gibt.

> Mein kleines Essay zum Thema


08.03.2020

Mein Beitrag zum Weltfrauentag

Als Jäger war der Mann der Haupternährer. Als "Nestbauerin" versorgte die Frau Heim, Herd, Kinder – so lautete die tradierte Vorstellung, wie Menschen seit der Steinzeit gelebt haben. Jüngere und jüngste Forschungen aus Archäologie und Anthropologie beweisen indes: Diese Rollenbilder hat es so in der Steinzeit weder beim Homo sapiens noch vermutlich bei seiner Geschwisterspezies der Neandertaler gegeben.

> Zum ganzen Text "Die Frau - ein starkes Geschlecht seit jeher"


06.03.2020

Es ist noch nicht so lange her, da bekannte ich mit Stolz, mich als Europäer und Weltbürger zu fühlen. Heute möchte ich vor lauter Scham über das Verhalten europäischer und anderer Machthaber sowie eines beträchtlichen Teils der Zeitgenossen im Erdboden versinken. Je älter ich werde, umso größer Fassungslosigkeit und Nicht-Begreifen-Können: Der Homo sapiens trägt alle wunderbaren Potenziale in sich, friedlich, freundlich, gedeihlich mit Seinesgleichen und dem Planeten zusammenzuleben. Was aber geschieht? Die dunklen und dummen, ignoranten und barbarischen Anlagen dieser Spezies behalten doch wieder die Oberhand und bestimmen über den Gang der irdischen Dinge.


05.03.2020

Gestern sah ich an einem Busbahnhof, wie sich etliche Jugendliche jetzt epidemologisch korrekt begrüßten/ verabschiedeten: Sie warfen einander Handküsse dutzendweise zu; sie vollführten Luft- und Selbstumarmungen mit Knutschmund in Richtung Gegenüber; sie gingen oder rannten aufeinander los, drehten sich kurz vor dem Zusammenprall um die eigene Achse und stupsten/stießen neckisch die Hintern aneinander. Die Freude daran war bei Akteuren und Zuseher groß. Zur Nachahmung gewiss empfehlenswert - ob mit oder ohne Corona.


04.03.2020

Es gibt die ewigen Gebote der Menschlichkeit, und es gibt das je aktuelle politische Kalkül. Wenn beide in Widerspruch zueinander geraten, kann die Schuld daran niemals den Geboten zur Menschlichkeit angelastet werden. Und so fragt sich: Wovon lassen wir unser Tun heute leiten?

***

Leseempfehlung. Seit einer Weile schon kursieren Thesen/Texte von Leugnern des menschengemachten Klimawandels, die sich a) auf die Zyklenuntersuchungen von Milankovitch berufen und b) behaupten, die NASA selbst würde die globale Erwärmung auf die Orbitalzyklen zurückführen. Die Lektüre des u.g. Artikels (liegt leider nur auf Englisch vor) aus dem Hause NASA belegt: Letzteres ist Fake, Ersteres Unkenntnis oder gewollte Missdeutung der Arbeit von Milankovitch. > Zum Artikel "Why Milankovitch (Orbital) Cycles Can't Explain Earth's Current Warming"


02.03.2020

Nach dem langen Schreibtag gestern knubbeln sich heute die Veröffentlichungen. Stück um Stück werde ich euch mit Hinweisen/Verlinkungen auf meine Kritiken von "King Lear" in Bonn und "Drei Schwestern" in Mainz behelligen. Hinzu kommt dann noch als dritter Artikel die Fortsetzung meines im Spätsommer 2019 begonnenen Beitrags über die Koblenzer Orchestergeschichte, für den heute die Sperrfrist fällt. Beginnen wir mit der Kritik über eine "Lear"-Inszenierung, die auf einer hochinteressanten Grundidee fußt, von der dieser fast dreieinhalbstündige Abend allerdings nicht durchgängig getragen werden kann. > Meine Besprechung in der RZ, 3400 Anschläge, 49 Cent

***

Tragödie oder Komödie? Die Rezeptionsgeschichte von "Drei Schwestern" neigte in Deutschland meist zu Ersterem. Autor Anton Tschechow selbst war indes überzeugt, eine Komödie geschrieben zu habe. Eins indes ist gewiss: Mit Maren E. Bjørseths Sicht auf den Klassiker von 1901 gelingt am Staatstheater Mainz ein kleiner Überflieger. > Meine Premierenkritik in der RZ, 4250 Anschläge, 49 Cent

***

In der vorigen Ausgabe des Magazins "con moto" hatte ich über Marksteine der früheren und frühesten Koblenzer Orchestergeschichte geschrieben – beginnend anno 1654, bis zur Gründung der Rheinischen Philharmonie 1945, endend bei der Umwandlung in ein rheinland-pfälzisches Staatsorchester 1973 (> Teil 1 s. hier) . Seither wurde der Autor mehrfach gebeten, zumal von jüngeren und nicht schon seit Jahrzehnten in Koblenz lebenden Musikfreunden, diese Erzählung doch bis in die Gegenwart fortzusetzen. Dieser Bitte sei hiermit gerne entsprochen. > Teil 2, Koblenzer Orchestergeschichte - Von 1973 bis heute / Freier Lesetext


29.02.2020

Am morgigen 1. März beginnt der meteorologische Frühling. Der ist per Definition eigentlich an den biologischen Frühling geknüpft. Letzterer allerdings hat heuer, klimatisch gefühlt und phänomenologisch beobachtet, bereits im Januar angefangen. Nach objektiven Messdaten sieht die Bilanz für den Winter 2019/20 so aus (Quelle: Dt. Wetterdienst): "In dieser Saison haben wir einen Totalausfall des Winters erlebt." Sein Temperaturdurchschnitt lag in Deutschland bei 4,1 Grad. Zum Vergleich: Der langjährige Mittelwert betrug 0,9 Grad. Der Winter 2019/20 war der zweitwärmste seit Messbeginn anno 1881. Er reiht sich damit nahtlos ein in die seit rund drei Jahrzehnten anhaltende Durchschnittstendenz zu temperaturmäßig immer milderen Wintern.

***

“Die Wiederbelebung oder Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts, die Verherrlichung des nationalsozialistischen Herrschaftssystems sowie rassistische und antisemitische Aktivitäten nicht zuzulassen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und Verantwortung jedes Einzelnen”, lautet der neue Paragraph 37a der Landesverfassung von Sachsen-Anhalt. Diese Verfassungserweiterung ist zustande gekommen durch die Kooperation der CDU-geführten Regierungsfraktionen mit der Linken. Die AfD war dagegen.

29.02.2020

Am morgigen 1. März beginnt der meteorologische Frühling. Der ist per Definition eigentlich an den biologischen Frühling geknüpft. Letzterer allerdings hat heuer, klimatisch gefühlt und phänomenologisch beobachtet, bereits im Januar angefangen. Nach objektiven Messdaten sieht die Bilanz für den Winter 2019/20 so aus (Quelle: Dt. Wetterdienst): "In dieser Saison haben wir einen Totalausfall des Winters erlebt." Sein Temperaturdurchschnitt lag in Deutschland bei 4,1 Grad. Zum Vergleich: Der langjährige Mittelwert betrug 0,9 Grad. Der Winter 2019/20 war der zweitwärmste seit Messbeginn anno 1881. Er reiht sich damit nahtlos ein in die seit rund drei Jahrzehnten anhaltende Durchschnittstendenz zu temperaturmäßig immer milderen Wintern.

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“Die Wiederbelebung oder Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts, die Verherrlichung des nationalsozialistischen Herrschaftssystems sowie rassistische und antisemitische Aktivitäten nicht zuzulassen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und Verantwortung jedes Einzelnen”, lautet der neue Paragraph 37a der Landesverfassung von Sachsen-Anhalt. Diese Verfassungserweiterung ist zustande gekommen durch die Kooperation der CDU-geführten Regierungsfraktionen mit der Linken. Die AfD war dagegen.


27.02.2020

Just auf seine letzten Tage meint der bis dato ausgefallene Winter 19/20, sich großmäulig ins altvordere Traditionskostüm werfen zu müssen zwecks Show-Winter. Frau Holle schmeißt hier im Unterwesterwald tonnenweise Schneeflocken vom Himmel, die sich ringsumher als nasse Pampe niederlassen.


25.02.2020

Es gibt bei jeder Wahl kleine Ecken mit Ergebnissen, die sind so speziell, dass einem schier die Kaffeetasse aus der Hand fällt. Bei der Hamburg-Wahl etwa verzeichnete ein Wahllokal in St. Pauli folgendes Resultat: Grüne 34,2 %, Linke 28,3 %, SPD 20,0%, Die Partei 8,1 %, CDU 1,9%, FDP 1,8%, AfD 0,0%. Weniger speziell, dafür umso interessanter: In HH kam die AfD bei den weiblichen Wählern auf nur 3%;, ebenfalls nur 3% erzielte sie bei den jungen Wähler von 18 bis 29 Jahren.


24.02.2020

Tja, es hat leider nicht ganz hingehauen mit dem AfD-Rauswurf aus der Hamburger Bürgerschaft. Auch ist der Rückgang des prozentualen Stimmanteils der rechtsradikalen Partei von -0,8% geringer als erhofft und in der ersten Hochrechnung angezeigt. Das ist bedauerlich, weil es - zumal nach Erfurt und Hanau - vor allem signalisiert: In der AfD-Klientel ist der Anteil des Korns sehr klein, das durch Zureden, Aufklärung, Erkenntnis von der Spreu zu trennen wäre. Offenkundig hängt das Gros dieser Leute ziemlich gefestigten antidemokratischen, rassistischen, asozialen, inhumanen, faschistoiden bis faschistischen Grundhaltungen an.

> Mein Kommentar am Tag danach


23.02.2020

Rund 2500 Jahre alt, griechisch-antik, düstere Geschichte über Morde an Gatten, Kindern, Mutter, über nicht enden wollende Blutrache und das miese Spiel der Götter mit den Schwachheiten des Menschengeschlechts. Die Rede ist von der Trilogie „Orestie“, einem Nachspiel zum Trojanischen Krieg aus der Feder des Aischylos. Eine uralte Tragödie, die gleichwohl Theaterschaffende bis zum heutigen Tag umtreibt. Fürs große Frankfurter Schauspielhaus hat nun Jan-Christoph Gockel, Hausregisseur am Staatstheater Mainz, das Stück als Multimedia-Inszenierung zubereitet – teils tief berührend, teils hochinteressant, teils arg irritierend.

> Meine Premierenkritik (4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


22.02.2020

Meine aktuelle Monatskolumne "Quergedanken" Nr. 180 beginnt folgendermaßen: Freund Walter hat soeben den Winter 2019/2020 für beendet erklärt. Genau sagte er: „Ist ausgefallen, hat nicht stattgefunden. Wie schon der letztjährige. Jedenfalls, aber keineswegs nur, in unseren südwestdeutsch-rheinischen Breiten.“ Dieser Text entsteht Mitte Februar, weshalb ich einwende: Mal langsam, mein Lieber, da kann noch was kommen. Worauf er die Augenbrauen hochzieht und blafft: „Könnte viel nicht mehr sein, denn Anfang April wird bereits wieder Hochsommer ausbrechen. Falls nicht, trete ich zurück.“ (...)

> Ganzer Artikel unter der Überschrift "Winter ade?" hier


21.02.2020

Komme eben zurück von der Koblenzer Mahnwache #RassistischeBluttatHanau. Sehr schöne Mischung der 500 bis 700 Teilnehmer (meine Schätzung): Bürger aller Altersklassen hiesiger, türkischer. kurdischer und anderer Herkunft, Koblenzer Sinti & Roma, Delegationen mehrerer örtlicher Karnevals-Korporationen mitsamt Prinz/Prinzessin, viel Jugendliche, Juden, Muslime, Christen, Atheisten ... Alle gemeinsam gegen Hass und Faschismus.

***

Weiteres zur rassistischen Bluttat von Hanau:

1. Ausgezeichneter Kommentar von Rainald Becker (SWR) in der tagesschau. Glasklar und völlig richtig > Filmmitschnitt hier 

2. Treffliche Analyse in der Süddeutschen Zeitung: "Täter wie der Angreifer von Hanau fühlen sich von einer rechtsradikalen Stimmung getragen, die in Deutschland immer weiter um sich greift." > freier Lesetext hier


20.02.2020

Schwierig, sehr schwierig: Wie nun umgehen mit Fastnacht/Karneval angesichts der entsetzlichen rassistischen Bluttat von Hanau? Keine Veranstaltung wird die Ereignisse ignorieren können und die wenigsten werden es wollen. Den jetzt verschiedentlich aufgekommenen Gedanken, Fastnacht ganz abzublasen, halte ich persönlich für falsch. Denn ich glaube, man sollte den braunen Verbrechern diesen Triumph nicht bieten und sich von ihnen auch die Lebensfreude nicht rauben lassen. Gleichwohl hat Hanau dem Frohsinn einen Knick verpasst und ist manchem nicht mehr nach Fastnachtsspaß. Weshalb die Entscheidung, feiern oder nicht, eine sehr persönliche ist. Aber ob man nun feiert oder nicht, m.E. kann beides zur Geste des Widerstandes gegen die braune Durchseuchung unserer Gesellschaft werden. Gesicht zeigen - hier, da und dort!

***

Schreckliche rassistische Bluttat in Hanau. Großes Entsetzen, große Trauer, große Wut. Der Schoß rechtsradikaler Hetze ist fruchtbar.


18.02.2020

Entgegenkommen (von Hermann Hesse)

Die ewig Unentwegten und Naiven
Ertragen freilich unsre Zweifel nicht.
Flach sei die Welt, erklären sie uns schlicht,
und Faselei die Sage von den Tiefen.

Denn sollt es wirklich andre Dimensionen
Als die zwei guten, altvertrauten geben,
Wie könnte da ein Mensch noch sicher wohnen,
Wie könnte da ein Mensch noch sorglos leben?

Um also einen Frieden zu erreichen,
So lasst uns eine Dimension denn streichen!

Denn sind die Unentwegten ehrlich,
Und ist das Tiefensehen so gefährlich,
Dann ist die dritte Dimension entbehrlich.


17.02.2020

„Fett“ besetzte Rheinische Philharmonie beim britischen Abend im Rahmen der Anrechtskonzerte des Koblenzer Musik-Instituts. Den Stab führte Chefdirigent Garry Walker. Für den Schotten war das Programm mit Edward Elgars Violinkonzert op. 61 (mit Solistin Jennifer Pike) und Ralph Vaughan Williams‘ 2. Sinfonie quasi heimatliche Herzenssache.

> Meine Konzertbesprechung (3800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


16.02.2020

Zuletzt zogen Rembrandt in Köln und Van Gogh in Frankfurt Besuchermassen an. Seit diesem Wochenende (15./16.02.2020) richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf eine jüngere Kunstströmung. Die Frankfurter Schirn stellt mit 34 Künstlerinnen die lange unterschätzte weibliche Seite des in den 1920ern aufgekommenen Surrealismus vor. Zeitgleich eröffnete im Arp Museum Remagen-Rolandseck ein fulminantes Ausstellungspaket, das die surrealistischen Altmeister Salvador Dalí und Hans Arp gegenüberstellt. Ihnen zur Seite tritt dort mit Jonas Burgert auch ein aktueller Vertreter der bildkünstlerischen Fantastik.

> Meine Besprechung der Ausstellung(en) im Arp Museum (6300 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

 


15.02.2020

Aug' in Aug' mit Beethoven - wie Salvador Dalí ihn "malte" ( = Oktopus aufs Papier gesetzt, der spritze seine Tinte aus, und der Surrealmeister formte daraus mit Händen, Pinsel und Schuhen des Musikgiganten Antlitz). Den Schnappschuss machte Kollegin Barbara Harnischfeger gestern bei der Pressevorbesichtung des an diesem Wochenende im Arp Museum Remagen-Rolandseck eröffnenden sehr starken Ausstellungspakets über die alten Surrealisten Dalí und Hans Arp sowie deren jungen Kollegen Jonas Burgert (*1969).


13.02.2020

Hallo Mainz und nähere Umgebung sowie Theaterfreunde weiter weg! Im Staatstheater der RLP-Landeshauptstadt gibt jetzt es eine Inszenierung, die man gesehen haben muss: Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" in einer 115-minütigen, ebenso gescheiten wie berührenden, wunderbar gespielten, modernen Bearbeitung für die Bühne. "Werther" anschauen, unbedingt.

> Meine Besprechung (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


12.02.2020

Aktuelles aus der heimischen Natur. Eindringlicher und gescheiter Rat der Forstämter: Auch nach Abzug von Sabine einige Tage NICHT in den Wald gehen! Da hängt noch jede Menge an- und abgebrochenes Holz quasi in der Luft rum, das beim kleinsten Windstoß fallen kann. Im Unterwesterwald hat der Sturm offensichtlich erst während seiner zweiten Phase (Mo > Di) in etliche Gegenden so richtig reingebrezelt.

Ansonsten amtliche Wetterbilanz für Januar 2020 im Westerwaldkreis: Dieser "Hochwinter"-Monat war 3 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt; die Niederschlagsmenge blieb 17% unter normal, Schnee war fast keiner dabei: beinahe die Hälfte des Regens kam an nur zwei Tagen herunter und floss auch entsprechend schnell wieder ab.


11.02.2020

Sind die Volksparteien ein Auslaufmodell? Diese Frage passt trefflich zur Situation im deutschen Februar 2020. Ich hatte sie allerdings schon anno 2008 als Überschrift formuliert für meinen Zeitungskommentar zum Ergebnis der damaligen Landtagswahl in Bayern. Die seinerzeitige Einschätzung passt noch immer. Geirrt habe ich nur in einem Punkt: Ich hatte vor zwölf Jahren das Entstehen einer "bürgerlich-konservativen" Partei rechts von der Union prognostiziert. Dass es eine tendeziell faschistische Partei werden könnte, lag außerhalb meines Vorstellungsvermögens. > Für Interessierte hier der Artikel von 2008 (freier Lesetext)


10.02.2020

Man möchte schenkelklopfend „Helolaulaaf!“ ausrufen, so närrisch geht es zu bei „Pension Schöller“. Das im 19. Jahrhundert von zwei Mainzer Autoren und Karnevalisten geschriebene Stück ist zwar keine direkt karnevaleske Komödie, aber doch eine rechte Narretei. Das durch drei Verfilmungen berühmt sowie via Milowitsch- und Ohnsorg-Theater zum Bühnen-Evergreen gewordene Lustspiel hat jetzt das Theater Koblenz mit neun „Verrückten“ und einem Klavierspieler zur lauthals belachten und bejubelten Premiere gebracht. > Meine Kritik (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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AKK will als CDU-Chefin zurücktreten. Das kommt so furchtbar überraschend nun auch nicht. Ich hatte schon vor den thüringer Ereignissen damit gerechnet, dass sie 2020 nicht in der Spitzenposition übersteht. Von allen politischen Abneigungen mal abgesehen: Der Saarländerin fehlt einfach das Format für eine national führende und international gewichtige Rolle.

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"Sabinchen war ein Frauenzimmer gar hold und tugendhaft..." heißt es in der alten Ballade. Wie das aber so ist mit den Tugenden, es stecken da auch einige Abgründe drin. Weshalb die Nacht hierorts keine der ganz wilden war, gleichwohl recht lebhaft. Und just eben, nach dem Frühstück, geht es nochmal munter zur Sache. // Unsere Dorffeuerwehr musste in der Dunkelheit immerhin viermal ausrücken: Dreimal Straße freisägen, zudem ein davonwirbelndes Verandadach aus Plexiglas einfangen. Was Sabinchen im Wald angestellt hat, ist noch unbekannt. War also das ganze fantasiereiche Vorspiel bloß Fantasma und für die Katz? Hmmm - es fehlte nur ein relativ kleiner Kick, und das holde Frauenzimmer wäre als multipel ekstatische Furie über uns hergefallen.


09.02.2020

So, es ist entschieden. Ich werde nicht den Wagemutigen spielen, sondern altersgemäße Vorsicht walten lassen. Will sagen: Ich bleibe am heutigen Sonntagabend mit meinem Arsch schön daheim und fahre nicht über Westerwald und Taunus zur "Werther"-Premiere am Staatstheater Mainz. Kritikerpflicht und Theaterliebe hin oder her: Der nächtlichen Höllenritte waren in drei Dienstjahrzehnten reichlich, mein Bedarf ist gedeckt, solch Abenteuer muss ich nicht mehr haben. Mag sein, dass der Sturm/Orkan halb so wild wird wie angekündigt. Falls aber doch, erwischt es mich wenigstens im eigenen Bette. Passt auf euch auf die nächsten Stunden.


07.02.2020

Die aktuelle Forsa-Umfrage in Thüringen ist zwar nur ein momentanes Stimmungsbild, signalisiert aber doch, dass sich einige Politstrategen wohl verkalkuliert haben. Rot-Rot-Grün würden demnach bei Neuwahlen in summa um 9% auf 53 % zulegen; davon gingen 6 % allein aufs Konto der Linkspartei, die dann auf 37% käme. Die FDP flöge raus (4%), die CDU würde einen 10%-Absturz auf nur noch 12% einfahren. Und m.E. besonders interessant: Der AfD brächte der ganze von ihr veranstaltete Furor gerade mal marginale 0,6% Stimmzuwachs ein.

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Natürlich wird der Faschistenverein solche und ähnliche Spielchen wie jetzt in Thüringen immer wieder versuchen, das gehört zu seinem Wesen. Ziel/Zweck: Unordnung, Furor, Lächerlichmachen der anderen Parteien und des Parlamentarismus insgesamt, Zersetzung der demokratischen Mehrheitshaltung ... Die Frage ist, sind die anderen dumm genug, wiederholt darauf hereinzufallen, und/oder sind sie unentschlossen genug, eine gemeinsame Brandmauer gegen die braune 1/6tel-Partei (in Thüringen 1/4) zu errichten/zu halten.


06.02.2020

Es sollte Neuwahlen geben in Thüringen. Das wäre gut. Man wird dann sehen, wieviele der dortigen Wähler stramm braun sind oder nicht. Denn es kann sich keiner mehr auf "Protestwahl" oder Unkenntnis herausreden; jeder weiß jetzt, was er da wählt. Und sollte sich herausstellen, dass ein Viertel der Thüringer bereit wären, die Faschisten in den Sattel zu hieven, wird es die verdammte Pflicht aller Demokraten von Schwarz bis Rot sowie der großen zivilgesellschaftichen Mehrheit sein, diesen Leuten unmissverständlich und glaubwürdig vor Augen zu führen: Wir werden euch die freie Republik niemals überlassen. Nie wieder.


05.02.2020

Ad. Affäre Kemmerich/Thüringen: Eine alte deutsche Politiktradition kommt zu neuen Ehren: Die Angst vor Rot (und nun auch Grün) ist bei manchen angeblich Bürgerlichen so groß, dass diese sich am Ende doch lieber mit Braun einlassen.


03.02.2020

Nun denn, Februar also. Da freuen sich, wie ich weiß, auch in diesem Kreis viele Leute vor allem auf Fastnacht/Karneval. Soll sein, selbst ich werde per Television mal hineinschauen, um zu hören, was die Büttenredner über Zeitgeschehen und -geist lästern - und natürlich, um ein gefällig' Aug' auf die tanzenden Gardemariens zu werfen.

Ansonsten aber schaue ich zwar mit Vorausschwitzen, doch freudig, auf meinen kulturprallen Februarplan: Morgen Frankfurt, um im Städel geschwind noch Herrn van Gogh die Aufwartung zu machen. Am Samstag Theater Koblenz, um "Pension Schöller" kritisch zu belachen. Tags darauf im Staatstheater Mainz Besuch bei Goethes "Werther". Nachher folgen: Vorbesichtigung der Ausstellung "Dalí trifft Arp" im Arp Museum; Staatstheater Wiesbaden "Romulus der Große" von Dürrenmatt; Schauspiel Frankfurt "Orestie"; Theater Bonn mit Shakespeares "King Lear"; und zum Monatsschluss nochmal Mainz mit Tschechows "Drei Schwestern". Dann wollen wir mal.


02.02.2020

Seit Wochen kreischen aus dem nahen Wald von Montag bis Freitag und Sonnenauf- bis Sonnenuntergang die Motorsägen. Oft kann man selbst noch zu fortgeschrittener Nachtstunde auch die schweren Harvester-Holzernter hören und/oder ihre Flutscheinwerfer durchs Dunkel schneiden sehen. Allein in fußläufiger 60-Minuten-Umgebung hier im Unterwesterwald vor meiner Haustür habe ich beim gestrigen Waldgang ein halbes Dutzend großer, soeben wegen Noteinschlags fast kahlgeschorener Areale vorgefunden.

Und immer wieder sieht man auf den Waldparkplätzen drei, vier und mehr Schwerlastzüge bereitstehen, um nacheinander in den Wald einzufahren und beladen zu werden. Der Leiter des Regionalforstamtes Neuhäusel/WW spricht von fast 900 LKW, die derzeit aus den Wäldern seines Zuständigkeitsbereiches jeden Monat durch Hitze, Trockenheit und nachfolgend Borkenkäfer geschädigtes Stammholz abfahren.

Im Augenblick handelt es sich dabei primär um Fichte. Aber mir ist Bange vor dem Frühjahr/Sommer. Denn schon im zurückliegenden Herbst konnte selbst der Laie problemlos erkennen, worauf die hiesigen Förster bereits wiederholt hingewiesen haben: Auch im Mischwald sind inzwischen etwa Buchen und Eichen erheblich geschwächt, kränkeln, werden zusehends von Schadpilzen und eigenen Arten des Borkenkäfers befallen. Und hört/schaut man sich in der weiteren Umgebung über Taunus, Eifel, Hunsrück bis hinunter zu Pfälzer-, Oden- und Schwarzwald um, so wird der Eindruck zwingend: Wir haben es - jedenfalls in Südwestdeutschland - mit einer ausgewachsenen Waldkrise zu tun.

31.01.2020

Z.K aktuelle Daten des Mainzer Umweltministeriums zur Grundwasser-Lage in Rheinland-Pfalz: 95 % des Trinkwassers in RLP werden Grundwasservorkommen entnommen. Die Grundwasserneubildung ist in den letzten Jahren im Landesschnitt um 20 % zurückgegangen, in trockeneren Gebieten wie Rheinhessen und Westerwald um bis zu 40 %. Mittelwert der Grundwasserneubildung lag von 2008 bis 2018 bei 80 Millimetern pro Jahr, zuvor ab 1958 noch bei 101 Millimetern.

Gründe für den Rückgang der Grundwasserneubildung: a) sinkende Niederschlagsmengen = 733 mm in den vergangenen zehn Jahren gegenüber 779 mm in den 50 Jahren zuvor (statistisches Jahresmittel). b) Die Verdunstungsrate ist zusammen mit den Lufttemperaturen angestiegen. c) Die Vegetationsperioden sind länger geworden, damit auch der Wasserverbrauch der Flora. d) In den Dürresommern ausgetrocknete Böden lassen Regen deutlich schneller abfließen und deutlich langsamer in Grundwassertiefe durchsickern. e) Die Versiegelung der Landschaft durch Neubebauung schreitet weiter voran.


30.01.2020

Die Wettervorhersage in der Frühstückszeitung verkündet für die nächsten vier Tage hierum: "Viele Wolken und etwas Regen" nebst ein paar wenigen Sonnenstrahlen sowie Temperaturen überwiegend im zweistelligen Bereich. Ich muss schon sagen, der jetzt meteorologisch in seinem letzten Drittel angekommene "Winter" 2019/20 hat es so richtig in sich.


29.01.2020

Anno 2005 hatte ich anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz einen Leitartikel geschrieben, der am 27.1.2005 in der Rhein-Zeitung publiziert wurde. Wie schon vor 15 Jahren und davor, so gibt es auch heute und wieder vermehrt Leute und Kräfte in der deutschen Gesellschaft, die unter der Parole "Irgendwann muss doch mal Schluss sein damit!" eine Beendigung dieses "unsäglichen Schuldkultes" verlangen. Eben deshalb habe ich den alten Text nochmal  aus dem Archiv gezogen und empfehle ihn neuerlich zur Lektüre. Denn nicht zuletzt auf jenes "Schluss damit" geht der Leitartikel mit dem Ergebnis ein, dass die Erinnerung an den Holocaust als dunkelste Seite der deutschen Geschichte NIEMALS enden könne. > Zum Leitartikel hier (freier Lesetext)

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Gestern im Kino gewesen, den Film "Das geheime Leben der Bäume" um/über den Alternativförster Peter Wohlleben und dessen gleichnamigen Buchbestseller gesehen. Leider, leider muss ich sagen: M.E. ist das ein ziemlich schlechter, ja teils ärgerlicher Film - weil mehr Wohlleben verehrende Personality-Story (von bisweilen nervender Banalität) und Buch-PR als filmische Behandlung des Titelthemas. Man mag zu einigen von Wohllebens Thesen stehen wie man will: Unstrittig sind seine publizistischen Verdienste um ein in der breiten Bevölkerung besseres Verständnis des Ökosystems Wald, in dem alle Glieder miteinander korrespondieren, interagieren und aufeinander angewiesen sind. Ebenso verdienstvoll sind seine kritischen Denkanregungen für eine neue, nachhaltige und naturverträglichere Art des Umgangs mit dem Wald. Zu all dem trägt der Film herzlich wenig bei.


28.01.2020

Schlechte Nachricht für Unternehmen, Handel und Werbewirtschaft: Ich bin ziemlich sicher, Zeit meines Erwachsenenlebens nie irgendetwas gekauft oder gebucht zu haben auf Grund filmischer Werbeclips oder gedruckter Werbung. So das Ergebnis einer Sinnierstunde mit Fensterblick auf dunkelgraue Wolkenschwaden sowie das frustrierend brachiale Werkeln dreier schwerer Harvester-Holzernter beim Fichten-Noteinschlag im nahen Wald (bald haben wir ringsumher freie Sicht bis Takatukaland).

Einen Teil der werblichen Ansprachen finde ich einfach nur abstoßend. Bei einem anderen Teil denke ich: Für wie blöd halten die unsereinen eigentlich. Schließlich gibt es jenen kleinen Teil, wo ich mit Vergnügen hübsche Fotos und reizende Verzählchens betrachte, aber nachher kaum je zu sagen wüsste, wofür da geworben wurde. Mein ganzes Kauf- oder Buchungsverhalten schert sich um Werbung nicht die Bohne. Braucht es mal neue Kleidung, Gerätschaften, Hausutensilien, besuche ich ein, zwei oder zur Not drei mir vertraute Geschäfte, schaue, was es gibt, und kaufe, was mir brauchbar, passend, finanziell leistbar erscheint. Nicht im Traum käme ich auf die Idee, ein Urlaubziel zu buchen, ein bestimmtes Auto oder einen Toilettenartikel zu erwerben auf Basis eines nett-verlogenen Fernsehspots.


27.01.2020

Da wird neuerdings von interessierten Seiten Leuten das Etikett "Verbotspartei" oder "Verbotsfetischisten" angehängt, die sich für ein Tempolimit auf Autobahnen aussprechen, für schärfere Gesetze gegen Insektizide und Überdüngung, für Unterbindung der Herstellung und Verbreitung von Plastiktüten, für strengere Regeln gegen CO2-Emissionen ... Und plötzlich tun selbst traditionelle Vertreter einer Law-and-order-Politik so, als seien Verbote sündenfällige Angriffe auf die freiheitliche Gesellschaft. In meiner Monatskolumne "Quergedanken" wird diesmal daran erinnert, dass seit babylonischer Zeit und hernach den mosaischen "Zehn Geboten" Verbote der ganz normale Wesenskern jedweder staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung sind, selbst der liberalsten. > "Quergedanken" Nr. 179 hier (freier Lesetext)


26.01.2020

Es ist in jüngeren Jahren bei den Anrechtskonzerten des Koblenzer Musik-Instituts zur schönen Gepflogenheit geworden, jedes Mal ein nur selten zu hörendes oder dem Gros des hiesigen Publikums unbekanntes Stück ins Programm zu nehmen. Solche Praxis sorgt per se für gespannte Erwartung und Horizonterweiterung. An diesem Wochenende waren Mozarts Oboenkonzert KV 314 und der 4. Sinfonie von Brahms die „Drei Studien über Couperin“ vom 48-jährigen Thomas Adès vorgeschaltet. > Meine Konzertbesprechung (3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent

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Das Vorauskommando der zurückkehrenden Zugvögel ist schon hier. Ich sah eben meine erste Kranichformation in 2020 den Unterwesterwald von süd 'gen nord überfliegen. Welcome back, Freunde! - auch wenn ihr heuer ziemlich früh dran seid.


25.01.2020

Beim behaglichen Samstagsfrühsück und wohl inspiriert durch die Zeitungslektüre spazierte plötzlich dieser Gedanke ins Hirn: Man stelle sich vor, die Bundesregierung würde ab Schwerdonnerstag NRW und Rheinland-Pfalz unter Quarantäne stellen. Sie würde den Fern- und Nahverkehr von und nach Düsseldorf, Köln, Aachen, Koblenz, Mainz und Orte drumherum stoppen, die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Frankfurt schließen. Sämtliche Fastnachtsveranstaltungen inklusive Rosenmontagszüge in NRW und RLP wären verboten, obendrein Großveranstaltungen in allen deutschen Großstädten bis auf weiteres untersagt.

Das Szenario entspricht in etwa, auf kleineren Maßstab übertragen, dem derzeitigen Geschehen in China. Sind solch weitgreifende Maßnahmen angemessen oder übertrieben ? - angesichts eines bislang unbekannten Virus, über das man noch nicht allzu viel weiß, das aber von Mensch zu Mensch übertragen wird, bereits eine kleine Epidemie mit einigen Toten ausgelöst hat. Die für mich wichtigste Überlegung ist dabei: Was passiert, könnte im globalen Zeitalter der Massenmobilität passieren, wenn man der Epidemie nicht derart massiv entgegentritt? Wobei: Geordnete, durchgreifende Seuchenschutzmaßnahmen und hysterische Seuchenpanik sind zwei grundverschiedene Angelegenheiten. Gleichgültiges Verdrängen wäre eine dritte Kategorie.


23.01.2020

Zugegeben, ich bin kein großer Freund von Winter. Gleichwohl wäre es mir schon recht, wenn wir jetzt mal ein bisschen Winterliches in Form von ein paar Wochen Dauerfrost sowie einem Stäubchen Schnee bekämen - und nicht allweil bloß diese elend lange, mir aufs Gemüt schlagende Dunkelheit.


22.01.2020

Nur mal so, ein Gedanke, der für viele Diskussionen, Urteile, Vorurteile über Jugend heutzutage ein bisschen Bedeutung haben könnte: Als die ersten 2000er Jahrgänge zur Welt kamen, hatte die mittlere Altersklasse der heute 40- bis 60-Jährigen (also deren Eltern und teils Großeltern) das Handy bereits als schier dominantes Massenkommunikationsmittel etabliert. In den Einschulungsjahren dieser Kinder war der (erwachsene) gesellschaftliche Mainstream gerade dabei, das Smartphone als allgemeines Primärmedium und quasi neues Sinnesorgan durchzusetzen. Wie sagt die Entwicklungspsychologie: Kinder lernen am Vorbild und durch Nachahmung, sie wollen dazugehören.


21.01.2020

Viele Shakespeare-Dramen gehen der Frage nach: Wie funktionieren die Mechanismen der Macht und was macht Macht aus Menschen? Oft sind reale, dem damaligen Publikum noch recht gut vertraute historische Fälle Gegenstand dieser Stücke. Was, wenn ein Theater heutzutage ähnlich verfährt, wenn es ein Stück schreiben lässt und auf die Bühne bringt, das einen eben erst stattgehabten kommunalpolitischen Skandal in der eigenen Stadt thematisiert? So geschehen jetzt am Staatstheater Wiesbaden mit dem Auftragswerk „Casino“, das am Wochenende uraufgeführt wurde und die dubiosen Vorgänge um den vorigen Wiesbadener SPD-Oberbürgermeister Sven Gerich behandelt. > Meine Premierenbesprechung (4400 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


19.01.2020

Kleines Verzählche über eine denkwürdige Begegnung im Wald am heutigen Sonntagmorgen. >Zum Text


18.01.2020

Mal ein bisschen ernsthafte Klimawissenschaft, und zwar aus dem Fachbereich Paläoklimatologie, also über Forschung der irdischen Klimaentwicklungen in der ferneren und sehr fernen Vergangenheit der Erde. Der Text ist nicht ganz einfach, aber aufschlussreich. Einer der zentralen Befunde sagt, "dass die derzeitige CO2-Konzentration von 410 ppm in den letzten 3 Millionen Jahren beispiellos ist und dass die globale Temperatur während des Quartärs den vorindustriellen Wert nie um mehr als 2°C überschritten hat." Zum Artikel (hier)


17.01.2020

Sobald die Rede auf Phänomene in menschlichen Gesellschaften des 20./21. Jahrhundert kommt, taucht ein Problem auf, das die Diskussionen und Gespräche oft ziemlich schwierig macht: Fast alle Generalisierungen hinsichtlich individueller Eigenarten, Eigenschaften, Haltungen, Lebenskulturen innerhalb der Bevölkerung gehen an der Realität vorbei. Denn diese ist von einer sich immer weiter auffächernden Heterogenität geprägt. Es gibt sie einfach nicht DIE Jugend, DIE Rentner, DIE LInken, DIE Konservativen, DIE Grünen, DIE Deutschen, DIE Migranten, DIE MIttelschicht...

Ich kenne CDUler, deren Grundeinstellungen und Lebensarten liegen himmelweit auseinander; selbiges gilt für andere Parteigänger. Es gibt einerseits ältere Leute, für die ist die Vorstellung, mit 67 in Rente gehen zu müssen ein Albtraum; wie es umgekehrt Leute gibt, für die die Aussicht, noch bis 67 arbeiten zu müssen, ein Albtraum ist. Es gibt Jugendliche in großer Zahl, denen Klimaschutz das wichtigste Anliegen ist; ebenso gibt es Jugendliche, denen das Thema rundweg am Allerwertesten vorbei geht. Oder: Mich verbindet mit einer Menge meiner "deutschen Landsleute" erheblich weniger als mit vielen "fremdländischen" Menschen im In- und Ausland. ...

Deshalb sind Urteile über ganze Bevölkerungssegmente, die sich auf Verhaltensbeispiele, Haltungen, Ansichten Einzelner oder Einiger in diesen Segmenten stützen, IMMER abwegig. Dies ist auch der Grund, warum es eine "deutsche Leitkultur" jenseits des Grundgesetzes gar nicht geben kann.


16.01.2020

Dies ist eine Nachricht vor allem an wirtschaftsliberale und wirtschaftskonservative Leugner, Zweifler, Verharmloser in Sachen Klimawandel sowie Zauderer, Verzögerer und Bedenkenträger gegen rasch durchgreifende Klimaschutzanstrengungen: Ein "links-grüner Versiffung" völlig unverdächtiges, in Wirtschaft und Politik weltweit hoch angesehenes Gremium, die Veranstaltergruppe des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, hat gestern ihren alljährlichen "Weltrisikobericht" veröffentlicht. Darin werden heuer der Klimawandel, das Schwinden der biologischen Vielfalt und ein rekordverdächtiger Artenrückgang" als die drängensten Herausforderungen der Gegenwart bezeichnet.

Der Bericht fordert eine sofortige entschlossene Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Bekämpfung dieser Gefahren, da andernfalls "katastrophale Folgen" drohten, nicht zuletzt in Form wirtschaftlicher Konflikte und politischer Polarisierung. Dem bevorstehenden Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos hat dessen Präsident Borge Brende bei der Vorstellung des Berichts in London quasi in die Tagungsagenda geschrieben: "Die Welt kann nicht darauf warten, dass sich der Nebel der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheit lüftet. Das Handlungsfenster ist noch offen, wenn auch nicht mehr lange."


12.01.2020

Es ist ein Trauerspiel. Die 22 Quadratkilometer meines geliebten Hauswaldes werden licht und lichter. Seit Wochen fällen schwer motorisierte Trupps - auch im Mischwald - eilends Unmengen Fichten und häufen die Stämme an den Abfuhrwegen zu gewaltigen Bergen auf. Nein, das ist keine Holzernte, sondern Noteinschlag: Bis zum Frühling soll so viel wie möglich durch Hitze, Wassermangel und anschließend Borkenkäfer geschädigtes Holz raus aus dem Wald - bevor der Käfer wieder fliegt. Beim gestrigen Waldmarsch sah ich obendrein an unzähligen noch stehenden Bäumen Fällmarkierungen. Wenn die alle auch noch weg sind, wird es nicht mehr viele Fichten in diesem Teil des Westerwaldes geben.


09.01.2020

Selbstbeobachtung beim Autofahren: Wenn ich gedankenlos herumkutschiere oder meine, es eilig zu haben, verfalle ich unbewusst auf den Fahrstil der ersten Hälfte meines Autofahrerlebens. Ergebnis: Mein Spritverbrauch steigt auf 7,2 L/100km. Wenn ich aber mit Sinn, Verstand, vorausschauend, Gemütsruhe und Verantwortungsbereitschaft fahre, pendelt sich der Spritverbrauch bei 4,9 bis 5,2 L /100km ein. Und da ist noch Luft nach unten - allerdings würden mich dann manche automobilen Zeitgenossen wohl als "Verkehrshindernis" empfinden.


08.01.2020

Verdammich, gleich im neuen Jahr ein Trauerfall im Haus: Nach nur 12 Jahren in Gebrauch ist die Waschmaschine verreckt - ohne Chance, sie durch Hand(an)auflegen wieder auferstehen zu lassen. Ich also in der Früh hin zum Elektromarkt, um eine neue zu kaufen. Kinners, was es da jetzt für Dinger gibt! Waschmaschinen, die sprechen können oder einem SMS-Botschaften schicken. Solche, die Wäsche- und Stofftyp in der Trommel analysieren und selbstständig das Waschprogramm aussuchen sowie die Waschmittelmenge dosieren. Die meisten mit Touchscreens, einige sogar mit Bildschirmen...

Der nette Verkäufer demonstrierte mir eine Maschine, die - grob mitgezählt - ein gutes Hundert Funktionen hat. Meine Begeisterung war grenzenlos, weshalb ich erklärte: "Unsere alte Waschine hat zwei Schalter und einen Drehknopf, daraus ergeben sich acht Waschprogramme, von denen wir nur drei regelmäßig benutzten. So eine Maschine will ich. Habt ihr das?" Mit dieser simplen Anforderung war der junge Mann leider völlig überfordert. Denn, so seine perplexe Antwort: "Das gibt es nicht mehr." Darüber brachte ich tiefes Bedauern zum Ausdruck und verlangte resigniert nach der Maschine "mit dem wenigsten überflüssigen Tinneff und Schnickschnack. Wir wollen nur einfach Wäsche waschen".

Geordert ist nun ein Gerät mit fünf Schaltern und einem Drehknopf, das es immerhin auf 30 teils variable Funktionen bringt - von denen 25 bei uns einfach für'n Arsch sind. Immerhin: Geliefert, aufgestellt und angeschlossen wird schon morgen und die alte Maschine nehmen die Herrschaften auch gleich mit.


03.01.2020

TV-Tip. Am gestrigen Abend (Do, 2.1.) bin ich beim halbschlafenen Fernsehgucken zufällig nacheinander in zwei aktuelle Reportagen/Dokumentationen über die Arktis geraten. Die haben mich dann bis nach Mitternacht hellwach gehalten. Denn zwar ließe sich über die dramaturgische Machart streiten, gleichwohl war/ist der Gehalt an Beobachtungen, Infos, Erklärungen zu jüngerer Entwicklung und jüngstem Zustand der Nordpolarregion beträchtlich. Zugleich wird deutlich, was für ein wunderbares und wichtiges Öko-System wir zu verlieren drohen. Weshalb ich empfehlen darf, die folgenden beiden Sendungen mal aus der Mediathek zu fischen: 1.) ZDF, "Nordlichter - Leben am Polarkreis / Von Ostgrönland nach Alaska"; 2.) SWR, "Faszination Arktis"


02.01.2020

Seit 1999 schreibe ich alljährlich für die am ersten Werktag des je neuen Jahres erscheinende Ausgabe der Rhein-Zeitung mein Neujahrsessay. Nach eigenem Dafürhalten ist dieser stets eine ganze Kulturseite einnehmende Text einer meiner wichtigsten in jedem Jahr. Heuer steht er unter der Überschrift "Die Menschheit am Scheideweg", handelt vom "Klimawandel und seinen Folgen" sowie " Von Zweiflern, Leugnern und Verharmlosern". > Zum Neujahrsessay 2020  (12 000 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

31.12.2019

Wenn ich heute in der Nacht beim Jahreswechsel gut einen im Tee hab', singe/gröhle ich gewiss wieder die alten Lieder meiner Jugend. Zuerst "Unsre Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, ohne Licht und ohne Brems mit ganz viel Gas...". Zwei Gläser weiter folgt die Traditionshymne dreier Generationen "Wir versaufen unsrer Oma ihr klein Häuschen ...". Dabei blicke ich dann auf dieses Jahr 2019 zurück, das u.a. davon geprägt war, dass nicht wenige vermeintlich erwachsene Menschen in einem fort ganze Gebirge von Spott, Häme, Beleidigungen, Schmutz, Niedertracht, Hasstiraden über die Jugendlichen der Klimaschutzbewegung ausgeschüttet haben - so wie dereinst die Alten über uns, die damaligen Rocker, Gammler, Hippies, SDSler...

17.12.2019

So, liebe Leut‘. Für mich ist 2019 gelaufen. Der letzte Termin war die Beethoven-Ausstellung in Bonn. Der letzte Text, die Monatskolumne „Quergedanken“, ist gerade ins Netz gestellt. Jetzt ziehe ich mich bis Anfang 2020 zurück vom nervigen Trubel der Welt, Internet nebst Facebook inklusive – um zunächst in Ruhe mein traditionelles Neujahrsessay zu schreiben (Titel heuer: Die Menschheit am Scheideweg) und hernach dem schieren Nichtstun zu frönen. Es dürstet mich heftig nach Vertrödeltagen und buchstäblich langer Weile.

Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, endet für mich das Jahr mit Hoffnungsschimmer. Erstens mit der Freude über die urplötzlich losgebrochene „Sardinen“-Bewegung in Italien gegen Nationalismus, Intolerenz, Rechtsradikalismus und Hass-Unkultur. Zweitens mit der Erwartung, dass die globale Bewegung für die Eindämmung des Klimawandels sich nicht entmutigen lässt. Nichts wäre schlimmer für die Menschheit, als wenn die Millionen jungen Leute von Fridays für Future sich durch den Madrider Bankrott der interationalen Staatspolitik in die Resignation treiben ließen.

Denn ihr Druck wird jetzt mehr denn je gebraucht – um den zaudernden, halbherzigen, ungenügenden Klimaschutzinitiativen Europas und diverser Ländern weltweit Feuer zu machen; und um die Gesellschaften in Ländern mit den Klimaschutz blockierenden Regierungen zu ermutigen, das ihnen Menschenmögliche auch ohne oder gegen ihre Staatsführungen zu unternehmen. Wie etwa in den USA, wo etliche Bundesstaaten und viele Großstädte einen bemerkenswert offensiven Klimaschutzkurs verfolgen, trotz und gegen Trump.

Mit Hoffnung im Herzen und der schönen Aussicht auf einige Tage langer Weile wünsche ich allerseits behagliche Feiertage und einen guten Rutsch. Bis dänne.

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Mein letzter Text im Jahr 2019: die Monatskolumne "Quergedanken", Folge 178. Worum es darin geht, mag das folgende Zitat aus dem Artikelanfang skizzieren: "Bisweilen werde ich als Technikfeind gescholten. Da liegt ein Missverständnis vor. Auf Waschmaschine und Geschirrspüler, Rasenmäher und Kettensäge, Radio, TV und Computer mag ich nicht mehr verzichten. (...) Walter brummt missmutig: `Machst du jetzt Werbung für Kauf-dich-blöd-Märkte?' " > Quergedanken 178 "Wunderwelt der modernen Technik" (freier Lesetext)

16.12.2019

Das Beethoven-Jahr 2020 ist gestartet. Ab morgigem Dienstag (17.12.2019) macht das Beethoven-Haus zu Bonn seine neu gestaltete Dauerausstellung (nebst einer kleinen Sonderschau über Entstehung, Hintergründe, Rezeption von Joseph Stielers berühmten Beethoven-Porträt) dem Publikum zugänglich. Zeitgleich öffnet die Bundeskunsthalles Bonn die Pforten zur zentralen Ausstellung anlässlich Beethovens 250. Geburtsjahr unter dem Titel "Beethoven. Welt. Bürger. Musik". Ich hatte vergangene Woche die Möglichkeit zu einem Vorabrundgang durch diese Laien und Kenner gleichermaßen ansprechende interessante Schau. > Meine Ausstellungsbesprechung (5300 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

 


15.12.2019

Bis vor kurzem mochte ich Sardinen nicht sonderlich. Jetzt aber liebe ich sie. Warum? Weil in Italien aus einem kleinen Flashmob in Bologna unter dem Namen "Sardinen" binnen eines Monats eine Flächenbewegung geworden ist, die an diesem Samstag allein in Rom etliche zehntausend Menschen auf die Straße gebracht hat - zum Protest gegen Intoleranz, Nationalismus und Rechtsextremismus. Feine Sache.


13.12.2019

So, unter Langeweile muss in diesem Winter niemand leiden. Allein hierum im südlichen Westen lohnen fünf Großausstellungen von besonderem Format den Besuch. Heute durfte ich die zentrale Ausstellung zum Beethoven-Jahr 2020 in der Bundeskunsthalle Bonn vorbesichtigen (Besprechung folgt). Die am Dienstag (17.12.) fürs Publikum öffnende und bis 26.4. dauernde Schau ist ein Hammer. Gestern war ich bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2020 im Arp Museum Remagen. Dort gibt es ab 16.2. den nächsten Hammer: Surrealismus total mit u.a. 25 Werken von Salvador Dalí. Im Historischen Museum Speyer läuft bis Juni 2020 die medizinhistorische Ausstellung "Medicus - Die Macht des Wissens". Und klassische Kunst der höchsten Kategorie bietet noch bis 16.2. die große Van Gogh-Schau im Frankfurter Städel sowie bis 1.3. die Rembrandt-Ausstellung im Kölner Wallraf-Richarz-Museum. Mit diesen Aussichten ein schönes Wochenende allerseits.

> Vorbericht Jahresprogramm 2020 im Arp Museum Remagen


10.12.2019

Es ist lange her, dass ich nach einer Produktion von tanzmainz das Staatstheater Mainz derart ratlos verlassen habe wie an diesem Sonntag. 70 Minuten dauert die Uraufführung des Tanzstückes „Tambora“. Nach einer halben Stunde des Schauens setzt sich im Kopf die Frage fest: Was soll das? Denn es bleibt, was das Tanzgeschehen zeigt, weithin unbegreiflich. Erst die nachherige Lektüre des Programmheftes gibt vagen Hinweis, was der Choreograf im Sinn hatte. Weshalb wieder mal die Frage im Raum steht: Muss man sich Kunstwerke erst erklären lassen, bevor man sich ihnen aussetzt? > Meine Besprechung und Anmerkung (4600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


09.12.2019

Arthur Millers „Hexenjagd“ jetzt am Staatstheater Mainz: Das sind drei Stunden von packender, beklemmender, entsetzender Wucht – über eine Gemeinde, in der religiöser Wahn, Hass, Machthunger, Habgier und Angst eine kollektive Hysterie auslösen. Etliche Theater haben das Drama von 1952 jüngst wieder auf dem Spielplan, im Fernsehen war eben eine der Verfilmungen zu sehen. Denn was Miller als Reaktion auf das Klima aus Hetze, Denunziation und Angst während der amerikanischen McCarthy-Ära schrieb, lässt sich heute lesen als Warnung vor dem Abgleiten unserer Gesellschaft in eine ähnliche Atmosphäre aus hasserfüllter Unvernunft, Intoleranz und von Dogmen geschürten Ängsten. > Meine Premierenkritik (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


08.12.2019

Historische Stoffe insbesondere über das Mittelalter sind seit den 1980ern Buch- und Kinohits, etwa „Die Säulen der Erde“, „Die Päpstin“, „Die Wanderhure“ oder natürlich Noah Gordons „Der Medicus“. Letzteren nutzt jetzt das Historische Museum der Pfalz in Speyer als Aufhänger für eine große Ausstellung über zentrale Stationen der Medizingeschichte in den letzten 5000 Jahre. Bewegen sich besagte Romane/Filme teils recht frei im Grenzland zwischen Fakten und Fiktion, so hebt die hochinteressante und lehrreiche Schau „Medicus – Die Macht des Wissens“ ab auf wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über das Gesundheitsbemühen von Ärzten und Heilern diverser Epochen und Kulturen. > Meine Ausstellungsbesprechung (5000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


07.12.2019

In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich die Zahl der kategorischen Klimawandelleugner um mindestens 90 % verringert. Sie bestreiten nun nicht mehr die Existenz des jetzigen Klimawandels (wie auch?). Stattdessen versuchen sie mit aller Gewalt zu "beweisen", dass er - wie jeder vorherige Klimawandel in der Erdgeschichte - natürlichen Ursprungs sei und keineswegs von Menschen verursacht. ... Eine Anmerkung zu dieser Theorie (freier Lesetext)


06.12.2019

Es nutzt ja nichts, sich in Sachen Klimawandel/Klimaschutz einen in die Tasche zu lügen und den Leuten etwas vorzumachen. In diesem Fall stellt das Prinzip "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" keine Option dar, denn die Natur ist für solche Tricks unempfänglich. Man kann, soll, muss den Menschen reinen Wein einschenken: ... Mein Kommentar dazu (freier Lesetext)


04.12.2019

Es gibt rund 200 Staaten auf Erden. Zwei davon, VR China und USA, stoßen zusammen 43% des zivilisatorischen CO2 weltweit aus. Von den übrigen 57 % entfallen 31% mit einstelligen Anteilen auf 16 weitere Staaten (unter diesen steht Deutschland mit 2 % an vierter Stelle). Zu den verbleibenden 12 % globaler CO2-Emission tragen 184 Staaten jeweils nur 0,X oder 0,0X % bei. Ergo: Würden 198 Staaten dem Fatalismus folgen, der hierzulande bisweilen gepredigt wird - "angesichts China und USA sind Klimaschutzbemühungen andernorts eh sinnlos" - blieben 57% CO2-Emissionen unangetastet. Es gilt in diesem Fall nun mal: Viel Kleinvieh macht sehr viel Mist - und wir sind eines der größten unter den kleinen Viechern.


03.12.2019

Muss ich als Nichtsozialdemokrat eine Meinung zum neuen Führungsduo der SPD haben? Muss ich nicht. Kann ich gar nicht, weil mir die Frau und der Mann unbekannt sind. Da "unbekannt" ebenfalls kein sinnvolles Beurteilungskriterium ist, warte ich einfach mal ab, was die beiden so machen werden. Fertig.

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Potzblitz! Ich dachte immer, Maulwürfe machen Winterschlaf. Wohl gefehlt, denn bei uns entfaltet so ein Bursche dieser Tage rege Aktivität: Den gestampften Lehmboden im Geräterschuppens verwandelt er in eine Gebirgslandschaftt, ebenso einen Teil der Wiese hinterm Haus. Nenenenenenee, Maulwurfn.


02.12.2019

Wie macht man aus einer der räumlich größten Bühnen Deutschlands den Ort für ein intimes Kammerspiel, das vier Personen in ein enges Zimmer sperrt? Bühnenbildner Volker Hintermeier benutzt sie einfach nicht. Stattdessen baut er vor die Bühne des Schauspiels Frankfurt eine eigene, wesentlich kleinere Bühne. Dort spielt Johanna Wehners Inszienierung von Jean-Paul Sartres Stück „Geschlossene Gesellschaft“ aus dem Jahr 1944. Meine Premierenbesprechung (freier Lesetext)


30.11.2019

4. FFF-Weltaktionstag gestern (29.11.), schneller Netzrundblick und dabei gefundene Zahlen (aktualisierter Stand 30.11., 10 Uhr):
Manifestationen weltweit in 2400 Städten in 158 Ländern. Australien (ingesamt 300 000 Teilnehmer); Deutschland (630 000 Teilnehmer...

Städte in Deutschland: Berlin (60 000), München (unklar, 17 000 bis 33 000), Hamburg (50 000), Hannover (40 000), Köln (14 000), Heidelberg (10 000), Stuttgart (10 000), Kiel (9000), Freiburg (9000), Bremen (8000), Darmstadt (8000), Münster (8000), Tübingen (8000), Leipzig (7500), Düsseldorf (7000), Saarbrücken (7000), Karlsruhe (6000), Dresden (6000), Kassel (5000), Essen (5000), Göttingen (4000), Bielefeld (3500), Bonn (3000), Mannheim (3000) ...

Städte/Städtchen in Rheinland-Pfalz: Mainz (2500+), Landau (1200), Koblenz (laut Polizei 900, nach meiner Schätzung 1400+), Sinzig (150), Simmern (100), Idar-Oberstein (100), Montabauer (70), Andernach (erstmals, 100+), Altenkirchen (350), Bad Kreuznach (350) ...

Städte im EU-Ausland: Rom (20 000), Wien (18 000), Linz (4000), Bregenz (1500) ....

30.11.2019

4. FFF-Weltaktionstag gestern (29.11.), schneller Netzrundblick und dabei gefundene Zahlen (aktualisierter Stand 30.11., 10 Uhr):
Manifestationen weltweit in 2400 Städten in 158 Ländern. Australien (ingesamt 300 000 Teilnehmer); Deutschland (630 000 Teilnehmer...

Städte in Deutschland: Berlin (60 000), München (unklar, 17 000 bis 33 000), Hamburg (50 000), Hannover (40 000), Köln (14 000), Heidelberg (10 000), Stuttgart (10 000), Kiel (9000), Freiburg (9000), Bremen (8000), Darmstadt (8000), Münster (8000), Tübingen (8000), Leipzig (7500), Düsseldorf (7000), Saarbrücken (7000), Karlsruhe (6000), Dresden (6000), Kassel (5000), Essen (5000), Göttingen (4000), Bielefeld (3500), Bonn (3000), Mannheim (3000) ...

Städte/Städtchen in Rheinland-Pfalz: Mainz (2500+), Landau (1200), Koblenz (laut Polizei 900, nach meiner Schätzung 1400+), Sinzig (150), Simmern (100), Idar-Oberstein (100), Montabauer (70), Andernach (erstmals, 100+), Altenkirchen (350), Bad Kreuznach (350) ...

Städte im EU-Ausland: Rom (20 000), Wien (18 000), Linz (4000), Bregenz (1500) ....


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28.11.2019

Morgen (Freitag 29.11., also eine Woche vor Beginn der Weltklimakonferenz in Madrid) ist wieder ein Tag zum Demonstrieren - 4. Weltaktionstag von Fridays for Future. Und zwar eigentlich für alle, die angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisstände sowie inzwischen eigenen Augenscheins begriffen haben: Der menschengemachte Klimawandel verschlechtert die Lebensbedingungen der gesamten Menschheit gravierend. Und: Das Zeitfenster ist klein, dieses Problem vor allem durch entschlossenes staatspolitisches Handeln noch halbwegs einzuhegen. Hierzulande findet morgen jede/r in leicht erreichbarer Nähe einen Demo-/Kundgebungsort (für Rheinland-Pfalz siehe Eintrag vom 27.11.)

Es komme nun, bittschön, kein Klimawandelleugner, -apathiker, -verdränger, -verharmloser und erkläre zum x-ten Mal, dass Klimaschutz-Demos und/oder Klimaschutzpolitik sinnlos seien, solange China und die USA beim Klimaschutz nicht mitmachen. Denn: Je größer, ernsthafter, standhafter die über den Globus verteilten FFF-Manifestationen ausfallen, umso eher verbreitet sich die Aufmerksamkeit für das Klimawandelproblem, umso stärker die Ermutigung klimabewusster Minderheiten anderwärts, umso größer der Druck auf die Regierungen hier und überall, sich der Sache mit gebotenem Ernst anzunehmen. Trump mag sich einen Scheiß um die Demos kümmern, für die Auseinandersetzung in der US-amerikanische Öffentlichkeit, für viele dortige Bundesstaaten und Kommunen sind sie dennoch wertvoller Rückenwind.


27.11.2019

Gemeldet waren bis eben (27.11., früher Morgen) für Deutschland Streiks/Aktionen/Demos im Rahmen des FFF-Weltaktionstages am 29.11. in rund 500 Orten. Nachfolgend, welche Aktionsansagen ich für Rheinland-Pfalz gefunden habe (alphabetisch nach Orten):

Altenkirchen, 15:00 Uhr, Schlossplatz / Alzey, 12:30 Uhr, Rossmarkt / Andernach, 11:40 Uhr, Schulzentrum / Bad Kreuznach, 11:30 Uhr, Bahnhof / Bernkastel-Kues, 13:15 Uhr, Busparkplatz – Schulzentrum / Bingen am Rhein, 13:15 Uhr, Bürgermeister-Neff-Platz / Frankenthal, 13:00 Uhr, Röntgenplatz / Grünstadt, 15:00 Uhr, Hbf / Idar-Oberstein, 12:00 Uhr, Stadthaus – Marktplatz / Kaiserslautern, 11:30 Uhr, Hbf / Kirchheimbolanden, 10:30 Uhr, Parkplatz KiboBad / Koblenz, 11:55 Uhr, Hbf / Mainz, 12:00 Uhr, Ernst Ludwig Platz / Montabaur 12:15 am BBS Kreisel / Neustadt an der Weinstraße, 13:00 Uhr, Rathausmarkt / Pirmasens, 10:00 Uhr, Hbf / Prüm, 10:00 Uhr, Hahnplatz / Sinzig, 16:00 Uhr, Jahnwiese / Speyer, 11:00 Uhr, Sankt-Guido-Stiftsplatz / Trier, 10:00 Uhr, Porta Nigra / Worms, 11:30 Uhr, Bahnhof / Zweibrücken, 14:30 Uhr, Herzogplatz (Fahrraddemo)
 


25.11.2019

Doch ja, ich mag Traditionen. Ein paar zumindest. Am liebsten jene, die alle Jahre wieder gute Laune, gemütliche Plauderrunden nebst ordentlich Speis‘ und Trank in die Bude bringen. Und bei denen ich sicher sein kann, dass sie auch diesmal so angenehm ablaufen wie in vielen Vorjahren. Jahreszeitlich angemessen, in meiner Monatskolumne "Quergedanken" ein paar launige Anwerkungen zum Fest der Besinnlichkeit unter der Überschrift "Gretchenfrage: Wie hältst du es mit Weihnachten?"


24.11.2019

Ein recht musikalisches Wochenende liegt hinter mir. Am Freitag Kritikerdienst beim 4. Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz mit dem Beethoven Orchester Bonn unter GMD Dirk Kaftan als Gast. Auf dem Prgramm standen Brahms' "Tragische Ouvertüre" op.81, Dvoraks 7. Sinfonie sowie - als besondere Herausforderung für Musiker und Publikum - Alban Bergs Violinkonzert (Solistin: Alina Pogostkina). Am Samstag durfte ich dann in Lahnstein ganz privat das 10. Lulo Reinhardt Gitarrenfestival genießen. Und ich muss sagen: Was vier Gitarristen (plus Percussionist Uli Krämer) aus sehr unterschiedlichen Stilschulen solistisch oder in wechselndem Zusammenspiel da zauberten, war nach Virtuosität, Kreativität und Kunstsinnigkeit erste Sahne. Gezaubert haben Lulo Rheinhardt, Lula Galvao (Brasilien), Marek Pasieczny (Polen) und Daniel Stelter (Deutschland).

Meine Besprechung des Koblenzer Anrechtskonzerts (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)  


19.11.2019

Irgendjemand hat für heute (19.11.) den "Internationalen Männertag" ausgerufen. So lese ich in der Zeitung und dazu einen Artikel, der mich unendlich müde macht. Weil: Er wirft wieder einmal Fragen auf, die ich bereits in jungen Jahren, also vor fast einem halben Jahrhundert, zumindest im Grundsatz für beantwortet hielt. Anmerkung zum "Männertag" (hier)


18.11.2019

Ein kleines Verzählche über meinem ersten (und letzten) Besuch in einem Factory/Fashion Outlet Center (FOC). Freier Lesetext (hier)

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Es geschieht Seltsames auf der Bühne des Bonner Schauspielhauses in Bad Godesberg. Zwei Schauspieler treten auf, aber sie spielen nicht, tragen stattdessen den ganzen Abend nur einen literarischen Text vor. Bald kommt ein fünfköpfiges Ensemble hinzu, das eine Geschichte szenisch darstellt, dabei aber die gesamten eindreiviertel Aufführungsstunden kein einziges Wort spricht. Gegeben wird derart Heinrich von Kleists „Die Marquise von O.“, eine Novelle aus dem Jahr 1808. Meine Inszenierungskritik (3700 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


17.11.2019

Die permanente Primärfixierung des Medienbetriebes auf die Frage der Kanzlerkandidatur - ob bei Grünen, Union oder SPD - ist schon fast krankhaft. Und sie ist im Kern unpolitisch. Wir sind gerade mal in der Halbzeit der Legislatur, aber selbst geschätzte Politkollegen von ARD, ZDF und gewichtigen Zeitungen betrachten Parteitage vielfach vor allem unter dem Aspekt der Kanzlerkandidatur in zwei Jahren. Das kann es nicht sein, zumal zum jetzigen Zeitpunkt eben noch nicht klar ist, wofür, für welche Linie und Politik einzelne Köpfe tatsächlich stehen (bei Union und SPD im Augenblick noch deutlich weniger als bei den Grünen).


16.11.2019

Lebhaftes Getriebe am Vogelhäuschen, das ich im vergangenen Winter für die gefiederte Nachbarschaft baute. Spatzen, Meisen, Finken zuhauf, dazwischen mal eine Amsel. Erschrocken flattern alle davon, sobald sich die große Elster nähert. Dann ist für ein paar Minuten Ruhe am überdachten Trog im Busch der Felsenbirne. Sie ist wählerisch, die Bagage. Man speist nur Sonnenblumenkerne, Weizen und anderes Körnerzeug bleibt liegen.


13.11.2019

Leseempfehlungen zum Thema Klimawandel (aktuell neue Texte)

> Brown-to-Green-Report:  Industrieländer treiben die Welt Richtung drei Grad Erwärmung

> Permafrostregion setzt mehr und mehr CO2 frei (neue Überblickstudie des Deutschen GeoForschungsZentrums)

> "Bundespräsident warnt Klima-Aktivisten davor, die Demokratie schlechtzureden. Er warnt die Falschen." (Leitartikel "Zeit") 


11.11.2019

Schwermut und Schicksalhaftigkeit, Pathos und bisweilen volkstümlich schäumende Tanzlust: Russisches Programm beim 3. Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz. Daniel Raiskin, vormals über zehn Jahre Chefdirigent des Staatsorchesters Rheinischen Philharmonie, hat es quasi aus seiner Herkunftsheimat mitgebracht. Herzlich wird er als alter Bekannter vom Publikum in der Rhein-Mosel-Halle zum Gastdirigat begrüßt - und wie auch Cellosolist Benedict Kloeckner nachher mit starkem Applaus honoriert.

Meine Konzertbesprechung (3800 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


10.11.2019

Große Freude. Eine Tänzerin, deren Anfänge und Entwicklung ich über Jahre beim damaligen ballettmainz von Martin Schläpfer beobachten durfte, hat den Theaterpreis Faust 2019 als beste Darstellerin Tanz bekommen: Marlucia do Amaral wurde für ihre Odette in Schläpfers "Schwanensee" an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg ausgezeichnet. 1,58 klein, von etwas gedrungenem, kraftvollem Körperbau entspricht Marlucia so gar nicht dem klassischen Ideal einer Ballerina. Gleichwohl ist sie eine Künstlerin geworden, bei der tanztechnisches Können von höchsten Graden und ein unverwechselbares Charisma aus Sinnlichkeit, fraulichem Selbstbewusstsein und Sensibilität miteinander verschmelzen. Glückwunsch. (Foto: Gert Weigel)


09.11.2019

Mein Kommentar in der Printausgabe der heutigen Rhein-Zeitung anlässlich Kramp-Karrenbauers Vorstoß zur erweiterten Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Freier Lesetext hier


08.11.2019

Kleine Bitte um Beachtung: Es heißt und schreibt sich POGROM, nicht Progrom. Danke.


06.11.2019

Das ist ein erstaunliches Phänomen, hatte ich so nicht erwartet und kann ich mir auch noch nicht schlüssig erklären: Die recht solide sozioökonomische Studie "Glücksatlas" Deutschland hat für 2019 bei den Befragten einen sehr hohen Level der Zufriedenheit mit den persönlichen Lebens-, Familien- und Arbeitsituationen festgestellt. In den Ost-Bundesländern fällt er so hoch aus wie noch nie (erfragt seit 30 Jahren). Im Widerspruch dazu wird - gefühlt - der allgemeine Diskurs und vor allem die Auseinandersetzung im Netz von Ängsten, Vorbehalten, Geschimpfe, Hass- und Gewaltneigung dominiert. Auch wenn Durchschnittswerte immer ein fragwürdige Angelegenheit sind, weil sie - wie zB beim Durchschnittseinkommen - die prekären Ränder unten wie oben unsichtbar machen, so bleibt vor allem mit Blick auf die mehrjährige Tendenz doch ein eigentümlicher Widerspruch zwischen privat gefühlter und öffentlicher Stimmung.


05.11.2019

Auszug aus einem Artikel von "Graslutscher" mit interessanten Fakteninfos: "Die Bild titelte letzte Woche „Grausam! Kinder in Afrika müssen für E-Autos schuften“. Ja, Kinderarbeit ist ziemlicher Mist, sie interessiert diese Typen aber nur, wenn es um E-Autos geht. Zwischen 2005 und 2017 wurden weltweit 1,5 Millionen Tonnen Kobalt gefördert, zum Großteil aus dem Kongo. Davon werden erst seit Kurzem ungefähr fünf Prozent in E-Autos verwendet (gab es vorher ja kaum). Die anderen 95%? Sind den Bild-Leuten seit 14 Jahren scheißegal.
Mit denen haben wir Magnete hergestellt, irgendwelchen Plunder blau gefärbt, Metalle gehärtet und Diesel-Kraftstoffe (!!!) entschwefelt...." . Ganzer Text hier (bitte unbedingt auch den Nachtrag beachten) .

***

Notiert man sich über Monate hinweg, welche gravierenden Probleme in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutiert werden, so kommt eine lange Liste zusammen, die für Deutschland eine zentrale Schnittmenge aufweist: Personalmangel in fast allen Bereichen. Nach meinen Notizen sollen insbesondere fehlen: Ingenieure, IT-Spezialisten, Facharbeiter, Handwerker beinahe jedweder Zunft, Erzieher, Lehrer, Personal in der Alten- und Krankenpflege, Ärzte (vor allem auf dem Land), Psychologen/Psychiater, Sozialarbeiter Polizisten, Soldaten, Lokführer, Busfahrer, LKW-Fahrer, Forstarbeiter, Richter/Justizpersonal und etliche mehr. Die Fehlbestände lassen sich bis dato nur zum geringeren Teil aus dem demographischen Wandel erklären. Weshalb m.E. zu fragen wäre: a) Was ist bei der Nachwuchs-Heranbildung in den letzten drei Jahrzehnten falsch gelaufen? b) Warum sind manche Berufe so unattraktiv? c) Was gedenken die Verantwortlichen gegen den Missstand zu tun?


02.11.2019

Jesses Marie! Normalerweise geht mir die Fußballbundesliga ja am Allerwertesten vorbei. Aber der aktuelle Ausnahmezustand in Rhein-Main weckt dann doch mein Interesse: Eintracht Frankfurt zerlegt Bayern München mit 5 : 1, RB Leipzig zerpflückt Mainz 05 mit 8 : 0. Kreuzdonnerwetter, was haben die da geraucht, das den Rechtsrheinischen einen Highhype, den Linksrheinischen einen Horrortrip bescherte?


01.11.2019

Hier stehe ich und kann nicht anders als dies zu sagen: Die "Vaterlandsliebe" der Nationalisten ist das ärgste Verbrechen, das einer Heimat angetan werden kann.


31.10.2019

Vor wohl an 100 Zuhörern hielt ich gestern im Landesmuseum Koblenz - wahrscheinlich letztmals in Rheinland-Pfalz - meinen vergleichenden Vortrag über Karl Marx und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Das scheint mir nun ein guter Zeitpunkt, das jüngste und ausführlichste Redemanuskript interessierten Lesern zugänglich zu machen (s.u.). Der Vortrag gestern dauerte gut 75 Minuten, entsprechend Zeit braucht auch die Lektüre.

Zum Vortragsmanuskript hier


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