Guten Tag allerseits

22.09.2021

Für diesen Freitag (24.9.2021) haben die örtlichen Gruppierungen der jugendlichen Klimaschutzbewegung Fridays for Future (FFF) in Deutschland bisher an rund 450 Orten zu Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen und anderen Aktionen für eine entschlossenere Klimaschutzpolitik aufgerufen (die Veranstalter bestehen reihum auf Abstandsgebot und Maskenpflicht). Ich begrüße das ausdrücklich und fordere zum Mitmachen auf. Denn egal wer am Sonntag die Bundestagswahl gewinnt und wie die neue Regierung nachher aussieht: Bereits in den Wahlprogrammen und -slogans der demokratischen Parteien mit zweistelligen Umfragewerten waren die avisierten Klimaschutzbemühungen dem Ernst der epochalen Krisenentwicklung leider nicht angemessen, unterambitioniert bis nichtssagend.

Ohne gehörigen Dampf von außen werden im tri-fraktionellen Koalitionsprozess selbst die ungenügenden Klimaschutzziele wohl noch weiter weichgespült. Zumal keine der besagten Parteien sich bislang öffentlich zu der Erkenntnis durchringen mochte/konnte, dass ein Festhalten an ewigem Wachstum des Güterwohlstandes unvereinbar ist mit dem Ziel einer Begrenzung des Klimawandels bei 1,5 Grad.

Nachfolgend aufgelistet die FFF-Aktionen an diesem Freitag für Rheinland-Pfalz (soweit auf der zentralen FFF-Website bereits erfasst; dort gibt's auch Infos über örtlich besondere Aktionen wie Fahrrad- oder Langlaufdemos > https://fridaysforfuture.de/streiktermine/ "Listenansicht" aufrufen):
Altenkirchen 14.00 Schlossplatz; Bad Kreuznach 12.30 Bahnhof; Bingen 17.00 Speisemarkt; Daun 15.00 Laurentiasplatz; Diez 15.00 Marktplatz; Frankenthal 13.30 Speyerer Tor; Idar-Oberstein 12.00 Platz auf der Idar; Kaiserlautern 13.15 Hbf; Kirchheimbolanden 9.35 Nordpfalzgymnasium; Koblenz 12.05 Hbf; Landau 12.05 Alter Messplatz; Ludwigshafen 15.30 F-W-Wagner-Platz; Mainz 14.00 Theodor-Heuss-Brücke; Simmern (Hunsrück) 13.00 Schlossplatz;  Sinzig 16.00 Elsa-von-Brandström-Ring; Speyer 17.30 St-Guido-Stifts-Platz; Trier 12.00 Domfreihof; Worms 10.00 Auxerreplatz/Bahnhof.


20.09.2021

Zwei Vorträge habe ich bis Ende 2021 zu halten. Es handelt sich in beiden Fällen quasi um Altverpflichtungen, eingegangen noch während meiner berufsaktiven Zeit, dann wegen Corona ein ums andere Mal verschoben. Der erste Vortrag findet an diesem Sonntag (26.9., Wahlsonntag, 11 Uhr) im Rahmen der GDKE-Reihe  "Dichtung und Wahrheit. Open-air im Barockgarten von Schloss Bürresheim" nahe Mayen statt (bei Schlechtwetter im Saal des Schlosses). Thema  meines Vortrags: HEIMAT - SEHNSUCHTSRAUM UND KAMPFBEGRIFF. (Eintritt frei, Anmeldung erforderlich > hier  buerresheim(at)gdke.rlp.de oder Telefon 02651-76440). > Weitere Infos zu dieser Veranstaltung hier

Der zweite Vortrag wird eine kleine Festrede bei einer Vereinsveranstaltung der Förderer des Mutter-Beethoven Hauses in Koblenz-Ehrenbreitstein sein. Ursprünglich geplant als Schlusspunkt und Resümee des Beethoven-Jahres 2020, das dann aber weitgehend Corona zum Opfer fiel, ist der Abend nun auf den 19. Dezember 2021 gelegt, den 275. Geburtstag von Ludwigs Mutter, der einst in Ehrenbreitstein beheimateten Maria Magdalena van Beethoven (geb. Keverich).


02.09.2021

Der Musiker mit dem großen Herz für die kleinen Leute und der unbeugsamen Liebe zur Freiheit ist tot: RiP Mikis Theodorakis - du wichtigster Barde meiner Rebellenjugend.



28.08.2021

Ende August ist hierorts traditionell die Zeit, wo man Umschau hält, wie weit die wilden Brombeeren sind - und ggf. schon mal einen ersten Sammelgang ins Auge fasst. Da im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass es wegen Vertrocknung keine nennenswerte Ernte geben würde, sind 2021 nach einer prachtvollen Blüte, reichlich Fruchtansätzen und allerhand Regen die Hoffnungen groß - bis eben gewesen. Ich hielt heute Umschau im weiten Rund um mein unterwesterwäldisches Waldrevier, und bin nun ernüchert, ja geradezu entgeistert. Das wird wieder nix mit eimerweise Brombeeren. Denn wider jedes Erwarten sind die Früchte in allen mir vertrauten Hecken winzig geblieben und zu großen Teilen braun geworden. Erklären kann ich mir dieses Phänomen nicht. Immerhin bietet die Natur gewissermaßen als Ausgleich heuer eine gewaltige Schwemme von Holunderbeeren an. Nur leider: Ich mag das Holunderzeug nicht, weder als Gelee noch als Saft oder Wein.


27.08.2021

"Neulich im Wald. Es war ein bisschen düster unterm tropfenden Blätterdach, ....". So beginnt die heute auf ihrem Seite-2-Stammplatz im mittelrheinischen Magazin "Kulturinfo" erschienene Folge 194 meiner Monatskolumne "Quergedanken". Freund Walter ist ungehalten, dass ich darin nur ein nettes Anekdötchen erzähle, ausgerechnet jetzt in so schwieriger und schrecklicher Zeit. Aber dazu stehe ich. > Lest selbst hier "Mal was ganz anderes"

 

02.09.2021

Der Musiker mit dem großen Herz für die kleinen Leute und der unbeugsamen Liebe zur Freiheit ist tot: RiP Mikis Theodorakis - du wichtigster Barde meiner Rebellenjugend.


28.08.2021

Ende August ist hierorts traditionell die Zeit, wo man Umschau hält, wie weit die wilden Brombeeren sind - und ggf. schon mal einen ersten Sammelgang ins Auge fasst. Da im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass es wegen Vertrocknung keine nennenswerte Ernte geben würde, sind 2021 nach einer prachtvollen Blüte, reichlich Fruchtansätzen und allerhand Regen die Hoffnungen groß - bis eben gewesen. Ich hielt heute Umschau im weiten Rund um mein unterwesterwäldisches Waldrevier, und bin nun ernüchert, ja geradezu entgeistert. Das wird wieder nix mit eimerweise Brombeeren. Denn wider jedes Erwarten sind die Früchte in allen mir vertrauten Hecken winzig geblieben und zu großen Teilen braun geworden. Erklären kann ich mir dieses Phänomen nicht. Immerhin bietet die Natur gewissermaßen als Ausgleich heuer eine gewaltige Schwemme von Holunderbeeren an. Nur leider: Ich mag das Holunderzeug nicht, weder als Gelee noch als Saft oder Wein.


27.08.2021

"Neulich im Wald. Es war ein bisschen düster unterm tropfenden Blätterdach, ....". So beginnt die heute auf ihrem Seite-2-Stammplatz im mittelrheinischen Magazin "Kulturinfo" erschienene Folge 194 meiner Monatskolumne "Quergedanken". Freund Walter ist ungehalten, dass ich darin nur ein nettes Anekdötchen erzähle, ausgerechnet jetzt in so schwieriger und schrecklicher Zeit. Aber dazu stehe ich. > Lest selbst hier "Mal was ganz anderes"


26.08.2021

Wie zu erwarten und dieser Tage beim Waldgang bereits wiederholt bestätigt gefunden: Der Feuchtsommer 2021 bringt in vielen Regionen eine regelrechte Pilzschwemme hervor. > weiterlesen "Launiger Denkanstoß für Pilzesucher"


24.08.2021

Mein Großvater selig hatte, bis zum schieren Nerven, immer wieder 4 häusliche Grundregeln für das Verhalten in bestimmten Katastrophenlagen gepredigt. Über Jahrzehnte vergessen, erinnere ich mich neuerdings häufig daran:
"1. Bei Fluten und Hochwasser NACH OBEN (Obergeschoss/Dachboden).
2. Bei Sturm oder Fliegeralarm NACH UNTEN (Keller).
3. Bei Gewitter REIN ins Haus.
4. Bei Feuer oder Erdbeben RAUS aus dem Haus."


23.08.2021

Die vierte Corona-Welle rollt. Leider, aber nicht überraschend, muss man sagen. Doch sie hat fast zwei Monate früher begonnen als allgemein erwartet. Das Infektionsgeschehen hierzulande nähert sich dem exponentiellen Wachstum. Gut 40 % der Bevölkerung haben noch keinen Impfschutz, darunter auch jene rund 10%, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Was nun tun? > Anmerkung weiterlesen hier


16.08.2021

War ein prima musik-erzählerischer Abend rund ums Thema "Bob Dylan beeinflusst Wolfgang Niedecken" gestern im Schlosshof Engers (Benefizsonderkonzert zugunsten der Flutopfer), und - wie ich höre - tags zuvor auch auf der Festung Ehrenbreitstein. Inklusive übermusikalischen Statements von Niedecken: 1. "Wir brauchen im Klimaschutz einen Paradigmenwechsel"; 2. "Lasst euch impfen und überzeugt andere, sich impfen zu lassen, damit die Corona-Scheiße endlich aufhört"; 3. "Geht wählen - und denkt dabei an eure Kinder und Enkel"; 4. nach Zuruf aus dem Publikum, dass der 1. FC Köln gerade 3:1 gewonnen habe: "Ährlich? Unfaaßbar. So eine Freud."

***

Zu Afghanistan:
Szenen am Flughafen von Kabul wie während der Finaltage des Vietnamkrieges. Eine politisch-militärische Lage ähnlich derjenigen, die die Sowjetarmee 1989 nach 10 Jahren Besatzungskrieg aus dem Land trieb. Konnte irgendjemand jetzt irgendetwas anderes erwarten? Ein quasi künstliches Staatswesen, das von ausländischem Militär und Geld zusammengehalten wird, kann nur zusammenbrechen, wenn dieses Militär und das Geld abziehen - fliehen muss vor einem Feind, der im Land selbst herangewachsen und daheim ist. Nein, ich weiß keinen Weg zur Lösung der afghanischen Tragödie, aber dass es so nicht geht, wie erst die Russen, dann die Nato es versucht haben, liegt nach meinem Dafürhalten nicht erst jetzt auf der Hand. Ich bange um viele Menschen dort, insbesondere um die afghanischen Frauen.


15.08.2021

Auf Anregung und Bitte aus der Redaktionsleitung der Rhein-Zeitung habe ich nach etlichen Monaten ruhestands- sowie pandemiebedingter Abstinenz als Tageszeitungsschreiber mal wieder zur Feder gegriffen. Thema: Wie ist im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl eigentlich das Volk aufgestellt, wie die Stimmung im Land? Herausgekommen ist ein ganzseitiges Essay, heute in der Zeitung und online veröffentlicht, in der Printausgabe unter der trefflichen Schlagzeile "Die erschöpfte Republik muss wählen". > Essay lesen hier


11.08.2021

Nach mehreren Wochen habe ich mal wieder die Zahlenlage in Sachen Corona-Seuche global und national gecheckt. Hier die Ergebnisse (Stand heute resp. 1.8.2021; alle Zahlen gerundet):

- 4,3 Millionen Corona-Tote weltweit sind in summa offiziell erfasst (nicht eingerechnet die Dunkelziffer von grob geschätzt 1,5 bis 4 Millionen, die in den Armenvierteln und unterwickelten Weltregionen ohne Arzt oder Krankenhaus an Covid19 gestorben sind und nie registriert wurden.). Deutschland, Stand heute (11.8.21): 91824.   
- 204 Millionen Menschen haben sich in summa offiziell infiziert (Dunkelziffer mehrfach so hoch). Deutschland: 3,8 Millionen.
- 4,4 Milliarden Dosen Impfstopf sind bis heute weltweit verabreicht, also haben knapp 2 Milliarden Menschen vollen Impfschutz.
- Für signifikante Sterberaten in Folge der Impfung gab/gibt es bislang nirgendwo Anzeichen. In Deutschland sind auf jetzt rund 50 Millionen Geimpfte nur einige Hundert Verdachtsfälle registriert, von denen bei den meisten angenommen wird, dass die Patienten nicht "an", sondern "mit" der Impfung gestorben sind. Ähnlich in anderen Ländern.
- Deutschland verzeichnet (Stand vorgestern) seit Beginn der Impfkampagne (Stichtag 1.2.21) insgesamt 8715 sog. Impfdurchbrüche, also Corona-Infektionen trotz Vollimpfung. Schwerstverläufe von Covid19 sind darunter allerdings fast gar keine aufgetreten. Im selben Zeitraum haben sich hierzulande indes 1,4 Millionen Ungeimpfte infiziert und sind davon etwa 20000 der Seuche erlegen. (Über Post- und Long-Covid-Fälle finde ich leider noch kein Zahlenmaterial).
-   Nein, die Impfung ist nicht der Sprung in den 100-prozentigen Schutz vor der Covid-Infektion. Das hat auch nie jemand behauptet. Aber sie hat sich nun millionenfach als probates Mittel gegen massenhafte Schwererkrankungen und vor allem das große Sterben erwiesen. Leider weisen aktuelle Studien aus Großbritannien wie Israel darauf hin, dass auch etwa ein Viertel der Vollgeimpften bei einer Infektion mit der Delta-Variante in den ersten Tagen nahezu die volle Viruslast trägt und damit andere anstecken kann. Doch selbst dabei gilt: Ansteckungs- und Verlaufsrisiko liegen um ein Mehrfaches unter dem von Nichtgeimpften.


10.08.2021

Wer über die vergangenen Jahre die wissenschaftliche Forschungsentwicklung in Sachen Klimawandel auch nur mit einem halben Auge ein bisschen verfolgt hat, für den sind die Aussagen des neuen Weltklimaberichts nicht so furchtbar überaschend. Es kommt alles schneller, härter, umfassender als allgemein angenommen - und sämtliche bisher ergriffenen (sowie für die nähere Zukunft beschlossenen) Maßnahmen zum Klimaschutz sind zu langsam, zu halbherzig, zu ineffektiv. Wenn die Menschheit sich nicht dazu durchringt, ihrer  Zivilisationsentwicklung eine gänzlich neue Richtung zu geben, wird die Natur selbst unsere bisherige Lebensart gewaltsam unterminieren. Das wird dann - wie bereits zu erleben ist - teurer und opferreicher als selbst die radikalste Klimaschutzpolitik es je sein könnte.

Ein Gedanke noch anbei, weil manche Diskussion teils seltsame Wendungen nimmt:  Für unsere Lebenspraxis heute und in nächster Zukunft ist die maßgebliche Frage ja nicht, ob es ein vergleichbares Extremwetter in den zurückliegenden Jahrzehnten oder Jahrhunderten schon mal gab. Wahrscheinlich ist fast jedes heutige Wetterphänomen irgendwann irgendwo in den letzten 2000 Jahren bereits mal aufgetreten. Die für unser aller Leben sowie Politik und Wirtschaft entscheidende Frage lautet vielmehr: In welcher Dichte und Stärke brechen derartige Ereignisse jetzt und künftighin lokal, regional, kontinental über uns herein – und welche globalen Entwicklungen treiben sie an? Da sind wird dann beim menschengemachten Klimawandel, der die aktuelle Zivilisation aller Orten mal mit Fluten, mal mit Hitze und Dürren, mal mit gewaltigen Feuersbrünsten oder extremen Stürmen heimsucht – und das in wissenschaftlich messbar, statistisch erfassbar, inzwischen auch für aufmerksame Laien sicht- und spürbar zunehmender Häufigkeit.


05.08.2021

Drei neue Arbeiten aus meiner Pinselwerkstatt, alle drei Aquarell auf Leinwand. Getauft habe ich sie so: Bild 1 "Obacht, Mann!". Bild  2 "Beziehungspallaver in der Gartenwirtschaft", Bild 3 "Waldeslust anno domini 2021", > Bilder betrachten und Anmerkung lesen


04.08.2021

Nachricht an die Gartenfreund*innen in dieser Runde: Mein im Frühjahr hier angezeigtes Experiment "Kartoffelanbau in ausgemustertem Regenfass" muss leider als gescheitert gelten. Ernteergebnis gestern: 1 lächerliches Kilo recht mickriger Erdäpfel aus den obersten 20 cm ders ursprünglich mit 90 cm guter, lockerer Komposterde peu a peu bis zum Rand angefüllten Tonne. Seither war die Erde um mehr als ein Viertel eingesackt, hat sich unterhalb der Deckschicht zum knüppelharten Brocken verdichtet, der auch kein Wasser mehr aufnahm, geschweige denn Raum für Fruchtbildung bot. Kurzum: In solch einem großen Behältnis funktioniert die Sache offenbar nicht. Nachbarn hatten mit Kartoffelanbau in einem 10-Liter-Eimer mehr Erfolg. Hungern müssen wir im Winter dennoch nicht: Unser äüblicher Freilandanbau erbrachte 2 Zentner Krummbiere.


30.07.2021

In der heute erschienenen Folge 193 meiner Monatskolumne "Quergedanken" geht es, selbstredend, um die entsetzliche Flutkatastrophe vom 14./15. Juli in Ahrtal und Eifel, NRW und Belgien. Das kann auch gar nicht anders sein beim Eingangstext für ein mittelrheinisches Magazin. Denn alle Leser*innen hier kennen die betroffenen Regionen, viele haben Verwandte, Bekannte, Freunde dort. Zudem: Neben der riesigen Solidariät mit den unendlich geplagten Nachbarn ist man sich in Westerwald, Taunus und Hunsrück, in Neuwied und Koblenz bewusst, dass jenes Unwetter nur wenige Kilometer weiter nach Osten oder Süden hätte driften müssen - man stünde nun selbst zwischen Trümmerbergen und hätte Tote zu beklagen. > Lesen Quergedanken Nr. 193 "Im Rinnsal lauert das Monster"

 

30.07.2021

In der heute erschienenen Folge 193 meiner Monatskolumne "Quergedanken" geht es, selbstredend, um die entsetzliche Flutkatastrophe vom 14./15. Juli in Ahrtal und Eifel, NRW und Belgien. Das kann auch gar nicht anders sein beim Eingangstext für ein mittelrheinisches Magazin. Denn alle Leser*innen hier kennen die betroffenen Regionen, viele haben Verwandte, Bekannte, Freunde dort. Zudem: Neben der riesigen Solidariät mit den unendlich geplagten Nachbarn ist man sich in Westerwald, Taunus und Hunsrück, in Neuwied und Koblenz bewusst, dass jenes Unwetter nur wenige Kilometer weiter nach Osten oder Süden hätte driften müssen - man stünde nun selbst zwischen Trümmerbergen und hätte Tote zu beklagen. > Lesen Quergedanken Nr. 193 "Im Rinnsal lauert das Monster"


27.07.2021

2012 hatte ich Gelegenheit, an einer Rundreise mit Historikern und Archäologen zu den Relikten jüdischen Lebens in den drei SchUM-Städten am Rhein teilzunehmen. Anschließend schrieb ich einen Zeitungsartikel über einiges von dem, was ich dabei gelernt hatte. Der Text hob insbesondere auf die historischen Bedeutung der drei jüdischen Zentren in Speyer, Worms, Mainz vom 10. bis ins 14. Jahrhundert für das Judentum weltweit ab – ebenso auf die Bedeutung der Juden für die Entwicklung dieser Zentralregion des Heiligen Römischen Reiches. Anlässlich der heutigen (27.7.2021) Aufnahme des jüdischen Erbes der SchUM-Städte in die UNESCO-Welterbeliste habe ich den Artikel nochmal hervorgeholt und empfehle hiermit (nachfolgend) die Leküre. Er könnte manchem Zeitgenossen die Hintergründe in knappen 4300 Anschlägen verständlicher machen. > Die alten jüdischen Zentren am Rhein sind nun Weltkulturerbe


26.07.2021

Es ist so eine Sache heutzutage mit den "Jahrhundert-Naturkatastrophen". Ein Jahrhundert ist inzwischen auf wenige Wochen oder Tage zusammengeschrumpft. Seit der verheerenden Sturzflut hierzulande im Westen am 14./15.7. sind eingetreten: Erneute Rekordflut in Teilen Belgiens; in Zentralchina binnen 48 Stunden Sturzfluten nach Regenmengen "wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht"; in der indischen Provinz Goa bringt der Monsun Wassermassen "wie noch nie" mit sich. Und schaut man auf das erste Halbjahr 2021 fallen u.a. ins Auge: Rekordwärme in der Arktis und in Sibirien, Rekordzahl an Feuern in Sibirien und Teilen der USA, Hitzerekorde in den nördlichen USA und Kanada, Rekorddürre in Madagaskar ....


20.07.2021

Jeden Tag höhere Zahlen von Todesopfern der Sturzflutkatastrophe im Westen (aktuell 169 in RLP und NRW), neue Bilder und Hiobsbotschaften über das Ausmaß der Infrastruktur-Zerstörungen dort sowie der Verluste an privatem Hab und Gut. Natürlich, die entsetzlichen Ereignisse haben unzählige wichtige Fragen aufgeworfen, die zeitnah zu diskutieren sind, die rascher Antworten und deren wirkmächtiger Umsetzung bedürfen - hinsichtlich Klimaschutz sowie Anpassung an den bereits laufenden Klimawandel - vom Katastrophenschutz über neue, erweiterte Hochwasserschutz-Konzepte bis hin zu kommunalen Bebauungsplänen und privaten Baumaßnahmen. Doch im Augenblick noch hat etwas anderes Vorrang: retten, bergen, räumen, zupacken, helfen, unterstützen. > Ganzen Text lesen "Erst helfen, dann analysieren und diskutieren"


15.07.2021

Hochwasser/Sturzfluten: Katastrophenalarm an der Ahr und in der Eifel; Häuser unterspült, ein halbes Dutzend eingestürzt; 4 Tote und etliche Vermisste; Menschen müssen von Hausdächern gerettet werden .... Die Situation dort war in der Nacht furchtbar, ist heute noch sehr ernst. Auf der anderen Rhein-Seite, hier bei mir im Unterwesterwald, keine Probleme. Es regnete gestern zwar ganztägig aus- und ergiebig Bindfäden, Sturzfluten blieben indes Gott sei Dank aus. Allerdings: Das meiste des Wassers von drüben wie hüben fließt mittlerweile über vollgesogene Bodenoberflächen ab und landet schließlich im Rhein. Beträchtliche Hochwassergefahr.


13.07.2021

Und wieder gab es eine Menge Regenstunden in den vergangenen Tagen, von mir genutzt für die malerische Passion. Kunstfreunde erkennen unschwer, bei wem ich Motive/Teilmotive für meine jüngsten drei Malversuche abgekupfert habe und welche Eingriffe ich mir gegenüber den Vorlagen teils erlaubte. > Die drei Bilder hier


12.07.2021

So, das Fußball-Dingens wäre durch. Obwohl selbst nie ein berauschter Fan dieser Sportart (ich mach's halt lieber mit den Händen), habe ich heuer ein gutes halbes Dutzend Spiele angeschaut, stets in der Hoffnung auf fußballerische Könnerschaft in inspirierten, interessanten, spannenden Matches. Denn dafür habe ich durchaus einiges übrig - wobei mir meist ziemlich egal ist, wer gewinnt, wenn es nur verdient ist. Einzige Ausnahme: Mein Herz neigt dazu, für muntere, mutige, engagierte und ordentlichem Sportsgeist folgende Außenseiter zu schlagen. Das ganze Gedöhns um den vermeintliche Fight zwischen Nationen geht mir völlig am A... Allerwertesten vorbei.

Letzteres nun auch bei Olympia, dessen Leichtathletik-Sparte mich als dazumal jugendlicher Leistungshochspringer (auf badischem Regionalniveau) naturgemäß mehr anzieht als das Gekicke. Meine Aufmerksamkeit und bisweilen Begeisterung gilt Leistung, Technik, Geschick, Form der jeweiligen Sportsleute. Der Medaillenspiegel indes interessiert mich nicht die Bohne. Aber vorweg sei festgehalten: Hut ab vor den Japanern! Haben sich von niemandem dreinreden lassen, angesichts der pandemischen Gefahren auf den Zustrom von Zuschauermassen zu verzichten.

***

Eine Sache muss ich nachträglich noch loswerden, die Fußball-EM betreffend: Werte TV-Spielkommentatoren, es ist ja nett, dass ihr bei jedem Spiel fortwährend euren gewaltigen Fundus an Wissen über die Fußballhistorie mit uns geteilt habt. Etwas Geschichtsbildung kann schließlich selbst in Sachen Sport nicht schaden. Die allerdings bei euch vielfach aufscheinende Annahme, vor 30, 40, 50 oder mehr Jahren stattgehabte Dramen, Tragödien,  Schicksale resp. Triumphe auf dem Fußballfeld könnten über irgendwelche tiefenpsychologische Pfade das je aktuell laufende Spielgeschehen wesentlich beeinflussen, diese Annahme scheint mir doch etwas weit hergeholt. Zumal die heutigen Akteure auf den Plätzen zur betreffenden Zeit noch gar nicht geboren waren, oft nichtmal deren Eltern. Oder wie es meine Mitzuseherin mehrfach formulierte: "Was reden die denn da für ein absurdes Zeug?"


04.07.2021

Seit 26 Stunden habe ich nun die Volldosis des Ami-Stoffes intus. Und wie bei der Erstimpfung "plagen" mich als Nebenwirkung in flottem Wechsel Fressattacken süß/deftig, Schlafanfälle, Libidoausbrüche, Sangeslüste. Ist schon 'ne seltsame Type dieser Bill Gates.


02.07.2021

In der weltberühmten 1a-Erdbeer-Anbaulage Wittgert/Unterwesterwald läuft die Erdbeerernte auf Hochtouren. Die Früchte sind kleiner als in den Vorjahren, die Gesamtmenge aber ist erheblich größer. Allerhand von dem Zeug haben wir schon gefuttert auf Kuchen, im Quark, gezuckert pur - und 16 Gläser Konfitüre (mit Fruchtstücken) sind bereits im Kasten. Ende nicht absehbar. Und wenn wir von dem Süßkram genug haben, ernten und essen wir derzeit abwechselnd oder durcheinander Spitzkohl, Radies, Gurken, Möhren, Rote Beete, Brokkoli, Zuckererbsen, Zwiebeln, Kohlrabi, Fenchel, Frühkartoffeln sowie Kopfsalat in unbegrenzter Menge. Wobei letzterer inzwischen scharf schießt. Was noch fehlt, sind vor allem Tomaten; die brauchen noch ein bisschen. Schönes Wochenende allerseits - das mir (Freude!), auch die zweite Moderna-Impfung bringt.


01.07.2021

Nur mal so: 14 Grad, derzeitige Hochsommertemperatur hierorts um 17 Uhr. Gleichwohl ist die nächste Gewitterwelle mit lokalem Starkregenpotenzial bereits avisiert. Derweil brüten Teile der nördlichen USA und Kanadas unter einer Hitzeglocke mit dort bisher noch niemals gemessenen 45 bis fast 50 Grad.


30.06.2021

Den hiesigen Fußballfreund*innen zum Trost für ein überwiegend nur mittelklassiges Spiel, bei dem gestern halt die etwas besser spielende Mannschaft gewonnen hat: Nr. 192 meiner Monatskolumne "Quergedanken". Die geht natürlich alle an, denn sie befasst sich mit einer der schönsten und zugleich wichtigsten Seite der Zwischenmenschlichkeit, der körperlichen Kommunikation zwischen Leuten, die sich mögen. "Sind wir unterkuschelt?" befragt die Wissenschaft unsere moderne Lebensweise. Und kommt leider zu dem Ergebnis: Ja, beträchtlich. Und im Zuge der Pandemie haben selbst sonst obercoole Zeitgenossen gemerkt, dass ihnen manche Berührung doch ganz schön fehlt. > Lesen "Anfassen, umarmen, streicheln, kuscheln, küssen, knutschen …"

30.06.2021

Den hiesigen Fußballfreund*innen zum Trost für ein überwiegend nur mittelklassiges Spiel, bei dem gestern halt die etwas besser spielende Mannschaft gewonnen hat: Nr. 192 meiner Monatskolumne "Quergedanken". Die geht natürlich alle an, denn sie befasst sich mit einer der schönsten und zugleich wichtigsten Seite der Zwischenmenschlichkeit, der körperlichen Kommunikation zwischen Leuten, die sich mögen. "Sind wir unterkuschelt?" befragt die Wissenschaft unsere moderne Lebensweise. Und kommt leider zu dem Ergebnis: Ja, beträchtlich. Und im Zuge der Pandemie haben selbst sonst obercoole Zeitgenossen gemerkt, dass ihnen manche Berührung doch ganz schön fehlt. > Lesen "Anfassen, umarmen, streicheln, kuscheln, küssen, knutschen …"


20.06.2021

Padautz, krawumm. Unruhige Nacht. Kurz nach 0 Uhr begann sie hierorts, die Parade der Sommergewitter. Jede halbe Stunde ein neues bis um viere in der Früh. Die ersten beiden nur sehr laut und von stroboskopischer Helligkeitsgewalt - so viel Olympierkrawall war schon ein Weile nicht mehr. Um 2 Uhr dann auch sprichwörtliche Öffnung der Himmelsschleusen: Binnen acht Minuten liefen die vordem leeren Regenfässer rauschend über. Ein Glück, dass die Flut nach zwölf Minuten vorbei war.

Drinnen im Haus brütende Schwüle. Man liegt auf dem Bett in schweißiger Nacktheit und lauscht den Elementen - fasziniert, ja beinahe beglückt, doch zugleich etwas besorgt. Fenster auf, Fenster zu, Fenster auf, Fenster zu ... Zwischendurch raus, die Wasserfässerzuläufe schließen, und runter in den Keller, prüfen, ob die Kanalisation überquillt. Alles ok. 3.15 Uhr, erstes Frühstück. 3.30 Uhr, die Götter beginnen, sich abzuregen. 4 Uhr, wieder ab aufs Bett. Sooo müde, doch in der Sauna schläft es sich nicht gut. Dösen, dösen, dösen .... nichts mehr. 8.15 Uhr: Zweites Frühstück. Gartenrunde: Kartoffelpflanzen ordentlich zerzaust, eine Tomatenpflanze umgeknickt. Nichts sonst, doch alles wunderbar nass.


18.06.2021

Gartenzaun streichen draußen, wenn's nicht regnet. Hat es aber Ende Mai/Anfang Juni recht häufig. Dann gab ich drinnen einer Versuchung nach, neulich über mich gekommen beim Blättern im großformatigen Bildband "Pina Bausch und das Tanztheater Wuppertal". Viele Dutzend wunderbare Szenenfotos aus Bausch-Choreografien. Tanzkünstler in starken (Bewegungs-)momenten, vor oft schwierigen Hintergründen, oft auf glänzendem/spiegelndem Boden, in raffiniertem Bühnenlicht - daran wollte/will ich mich für eine Weile mit Pinsel und Farbe abarbeiten, Entdeckungen machen, Wege finden, auch die Motive nach Gusto verfremden.       > Wen's interessiert: Vier erste Resultate hier.


17.06.2021

Bevor noch jemand 'nen Suchtrupp losschickt, weil hier gar so lange gar nichts mehr passiert: Alles gut bei mir, bin gesund und witterungsbedingt gedämpft munter. An Tagen wie diesen spielt sich mein Ruhestands-Leben nun mal draußen ab. Bis Zehne in der Früh bei ein bisschen Gartenarbeit, hernach vornehmlich bedächtig bis zum schieren Stillstand in der Schattenlaube unter den Haselnussbäumen. Was in meinem Smartphone-losen Falle dann eben heißt: offline. Staffelei und Klavier haben hitzefrei, selbst der Fernseher macht Sommerpause, da seine Nutzer erst gegen Mitternacht ins Innere zurückkehren.


03.06.2021

Man merkt: Bundeswahlkampf hebt an. Selbst etliche sonst recht gescheite und maßvolle Leute auch in meinem FB-Kontaktkreis neigen nun wohl um der schlagwütigen parteilichen Kampfrhetorik willen für eine Weile zu argen Vereinfachungen bis nachgerade böswilligen Fehlinterpretationen. Das übliche Getöse halt. Nur vielleicht ein bisschen giftiger - seit die früher einmal sehr groß gewesenen Volksparteien doch recht klein geworden.



28.05.2021

Des Lebens eigentümliche Zufälle: Die 67 000 Exemplare der heute erschienenen Juni-Ausgabe des mittelrheinischen Monatsmagazins "Kulturinfo" waren diese Woche gerade fertig gedruckt, da erhielt ich meinen lange erwarteten Termin zur Corona-Impfung. Dies sei der journalistischen Korrektheit halber angezeigt, weil es in meiner seit 2005 auf Seite 2 des "Kulturinfo" publizierten Kolumne "Quergedanken" in der diesmaligen Folge 191 auch knurrig um die deutsche Impfkampagne geht.       > Lesen hier "Brennt da Licht am Ende des Tunnels?"

28.05.2021

Des Lebens eigentümliche Zufälle: Die 67 000 Exemplare der heute erschienenen Juni-Ausgabe des mittelrheinischen Monatsmagazins "Kulturinfo" waren diese Woche gerade fertig gedruckt, da erhielt ich meinen lange erwarteten Termin zur Corona-Impfung. Dies sei der journalistischen Korrektheit halber angezeigt, weil es in meiner seit 2005 auf Seite 2 des "Kulturinfo" publizierten Kolumne "Quergedanken" in der diesmaligen Folge 191 auch knurrig um die deutsche Impfkampagne geht. > Lesen hier "Brennt da Licht am Ende des Tunnels?"


25.05.2021

Und jetzt mal: Stimmung!!! Himmelarschundwolkenbruch, ich hab' ja nichts dagegen, dass es regnet, aber vom diesjährigen mitteleuropäischen Kaltloch nun die Schnauze gestrichen voll! Wissta Bescheid.


22.05.2021

Doch ja, ich finde ehrenwert, bemerkenswert, teils bewundernswert, was in der Kulturlandschaft während der Pandemie-Monate im digitalen Bereich alles auf die Beine gestellt worden ist. Gut, dass es das gibt - und manches wird wohl auch nachher als quasi neue Sparte bleiben. Gleichwohl habe ich für meine Person ein Problem mit den Digitalformaten: Die derart dargebotene Kunst geht nicht wirklich an mich. Anders gesagt: Vor allem Theater, Tanz, Bildkunstbetrachtung gelangen via PC-Bildschirm nur bis in die Ratio des Kopfes, erreichen kaum je das Herz (per Mini-Mattscheibe von Smartsphones käme vollends gar nichts bei mir an). Das Phänomen ist nicht neu: Schon früher blieb das Anschauen von Schauspiel, Ballett etc. im Fernsehen für mich eher rationale Kunststudie denn Kunsterlebnis. Ich weiß, es gibt eine Menge Leute, denen geht es ganz anders. Schön so, nicht zuletzt für die Kunstschaffenden.


20.05.2021

Zwischeninfo an die Gartenfreunde: Mein Experiment "Kartoffeln hochziehen im kaputten  Regenfass" läuft bis dato wie geschmiert.  Die vier kurz über den Fassboden gesetzten Kartoffeln treiben ihre Grünblätter inzwischen munter und kräftig durch fast 90 cm Erde. Jeden zweiten Tag schütte ich einen Eimer Erde nach. Gleich nach Pfingsten wird das Fass randvoll sein. Dann können die Kartoffelpflanzen sich obenraus voll entwickeln und lassen darunter im ganzen Fassraum, hoffentlich, ordentlich Erdäppel wachsen.


19.05.2021

Etliche Regentage hintereinander. Die habe ich genutzt, um mich malpraktisch mit zwei bekannten Meisterwerken herumzuschlagen: Max Beckmanns "Zwei Kabarettistinnen" von 1943 und Vincent van Goghs "Sonnenaufgang bei St. Rrémy" aus dem Jahr 1899. Beim Blättern in den Kunstbänden riefen beide schon eine Weile immer wieder "versuch dich doch mal an uns". > Beide Bilder größer (hier)


18.05.2021

Freude! Heute stehen erstmals knackfrische Ernteprodukte der Saison 2021 aus meinem Garten auf dem Mittagstisch: Ein Teller mit Radieschen und "Eiszapfen" plus ein Schüsselchen mit Rucola.


16.05.2021

Ei guck, Menschen sind bisweilen lustige Wesen. Da argumentieren Leute über Wochen und Monate vehement dagegen, steigende Inzidenzen als Maßstab für Verschärfungen des Seuchenschutzes heranzuziehen. Jetzt aber fordern vielfach diesselben Leute mit nachdrücklichem Verweis auf sinkende Inzidenzen, die Schutzmaßnahmen rasch weitgehend auszusetzen.

Noch lustiger sind ein paar zehn- oder hunderttausend Zeitgenossen, die unerbittlich seit Monaten daran festhalten: "Die Corona-Einschränkungen müssen weg. Die AHAL-Regeln müssen weg. Niemand sollte sich impfen lassen. Tests sind nur staatliche Schikanemaßnahmen und müssen weg." Ja was wollen diese Typen denn? MAOAM, ganz bestimmt, und Freibier.


11.05.2021

Freude, auch ein bisschen Eigenstolz. Der Sohn vom seligen Schreinermeister Pecht hat da mal was gebaut, aus lauter auf dem Dachboden und im Werkstattkeller auffindbarem Krempel: Ein Maleck in der Schreibstube nebst einklappbarer, abhängbarer, für stehendes und sitzendes Arbeiten je umhängbarer "Staffelei" (1x1 m) mit 3-fach verstellbarem Neigungswinkel. Damit ist der Schreibtisch befreit von der wuchernden Pinsel-Passion, kann ich mal über das kleine A3-Format hinausgehen. Und - raffiniert, wie ich meine - mit drei Handgriffen tendiert nötigenfalls der Platzbedarf des Malecks fast gegen Null, ohne dass man irgendwas in anderer Räume verfrachten müsste.
"Schön" mag anders gehen, aber meine Schreibstube ist im kleinen Häuschen nur ein kleines Durchgangszimmer und seit jeher eben primär ein ARBEITSraum. Passt. Und weiter geht's, unter verbesserten Bedigungen - mit der entdeckerischen Abenteuerreise durch die Welt der Bildenden Kunst.


08.05.2021

Es ist schon seit einiger Zeit auch für regelmäßige Besucher meiner Wesite unübersehbar: Des Autors Wechsel in den Ruhestand verändert das Geschehen hier doch beträchtlich. Vor allem geschieht erheblich weniger als in vorherigen Zeiten, und es geschieht anderes. Das ist Folge der veränderten Lebensumstände (Rentnerdasein) sowie der Freisetzung neuer Interessen jenseits des bisherigen journalistischen Spektrums in Kultur und Politik... > Weiterlesen: "Info in eigener Sache"


27.04.2021

Viele wissen es. Andere ahnen es, weil meine Präsenz in Zeitungen und an Vortragspulten mittlerweile gegen Null tendiert, weil auch hier auf meiner website ionzwischen deutlich weniger passiert als in früheren Jahren: Der Autor ist in den Ruhestand getreten. Das schon vor einigen Monaten. Und was mache ich nun mit all der gewonnenen Verfügungszeit? „Er dreht am Rad“, meint Freund Walter schnippisch.... > Mehr dazu in meinen "Quergedanken" Nr. 190 "Aus dem Ruhestand"

27.04.2021

Viele wissen es. Andere ahnen es, weil meine Präsenz in Zeitungen und an Vortragspulten mittlerweile gegen Null tendiert, weil auch hier auf meiner website ionzwischen deutlich weniger passiert als in früheren Jahren: Der Autor ist in den Ruhestand getreten. Das schon vor einigen Monaten. Und was mache ich nun mit all der gewonnenen Verfügungszeit? „Er dreht am Rad“, meint Freund Walter schnippisch.... > Mehr dazu in meinen "Quergedanken" Nr. 190 "Aus dem Ruhestand"


17.04.2021

Wer wissen will, was geschähe, würden Politik und Gesellschaft in Deutschland den Vorstellungen und Forderungen von AfD, Verquerdenkern und diversen Coronaverharmlosern folgen – der schaue nach Brasilien.

Wer wissen will, was herauskommt, wenn Armut, Unterentwicklung, Übervölkerung, Gesundheits- und Bildungsmisere sowie (religiöse) Massenrituale eine systematische Seuchenbekämpfung fast unmöglich machen – der schaue nach Indien.

Wer wissen will, was die zähe und langwierige Folge ist, wenn JEDWEDE Maßnahme zur Seuchenbekämpfung stets von allen möglichen Seiten angefeindet, zerredet, uminterpretiert, ignoriert und deshalb kraftlosem Herumgeeiere der Vorzug gegeben wird – der schaue auf Deutschland.

Wer wissen will, welche Möglichkeiten zu einer wirksameren Seuchenbekämpfung es geben könnte – der schaue auf Australien, Neuseeland, Südkorea, auch China und einige andere.


15.04. 2021

Alles Herumreden, Zerreden, Kleinklein-Reden, Ignorieren, Taktieren ist für den Arsch. Denn eingetreten ist de facto - einmal mehr - genau das, was die Wissenschaftler prognostiziert haben, wovor sie wieder, wieder und wieder gewarnt haben und worauf das Gros der deutschen Politik sowie ein Teil der Gesellschaft wieder, wieder und wieder nicht angemessen reagieren. Wenn dieses Land sich nicht endlich zu einem "echten" Lockdown durchringt und weiter bei halbherzigem Herumeiern bleibt, sollte es sich wenigstens so ehrlich machen und zugeben, dass ihm das Öffnen, Öffnen, Öffnen weitere tausende Tote und Longcovid-Erkankte wert ist. Das wäre dann allerdings nicht mehr mein Land. Und bevor nun das übliche Kaleidsokop-Gelabere wieder anhebt: Man kann über alle Öffnungsstrategien reden, sobald jeder begriffen hat, dass für das eventuelle Gelingen sämtliches dieser Strategien Niedriginzidenzen ( = schwaches Infektionsgeschehen) grundlegende VORAUSSETZUNG sind.


12.04.2021

Ganz simples Erfahrungsfaktum: Seit Beginn der Pandemie folgen die Zahlen der klinischen Intensivfälle und der Corona-Toten mit 2- bis 3-wöchiger Verzögerung tendenziell stets der Entwicklung der Inzidenzen. So auch jetzt wieder bei der dritten Welle, weshalb ja die Intensivmediziner derzeit so laut wie nie "Alarm" rufen. Ja gewiss, die Inzidenzwerte sind "nur" grob, aber wir haben kein anderes geschweige denn besseres Frühwarnsystem - das uns in diesem Augenblick sehr deutlich signalisiert: Die jüngste Öffnungsorgie inmitten einer heftigen Zunahme des Infektionsgeschehens - wider den dringenden Rat, ja das verzweifelte Flehen von Wissenschaft und Medizinern - ist eine Dummheit sondergleichen. Wenige Monate vor Durchimpfung der Bevölkerung noch einen solche Harakiri-Kurs zu steuern, statt endlich für 2 bis 3 Wochen mit einem "echten" Lockdown (knüppelhart, aber kurz) das Infektionsgeschehen in den Keller zu drücken: Ich begreife es nicht.


06.04.2021

Ich mag Leute, die einen Spleen haben, eine Marotte, eine Schrulle, ein skurriles Hobby, eine absonderliche Passion oder seltsame Eigenart. Solange sie niemandem schaden oder einem mit überschießendem Missionierungsdrang ständig auf den Keks gehen. Am liebsten sind mir jene, die .... > weiterlesen hier


01.04.2021

Wer will denn jetzt noch mit Astraseneca geimpft werden? Na logisch: ICH, ich, ich (65) - und alle Leute derselben Altersklasse in meinem näheren und weiteren Umfeld. Es lässt sich doch keiner die Chance entgehen, plötzlich 12 Millionen Plätze in der Impfreihenfolge nach vorne zu rücken. Zudem: Jeder Geimpfte ist ein Fortschritt für die Seuchenbekämpfung. Gefahr: Es sterben jedes Jahr etwa 500 mal mehr Leute an Nebenwirkungen von Ibuprofen. Ab kommenden Mittwoch können sich in RLP die 60- bis 70-Jährigen zur Astra-Impfung anmelden. Do simma dabei!!


01.04.2021

"Reden wir mal übers Essen. Davon sind alle betroffen, hat jeder Ahnung. Denn alle müssen essen – egal wie das Wetter ist und was sich ringsumher mehr oder minder Dramatisches abspielt. Ein Entschluss Walters brachte das Thema neulich bei uns aufs Tapet mit der beiläufigen Bemerkung, er sei seit drei Wochen Vegetarier. (...)." So beginnt die aktuelle Folge Nr. 189 meiner seit 2005 bestehenden Monatskolumne  "Quergedanken".  > Weiterlesen "Allesfresser, Vegetarier, Veganer und Co."

Bevor ihr in die Lektüre des hier verlinkten (freien) Textes einsteigt, noch zwei Anmerkungen. 1. Ich benutze den Begriff "Allesfresser" (mich selbst eingeschlossen) nicht als Urteil, sondern in Anlehnung an die Kategorisierung der Biologie (Omnivoren). 2. Im Unterschied zur landläufig verbreiteten Ansicht sind täglich reichhaltige Fleischmahlzeiten historisch für das Gros der Menschen NICHT die Regel. Wir müssen mehr als 10 000 Jahre in die letzte Eiszeit zurückgehen, um in Europa auf Vorfahren zu treffen, die sich hauptsächlich von Fleisch ernährten. Und das auch nur, weil in der damals trockenkalten Tundralandschaft auf dem Kontinent essbare Pflanzen nur spärlich vorkamen, wandernde Wildtierherden indes in großer Zahl. Von der Sesshaftwerdung bis zur Wirtschaftswunderzeit war reichlich Fleisch auf dem Tisch ein Privileg der wohlhabenden Schichten, bestand die Basis der Volksernährung aus Getreidebrei (später Brot), Kohlgewächsen und Wurzelgemüse.     

 

01.04.2021

Wer will denn jetzt noch mit Astraseneca geimpft werden? Na logisch: ICH, ich, ich (65) - und alle Leute derselben Altersklasse in meinem näheren und weiteren Umfeld. Es lässt sich doch keiner die Chance entgehen, plötzlich 12 Millionen Plätze in der Impfreihenfolge nach vorne zu rücken. Zudem: Jeder Geimpfte ist ein Fortschritt für die Seuchenbekämpfung. Gefahr: Es sterben jedes Jahr etwa 500 mal mehr Leute an Nebenwirkungen von Ibuprofen. Ab kommenden Mittwoch können sich in RLP die 60- bis 70-Jährigen zur Astra-Impfung anmelden. Do simma dabei!!


01.04.2021

"Reden wir mal übers Essen. Davon sind alle betroffen, hat jeder Ahnung. Denn alle müssen essen – egal wie das Wetter ist und was sich ringsumher mehr oder minder Dramatisches abspielt. Ein Entschluss Walters brachte das Thema neulich bei uns aufs Tapet mit der beiläufigen Bemerkung, er sei seit drei Wochen Vegetarier. (...)." So beginnt die aktuelle Folge Nr. 189 meiner seit 2005 bestehenden Monatskolumne  "Quergedanken". > weiterlesen "Allesfresser, Vegetarier, Veganer und Co."

Bevor ihr in die Lektüre des hier verlinkten (freien) Textes einsteigt, noch zwei Anmerkungen. 1. Ich benutze den Begriff "Allesfresser" (mich selbst eingeschlossen) nicht als Urteil, sondern in Anlehnung an die Kategorisierung der Biologie (Omnivoren). 2. Im Unterschied zur landläufig verbreiteten Ansicht sind täglich reichhaltige Fleischmahlzeiten historisch für das Gros der Menschen NICHT die Regel. Wir müssen mehr als 10 000 Jahre in die letzte Eiszeit zurückgehen, um in Europa auf Vorfahren zu treffen, die sich hauptsächlich von Fleisch ernährten. Und das auch nur, weil in der damals trockenkalten Tundralandschaft auf dem Kontinent essbare Pflanzen nur spärlich vorkamen, wandernde Wildtierherden indes in großer Zahl. Von der Sesshaftwerdung bis zur Wirtschaftswunderzeit war reichlich Fleisch auf dem Tisch ein Privileg der wohlhabenden Schichten, bestand die Basis der Volksernährung aus Getreidebrei (später Brot), Kohlgewächsen und Wurzelgemüse.     


27.03.2021

Stehe am Fenster und hoffe, dass das eben über uns hinwegziehende Gewitter auch noch was anderes drauf hat, als mit Gedonner, Windböen und ein bisschen blödem Herumgehagle zu protzen. Regen wär' nicht schlecht, die Fässer zu füllen mit Gießwasser für die jetzt beginnende An- und Aufzuchtphase im Garten. Der müsste allerdings ein kleines Quantum üppiger fallen als früher, denn ich habe meine Regentonnen-Kapazität noch einmal aufgerüstet - ausgehend davon, dass gewiss weitere und noch ärgere Dürresommer folgen werden, selbst wenn zwischendurch mal, wie jetzt im gebeutelten Australien, ein Flutjahrgang über uns hereinbrechen sollte.

6 Fässer reißen nun rund ums Haus das Maul auf, nach Himmelswasser gierend. 2 pro Kännel, jeweils zur Überlaufbatterie gekoppelt. Macht in summa, wenn sie randvoll sind, knapp 2000 Liter, also 200 Gießkannen. Die würden, sparsam und gezielt vergossen, in unserem Garten etwa 4 Wochen Dürreperiode überbrücken können. Nicht mehr, aber weniger auch nicht.
Leider musste ich feststellen, dass eines der älteren Fässer sich über Winter im Boden Sprünge und ein Loch gefangen hat. Frage niemand nach dem Woher, Wie, Warum. Ich weiß es nicht (doch, doch, alle Fässer wurden im Herbst entleert). Was nun anfangen mit dem kaputten Ding? Beiseite stellen bis zum nächsten Sperrmüll?

Nach einigem Überlegen gebar die Hausgemeinschaft eine Idee: Wir bauen Kartoffeln darin an - nach der jüngst bei Städtern beliebt gewordenen Eimermethode für Balkone: Unten gute Erde ins Fass, dahinein ein paar Setzkartoffeln, dann mit dem Hochwachsen der Grüntriebe peu a peu Erde nachfüllen, bis das Behältnis voll ist. Am Ende kann die Pflanze obenauf sich zum grünen Busch entfalten und drinnen im Fass über die gesamte Höhe neue Kartoffeln bilden. Angeblich funktioniert das sehr gut und soll recht reiche Ernte erbringen. Wir haben es noch nie gemacht, also schaun mer mal.

Schönes Wochenende allerseits, trotz allem.
NACHTRAG. Da fällt mir gerade ein: Müssen wir an diesem Wochenende nicht die Uhr um eine Stunde auf Sommerzeit vorstellen (oder so ähnlich)?


26.03.2021

Viele wissen es, viele andere ahnen es, einige machen es immer wieder mal oder sogar regelmäßig: Sich für ein paar Tage vom Tohuwabohu der Netzwerke abzukoppeln, beruhigt ungemein. Mehr noch: Interessanterweise geht mit der Absenkung des persönlichen akuten Aufgeregtheitslevels zugleich auch eine Anhebung der Nachdenklichkeit und der Fähigkeit zur Unterscheidung/Beurteilung von längerfristig wichtigen und weniger wichtigen Aspekten einher. > weiterlesen "Nachdenkliche Bemerkung: Das Problem mit dem Info-Overkill"


25.03.2021

*grübel* Wenn ich mir die Statements heute und in jüngerer Zeit zur Sache Corona in den Netzwerken und Leserbriefspalten anschaue, beschleicht mich eine Befürchtung: Sinnvolle Diskussionen sind in der breiten  Bevölkerung eventuell gar nicht mehr möglich über das, was jetzt - nachdem das Kind viele Monate von einem Brunnen in den anderen gefallen ist - in der Corona-Krise nötig wäre, zu tun. Denn: Je nach Art und Grad der persönlichen Krisenbetroffenheit halten unterschiedliche Leute völlig verschiedene bis gegensätzliche Maßnahmen und Marschrichtungen für das Nötigste.

Im Grunde ist das verständlich, sagte doch der alte Marx schon richtig: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein". Und wo das persönliche Sein (egal auf welcher Seite) zum Maß der Dinge wird, ist auch kaum noch greifbar, was denn eigentlich das Nötigste für das Wohl aller (Gemeinwohl) wäre. Zu dieser Erkenntnis gelangt, bleiben allerdings zwei ganz große Probleme: 1. Was sollen wir, was soll die Politik nun praktisch tun? 2. Das Virus folgt seinen eigenen Naturgesetzen. Der kleinste und nahezu einzige gemeinsame Nenner in der übergroßen Mehrheit der Diskutanten wie auch der Bevölkerung ist: impfen, impfen, impfen.

Wie dem auch sei: Ich hatte mich gestern (s.u.) doch nochmal hinreißen lassen, in Sache innerdeutscher Seuchenlage/-politik u.a. im Rahmen meines 3300 Personen umfassenden Kontaktkreises auf Faceboock zur Feder zu greifen. Gehe nun aber davon aus, dass es tatsächlich für eine ganze Weile das letzte Mal war  - *bringt nichts, regt mich aber furchtbar auf*.


24.03.2021

Der fünftägige Sonderlockdown über Ostern kommt dem recht nahe, was viele Wissenschaftler und Mediziner schon im Sommer und die meisten dann ab Oktober 2020 empfohlen, vorgeschlagen, gefordert haben - allerdings für einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen (und ohne die kontraproduktive Verengung des Lebensmitteleinkaufs auf einige Massenballungsstunden) > weiterlesen "Anmerkung zur deutschen Osterregelung" 

NACHTRAG (zwei Stunden später): Kaum hatte ich diesen Beitrag auf meine Website gestellt, kamen die Nachrichten, dass die Osterregelungen schon wieder geändert worden sind (u.a. Lebensmittelhandel am Osterdonnerstag nun doch geöffnet, überhaupt die Idee vom Gründonnerstag als Sonderfeiertag wieder bergraben).


23.03.2021

6.30 Uhr. Erster Gedanke beim frühmorgenlichen Aufwachen an diesem Dienstag: Tagen sie noch? Oder haben sie die Fortführung der finalen Strategie zur Niederringung der Seuche beschlossen: Mit allen Mitteln in jedwede Richtung dafür kämpfen, dass das Virus sich totlacht? Also raus aus den Federn und Nachrichtenlage abklopfen.....  7.00 Uhr Habe nun, ach, abgeklopft .... Und gehe wieder ins Bett. Gute Nacht.


22.03.2021

Passend zum heutigen „Tag des Wassers“ berichtet meine Kollegin Gisela Kirschstein in der Rhein-Zeitung nun von aktuellen Forschungsergebnissen im speziellen Bereich „europäische Hydroklimatik“. Da geht es um die historische Entwicklung von Dürreperioden und Wasser-Ressourcen. Ergebnis: Europa erlebe seit 2015 die schlimmste Sommertrockenperiode innerhalb der zurückliegenden gut 2000 Jahre. > Mehr dazu hier

***

Ende der zweiten Märzwoche waren in meinem eMail-Kasten dutzende freudiger Wiedereröffnungs-Ankündigungen von Kulturinstitutionen im Südwesten zwischen Düsseldorf und Mannheim eingetrudelt. Ich ließ sie unbeachtet, weil mir schwante: Im Laufe der dritten Märzwoche würden sie allesamt widerrufen. Und so ist es denn auch gekommen.


21.03.2021

Ungastliches Wetter draußen. Ich beschließe: Lesenachmittag im Wohnzimmersessel. "Der Kerl braucht mehr Bewegung" meint zeitgleich wohl ein anderer, unbewussterer Hirnteil und setzt folgende Maschinerie in Gang: Wo ist mein Buch? Oben = 1 Treppe rauf. Buch wird erblickt, daneben sollte die Lesebrille liegen, tut sie aber nicht. Wo ist meine Brille? Liegt im Keller auf der Werkbank = 2 Treppen runter. Wenn ich schon mal unten bin, kann ich in einem Aufwasch auch gleich zwei Flaschen Wasser mitnehmen = Flaschen gegriffen, damit 1 Treppe hoch ins Wohnzimmer. Wo ist denn jetzt wieder die Brille? Liegt noch immer im Keller, jetzt auf dem Regalbrett in der Getränkeecke = 1 Treppe runter und wieder rauf. Platz nehmen im Lesesessel mit Brille auf der Nase. Aber, Herrgott nochmal, wo ist denn jetzt das Buch? Das verweilt anhaltend oben in der Schreibstube = 1 Treppe rauf und wieder runter. Jetzt endlich: Gemütlich lesen - nach 20 Minuten Treppen-Trimm-Dich. Nein, ich beklage mich nicht, das Hirn weiß schon, was für mich am besten ist.

***

Seit einiger Zeit lese ich meine Leib-und-Seelen-Wochenzeitung „Die Zeit“ in veränderter Ressort-Reihenfolge. Früher, noch im (kultur)journalistischen Vollberuf, kam zuerst das Feuilleton, folgte dann sogleich die Politik. Inzwischen bin ich ganz narrisch auf die Abteilung „Wissen“ mit gut verständlichen Beiträgen aus und über aktuelle Forschungen/Strömungen in Natur-, Sozial-, Geisteswissenschaften oder deren Geschichte. Denn da lernt man wirklich noch was (Neues). Oder erfährt von Sachen, die in kundigen Kreisen womöglich lange bekannt sind, aber in tagesaktuellen Nachrichtenströmen untergehen und deshalb bei einem selbst nie angekommen sind. Oder man wird konfrontiert mit neuartigen Blickwinkeln auf altbekannte Umstände.

Eben jetzt habe ich bei der Lektüre von „Wissen“ in der jüngsten „Zeit“-Ausgabe etwa erfahren:
1. a) Die Darmflora von Frauen und Männern setzt sich unterschiedlich zusammen. b) Bei Männern durchläuft die Nahrung den Verdauungstrakt schneller als bei Frauen (was manches lebenspraktische Phänomen erklären könnte). c) Frauen haben ein stärkeres Immunsystem – woraus leider aber auch resultiert, dass bei ihnen überschießende Immunreaktionen häufiger sind.

2. Die negative Öko-/Klimabilanz des Flugverkehrs rührt nicht nur aus dessen Spritverbrauch (Kohlendioxidausstoß). Hinzu kommt, dass sich aus den Kondensstreifen der Flugzeuge teils  langlebige Zirruswolken bilden, von denen bei Millionen Flugbewegungen die Wärmeabstrahlung der Atmosphäre ins Weltall spürbar behindert wird. Dies erhellt meine eigenen Beobachtungen am Himmel über der heimischen Terrasse bei Flug-Volllastbetrieb prä Corona: Meteorologisch sollte/könnte strahlendblauer Himmel herrschen; doch da über uns ein Flughighway liegt (mit stündlich mehreren Dutzend Überflügen in mittlerer und oberer Höhe), wird der Himmel stattdessen oft in Teilen oder voller Fläche von sich – gut beobachtbar - zu Wolken ausbreitenden Kondenzstreifen eingetrübt oder vollends bewölkt.  


20.03.2021

Fakten-Betrachtung.
Es kursiert derzeit vermehrt die These, die aktuell fast überall in Bund und  Land sehr stark ansteigenden Inzidenzwerte würden allein auf den neuerdings massenhaften Einsatz von Schnelltests zurückgehen und kein Ausdruck starker Intensivierung des tatsächlichden Infektionsgeschehens sein. Diese These wird in der Fachwelt überwiegend für unzuftreffend gehalten. Beispielhaft seien als Beleg die jüngsten Zahlen des Gesunheitsamtes meiner  Heimatregion (Westerwaldkreis) angeführt.

Danach hat sich die kreisweite Inzidenz - berechnet aus positiven PCR-Tests (Labor) - im Laufe der vergangenen zwei Wochen um rund 100 % von 46/47 auf 92/94 erhöht, also verdoppelt. Allerdings sind daran nur maximal 17 % Fälle beteiligt, die als Verdachtsfälle aus dem Bereich Schnelltest zur Kontrolle an die PCR-Testung weiterverwiesen wurden.  Das entspricht den Erwartungen vieler Fachleute, wonach die bei Schnelltests gefundenen und via PCR-Test positiv bestätigten Verdachtsfälle in der jetzigen Pandemiephase nur zu einem recht kleinen Teil (regional unterschiedlich etwa 10 bis maximal 25%) bei der Inzidenz zu Buche schlagen. Heißt: Die derzeit explodierenden Inzidenzen sind nicht etwa ein statitisches Phänomen in Folge massenhafter Schnelltests, sondern zu 75 bis 90% Audruck akut tatsächlicher Intensivierung des Infektionsgeschehens.


19.03.2021

Mal die guten Nachrichten gesammelt; betreffen sämtliche den Bereich „Impfung“. Über fast alles andere hinsichtlich der Zwischenzeit bis zur Durchimpfung mag ich nichts mehr sagen. Publikumsdiskussionen festgefahren, drehen sich nur noch im Kreis. Politik? Kein Kommentar meinerseits mehr möglich, zu absurd inzwischen das alles. Also, das Gute: > weiterlesen "Nachtnotizen 19.3. zum Corona-Scheiß


18.03.2021

Von etlichen Seiten wird derzeit mit Verve versucht, unser bisheriges Mess-/Maßsystem für die Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens in die Minderbedeutung zu drücken oder gänzlich kaputtzureden: das System der 7-Tage-Inzidenz. Kann man natürlich machen - um die Einhaltung der vereinbarten Notbremsungen im Falle des (derzeit verbreitet eintretenden) Übersteigens bestimmter Inzidenzwerte auszuhebeln. Zu bedenken wäre dabei allerdings: > weiterlesen "Anmerkung / Das System der Inzidenz-Messung ist unverzichtbar"


16.03.2021

Doch ja, ich bin zornig, sehr. Es soll niemand, aber auch gar niemand sagen, man hätte nicht wissen können, dass es so kommt wie es nun kommt (Infektionszunahme, bald eponentiell). Mitten hinein in eine unübersehbare Ausweitung des Infektionsgeschehens mit überhand nehmenden ansteckenderen Virusmutanten eine Öffnungsoffensive zu bauen, das ist nichts anderes, als sehenden Auges ins Messer zu laufen. Ob wir je begreifen werden, dass die Seuche erst vorbei ist, wenn sie vorbei ist - und nicht, wenn wir keine Lust mehr haben?  Der Schaden aus den jüngsten (vorübergehenden) Öffnungen wird psychologisch und materiell ungleich größer sein, als er es bei Fortführung, gar kurzzeitiger Verschärfung des Lockdowns hätte werden können.


15.03.2021

So, gewählt wär'. Jetzt wieder an die Arbeit, es gibt reichlich zu tun - z.B. eine Seuchenlage zu managen, die gerade erneut aus dem Ruder läuft. Große Analyse der Wahlergebnisse? Kein Bedarf meinerseits, denn die Ergebnisse sind in der Grundtendenz ziemlich erwartungsgemäß ausgefallen, und dazu habe ich schon vor Jahren alles gesagt, was zu sagen wäre. Etwa: Die CDU wird zwangsläufig die gleiche Entwicklung hin zur deutlich verkleinerten Partei machen wie zuvor bundesweit die SPD. Der Aufwärtstrend der Grünen wird vorerst anhalten, weil die Umweltprobleme de facto immer stärker auf den Nägeln brennen. Der AfD-Boom wird aufhören und schließlich bei einem in Deutschland allzeit existierenden braunen Stammwählerpotenzial bundesweit zwischen 7 und 14 % festkleben - sobald ernste Probleme jenseits des Migrantenthemas die politische Agenda beherrschen.
Mein eigenes politisches Interesse reduziert/konzentriert sich schon seit einiger Zeit hauptsächlich auf die fünf großen Menschheitskrisen und was jedwede Politaktivität zu deren Lösung beitragen kann (oder eben nicht beiträgt):

1. Klimawandel
2. Artensterben
3. Immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich
4. Fixierung der Weltwirtschaftsordnung und -politik auf "Wachstum", statt auf Nachhaltigkeit und Umverteilung
5. Corona-Seuche.

Warum diese fünf? Weil ohne rabiat und flott vorangetriebene Eindämmung jede einzelne, mehrere und sowieso alle dieser Krisen zusammen das Zeug haben, die menschliche Weltzivilisation in ihren Grundfesten zu erschüttern und ins Chaos zu stürzen. Dies ist nach vielen Jahrern ziemlich genauer Betrachtung des Gangs der Dinge - leider - meine feste Überzeugung geworden. Optimismus geht anders, ich weiß. Aber hinsichtlich des Großenganzen: Woher nehmen?


12.03.2021

Wahlsonntag also an diesem Wochenende in RLP und Bawü. Wer noch nicht gebriefwählt hat, möge - mit angemessener Vorsicht - dann bitte zur Urne gehen. Meine Minimal-Wahlempfehlung: Jedes "kleinere Übel" ist besser als das große braune Elend. Schönes Wochenende allerseits - trotz allem.


11.03.2021

Und plötzlich fühle ich mich wieder wie mit 15. Damals hieß es bei allem für den Buben besonders Interessanten, Verlockenden und Schönen von Gesetzes wegen oder per elterlicher Verordnung: "Da bist du noch zu jung für." Rauchen, Wirtshaus, abends bis in die Puppen ausgehen, allein Verreisen, mit Mädchen "rummachen", demonstrieren, Entschuldigungen selber schreiben ...  Jetzt bin ich mit 65 schon wieder "zu jung" - und muss mich an 22-millionster Position zum Impfen hintanstellen. Aber sei's drum: Damals hat der Bub sich um die Ver- und Gebote nicht gekümmert, heute sitzt er die paar Wochen bis zur Impfung neidlos auf einer A-Backe ab.

Gleichwohl bin ich selbstredend unbedingt dafür, das Impfen mit Volldampf zu beschleunigen. Nicht zuletzt deshalb, weil ein paar Wochen mehr oder weniger hierzulande etliche Tausend unnötig Verstorbene oder Schwerkranke mehr oder weniger bedeuten.


10.03.2021

Mein nachfolgend verlinkter Text wurde im Mai 2011 im mittelrheinischen Magazin "Kulturinfo" anlässlich des Jubiläums "30 Jahre Koblenzer Café Hahn" publiziert. Ich habe ihn - und einen weiteren, bereits zum 25. Geburtstag 2006 verfassten Artikel - jetzt aus der Versenkung geholt, weil das Hahn am 12. und 13. März 2021 mit einem Livestream-Festival im Netz in sein Jubeljahr zum 40. einsteigt. Da möchte es so mancher/m der vielen Freunde*innen dieser Koblenzer Kulturinstitution vielleicht genehm sein, noch einmal oder erstmals so einiges über deren frühere und ganz frühen Jahre zu lesen.  > Glückwunsch zu 40 Jahren Café Hahn (Episoden von einst bis 2011)


09.03.2021

Die Älteren wissen noch, was gemeint ist: BIMBES.


08.03.2021

Munter ausgreifenden Schrittes stapfe ich auf gewundenem Weg durch den noch winterkahlen Forst, betulich sinnend über alles und nichts. Da baut sich weit hinter mir, doch rasch näherkommend und umso lauter werdend, eine Geräuschkulisse auf: Pochen, Poltern, Trommeln, Dröhnen, schließlich Donnern ... > weiterlesen "Glücksmoment am Sonntagmorgen" (Ein Verzählche)


06.03.2021

Nun denn, macht ihr mal (Öffnung aller Geschäfte in Rheinland-Pfalz ab diesen Montag, ohne dass es in Deutschland irgendein Konzept, irgendeine Strategie gäbe, Massenwanderungen aus roten Gebieten in die Einkaufsmeilen von grünen Gebieten zu verhindern/zu unterbinden). Sollte aber nachher, wenn das Kind wieder in den Brunnen gefallen ist, jemand rumjammern, man hätte vorher ja nicht wissen können, dass die Sache so übel ausgeht - dann spring ich aus der Bux und dem- oder derjenigen mit dem nackten Arsch (sic!) ins Gesicht.


05.03.2021

Weil ich dem neuen regierungsamtlichen Corona-Öffnungsstufenplan zwar alle Daumen drücke, aber sachlich doch eher überzeugt bin, dass dieser uns schnurstracks in die 3. Welle führt, habe ich mir jetzt einen ganz persönlichen Öffnungsplan gestrickt: > weiterlesen "Hoffnungen für den Herbst 2021"


04.03.2021

50 ist das neue 35 und 100 das alte 50. Ich drücke sämtliche Daumen, dass das gut geht, fürchte aber ... (> Blick auf diverse Nachbarn in Europa). Es ist nunmal recht problematisch, wenn bei der Befassung mit Naturgesetzen menschliches Wünschen Vater aller Gedanken und Beschlüsse ist. M.E. sind wir bei einer Durchimpfungsrate von knapp 5 % einfach zu früh mit den obigen Maßnahmen; 50 % könnte der richtige Zeitpunkt sein.


03.03.2021

*autsch'n, weh, knirsch, ach* Seit etlichen Tagen schon steige ich morgens mit schmerzverzerrtem, gleichwohl glücklichem Gesicht aus dem Bett. Es plagt mich jedesmal aufs Neue ein gepflegter Muskelkater von den Waden bis zu den Schultern, herrührend vom Hacken, Schippen, Rechen bei schönstem Wetter im Gemüsegarten. Der Altkomposthaufen ist aufgelöst und verteilt, der Neukomposthaufen umgesetzt. Acht der neun Beete meiner Selbstversorgungswirtsdchaft sind bereits (und damit etwas früher als sonst) für Aussaat/Pflanzung fertig. Das neunte kommt heute dran - bevor morgen hoffentlich der von den Wetterfröschen angekündigte Regentag folgt, auf den nach dem Winterablassen sämtliche leeren Wassertonnen mit weit aufgerissenen Mäulern warten.

Auf den Fensterbänken drinnen im Haus keimt, sprießt, spratzelt es in den Anzuchttöpfen. Der Umgang mit den neugeborenen Babysprösslingen war indes nie so meine starke Seite. Die schießen mal wieder alle auf fadendünnem Bein giegakelig viel zu schnell senkrecht in die Höhe. Und ich weiß nicht recht, wie man sie dazu bewegen könnte, statt gierig-flott in schwächliche Länge, etwas geduldiger in mehr Kraft zu investieren.


01.03.2021

Der gestrige Sonntag (28. Februar anno coronae II) kam mir vor wie Volkswandertag, sozusagen. Selbst in meinen abgeschiedenen Hauswald-Gefilden im Unterwesterwald herrschte, sprichwörtlich, "ein Betrieb wie in der Großstadt". Wo mir sonst das ganze Jahr über in summa kaum drei Dutzend Leute begegnen, waren es gestern während einer mehrstündigen Wanderung bald 100. Manche hoch zu Ross, viele hoch zu Drahtesel, noch mehr auf Schusters Rappen belebten die gewöhnlich einsamen Wege.

In Gedanken rechnete ich dieses Getriebe auf die zeitgleichen Verhältnisse in großstadtnahen Frischluftarealen um und dachte mir sogleich: Am Mainzer, Koblenzer oder Kölner Rheinufer möchtest du jetzt eher nicht abgebildet sein. Was von einem älteren Paar bestätigt wurde: Die zwei standen mit Wanderkarte etwas ratlos an einer Waldwegkreuzung. Ich bot orientierende Hilfe an und man kam in Gespräch. Das Paar war von Koblenz heraufgefahren mit der Überlegung: "Wir gehen heute dorthin, wo kein solcher Massenbetrieb zu erwarten ist wie in unseren Rheinanlagen oder im Stadtwald." Richtig überlegt?


27.02.2021

Es gibt derzeit nichts, das ich mehr herbeisehne als die zügig schrittweise Rückkehr zur normalen Alltagskultur. Doch, eines: Dass wir Herr über die Seuche werden, dass wir sie niederringen auf ein Minimalniveau, von dem aus sie unsere Gegenmaßnahmen nicht mehr großflächig überwinden kann. Andernfalls nämlich wird das nichts mit der Rückkehr zur Normalität, wird der Versuch der Rückkehr bloß in die nächste Welle führen. Ein solcher Versuch beginnt hierzulande jetzt.... > weiterlesen Kommentar "Mehr Öffnungen verlangen strengere Disziplin aller"

 


27.02.2021

Es gibt derzeit nichts, das ich mehr herbeisehne als die zügig schrittweise Rückkehr zur normalen Alltagskultur. Doch, eines: Dass wir Herr über die Seuche werden, dass wir sie niederringen auf ein Minimalniveau, von dem aus sie unsere Gegenmaßnahmen nicht mehr großflächig überwinden kann. Andernfalls nämlich wird das nichts mit der Rückkehr zur Normalität, wird der Versuch der Rückkehr bloß in die nächste Welle führen. Ein solcher Versuch beginnt hierzulande jetzt.... > weiterlesen Kommentar "Mehr Öffnungen verlangen strengere Disziplin aller"

27.02.2021

Es gibt derzeit nichts, das ich mehr herbeisehne als die zügig schrittweise Rückkehr zur normalen Alltagskultur. Doch, eines: Dass wir Herr über die Seuche werden, dass wir sie niederringen auf ein Minimalniveau, von dem aus sie unsere Gegenmaßnahmen nicht mehr großflächig überwinden kann. Andernfalls nämlich wird das nichts mit der Rückkehr zur Normalität, wird der Versuch der Rückkehr bloß in die nächste Welle führen. Ein solcher Versuch beginnt hierzulande jetzt.... > weiterlesen Kommentar "Mehr Öffnungen verlangen strengere Disziplin aller"


26.02.2021

Nach zweimonatiger Corona-Zwangspause darf ich fürs Magazin "kulturinfo" und meine dortige Kolumne "Quergedanken" mal wieder zur Feder greifen. Von einer der schönen Seiten des Lebens sollte die schreiberische Rede gehen, nicht wieder von der vermaledeiten Seuche. Von hübschen und aufhübschenden Modetrends wollte sie handeln, die in der warmen Jahreszeit allüberall Kopf und Herz der TrägerInnen wie der Betrachtenden erfreuen. Doch kaum ist solch harmloser Gedanken gefasst, stolpert er über die (noch) nirgends umgehbaren pandemischen Unbilden. > weiterlesen


17.02.2021

Zum Genderdisput: Sprache und Sprachgebrauch folgen am Ende unausweichlich den Veränderungen von realen Sachlagen und Lebensarten. Wäre dem nicht so, wir hätten gar keine entwickelte Sprache und also keine Zivilisation. Das gilt auch für die recht komplizierten Geschlechtsspezifika im Deutschen. Da stecken wir jetzt in einer Übergangsphase, die naturgemäß Unsicherheiten und auch Aufregungen mit sich bringt - wie stets, wenn Altgewohntes zur Verabschiedung ansteht. Diese Phase wird ein paar Jahre dauern, derweil die Sprache tut, was sie immer tat: Sich im alltäglichen Gebrauch Zug um Zug den Gegebenheiten anpassen. Ich seh das ganz gelassen.


15.02.2021

Nach erneut zwei Monaten Corona-Zwangspause wagt das mittelrheinische Magazin "Kulturinfo" nun den Anlauf zur Herausgabe einer März-Nummer. Damit wird auch wieder meine schon seit 2005 so benannte Monatskolumne "Quergedanken" fällig. Redaktionsschluss ist am heutigen (Rosen)Montag, weshalb die Schreibstube seit gestern Mittag und bis jetzt zum Abend mal wieder von Ruhestandswerkstatt auf (freiwillige) Kolumnistenpflicht umgeschaltet ist. Über was Schönes wollte/will ich schreiben, nicht schon wieder über die Seuche; obendrein inmitten aktueller Eiseskälte zu angenehmen Aus- und Ansichten in der sehnsüchtig erwarteten warmen Jahreszeit. Weshalb die Überschrift lautet: "Sommermode 2021: unten hui, oben pfui?" Da ich nach Freund Walters Befund von Mode kaum mehr verstehe als "finde ich hübsch anzuschauen oder eher nicht", bin ich selbst am meisten gespannt auf das Ergebnis der Schreiberei. Das gibt des dann Ende Februar zu lesen.

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Obacht! Ufpasse! Eben klopfen ein paar erste Eisbröckelchen und auch Regentropfen auf die Dachfenster hier. Sollten, wie von den Wetterfröschen vor allem für West/Südwest angekündigt, Letztere im Laufe des Tages mehr werden, gäbe das eine gehörige Rutsch- und Schlittersauerei. Denn die Böden sind weithin noch bis obenauf gefroren. Man mussl sich nicht verrückt machen, aber schaden kann es nicht, sich heute von der Mutter des Porzellanladens leiten zu lassen! Wer immer irgendwie kann, sollte der altbewährten Devise eingedenk sein: Besser mit dem Arsch drinne hocken, als sich draußen den Steiß verbellern.


14.02.2021

Warum eigentlich machen wir das alles? Warum tun sich einige Milliarden Menschen rund um den Erdball in unterschiedlichen Kulturkreisen mit verschiedenartigen Gesellschafts- und Regierungsformen die teils erheblichen Unbilden des Corona-Seuchenschutzes an? Zwei Gründe, die eng miteinander verbunden sind: ...  > weiterlesen "Eine Erinnerung ans ethische Selbstverständnis"

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Heroben im Westerwald am heutigen Sonntag strahlender Sonnenschein, der einem angenehme Stunden im Freien verheißt. Dort aber beißt sich nochmal ein derart eisiger Wind in die Haut - pfeift zum Kragen oben rein und zur Buxe unten wieder raus, unterwegs alles abfrierend -, dass ich nach 1,5-stündigem Ausflug froh war, wieder am Bollerherd zu hocken und heiße Rindssuppe zu schlürfen. Wie immer im Februar (mein Depri-Monat): Ich hab' jetzt keine Lust mehr auf eisekalt und dunkel.


13.02.2021

Und so muss ich denn heute zerknirscht erkennen, dass jahrzehntelang all meine Überlegungen, Studien, Nachforschungen, Schlussfolgerungen, Artikel und Vorträge zur Zivilisationsgeschichte der Menschheit falsch waren. Denn ich hatte dabei DEM zentralen Entwicklungsfaktor fast gar keine Aufmerksamkeit gewidmet: der für das Funktionieren aller Gesellschaft existenziellen Bedeutung des Haare-Frisierens.


12.02.2021

Ein erstaunlicher Vorgang. Irgendwie haben Verteidigungsministerium und Armeeführung in Deutschland plötzlich erkannt: Eigentlich ist die Bundeswehr auch, ja vor allem (m.E. ausschließlich) zur Landesverteidigung gedacht. Nur sei sie leider dafür inzwischen gar nicht mehr gerüstet. Weil: "Die Truppe ist viel zu sehr auf Auslandseinsätze getrimmt worden", heißt es aus dem Offizierskorps.


11.02.2021

Mal was ganz anderes (Nachtgedanken, Folge XY).
Die meisten Menschen, egal welchen Geschlechts, sind mehr oder minder häufig sexuelle LustSUBJEKTE. Meint: Sie begehren jemanden. Woraus sich mit zwingender Logik ergibt: Die meisten Menschen sind, zumindest zeitweise, auch LustOBJEKTE, denn sie werden begehrt. Und von denen wiederum wären ziemlich viele, Frauen wie Männer, recht traurig, würden sie nie begehrt. Wenn's gut läuft und passt, sind bei libidinösen Paarungen alle Beteiligten aus freier Entscheidung zugleich Lustsubjekte und Lustobjekte. Soweit so natürlich, normal und akzeptabel.
Dem kommt nun aber leider das sozialhistorische Faktum in die Quere, dass in den über etliche Jahrhunderte dominanten Gesellschaftsordnungen die Frau als dem Manne nach-/untergeordneter, minder wertiger Menschheitsteil betrachtet und behandelt wurde, weithin noch immer wird.

Die Folge daraus war/ist, dass ihre Rolle als Lustsubjekt auf eine bestenfalls marginale Nebenrolle geschrumpft und die Sexualität der Frau generell auf die Funktion des Lustobjekts (resp. der Kindsmutter) REDUZIERT wurde und oft noch wird - mit allen hässlichen, geschmacklosen, unwürdigen Begleiterscheinungen, die auch unserer heutigen Lebensart noch immer alles andere als fremd sind. In solchem Umfeld wird der ureigentlich angenehme Aspekt, auch Lustobjekt sein zu dürfen - also begehrt zu werden - für die Frau pervertiert zur dienstbaren Daseinsform. Gewiss, dieses ungute Verhältnis ist seit den 1960ern im Wandel begriffen. Aber die Beharrungskräfte sind unendlich zäh und die Rückfälle mannigfach.


10.02.2021

In den letzten Tagen habe ich zwei Begriffe gelernt, die mir bis dato völlig unbekannt waren: "Grenzwetterlage" und "Blutschnee". Ersterer ist, sagt man mir, ein unter Meteorologen gebräuchlicher Fachbegriff; in normalen Wetterberichten allerdings eher selten benutzt, weil die damit bezeichnete Wetterlage hierzulande in der jetzigen Dauer und Schärfe eine Ausnahmeerscheinung ist (war). Letzterer Begriff, Blutschnee, ist wohl eine Erfindung aus den Dichterstuben der Boulevardmedien. Das derart benamte  Phänomen ist aber auch faszinierend: Mitten im hiesigen Winter trägt eine für diese Jahreszeit sehr ungewöhnliche extreme Warmluftfront von südwest Sahara-Staub bis ins Alpenland, der dort den Bodenschnee partiell gelb bis rötlich einfärbt.

Ansonsten liegen wir hier im Unterwesterwald offenbar genau auf der südlichen Grenze dieser "schwimmenden" Grenzwetterlage, die Deutschland nun schon eine Weile mit teils mehr als 20 Temperaturgraden Unterschied in eine subpolare Frost- und eine ungewöhnlich warme Nass-Zone zergliedert. Bei uns hier von Schnee derzeit keine Spur, doch ist das Hausdach großflächig vereist, während Straßen und Wege nur regennass sind. Also wiedermal weder Hü noch Hott.


04.02.2021

Zwei schwarzhumorige Sprüche, diese Woche aufgeschnappt:
1. Wieso hält ausgerechnet Zweibrücken den bundesweiten Rekord der niedrigsten Inzidenz (11,7)? Antwort: "Dort hinten ist nichts, da passiert nichts, da kommt keiner hin."
2. Wie schafft Trier nun schon eine Weile Niedriginzidenzen zwischen 20 und 30? Antwort: "Der Strom von Karl-Marx-Touristen aus China und Russland ist völlig versiegt."

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Die Jahresauswertung für die "Einschaltquote" von www.pecht.info liegt vor. Danach hat es hier von Februar bis Februar rund 480 000 Besuche mit 1,45 Millionen Seitenaufrufen gegeben. Auch wenn man annehmen muss, dass wohl mindestens 50 Prozent davon irgendwelche Roboter sind, bin ich mit der verbleibenden Realfrequenz doch ganz zufrieden.


03.02.2021

JETZT ist die Chance da, sehr gute Bedingungen zu schaffen, um die Seuche niederzuringen. Selbst der gemäßigte deutsche Lockdown drückt die Infektionsraten spürbar nach unten. Eine Inzidenz unter 50 rückt in greifbare Nähe. Damit würde auch die Nachverfolgung/Unterbrechung von Infektionsketten wieder möglich, was zugleich das Tempo der Inzidenzabsenkung in Richtung einstellig beschleunigen würde. Um diese Bedingungen zu schaffen für ein anschließend genau durchdachtes, planmäßiges, stufenweises, fein differenziert vorsichtiges Öffnungsszenario von einstelliger Inzidenzbasis aus braucht es jetzt noch einmal für eine überschaubare Zeitspanne die gemeinsame große Kraftanstrengung der ganzen Gesellschaft.

Bloß drei bis fünf weitere Wochen konsequent durchgehaltener Lockdown – wir sind so verdammt nahe dran, die Seuche von zwei Seiten her in die Mangel nehmen zu können! Hier die Möglichkeit, dem Virus durch konventionelle Übertragungsreduktion wuchtig die Bewegungsfreiheit einzuschränken; dort das alsbald richtiges Tempo aufnehmende Impfgeschehen. Nein, das wäre noch nicht die sofortige Rückkehr zur Normalität. Aber damit wären die Voraussetzungen geschaffen, den Weg in diese Richtung überhaupt erfolgversprechend angehen zu können – ohne den entsetzlichen Preis von hunderten und mehr Toten jeden Tag und die Aussicht, bald in den nächsten Lockdown zu stolpern.

Denn, so die Warnung führender Wissenschaftler, eine Inzidenz um 50 wird noch nicht hinreichen. Wir müssen weiter runter, eben einstellig werden. Irland hatte mit einem beispielhaft strammen Lockdown einen 50er Wert erreicht, stand indes schon nach wenigen Öffnungstagen plötzlich bei 900. Diese Gefahr ist das wahrscheinlichste Szenario auch für Deutschland, sollten sich diejenigen durchsetzen, die jetzt schon wieder nach vorzeitigen Öffnungen, spätestens aber bei einer 50er-Inzidenz auf breiter Front rufen. JETZT ist die Chance da, der Seuche einen richtigen, nachhaltigen Schlag zu verpassen. Lasst sie uns nicht wegen nur ein paar Wochen weiterer Mühsal verspielen.


02.02.2021

"Wir sehen doch seit vielen Monaten, dass all diese Lockdowns und Shutdowns nichts nützen gegen die Pandemie." Dies ist ein verbreitetes und immer wieder bemühtes "Argument" in der Corona-Diskussion. Aber es ist in der Sache falsch. ... > weiterlesen meine "Anmerkung zur Wirksamkeit von Lockdowns"



31.01. 2021

Gelegentlich muss einfach mal auch solch ein Ruf raus:
"ES KOMMT DIE ZEIT, IN DER DAS WÜNSCHEN WIEDER HILFT". Nur Mut!


29.01.2021

Es gibt da in der Corona-Diskussion ein ständig wiederkehrendes Argument, das m.E. hinsichtlich seiner realen praktischen Wirkmacht nicht zu Ende gedacht ist und einen gefährliche Fehlschluss schürt: Man müsse nur insbesondere die Altenheime mit ihren vulnerablen Bewohnern richtig schützen, dann könne die übrige Gesellschaft mit wesentlich weniger Einschränkungen auskommen. Diese Argumentation verkennt drei Aspekte... > weiterlesen

***

Man hätte in den zurückliegenden zwei bis drei Wochen aus zahllosen Beiträgen in Talkrunden, Zeitungsartikeln, Medienkommentaren und sowie dem lauten Rumoren in den Netzwerken den Eindruck gewinnen können: Die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mittels staatlich verordneter Seuchenschutzmaßnahmen bis hin zu verschärften Lockdowns sei regelrecht eingebrochen. Doch nun stellt das aktuelle ZDF-Politbarometer mit seiner repräsentativen Umfrage fest: Das ist gar nicht der Fall. Im Gegenteil: 56 % halten die aktuell (Umfrage am 25./26.1.) geltenden Corona-Maßnahmen für "gerade richtig"; 28 % meinen gar, so müssten noch härter ausfallen. Lediglich 14% halten die Maßnahmen für übertrieben.

 

31.01.2021

Gelegentlich muss einfach mal auch solch ein Ruf raus:
"ES KOMMT DIE ZEIT, IN DER DAS WÜNSCHEN WIEDER HILFT". Nur Mut!


29.01.2021

Es gibt da in der Corona-Diskussion ein ständig wiederkehrendes Argument, das m.E. hinsichtlich seiner realen praktischen Wirkmacht nicht zu Ende gedacht ist und einen gefährliche Fehlschluss schürt: Man müsse nur insbesondere die Altenheime mit ihren vulnerablen Bewohnern richtig schützen, dann könne die übrige Gesellschaft mit wesentlich weniger Einschränkungen auskommen. Diese Argumentation verkennt drei Aspekte... > weiterlesen

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Man hätte in den zurückliegenden zwei bis drei Wochen aus zahllosen Beiträgen in Talkrunden, Zeitungsartikeln, Medienkommentaren und sowie dem lauten Rumoren in den Netzwerken den Eindruck gewinnen können: Die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mittels staatlich verordneter Seuchenschutzmaßnahmen bis hin zu verschärften Lockdowns sei regelrecht eingebrochen. Doch nun stellt das aktuelle ZDF-Politbarometer mit seiner repräsentativen Umfrage fest: Das ist gar nicht der Fall. Im Gegenteil: 56 % halten die aktuell (Umfrage am 25./26.1.) geltenden Corona-Maßnahmen für "gerade richtig"; 28 % meinen gar, so müssten noch härter ausfallen. Lediglich 14% halten die Maßnahmen für übertrieben.


28.01.2021

Du denkst, Entrümpelung/Umstellung von Schreibstube und Archivraum auf Ruhestandsbetrieb seien endlich abgeschlossen. Doch dann fällt der Blick auf zwei staubige Kartons tief hinten im Dunkel unterm Eckschreibtisch. Rausgezerrt, geöffnet, reingeschaut - und den üppigen Inhalt lauthals beflucht. Das nicht etwa, weil die Entsorgung dieses "Mülls" aus wohl dreieinhalb Jahrzehnten ein Problem wäre, sondern weil er eine der sehr, sehr ärgerlichen Seiten unserer Wirtschaftsweise symbolisiert: Verschwendung. Kurzum: Obwohl ich ganz gewiss nie zu den übertechnisierten Zeitgenossen gehörte, stecken in den Kisten bald drei Dutzend Ladegeräte und unzählige wild ineinander verhedderte Verbindungskabel mit tausenderlei unterschiedlichen Anschlusssteckern. Wofür was mal gut war, ist, vielleicht noch sein könnte? Keinen blassen Schimmer. Wertprodukte, einmal aufgehoben für womöglich spätere eigene Weiternutzung. Was für eine naive Vorstellung. Es ist bloß Wegwerfzubehör, voll funktionsfähig, aber dennoch Müll, weil jedes Neugerät sein eigenes, oft wieder ganz anders geartetes Zubehör mitbringt. Wenigstens ist es Wertstoffmüll.


27.01.2021

Die Krawalle in den Niederlanden sind KEIN Ausdruck empörten Volkes Stimme und auch KEIN "Jugendprotest" gegen die Einschränkung persönlicher Freiheiten im Zuge des Seuchenschutzes. Es handelt sich vielmehr um den durchaus berechneten Versuch vor allem von ein paar tausend  zusammengerotteten Verschwörungsmystikern, aufstandsversessenen Neonazis und randalebegierigen Hooligans, die schwierige Situation auszunutzen, um Chaos zu verbreiten. Näher besehen, sind die niederländischen (nebst aus Nachbarländern zugereisten) Krawallbrüder das europäische Pendant zu jenen Gestalten, die neulich den US-Kongress stürmten.


25.01.2021

Wie die Welt vor der Erfindung von Impfungen aussah, ist heute weit weg - und oft vergessen. Die Suche in Archiven nach Aufzeichnungen über meine Familie hat mir das sehr nachdrücklich vor Augen geführt: viele Kinder meiner Vorfahren erreichten nicht einmal das 10. Lebensjahr. In den Kirchenbüchern finden sich Todesursachen wie Halsbräune (ein anderer Name für Diphterie), Cholera, Pocken, Keuchhusten oder auch Masern. Oft genug verloren Familien alle ihre Kinder; oder die verbliebenen Kleinen die Mutter, die sich bei der Pflege der Erkrankten selbst ansteckte und starb. Es ist nicht allzu lang her, in einigen Fällen nicht einmal 70 Jahre.

Heute kehren manche Krankheiten, die fast vergessen und ausgerottet sind, wieder zurück - wie beispielsweise die Masern. Ohne dass die meisten Menschen noch eine direkte Erinnerung daran hätten, wieviele Leben solche Erkrankungen kosteten und wieviel dauerhaftes Leid bei den Überlebenden verursachten...(Heike Rost) > Leseempfehlung: "Die Welt vor den Impfstoffen darf nicht vergessen werden" (Beitrag aus dem Archiv des National Geographic)


21.01.2021

Erst hielt ich diese typischen Ruftöne für eine akustische Fata Morgana. Doch dann sah ich am Himmel auch die bekannte Keilformation. Weshalb die wohl erstaunlichste Nachricht am heutigen Tage lautet: Im Jahre des Herrn 2021 ist die erste Schar Kraniche bereits am 21. Januar aus dem Winterquartier zurückgekehrt. Sie überflog gegen 14.30 Uhr aus südwest kommend Richtung nord den Unterwesterwald.


20.01.2021

Noch unausgeschlafen, aber schon mit der neuen FFP2-gerechten Bartrasur; Wangen und Unterkinn nackisch, sodass die Maskenränder ringsum auf bloßer Haut aufliegen. Kollateraleffekt: Der Kerl sieht gleich fünf Jahre jünger aus.


19.01.2021

Weil noch immer wieder und wieder das "Argument" durchs Netz geistert, die Corona-Pandemie habe zu keiner Übersterblichkeit geführt (sei also halb so wild und der Seuchenschutz nur Hysterie oder ein bösartiges Kalkül der Herrschenden), hier die Fakten:
Die aktuellen Auswertungen zur Übersterblichkeit 2020 stellen für Deutschland (und etliche europäische Länder) im Vergleich mit dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 eine signifikante Übersterblichkeit für das vergangene Jahr insgesamt fest sowie eine teils extrem starke Übersterblichkeit in den Monaten November und Dezember 2020. In den letzten beiden Monaten des Jahres lag die Übersterblichkeit bundesweit bei 10 bis 25 %. Die höchsten Werte innerhalb Deutschlands erreicht das Bundesland Sachsen mit zuletzt einer Übersterblichkeit von 88% (> Deutschland-Daten hier). Hinsichtlich des europäischen Auslandes meldet das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen zB für die 51. Kalenderwoche eine außergewöhnlich hohe Übersterblichkeit für die Schweiz und Slowenien. Eine hohe Übersterblichkeit wird für Italien, die Niederlande, Österreich und Portugal. (> Weitere Europa-Auswertungen hier )


18.01.2021

Es ist schon bemerkenswert: Seit Monaten versuchen diverse Leute mit aller Macht und zahllosen Taschenspielertricks lautstark die Zahl der Corona-Toten bis zur Marginalie kleinzurechnen. Diesselben Leute mühen sich nun, einige wenige im Umfeld der Corona-Impfung Verstorbene zu einer gewaltigen Massenbedrohung aufzublasen. Bleiben wir bei den Realitäten - auch zwecks sachlicher Info der noch nicht fest zur Impfung entschlossenen oder ängstlichen, aber normalen Mitbürger: > weiterlesen "Risiko für schwere bis mortale Nebenwirkungen der Impfung ist minimal


17.01.2021

Gewiss, ich bin einer großer Freund unseres hiesigen Zyklus der vier Jahreszeiten. Diesen steten Wechselrhythmus der Natur möchte ich partout nicht missen. Freilich bedeutet das keineswegs, dass meine Sympathie allen vier Quartalen gleichermaßen gelten würde. Das jetzige, der Winter, liegt mir nicht besonders. Ich weiß, viele Leute mögen es, durch verschneite Gefilde zu wandern oder Wintersport zu treiben. Dabei leben sie so richtig auf. Mich hingegen machen die nackten Bäume und die - gar unter Schnee und Eis - ruhenden Wiesen, Äcker, Gärten, das lange Dunkel eher etwas phlegmatisch, lustlos, bisweilen trübsinnig. Und das schon seit Jugendzeiten.

Da werden denn alle Jahre zwischen Dezember und März meine Waldgänge kürzer oder fallen öfter ganz aus. Zur Winterszeit neige ich dazu, mich drinnen zu vergraben und, metaphorisch gesprochen, viele Stunden geduldig die Briefmarkensammlung zu pflegen. Dennoch kam ich nie auf die Idee, irgendwo in sonnenbeschienenen warmen Landen überwintern zu wollen;  selbst wenn ich es mir hätte leisten können. Schließlich gehört die unwirtliche Zeit hierzulande einfach dazu. Für unseren Naturraum ist sie eine der Existenzbedingungen und für mich jene Entbehrung, die das Maß der Freude am folgenden Jahreszeitenwechsel stets aufs Neue in jubilierende Höhen treibt.


16.01.2021

Da ringsumher die allermeisten Nichtmitglieder der CDU der CDU schon zur Nichtwahl des Herrn Merz gratuliert haben, kann ich mir das sparen - und stattdessen eine nette kleine Privatgeschichte erzählen: Von der Rückkehr in die Kindheit der 1950er-Jahre. > weiterlesen


15.01.2021

"Das darf ja wohl nicht wahr sein!" So der entgeisterter Ausruf am Frühstückstisch angesichts der Titelschlagzeile der Tageszeitung: "Schulen früher wieder öffen?". Die bezieht sich auf Überlegungen der RLP-Schulministerin Hubig (SPD), bereits am 25.1. wieder in den Präsenzunterricht einzusteigen. Das ausgerechnet, wo am Vorabend sämtliche Nachrichten und Diskussionen handelten von der bislang höchsten Tageszahl an Corona-Toten hierzulande (1244), dem leider nicht abebbende Infektionsgeschehen und den Gefahrenpotenzialen der neuen britischen und südafrikanischen Virus-Mutanten. Alle Welt spricht deshalb von weiterer Verlängerung und wohl kaum vermeidbarer Verschärfung des irrigerweise so genannten "harten Lockdown", der in Wahrheit ein Sieb mit tausend Löchern ist und sowieso nicht strikt durchgesetzt wird. Die Ministerin indes denkt in die genau gegenteilige Richtung.

Das ist so ein Moment, in dem man glaubt, die Welt überhaupt nur noch mit Ironie und Humor ertragen zu können. Also spricht der alte Dada mit Blick aufs deutsche Unterhaltungsprogramm an diesem Wochenende: "Im Union-Filmpalast wird das neuzeitliche Remake eines Kinoklassikers gegeben: DIE DREI MUSKETIERE. Das wird gewiss schön. Vor allem, weil man ja weiß, dass der eigentliche Held des Streifens keiner der drei ist, sondern der Vierte."


14.01.2021

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten noch eine Menge Meldungen bekommen über schwere bis tödliche Einzelfälle im Impfumfeld. Es ist gut, dass sie an die Öffentlichkeit gebracht werden, als Zeichen dafür, dass hierzulkande nichts unter dem Teppich gehalten werden kann. Und es ist gut, dass die entsprechenden Institutionen (in D Paul-Ehrlicher) jeden Einzelfall genau untersuchen. Gleichwohl muss man sich auch bewusst sein, dass es a) bei JEDER massenhaften Medikamentgabe mehr oder minder häufig auch schwere Nebenwirkunsfälle gibt. Und dass b) bei beispielsweise 1 Milliarde Behandelten ohnehin etliche Tausend im zeitlichen Nahfeld der Behandlung einen Schock, Herzinfarkt, Schlaganfall ... erleiden oder sterben würden, selbst wenn man ihnen nur pure Zuckerstückchen verabreichte.

Risiko-Bewertung für die Impfung gegen Sars-CoV-2 mit den derzeit in der westlichen Hemisphäre benutzten 3 Impfstoffen: Das Risiko für schwere bis tödliche Covid-19-Verläufe oder Langzeitschäden nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 ist offenkundig um den Faktor 1000+X höher als für schwere Impfnebenwirkungen.


12.01.2021

Das "Vergessen"/Ausblenden/Hintanstellen der Corona-Toten bei vielen Diskussionen und Berichten über ökonomische, lebensartliche, psychologische, kulturelle Nebenwirkungen und Folgen des Seuchenschutzes lässt mich manchmal schier verzweifeln. Es will mir partout nicht in den Kopf, wie man Fragen dieser Pandemie, egal welche, anders denken und behandeln kann als stets von den Toten her und dem grundlegenden Ansinnen höchster Priorität, dass dieses unnötige Sterben endlich aufhöre.


11.01.2021

Die gestrige Einlassung "Nachdenklicher Blick nach China" hat auf meiner Facebook-Seite eine lebhafte Diskussion ausgelöst, die allerdings in Teilen leider vorwiegend mehr auf den "Diktatur"-Aspekt abhebt als sich für das hinsichtlich der Pandemie Interessante einzulassen. Weshalb ich heute dort folgende Bemerkung in die Runde geworfen habe:

"Ich hatte befürchtet, dass diese Diskussion in Teilen in einen unfruchtbaren "Diktatur"-Disput abgleitet. Hätte ich statt China das Beispiel des demokratischen Neuseeland genommen, wäre daraus wahrscheinlich eine ähnlich unfruchtbare "Insel"-Diskussion geworden. Mein Ansinnen galt/gilt indes der Frage: Lässt sich aus den wirkungsvollen (wirkungsvolleren) Strategien zur Seuchenbekämpfung in anderen Ländern etwas lernen, und falls ja, was (auch im Hinblick auf die fernere Corona-Laufzeit sowie künftige Seuchenfälle)?

Und m.E. findet man dort - unabhängig von Staatsformen oder geografischen Bedingungen - einen grundlegenden Mechanismus, der etwa so geht (und übrigens schon von den klügeren unserer Mittelalterlichen und antiken Vorfahren verstanden wurde): Je frühzeitiger und je entschlossener/härter man einem Seuchenausbruch entgegentritt, umso gemäßigter und kleinräumiger der Seuchenverlauf, umso geringer die Opferzahl und umso kürzer die Zeit der Notstandsmaßnahmen. In direktem Zusammenhang damit steht m.E. eine zweite Erklenntnis: Je niedriger die Inzidenzen, umso vielfältiger und wirkmächtiger die Möglichkeiten, das Seuchengeschehen noch weiter zu drücken.

Man muss nichtmal bis nach China oder Neuseeland gehen, um diese Mechanismen zu finden. Ein Blick auf unser eigenes Agieren im Frühjahrslockdown führt tendenziell zum selben Ergebnis - das in Deutschland mit den sommerlichen Nachsorge-Nachlässigkeiten verspielt wurde und schließlich in die herbstliche Fatalität überging, entgegen dem dringlichen Rat der Kanzlerin den Neuausbruch der Seuche nicht im kleinen Keim rabiat zu ersticken, sondern erst halbwegs stramm zu reagieren, als die Seuche neue Höhenflüge erreicht hatte."


I10.01.2021

Mal ein kurzer, aber nachdenklicher Blick nach China. Dort sind vergangene Woche innerhalb einer Provinz in zwei Städten mit zusammen 18 Millionen Einwohnern 300 (sic!) Corona-Infizierte festgestellt worden. Nicht pro Tag, sondern in summa. Was einer Inzidenz von 100 000 zu 0,00irgendwas entspräche - und hierzulande ein allgemeines lauthalses Verlangen nach "öffnen, öffnen, alles öffnen!" vervorrufen würde. ... > Meine Anmerkung weiterlesen


08.01.2021

Gute Nachrichten (aus meiner Sicht) an diesem Vormittag (8.1.):
Laut repräsentativer Umfrage "Deutschlandtrend" der ARD sind 75% der deutschen Bevölkerung keine Gegner der Corona-Impfung. 54 % (+ 17) wollen sich derzeit auf jeden Fall impfen lassen, 21% wahrscheinlich. Tendenz der Impfbereitschaft: deutlich steigend. // 83% der Bevölkerung halten die Seuchenschutzmaßnahmen für "angemessen" (53%) oder plädieren für noch weitergehende Verschärfungen (30%). Datum der Befragung: 4. und 5. Januar.

Schlechte Nachrichten, Klimabilanz 2020: Das abgelaufene Jahr war global das wärmste seit Beginn der Messungen, und beschloss auch das wärmste Jahrzehnt seither.


07.01.2021

Mag sein, dass dieser Trump von einem Staatsstreich träumte. Falls ja, so ist der wohl gehörig in die Hose gegangen. Stand derzeit: Der US-Senat hatte noch in der Nacht (MEZ) nach Räumung des Capitols von rechtsradikalen Krawallbrüdern seine Arbeit wieder aufgenommen und hat Biden nunmehr als neuen Präsidenten offiziell bestätigt. ... > Meine Anmerkung zu den gestrigen Ereignissen weiterlesen


06.01.2021

Zur Abendstund' eine kleine Erinnerung: Die Seuche ist der Gegner, nicht der Seuchenschutz.


02.01.2021

Wie seit gut zwei Jahrzehnten jeweils am ersten Werktag des neuen Jahres, so ist auch heute wieder in der Rhein-Zeitung (print und online) mein Neujahrsessay erschienen. Das war/ist jeweils ein ganze Zeitungsseite Nachdenken über ein großes Thema unserer Zeit - also geht es diesmal zwingend um die beiden zentralen Krisen der Gegenwart: Corona und der Klimawandel. 12000 Anschläge sind online zu haben für 49 Cent.  (Link ist extern)

> Neujahrsessay 2021: Corona - ein kleiner Vorgeschmack auf die große Klimakrise(Link ist extern)

> Überblick über und Zugriff auf all meine Neujahrsessays 1999 bis 2018 (kostenfrei), 2019 bis 2021 via Rhein-Zeitung (kostenpflichtig, je 49 Cent)


31.12.2020

Na dann: Kommt alle gut rüber ins neue Jahr. Das alte war im Großenganzen Mist, hatte allerdings auch manch interessante, lehrreiche, ja sogar positive Seite.

Ich war sonst nie der Vorsatztyp. Diesmal aber - im allgemeinen Ausnahmezustand und im persönlichen Neuzustand des Rentnerdaseins - habe ich für 2021 doch ein paar gefasst: Ruhe bewahren; Ruhe genießen; das Beste aus möglichst Vielem machen; den Kopf zerbrechen nur noch über mich wirklich interessierende wichtige Sachen; impfen lassen, sobald ich dran bin; neue Brille(n) zulegen und ein Antitinnitus-Ohrgerät; neues Klavier kaufen sowie Zeichenkohle und Malfarben beschaffen, denn es drängt mich mächtig, mal eigenhändig mit den nonverbalen Künsten rumzumachen. Ansonsten wie gehabt: Freude an schweißtreibender Arbeit in der Selbstversorgungswirtschaft.


30.12.2020

Sie ermüdet mich unsäglich, diese allfällige Kleinkrämerei in den deutschen Corona-Diskussionen. Nein, ich mag mich nicht beteiligen am Pallaver um Impfdosenmengen jetzt in den Starttagen der Kampagne, oder darum, wer ein paar Tage oder Wochen früher geimpft wird. Und gleich gar nichts mag ich wissen von dem Getöse über Sonderrechte für Geimpfte oder Ungeimpfte noch bevor die ersten 100 000 Leute überhaupt gespritzt sind. Herrjeh, was ein Gedöhns. Dann doch lieber DER TV-Programmtip für die Zwischenjahreszeit: Heute (30.12.), 20.15 Uhr auf 3SAT, "Urban Priol: Tilt 2020". Guckst du?!

02.01.2021

Wie seit gut zwei Jahrzehnten jeweils am ersten Werktag des neuen Jahres, so ist auch heute wieder in der Rhein-Zeitung (print und online) mein Neujahrsessay erschienen. Das war/ist jeweils ein ganze Zeitungsseite Nachdenken über ein großes Thema unserer Zeit - also geht es diesmal zwingend um die beiden zentralen Krisen der Gegenwart: Corona und der Klimawandel. 12000 Anschläge sind online zu haben für 49 Cent. 

> Neujahrsessay 2021: Corona - ein kleiner Vorgeschmack auf die große Klimakrise

> Überblick über und Zugriff auf all meine Neujahrsessays 1999 bis 2018 (kostenfrei), 2019 bis 2021 via Rhein-Zeitung (kostenpflichtig, je 49 Cent)


31.12.2020

Na dann: Kommt alle gut rüber ins neue Jahr. Das alte war im Großenganzen Mist, hatte allerdings auch manch interessante, lehrreiche, ja sogar positive Seite.

Ich war sonst nie der Vorsatztyp. Diesmal aber - im allgemeinen Ausnahmezustand und im persönlichen Neuzustand des Rentnerdaseins - habe ich für 2021 doch ein paar gefasst: Ruhe bewahren; Ruhe genießen; das Beste aus möglichst Vielem machen; den Kopf zerbrechen nur noch über mich wirklich interessierende wichtige Sachen; impfen lassen, sobald ich dran bin; neue Brille(n) zulegen und ein Antitinnitus-Ohrgerät; neues Klavier kaufen sowie Zeichenkohle und Malfarben beschaffen, denn es drängt mich mächtig, mal eigenhändig mit den nonverbalen Künsten rumzumachen. Ansonsten wie gehabt: Freude an schweißtreibender Arbeit in der Selbstversorgungswirtschaft.


30.12.2020

Sie ermüdet mich unsäglich, diese allfällige Kleinkrämerei in den deutschen Corona-Diskussionen. Nein, ich mag mich nicht beteiligen am Pallaver um Impfdosenmengen jetzt in den Starttagen der Kampagne, oder darum, wer ein paar Tage oder Wochen früher geimpft wird. Und gleich gar nichts mag ich wissen von dem Getöse über Sonderrechte für Geimpfte oder Ungeimpfte noch bevor die ersten 100 000 Leute überhaupt gespritzt sind. Herrjeh, was ein Gedöhns. Dann doch lieber DER TV-Programmtip für die Zwischenjahreszeit: Heute (30.12.), 20.15 Uhr auf 3SAT, "Urban Priol: Tilt 2020". Guckst du?!


28.12.2020

Doch ja, ich muss es - leider - eingestehen: Seit Muttern sich nicht mehr nachdrücklich um einen ordentlichen Impfstatus ihrer Kinder kümmert, bin ich ein Impf-Schluri. Also seit etwa 50 Jahren. Nicht, weil ich was gegen Impfung hätte. Ich halte im Gegenteil das Impfen schon immer für eine der segensreichsten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte. Gleichwohl geht es mir damit wie mit den Vorsorgeuntersuchungen: Ich sollte, müsste, jawohl ich werde - bei nächster Gelegenheit... Dann aber fehlt konkreter Leidensdruck, und gleich wieder rutscht der Arztbesuch zuerst ans hinterste Ende der To-do-Liste und verabschiedet sich schließlich ins Nirwana. Nicht gut, unvernünftig, inkonsequent, ich weiß; Schluri eben - Mensch (Mann?) schwach.

Als Kind habe ich noch alles mitgekriegt, was in den 1950-/60ern an Impfungen üblich war: eine Ritz-, zwei Schluck- und zwei Spritzimpfungen während der Volksschulzeit, wenn ich mich recht erinnere. Wogegen? Pocken, Polio, Tetanus und keine Ahnung. Am ersten Tag bei der Bundeswehr 1975 wurde nochmal einiges nachgeschoben. Was, hat man uns nicht gesagt. Danach fast nichts mehr, außer Tollwut und bisweilen Tetanus. Ergo: Mein Impfstatus ist unklar, mein Impfbuch irgendwann im letzten Vierteljahrhundert verloren gegangen; und seit mein letzter Hausarzt vor ca 15 Jahren in Ruhestand ging, habe ich weder Hausarzt noch Krankenakte. Nicht gut, ich weiß; Schluri eben. Aber wie ich höre, gibt es wohl ein paar Millionen derartige Schluri-Typen hierzulande - die man indes keineswegs mit Impf- oder Vorsorgegegnern verwechseln sollte.

Nun aber ist eine Änderung angesagt. Die Corona-Impfung will ich unbedingt verpasst kriegen. Zum Selbstschutz im Alter, natürlich. Zugleich aber auch als Solidarbeitrag, damit im Interesse der Allgemeinheit die Seuche möglichst bald besiegt werden kann. Und wenn ich dann schonmal dran bin, könnte der diesmalige Schwung nachher genutzt werden, überhaupt mal einen ordentlichen Altersimpfstatus herzustellen - und vielleicht sogar wieder einen Hausarzt zu finden. Irgendwann muss ja mal Schluss sein mit der Schluderei


27.12.2020

"Hunger ist die Pest der Zivilisation, Armut ihre Cholera, Anhäufung unerhörter Reichtümer in wenigen Händen ihr Schandmal und einfallsloses Festhalten an grenzenlosem Wachstum ihre Bankrotterklärung." So endet mein Neujahrsessay von 2011 über "Die ewige Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit".

Ich habe mal alle Neujahrsessays seit 1999 in eine Überblicksdatei gepackt, von der aus jedes einzelne aufgerufen werden kann (bis 2018 kostenlos, 2019 und 2020 für je 49 Cent via Rhein-Zeitung online). Vielleicht hat jemand Lust, den einen oder anderen Text zu lesen. Wäre irgendwie schade, wenn sie alle nach der einmaligen Publikation jeweils am ersten Werktag des betreffenden Jahres in der Versenkung verschwunden wären. > Überblick alle Neujahrsessays seit 1999


23.12.2020

Und nun: runterfahren! Es seien allerseits besinnliche, geruhsame Feiertage gewünscht. Verbunden mit der Bitte: Haltet die Festtafel so klein wie möglich - auf dass die Lieben negativ und optimistisch bleiben.


22.12.2020

Ich lese gerade, in Berlin sei ein kleiner Haufen Covidiotie-Provokateure maskenlos per Polonaise durch einen Supermarkt getanzt und habe dabei gesungen "Ein bisschen Sars muss sein". Es mögen die Götter verhindern, das solches Barbarengesindel mir heroben im Westerwald über den Weg läuft. Ich müsste mich hernach gewiss wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.


21.12.2020

So, Neujahrsessay ist fertig und an die Redaktion weggeschickt (erscheint am 4. Januar in der Rhein-Zeitung unter der Überschrift "Corona - ein kleiner Vorgeschmack auf die große Klimakrise"). Damit ist dieses vermaledeite 2020 für mich abgehakt. Wiewohl ich doch einräumen muss: Mir hat es auch Gutes gebracht. Vorneweg nach der ersten Corona-Welle die Entscheidung, das hauptberufliche Journalistendasein aufzugeben und mich ein Jahr vorfristig in den Ruhestand, mit nur gelegentlicher Schreibkür, abzuseilen. Etwa sechs Monate ist das nun her - und ich habe es noch keinen Tag bereut.


19.12.2020

Mehrere hundert Wissenschaftler aus ganz Europa - überwiegend aus den und um die Fachbereiche Virologie/Medizin, darunter fast alle dort führenden Köpfe von internationalem Rang und Ansehen - fordern jetzt in einem gemeinsamen Aufruf, an strengen Maßnahmen festzuhalten, um die Infektionszahlen deutlich zu drücken. "Lancet", eine der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften, hat in der Nacht zu Samstag ihr Papier veröffentlicht. Es ist der "Aufruf zu europaweitem Engagement für eine schnelle und nachhaltige Reduzierung der SARS-CoV-2-Infektionen". > Text des Aufrufs hier (von da aus auch Verlinkung zur Unterzeichnerliste)


18.12.2020

Da stehe ich seit vorgestern immer wieder am Fenster, schaue hinüber zur Hauptstraße und begreife mal wieder nicht, was vor sich geht. Es ist aber auch wirklich rätselhaft: Auf jener  Verkehrsader durch unser Dorf sind derzeit signifikant mehr Fahrzeuge unterwegs, als das beim Lockdown im Frühjahr der Fall war. Es herrscht beinahe Normalverkehr. Und das gestern selbst in den späten Abendstunden - wo im Frühjahr ab etwa 19.30 Uhr sich quasi gar nichts mehr bewegt hatte. Wohin, zur Hölle, fahren all die Leute? Und wozu? Ich versteh's nicht - und habe kein gutes Gefühl dabei.


17.12.2020

Sorry, aber dieses Gedicht - eben auf Facebook entdeckt - muss jetzt sein. Kurz recherchiert: Die verschiedentlich Heinz Ehrhardt zugesprochene Urheberschaft ist wahrscheinlich falsch. Aber egal, wunnebar ist es trotzdem.

Das Virus

Weil wir doch am Leben kleben
muß man abends einen heben

So ein Virus ist geschockt
wenn man ihn mit Whiskey blockt

Auch gegorner Rebensaft
einen gesunden Körper schafft

Auch das Bier in großen Mengen
wird den Virus arg versengen

Wodka, Rum und Aquavit
halten Herz und Lunge fit

Calvados und auch der Grappa
helfen Mutti und dem Papa

Ich will hier nicht für Trunksucht werben,
doch nüchtern will ich auch nicht sterben


15.12.2020

Gestern Abend zur Hauptsendezeit verkündete er mir urplötzlich, von nun an nicht mehr zu kommen. Das hat mich hart getroffen, und für eine Weile werde ich ihn wohl gehörig vermissen. ... > Weiterlesen: Kleines Verzählche anlässlich Jan Hofers Abschied von der Tagesschau

***

Notiz für die mittelrheinischen Kulturfreunde:
Die Jahreswechsel-/Januarausgabe des KULTURINFO fällt aus. Was bleibt einem Monatsmagazin, dessen primärer Daseinszweck die Ankündigung von Kulturveranstaltungen ist, jetzt auch sonst übrig. Damit entfällt ebenfalls die Printbasis für meine Monatskolumne "Quergedanken". Ich könnte zwar eine reine Online-Fassung schreiben. Aber um ehrlich zu sein: Derzeit neige ich eher dazu, der ehrenwerten Beschäftigung des Faulseins Vorrang zu gewähren. Bleibt dennoch, um mit dem Worten des Kulturinfo-Herausgebers Günther Schmitz zu sprechen, "negativ und optmistisch!"


14.12.2020

So. Die Sache ist nun klar. Ich werde die nächsten Wochen (frei)willig meiner derzeit ersten Bürgerpflicht als Ruheständler nachkommen: Den jetzt beschlossenen Lockdown daheim aussitzen - und um der Neigung zur Leibesfülle entgegenzuwirken, teils in einsamem Wald aus-wandern, da Gartenarbeit im Augenblick ja keine ansteht.

Ich habe momentan auch keine Lust mehr, mich an irgendwelchen Corona-Diskussionen zu beteiligen. Von meiner Seite aus ist alles gesagt, was ich zu sagen hatte. Die grobe Richtung stimmt nun, Unzulänglichkeiten am Rande sind mir die Aufregung nicht wert. Dass jetzt, noch bevor der etwas härtere Lockdown überhaupt begonnen hat, schon heiß über das Danach diskutiert wird, lässt mich ebenfalls ziemlich kalt. Denn was alles dann getan werden muss/müsste, wenn die Inzidenzen auf handhabbare Größenordnungen geschrumpft sein sollten, ist auch schon längst klar; es muss nur gemacht werden. Was kommt, sollten bis Januar die Zahlen nicht deutlich runtergegangen sein, ist ebenfalls keine Frage: Lockdown-Verlängerung oder richtiger Shutdown made in China.

Die ernsthafte Hälfte meines Hirns wird sich an den Werktagen bis kurz vor Silvester mit dem Schreiben meines Neujahrsessays befassen. Thema und Arbeitstitel stehen bereits: "Corona - der kleine Vorgeschmack auf die große Klimakrise". Die andere, die lebenslustige Hälfte signalisiert schon eine ganze Weile, dass sie endlich mal wieder über die Stränge schlagen will, so wie damals im Dada-Jahr. Kraut-und Rüben-Philosophie betreiben, spötteln, Schabernack treiben, den lieben Gott eine gute Frau sein lassen, mit den guten Frauen hienieden Süßholz raspeln, dem Allzumenschlichen frönen, Verzählches schreiben, bei denen der Spaß wichtiger ist als der schnöde Wahrheitsgehalt... Seht euch vor: Der/die/das große Dada rumort kräftig in mir.


13.12.2020

Endlich. Vernünftig. Richtig. Angemessen.
Man mag ein paar Einzelmaßnahmen für nicht recht schlüssig halten und das verzögernde Timing sogar für unglücklich. Doch die grobe Linie stimmt jetzt. *Lockdown *hart
Liebe Leut', da beißen wir uns durch und machen das Beste draus - im eigenen Interesse wie im Geiste der Mitmenschlichkeit. Packen wir's an!

Und noch eine Bitte: Geht am Montag und Dienstag NICHT einkaufen. Jeder, der beim zu befürchtenden Irrsinnsauftrieb fehlt, ist ein Gewinn für alle.


12.12.2020

"Schluss mit dem Gelaber und dem nutzlosen salamitaktischen Rumgezicke. MACHEN, sofort, alle!!!" Was machen? "General-Lockdown in ganz Deutschland, hart, konsequent, drei bis vier Wochen lang." Grob auf einen Nenner gebracht, scheint das die neue Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung Deutschlands zu sein. Dahin ist sie im Laufe der letzten paar Tage gekippt ... > weiterlesen mein Kommentar "Schluss mit Salamitaktik. Harter Lockdown jetzt!"


11.12.2020

Man muss angesichts der aktuellsten Realitäten nun leider alle Alarmglocken läuten und die große Seuchenfahne aufziehen. Denn die eben (Freitagvormittag 11.12.) verbreiteten Meldezahlen für den Donnerstag sind gegenüber den Spitzenwerten für den Mittwoch (23.679) noch einmal stark angestiegen. Heißt: Das Corona-Infektionsgeschehen hat das in den Nachrichten des Donnerstagabend auf Basis der Mittwochswerte noch attestierte "labile Plateau" verlassen und sich auf deutlichen Wachstumskurs begeben. Hier die jüngsten Zahlen für das Bundesgebiet: Knapp 30.000 (genau: 29.875) Neuinfektionen binnen 24 Stunden und im selben Zeitraum knapp 600 (genau: 598) Corona-Tote.


10.12.2020

"Der Vorschlag kam von den Kindern" heißt es im Bekanntenkreis. Oder: "Wir haben die Großeltern und die Kinder gefragt; sie haben  ohne großes Murren zugestimmt." Welcher Vorschlag? Angesichts der Corona-Seuche dieses Jahr über Weihnachten mal auf die große Familientafel an Heiligabend und die Verwandtschaftsbesuchstour an den Feiertagen zu verzichten. Also Festschmaus und Feier nur im engsten Kreis der Kleinfamilie, ansonsten rundtelefonieren oder skypen. Gelegentlich wurde dieser Vorschlag sogar verbunden mit der Idee: Statt Bescherung mit großen Geschenken diesmal nur nette Kleinigkeiten, dafür ordentliche Geldspenden an Hilfsorganisationen und "gute Vereine". Prima Vorschlag, klasse Idee. Wir machen mit: Werden uns am 24.12. nur zu dreien, je nach Entwicklung womöglich nur zu zweien, über das Festmahl hermachen - und die Spenden an drei vortreffliche Organisationen der humanitären Nothilfe sowie des Umweltschutzes sind bereits raus.


09.12.2020

Werte Damen und Herren der Landesregierungen und Bundesregierung, legt doch endlich die erkennbar nicht zielführende und verwirrende Salamistrategie zur Seite und macht beim Seuchenschutz richtige Nägel mit Köpfen: Folgt, so meine dringliche Bitte, den heute verlautbarten Empfehlungen der Wissenschaftler von der Nationalakademie Leopoldina für einen knapp vierwöchigen scharfen Generallockdown! Kurz, hart, erwiesenermaßen wirkmächtig und alle wissen, woran sie sind - statt endloses, halbherziges, diffuses Herumeiern ohne durchgreifenden Erfolg.  Danke. > Weitere Infos zu Leopoldina-Empfehlungen


08.12. 2020

Nur mal so ein Gedanke: Wären auf den Straßen nur vernünftige, verantwortungsbewusste, stets aufmerksame AutofahrerInnen unterwegs: Wir bräuchten gar kein Regular, das die individuelle Freiheit der Verkehrsteilnehmer durch eine Fülle von Vorschriften und Verboten einschränkt. Unzählige Verkehrsschilder könnten demontiert werden, von der Straßenverkehrsordnung würde man bloß den §1 als Leitrahmen behalten: "(1) Die Teilnahme am  Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.  (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer  geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."

Nun gibt es aber, leider, unter den hierzulande mehr als 40 Millionen Führerscheininhabern ein paar Millionen, die aus mannigfachen Gründen zu fahrerischer Selbstbegrenzung auf Basis freiwilliger Eigenverantwortung nicht fähig oder nicht willens sind. Weil dem immer so war und ist, kommt verständlicherweise niemand auf die Idee, die Straßenverkehrsordnung abschaffen zu wollen. Dieses strafbewehrte Verhaltensregular gilt offenkundig  auch in der freiheitlichen Demokratie als unverzichtbar, um das Straßenverkehrswesen einigermaßen am Laufen zu halten und die Zahlen von Straßenverkehrsopfern in möglichst engen Grenzen.

Dieser im Grunde banale Gedankengang über ein allgemein seit Jahrzehnten akzeptiertes, dauerhaft alltäglich gültiges Ordnungsprinzip lässt sich problemlos auf die (temporäre) Reglementierung der Individualfreiheiten im Zuge des Corona-Seuchenschutzes übertragen. Zumal die Anzahl der Corona-Toten  innerhalb der zurückliegenden neun Monate mehr als sechsmal so hoch ist wie die der Verkehrstoten im ganzen Jahr 2019.


05.12.2020

Es ist nun an der Zeit, (sich) einzugestehen: Die im November verhängten Maßnahmen des gemäßigten Teillockdowns erzielen NICHT die Wirkung, auf die man gehofft hatte. Zwar haben sie einen Beitrag geleistet, den exponentiellen Zuwachs der Neuinfektionsrate im Oktober zu brechen, doch von der Rückführung des Infektionsgeschehens auf das niedrige Niveau des Sommers ist weit und breit keine Spur zu erkennen... > weiterlesen Kurzkommentar "Der gemäßigte Teillockdown ist gescheitert"


03.12.2020

Nächste Woche also soll es losgehen mit der Impferei gegen Covid19 in Europa. Die Briten preschen vor, haben den Mainzer Impfstoff bereits zugelassen und erstmal 40 Millionen Dosen für 20 Millionen Bürger gekauft. Noch nie ist ein Impfstoff so schnell entwickelt und zugelassen worden. Noch nie aber auch standen Einsatz und Wirkung von Impfstoffen unter derart aufmerksamer Beobachtung durch Wissenschaft, Medizin, Politik, Presse, Öffentlichkeit wie die jetzigen gegen Sars-CoV-2. Parellel zum Impfbeginn werden gewiss allerhand Horrorstories über angeblich gravierende Nebenwirkungen im Internet auftauchen. Weshalb auch hinsichtlich der Impfung gilt: Je lauter das Geschrei, je heller die Empörung, je grundsätzlicher die Impf"kritik", umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass man es mit Ammenmärchen (Fakes) zu tun hat. Man prüfe also, so gut es geht, was einem da von wem vorgesetzt wird, und baue auf seriöse Quellen und Medien.


25.11.2020

Die nachfolgend verlinkte Nr. 187 meiner Monatskolumne "Quergedanken" hatte Redaktionsschluss einige Tage bevor bekannt wurde, dass Bundesregierung und Länderchefs das Corona-Virus über Weihnachten und bis Neujahr in den Urlaub schicken würden. Der Text geht also noch davon aus, dass heuer die Feiertage - epidemiologisch vernünftiger Weise - nur im allerkleinsten Kreis begangen werden. Denn dass Feiern mit zehn Erwachsenen plus Kinderscharen zugelassen würden, war zum Zeitpunkt des Schreibens nicht absehbar und für den Autor auch undenkbar. Gleichwohl muss ja nicht jeder alles ausschöpfen, was nun erlaubt ist. Insofern behält der Text dann doch ein gutes Quantum Gültigkeit - und sei es als Empfehlung. > Quergedanken 187: "Die „stille Zeit“ mal auf andere Art feiern

03.12.2020

Nächste Woche also soll es losgehen mit der Impferei gegen Covid19 in Europa. Die Briten preschen vor, haben den Mainzer Impfstoff bereits zugelassen und erstmal 40 Millionen Dosen für 20 Millionen Bürger gekauft. Noch nie ist ein Impfstoff so schnell entwickelt und zugelassen worden. Noch nie aber auch standen Einsatz und Wirkung von Impfstoffen unter derart aufmerksamer Beobachtung durch Wissenschaft, Medizin, Politik, Presse, Öffentlichkeit wie die jetzigen gegen Sars-CoV-2. Parellel zum Impfbeginn werden gewiss allerhand Horrorstories über angeblich gravierende Nebenwirkungen im Internet auftauchen. Weshalb auch hinsichtlich der Impfung gilt: Je lauter das Geschrei, je heller die Empörung, je grundsätzlicher die Impf"kritik", umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass man es mit Ammenmärchen (Fakes) zu tun hat. Man prüfe also, so gut es geht, was einem da von wem vorgesetzt wird, und baue auf seriöse Quellen und Medien.


27.11.2020

Stellen wir also folgendes Faktum fest: Es gibt in Deutschland ein paar zehntausend Gestalten, die umso aggressiver provozieren,  gegen den Seuchenschutz generell krakeelen und bewusst verstoßen, je mehr Menschen auf den Intensivstationen ums Überleben ringen und leider auch sterben. Stellen wir zudem fest: Als neuester Schlachtruf dieser Gestalten dient der Gesang "Oh, wie ist das schön", jetzt lauthals aus unbedeckten Mäulern gesungen von rund 400 dieser Gestalten bei einem Marsch just durch das thüringische Städtchen mit dem derzeit höchsten Inzidenzwert (600+) in der ganzen Republik. Sage noch jemand, der Befund "menschenverachtendes Barbarengesindel" sei gar zu krass.


25.11.2020

Die nachfolgend verlinkte Nr. 187 meiner Monatskolumne "Quergedanken" hatte Redaktionsschluss einige Tage bevor bekannt wurde, dass Bundesregierung und Länderchefs das Corona-Virus über Weihnachten und bis Neujahr in den Urlaub schicken würden. Der Text geht also noch davon aus, dass heuer die Feiertage - epidemiologisch vernünftiger Weise - nur im allerkleinsten Kreis begangen werden. Denn dass Feiern mit zehn Erwachsenen plus Kinderscharen zugelassen würden, war zum Zeitpunkt des Schreibens nicht absehbar und für den Autor auch undenkbar. Gleichwohl muss ja nicht jeder alles ausschöpfen, was nun erlaubt ist. Insofern behält der Text dann doch ein gutes Quantum Gültigkeit - und sei es als Empfehlung. > Quergedanken 187: "Die „stille Zeit“ mal auf andere Art feiern


23.11.2020

Heute nun mein letzter Beitrag aus dem Betrachtungsumfeld der aktuellen Mittelalterausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht" im Landesmuseum Mainz (im Rahmen des Teillockdowns derzeit geschlossen). Es geht um Bedeutung und Lebenslage der mehr als 90-prozentigen Bevölkerungsmehrheit im Mittelalter: die Bauern -  „jener Millionen Unfreien, die im mittelalterlichen Europa mit ihrer täglichen Arbeit den materiellen Mehrwert schufen, mittels dessen Adel und Kirche, Bischöfe, Könige und Kaiser ihren Prunk entfalten und ihre Machtspiele treiben konnten“, wie der Mittelalterarchäologe Thomas Meier im Begleitbuch zur Ausstellung schreibt. > Lesen "Die bäuerliche Basis des Mittelalters"


22.11.2020

"Um Weihnachten im Jahre des Herrn 1105 geschah nahe Mainz Bemerkenswertes: Heinrich IV. aus dem Geschlecht der Salier, seit 1084 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde auf Burg Böckelheim gefangen gesetzt. Auf wessen Befehl? Den des eigenen Sohnes, Heinrich V. (...)" So beginnt mein vorletzter Artikel aus dem historischen Betrachtungsumfeld der aktuellen Mittelalterausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht" im Landesmuseum Mainz (die ausgezeichnete Schau ist derzeit im Zuge des Teillockdowns natürlich geschlossen). > Weiterlesen "Grenzen der absoluten Herrschaft"


21.11.2020

Aber nein, ich denke keineswegs den ganzen Tag an die Covid-Seuche. Eher die meiste Zeit nicht, denn da lebe ich einfach mein Leben und bin damit durchaus ordentlich beschäftigt. Wie in Sachen Klimawandel auch, versuche ich selbiges möglichst gut nach den gegebenen Erfordernissen auszurichten. > Weiterlesen: Gedanken zur "kleinen" Covid- und großen Klimakrise


19.11.2020

So, und heute klatsche ich mal Beifall für einen Corona-Protest. Nein, gewiss nicht für die Aufmärsche der Quarkdenker und Umstürzler a la neulich Leipzig und gestern Berlin. Vielmehr gilt die Sympathie dem gestern ausgerufenen Streik von Schülern an einer Wormser Schule. Sie machen sich gegen die (auch m.E. zweifelhafte) Linie der Bildungsminister auf kategorischen Präsenzunterricht stark, fordern Halbierung der Klassen und Wechselunterricht präsent/home. Wie die Schülervertretung erklärt, fürchten die jungen Leute wegen voller Klassenzimmer und Schulbusse um ihre Gesundheit; mehr noch, dass sie das Virus dann hineintragen in die Familien. Das nenne ich eine verantwortungsbewusste Solidarhaltung. Und es sollte mich wundern, wenn diese Art Protest an deutschen Schulen nicht sehr rasch ein recht breites Echo fände.


18.11.2020

Ihnen sind 1,3 Millionen Corona-Tote völlig gleichgültig, und das Leid auf den Intensivstationen interessiert sie nicht die Bohne. Sie haben nur ein einziges Ziel: Chaos stiften. Mit diesem kleinen Haufen menschenverachtenden Barbarengesindels gibt es nichts mehr zu reden. Diese Leute haben sich aus dem Kreis zivilisierter Humangemeinschaft verabschiedet.

Was ist das Gegenteil von Zivilisation? Naturzustand oder eben qua Definition: Barbarei. Wer um des eigenen Vorteils willen - sei er politisch/ideologischer oder privater/persönlicher Art - bereit ist, Mitmenschen leiden und unnötig verfrüht sterben zu lassen, hat sich vom kleinsten gemeinsamen Nenner einer humanzivilisierten Gesellschaft verabschiedet. Der da lautet: Menschenleben retten und menschliches Leid mindern ist das oberste aller Gebote. Diesen Konsens aufzukündigen ist barbarisch, und wer es tut ist qua Definition ein Barbar. Leute, die darüber hinaus sich zusammenrotten, um obendrein bewusst aktiv den Schutz von Menschenleben zu unterminieren, sind nach allgemeinen Sprachgebrauch Gesindel. Das Mindeste, was man für eine wehrhafte Humanzivilisation tun kann, ist, im gebotenen Moment die Dinge klipp und klar beim wahren Namen zu nennen.


17.11.2020

Wenn ein Journalist in den Ruhestand geht, also vom Leben mit ständig drängenden Dauerpflichten in den Zustand frei gewählter gelegentlicher Kür-Arbeiten wechselt, steht er, so wie ich jetzt, bald auch vor folgender Frage: Soll ich die zahllosen Stränge meiner beruflichen Info-Vernetzung alle kappen oder einige beibehalten? Wenn ja, welche? Und wozu? In meinem Fall ist das so: Ich stecke u.a. in den Presseverteilern von 7 Bundes- und Landesministerien, 15 Theatern, 17 Museen, von 2 bis 3 Dutzend anderen Kulturveranstaltern/-institutionen, einer unbekannten Zahl von Buch- und Musikverlagen, hänge obendrein an etlichen Presse- und PR-Agenturen...  An Zusendungen in meinen vormals dienstlichen E-mail-Kasten herrscht also kein Mangel. Was davon brauche ich nun noch? Eigentlich kaum etwas. Aber das Gefühl, einen gewissen Überblick über das Geschehen im vorpublizistischen Raum zu haben/zu benötigen hat mich mehr als drei Jahrzehnte begleitet. Ohne dieses Info-Gewebe käme ich mir womöglich nackisch vor - mit ihm komme ich aber vielleicht niemals richtig zur Ruhe. Ach, schwierig.


16.11.2020

Als bekanntlich großer Freund echten, der Menschheit wirklich nützlichen Technikfortschritts darf ich (bildlich) präsentieren: die seit jeher bedeutendste Innovation auf dem Gebiet der Herbstlaub-Räumgeräte. Technische Daten: Energieverbrauch = 0; Emissionswerte = 0; Lärmentwicklung = 0,4 Dezibel in 1 bis 3 Meter Entfernung, weiter weg = 0; Räumeffizienz (im ersten Durchgang) = 95%. Nebeneffekte: Fitness- und Gesundheitssteigerung beim Bedienpersonal; nachhaltige Verbesserung der sozialen Nachbarschgaftsverhältnisse. Anschaffungspreis: Unschlagbar niedrig. Haltbarkeit: Mehrere Jahrzehnte.


15.11.2020

Derzeit wird von der Quarkdenker-Bewegung oft als quasi  Zusammenrottung von "Irren" gesprochen. Es ist wohl ein bisschen komplizierter, was sich da als Randphänomen zusammengebraut hat. Der Anteil von psychopathologischen Fällen und "Wutbürgern" an dieser Extzrembewegung ist m.E. erheblich kleiner als man gemeinhin denkt (wie auch die ganze "Bewegung" viel kleiner ist, als ihre Lautstärke und Provokationsenergie den Eindruck erweckt). Und sie besteht auch nicht einfach bloß aus AfD-Parteigängern. > Weiterlesen: Kleine Analyse einer politischen Destabilisierungsfront


14.11.2020

Einmal mehr erweist sich: Das im Netz wie auf der Straße immer lauter, provokanter, aggressiver werdende Auftreten der Corona-Leugner, -Verharmloser und prinzipiellen Widerständler gegen den Seuchenschutz erzeugt ein falsches Bild. Die Zahl dieser Herrschaften nimmt NICHT zu und ihr Einfluss auf die Bevölkerung offenbar auch nicht. Das geht hervor u.a. aus dem jüngsten ZDF-Politbarometer (Umfrage erfolgte in der zweiten Woche nach Beginn des November-Teillockdown). Danach halten erneut 84% die jetzigen Corona-Maßnahmen für richtig (58%) oder noch nicht weitgehend genug (26%). Lediglich 14% meinen, die Maßnahmen seien übertrieben.


13.11.2020

Leseempfehlung! Ein hinreißend einfühlsamer und auch tröstlicher Text mit Blick auf eine Adventszeit im Zeichen der Seuche von Schriftstellerin Eva Menasse > "Licht an" auf sueddeutsch.de (freier Zugang)


11.11.2020

Liebe Leser/innen,

mein nachfolgend verlinkter Artikel ist dem eben verbreiteten Freundes-Rundbrief des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie beigelegt. Eigentlich war er gedacht als Aufmacher zur Herbst-/Winterausgabe von "con moto", dem Publikumsmagazin des in Koblenz ansässigen Orchesters. Darin war er bereits als Ersatztext für eine Reportage über eine Gastspielreise vorgesehen. Gastspiel und Artikel darüber fielen der ersten Corona-Welle zum Opfer, "con moto" fällt nun der zweiten Welle zum Opfer. Bei Verkündung des November-Lockdowns war der Artikel über das Leben des Orchesters und seiner Musiker in Zeiten der Corona-Pandemie bereits einige Tage fertig. Überholt also, aber zum Wegschmeißen zu schade und als Rückblick auf die ersten beiden Pandemiephasen von März bis Oktober vielleicht doch eine interessante Lektüre.  >Zum Text "Am schlimmsten ist die Ungewissheit"


10.11.2020

Individuelle Impfvorsicht oder Impfangst ist eine Sache, m.E. durchaus verständlich und ernst zu nehmen, selbst wenn man sie für falsch hält. Anti-Impf-Agitation aber ist eine ganz andere Sache. Es wird nun ausgerechnet ein beträchtlicher Teil derer, die seit Beginn der Pandemie prinzipiell gegen jedwede Seuchenschutzmaßnahme gewettert haben, nicht etwa froh sein über ein Instrument, das auf längere Sicht womöglich viele Schutzmaßnahmen überflüssig machen könnte. Im Gegenteil werden diese Leute nun lauthalses Geschrei auch gegen eine Covid19-Impfung erheben. Womit dann klar wäre, dass ihnen in Verkennung oder bewusster Verleugnung der Realität Seuche, Krankheit und deren Opfer als Belanglosigkeit gelten.


07.11.2020

ER ist abgewählt, aber weg ist er noch nicht. Mehrere Presseagenturen und US-Fernsehsender melden: Biden habe Pennsylvania gewonnen und damit jetzt 273 Wahlmänner, also die Mehrheit. Bevor nun das allgemeine Analysieren, Abwägen,  Bedenkenvortragen, Problemeformulieren und in den USA womöglich der große Zoff beginnt, darf man sich einem Moment auch einfach mal freuen darüber und anstoßen darauf, dass dem unsäglichen Lügenmaul auf dem US-Präsidentenstuhl selbiger unterm Arsch weggewählt worden ist. Prosit zusammen!


05.11.2020

Zweiter Morgen "danach" (Donnerstag 5.11.): Die Sache ist noch immer nicht entschieden. Stand 6.49 Uhr MEZ: Biden 253, Trump 213. Letzterer sieht "böse Magie" am Werk, die an entscheidenden Stellen "plötzlich" seinen Vorsprung "auf geheimnisvolle Art verschwinden lässt". Trumps Unterstellung: Wahlbetrug. Tatsächlich sind Briefwähler die "Magier". Davon gibt es diesmal exorbitant viele, und sie haben, wie sich Zug um Zug herausstellt, mit teils exorbitanten Mehrheiten für die Demokraten gestimmt. Warum ist das so? > weiterlesen mein Zwischenruf am zweiten Morgen nach der US-Wahl


04.11.2020

Vormittag: Ich geh' jetzt lieber Holz hacken und schau am Abend nochmal rein, was das bei den Amis so geworden ist oder vielleicht noch wird oder womöglich auch nicht oder halt irgendwie.


02.11.2020

Montag, 2. November, anno coronae1. Ich schließe mich aus freien Stücken den unzähligen Mitmenschen in Deutschland, Europa und vielen Ländern der Erde an, die in dieser Seuchenzeit einfach daheim bleiben, wo und wie es ihnen im Einzelfall möglich ist. Denn wie sie kann ich keinen besseren persönlichen Beitrag zur Wiedereindämmung des explodierenden Infektionsgeschehens leisten. Es ist nur ein winziger Beitrag, doch in der summierten Masse lassen alle diese Winzigkeiten Abermillionen physische Kontakte und hunderttausende Ansteckungen gar nicht erst stattfinden. Ergo: Stay at home und mach' das Beste daraus. Je mehr Menschen so verfahren, umso höher die Chance, dass  hierzulande der - m.E. in vielerlei Hinsicht nicht optimal ausgelegte - Teil-Lockdown doch eine spürbar die Seuchenausbreitung hemmende Wirkung entfaltet. Ich mag mich jetzt auch nicht mehr über das Verhalten anderer aufregen und mich mit Klagen über deren Unvernunft aufhalten. MACHEN ist angesagt, jede/r das Maximum dessen, was seine persönliche Lage erlaubt. Und im Kreis der Verwandten, Freunde, Bekannten, Nachbarn fürs Mitmachen am Daheimbleiben werben - millionenfach.


01.11.2020

Wäre ich religiös, würde ich spätestens jetzt anfangen, zu beten - der liebe Gott möge Sorge tragen, dass der beschlossene Teil-Lockdown wenigstens halbwegs erbringe, was man sich erhofft. Falls nämlich nicht, werden wir zu Weihnachten niemanden aus dem Kreis des dann noch gesunden Klinikpersonals daheim bei seinen Lieben vorfinden. Mehr noch: Sollte der Teil-Lockdown seine Wirkung verfehlen, könnten wir alle Weihnachten unter den Notstandsbedingungen eines Generallockdowns "feiern" müssen .... > weiterlesen meinen Kommentar "Die Neuinfektionen laufen aus dem Ruder"



 30.10.2020

Aus meiner persönlichen Erklärung "Warum ich zur Kultur stehe, aber dennoch den Teil-Lockdown für richtig halte": (...) In der Tat ist ein Kernpunkt der jetzigen Tragödie, dass nun vor allem diejenigen den Schlamassel ausbaden müssen, die der Seuche mit größtem Ernst und in größter Sorge um die Gesundheit der Mitmenschen begegnet sind, deshalb mit größter Sorgfalt bestmögliche Sicherheitskonzepte in ihrem Schaffensbereich praktiziert haben. Gleichwohl mag ich mir das - verständliche - Verlangen der Kulturszene nach Offenhaltung ihrer Einrichtungen nicht umstandslos zu eigen machen (...) > Ganze Erklärung (hier)

***

FÄLLT AUS (vorerst):
Mein für 10. November im Kuppelsaal der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein angekündigter öffentlicher Vortrag „Heimat – Sehnsuchtsraum und Kampfbegriff“ muss Corona-bedingt ausfallen.


29.10.2020

Achtung, wichtige Info aus dem Bundesfinanzministerium zu den neuen Corona-Hilfen. Soloselbstständige (zB freie Kulturschaffende und freie Journalisten) in der Leserschaft: Beachtet besonders den letzten Satz der folgenden Ministeriumsmitteilung:

"Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Höhe errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats, gezahlt wird sie für jede angeordnete Lockdown-Woche. Bei jungen Unternehmen, die nach November 2019 gegründet wurden, gelten die Umsätze von Oktober 2020 als Maßstab. Soloselbständige haben das Wahlrecht, als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen."


28.10.2020

*nachdenklich*    Vielleicht sollten wir alle Diskussionen über staatliche Antiseuchen-Maßnahmen in Deutschland, die in den letzten Tagen geführt wurden, heute und morgen geführt werden, noch einmal führen. Dies allerdings mit der Annahme als Hintergrund, die Infektionszahlen seien deutschlandweit auf 50 000, 80 000, 100 000 oder mehr täglich angestiegen, in entsprechender Relation auch die Zahl der Schwerstkranken und Corona-Toten; zudem habe sich das Infektionsgeschehen von Hotspots weg zum diffusen Flächenbrand entwickelt. Man lasse sich dieses Szenario und seine Wirkweise mal in Ruhe durch den Kopf gehen. (Unrealistisch ist es jedenfalls nicht, wie ein aufmerksamer Blick in die europäische Nachbarschaft zeigt).

 

30.10.2020

Aus meiner persönlichen Erklärung "Warum ich zur Kultur stehe, aber dennoch den Teil-Lockdown für richtig halte": (...) In der Tat ist ein Kernpunkt der jetzigen Tragödie, dass nun vor allem diejenigen den Schlamassel ausbaden müssen, die der Seuche mit größtem Ernst und in größter Sorge um die Gesundheit der Mitmenschen begegnet sind, deshalb mit größter Sorgfalt bestmögliche Sicherheitskonzepte in ihrem Schaffensbereich praktiziert haben. Gleichwohl mag ich mir das - verständliche - Verlangen der Kulturszene nach Offenhaltung ihrer Einrichtungen nicht umstandslos zu eigen machen (...) > Ganze Erklärung (hier)

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FÄLLT AUS (vorerst):
Mein für 10. November im Kuppelsaal der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein angekündigter öffentlicher Vortrag „Heimat – Sehnsuchtsraum und Kampfbegriff“ muss Corona-bedingt ausfallen.


29.10.2020

Achtung, wichtige Info aus dem Bundesfinanzministerium zu den neuen Corona-Hilfen. Soloselbstständige (zB freie Kulturschaffende und freie Journalisten) in der Leserschaft: Beachtet besonders den letzten Satz der folgenden Ministeriumsmitteilung:

"Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Höhe errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats, gezahlt wird sie für jede angeordnete Lockdown-Woche. Bei jungen Unternehmen, die nach November 2019 gegründet wurden, gelten die Umsätze von Oktober 2020 als Maßstab. Soloselbständige haben das Wahlrecht, als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen."


28.10.2020

Sehr vernünftig, völlig richtig, gerade jetzt unbedingt nötig und eigentlich ganz einfach.

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*nachdenklich*    Vielleicht sollten wir alle Diskussionen über staatliche Antiseuchen-Maßnahmen in Deutschland, die in den letzten Tagen geführt wurden, heute und morgen geführt werden, noch einmal führen. Dies allerdings mit der Annahme als Hintergrund, die Infektionszahlen seien deutschlandweit auf 50 000, 80 000, 100 000 oder mehr täglich angestiegen, in entsprechender Relation auch die Zahl der Schwerstkranken und Corona-Toten; zudem habe sich das Infektionsgeschehen von Hotspots weg zum diffusen Flächenbrand entwickelt. Man lasse sich dieses Szenario und seine Wirkweise mal in Ruhe durch den Kopf gehen. (Unrealistisch ist es jedenfalls nicht, wie ein aufmerksamer Blick in die europäische Nachbarschaft zeigt).


26.10.2020

Humor muss sein, auch und gerade in schwierigen Zweiten:

Ja, ja, der Abverkauf von Klopapier erreicht wieder Rekordhöhen. Ich verstehe zwar noch immer nicht, warum just dieses Produkt bei so vielen Leuten an oberster Bevorratungsstelle steht. Aber ich denke mir: Lass sie doch. Solange sie daheim bleiben bis ihre Berge an Klopapier weggeschissen sind, können sie draußen kein Unheil anrichten.


24.10.2020

Der Rundblick am heutigen Vormittag (24.10.2020) auf die Nachrichten über die Corona-Lage führt zu dem Resultat: Die "zweite Welle" baut sich (nicht nur) in ganz Europa zu beunruhigender Größe auf. ... > Weiterlesen Anmerkung zur aktuellen Situation


23.10.2020

Es ist eine etwas undankbare Sache, in diesen Zeiten Berichte, Analysen, Kommentare zur Corona-Seuche für Printmedien zu schreiben, die etliche Tage oder gar ein paar Wochen Produktionsvorlauf haben. Denn die Realitäten der Pandemie ändern sich derart schnell und gravierend, dass das heute Geschriebene bis zur gedruckten Veröffentlichung schon Schnee von vorgestern sein kann. Die einzigen, in deren Hirn der tatsächlich Gang der Seuche keine Spuren hinterlässt, sind deren Leugner oder Verharmloser. Weil, denkt man deren Logik zu ende, es sowieso egal wäre, ob 1000, 10 000 oder 50 000 hierzulande an Covid19 sterben. Diese Leute würden selbst noch 100 000 Corona-Tote auf ihre übliche Art einfach in Prozentanteile an der Gesamtbevölkerung umrechnen. Sie kämen dann auf etwa 0,12 %, was nach ihrer Weltsicht eine "belanglose Größenordnung" wäre, die das "diktatorische Corona-Reglement" nicht im geringsten rechtfertige. Ich halte diese Art der Betrachtung für vorhumanistisch und barbarisch - was auch in der Folge 186 meiner Monatskolumne "Quergedanken) anklingt, obwohl zum Zeitpunkt des Schreibens vor zwei Wochen das jetzige Ausmaß des Infektionsgeschehens noch nicht vollends erfassbar war.  > Zum Kolumnentext "Die Seuche ist der Feind, nicht der Seuchenschutz (freier Lesetext) 


21.10.2020

Eine nur kleine Politikmeldung in der Frühstückszeitung hat mir ein lautes "Wow" entlockt: Das House of Lords zu London, also das Oberhaus im britischen Parlamentssystem, hat dem Premierminister Boris Johnson mit einem wuchtigen Mehrheitsentscheid von 395 zu 169 Stimmen gegen's Schienbein getreten. Es hat dessen Entwurf für ein bewusst rechtsbrüchiges Binnenmarktgesetz im Zuge des Brexit-Prozesses abgelehnt. Ungewöhnlich ist daran nicht nur, dass die Lords sich überhaupt kategorisch gegen ein Gesetzesvorhaben einer amtierenden Regierung wenden. Das war/ist relativ selten im United Kingdom. Noch erstaunlicher ist, dass der britische Adel derart gemeinsame Sache mit der oppositionellen Labour-Party macht. Wir leben in eigentümlichen Zeiten: Angesichts des Vordringens von Populisten, Krawallbrüdern und Tunichtguten bis an die Spitze sogar von Staatsregierungen, werden offenkundig bislang kaum denkbare Bündnisse der Vernunft möglich, weil nötig.


19.10.2020

Das Wichtigste sei gleich vorweg gesagt: Der Ballettcompagnie des Theaters Koblenz bei ihrer aktuellen Produktion „Der Schwanensee“ zuzuschauen, ist eine Freude. Das nicht nur, weil nach Monaten überhaupt mal wieder Tanzkunst live erlebt werden kann. Vielmehr war eine derartige tanztechnische Konzentration und Akuratesse mitsamt intensivem Esprit des Ausdrucks auf fast allen Positionen hier lange nicht, womöglich noch nie zu sehen. Man traut sich kaum, es zu schreiben, aber hinsichtlich des tänzerischen Vermögens hat das halbe Jahr coronabedingter Zurückgezogenheiten und besonderer Proben-/Trainingsformen offenkundig allen Akteuren mehr genutzt als geschadet. > Weiterlesen meine Premierenbesprechung (4950 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


16.10.2020

Taggedanken.
"Was sein muss, muss sein. Machen wir halt das Beste draus." Diese ernsthafte und zugleich gelassene Haltung dominiert im Alltag außerhalb der digitalen Foren mein näheres wie auch weiteres Umfeld seit Corona-Monaten. Und ich sehe/erlebe: Alle, die die Sache derart angehen, erhalten sich selbst unter den Bedingungen des Seuchenreglements jede Menge Lebensqualität und -freude. Gewiss, man ist genervt von der langen Dauer des Ausnahmezustandes, mehr noch vom jüngsten Herumgeeiere der Politik wie dem Wirrwar in den deutschen Regelungen; und nicht wenige Leute plagen berufliche/finanzielle Sorgen erheblich. Doch von der Verbiesterung, gar der Hysterie, wie sie unter Corona-Leugnern verbreitet ist, findet sich hier wenig - es sei denn, jemand möchte Realitätssinn für die Gefahrenpotenziale, Achtsamkeit, Vorsicht und Solidarität durch selbstverständliche Einhaltung der AHAL-Regeln als hysterisch betrachten.

Ceterum censeo. Gerade im Hinblick auf die richtig schweren Zeiten, die jetzt heraufziehen, sollte sich jede/r immer wieder bewusst machen: Die Seuche ist der Hauptfeind, nicht der Seuchenschutz - obwohl Letzterer dringlich der Optimierung bedarf.


15.10.2020

Die Schwalben haben sich schon vor einem Weilchen verabschiedet. Eben jetzt ziehen auch die großen Vögel in opulenten Pfeilschwärmen unter lauten Gesängen Welle um Welle übers Haus 'gen Süden. Macht's gut. Bis dänne im Frühling.


14.10.2020

Nachtgedanken.
Wir können reden und lamentieren, diskutieren und lavieren, oder leugnen, verharmlosen, verdrängen: Dem Virus ist das völlig egal. Es geht seiner Natur gemäß einfach stets dorthin und vermehrt sich, wo wir ihm die günstigsten Bedingungen zur Vermehrung bieten, ungeachtet der Regierungsformen und  Gesellschaftssysteme. Wenn wir das nicht sehen wollen und uns als Gemeinschaft nicht entsprechend verhalten wollen, oder glauben, das nicht zu können, werden wir leiden müssen. Aber auch dies interessiert das Virus nicht im geringsten.


13.10.2020

Das wird so einigen Leuten hierzulande gar nicht gefallen, zeigt es doch, dass Lautstärke und Wirklichkeit zwei völlig verschiedene Dinge sind: Nach einer aktuellen repräsentativen Deutschland-Umfrage von infratest dimap im Auftrag des WDR halten mehr als zwei Drittel (67%) der Bevölkerung die deutschen Medien "alles in allem" für "glaubwürdig"... >weiterlesen Artikel "Lügenpresse" genießt das meiste Vertrauen

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Eintrag ins Poesiealbum.
Gott seufzt und fragt: "Was nur soll werden aus der Krone meiner Schöpfung?"
"Wird schon", antwortet die Kakerlake.

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Interessanter Artikel von Marcel Flor Hoffmann auf Basis eines Gesprächs mit der Koblenzer Forstamtsleiterin Carmen Barth zum Thema Klimawandel/Waldsterben 2.0./Forstwirtschaft.
„Wir haben jetzt das Waldsterben 2.0. Das Waldsterben der 80er haben wir erstaunlich schnell abgewendet. Emissionen zu filtern, das hat letztendlich jeder schnell verstanden, und das Waldsterben in der prognostizierten Form blieb aus. Nun kämpft der Forst mit dem Klimawandel. Diese Veränderungen werden wir nicht kurzfristig aufhalten können. Das stellt die Gesamtgesellschaft vor viel größere Herausforderungen.“ > hier weiterlesen (Externlink auf Klimaschutz-Netz.de)


12.10.2020

Muss man leider sagen: Der aktuelle Zustand des Seuchenschutzes in Deutschland ist unbefriedigend. Ein nicht nur für Lieschen Normalo, Otto Mustermann und meine Wenigkeit teils undurchschaubarer Flickenteppich was, wann, wo, wie an Corona-Schutzmaßnahmen gilt, taugt kaum für die jetzige Phase des weit verbreitet und rasch aufschäumenden Infektions- und bald nachfolgenden Erkrankungsgeschehens. > Mein Kurzkommentar weiterlesen

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Gestern zu später Stund‘ und schon fast beim Einschlafen kam mir eine hinreißende Idee. Ich erinnere mich, gedacht zu haben: „Wunderbar, damit lässt sich dieser komplexe Sachverhalt ganz simpel und obendrein humorig erklären.“ Hätte ich also nochmal aus dem Bette kriechen sollen und die Idee notieren? Dann wäre die wohlige Schläfrigkeit dahin gewesen und der Eintritt in den Nachtschlaf um Stunden hinausgeschoben. „Kannst du auch noch morgenfrüh aufschreiben.“ Ergo: *schnarch*. Jetzt ist morgenfrüh. Nur: Besagte Idee nebst zugehörigem Sachverhalt sind fort; spurlos aus dem Hirn verschwunden, vergessen, weggeschlafen. Verdammich.


11.10.2020

Ceterum censeo (im übrigen bin ich der Meinung): Die Seuche ist der Gegner, nicht der Seuchenschutz.

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Und da war sie gerade wieder, die mit steter Regelmäßigkeit auftauchende Frage, via Mail hereingereicht von einem freundlich-interessierten Leser: "Wo stehen sie eigentlich politisch, Herr Pecht?" Ich selbst halte das zwar nach der Lektüre einiger meiner Posts und Artikel für klar erkennbar, aber offenbar irre ich da. Deshalb nochmal mein Selbstbekenntnis: Ich bin ein links-grün versiffter, humanistisch-wertkonservativer, heimat-, natur und kunstverbundener vaterlandsloser deutscher Verfassungspatriot, Radialdemokrat und Weltbürger mit Neigung zu nonkonformistischer Renitenz, Gefühlsduselei sowie rationalanalytischem Rigorismus. Und das alles ohne irgendein Parteibuch.


10.10.2020

Und wieder schwappt eine Welle heller Empörung durch die Reihen der diversen "Coronakritiker". Tenor: Die Bundesregierung wolle nun sogar das Militär einsetzen, um die "Coronadiktatur" vollends durchzudrücken. Anlass: Das jüngst (wiederholte) Angebot aus Berlin an Bundesländer, Kreise, Städte, nötigenfalls Bundeswehrsoldaten zur personellen Verstärkung von Gesundheitsämtern, Testzentren, Krankenhäusern zur Verfügung zu stellen.

Weshalb die Aufregung? Was, bitteschön, unterscheidet solcherart Hilfe durch Bundeswehrsoldaten von deren Hilfseinsätzen mit Gerät und Muskelkraft etwa bei extremen Hochwasserlagen oder beispielsweise derzeit in den Wäldern bei der raschen Entsorgung aktuell angefallener Massen von Schadholz? Lässt sich denn - abseits des Verteidungsfalles - überhaupt ein sinnvollerer Einsatz des Militärs denken als Hilfeleistung in zivilen Katastrophenlagen?

Und, bitteschön, von der Übertragung polizeilicher Befugnisse auf die Soldaten war und ist nirgendwo die Rede. Sollte irgendein Politiker dummerweise einen solchen Schritt in Erwägung ziehen, wäre ihm nicht nur meine vehemente Gegenrede sicher, sondern der Widerspruch einer breiten Öffentlichkeit nebst wohl der ganzen deutschen Gerichtsbarkeit.


09.10.2020

Spruch zum Wochenende, verbunden mit dem Wunsch: Habt allerseits ein angenehmes.
"Ich hatte heute einen Traum. Es ist Sommer 2021. Eine Pandemie eines neuen Darmvirus ist ausgebrochen. Wir sitzen alle in Pampers am Strand und sagen: 2020 mit Masken war gar nicht so schlecht."


09.10.2020

Im Sommer 2019 hatte man mich gefragt, ob ich im Veranstaltungsprogramm des Haus Felsenkeller e.V. in Altenkirchen einen Vortrag halten könne/wolle zu Thilo Bodes kurz zuvor erschienenem Buch „Die Diktatur der Konzerne. Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören“. Ich stimmte zu. Der Abend musste dann wegen Corona zweimal verschoben werden, fand nun aber am 8. Oktober unter Seuchen-Reglement vor kleinem Kreis in großer Halle endlich doch statt – vor dem Hintergrund einer verglichen mit 2019 erheblich veränderten und tief verunsicherten Welt. Unter den neuen Bedingungen war es unabwendbar, Bodes Analysen im Buch manchen inzwischen durch die Realität etwas veränderten Blickwinkel beizufügen. Einige der m.E. wesentlichen Punkte packte ich für den Vortrag in einen mehrminütigen Exkurs, dessen > Manuskript nachfolgend für Interessierte zum Nachlesen dokumentiert sei (mündliche Rede teils abweichend). Freier Lesetext


08.10.2020

Obacht,  liebe Leut': Wie der Großteil Europas und angrenzender  Regionen (Nordafrika, Levante, Balkan, Naher und Mittlerer Osten), so  haben wir auch hierzulande die Phase sinkender oder halbwegs stabil niedriger Corona-Infektionsraten schon wieder hinter uns. Das Infektionsgeschehen legt im  Augenblick fast überall, auch in Deutschland, rasant zu. Die teils noch immer heftig geführten Diskussionen um "Augenmaß" und weitere Öffnungen/Erleichterung bei den Seuchenschutzmaßnahmen sind möglichweise perdu, noch bevor man sie zuende nachgelesen hat.

Bei unseren französischen Nachbarn dreht sich angesichts  von gestern 19000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden die Diskussion nicht  mehr um bestmögliche Öffnungen des Coronareglements,  sondern um das Ausmaß der jetzt aktuell unvermeidlich werdenden Verschärfungen. Zeitgleich ringt zB Israel bereits mit einem Krankenhausnotstand wegen übergroßen Andrangs von schweren und schwersten Covid19-Fällen.

Wäre ein bisschen Logik und Realismus zuviel verlangt? Dass infiziert nicht gleich erkrankt ist, weiß inzwischen jedes Kind. Ebenso aber könnte/sollte jedes Kind wissen, dass steigende Infektionszahlen auch steigende Erkrankungszahlen mit sich bringen. Und: Dass steigende Erkrankungszahlen - mit kleiner Zeitverzögerung bis die Seuche wieder vermehrt in die Risikogruppen durchgesickert ist - auch steigende Zahlen von schweren und tödlichen Verläufen zur Folge haben. Panikmache, Hysterie? Nein, nur der dringliche Hinweis aufs tatsächliche Geschehen und die Aufforderung, die realen Gefahrenpotenziale einer womöglich nicht (mehr) hinreichenden Seuchenbekämpfung/-prävention ernsthaft im Auge zu behalten.

Nachtrag: RKI gibt bekannt, dass die von den Gesundheitsämtern gemeldete Zahl täglicher Neuinfektionen von 2800 vorgestern auf 4058 gestern sprunghaft angestiegen ist. 


05.10.2020

Veranstaltungshinweis: An diesem Donnerstagabend (8.10., 20 Uhr) halte ich in Altenkirchen einen Vortrag, der Thilo Bodes Buch "Die Diktatur der Konzerne - Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören" vorstellt, beleuchtet, erörtert. Selbstredend werde ich meine eigene Sicht der Dinge hinzufügen - und die Analyse ausdehnen auf Aspekte, die sich seit Erscheinen des Buches 2018 im Zuge der Corona-Krise sowie der jüngsten ökonomischen Entwicklungen vor dem Hintergrund des rasch fortschreitenden Klimawandels ergeben (haben).
Veranstalter ist das Bildungsbüro des Haus Felsenkeller e.V. Altenkirchen. Corona-bedingt findet der Abend in der Jugendkunstschule Altenkirchen statt und ist auf 25 Besucher begrenzt (Anmeldung erforderlich). > Weitere Infos und Anmeldung

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Obacht! Es kursieren im Netz "Nachrichten", wonach in Wien Kinder infolge Tragens von Mund-Nasen-Masken schwer an einer Lungenpilz-Infektion erkrankt seien. In anderen Posts ist die Rede davon, dass in Deutschland Kinder beim Tragen der Maske erstickt seien. Es handelt sich bei diesen Meldungen um reine Erfindungen, erstunken und erlogen, um Unsicherheit zu verbreiten.


04.10.2020

Ich wollt', es tät einen Schlag und wir wären stante pede zwei Wochen weiter. Dann hätten die Handwerker am Freitag zum Feierabend das letzte Werkzeug aus dem Haus getragen, ihr Trinkgeld in Empfang genommen und sich verabschiedet. Dann hätten wir am Samstag die Möbel aus Nachbars Garage in unser frisch renoviertes Wohnzimmer repatriiert. Dann könnte ich heute die Regale wieder aufschlagen und mit der wohl noch so manche Woche dauernden Neuordnung des gesamten Bücherbestandes im Haus beginnen. Das wird gewiss eine schöne, weil interessante Arbeit für die Schlechtwetterzeit. Doch leider, keine Spur von besagtem Schlag - weshalb bis dahin ..... ach *seufz*


01.10.2020

Sie mögen fantasieren, glauben, meinen, singen, schreien, was sie wollen: Es steht ihnen hierzulande frei, weil Demokratie ist und eben nicht Diktatur. Schluss mit lustig ist allerdings, wo sie selbst die humangesellschaftliche Solidarität durch aktive Sabotage der AHA(L)-Regeln verweigern ...  > Ein Zwischenruf in Corona-Zeiten

 



30.09.2020

Bis vor einigen Jahren war jedem halbwegs aufgeklärten Menschen klar, dass hinsichtlich ein und desselben Faktums unterschiedliche bis gegensätzliche Bewertungen möglich sind. Bekanntestes Beispiel: Das Glas ist halb voll oder das Glas ist halb leer. Grundlage des Streits blieb dennoch der beiderseits anerkannte objektive Sachverhalt, wonach die Füllmenge des Glases 50 % beträgt. Das hat sich inzwischen geändert, denn heute kommt gewiss von irgendwoher sogleich irgendeiner und posaunt: "Es gibt gar kein Glas!"

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So kann der subjektive Eindruck täuschen: Seit Tagen hängt hierorts der Himmel grau in grau voller Bassgeigen, reichen die Wolken oft herab bis auf den Boden. Es hat mehrfach, vor allem nachts, geregenschauert und tagelang quasi durchgehend genieselt. Doch der Blick eben ins Regenfass ernüchtert: Tatsächlich fällt die Wasserausbeute dieser "Niederschlagsphase" bisher leider sehr mickrig aus. Im Wald ist gerademal die oberste Verrottungsauflage des Bodens durchfeuchtet, und einen Finger tief stößt man bereits auf anhaltend knochentrockenen und knüppelharten Untergrund.


29.09.2020

Gäbe es in Deutschland irgendwo eine weltabgeschiedene Gegend in der nur wenige Leute leben, und die wären allesamt seinerzeitige oder bis heute Befürworter der atomaren Energieerzeugung: Man könnte/sollte (sofern die jetzt neu definierten geologischen Bedingungen passen) das künftige Endlager für Atommüll umstandlos dort .... > Kurzkommentar: Das Dilemma mit dem atomaren Ewigkeitsmüll

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