Guten Tag allerseits

19.11.2019

Irgendjemand hat für heute (19.11.) den "Internationalen Männertag" ausgerufen. So lese ich in der Zeitung und dazu einen Artikel, der mich unendlich müde macht. Weil: Er wirft wieder einmal Fragen auf, die ich bereits in jungen Jahren, also vor fast einem halben Jahrhundert, zumindest im Grundsatz für beantwortet hielt. Anmerkung zum "Männertag" (hier)


18.11.2019

Ein kleines Verzählche über meinem ersten (und letzten) Besuch in einem Factory/Fashion Outlet Center (FOC). Freier Lesetext (hier)

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Es geschieht Seltsames auf der Bühne des Bonner Schauspielhauses in Bad Godesberg. Zwei Schauspieler treten auf, aber sie spielen nicht, tragen stattdessen den ganzen Abend nur einen literarischen Text vor. Bald kommt ein fünfköpfiges Ensemble hinzu, das eine Geschichte szenisch darstellt, dabei aber die gesamten eindreiviertel Aufführungsstunden kein einziges Wort spricht. Gegeben wird derart Heinrich von Kleists „Die Marquise von O.“, eine Novelle aus dem Jahr 1808. Meine Inszenierungskritik (3700 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


17.11.2019

Die permanente Primärfixierung des Medienbetriebes auf die Frage der Kanzlerkandidatur - ob bei Grünen, Union oder SPD - ist schon fast krankhaft. Und sie ist im Kern unpolitisch. Wir sind gerade mal in der Halbzeit der Legislatur, aber selbst geschätzte Politkollegen von ARD, ZDF und gewichtigen Zeitungen betrachten Parteitage vielfach vor allem unter dem Aspekt der Kanzlerkandidatur in zwei Jahren. Das kann es nicht sein, zumal zum jetzigen Zeitpunkt eben noch nicht klar ist, wofür, für welche Linie und Politik einzelne Köpfe tatsächlich stehen (bei Union und SPD im Augenblick noch deutlich weniger als bei den Grünen).


16.11.2019

Lebhaftes Getriebe am Vogelhäuschen, das ich im vergangenen Winter für die gefiederte Nachbarschaft baute. Spatzen, Meisen, Finken zuhauf, dazwischen mal eine Amsel. Erschrocken flattern alle davon, sobald sich die große Elster nähert. Dann ist für ein paar Minuten Ruhe am überdachten Trog im Busch der Felsenbirne. Sie ist wählerisch, die Bagage. Man speist nur Sonnenblumenkerne, Weizen und anderes Körnerzeug bleibt liegen.


13.11.2019

Leseempfehlungen zum Thema Klimawandel (aktuell neue Texte)

> Brown-to-Green-Report:  Industrieländer treiben die Welt Richtung drei Grad Erwärmung

> Permafrostregion setzt mehr und mehr CO2 frei (neue Überblickstudie des Deutschen GeoForschungsZentrums)

> "Bundespräsident warnt Klima-Aktivisten davor, die Demokratie schlechtzureden. Er warnt die Falschen." (Leitartikel "Zeit") 


11.11.2019

Schwermut und Schicksalhaftigkeit, Pathos und bisweilen volkstümlich schäumende Tanzlust: Russisches Programm beim 3. Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz. Daniel Raiskin, vormals über zehn Jahre Chefdirigent des Staatsorchesters Rheinischen Philharmonie, hat es quasi aus seiner Herkunftsheimat mitgebracht. Herzlich wird er als alter Bekannter vom Publikum in der Rhein-Mosel-Halle zum Gastdirigat begrüßt - und wie auch Cellosolist Benedict Kloeckner nachher mit starkem Applaus honoriert.

Meine Konzertbesprechung (3800 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


10.11.2019

Große Freude. Eine Tänzerin, deren Anfänge und Entwicklung ich über Jahre beim damaligen ballettmainz von Martin Schläpfer beobachten durfte, hat den Theaterpreis Faust 2019 als beste Darstellerin Tanz bekommen: Marlucia do Amaral wurde für ihre Odette in Schläpfers "Schwanensee" an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg ausgezeichnet. 1,58 klein, von etwas gedrungenem, kraftvollem Körperbau entspricht Marlucia so gar nicht dem klassischen Ideal einer Ballerina. Gleichwohl ist sie eine Künstlerin geworden, bei der tanztechnisches Können von höchsten Graden und ein unverwechselbares Charisma aus Sinnlichkeit, fraulichem Selbstbewusstsein und Sensibilität miteinander verschmelzen. Glückwunsch. (Foto: Gert Weigel)


09.11.2019

Mein Kommentar in der Printausgabe der heutigen Rhein-Zeitung anlässlich Kramp-Karrenbauers Vorstoß zur erweiterten Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Freier Lesetext hier


08.11.2019

Kleine Bitte um Beachtung: Es heißt und schreibt sich POGROM, nicht Progrom. Danke.


06.11.2019

Das ist ein erstaunliches Phänomen, hatte ich so nicht erwartet und kann ich mir auch noch nicht schlüssig erklären: Die recht solide sozioökonomische Studie "Glücksatlas" Deutschland hat für 2019 bei den Befragten einen sehr hohen Level der Zufriedenheit mit den persönlichen Lebens-, Familien- und Arbeitsituationen festgestellt. In den Ost-Bundesländern fällt er so hoch aus wie noch nie (erfragt seit 30 Jahren). Im Widerspruch dazu wird - gefühlt - der allgemeine Diskurs und vor allem die Auseinandersetzung im Netz von Ängsten, Vorbehalten, Geschimpfe, Hass- und Gewaltneigung dominiert. Auch wenn Durchschnittswerte immer ein fragwürdige Angelegenheit sind, weil sie - wie zB beim Durchschnittseinkommen - die prekären Ränder unten wie oben unsichtbar machen, so bleibt vor allem mit Blick auf die mehrjährige Tendenz doch ein eigentümlicher Widerspruch zwischen privat gefühlter und öffentlicher Stimmung.


05.11.2019

Auszug aus einem Artikel von "Graslutscher" mit interessanten Fakteninfos: "Die Bild titelte letzte Woche „Grausam! Kinder in Afrika müssen für E-Autos schuften“. Ja, Kinderarbeit ist ziemlicher Mist, sie interessiert diese Typen aber nur, wenn es um E-Autos geht. Zwischen 2005 und 2017 wurden weltweit 1,5 Millionen Tonnen Kobalt gefördert, zum Großteil aus dem Kongo. Davon werden erst seit Kurzem ungefähr fünf Prozent in E-Autos verwendet (gab es vorher ja kaum). Die anderen 95%? Sind den Bild-Leuten seit 14 Jahren scheißegal.
Mit denen haben wir Magnete hergestellt, irgendwelchen Plunder blau gefärbt, Metalle gehärtet und Diesel-Kraftstoffe (!!!) entschwefelt...." . Ganzer Text hier (bitte unbedingt auch den Nachtrag beachten) .

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Notiert man sich über Monate hinweg, welche gravierenden Probleme in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutiert werden, so kommt eine lange Liste zusammen, die für Deutschland eine zentrale Schnittmenge aufweist: Personalmangel in fast allen Bereichen. Nach meinen Notizen sollen insbesondere fehlen: Ingenieure, IT-Spezialisten, Facharbeiter, Handwerker beinahe jedweder Zunft, Erzieher, Lehrer, Personal in der Alten- und Krankenpflege, Ärzte (vor allem auf dem Land), Psychologen/Psychiater, Sozialarbeiter Polizisten, Soldaten, Lokführer, Busfahrer, LKW-Fahrer, Forstarbeiter, Richter/Justizpersonal und etliche mehr. Die Fehlbestände lassen sich bis dato nur zum geringeren Teil aus dem demographischen Wandel erklären. Weshalb m.E. zu fragen wäre: a) Was ist bei der Nachwuchs-Heranbildung in den letzten drei Jahrzehnten falsch gelaufen? b) Warum sind manche Berufe so unattraktiv? c) Was gedenken die Verantwortlichen gegen den Missstand zu tun?


02.11.2019

Jesses Marie! Normalerweise geht mir die Fußballbundesliga ja am Allerwertesten vorbei. Aber der aktuelle Ausnahmezustand in Rhein-Main weckt dann doch mein Interesse: Eintracht Frankfurt zerlegt Bayern München mit 5 : 1, RB Leipzig zerpflückt Mainz 05 mit 8 : 0. Kreuzdonnerwetter, was haben die da geraucht, das den Rechtsrheinischen einen Highhype, den Linksrheinischen einen Horrortrip bescherte?


01.11.2019

Hier stehe ich und kann nicht anders als dies zu sagen: Die "Vaterlandsliebe" der Nationalisten ist das ärgste Verbrechen, das einer Heimat angetan werden kann.


31.10.2019

Vor wohl an 100 Zuhörern hielt ich gestern im Landesmuseum Koblenz - wahrscheinlich letztmals in Rheinland-Pfalz - meinen vergleichenden Vortrag über Karl Marx und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Das scheint mir nun ein guter Zeitpunkt, das jüngste und ausführlichste Redemanuskript interessierten Lesern zugänglich zu machen (s.u.). Der Vortrag gestern dauerte gut 75 Minuten, entsprechend Zeit braucht auch die Lektüre.

Zum Vortragsmanuskript hier


01.11.2019

Hier stehe ich und kann nicht anders als dies zu sagen: Die "Vaterlandsliebe" der Nationalisten ist das ärgste Verbrechen, das einer Heimat angetan werden kann.


31.10.2019

Vor wohl an 100 Zuhörern hielt ich gestern im Landesmuseum Koblenz - wahrscheinlich letztmals in Rheinland-Pfalz - meinen vergleichenden Vortrag über Karl Marx und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Das scheint mir nun ein guter Zeitpunkt, das jüngste und ausführlichste Redemanuskript interessierten Lesern zugänglich zu machen (s.u.). Der Vortrag gestern dauerte gut 75 Minuten, entsprechend Zeit braucht auch die Lektüre.

Zum Vortragsmanuskript hier


29.10.2019

Bekanntlich war/ist Empathie eine wesentliche Komponente für die zivilisatorische Entwicklung des Homo sapiens. Zugleich ist dieses Einfühlungsvermögen in Denken und vor allem Empfinden anderer Menschen eine der wichtigsten Bedingungen für ein friedliches, gedeihliches Zusammenleben im Alltag. Ich selbst halte mich für einen recht ausgeprägt empathischen Kerl. Es gibt allerdings Phänomene, denen ich gänzlich ratlos gegenüberstehe, weil meine Empathiefähigkeit da schlichtweg versagt. Selbst mit großem Bemühen kann ich mich in Leute nicht EINFÜHLEN, deren Emotion etwa von Rassismus oder Antisemitismus geprägt wird. Warum klappt das nicht? Wahrscheinlich, weil es in meinem eigenen Gefühlshaushalt keine adäquate Vergleichsmöglichkeit gibt. Rassismus, Antisemitismus, auch Nationalismus sind mir seit Jugendtagen emotional völlig fremde Konzepte. Die kann ich zwar rational erklären, aber sie empathisch nachzuvollziehen, das ist mir offenbar nicht gegeben.


28.10.2019

Keineswegs will ich das Ergebnis der AfD bei der Thüringen-Wahl verharmlosen. Es ist wahrlich gruselig. Gleichwohl sei ein kühler Blick versucht: Die AfD hatte bei der dortigen 2014er Landtagswahl 10,6 % erreicht. Damit lag die Partei, ein Jahr nach Gründung, noch weit unter ihrem latenten Stimmpotenzial. Der sprunghafte Stimmzuwachs erfolgte mit der Bundestagswahl 2017, bei der in Thüringen auf die AfD 22,7 % entfielen. Demgegenüber konnten die Nationalreaktionäre bei der jetzigen Landtagswahl dort nur noch einen Zuwachs von 0,7% auf 23,4 % erzielen. Das entspricht tendenziell auch den Wahlentwicklungen in anderen Bundesländern sowie den Umfrageergebnissen im Bund: Wo die AfD noch Zuwächse verzeichnen kann, sind diese ziemlich klein - wenn auch auf viel zu hohem Grundniveau. Doch von einem zeitnah bevorstehenden Durchmarsch der Braunen via Wahlurne an die Macht kann auf Länderebene keine Rede sein, erst recht nicht auf Bundesebene.


27.10.2019

Um es gleich zu sagen: Freunde der Tanzkunst am Mittelrhein sollten sich die neue Ballettproduktion am Theater Koblenz nicht entgehen lassen. „Haus mit 14 Räumen“ wurde von Gastchoreografin Regina van Berkel mit der örtlichen Compagnie erarbeitet. Der vielleicht spannendste Aspekt des mit dichter Tanzaktion prall gefüllten 95-Minuten-Abends ist: Es stößt der in Koblenz nie gesehene Stil des früheren Frankfurter Avantgarde-Meisters William Forsythe auf die hier seit jeher dominante klassisch-neoklassische Art des Tanzes. Und, fast ein kleines Wunder, sie verschmelzen harmonisch miteinander.
Meine Premierenbesprechung (4500 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text)


22.10.2019

Das Ballett „Der Nussknacker“ von 1892 ist ewiger Dauerbrenner für die Vorweihnachtszeit geblieben. In der Regel auf Familientauglichkeit angelegt, verbieten sich heftige Eingriffe in die märchenhafte Handlung sowie allzu viel abstrakte Moderne im Tanz. Tim Plegge, Chef des Hessischen Staatsballetts, hält sich bei seiner Choreografie weitgehend an dieses Prinzip. Ergebnis ist ein gefälliger 135-Minuten-Abend, prächtig bis monumental ausgestattet, personell um Kinderballett und Jugendeleven verstärkt. Meine Premierenbesprechung (freier Lesetext)


21.10.2019

Einen sehr lebhaften, kontraststarken französischen Abend gibt es vom Musik-Institut Koblenz zu vermelden: Mit Paul Dukas, Maurice Ravel und César Franck standen für das Anrechtskonzert drei Komponisten aus dem Nachbarland auf dem Programm. Passend dazu war der Solopart einem Landsmann von ihnen anvertraut: Gastpianist Jean-Efflam Bavouzet brillierte beim Zusammenspiel mit der Rheinischen Philharmonie unter Garry Walker in Ravels Klavierkonzert G-Dur. Meine Konzertbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text kostenpflichtig)


20.10.2019

Natürlich habe ich im zurückliegenden Jahr aufmerksam verfolgt, was über Greta Thunberg gesagt/publiziert wurde und was sie selbst gesagt hat. Bei genauerem Hinschauen wird eine tiefe Kluft zwischen beidem erkennbar: Die junge Frau pocht stets auf "zur Sache!", Medien und Öffentlichkeit indes machen meist die Person Thunberg zum Primärthema. Eine kurze Anmerkung dazu (hier) 


19.10.2019

Sinnieren beim behaglichen Samstagsfrühstück: Mit den Gedanken, die dein Hirn in nur einer schlaflosen oder halbschlafenen Nachtstunde respektive im Traum auffährt, ließe sich wohl ein recht dickes Buch füllen. Leider, oder Gott sei dank, erinnert man sich anderntags nie an alles. Doch wenn man die gebliebenen Gedankenfetzen dann mal genauer betrachtet, lässt sich oft (nicht immer) ein interessantes Phänomen feststellen: Der Gedanken waren nicht nur unglaublich viele. Vielmehr ergab sich einer aus dem andern, und haben sie fast alle irgendwie miteinander zu tun, sind unterschiedliche Aspekte eines kompexen Ganzen. Die Logik der Zusammenhänge erschließt sich dem hellwachen Betrachter nicht immer, offenbar folgt das scheinbar unkonzentriert dahintreibende Hirn anderen Ordnungskategorien. Doch nachher bewusst überdacht, ergibt sich aus der scheinbaren Wirrnis manch erhellende Erkenntnis.


18.10.2019

Je nach Fragestellung und Institut votieren derzeit bei Umfragen hierzulande 52 bis 59 % der Befragten FÜR ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen (bei Jugendlichen sowie bei den Frauen ist der Anteil noch wesentlich höher). Im Bundestag ist das umgekehrt, da lehnte diese Woche eine Mehrheit der Abgeordneten das Tempolimit wieder mal ab. Doch das Thema bleibt auf dem Tisch - weil die öffentliche Meinung sich vom traditionsdeutschen Autofetisch immer weiter weg und in Richtung Gemeinwohlvernunft bewegt. Denn es gibt keinen wirklich guten Sachgrund dafür, dass Deutschland als einziges Land Europas und einziges Industrieland weltweit ohne Tempolimit bleibt.  Dazu die Folge 176 meiner Monatskolumen Quergedanken (freier Lesetest)


16.10.2019

Uff, geschafft. 175 Folgen meiner glossierenden Kolumne "Quergedanken" per Handarbeit von der alten in die neue Website überführt. 175 Monate, seit März 2005, gibt's das launige, bisweilen freche, manchmal besinnliche Ding über Lebensart, Politik und Zeitgeist schon. Jede Folge umfasst nur 3400 Anschläge (die ersten beiden Jahrgänge etwas mehr) und ist also in zwei bis drei Minuten gelesen. Wer Lust und Zeit hat, kann mal schmökern. So über die Jahre betrachtet, ist recht interessant, wo der Zeitgeist sich entwickelt hat oder wo er sich gar nicht von der Stelle bewegt bzw. rückwärts marschiert. Alle Folgen der Quergedanken (hier)

 


14.10.2019

Es ist seit jeher ein spannendes Phänomen am Theater: Mit den Veränderungen in der Realwelt bekommen Bühnenklassiker plötzlich neue Subtexte. Selbst wenn Regisseure gar nicht demonstrativ darauf abheben, entstehen im Kopf des Zusehers sich auf die Gegenwart beziehende Bedeutungsebenen. In Ester Hattenbachs Inszenierung von Bertolt Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“ jetzt am Theater Koblenz eskalieren Kontroversen schnell zu wütender, lautstarker, giftender Streiterei. Und man denkt unversehens: So ist das heutzutage. (...)

Meine Premierenkritik (4100 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text)


11.10.2019

"Um es klar zu sagen: Der türkische Angriff auf Nordsyrien ist eine widerrechtliche Invasion fremden Staatsgebietes. Doch gewichtiger ist: Erdogans Militär marschiert in Syrien ein, um das Selbstverwaltungsgebiet der Kurden zusammenzuschießen. Und um auch das klar zu sagen: Dass die internationale Politik außer ein paar empörten Sätzen Richtung Ankara nichts zustande bringt, das den Kurden helfen könnte, ist kaum minder beschämend als Trumps Abzug der 100 US-Soldaten, der Erdogan de facto freie Hand gab. (...)"

Mein gestriger Zeitungskommentar zum Thema (hier, freier Lesetext)


09.10.2019

Da ist mal wieder dieser Gedanke, der bei mir im Hintergrund sämtlicher Diskussionen über Probleme und Perspektiven der menschlichen Zivilisation stets mitrumort: Als ich 1955 geboren wurde, lebten auf Erden rund 2,5 Milliarden Menschen. Nur zwei Generationen später sind es nahezu 8 Milliarden, also gut das Dreifache. Fast noch mehr als die Kopfzahl fällt der Umstand ins Gewicht, dass seither der Ressourcenverbrauch pro Kopf sich im globalen Durchschnitt mindestens verfünffacht hat (und weiter zunimmt). Gemessen an diesem Verbrauch ist es so, als sei die Menschheit seit 1955 von 2,5 Milliarden Individuen auf 12,5 Milliarden plus X explodiert.

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Dank invalidem Haxen bin ich noch immer dabei, frühere Texte von der alten auf meine neue Website zu transferieren. Weil ich vom nächsten Wochenende an aber vorsichtig wieder auf Kritikertour zu gehen gedenke, kommt ein eben gefundener alter Artikel von 2007 gerade recht. In launiger Quergedanken-Form klappert er das Selbstverständnis der Kritikerzunft durch. (freier Lesetext, ca. 3 Min. Lesezeit) Der Kritiker, das unbekannte Wesen


08.10.2019

Die Kurden haben die Hauptlast im Bodenkrieg gegen den IS getragen, sie haben unter sehr hohem Blutzoll für die Staatengemeinschaft die Kastanien aus dem Feuer geholt. Sie haben die Jesiten vor dem Genozid durch den IS bewahrt. Sie haben tausende IS-Terroristen gefangen gesetzt und bitten seither die Staatengemeinschaft, auch Deutschland, – vergeblich – um Hilfe bei der Lösung des Gefangenenproblems, mit dem sie auf Dauer überfordert sind. Stattdessen überlässt man die Kurden nun Erdogan und seinem Militär. Denen hat seit jeher der Kampf gegen den IS weniger bedeutet als die möglichst baldige Vernichtung der kurdischen Selbstverwaltungsgebiete in Nordsyrien und im Nordirak. Es ist eine Schande.


07.10.2019

Kreisch, freu, genier! In den Tiefen meines Quergedanken-Archivs bin ich eben über das einzige Gedicht aus meiner Feder gefallen, das je gedruckt wurde. Viel mehr Lyrisches gibt es auch nicht aus Erwachsenenjahren. Die liebesgeilen und weltrevolutionären Verse der Jugendzeit sind - leider oder Gott sei Dank - in irgendeiner der damaligen Wohngemeinschaften verloren gegangen. Der neoromantische 9-Stropher von 2010 dürfte sich Mittelrheinern wohl eher erschließen als Auswärtigen. Wer Lust hat und Spaß an der Freud, s. hier


06.10.2019

Die Koblenzer Kulturgeschichtsschreibung betrachtet die Geschichte des örtlichen Orchesters gerne  als Kontinuum, das von der Gründung der kurfürstlichen Hofkappelle 1654 bis zum heutigen Staatsorchester Rheinische Philharmonie reicht. Dies Bild idealisiert jedoch etwas. Weshalb ich jetzt in einem Artikel für das Halbjahresmagazin „con moto“ der Rheinischen Philharmonie den Blick auch auf die Brüche in der Orchestergeschichte lenke. So auf den Umstand, dass man die Wurzeln des Koblenzer Staatsorchesters – ebenso des Bonner Beethoven Orchesters – durchaus in Bad Kreuznach respektive Bad Neuenahr verorten könnte, statt am kurfürstlichen Hof zu Koblenz.  

Mein kompakter Artikel zur Koblenzer Orchestergeschichte, Teil 1 bis 1985 (freier Lesetext, 12000 Anschläge)      


04.10.2019

Heute auf Seite 2 der Rhein-Zeitung: Mein Artikel über das schon sehr alte Phänomen extremer Polarisierung hinschtlich einzelner Symbol- oder Galionsfiguren unter der Überschrift "Der Greta-Effekt ist nichts Neues"  (4600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

30.09.2019

Ein kurzer Infohinweis, u.a. weil jetzt bis in meinen privaten E-Mail-Eingang Dokumente oder besser: Pamphlete verbreitet wurden, die als scheinbar seriöses Wissenschaftsanliegen daherkommen. Man konnte das dieser Tage auch im Netz verfolgen: Die organisierte Szene akademisch betitelter Leugner des Klimawandels bzw. inzwischen des menschengemachten Klimawandels hat eine Offensive gestartet. Bei den mir zugesandten Texten – deren Inhalte allesamt die aktuelle wissenschaftliche Befundlage weltweit ernsthafter Klimaforschung ignorieren oder leugnen – treten die Professoren Horst-Joachim Lüdecke, Carl-Otto Weiss und Friedrich Karl Ewert als Autoren auf. Damit muss die der AfD nahestehende Organisation EIKE als zentrale Triebkraft hinter dieser Offensive gelten. Wer ist EIKE? Siehe hier 


29.09.2019

Der ältere Mann muss sich ein bisschen von der Klimadiskussion erholen. Die ist nämlich anstrengend und auch die Nerven zermürbend. Nein, nicht etwa die Anti-FFF-Hetzer oder Greta-Hater strengen an, erst recht nicht die pseudowissenschaftlichen Wortührer der Klimawandelleugnung. Das alles war/ist erwartbar, sind altbekannte Reaktionsmuster, wie jeder weiß, der an einer der großen Protestbewegungen seit Ende des II. Weltkrieges teilgenommen hat. Was mich wirklich anstrengt, sind jene humanistisch, weltoffen und demokratisch eingestellten Mitmenschen (auch hier in meinem FB-Kontaktkreis), die partout GLAUBEN WOLLEN, es gäbe keinen menschengemachten Klimawandel. Natürlich wäre das eine feine Sache: Niemand hätte an irgendwas schuld, keiner wäre für irgendwas verantwortlich, und wir müssten uns nicht den Kopf zerbrechen über eine tiefgreifende Veränderung unserer Lebensart, ja der Zivilisationentwicklung generell. Aber, liebe Leut', es ist halt einfach nicht so.


28.09.2019

Kurzer Netzrundblick auf Klimaschutz-Demos an diesem Freitag (27.9.). Wer befürchtet oder gehofft hatte, der FFF-Bewegung ginge nach den gewaltigen Protestmärschen vom vergangenen Freitag mit weltweit 4 bis 5 Millionen Teilnehmern die Pust aus, darf/muss nun anderes feststellen. Es hat gewissermaßen nur ein Schichtwechsel stattgefunden. Wo letzte Woche etwas weniger los war, brummte es diesmal und umgekehrt. Von Deutschland ging die Rolle des Landes mit der höchsten Teilnehmerzahl an Italien über, wo gestern gut 1 Millionen Menschen auf der Straße waren. In Nordamerika übernahm Kanada den Staffelstab von den USA. In Österreich waren Veranstalter wie Beobachter von der unerwartet starken Beteiligung (landesweit 120 000+) überrascht.

Beispiele (international):
Montreal (Kanada) 500 000, Rom 200 000, Mailand 150 000, Neapel 100 000, Wellington (Neuseeland) 40 000, Neuseeland total 180 000, Wien 35 000+, Innsbruck 20 000, Linz (Österreich) 10 000, Graz 9000, Bregenz 5000, Salzburg 3500, Zürich 10 000+, landesweite Zentraldemo der Schweiz am Samstag in Bern 60 000+, Stockholm 50 000, Uppsala + Malmö 25 000, Den Haag 35 000, Helsinki 7000, Palma de Mallorca 5000+, spanisches Festland ("viele zehntausend")...

Die Suchmaschinen konzentrieren sich aufs Ausland, zu den hiesigen, diesmal kleineren Aktionen spucken sie wenig aus. Z.B. Hamburg 4000, München 3000, Nürnberg 1500, erfurt 1000+, Oldenburg 1000 ...


26.09.2019

Es gibt in der Argumentation gegen rasch umfassend durchgreifenden Klimaschutz einen völlig unlogischen Grundgedanken. Der geht sinngemäß so: „Die Klimaschützer wollen uns unseren Wohlstand nehmen und vorschreiben wie wir zu leben haben; würde man ihnen folgen, werden unsere Wirtschaft zerstört, der Fortschritt unterminiert und die sozialen Gegensätze verschärft; schlussendlich stellen die Klimaschützer die gesamte Art unserer Zivilisation in Frage.“ In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Denn was da beschrieben wird, sind nicht die Folgen des Klimaschutzes, sondern des Klimawandels.

Das einzige Mittel, diese Folgen zu mildern, ist aber entschiedener Klimaschutz. Heißt: Um möglichst viel von unseren und der Nachgeborenen zivilisatorischen Lebensmöglichkeiten zu sichern, müssen wir uns jetzt flott Zügel anlegen und uns von etlichen naturzerstörenden Fehlentwicklung trennen. Mancherlei klimaschützende Selbstbeschränkung heute wäre die Saat, um morgen einen für die Menschen noch halbswegs lebenswerten Planeten als Ernte zu erhalten. Also simples Überlebens- und Vorsorgeprinzip.

Der oben zitierte Grundgedanke gegen durchgreifenden Klimaschutz funktioniert ja ohnehin nur unter den Prämissen: Man leugnet – wider alle wissenschaftliche und inzwischen auch schon augenscheinliche Erkenntnis – noch immer den menschengemachten Klimawandel oder man kann/will dessen tatsächliches, unsere gesamte Zivilisation gefährdendes Chaospotenzial nicht begreifen.

Übrigens: Wer der Wissenschaft partout nicht glauben will, der spreche einfach mit Forstleuten, Bauern und Winzern. Oder er betrachte die väterlichen/großväterlichen Urlaubsfotos von Ausflügen zu den alpinen Gletschern und vergleiche sie mit dem heutigen Zustand.


25.09.2019

"Freund Walter hat ein neues Hobby: Schießen. Genauer: Er schießt Pfeile und schleudert Steine in die Gegend. Noch genauer: Er nimmt die Wolken unter Beschuss. Was er da treibe, frage ich. Antwort: Luftabwehr. (...)" So beginnt die aktuelle 175. Folge meiner Monatskolumne/Glosse "Quergedanken". Der jetzt im mittelrhzeinischen Magazin "Kulturinfo" erschienene Text entstand schon Mitte September. Klimawandel spielt darin mal keine Rolle, dafür ein anderer Aspekt seltsamer "Fortschritts"entwicklung.

Quergedanken Nr. 175 "Brummgedöhns im himmlischen Zwischendeck" (freier Lesetext) 


23.09.2019

Weil es in Sachen Greta wieder auf allen Kanälen brummt und kracht, sag ich mal so: 16-Jährige sind doch keine kleinen Kinder mehr. Als ich in diesem Alter war, wusste ich über Vorgeschichte, Verlauf und Hintergründe des Vietnamkrieges viel mehr als damals die allermeisten deutschen Erwachsenen. Mein Wissen stammte aus fast ALLEN seinerzeit hierzulande greibaren Quellen und meine scharfe, jugendlich emotionale Protesthaltung gegen das US-Engagement in Vietnam speiste sich aus eben diesem Wissen. Und wer sich mal die Mühe macht, tatsächlich mit FFF-Jugendlichen zu sprechen, wird jede Menge zornige 13-, 16-, 18-Jährige finden, die allerdings bestens und weit überdurchschnittlich orientiert sind über die aktuellen Forschungsstände ernsthafter Klimawissenschaft.

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Es war so nicht geplant, fügte sich aber trefflich. Just an dem Wochenende, da weltweit Millionen für den Klimaschutz demonstrierten, die Bundesregierung ihr Klimapaket vorstellte und in New York der UN-Klimagipfel begonnen hat, eröffnete das Arp Museum eine zum epochalen Überthema Klimawandel passende Ausstellung. Unter dem Titel „Die vier Elemente“ stehen 42 hochkarätigen Gemälden vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert 20 preisgekrönte Gegenwartsfotos aus dem Wettbewerb "Unicef-Foto des Jahres" gegenüber. Der so entstandene bildkünstlerische Dialog animiert zu tiefer Nachdenklichkeit über das sich stets wandelnde Verhältnis zwischen Mensch und Natur.

Meine Ausstellungsbesprechung (4200 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


22.09.2019

Das muss jetzt mal raus: Ich bin diese Kleinkrämerei wider durchgreifenden Klimaschutz, wider den FFF-Protest, wider Greta, ja wider jedwede Veränderung unendlich leid. Zumal das Gezeter gerade nach den gewaltigen Demonstrationen vom Freitag noch kleinlicher und noch hysterischer geworden ist. Dabei gibt es einen ganz simplen, durch die Wissenschaft vielfach gestützten Grundgedanken, von dem eigentlich alles weitere Handeln rasch ausgehen müsste: Unsere Art der Zivilisationsentwicklung und die Naturgesetze sind in Widerspruch zueinander geraten. Wer von beiden also kann/muss sich ändern?

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Die Gesamtangaben zur weltweiten Beteiligung am Aktionstag der Klimaschutzbewegung schwanken zwischen 3 und 6 Millionen Menschen. Nachdem in der Nacht zu Samstag (MEZ) klar war, dass auch in USA und Kanada "etliche Hunderttausend" demonstriert haben, darf man, ganz nüchtern, zu folgendem Resümee kommen: Wir erleben hier die in der bisherigen Geschichte wohl größte, zeitgleiche globale politische Protestbewegung für ein gemeinsames Ziel.

Ein kleines Resümee (freier Lesetext)


20.09.2019

Am Abend

Infos zum heutigen Weltaktionstag von Friday for Future FFF (Schneller Netzrundblick, Stand 20 Uhr. Teilnehmerzahlen überwiegend Mittelwerte aus mehreren Angaben). Freude hier, Fassungslosigkeit dort: Fast überall übertreffen die Teilnehmerzahlen die Voraberwartungen deutlich bis mehrfach.

Deutschland: FFF gibt für Deutschland insgesamt heute 1,4 Millionen Demonstrationsteilnehmer an.

Berlin 130 000+ (die Hauptstadtzahlen sind unklar, in einigen Quellen ist inzwischen von 270 000 die Rede), Potsdam 5000, Hamburg 80 000, Bremen 40 000, Bremerhaven 4000, Hannover 30 000, München 40 000, Freiburg 17000, Frankfurt 15000+, Münster 20 000, Dresden 14000, Essen 8000+, Würzburg 8000, Heidelberg 10 000, Mainz 9000, Aachen 7000, Braunschweig 6000, Koblenz 5000+, Saarbrücken 5000+, Trier 2500, Bad Kreuznach 1200, Idar-Oberstein 150, Buxtehude 1100, Cloppenburg 800, Bitburg 450, Gütersloh 1300, Lohr 700, Cottbus 500, Bad Neustadt 300, Haßfurt 550, Düren 1000, Insel Spikeroog 400, Pforzheim 1000, Leipzig 6000, Kiel 11000, Halle a.d. Saale 2500, Düsseldorf 9000, Lübeck 4500, Greifswald 1600, Aschaffenburg ("mehrere tausend"), Köln 70 000, Bonn 16 000, Kleve 4000, Bielefeld 12 000, Dortmund 13 000, Paderborn 2000, Detmold 2000, Darmstadt 10 000, Kassel 14 000, Göttingen 7000, Northeim/Einbeck/Uslar/Bad Gandersheim 1000, Bad Hersfeld 300, Korbach 250, Frankenberg 250, Montabaur/WW. ("hunderte"), Mannheim ("tausende"), Kaiserslautern 3000, Karlsruhe 12 000, Stuttgart 20 000, Magdeburg 3500, Stendal 300, Konstanz 11 000, Marburg 7000, Erlangen 5000+, Nürnberg 10 000, Fürth 2800, Forchheim 500, Soest 2500, Traunstein 800, Worms 250, Mönchengladbach 600, Reading 1000 .... ....

Ausland: Melbourne 100 000, Sydney 80 000, Brisbane 25 000, Hobart 22 000, Prag ("mehrere Tausend "), Warschau ("viele Tausend"), Manila ("tausende), Johannisburg ("hunderte"), Nairobi ("mehrere hundert"), Islamabad ("eine große Menschenmenge"), Shetland Islands 200, London 100 000, Paris 10 000+, Kampala/Uganda ("einige hundert"), Kiew 2000, Brüssel 20 000, Kabul/Afghanistan 150, Split/Kroatien ("hunderte"), Mostar/Bosnien 100, Birmingham 4000, Edinburgh 10 000, Belfast ("hunderte"), Dublin ("tausende") Kapstadt 2000 ....

In rund 1000 Städten der USA haben jetzt Aktionen im Rahmen des Protesttages für mehr Klimaschutz begonnen: Chicago ("tausende"), Washington ("tausende"), New York City 200 000 ... Mit Zahlenangaben haben es die US-Medien offenbar nicht so.

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Einen wunderschönen guten Morgen allerseits. 20. September 2019. Da war doch was, da ist doch was? Genau: Sehr viele Leute hier wollen sich gemeinsam mit sehr vielen Leuten in aller Welt an frischer Luft bewegen und lebensfrohe Vernunft einfordern. Prima. Dann sei viel Freude dabei allerorten gewünscht.
Nachtrag: Ich sehe eben (9 Uhr MEZ), Australien legt vor mit zehntausenden Demonstranten in mehreren Orten.


17.09.2019

An diesem Freitag (20.09.) gilt für alle Generationen und sozialen Schichten, so irgend möglich: Teilnahme an den Demonstrationen der Klimaschutzbewegung Fridays for Future im Rahmen des Weltaktionstages. Umwelt- und Wohlfahrtsverbände, NGOs, diverse Kirchen, Gewerkschaften und Parteien/Parteigliederungen, ja selbst Fußballclubs, andere Sportvereine und Unternehmen haben ebenfalls dazu aufgerufen. Allmählich setzt sich in der Breite der Bevölkerung die Erkenntnis durch, dass es sich beim Klimawandel um ein epochales Hyperproblem handelt und er auch als solches bekämpft werden muss.

Bis eben wurden für den 20.September in Deutschland bereits 461 Demonstrationen/Aktionen angekündigt. Hier die Liste der in Rheinland-Pfalz beteiligten Orte: Bad Kreuznach, Bad Dürkheim, Bernkastel-Kues, Bitburg, Edenkoben, Frankenthal, Gerolstein, Grünstadt, Idar-Oberstein, Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Mainz, Montabaur, Nieder-Olm, Sinzig, Speyer, Worms, Zweibrücken. (Nachmeldung: Alzey, Ingelheim, Meisenheim)

Weitere Infos zu Orten deutschlandweit sowie Uhrzeiten und Sammelpunkten


 

16.09.2019

In der heutigen Westerwald-Ausgabe der Rhein-Zeitung (16.09.2019) findet sich ein Bericht über meinen Vortragsabend zu Alexander von Humboldt am vergangenen Mittwoch bei den Marienberger Seminaren. Unter der Überschrift "Andreas Pecht erinnerte an das abenteuerliche Leben des Universalgenies" schreibt der mir nicht näher bekannte Autor Matthias Budde das Folgende:

Pressestimme hier


15.09.2019

Frauen gaben den Ton an beim ersten Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz zum Saisonauftakt am Freitag. Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie wurde mit der Polin Marzena Diakun von einer hochinteressanten Dirigentin der jüngeren Generation geleitet. Am Flügel entfaltete als Gast die deutsche Pianistin Ragna Schirmer ihr Können. Und im Mittelpunkt des Abends stand Clara Schumann, deren Geburtstag sich just an diesem Tag zum 200. Mal jährte.

Meine Konzertbesprechung (4000 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

 


13.09.2019

„Das kleine Deutschland will allein die Welt vor dem Klimawandel retten. Lachhaft. Das Land trägt ohnehin kaum 2 Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß bei. Selbst wenn wir die unter größten Opfern auf 0 reduzieren würden, täte das gar nichts helfen.“ U.a. mit dieser Argumentation wird in der hiesigen Klimadiskussion immer wieder versucht, Forderungen nach einer ökologischen Wende und durchgreifendem Klimaschutz lächerlich zu machen oder ad absurdum zu führen. Die Argumentation ist allerdings falsch bzw. irreführend. Weil …

Fünf Aspekte dazu (hier, freier Lesetext)


11.09.2019

Es ist ja so: Wer nicht nur zum privaten Vergnügen, sondern zur Veröffentlichung schreibt, will (etwas) bewegen. Egal ob Journalist, Sachautor, Essayist oder Literat: Mal will man mehr die Hirne der Leserschaft bewegen, mal mehr die Herzen, bisweilen beides gleichermaßen. Und manchmal hoffen die Schreiber/innen sogar, ihr Schreiben möge beitragen, die Welt zum Besseren zu bewegen. Nach dahingezogenen Jahren und Jahrzehnten fragt sich unsereins dann in Momenten des Sinnierens: Hast du was bewegt? Was hast du bewegt? Und je höher der Anspruch war, umso eher lautet die Antwort: Nichts.

Genauer besehen, erweist sich diese Antwort allerdings als vorschnell. Dichter und Romanciers dürfen immerhin in Anspruch nehmen, ihrem Publikum Momente respektive die eine oder andere Stunde Leseglück ermöglicht zu haben. Sachautoren können verbuchen, dass sich vorübergehend die gedankliche Aufmerksamkeit von Lesern auf das von ihnen Geschriebene richtet. Ob sich daraus bei den Rezipienten fortwirkendes Nachdenken und Einsichten ergeben, bleibt ungewiss und der Macht des Schreibers entzogen.

Am Ende gibt es wohl nur eine Gewissheit: Alles, was du je publiziert hast und noch publizieren wirst, war/ist eine Würzprise im riesigen Topf jener Weltsuppe, von der die Zeitgenossen auf die eine oder andere Weise bewegt werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


08.09.2019

Ein gutes halbes Jahr ist meine eigene neue Website (www.pecht.info) nun "auf Sendung". Habe mir jetzt mal die Nutzungsstatistik des Providers angeschaut. Sieht gar nicht schlecht aus - selbst wenn man davon ausgeht, dass etwa die Hälfte der Zugreifer Robots sind. Von rund 12000 im Februar/März ist die monatliche Besucherzahl über den Sommer auf durchschnittlich 40000 angestiegen (Seitenaufrufe 80000 +).


07.09.2019

Eigentlich hätte hier das Ergebnis meines wöchentlichen Netzrundblicks auf die Aktionen von Fridays for Future (FFF) am gestrigen Freitag stehen sollen. Ich krieg es aber partout nicht hin, weil die Suchmaschinen - ungeachtet meiner Fragestellungen - fast nur endlose Listen von Mitmachaufrufen, Erklärungen, Bündnisnachrichten, Aktionsplänen zum Klimaschutz-Weltaktionstag von FFF am 20. September anbieten. Auf diesen Tag scheint sich alles zu konzentrieren. Warum der 20.9.? Weil da in New York der UN-Klimagipfel stattfindet. Deutsche Besonderheit: Ebenfalls am 20.9. will die Bundesregierung in Berlin ihr neues Umwelt- und Klimaschutzpaket beraten/beschließen. Übrigens: FFF hat alle Bevölkerungsgruppen und Altersklassen aufgerufen, sich an diesem Tag an den Aktionen zu beteiligen.


06.09.2019

Es liegt mir fern, um Verständnis für Zeitgenossen zu werben, die partout GLAUBEN WOLLEN, es gäbe keinen Klimawandel oder keinen menschengemachten Klimawandel oder es sei alles nur halb so wild mit dem Klimawandel. Aber begreifen würde ich schon gerne, warum gar nicht mal wenige Leute mittlerweile hysterisch bis panisch auf fast jede Überlegung, Forderung, Bewegung zum Vorantreiben des Klimaschutzes reagieren. Warum sie beispielsweise plötzlich die Forschungsergebnisse von tausenden Wissenschaftlern weltweit als bloße Scharlatanerie abtun – obwohl sie sonst mit der Wissenschaft kein Problem haben. Dazu ein paar Überlegungen im Text "Woher die schier hysterische Angst vor dem Klimaschutz?"


05.09.2019

PRIMA SACHE! „Mainz 05 setzt sich in seinen Projekten und Partnerschaften für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. Daher unterstützen wir ausdrücklich die Ziele von 'Fridays for Future', unsere gemeinsame Verantwortung für das Weltklima zu stärken und das Bewusstsein hierfür zu schärfen “, sagt Dr. Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des 1. FSV Mainz 05. Am Freitag, 20. September, steht für die 05er das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 an. Am selben Tag wird auch in Mainz eine Demonstration im Rahmen des globalen Aktionstages der Bewegung „Fridays for Future“ stattfinden. Alle Mainz-05-Mitarbeiter, die nicht in die Spieltagsarbeit involviert sind, werden vom FSV an diesem Tag freigestellt, um daran teilnehmen zu können.

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Gerade liege ich in den letzten Zügen mit den Vorbereitungen eines kleinen Abendvortrages, den ich (mit Hilfe einer liebenswerten Fahrerin) am kommenden Mittwoch bei den Marienberger Seminaren halten werde. Es geht um Leben, Werk, Bedeutung des Alexander von Humboldt, dessen Geburtstag sich am 14. September zum 250. Mal jährt. Je näher man sich mit dem Manne befasst, umso dringlicher werden eine Feststellung in Bezug aufs Heute und eine Frage hinsichtlich der Humboldt-Wahrnehmung seit dessen Tod 1859.

Die Feststellung: Hätte die Menschheit seine frühen Erkenntnisse über die allumfassende, wechselwirkende, lebendige Ganzheit der irdischen Ökosphäre ernst genommen, wir stünden heute nicht in einer weithin zerrütteten Umwelt und vor dem epochalen Hyperproblem des Klimawandels.

Die Frage: Warum haben die Altvorderen nicht auf ihn gehört? Mehr noch: Warum war Humboldt zwar zu Lebzeiten weltberühmt (ist bis heute in Lateinamerika einer der bekanntesten und höchst angesehenen Europäer ever), wurde aber in den westlichen Industriestaaten bald fast vergessen bzw. als bloß romantisch-naturforschender Abenteurer abgetan? Meine vorläufige Antwort: Sein ganzheitlicher Forschungsansatz mitsamt zwingenden Erkenntnissen über die unbedingte Notwendigkeit schonend nachhaltigen Umgangs mit der Natur passte einfach nicht in die Zeit, hätte nur gestört bei der maß-, rücksichts- und hemmungslosen Expansion des kapitalistischen Industrialismus.


04.09. 2019

Nächste Woche startet das Staatstheater Mainz in seine Spielzeit 2019/20, das Theater Koblenz folgt Anfang/Mitte Oktober. Ein Blick in die Spielpläne der beiden Häuser im rheinland-pfälzischen Teil meines Beritts als Kritiker. (hier, freier Lesetext)

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Ganz schön Rumores im Politbetrieb. Johnson hat sich verzockt; zuvor schon der Fensterrahmentänzer von der Lega in Italien ebenfalls; in Brasilien befinden sich die Zustimmungswerte zu Bolsonaro im Sinkflug. Hierzulande entdecken CSU, CDU, SPD und FDP (endlich!) Umweltschutz und Klimaschutz als epochales Über- und Querschnittsthema. Das ist gut so. Allerdings wird ihr Versuch, zur neuen Öko-Avantgarde zu mutieren, von dem seltsamen Grundgedanken begleitet: "Alles muss sich ändern, aber ohne dass sich was ändert - die Ökowende kann nur bei gleichzeitig strammem ökonomischem Wachstumskurs gelingen." Da braucht's wohl noch etwas Nachdenken.


02.09.2019

Nach der Pressedurchsicht am Morgen: Zu den Wahlergebnissen in Sachsen und Brandenburg ist von allen Seiten fast alles gesagt. Weshalb ich erstmal nur noch zwei Randbemerkungen anfügen möchte. 1.) Eine richtig knuffige und zugleich klug treffende Überschrift fand ich in der örtlichen Frühstückszeitung: "Warum CDU, SPD und AfD erfolgreich gescheitert sind". 2.) Hinsichtlich des AfD-Ergebnisses geben die beiden Bundesländer ein uneinheitliches Bild ab: In Sachsen erzielten die Braun-Blauen mit 27,5 % gegenüber den Bundestagswahlen 2017 nur einen Zuwachs von 0,5%, was sehr wenig ist und beinahe Stagnation bedeutet. In Brandenburg hingegen legten sie gegenüber 2017 um 3,3 % auf 23,5 % zu , was sehr viel ist.


31.08.2019

Wenn am Sonntagabend die ersten Hochrechnungen zu den Wahlergebnissen in Sachen und Brandenburg rauskommen, wird das Stöhnen laut sein über die AfD-Zahlen. Letzte Umfragen sehen die Nationalreaktionäre in Sachsen um 25 %, in Brandenburg um 21%. Ja, das sind ernste und anhaltend beunruhigende Werte. Pessimisten werden sie mit den Landtagswahlergebnissen von 2015 vergleichen; damals war die AfD dort noch einstellig. Aber ist das ein sinnvoller Vergleich?

Eher nicht. Denn damals sahen Welt, Deutschland, die hiesige Polit- und Themenlandschaft noch ganz anders aus. Im Hinblick auf die Entwicklung der politischen Stimmungslage ist der Zahlenvergleich mit den östlichen Landesergebnissen bei der Bundestagswahl 2017 gescheiter. In Sachsen kam die AfD vor zwei Jahren auf 27 %, in Brandenburg auf 20,2 %. Der Vergleich hiermit würde den Eindruck aus anderen Wahlen in jüngerer Zeit bestätigen: Der "Siegeszug" der AfD hat womöglich seinen Zenit überschritten, die Zustimmung für die Braunblauen sinkt bzw. stagniert (auf freilich viel zu hohem Niveau). Was meine schon früher geäußerte persönliche Einschätzung stützt: Ein Durchmarsch der Nationalreaktionäre an die Macht ist für Deutschland abgesagt.

28.08.2019

Bei allem Verdruss, den mein derzeitiges Dasein als fußlahmer, im Schleichgang am Krückstock gehender Invalide bereitet, hat die Sache doch auch eine sehr interessante Seite: das völlig neue Wahrnehmen und Erleben seit Jahrzehnten vertrauter häuslicher Umgebung. Allein der Umstand, vor jedem Schritt den Untergrund mit Augen genau und Fußsohle vorsichtig zu prüfen, eröffnet ganz ungewohnte Perspektiven.

Da spürst auf der Veranda plötzlich (schmerzhaft), dass über die Jahre einige Bodenplatten in (kaum sichtbare) Schieflage gekommen sind. Die Hauswiese, die du immer für eine recht ebene Fläche gehalten hast, erweist sich als Gebirgs- und Kraterlandschaft. Drinnen verlangen nie beachtete Teppichkanten und minimal erhabene Türschwellen plötzlich hohe Aufmerksamkeit und gezielten Bewegungsablauf. Der Badewannenrand wird auf dem Weg zum Duschen eine sehr anspruchsvolle Hürde. Und wie schön wäre es jetzt, hätte die Haupttreppe einen zweiten Handlauf, gäbe es im Umfeld der je zweistufigen Freitreppchen zur Küche und zum Schlafzimmer etwas zum Festhalten. Und was du sonst mit einem kurzen Strecker auf den vorderen Fußballen aus den oberen Regalbereichen oder Schränken geholt hast, bleibt vorerst unerreichbar. Die altbekannte Welt ganz neu.


28.08.2019

Treffer, versenkt. Umgerissen, niedergeschmissen, ausgeknocked. Das rechte Sprunggelenk für eine längere Weile im Invalidenmodus. Nix gebrochen, sagt der Orthopäde, aber sämtliche Bänder bis zum Anschlag überdehnt. Das kam so: Am Samstag beim Pilzesammeln über einen Ast gestolpert, Satz gemacht, mit dem rechten Fuß unglücklich in einer Erdmulde gelandet und dabei das Glied mit Wucht verdreht, gezerrt, gestaucht.

Da lag ich denn allein mitten im Wald, 0,5 Kilometer von der nächsten Landstaße und 2 Kilometer von daheim weg. Ich schleppte mich eine Stunde lang zur Straße, hoffend, es möge ein Autofahrer den sichtlich Geplagten mitnehmen. Fehlzanzeige. Ein weißhaariger älterer Mann, erschöpft, leidend, auf einen Ast als Krücke gestützt und mit deutlichen Handzeichen um Hilfe ersuchend, wird von vielen Zeitgenossen offenbar als arge Bedrohung empfunden. Eine bittere Erfahrung. Ergo schleppte ich mich während dreier Stunden auch die restlichen 1,5 Kilometer unter Schmerzen die Straße entlang.

Und nu? Tja, Unterbein zwischen Schienen packen, hochlegen, kühlen und Ruhe geben – mindestens 6 Wochen lang.


23.08.2019

"Doch ja, ich mag Leute mit Spleen, Marotte, Schrulle, die nicht dem entsprechen, was man gemeinhin für normal hält. Zumindest sofern sie mir damit nicht missionarisch auf den Keks gehen oder Mitmenschen und Allgemeinheit Schaden zufügen. Weshalb für mich der sympathischste Zug an Horst Seehofer seine Vorliebe für das Spielen mit der Modelleisenbahn ist. ..." So beginnt die aktuelle Folge 174 meiner Monatskolumne "Quergedanken" - über Leute, die an persönlichen Eigenheiten festhalten, egal was Mainstream, Normen, neue Moden und Trends fordern.

Man sollte öfter etwas bekloppt sein (Quergedanken 174 / freier Lesetext) 

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Fridays for Future, schnelle Google-Suche für Aktionen heute 23.08. (Angaben über Teilnehmerzahlen und Art der Aktionen sind leider kaum zu finden.) Vielerorts wurden die Demos spontan zum Protest gegen die ausufernde Brandrodung in Brasilien. Allerorten wurde für den globalen Klimaschutzaktionstags am 20. September geworben. Die FFF-Gruppen in Brandenburg konzentrieren sich zuvor auf den kommenden Freitag (30.8.), an dem sie im unmittelbaren Vorfeld der dortigen Landtagswahl (1.9.) ihre Forderungen mit möglichst großen Aktionen unterstreichen wollen.

Heute gab/gibt es Aktionen in:
Hannover (3000), Münster (700+), Bremerhaven (300), Hamburg (mehrere Hundert), Düsseldorf (laut dpa: mehrere Hundert bei Demo vor/im Flughafen), Dortmund (Demo mit Kleidertauschaktion), Aachen, Frankfurt/M. (Tanzdemo), Darmstadt, Rees (erstmals), Henstedt-Ulzburg (erstmals), Dachau (erstmals), Soest (Fahrrad-Demo), Oranienburg (Picknick), Weimar, Diepholz, Köln, Bad Nauheim, Hannoversch Münden, Braunschweig, Paderborn, Augsburg, Berlin, Kaiserslautern, Bad Kreuznach, Hamm, Salzgitter, Siegen, Würzburg, Passau, München, Konstanz.

Funde aus Österreich: Innsbruck, Pöllau, Ried; Wien (für heute angekündigte Abenddemo)


22.08.2019

Beim Frühstück schweift der Blick durch die Küche, erfasst die Vielzahl der Geräte und Utensilien, die in Teilen oder ganz aus Plastik sind. In Schränken und Schubladen gibt's noch mehr davon. Plötzlich ist da der Gedanken: Fast alle diese Dinge (respektive ihre wesentlichen Funktionalitäten) gab es in meiner Kindheit und frühen Jugend schon in der elterlichen, ja sogar der großelterlichen Küche. Jedoch bestanden sie in jenen 1950ern/60ern überwiegend aus Holz, Metall, Keramik, Glas, Horn, Papier/Karton (und haben prima funktioniert).

Blick und Gedanke sind wohl inspiriert von einer aktuellen Meldung in der Zeitung. Danach prognostiziert die Weltgesundheitsorganisation WHO: Falls kein durchgreifend radikales Gegensteuern stattfinde, werde sich die weltwelte Plastik-Flut von 348 Millionen Tonnen 2017 bis 2025 verdoppeln, bis 2050 verdreifachen. Das vor dem Hintergrund, dass die Überreste dieses "modernen" Werk- und Verbrauchsstoffes binnen nur einer Generation bereits sämtliche iridischen Sphären bis in die allerfernsten Regionen durchseucht haben.


21.08.2019

Es gilt, einen Irrtum auszuräumen. Die Annahme, wer alljährlich freudig zum Pilzesuchen in den Wald ausrückt, der müsse ein Pilzfachmann sein, ist falsch. Ich jedenfalls bin keiner. Denn seit Kindheitstagen sind mir im Kosmos hiesiger Waldpilz lediglich fünf essbare Arten wirklich vertraut: Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen und zwei weitere Sorten Braunkappen mit Schwamm darunter. Von Letzteren weiß ich nichtmal die richtigen Namen. Haben mich nie interessiert, so wenig wie die hohe Kunst der Pilzbestimmung generell. Ich kenne, sammle, esse seit Jahrzehnten nur meine fünf Sorten. Deren Eigenarten freilich - Standortvorlieben, Wachstumseigenschaften, Witterungsempfindlichkeiten etc. - habe ich intensivst studiert. Alles Übrige an der Speisepilzologie ist mir wurscht. Weshalb mich auch keiner fragen sollte, wie dieses, jenes, selles Exemplar heißt und ob man es essen kann oder nach dem Verzehr ins Nirwana einfährt.


19.08.2019

Pilzsaison 2019 - wird das was oder eher nix? Vergangenes Wochenende habe ich die heuer überreiche Brombeerernte mit dem in summa 25. Kilo abgeschlossen. In den nächsten Tagen werden noch die Holunderbeeren eingeholt. Da wegen Blütenerfrierung die Apfelbäume auf den Fallobstwiesen und am Waldrand meines westerwäldischen Hausreviers fast gar keine Früchte tragen, stünden als nächstes und zum Abschluss der Erntesaison Pilze und Nüsse auf dem Plan. Was die Schwammerln angeht schwanke ich zwischen Hoffen und Bangen. Nachdem es im Trockensommer 2018 in "meinem" Wald überhaupt keine Esspilze gab, hoffe ich nun, dass die Regenschauer der vergangenen Tage nicht zu spät sind und hinreichen, auch das hiesige Pilzwachstum in Gang zu bringen.


17.08.2019

Man mag zum Hype um Greta Thunberg stehen wie man will. Aber was ihre Gegner und Kritiker derzeit veranstalten ist eine ziemlich miese Tour: Nach denen kann dass Mädchen nämlich, egal was und wie sie es tut, im Grunde nichts richtig machen. Die Seglerei wird als billiger PR-Trick verhöhnt. Wäre sie aber mit einem Motorschiff gefahren, hätte sich auch Geschrei erhoben. Wäre sie geflogen, wäre das Geschrei noch größer. Und wäre sie daheim geblieben· hätte es geheißen: Greta resigniert oder nimmt ihre Verwantwortung für den globalen Klimaprotest nicht wahr. Den meisten Kritikern geht es am Ende wohl gar nicht um das jeweilige Verhalten des Mädchens, sondern um die Diskreditierung einer Symbolfigur der FFF-Bewegung und darüber letztlich um die Diskreditierung eines durchgreifenden Klimaschutzprozesses selbst.


15.08.2019

Anno 2021 wird der "Kultursommer Rheinland-Pfalz" 30 Jahre alt und ebenso lange das Kulturgeschehen zwischen Südpfalz und Oberwesterwald mitgeprägt haben. Vor dem Hintergrund des Jubiläums macht man sich nicht nur in Mainz Gedanken darüber, wie es mit der Landeseinrichtung als „Dienstleister, Berater, Ermöglicher, finanzieller Förderer und Helfer“ für Veranstalter und Kulturschaffende vor Ort dann in ihrem vierten Jahrzehnt weitergehen soll. RLP-Kulturministerium und Kultursommerbüro laden deshalb von jetzt bis ins Frühjahr hiesige Veranstalter und Kulturschaffende zu zehn Regionalkonferenzen quer durchs Land ein, um deren Ideen, Anregungen, Wünsche für die Zukunft des KuSo "ergebnisoffen anzuhören und zu sammeln". Die erste Zukunftskonferenz fand Anfang der Woche in Mainz statt.

Mein Artikel dazu (freier Lesetext)


13.08.2019

Es ist soweit, die Ausmusterung beginnt. Gestern hat sich erstmals ein Geschäft in Deutschland geweigert, mir für mein gutes Bargeld etwas zu verkaufen. "Wir haben hier keine Barkasse mehr" erklärte das Mädchen hinterm Thresen einer McDonalds-Filiale und forderte mich auf: "Bestellen sie am Automaten und bezahlen sie dort auch." Das nennt sich dann nassforsch verlogen "Restaurant". Ich war ziemlich ungehalten, nein: rundumher deutlich vernehmbar sehr ungehalten. Jedenfalls endet damit die gelegentliche Nachtnothungerbeziehung zwischen mir und der amerikanischen Bräterei. Aber wie lange wird es noch dauern, bis man mein Geld auch anderwärts nicht mehr annehmen will?


12.08.2019

Dieser Tage fragte mich jemand, ob es denn in meinem politischen Gesichtsfeld kein anderes Thema mehr gebe als Klimawandel. Etwas irritiert antwortete ich: Dem ist keineswegs so. Schließlich existieren fast sämtliche uralten, alten und jüngeren Probleme ungelöst fort. Allerdings gesellt sich zu diesen nun der Klimawandel als epochales Überthema, das noch viele Folgegenerationen beschäftigen wird. Denn mit diesem ändert sich erstmals seit rund 12 000 Jahren dauerhaft eine der natürlichen Grundbedingungen bisheriger Zivilisationsentwicklung: die (trotz manch temporärer und kontinentaler Schwankungen) relative Stabilität des irdischen Großklimas. Und dieser Umstand wirkt sich, teils extrem verschärfend, früher oder etwas später zwangsläufig auf ALLE übrigen Themen aus, von den ganz großen Politik- und Gesellschaftsfeldern bis hinunter ins individuell-private Sein. Deshalb muss man den Klimawandel (und Bemühungen zu seiner BNegrenzung) heute in jedwedem Themenbereich mitdenken. Alles andere wäre m.E.: St. Floriansprinzip, Naivität oder Ignoranz.


 01.08.2019

Sommerpause beendet. Ich bin wieder hier in meinem Revier; war nie richtig weg - aber doch ziemlich raus aus der Welt. Will sagen: Keine Urlaubsreise gemacht, stattdessen mir rund fünf Wochen Auszeit daheim gegönnt; Vertrödelwochen ohne Plan, ohne Internet, überwiegend ohne Lektüre von Tageszeitung, ohne Wahrnehmung der TV-Nachrichten. Zwei Wochenzeitungen waren das einzige Tor zum großen Zeitgeschehen. Und ich muss sagen: Es tat gut, Ereignisse aus der zeitlichen Distanz und ohne Aktualitätserregung zu betrachten - man versteht sie so besser.   

Also fünf Wochen auf der faulen Haut? Mitnichten. Ich habe Holz gesägt und gehackt, habe den Garten bewirtschaftet, war im Wald Himbeeren sammeln und habe sie zu Gelee verarbeitet. Ich schaute den Bäumen und Wiesen beim Vertrocknen zu, verhinderte mühsam, dass unser Gemüse deren Schicksal teilt. Nur an den Hitzetagen saß/lag ich ganz stille im Schatten, dachte nach über Welt, Menschen und meine bisherige wie künftige Stellung zwischen ihnen. Auf den heutigen Tag in zwei Jahren beginnt mein offizielles Rentnerdasein - dann muss man sich schon mal Gedanken machen.

Mittemang in der Sommerpause wurde doch ein kleines Textchen fällig: Meine Monatskolumne "Quergedanken". Gedruckt ist sie schon ein paar Tage auf dem Markt, elektronisch wird sie hiermit nachgereicht. Die Nr. 173 handelt von Alle sprechen von den Querelen, die Autofahrer, Radler, Rollerer, Fußgänger im Dickicht der Städte miteinander haben. Hier nun geht der Blick mal zu Begegnungen draußen auf der Landstraße, dorthin, wo es über tausende Kilometer weder Geh- noch Ragdwege gibt.

Zu den "Quergedanken" Nr. 173

27.06.2019

Und nun: BETRIEBSRUHE in der Schreibstube bis Ende Juli. Wünsche allseits eine angenehme Sommerzeit.


 26.06.2019

Wir nennen uns Homo sapiens, „vernünftiger Mensch“. So richtig eingeleuchtet hat mir das nie. Denn angesichts der Zivilisationsgeschichte bleibt eigentlich nur der Befund: Seit der Mensch sesshaft geworden ist und in hierarchischen Gesellschaften lebt, wird er hauptsächlich von Unvernunft getrieben. Und als eine der unvernünftigsten Zivilsationsaspekte erweist sich just dieser Tage die Lebensmaxime "immer größer, schneller, weiter" - an die wir ins seit 10 000 Jahren dummerweise gewöhnt haben.

Kolumne "Quergedanken" Nr. 172 (freier Lesetext)

 


25.06.2019

Walter Ullrich, Hannes Houska, Jochen Heyse: Das waren die Theaterprinzipale, die Ende des vergangenen Jahrhunderts zeitgleich über viele Jahre das professionelle Bühnengeschehen in der Mittelrheinregion prägten. Alte Schule, dominante Persönlichkeiten alle drei – Schauspieler, Regisseure, Intendanten in einer Person. Houska starb 2012, hatte von 1975 bis 1996 als Intendant die Geschicke des Theaters Koblenz bestimmt. Heyse starb ein Jahr nach Houska, hatte von 1988 bis 2004 die Leitung der Burgfestspiele Mayen innen. Der Dritte im Bunde allerdings, Walter Ullrich, erfreut sich noch seines irdischen Daseins, war bis eben Intendant des Kleinen Theaters Bad Godesberg und zugleich der Landesbühne im Schlosstheater Neuwied. Jetzt erst, im 88. Lebensjahr, muss er nach gut 60 Jahren sein Godesberger Privattheater aufgeben und hat dieser Tage nach 40 Jahren die Leitung des Neuwieder Theaters in die jüngeren Hände von Lajos Wenzel überantwortet.

Meine Würdigung zu Ullrichs Abschied (freier Lesetext)


22.06.2019

In Anbetracht der großen zentralen Demonstration von Fridays for Future gestern in Aachen erspare ich mir diesmal die Mühe, andere lokale Aktionen der Schülerbewegung aus dem Netz zu fischen. Es gab aber auch an diesem Freitag, trotz Aachen, etliche. Hier ein Link zur Berichterstattung der "Aachener Zeitung" über das gestrige Protestgeschehen am Ort.  Aachener Zeitung hier

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Im Staatstheater Wiesbaden wird Schillers „Kabale und Liebe“ jetzt in einer Art gezeigt, die als kleines Wunderwerk gelten darf. Regisseurin Johanna Wehner hat heftig in die Vorlage eingegriffen, hat vieles weggelassen, hat manche Sprechpassage auf einen Ausruf, bisweilen ein einziges Wort verkürzt, hat auch ein bisschen Eigenes hinzugefügt. Mehr noch: Sie hat den strukturellen Aufbau des Stückes von 1784 verändert. So sehr der gut zweistündige Abend sich damit vom Original zu entfernen scheint, bleibt am Ende doch der Eindruck, seinem Schiller’schen Wesen kaum je so nahe gekommen zu sein.

Meine Besprechung (freier Lesetext)


21.06.2019

„Freiheit“ ist die jüngste Produktion von tanzmainz benannt. Der Titel lässt erwarten, was der 60-minütige Abend auch bestätigt: Das vom den israelischen Choreografen Guy Weizmann und Roni Haver kreierte Stück hat eine stark gesellschaftspolitische Dimension. Die schafft sich Ausdruck bereits in der Farbgebung: Bühne, Licht, Kostüme – alles durchgängig in Varianten von Rosa gehalten. Will sagen: Wir heutigen Hiesigen betrachten unser Freiheitsideal meist durch eine rosarote Brille. Die acht Tänzer*innen demonstrierten dann aber eindrücklich, dass es  so einfach nicht ist mit der Freihe it.

Meine Besprechung des Tanzstücks (freier Lesetext)


19.06.2019

Uraufführungen aktueller Kompositionen haben im Klassikbetrieb vor allem abseits der Musikmetropolen noch immer Seltenheitswert. Es heißt, das Publikum sei noch nicht bereit für die oft atonalen Schöpfungen von Gegenwartskünstlern. Sollte diese seit Jahrzehnten gepflegte Einschätzung sich als überholt erweisen? Der begeisterte Applaus spricht dafür, mit dem die Uraufführung eines Trompetenkonzerts des Kölner Komponisten Wilfried Maria Danner durch die Rheinische Philharmonie Koblenz jetzt aufgenommen wurde.

Meine Konzertbesprechung (freier Lesetext)


18.06.2019

17 Uhr, Aufbruch nach Mainz. Auf dem Kritikerdienstplan steht ein Tanzstück am Staatstheater. Die 20 Meter vom Haus zum Auto bergen Gefahren. Ein Dussel hat seine Gartenschuhe genau vor der Haustür geparkt. Ich stolpere drüber und stürze kopfüber ins Kräuterbeet. Der umgeknickte Fuß tut weh, ein Ellbogen ebenfalls, doch man will nicht jämmerlich erscheinen: „Nix passiert“; ab zum Dienst. (...)

Kleines Verzählchen darüber, was einem Montags so passieren kann (Freier Lesetext)


17.06.2019 Dritte Spielzeit bei den Burgfestspielen Mayen unter der Intendanz von Daniel Ris. Wie in den Vorjahren, so entfällt auch in diesem Sommer eine der beiden großen Abendproduktionen im Innenhof der Genovevaburg aufs Schauspiel, die andere aufs Musiktheater. Als Sprechtheater-Beitrag kam an diesem Wochenende ein Komödienklassiker auf die Bühne: Oscar Wildes „Ernst sein ist wichtig“, hierzulande eher bekannt unter dem Titel „Bunbury“. Anders als in den Vorjahren bei Schillers "Kabale und Liebe" sowie Schirachs "Terror" fällt meine Kritik in diesem Fall nicht ganz so positiv aus.

Meine Premierenbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


15.06.2019

Auf die Schnelle im Netz gefundene News über Demos von Friday for Future am gestrigen Freitag (14.06.2019). Da sind wieder Orte/Örtchen darunter, von denen ich noch nie im Leben gehört habe. Sage keiner mehr, FfF sei ein bloßes Großstadtphänomen.

Mit Zahlenangaben: Hamburg (6500), Darmstadt (3000), Rüsselsheim (450), Leipzig (250), Paderborn (150), Diepholz (erstmals, 400), Herne (erstmals, 450), Frankenberg (erstmals, 250), Brüggen (erstmals, 100), Bassum (erstmals, 100), Kirchheimbolanden (erstmals, 200), Gifhorn (70), Ahlen (erstmals, 20), Strausberg (erstmals, 100), Passau (Radlerdemo, 100)....

Ohne Zahlenangaben: Lehrte, Duisburg, Köln, St. Ingbert, Bad Kreuznach, Moers, Kamp-Lintfort, Hannover (Farraddemo), Düsseldorf (Fahrraddemo), Gotha, Hildesheim, Zwickau, Marburg, Eckernförde (Demo gegen Kreuzfahrtschiffanleger)... // Österreich: Schärding, Krems, Eisenstadt, Villach ...

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Mich interessiert alles, was über Greta Thunberg und vor allem ihre "geschäftstüchtigen Hinterleute" kolportiert wird, wenig bis gar nicht. Denn das Mädchen ist nicht die Ursache der Jugendbewegegung FfF, sondern nur ein zeitlich zufällig zum erreichten Stand des jugendlichen Krisenbewusstseins in Sachen Klima passender Impuls oder Zündfunke. Gäbe es Greta nicht, hätte etwas oder jemand anderes zeitnah die Zündfunktion übernommen - der Unwille in der Jugend war einfach reif zum Ausbruch.

Dass Massenströmungen, ob politisch, kulturell oder sonstwas, sich ihre Ikonen schaffen, ist ein alter Hut; war immer so. Dass Trittbrettfahrer versuchen, aus den Ikonen Kapital zu schlagen, ist bedauerlich, war aber ebenfalls immer so. Unredlich wird die Sache dort, wo Gegner der Bewegungen die Trittbrettfahrerei benutzen (oft aufbauschen, zur Not auch mal herbeilügen), um die Bewegungen selbst zu diskreditieren. Aber selbst das ist ein alter Hut; kenne ich noch von 68ff: Der Umstand, dass einige Kommunarden Beziehungen zur DDR unterhielten, wurden von interessierter Seite (Springer zB) propagandistisch gedeutet als Zeichen dafür, dass die gesamte 68er-Bewegung ein Stasi/MFS-Produkt sei.

Was die vermeintliche "Familienmarke Greta" angeht, so hat mich das ab dem Moment noch weniger interessiert, da ich auf die von interessierter Anti-FfF-Seite ständig insistierende Frage "Wer bezahlt eigentlich Gretas Reisen?" die simple Antwort gefunden habe: zumeist die Organisationen/Institutionen, die sie als Rednerin einladen. So wie es für Gastredner auf sämtlichen Gebieten seit jeher allüberall Usus ist.


14.06.2019

Seit Jahrzehnten bereitet mir die Entwicklung der großen Menschenwelt eher Verdruss denn Freude. Trotzdem darf ich mich glücklich schätzen, und tue das auch. Einer der wichtigsten Faktoren dafür ist beim Blick aus dem Fenster der Schreibstube zu sehen: "mein" Wald. Beglückende 20 Quadratkilometer Ruhe-Refugium und zugleich Versorgungsraum für Brennholz und mannigfache Nahrungsmittel.

Ein kleines Verzählchen über "meinen" Wald (freier Lesetext)


13.06.2019

Es ist schon recht gruselig, wenn bei allen Diskussionen über FfF oder Greta ausgerechnet diverse Linksaußen-Strömungen partout darauf bestehen, sowohl die objektiven Bedingungen für das Entstehen dieser Bewegung wie auch das subjektiv hochentwickelte Bewusstsein der jungen Leute für die Zusammengehörigkeit von ökologischer und sozialer Frage völlig zu ignorieren. Da gibt es seltsame Leute, die Fridays for Future und Greta für Produkte einer geheimen Verschwörung der herrschenden Klasse halten, wohl nur weil die nicht unter roten Fahnen marschieren und nicht rufen "Nieder mit dem Kapitalismus! Es lebe die sozialistische Weltrevolution!". Eine borniertere Verweigerung historisch-materialistischer Analyse jetziger Realität ist einem kaum je begegnet.


12.06.2019

Wenn Sommer ist, zieht es auch das Theater hinaus zum Spiel unter freiem Himmel, Wetterrisiko inklusive. Glück für die Premiere von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ in Koblenz: Der Abend war warm, erst zum Finale träufelte es einige Regentropfen. Langer Beifall, vergnügte Gesichter – man hat auf dem Vorplatz der Feste Franz bei einer reizenden kleinen Produktion kurzweilige 90 Minuten erlebt.

Meine Premierenkritik (4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


11.06.2019

Bestandsaufnahme Selbstversorgergarten Pfingsten 2019: Acht Reihen Kartoffeln (zwei davon im Bild) stehen gut und die drei Hochbeete sind prall gefüllt mit allerhand. An anderer Stelle gedeiht eine Batterie von Tomatenstöcken prächtig. Die Kulturbeeren machen mir etwas Kummer: Johannis-, Stachel-, Him- und Heidelbeeren haben nur mäßig Früchte angesetzt. Dafür sind draußen im Wald die Fruchtansätze der Spätblüher Holunder und Brombeere recht füllig. Ergo: Was dem Gärtner verwehrt bleibt, muss der Sammler ausgleichen.


08.06.2019

Das eigentlich Interessante am Höhenflug der Grünen ist nicht der Höhenflug der Grünen selbst. Wirklich bedeutend ist, dass es sich dabei um ein SYMPTOM für tiefgreifenden Wandel im Denken großer Teile der Bevölkerung handelt. Wir erleben eine Art Paradigmenwechsel, der für die ökologischen Probleme die ihnen gebührende Stellung auf der politischen Agenda einfordert (dies durchaus auch innerhalb der Anhängerschaft der anderen Parteien). Die neue Prioritätensetzung vereint das über Jahrzehnte angewachsene ökologische (Minderheiten-)Bewusstsein mit aktuellem Umdenken in vielen Bereichen der Mehrheitsgesellschaft, vereint beides mit dem von Kindern und Enkeln massiv aufgebauten Verantwortungsdruck – für Klima, Natur, Arten und eine sozial gerechte Gesellschaft.

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Vorhin (Samstagmorgen) mal die Nase vor die Tür gestreckt. Jetzt habe ich soooo viiiiiel Lust auf Open-air-Kultur am Abend. Klammheimlich bin ich ein ganz kleines bisschen froh, dass meine RockamRing-Jahre vorbei sind, zurückliegen in einer Zeit, da die Hälfte der heutigen Besucher noch gar nicht geboren war. Gleichwohl Mädels und Jungs, Veteraninnen und Veteranen, die ihr droben in der Eifel rockt, tanzt, feiert, liebt, friert, durchgepustet und nass werdet: Habt Freude reichlich! (Tip für die RaR-Fans daheim: Zusammenschnitt/Übertragung auf 3sat ab 20.15 Uhr)

Mir steht stattdessen kritikerdienstlich heute ein Shakespear'scher "Sommernachtstraum" bevor. Nein, nicht die britische 2016er-Verfilmung im Fernsehen (18.45 Uhr auf ONE), sondern als Open-air-Theater auf dem Ruinengelände der Koblenzer Feste Franz. Für den Besuch der Gemeinschaftsproduktion von Theater Koblenz und LaProfth ist dann wohl Kampfmontur angesagt: dicke Socken, zweiter Pullover, mein knöchellanger Regenponcho und Wärmekissen fürs Popöchen.

Hinter vorgehaltener Hand mal ehrlich gesprochen: Ich habe sie noch nie verstanden, diese Vorliebe so vieler Leute, selbst hohe Theaterkunst und klassische Musik partout unter freiem Himmel erleben zu wollen. Meist ist die Akustik und sind die Aufführungsbedingungen schlechter als in jedem Theater und Konzertsaal, sitz man unbequemer, wird angelegentlich nass oder friert oder muss sich vor Blitz, Donner, Sturm in Sicherheit bringen; anderntags drohen Sonnenstich und Hitzschlag; die lärmende Außenwelt der Zivilisation spielt oft mit, ebenso manches Getier vom bellenden Hund und trällernden Vögelchen bis hin zu Einzelkämpfern oder Schwadronen der summenden und stechenden Art. Aber ach, ja ich weiß, das "wunderbare Ambiente" .... Nun denn, wenn ihr meint.


07.06.2019

Manchmal kommt man ja so ins Sinnieren: Was hast du eigentlich geschafft in deinem Leben? Oder: Hast du irgendwas Bleibendes geschaffen? Ich bilanziere, ganz grob: Während meines schreiberischen Berufslebens flossen mir alljährlich 100 bis 150 verschieden umfängliche Texte zu kulturellen und gesellschaftspolitischen Themen aus der Feder. In den letzten Jahren einige weniger, davor etlich mehr. Macht in 32 Berufsjahren knapp 4000 Berichte, Analysen, Essays, Kommentare, Kritiken, Glossen, Vorträge etc.

Was hast du damit bewirkt? Keine Ahnung, es lässt sich nicht(s) messen. Was wird davon bleiben? Außer elektronischen Archivbeständen bei diversen Medien, auf die vielleicht noch ein paar Jahre nach meinem Ableben gelegentliche Google-Suchen stoßen: wahrscheinlich Nichts. So viel vergebliche Liebesmüh‘ muss doch frustrierend sein? Nö. Denn wie der Sinn des Lebens darin besteht, zu leben, so die Lebensaufgabe des Schreibers darin, zu schreiben. Wenn hie und da das eine oder andere Schreibergebnis für diesen oder jenen Leser ein Moment der Freude, der Erhellung, des Denkanstoßes mit sich brachte/bringt, so war/ist die Mühe nicht für die Katz.


06.06.2019

Es wird in jüngerer Zeit von Klimawandelleugnern oder -verharmlosern eine neue Argumentation ins Gefecht geführt: Die einen effektiven Klimaschutz fordernden Leute würden Naturschutz und Klimaschutz miteinander verwechseln. Das aber wären zwei ganz verschiedene Paar Stiefel.

Dazu eine kurze Anmerkung (freier Lesetext)neue Argumentation


05.06.2019

Doch, ja, das geht mir auch an meiner eigenen Zunft gehörig auf den Wecker: Zu viele journalistische Kollegen/innen und Redaktionen, die nun wie besessen bloß noch das Köpfe-Wechsel-Spiel betreiben - und das irrtümlich für politischen Journalismus halten. Wer führt nun die SPD, der, die oder das? Was macht AKK demnächst? Wird Habeck Kanzler oder Baerbock? So enge Horizonte, ach herrje. *genervt*

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Wir haben derzeit in der Republik die hochinteressante Situation, dass unter Mitgliedern und Anhängern fast aller Parteien das Bedürfnis nach INHALTLICHER, STRUKTURELLER, PERSPEKTIVISCHER (Neu)Orientierung enorm stark ist. Vor allem das völlig unerwartete plötzliche Auftauchen einer sich auf ungewohnte Weise vehement in die Politik einmischenden Jugendgeneration schüttelt die althergebrachten parteipolitischen wie teils auch medialen Verhältnisse, Gewohnheiten, Blickwinkel gehörig durch. Zugleich (und größtenteils deshalb) befinden sich in der Parteienlandschaft fast alle Personalien im Schwebe-/Interimszustand.

Das eigentlich Spannende daran ist: Politische Entwicklungen entscheiden sich in der jetzigen Phase nicht in den Parlamenten, auch nicht in den Führungsgremien der Parteien und erst recht nicht beim Köpfe-Wechsel-Spiel, sondern "unten", an den Parteibasen und den sich gerade gravierend wandelnden Prioritätensetzungen im öffentlichen Bewusstsein. Dieser Wandel lässt die alte politische Garde teils in Schockstarre, teils in Panik, teils in Frustration, teils in wildes (und dummes) Umsichschlagen verfallen.

Journalisten hätten außer über das Köpfe-Spiel nichts zu berichten, weil nichts passiert, heißt es? Pardon, sehe ich anders. So viel grundstürzende Bewegung wie jetzt eben, war lange nicht. Allerdings findet sie halt nicht an den Orten und in den Formen statt, an die manche Kollegen/innen gewöhnt und auf die sie seit ewigen Zeiten fixiert sind.


04.06.2019

Im Frühjahr 2019 haSinnieren: Was hast du eigentlich geschafft in deinem Leben?be ich den Vortrag "Heimat - Sehnsuchtsraum und Kampfbegriff" in mehreren Orten des nördlichen Rheinland-Pfalz gehalten. Es stehen  nun zwar noch Gesprächsveranstaltungen zu diesem Thema auf meinem Plan, aber für den Vortrag selbst liegt kein weiteres Engagement vor. Weshalb ich mich entschlossen habe, die letzte Manuskriptfassung des 50-minütigen Referats den interessierten Zeitgenossen hier zugänglich zu machen.  Wie immer bei meinen Vorträgen gingen die mündlichen Ausführungen in Teilen darüber hinaus. Aber alles, was in (unkorrigierter Form) geschrieben steht, wurde auch gesagt.

Zum Vortragsmanuskript hier (freier Lesetext)

30.05.2019

Einigen wegen der Wahlresultate in den Ost-Bundesländern fast bis zur Hysterie aufgeregten Zeitgenossen da draußen würde ich gerne zurufen: Kinners bleibt auf dem Teppich! Die General-Aburteilung dieser Landesteile als "Dunkeldeutschland" oder "Rechtsdeutschland" ist ziemlich daneben. Auch wenn die relativ hohen AfD-Ergebnisse dort kein Spaß sind, so haben in Brandenburg doch 80% der Wahlbeteiligten NICHT AfD gewählt und selbst in Sachsen waren es noch 75%. Der deutsche Osten ist also alles andere als "verloren".


29.05.2019

Zwei Zitate und ein Wahlergebnis nahm ich heute in der Frühstückszeitung mit besonderem Interesse zur Kenntnis. An drei ganz verschiedenen Stellen gefunden, ergeben sie zusammengenommen m.E. doch exemplarisch einen ausgezeichneten Befund der derzeitigen (politischen) Lage.

1. Zitat UN-Generalsekretär Guterres gestern auf dem NGO-Gipfel in Wien, das die ganze Malaise bisheriger Klimapolitik auf den Punkt bringt: "Wir machen zu wenig von dem Vereinbarten, von dem wir schon jetzt wissen, das es überhaupt nicht ausreichen wird."

2.Die Antwort darauf geben für die junge Generation die Schüler der Klassen 9 bis 12 am Musikgymnasium Montabaur mit ihrer "Testwahl" parallel zur EU-Wahl. Ergebnis: 55,7 % für die Grünen, 10,7 % FDP, 7,4% SPD, 6,7% DIE PARTEI, je 3,6% CDU und Tierschutzpartei, je 2,0% Linke und FW, 0% (!) AfD.

3. Was die britische Zeitung "The Guardian" über das EU-Wahlergebnis auf den Inseln schreibt, skizziert (jenseits der Farage-Hysterie) das Verhältnis zwischen altem Nationalismus und moderner Weltoffenheit. Zitat: "Es stimmten mehr Wähler für Parteien, die sich für einen Verbleib in Europa aussprechen, als für jene, die sich für einen Austritt starkmachen."

Darauf kann sich nun jeder selbst einen Reim machen. Ich darf mich für ein verlängertes Wochenende in Garten, Wald und Flur verabschieden und allseits angenehme Vater- und sonstige Tage wünschen.


28.05.2019

Mal ein Blick auf den hundsgewöhnlichen Irrsinn. Neulich las ich, es stünde uns zeitnah ein Generalangriff auf Volksgesundheit und Gesundheitswesen bevor - in Form einer regelrechten Springflut von deutschlandweit alsbald 20 Millionen Diabetes-Neuerkrankungen. Hauptursache: Zu wenig Bewegung und überzuckerte Ernährung. Nun lässt sich feststellen, dass zeitgleich einer der am stärksten forcierten Wachstumsmärkte jene Gerätschaften sind, die auch noch das letzte bisschen Bewegung aus dem privaten Lebensumfeld vertreiben sollen: Robotstaubsauger, Robotrasenmäher, ferngesteuerte Rolladenöffner, ganz neu: Robotfensterputzer. E-Scooter für "die letzte Meile" etc.pp. Mir kommt das ziemlich bekloppt vor. Völlig abstrus mutet schließlich an, dass wiederum zeitgleich der Markt für Sportivgeräte und -dienstleistungen ebenfalls auf nie erreichte Höhen gepuscht wird. Rätsel über Rätsel in der Menschenwelt.


27.05.2019

„Aha, die Nationalisten kriegen Prügel“, freut sich Walter, als er die Überschrift "Strodumm, aber brandgefährlich" meiner jüngsten Quergedanken-Kolumne sieht. Ich winke ab: „Nö. Das tät zwar aktuell passen, aber ich hab‘s diesmal mit der Zukunft. Und da spielt die Bagage der Umvolkungs-Krakeeler keine Rolle.“ Jetzt glotzt der Freund, japst nur noch „häh?“. Etlichen Lesern*innen mag es ähnlich ergehen angesichts der Renaissance, die die Nationalreaktionäre seit ein paar Jahren in vielen Ländern erleben.... Der weitere Text erhellt die Sache etwas - um dann bei jener Strohdummheit zu landen, die sich hinter dem Kürzel KI verbirgt.

Quergedanken Nr. 171 hier (freier Lesetext) 

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An Wahlergebnissen und Wählerforschung interessiert mich seit jeher in erster Linie, was sie eventuell über Entwicklungen der großen Meinungs- und Haltungsströme in der Bevölkerung verraten. Bei einem ersten Blick auf das gestern und am heutigen morgen Vorgestellte zur Europawahl ergeben sich u.a. diese ersten Anhaltspunkte:

Meine kurzen Anmerkungen (freier Lesetext)


26.05.2019

Um es gleich zu sagen: Mein Urteil über das am Wochenende uraufgeführte Theaterprojekt „House of Horror“ am Schauspiel Bonn fällt sehr zwiespältig aus. Was Christine Lang und Volker Lösch da projektiert, dokumentiert, geschrieben, inszeniert haben, ist geradezu ein Aufruf zur feministischen Revolution. Diese richtet sich nicht zuletzt gegen die Dominanz des Patriarchats in der Theaterwelt von einst bis noch immer. Doch wie das so gehen kann, wenn die Kunst sich als Speerspitze politischer Bewegung geriert: Die losgelassenen Pferde stürmen bisweilen gar zu wild durchs Gelände.

Meine Premierenkritik (3900 Anschläge, RZ-Text)

 


25.05.2019

Nun denn: Morgen also Wahlsonntag. Wer nicht schon daheim gekreuzelt hat, der/die darf, soll, muss einen Spaziergang ins Wahllokal machen. Unsereiner wird dort eine wahre Papierschlacht zu schlagen haben. Denn für Rheinland-Pfälzer gilt es, über gleich vier Parlamente zu befinden: EU, Kreis, Verbandsgemeinde, Kommune. Da passt es gut, dass unser Lokal hier auf dem Dorf ein echtes ist, und man nachher am Tresen wieder Kraft "tanken" kann. Mal hoffen, dass, und schauen, ob die Wähler in Deutschland einen ordentlichen Teil beitragen können, das Ergebnis der nationalreaktionären Demokratiefeinde in Grenzen zu halten. Glück auf! Lasst uns wählen gehen, aber gewiss kein braunes Gesocks.

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Es entsteht nun gewaltiger Druck im deutschen Politkessel: Rund 300.000 Teilnehmer deutschlandweit gestern bei Aktionen von Fridays for Future PLUS das Phänomen Rezo PLUS der Aufruf von 70 Internet-"Influenzern" mit Millionen jungen Followern, nicht für die Groko-Parteien und sowieso nicht für die AFD zu stimmen. Überraschung: Die Generation der heutigen Teens und Twens mischt plötzlich zuhauf laut im Politgeschehen mit - und die Karten also auf noch gar nicht absehbare Weise neu.


24.05.2019

Und da hat's "rumms" gemacht. Entgegen vieler Unkenrufe zeigt die Bewegung Fridays for Future am heutigen 2. internationalen Aktionstag (24. Mai) jedenfalls in Deutschland keinerlei Ermüdungserscheinungen. Die Teilnehmerzahlen sind überwiegend hoch, teils sehr hoch. Erfreulich: In vielen Städten haben sich Studierende und Erwachsene eingereiht. Der schnelle Rundblick im Netz hat zu folgenden Funden geführt:

Mit Teilnehmerzahlen: Hamburg (20.000), Köln (12.000), Freiburg (11.000), Berlin (15.000), Hannover (10.000+), Münster (7.000+), Düsseldorf (6.000+), Karlsruhe (5.000), Bonn (5.000), Frankfurt/M. (5.000), Bremen (6.000), Bermerhaven (1.300), München (3.500+), Regensburg (1.000+), Stuttgart (2.500), Mainz (1.400), Koblenz (500+), Bad Kreuznach (300+), Saarbrücken (1.400+), Hamm (1.000+), Kaiserslautern (900), Zweibrücken (350), Fulda (350), Rostock ("hunderte"), Chemnitz ("hunderte"), Greifswald (300) .....

Aktionen bis dato ohne Angabe von Teilnehmerzahlen: Trier, Koblenz, Bad Kreuznach, Bingen, Speyer, Ludwigshafen, Worms, Stralsund, Usedom, Schwerin, Dresden, Leipzig, Bautzen, Freiberg, Annaberg-Buchholz, Plauen, Herrenberg, Coburg, Xanten, Bamberg .... > nebenan: Wien, Zürich, Brüssel, Straßburg, Luxemburg Stadt ....

Meldung am Abend: Deutschlandweit haben sich rund 300 000 Menschen an den FfF-Aktionen dieses Tages beteiligt.

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Die nachfolgenden Bemerkung beziehen sich auf ein paar Strömungen am äußersten linken Rand des politischen Spektrums (ist mithin zur allgemeinen Diksussion eher ungeeignet).

Schlimm ist, dass einige Zeitgenossen noch immer partout nicht begreifen WOLLEN, was längst erlebbarer und wissenschaftlicher Goldstandard ist: Der menschengemachte Klimawandel läuft. Am schlimmsten aber ist es derzeit, wenn gerade Leute, die von sich meinen, in marxistischer Tradition zu stehen, in völliger Abkehr von der Untersuchungsmethodik des historischen Materialismus die jüngeren objektiven Bedingungen für die Gesellschaftsentwicklung mit der banalen Ignoranz kleinbürgerlicher Stammtische einfach abtun....

Link zum ganzen Artikel (freier Lesetext, 2400 Anschläge)


22.05.2019

Es mag zwei Jahrzehnte her sein, dass Robert Musils Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ von 1906 am Staatstheater Wiesbaden als Bühnenbearbeitung gezeigt wurde. Das Stück spielte damals im nachgebauten Waschraum eines Jungeninternats. Es war inszenatorisch auf die zwar extrem verkürzte, aber eine die Kernthematik des Romans wiedergebende realistische Darstellungsart konzentriert. Am Staatstheater Mainz verlegt nun Regisseurin Lucia Bihler das Geschehen in einen düsteren Wald, verwandelt Musils Internatsbuben in Vampire und lässt sie obendrein allesamt von Frauen spielen. Dieser Zugriff wirft eine Menge Fragen auf.

Meine Kritik (RZ-Text, 3900 Anschläge)


21.05.2019

Seit einiger Zeit nehme ich eine neue Hosenmode in der Damenwelt wahr, der mein Auge mit gebührendem Anstand, aber beträchtlichem Wohlgefallen folgt. Ich nenne die Modelle dieses Trends "Hochwasserhose", weil: Unten enden sie oberhalb des Knöchels; dafür ziehen sie sich am anderen Ende hoch hinauf bis zum Bauchnabel oder noch darüber.

Launige Anmerkung dazu (Freier Lesetext, 2000 Anschläge)

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Einer der angenehmsten Aspekte von Kulturfestivals nahebei ist: Sie bringen einem häufig Ensembles und Produktionen aus der großen Kunstwelt vor die Haustür, die zu erleben man ansonsten sehr weit reisen müsste. Im Tanzfach fiel unsere Wahl beim Programm der diesjährigen Maifestspiele Wiesbaden auf den Gastspielabend der Eastman-Compagnie aus Antwerpen mit dem Stück „Puz/zle“ vom flämisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui.

Meine Besprechung des Gastspiels (RZ-Text, 3000 Anschläge)


20.05.2019

Mit einem orientalischen Abend endete jetzt die Saison 2018/2019 der Anrechtskonzerte beim Musik-Institut Koblenz. Im Zentrum stand mit dem Violinkonzert "1001 Nights in the Harem" des 1970 geborenen Türken Fazil Say ein zeitgenössisches Werk, von Rheinischer Philharmonie unter Garry Walker zusammen mit den Gästen Niklas Liepe (Violine) und dem türkischen Percussionisten Aykut Köselerli richtig gut umgesetzt. Das i-Tüpfelchen zum Spielzeitende setzte Rimski-Korsakows "Scheherazade" mit bestechenden Sololeistungen mehrerer Orchestermitglieder sowie einer Gesamtleistung, die das Orchester als in fabelhafter Präzision pulsenden, zugleich kreativ und enthusiastisch interpretierenden Klangkörper auswies.

Meine Konzertbesprechung
(3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Mal was anderes, nur so am unwichtigen Rand. Zugegeben: Ich war nie ein großer Freund dieses ESC-Zirkus', habe aber alle Jahre mit halbem Ohr hineingehört - um quasi berufspflichtgemäß mitzukriegen, was sich da tut im aufgemotzten Grenzland zwischen verpopter Folklore, einfachster Schlagerei und verzuckersüßtem Rock. Im Laufe des zurückliegenden Jahrzehnts hatte sich bei mir allmählich das Urteil verfestigt, der ESC sei die weltgrößte Veranstaltung für schlechte Musik. An diesem Wochenende aber kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus: Einen derart hohen Anteil von Mitwirkenden, die nur sehr mäßig oder gar nicht singen können sowie von Kompositionen schier unterirdischer Qualität war nach meinem Dafürhalten bei diesem Glitterevent noch nie zu erleben.


18.05.2019

Es ist lang her, dass Deutschland seinem weltweit bekanntesten Dichter und Dramatiker zuletzt eine große Ausstellung widmete. Das war 1994 in Frankfurt, der Vaterstadt des Johann Wolfgang von Goethe. Im seither vergangenen Vierteljahrhundert hat sich die Welt teils grundlegend verändert. Damit ändert sich auch das Verhältnis zu Goethe, sind Fragestellungen an sein Werden, Wirken, Nachwirken andere geworden. Höchste Zeit, dachten sich Stiftung Weimarer Klassik und Bundeskunsthalle Bonn, ihm mal wieder umfassend sowie aus manch neuem Blickwinkel näherzutreten. Das Ergebnis trägt den Titel "Goethe. Verwandlung der Welt". Die am Wochenende eröffnete Ausstellung in Bonn ist ein Hammer. Anschauen, unbedingt!

Meine Ausstellungbesprechung (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Eben zurück von der guten und wichtigen Koblenzer Demo "Für Klimaschutz! Für soziale Gerechtigkeit! Für Demokratie!" Gut, weil erfreuliche Teilnehmerzahl: zu Anfang 1000+, auf dem letzten Wegstück um 1500 (meine vorsichtige Schätzung). Wichtig, weil hier heute wie in 7 deutschen Städten und weiteren 10 im EU-Raum Umweltorganisationen inklusive Schülerbewegung Fridays for Future, Sozialverbände und Gewerkschaften den Schulterschluss gesucht haben. Insofern sind diese Demos ein wichtiger Impuls dafür, dass zusammenwächst, was im Hinblick auf die Gestaltung der nahen und ferneren Zukunft zusammengehört: Der Kampf um eine ökologische Wende, das Ringen um eine soziale Wende sowie die Verteidigung von Demokratie/offener Gesellschaft gegen Nationalismus, Rassismus, Autoritarismus.

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Mein Eindruck vom Strache-Video: Da hockt eine Bagage von Mafiosi beisammen, die hemdsärmelig und kaltschnäuzig mal eben auspaldowert, wie sie den Staat über den Löffel barbieren, das Volk betrügen, die Presse einsacken, sich selbst mächtiger und dabei die Taschen voll machen kann.


17.05.2019

Ruhe – dieses so wichtige, heute indes selten werdende Lebenselixier spielt im Landesmuseum Mainz derzeit eine große Rolle. Nicht allein, weil es in Museen ohnehin meist weniger turbulent zugeht als in der Außenwelt. Die aktuelle Ausstellung „Emy Roeder – Das Kosmische allen Seins“ verbreitet per se Ruhe. Mehr noch: Fast jedes Exponat hat das Potenzial, aufmerksame Betrachter in einen Zustand sinnender Kontemplation zu versetzen.

Meine Ausstellungsbesprechung (4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


16.05.2019

Hallo Leute in Koblenz und drumrum. Wer meinen Vortrag "Heimat - Sehnsuchtsraum, Kampfbegriff, Utopie" hören will, hat diesen Freitag (17. Mai) dazu in Koblenz Gelegenheit. Dort werde ich ihn im Rahmen der Veranstaltung "Speakers Corner zu Heimat und Europa" des Weiterbildungsinstituts ISSO von 17 bis 18 Uhr halten. Die Veranstaltung im Lichthof des Dreikönigshauses in der Kornpfortstraße 15 (ehemalige Stadtbücherei) ist öffentlich und eintrittsfrei.

Mehr zur insgesamt von 16 bis 20 Uhr bespielten Speakers Corner > hier  und zu ISSO > da


15.05.2019

Jesses, was eine Aufregung über das EUGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung. Dabei hat das Gericht eigentlich nur das Selbstverständlichste vom Selbstverständlichen unterstrichen. Ein Unternehmer kauft ja nicht den ganzen Arbeiter und dessen gesamtes Leben, denn das wäre eine Form von Leibeigenschaft oder Sklaverei. Vielmehr schließen Unternehmer und Arbeitnehmer einen Kontrakt über die Nutzung der Arbeitskraft innerhalb definierter Zeitfenster. Wie soll dieser Kontrakt ordentlich eingehalten werden, wenn die vom Arbeiter verausgabte Arbeitszeit nicht ordentlich festgehalten wird? Arbeitszeit ist zu bezahlen und Mehrarbeit durch mehr Geld und/oder Freizeit auszugleichen. Fertig.

Mag sein, dass die Unternehmenskultur in einigen Bereichen sich inzwischen von diesem Grundsatz verabschiedet hat. Umso nötiger ist die Besinnung darauf. Ob daraus ein "bürokratisches Monster" wird, hat nichts mit dem legitimen Grundsatz zu tun, sondern hängt wesentlich davon ab, was der Politik an Umsetzungsregular und Ausnahmengeflecht einfällt. Eine praktikable Realisierung sollte im Zeitalter von Smartphone und Apps indes nicht schwieriger sein als vor 100 oder noch vor 25 Jahren der Umgang mit Stechuhren in der Industrie und Taglohnzetteln selbst im ehrwürdigsten Handwerk.


13.05.2019

Nach der Lektüre eines langen Textes über jüngere Forschungserkenntnisse der Neurowissenschaft verschalten sich meine Synapsen unaufgefordert zu diesem Spontangedanken: Die Individuen betrachtet, ist der Homo sapiens ein faszinierendes Wunderwerk; als Spezies aber ist er eine Katastrophe.

Nachtrag: Dazu passt eine eben aufgetauchte Meldung des amerikanischen Infodienstes Science Alert, wonach Wissenschaftler am 10. Mai auf Hawai den mit 415 ppm höchsten je gemessenen Wert atmosphärischer CO2-Konzentration festgestellt hätten. Ein Wert, wie es ihn in den letzten drei Millionen nicht mehr gegeben haben soll. Warten wir ab, ob sich die Messung bestätigt.


12.05.2019

Den einen gefällt es, andere verdrießt es oder bringt sie gar in Rage, doch ändern lässt es sich nicht: Die Internationalisierung und Multikulturalisierung der Gesellschaften weltweit ist heute und in kommenden Zeiten eine unabwendbare Haupttendenz der menschlichen Zivilisationsentwicklung. Zu diesem Ergebnis muss kommen, wer einen Moment mit unverstelltem Sinn über den Tellerrand der Adhoc-Dispute hinausschaut. Dort ist zu erkennen, dass schon jetzt kein Land auf Erden sich dieser Entwicklung mehr entziehen kann. Ökonomische Weltverflechtungen, globale Vernetzung von Forschung und Lehre, planetenweiter Info-, Wissens-, Kulturtransfer durch das Internet sowie wetlumspannende Bewegungsströme von Arbeitskräften, Fachleuten, Wissenschaftlern, Studierenden und Touristen: Selbst wenn es keine Flüchtlinge und keine Armutsmigration gäbe, bliebe der Weg in Richtung Globalgesellschaft unumkehrbar - zumal auch alle großen Gegenwarts- und Zukunftsprobleme globalen Charakter haben und globaler Lösungen bedürfen.


10.05.2019

Nach den lauthalsen Empörungswellen gegen Fridays for Future, gegen Wohnungsnot-Demonstranten und gegen Kühnert, melden sich nun die besonnenen und weitsichtigeren bürgerlichen Stimmen zu Wort. Erst das Handelsblatt, dann der Spiegel u.a., jetzt auch der Politikchef der "Zeit" konstatieren: Nicht Protest und Alternativsuche sind das Problem, sondern unentschlossenes bis selbstgerechtes Verharren in Verhältnissen, die eigentlich mit beherztem Zupacken rasch verändert werden müssten.

Lesempfehlungen: Bernd Ulrichs Kommentar in der aktuellen "Zeit" und der Kommentar zum Thema aus dem Handelsblatt

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Das Verrückte an der Normalität ist: Es gibt unter 80 Millionen Menschen in Deutschland, 500 Millionen in Europa, 8 Millarden auf Erden nichts, was es nicht gibt. Für jede Art Fehlverhalten, jeden Irrsinn, jede Perversion finden sich irgendwo konkrete Fälle. Babymörder, Elternmörder, Kinderschänder, Kannibalen, Sadisten, Pyromanen, Kleptomanen .... Das war seit jeher so. Dereinst erzählten Moritatensänger auf den Marktplätzen - oft gruselig ausgeschmückt - davon. Heute machen das Boulevardpresse und in je hunderttausendfacher Vervielfältigung das Internet. Weshalb der Eindruck entsteht, das Verrückte lauere an jeder Ecke. In Wahrheit jedoch sind solche "Fälle" für allgemeine oder verallgemeinernde Schlüsse völlig ungeeignet.


09.05.2019

Der derzeit allfällige Disput um die künftig zu bevorzugende Antriebsart von Autos ist kein wirklicher Beitrag zur Lösung des globalen Problemfalls "Automobil".

Dazu eine kurze Anmerkung hier (freier Lesetext)


05.05.2019

Die Hauptausgabe des mittelrheinischen Monatsmagazins "Kulturinfo" macht jetzt in ihrer Mai-Nummer mit einem halbseitigen Artikel aufmerksam auf mein unlängst erschienenes Buch "Aus Liebe zur Musik. Das Musik-Institut Koblenz im Lauf der Zeiten 1808 bis 2018". Hier der ganze Artikel über die 225 Seiten starke, reich bebilderte, als Hardcover im Schmuckschuber herausgegebene Publikation. 

Link zur Buchvorstellung (freier Lesetext)

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Der Irrsinn des Tages: Eine Kölner Studentin erzählte mir gerade, dass sie in den nächsten Ferien mit Freunden für ein paar Tage Rom besuchen wolle, die "ewige Stadt" kennenlernen. Jetzt hat sie festgestellt: Einen Flug nach Rom bekäme sie für 80 Euro, eine Bahnfahrt würde mehr als 300 Euro kosten. Da die jungen Leute aus Umweltgründen aber partout nicht fliegen wollen, nehmen sie jetzt den Bus. Die Fahrt damit kostet ebenfalls um 80 Euro, die Reisezeit beträgt allerdings 24 Stunden. Dass eine innereuropäische Bahnfahrt fast viermal so viel kostet wie ein innereuropäischer Flug, dieser schier unfassbare Schwachsinn, werte Damen und Herren von der Politik, muss aufhören!


04.05.2019

Beim traulich versonnenen Samstagsfrühstück gehen mir Gedanken über ein wunderliches, aber oft erlebtes Alltagsphänomen durch den Kopf: Sehr viele Frauen scheinen einen 7. oder 8. Sinn zu haben, der bei Männern kaum oder vielleicht gar nicht anzutreffen ist. "Woher weiß sie es?" frage ich mich häufig, wenn ich einer meiner Liebslingsbeschäftigungen draußen in der Welt nachgehe - dem dezenten, unaufdringlichen Menschenbetrachten, meist über eine ordentliche Anstandsdistanz hinweg. Wie oft ist dann zu erleben, dass die betrachtete Frau sich plötzlich umwendet, auf- und herschaut, durch Blick ihr Wissen/Spüren darüber erkennen lässt, dass du gerade hingeschaut hast. Ist das bloß Zufall? Kann das Einbildung meinerseits sein? Oder spüren die Damen das interessierte bis wohlgefällige Schauen tatsächlich? Ach, was ein irritierendes, aber schönes Rätsel.


03.05.2019

Schnellrundblick stattgefundene Aktionen der Schülerbewegung Fridays for Future am 3. Mai 2019 (Googel-Fundstellen):

Westerwaldstädtchen Montabaur (erstmals dabei, um 100 Teilnehmer nach meiner Zählung), Mainz (500+), Hannover (2000), Essen (1300), Gießen (700), Regensburg (700), Frankfurt/Oder (erstmals dabei, 200), Villingen-Schwenningen (200), Berlin ("mehrere hundert"), Grafing (erstmals dabei, "mehrere hundert"), Wasserburg (erstmals dabei, 100), Höxter (erstmals dabei, 100), Esslingen (100+), Bad Belzig (50+).Aktionsorte ohne Angabe von Teilnehmerzahlen: Bendiktbeueren, Weimar, Marburg, Frankfurt/M., Stuttgart, Tübingen, Dresden, Leipzig, Weimar, Ahaus ... . In Österreich: Salzburg, Linz, Gmunden.

!!! Für den 24. Mai ist wieder ein weltweiter Aktionstag ausgerufen. Der erste dieser Art fand am 15. März statt mit 1,8 Millionen Teilnehmern.

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Ein bisschen Satire muss sein. Vor dem Hintergrund des Kühnert-Disputs wirft mir mein Gehirn - in Anlehnung an einen Slogan von Klaus Staeck aus dem jahr 1972 - ungefragt und augenzwinkernd diesen Satz zu: "Deutsche Hartz IV-Empfänger, Rentner, Arbeiter, Kleinbürger - Kühnert und Habeck wollen euch eure Villen im Tessin, eure Wohnanlagen in Berlin und eure Steueroasen rund um die Welt wegnehmen!"


02.05.2019

Wär's nicht so ein trauriges Exempel für den Zustand der Diskurskultur im Land, man könnte lauthals lachen. Ein Juso-Vorsitzender tut endlich mal wieder, wozu Jusos eigentlich da sind: Nachdenken über andere Möglichkeiten der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung. Sogleich aber schreit es aus allen Ecken "Steiniget ihn!" - so als habe Kühnert gefordert, das Trinkwasser mit Pest-Bakterien zu impfen. Nun sind allerdings etliche seiner Überlegungen gar nicht neu, sondern waren schon mal im Ahlener Programm der CDU von 1947 angelegt. Damals stand die Welt vor derart tiefgreifenden Veränderungen, dass selbst Union-Politiker (kurzzeitig) mutige Alternativen zu denken wagten. Nach 30 Jahren neoliberaler Dominanz steht die Welt heute vor noch tiefgreifenderen Veränderungen. Da sollte man eigentlich froh sein, dass auch die SPD mal wieder jemanden hervorgebracht hat, der Diskussionen anstößt, die über den Tellerrand des "Immer weiter so" hinausweisen. Bin ich für oder gegen Kühnerts Ideen? Weiß ich noch nicht - das Geschrei lässt einem ja nicht mal Zeit und Ruhe darüber zu reflektieren und zu sprechen.


01.05.2019

Sie werden durch ständige Wiederholung weder klüger noch schlüssiger: die selbstgerecht moralisierenden, überheblichen, spöttelnden, vorurteilsbehafteten bis teils hasserfüllten Anwürfe gegen und Forderungen an die in unserer Welt sozialisierten Kinder und Jugendlichen der Bewegung Fridays for Future (FFF). Nur mal so, zum überdenken: Darf ich nicht mehr gegen die Gefahren industrieller Überzuckerung unserer Lebensmittel argumentieren, weil ich neulich einen Schokohasen verspeiste? ...

Mein Kurzkommentar zum Thema (freier Lesetext)

 

30.04.2019

Von welcher Warte aus soll man die jüngste Schauspielproduktion am Theater Koblenz beurteilen? „Maß für Maß“ heißt das Stück, das dort jetzt „uraufgeführt“ wurde; geschrieben von Stefan Wipplinger, sagen wir: in Anlehnung an Shakespeares gleichnamigen Klassiker. Ist das als eine von vielen aktualisierenden Shakespeare-Bearbeitungen zu bewerten? Oder ist es ein neues Stück, das sich auch etlicher Shakespeare-Elemente bedient? Eines ist der Abend allemal: geharnischte politische Stellungnahme dieses Theaters gegen Rechtspopulismus, Deliberalisierung der Gesellschaft und schleichende Enthumanisierung eigentlich demokratischer Staaten.

Meine Premierenbesprechung (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


29.04.2019

Ein fünf Stunden dauernder Schauspielabend - das war nun auch mein Rekord in 30 Jahren als Theaterkritiker. Erfreulicherweise darf vermeldet werden: Jan-Christoph Gockels Theatralisierung von Vladimir Sorokins Romantrilogie „Ljod – Das Eis“, „Bro“ und „23.000“ im Kleinen Haus des Mainzer Staatstheaters wurde mir an kaum einer Stelle lang und schon gar nicht langweilig.

Meine Premierenbesprechung (4400 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


28.04.2019

Es geht die Nachricht um, die Groko stünde kurz vor einer Eingung über die Einführung einer CO2-Abgabe. Gegen eine politische Steuerungsmaßnahme mit dem Ziel der CO2-Reduktion ist im Grunde nichts einzuwenden. Die klimapolitische Ernsthaftigkeit des Ergebnisses wird indes daran zu bemessen sein, welche Art sozialen Ausgleichsmechanismus sie enthält. Einfach nur Erhöhung der Gesamtabgabenlast für alle wäre keine Klimapolitik, sondern Abzocke. Ich plädiere als Ausgleichsmechanismus für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel und Waren des täglichen Hausbedarfs. Warum? Weil die weniger wohlhabenden und ärmeren Bevölkerungsschichten dafür einen sehr großen Anteil ihres Einkommens ausgeben müssen, von einer MwSt-Senkung also den meisten Nutzen hätten.


27.04.2019

Obwohl in den meisten Bundesländern am Freitag (26.4.) noch Ferien waren, liefen auch dort die Schülerdemos Fridays for Future weiter. In manchen Städten waren sie größer als sonst, in anderen etwas kleiner. Beim schnellen Netzrundblick stieß ich für Aktionen am gestrigen Freitag auf diese Angaben (Zufallsauswahl): Bremen (2500), Münster (2000), Lübeck (450), Weyhe/Kreis Diepholz (500), Oldenburg ("mehrere Hundert"), Hildesheim (500), Bad Tölz (150), Jena (500+), Eichstätt (500), Neunkirch (100+), Bonn (700), Düsseldorf (500), Filderstadt (erstmals dabei, 80), Stuttgart ("mehrere Hundert"), Konstanz (200). Aktionen ohne Angaben zur Teilnehmerzahl: Bielefeld, Paderborn, Berlin, Oldesloe, Templin, Frankfurt, Köln, Aachen, Dortmund; Wien, Zürich....


26.04.2019

Nach einigen Tagen Osterurlaub bin ich wieder hier in meinem Revier. Derweil im Westerwald noch alle auf die von den Wetterfröschen versprochene "Regenfront" warten, bislang aber nur ein bisschen Getröppel angekommen ist, wird es Zeit für meine Monatskolumne "Quergedanken". Die Folge 170 handelt u.a. von den Wahlen, die für 26. Mai ins Haus stehen. Hier in Rheinland-Pfalz wird der Wahlgang eine schier arbeitsreiche Sache, weil sich zur Europawahl obendrein diverse Akte Kommunalwahl gesellen. Und in Koblenz wird eine Woche vorher auch noch demonstriert - unter dem Motto: "Zukunft! Für unser Klima, für Demokratie, für sozoale Gerechtigkeit. Gegen das Nichtstun der Politik!"

Quergedanken Nr. 170: Demonstrieren UND Wählen? Passt! (freier Lesetext)


16.04.2019

Das Theater Koblenz hat mit „Die dunkle Nacht der Seele“ eine bemerkenswerte Ballettproduktion uraufgeführt. Was Ballettchef Steffen Fuchs den 16 Tänzern zum zweistündigen Abend choreografierte, ist ästhetisch und tanztechnisch interessant, sinnlich, teils auf- und berührend. Dabei hat er es mit der Musikauswahl sich, der Compagnie, der Rheinischen Philharmonie, dem Opernchor, sängerischen wie instrumentalen Solisten und auch dem Publikum nicht leicht gemacht: Die neben zwei Bach-Bearbeitungen benutzten Stücke von Arvo Pärt bieten Tanzimpulse keineswegs freigiebig an, und teils verweigern sie auch das wohlige Bad in Harmonien.

Meine Premierenbesprechung  (5000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


26.04.2019

Nach einigen Tagen Osterurlaub bin ich wieder hier in meinem Revier. Derweil im Westerwald noch alle auf die von den Wetterfröschen versprochene "Regenfront" warten, bislang aber nur ein bisschen Getröppel angekommen ist, wird es Zeit für meine Monatskolumne "Quergedanken". Die Folge 170 handelt u.a. von den Wahlen, die für 26. Mai ins Haus stehen. Hier in Rheinland-Pfalz wird der Wahlgang eine schier arbeitsreiche Sache, weil sich zur Europawahl obendrein diverse Akte Kommunalwahl gesellen. Und in Koblenz wird eine Woche vorher auch noch demonstriert - unter dem Motto: "Zukunft! Für unser Klima, für Ddemokratie, für sozoale Gerechtigkeit. Gegen das Nichtstun der Politik!"

Quergedanken Nr. 170. Demonstrieren UND Wählen? Passt! (freier Lesetext)


12.04.2019

Aktionen von Fridays for Future am heutige Die Folge 170n 12. April (schneller Netzrundblick, Zufallsauswahl). Mancherorts sind schon Osterferien oder haben heute begonnen, was offenbar weder der Vielzahl noch der Beteiligung Abbruch tat. Vermehrt ändern sich die Aktionsformen, sind Streiks und/oder Demos etwa verknüpft mit Fahrradkorsos, Müllsammelaktionen oder Protestwanderungen.

Hamburg (2500, Unterstützung der Initiative "Radentscheid"), Berlin (1500), Mainz (1000), Radevormwald (1000), Bremen (800), Göttingen (500), Lübeck (600 bei Fahrraddemo), Köln (500), Trier (350), Koblenz (250+), Ingelheim (100), Stuttgart (600+), Würzburg (300+), Potsdam ("mehrere hundert"), Rendsburg (200), Magdeburg (200), Celle (250+), Peine (250), Bad Hersfeld (150), Insel Wangerooge (100), Frankfurt/M. (2000)

Keine Teilnehmerzahlen gefunden: Chemnitz, Gera, Bad Pelzig, Bernau, Königs Wusterhausen, Hannover (Fahrraddemo), Mannheim, Wiesbaden, Bonn (u.a. Fahrraddemo)... Insgesamt soll es an diesem Freitag in rund 100 deutschen Orten FFF-Aktionen gegeben haben.

Österreich: In Villach zog die Streikdemo an die Drau zur Müllsammelaktion. In Linz startete eine mehrtägige Wanderung älterer Schüler zum Dachstein, um auf die bedrohliche Schmelze der Alpengletscher aufmerksam zu machen.


11.04.2019

Es ist eine interessante, wenn auch kleine Kabinettausstellung, die derzeit im Historischen Museum Speyer das Thema „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“ beleuchtet. Die feine Präsentation über den von 364 bis 375 n. Chr. vor allem von Trier aus regierenden weströmischen Kaiser hat jetzt Zuwachs bekommen durch ein weltweit einmaliges Exponat: den rekonstruierten und restaurierten Prachtstuhl aus dem „Barbarenschatz von Rülzheim“. Mit diesem 2013 einem pfälzischen Raubgräber von der Polizei entrissenen Fund verbindet sich nicht nur eine Kriminalstory über die ich seinerzeit berichteten. In den folgenden fünf Jahren hat sich um den Rülzheimer Schatz eine hoch spannende Forschungsgeschichte entwickelt, die am 26. Juni in Koblenz ihren vorläufigen Höhepunkt finden wird.

Mein Artikel dazu  (5000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


08.04.2019

Angesichts des sozialen Sprengsatzes ungenügender Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum, werde ich folgenden einfachen Gedanken nicht mehr los: Wenn die Privatwirtschaft nicht in der Lage ist, den Missstand an Grundversorgung zu beseitigen, muss die Gemeinschaft diese Aufgabe selbst übernehmen. Damit hat Deutschland nach Kriegsende gute Erfahrungen gemacht mittels Kombination zweier Methoden: 1. Bau und Unterhalt von Sozialwohnungen in großem Umfang durch den Staat selbst: 2. Bau und Unterhalt preiswerter Wohnungen durch Wohnbaugenossenschaften. Rückblickwend war es ein schwerer politischer Fehler, vor allem ab den späten 1980ern im Zuge des Privatisierungshypes, Hunderttausende Sozialwohnungen aus Gemeinbesitz in Privateigentum/privates Konzerneigentum umzuwandeln.


06.04.2019

Netzrundblick Aktionen Fridays for Future am gestrigen 5. April. Auf die Schnelle gefunden mit Angabe der Teilnehmerzahl: Hamburg (2000), Berlin (1500), München (1600), Forchheim (ertsmal dabei, 450), Korbach (350), Leipzig (300+), Solingen (250), Eckernförde (150), Paderborn (erstmals während der Schulzeit, 500), Marburg ("mehrere Hundert"), Schwerin (300+), Esslingen (erstmals dabei, 150), Nürnberg (1000), Beverungen (ertsmals dabei, 150+), Uelzen (400+), Weinheim (erstmals dabei 500), Bad Kreuznach (200), Schwenningen (250), Brandenburg/Havel (erstmals dabei, "mehrere Hundert"), Einbeck (50+), Plauen (200+)

Ohne Teilnehmerzahl: Hamm, Zülpich, Duisburg, Ahaus, Frankfurt, Kassel, Wunsiedel, Wiesdorf, Aachen, Schweinfurt, Bad Ems, Orscholz...

In Österreich (überwiegend keine Teilnehmerzahlen gefunden): Ried am Inn, Klagenfurt, Wien (2500), Schärding, Innsbruck, Linz ....


05.04.2019

2029 wird das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal Austragungsregion der Bundesgartenschau (Buga). Nun drehen sich viele Überlegungen darum, wie nicht nur das mehrmonatige Event von Bingen bis Koblenz in zehn Jahren selbst zu einem Erfolg werden kann. Vielmehr steht die Frage im Raum: Welche nachhaltigen, über die Buga hinaus die Region vorwärts bringenden Veränderungen können, sollen, müssen im Vorfeld in Angriff genommen werden? Dazu fand unlängst in der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein ein Tagung statt mit Vorträgen von Wissenschaftlern und Fachleuten aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Österreich und der Schweiz unter der Überschrift: „Oberes Mittelrheintal – Zum Umgang mit einer europäischen Kulturlandschaft“.

Mein ausführlicher Tagungsbericht (Langfassung, freier Lesetext)


03.04.2019

Koblenz hat sich erdrosselt! Gestern (Dienstag 2.4.) kurz nach 17 Uhr: Versuch, einen Kollegen im Industriegebiet aufzunehmen und gemeinsam zu einem Plauderessen in der Innenstadt zu fahren. Versuch gescheitert. Auf sämtlichen Haupt- und Nebenstraßen inklusive einschlägigen Schleichwegen galt - ob nach Nord, Süd, Ost oder West, ob hinein, hinaus, mittendurch oder außenrum: rien ne va plus, nichts geht mehr! Verkehrskollaps, Totalverstopfung in der und um die Zwei-Flüsse-Stadt. Es war/ist vielleicht doch nicht die klügste Idee, alle drei Rheinbrücken gleichzeitig sanieren zu wollen.

Mal generell gesprochen: Wenn es nicht gelingt, die ländlichen Einzugsgebiete mit praxis-/lebenstauglichen ÖPNV-Systemen an die Ballungsräume, Großstädte, Oberzentren anzubinden, werden die urbanen Räume absehbar allein schon am "normalen" automobilen Pendleraufkommen ersticken. Schon jetzt haben wir doch eine Situation, dass bereits kleinste Unregelmäßigkeiten im Verkehrsfluss zum Verkehrskollaps führen. Dies umso drastischer, wenn - wie jetzt in KO - durch nicht nachvollziebares Bautiming, eine zeitgleiche Ballung von Unregelmäßigkeiten auftritt.


02.04.2019

2018 hatte ich ja ein neues Auto gekauft und leider akzeptieren müssen: Selbst dieser Kleinwagen ist mit tausenderlei überflüssigem Elektro-Tinnef vollgestopft, der vor allem dazu da zu sein scheint, einen vom Verkehr abzulenken. Drei Viertel davon habe ich bis heute nicht genutzt, weil fürs vernünftige Autofahren völlig belanglos. Zum übrigen Viertel gehören einige automatische Funktionen, die sich (unabschaltbar) gewaltsam aufzwingen - etwa die Stop-Start-Automatik oder die Phasenschaltung des Scheibenwischers, die macht, was sie will, nur nicht das, was ich brauche. Jetzt aber, bei der Uhrenumstellung, diese unfassbare Vorsintflutlichkeit: Weder die Fahrzeuguhr noch die Uhr des technisch grandios überladenen Autoradios kriegt etwas hin, was mein 19-Euro-Wecker schon seit 13 Jahren kann: sich selbsttätig auf Sommer-/Winterzeit umstellen. "Fortschritt" - umpf.


01.04.2019

Auf die Bühne des Bonner Schauspielhauses in Godesberg ist eine Turnhalle gebaut. Der Schulhausmeister schlurft umher, lässt den Vorhang hochfahren, macht Licht. Hier hat das Stück „Frau Müller muss weg“ Premiere. Die gallige Gegenwartskomödie wird derzeit viel gespielt, kam 2015 auch in einer Verfilmung von Sönke Wortmann ins Kino. In der Turnhalle versammeln sich die Elternvertreter der Klasse 4b. Grund: Wenige Wochen vor Vergabe der für den Übergang ins Gymnasium entscheidenden Zeugnisse sind die Noten im Sinkflug. Schuld daran sei die vermeintlich labile Lehrerin, meinen die Eltern – derer fünf nun antreten, um sie zur Abgabe der Klasse zu zwingen.

Meine Premierenbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Großes Handlungsballett am Staatstheater Wiesbaden. Tim Plegge, Chef des Hessischen Staatsballetts hat dafür nicht aufs tanzklassische Repertoire zurückgegriffen, sondern eine Anleihe beim Schauspiel genommen: Vertanzt wird Ferenc Molnárs Arme-Leute-Stück „Liliom“ – 2018 in diesem Haus und derzeit in Bonn als Sprechtheater zu sehen. Es gab am Ende des zweieinviertel Stunden dauernden Abends stürmischen Applaus für die atmosphärestarke und berührende Ballettproduktion.

Meine Premierenbesprechung (4200 Anschläge. RZ-Text, 49 Cent)

30.03.2019

Die Schülerbewegung Fridays for Future scheint vorerst keine Ende nehmen zu wollen. Während die Aktionen in manchen Städten immer wieder vorübergehend pausieren, kommen jeden Freitag auch neue Orte hinzu. Es ist an der Zeit sich einige Sachverhalte vor Augen zu führen, die diese Bewegung unserer Jüngsten zu einem so noch nicht dagewesenen Phänomen machen. Zugleich liegt nun die erste Studie vor, die der Frage nachgegangen ist "Wer demonstriert da warum?". 

Mein kleiner Faktencheck (freier Lesetext)

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Drei Tanzproduktionen mit völlig unterschiedlichen Ausdrucksformen an einem Abend. Geboten von drei Ensembles aus drei Ländern. Zeitversetzt aufgeführt in drei Spielstätten des Mainzer Staatstheaters. Das war jetzt der Auftakt zum „tanzmainz festival #3“, in dessen Dienst das Theater elf Tage lang sämtliche personellen und technischen Ressourcen sowie Bühnen stellt. Bis zum 6. April zeigen 15 Compagnien aus Europa, Amerika und Asien einen Querschnitt aus dem aktuellen Weltgeschehen der modernen Tanzkunst.

Mein Artikel anlässlich des Eröffnungsabends (4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


29.03.2019

Rundblick im Netz, Aktionen heute (29. März) Fridays for Future. Auf die Schnelle gefunden: Berlin (15000 bis 25000), Münster (2000), Düsseldorf (500), Köln (400), Dortmund (400), Göttingen (300), Offenbach erstmals dabei (350), Wolfsburg (200), Bad Gandersheim (150)... Ohne Zahlenangaben Weilerswist, Jena, Dresden, Eutin, Kulmbach; Wien, Gmunden ...


28.03.2019

Doch ja, ich würde es begrüßen, wenn die Briten eine zweite Volksabstimmung über den Brexit abhalten würden. Nein, das hat nichts zu tun mit "so lange abstimmen, bis das Ergebnis passt"; zumal der Ausgang durchaus offen ist. Es hat vor allem zu tun mit zwei Umständen: 1. Im Unterschied zur Propaganda-vernebelten Erstabstimmung wissen nun ALLE Briten, worum es tatsächlich geht. Und 2. (dies für die Formalisten): Was macht man in Demokratien für gewöhnlich, wenn aus Wahlen keine handlungsfähige Regierung hervorgeht? Ganz einfach: Man wählt nochmal. Warum sollte für Volksabstimmungen partout nicht gelten dürfen, was für Parlamentswahlen gilt?


27.03.2019

Der März endet. Damit ist es Zeit, den Winter 2018/19 meteorologisch zu bilanzieren. Das geht kurz und bündig so: Es hat in unseren Breiten außerhalb der alpinen Räume - einmal mehr - keinen Winter gegeben. Die Tage strengen Frostes sind an zwei Händen abzuzählen, für diejenigen mit Schnee und Eis braucht es nur eine. Man muss nichtmal die Wissenschaft bemühen, um das einzuordnen: Von dem, was seit meiner Urgroßeltern Zeit (dem mittleren 19. Jahrhundert) als wintertypisch überliefert wurde, ist im frühen 21. Jahrhundert eigentlich nur die längere Dunkelheit geblieben.


25.03.2019


©Foto: Jens Weber

Etwa 150 Interessierte kamen am Samstag auf der Festung Ehrenbreitstein zu einer Tagung zusammen. Von früh bis in den Abend hörten sie Vorträge von Wissenschaftlern und Fachleuten aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Österreich und der Schweiz unter dem Leitthema: „Oberes Mittelrheintal – Zum Umgang mit einer europäischen Kulturlandschaft“. Es geht dabei nicht ausdrücklich um die Bundesgartenschau (Buga), die 2029 das Unesco-Welterbegebiet von Koblenz bis Bingen umfassen soll. Denn auch ohne das Mammutprojekt wäre eine Perspektivendiskussion für das Welterbetal überfällig. Allerdings schwingt die Buga im Hintergrund stets mit.

Mein kompakter Tagungsbericht (4800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


23.03.2019

Wegen Zeitmangels erst heute und auch nur sehr knapp der Netz-Rundblick auf die Aktionen von FridaysforFuture gestern am 22. März. Wie erwartet, ist nach den Riesendemos am 15.3. diesmal alles etwas kleiner verlaufen. Auffällig allerdings: Es sind auch gestern eine Menge Städte hinzugekommen, wo es erstmals FFF-Aktionen gab, so zB Ludwigshafen (400), Herford (300), Oderan (250), Eichstätt (500), Waldshut (300), Hanau (?), Hof (?)... Weitere Orte in Deutschland, die ich auf die Schnelle gefunden habe: Münster (200), Stuttgart (1000), Köln (500), Berlin (1000+), Ilmenau (200), Remscheid (800), München (1600+)... In NRW sollen es gesamt 5000 gewesen sein. Schwerpunkt in Westeuropa war gestern Norwegen, wo "einige zehntausend" Schüler auf den Straßen waren.

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Leseempfehlung. Famoser Artikel aus der "Zeit", an FDP-Lindner aufgehängt, aber nicht nur ihn meinend. Auszug: "... Politiker wie Lindner oder Altmaier empfinden offensichtlich schlicht alle ökologischen Grenzen als Beleidigung ihres Intellekts und ihrer diskursiven Fähigkeiten. Weil sie jedoch mit der Natur auf Dauer schlecht diskutieren können, übertragen sie ihren Ärger einfach auf den politischen Gegner. Denn sie tun so, als hätten die bösen Grünen oder die verrückten Schüler die planetarischen Grenzen erfunden. Und wollten nur aus reiner Boshaftigkeit das Porschefahren teurer machen..."

"Klimawandel: Die Liberalen verstehen die Welt nicht mehr" (hier)


22.03.2019

Es gibt derzeit im Netz eine Menge Leute, die sich um die Integrität von Greta Thumberg und FridaysforFuture "sorgen". Dabei sind im wesentlichen zwei Gruppen zu unterscheiden. Die eine versucht, zu ergründen, welche düsteren Kräfte im Hintergrund Greta als ihre Marionette aufgebaut haben könnten. Die andere Gruppe weiß vorgeblich schon, welche Kräfte das sind und posaunt darüber die krudesten Theorien in die Welt.

Eine Anmerkung dazu (freier Lesetext)


20.03.2019

"Latrinen aller Geschlechter vereinigt euch!" habe ich die aktuelle Nr. 169 der Monatskolumne "Quergedanken" betitelt. Natürlich ist das eine Art nachfastnachtliche Betrachtung. Diese schreibt sich jedoch weder das Abwatschen noch die Glorifizierung von AKK aufs Panier. Eher geht es um den grundsätzlichen Umstand, dass wissenschaftlicher Fortschritt, gesellschaftliche Freiheitlichkeit und moderne Aufklärung im althergebrachten Weltbild fest verankerte Ordnungs- und Normalitätsvorstellungen erschüttern. Der Homo sapiens besteht nun mal objektiv nicht nur aus zwei Geschlechtern.

"Quergedanken" Nr. 169 hier (freier Lesetetxt)


19.03.2019

Seit den frühen 1990ern gibt es in Koblenz alljährlich ein Ereignis, von dem die breite Öffentlichkeit daheim zwar nur wenig Notiz nimmt, das aber in einem speziellen musikalischen Fach weltweit höchstes Ansehen genießt: das International Guitar Festival & Academy. Im jetzt 27. Jahrgang belegt das Festival im Juni eine gute Woche lang (2.6. - 10.6.) die gesamte Rhein-Mosel-Halle sowie das Kurfürstliche Schloss. Dann kommen wieder Gitarristen vornehmlich der klassischen und jazzigen Richtung aus rund 50 Ländern nach Koblenz, um zu lehren, zu lernen und zu konzertieren. In diesem Jahr wird Wolf Biermann mit dem unregelmäßig vergebenen Ehrenpreis des Festivals für ein bedeutendes Lebenswerk ausgezeichet. 

Mein Artikel über Anfänge, Entwicklung, Gegenwart des Festivals (freier Lesetext)


18.03.2019

Hinter Glas ein Werk, das aussieht, als habe es bei einem Wohnungsbrand nur schwer beschädigt gerettet werden können: rußverschmiert, die Leinwand angesengt, Farbe und Lack blasig, die Oberfläche vom Feuer aufgerissen. Doch ist, was da im Hauptsaal des Richard-Meier-Baus an der Wand hängt, nicht das Überbleibsel eines Unglücks. Vielmehr handelt es sich um eines der Feuerbilder, mit denen Otto Piene in den 1960ern das Ausdrucksspektrum der zeitgenössischen Kunst erweitert hat. Dem 2014 verstorbenen Künstler widmet das Arp Museum jetzt eine hochkarätige Ausstellung unter dem Titel „Otto Piene – Alchemist und Himmelsstürmer“.

Meine Ausstellungskritik (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Ein hübsches Eingangsstück, ein Mittelteil, über den die Meinungen etwas auseinandergehen, ein Finale, das die Hörerschaft in der Rhein-Mosel-Halle reihum entzückt: So ließe sich kompakt das achte Anrechtskonzert beim Musik-Institut Koblenz resümieren. Das wurde unter Leitung Garry Walkers orchestral von der Rheinischen Philharmonie bestritten. Der solistische Gast kam mit der international hoch angesehenen Sopranistin Michaela Kaune diesmal aus dem Gesangsfach.

Meine Konzertbesprechung (3800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


17.03.2019

William Forsythe, Altmeister der zeitgenössischen Ballettavantgarde, hatte 2010 in Frankfurt das Projekt "Motion Bank" ins Leben gerufen. Dessen Bemühen um Dokumentation von Tanzproduktionen mittels modernster Motion-Capture-Kameratechniken und Computervisualisierung musste 2013 eingestellt werden. Forsythe's früherer Mitarbeiter Florian Jenett hat es als Professor an der Hochschule Mainz jüngst wieder aufgenommen. Eines der ersten Ergebnisse ist nun eine Kooperation der Hochschule mit der Compagnie von tanzmainz und der Kunsthalle Mainz. Diese verbindet Tanzkunst, deren technische Dokumentation sowie von der Choreografie angeregte Arbeiten von sechs Bildenden Künstlern zum Gesamtprojekt "Between us".

Mein Bericht dazu (4600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


16.03.2019 (10.25 Uhr)

Greta Thumberg teilt soeben mit: Nach den jüngsten Rückmeldungen ergibt sich, dass in summa am gestrigen Freitag weltweit 1,4 MILLIONEN Menschen an Aktionen von FridaysforFuture teilgenommen haben. Hätte es nicht diesen entsetzlichen rassistischen Terroranschlag auf betende Muslime in Neuseeland gegeben, dieser Freitag hätte als Tag der Freude und großer Hoffnung verzeichnet werden können. Es bleibt neben Trauer um die Terroropfer, Mitgefühl für deren Angehörige und Zorn auf den/die Täter zugleich der Gedanke: Junge Leute, die in der Gewissheit für mehr Klimaschutz streiten, dass sie Freunde und Mitstreiter in aller Welt und unter allen Völkern haben, sind für Rassimus weniger bis gar nicht anfällig.


15.03.2019 (18.30 Uhr)

FRIDAYS4FUTURE, globaler Aktionstag. Mein schneller Netzrundblick muss heute vor der Masse der Nachrichten kapitulieren. In den meisten Städten haben viel mehr Schüler und Leute mitgemacht als erwartet. Und auch in Örtchen, von denen ich noch nie gehört habe, gab es Demos. Ein paar Überblickszahlen zu Teilnehmern sowie etliche Einzelbeispiele:

Deutschland gesamt: ca 300 000. Australien gesamt: ca 150 000. Österreich gesamt: ca 30 000. Schleswig-Holstein gesamt ca 15000. Meck-Pom gesamt: 4600. Rheinland-Pfalz gesamt: ca 6000.

Einzelne Städte (Inland): Berlin 25000, Köln 10000+, Hamburg 10000+, Bremen 5000, Kiel "tausende", München ca 10000, Frankfurt/M um 9000, Lübeck 2500, Münster 2500, Jena 1300, Rostock 1200, Erfurt 500, Schwerin 800, Regensburg 1000, Mannheim 1200, Mainz 1200, Göttingen 1000, Koblenz 500+, Frankenthal 800, Trier 700, Neustadt/Weinstr. 400....

Ausland: Melbourne 20000, Wien 10000+, Innsbruck 5000, Linz 3500... Nachtrag: Es gab große bis sehr große Aktionen u.a. auch in Rom, Paris, London, Madrid, Warschau, Bangalore, Hongkong, Tokio.... Es gab Aktionen in der Türkei, der Ukraine, in Brasilien.... Und es gab Aktionen in mehr als 100 Städten der USA.


14.03.2019

Bemerkenswerter Leitartikel auf Seite 1 der Wochenzeitung "Die Zeit" über die Beweggründen der weltweiten Schülerbewegung für eine effektive Klimaschutzpolitik. Auszug: "(...) Dieser Zeitdruck (beim Kampf gegen den Klimawandel. ape) konstituiert einen harten Interessengegensatz zwischen denen, die in 30 Jahren 50, und jenen, die dann 100 sind. Weil den einen dann das Wasser bis zum Hals stehen könnte, während die anderen nicht mehr auf dieser Welt sind. (...) Wenn die Politik so weitermacht, dann läuft nicht nur Deutschland in einen Generationenkonflikt hinein, gegen den 68 ein Kindergeburtstag war. Damals ging es vor allem um die deutsche Vergangenheit (und den Krieg in Vietnam), heute geht es um die globale Zukunft. Freitag wird wieder demonstriert, wohl so zahlreich und so international wie bislang noch nicht."

Der ganze Text hier


12.03.2019

Vergangene Woche hatten 700 Wissenschaftler/innen eine Stellungnahme der Initiative #Scientists4Future zu Unterstützung der Schüleraktionen für mehr Klimaschutz unterschrieben. Bei Veröffentlichung der Stellungnahme heute (12.3.2019) sind es mehr als 12 000 renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftspublizisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die gemeinsam erklären: "Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt".

Wortlaut der Erklärung

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FRIDAYS FOR FUTURE, globaler Aktionstag am 15.03.2019. Die Schüler haben ALLE umweltbewussten Menschen aufgerufen, an ihren Demonstrationen teilzunehmen. > Überblick über bis eben für diesen Freitag gemeldete Aktionen in Rheinland-Pfalz und angrenzenden Regionen:

RLP: Bad Kreuznach (11.30 Paulskirche), Mainz (10.00 Hauptbahnhof), Ingelheim (10.00 Bahnhof), Koblenz (11.55 Hauptbahnhof), Trier (10.00 Domfreihof), Kaiserslautern (11.30 Hauptbahnhof), Landau (10.00 Rathausplatz), Neustadt/Weinstr. (10.00 Marktplatz), Speyer (11.00 St.-Guido-Stifts-Str.), Frankenthal (11.00 Speyrer Tor), Worms (10.00 Hauptbahnhof), Altenkirchen (17.00 Marktplatz).

Nachbarschaft: Heidelberg (11.00 Marktplatz), Mannheim (11.00 Schloss Ehrenhof), Darmstadt (10.00 Luisenplatz), Frankfurt/M (12.00 Bockenheimer Warte), Wiesbaden (12.00 Hauptbahnhof), Saarbrücken (10.00 Kongresshalle), Gießen (11.30 Berliner Platz), Siegen (10.30 vor Bluebox), Siegburg (9.30 Siegburg Markt), Bonn (9.30 Münsterplatz), Köln (9.00 Bahnhofsvorplatz)


11.03.2019

„Heimat, das ist eine Emotionswolke“, erklärte Konrad Wolf jetzt in Mainz bei der Vorstellung des Programms für den Kultursommer Rheinland-Pfalz 2019. Heimat bedeute Vielfalt in positivem Sinne, könne und dürfe gerade kein Ausgrenzungsbegriff sein. Derart umreißt der Kulturminister zugleich die Grundintention, die mit dem diesjährigen Motto "heimat/en" verfolgt wird: Vom Oberwesterwald bis in die Südpfalz sollen viele der 200 vom Kultursommer geförderten Projekte jene Elemente ins Bewusstsein rücken, aus denen sich die kulturelle Vielgestaltigkeit und Offenheit von Heimat zusammensetzt.

Mein Vorbericht (4800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Langer Beifall von einem berührten Publikum. Zwei Stunden hat das neunköpfige Ensemble eindringlich, ernsthaft und ohne überdrehte Sperenzien den Fall des jungen Deutschen Hans verhandelt. Der wird von seiner Tante Alex beauftragt, sich an der Uni Cambridge in einen elitären Zirkel einzuschleichen, um dort begangene Verbrechen aufzuklären. Diese Geschichte machte 2017 als Roman „Der Club“ von Takis Würger in der Literaturszene Furore. Jetzt hat Regisseur Philipp Krenn mit Anna-Sophia Güther und den Schauspielern eine Theaterfassung daraus gemacht und im Staatstheater Wiesbaden auf die Bühne gebracht.

Meine Premierenkritik (3600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


10.03.2019

Die Konzertbesucher und Öffentlichkeit vergessen oft, dass Orchestermusiker auch lohnabhängig Beschäftigte sind, ganz normale Angestellte mit hierzulande ganz normalen Pflichten und eben auch Rechten. Etwa dem Recht auf freie Wahl einer Belegschaftsvertretung, die die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber vertritt. Mit dem beim Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz aus fünf Vertretern bestehenden „Personalrat“ habe ich gesprochen, um mal einen Blick hinter den Kulissen auf dieses Gremium und seine Arbeit zu werfen.

Hier mein Bericht (freier Lesetext, 11700 Anschläge)

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"Wenn sich Kinder und Teenager politisch äußern, verlieren manche Erwachsene die Fassung. Warum eigentlich? Über Greta Thunberg, ihre Anhänger und ihre Gegner." Zu diesem Thema hat Tobias Rüther - ein "links-grüner Versiffung" eher unverdächtiger Feuilletonist der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) einen langen, sehr nachdenklichen und klugen Artikel geschrieben. Dessen Lektüre möchte ich allseits ans Herz legen. 

Siehe Artikel in der FAZ                            


09.03.2019

So, nach ein paar freien Tagen wieder volles Programm in der Schreibstube. Neben dem im März opulenten Aktuellgeschäft ist noch der letzte Schliff am Vortrag "Heimat - Kampfbegriff, Sehnsuchtsort, Utopie" zu machen (11.4. Haus Felsenkeller Altenkirchen, 8.5. Marienberger Seminare Bad Marienberg). Parallel habe ich mit der Materialsammlung für Herbstvorträge über Leben und Werk des Alexander von Humboldt begonnen. Schon die ersten Sichtungen in dessen jetzt 250. Geburtsjahr lassen deutlich werden: Das ist inhaltlich brandaktueller Stoff, denn dieser Humboldt war nicht einfach ein forschender Abenteurer. Er war vielmehr einer der ersten neuzeitlichen Wissenschaftler und Denker, der aus Betrachtung der Realität die Erkenntnis ableitete, dass auf unserem Planeten "alles mit allem vernetzt ist" - auch das Soziale, Politische, Ökonomische mit dem Ökologischen.


05.03.2019

Interessante Entwicklung: Wissenschaftler und prominente Wissenschaftspublizisten stellen sich in großer Zahl (bis jetzt mehr als 700) mit ernstem Appell an die Seite der jungen Menschen von Fridays for Future. Mit dabei zB Hans-Joachim Schellnhuber, Claudia Kemfert, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Eckart von Hirschhausen, Ranga Yogeshwar, Barbara Praetorius, Dirk Uwe Sauer, Sven Plöger ...

Siehe hierzu Bericht des "Tagespiegel" Berlin

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In einer Sache möchte man diversen Zeitgenossen einfach genaueres Hinschauen empfehlen: Der inzwischen fast sprichwörtlich gewordene Vorwurf, Umwelt- und Klimaschützer würden Panik und Weltuntergangsszenarien verbreiten, ist weitenteils nur ein (von interessierter Seite gepflegtes) Vorurteil. Die Warnungen, der Klimawandel werde gravierende Auswirkungen auf die Zivilisation haben und das zeitnäher als bislang angenommen, werden sprachlich (Framing) einfach zu "Weltuntergangs-/Apokalypseszenarien" umgedeutet. Dabei sind diese Warnungen ja keine Fantasmen, sondern wissenschaftsgestützte Sachaussagen. Ebenso die Feststellung, dass das Zeitfenster zum tatsächlich effektiven Gegensteuern immer kleiner wird.

Wir haben im Moment leider eine Situation, dass Teile der Öffentlichkeit schon die Verbreitung solcher Sachaussagen, erst recht alle Überlegungen, was daraus für Konsequenzen zu ziehen seien, mit dem Bannstrahl der "Panikmache" belegen - womöglich um dadurch den wissenschaftlichen Forschungsstand selbst unglaubwürdig/lächerlich zu machen. Panik und Hysterie mache ich derzeit aber vor allem auf Seiten derer aus, die - je deutlicher die Unausweichlichkeit einer ökologischen Wende wird - bis zur wildgewordenen Gehässigkeit auf Wissenschaft, Warner und für die Öko-Wende engagierte Menschen (derzeit vor allem die Generation der eigenen Kinder und Enkel) dreinschlagen.


04.03.2019

11.30 Uhr, Rosenmontag, Unterwesterwald: Teils strahlend blauer Himmel und Sonnenschein bei 12 Grad. Allerdings klappert, poltert, pfeift, heult, quietscht es gehörig im Gebälk und drumherum. Wir würden hier nicht "schweren Sturm" nennen, was da ums Haus und über die Landschaft rumort. Aber der Wind weht kräftig bis sehr kräftig - und ich sah eben auf der Fahrt zum Nachbarort auch einige umgefallene Bäume und etliche Astbrüche. Also ihr Jecken da draußen bei de Züch: Gebt ein bisschen acht auf euch und die Mitfeierer. Ansonsten: Habt Spaß an der Freud.


03.03.2019

Ausgedehnte Lektüre der Wochenzeitungen beim Sonntagsfrühstück bestätigt meinen Eindruck, dass sich im globalen Zeitgeist zwei neue Tendenzen breitmachen. 1. Die Weiterentwicklung des Umweltschutzdenkens in Richtung eines stärker werdenden Verlangens nach einer echten und durchgreifenden ökologischen Wende. 2. Ein von linken Systemkritikern über die Wirtschaftswissenschaften bis in konservative IWF-Kreise reichendes Nachdenken über eine sozialökonomiosche Wende. Darüber also, dass der Kapitalismus "gezähmt" oder "zivilisiert" werden muss, die Ausdehnung der Kluft zwischen Reich und Arm gestoppt werden muss und die Priorität des Wirtschaftens auf Gemeinwohlnutzen und Sozialpflichtigkeit des Kapitals zu setzen ist, statt auf Shareholder-Value und unmäßige Funktionärsbereicherung.

Dazu mag man nun im einzelnen stehen wie man will. Zuerst einmal ist einfach festzuhalten: Es gibt beide Tendenzen in unterschiedlichster Ausprägung auf breiter Front (nicht zuletzt jetzt in den USA). Und besonders interessant wird die Sache dort, wo beide Tendenzen - vernünftigerweise und naturgemäß - eng miteinander verzahnt auftreten.


01.03.2019

Fridays for Future, 1.3., schneller Netzrundblick (unvollständig) auf heutige Aktionen in Deutschland. Gefunden Folgendes: Größte Demo in Hamburg mit Greta Thunberg als Gast (Zahlen unklar, schwanken von 4000 bis "mehr als 10 000" bei BILD-online). Münster (1000), Düsseldorf (500), Weimar (200), Neumünster (500), Werries/Hamm ("Hunderte"), Stuttgart (200), Springe in Niedersachsen (200), Dannenberg (180), Hof (230), Dortmund (300), Greifswald (100). Weitere Aktionen ohne Zahlenangabe: Biberach, Nürnberg, Frankfurt/M., Regensburg, Essen, Reutlingen, Bersenbrück, Deggendorf, Magdeburg, Marburg....

 

01.03.2019

Fridays for Future, 1.3., schneller Netzrundblick (unvollständig) auf heutige Aktionen in Deutschland. Gefunden Folgendes: Größte Demo in Hamburg mit Greta Thunberg als Gast (Zahlen unklar, schwanken von 4000 bis "mehr als 10 000" bei BILD-online). Münster (1000), Düsseldorf (500), Weimar (200), Neumünster (500), Werries/Hamm ("Hunderte"), Stuttgart (200), Springe in Niedersachsen (200), Dannenberg (180), Hof (230), Dortmund (300), Greifswald (100). Weitere Aktionen ohne Zahlenangabe: Biberach, Nürnberg, Frankfurt/M., Regensburg, Essen, Reutlingen, Bersenbrück, Deggendorf, Magdeburg, Marburg....


25.02.2019

Skandinavischer Abend beim Musik-Institut Koblenz. Der Rheinischen Philharmonie unter Garry Walker waren am Wochenende in der Rhein-Mosel-Halle Werke eines Norwegers, eines Schweden und eines Dänen aufgelegt. Edvard Grieg, Wilhelm Stenhammar und Carl Nielsen lebten um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und kannten einander gut. So wird dieses 7. Anrechtskonzert zum interessanten Blick auf die Spätromantik unserer nordischen Nachbarn. Und es räumt auf mit der verbreiteten Ansicht, die Nordländer seien vor allem verschlossene Melancholiker, umfangen von uralten Sagen über Feen und Trolle.

Meine Konzertbesprechung  (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


23.02.2019

Nun sind meine launigen Bemerkungen zu Fastnacht/Karneval im Rahmen der Monatskolumne "Quergedanken" endlich auch in der Printausgabe des mittelrheinischen Magazins "Kulturinfo" erschienen (dort war in der letzten Ausgabe versehentlich ein alter Text abgedruckt). Wer den Artikel noch nicht kennt und gern lesen möchte.

Quergedanken Nr. 168 "Mit Schmackes: Helolaulaaf! (hier)


22.02.2019

Fridays for Future, 22. Februar. Netzrundblick zu heutigen Aktionen, auf die Schnelle gefunden (leider oft ohne konkrete Teilnehmerzahlen, die meisten Medien sprechen für die meisten Orte von "hunderten" oder "einigen Hundert": Berlin (500), Düsseldorf (500), Heidelberg (700), Saarlouis (1000), Siegen (400), Heilbronn (500), Paderborn (500), Flensburg (500), Kleve (300), Koblenz (um 400, eigene Zählung), Traunstein (500), Paris (1400), Erlangen, Erkelenz, Greifswald, Balingen, Stuttgart, Anklam, Bregenz, Köln, Bochum, Hamburg, Münster, München ....


21.02.2019

Greta ist nicht die Ursache für diese inzwischen größte Schülerbewegung seit Kriegsende. Das Mädchen ist nur der Zündfunke dafür, dass eine Generation erwacht, um ihre schon länger latenten Sorgen mit Nachdruck öffentlich zu machen. Allen Bedenkenträgern, Meckerern, Verächtlichmachern wider deren Engagement sei vor Augen gehalten, was die jungen Leute im Kern eigentlich verlangen: "Tut endlich wirklich, was ihr auf euren Klimakonferenzen beschlossen habt. Und hört auf, eure eigenen Ziele immer bloß zu zerreden und die nötigen Maßnahmen zu ihrer Umsetzung hinauszuschieben auf St. Nimmerlein. Denn St. Nimmerlein wird dann unsere triste Gegenwart sein. Die Zeit läuft uns JETZT weg." Demonstration 22. Februar 2019 in Koblenz, 10 Uhr Zentralplatz


18.02.2019

Das bekannteste Element des Theaterstücks „Liliom“ steht nicht im 1909 uraufgeführten Drama, stammt nicht von dessen Autor Ferenc Molnár und spielt auch in der jetzigen Bonner Inszenierung keine Rolle. Es ist der Song „Komm auf die Schaukel, Luise“, 1931 von Karl Heinz Martin in seine Einrichtung des Stückes eingeführt und Hans Albers auf den Leib geschrieben. Dafür wird im Godesberger Schauspielhaus kräftig gerockt und gerollt, beides buchstäblich: laut und auf Rollschuhen. Einige der szenischen Effekte sind im Sinne eines modernisierenden Zugriffs auf das Stück ganz passabel, andere bloßer Firlefanz, der intensivem Charakterschauspiel eher im Wege steht. Mein Urteil fällt zwiespältig aus.

Meine Premierenbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


15.02.2019 (Aktualisiert am 16.2., 10.30 Uhr)

FRIDAY FOR FUTURE 15.2., mein schneller Netzrundblick auf Aktionen heute. Gefunden dies (die Medien geizen leider etwas mit lokalen Teilnehmerzahlen): Für Deutschland pendeln die Zahlen zwischen 10 000 und 20 000 insgesamt. Die größten Demos gab es diesmal wohl in Darmstadt (bis 2000) und Stuttgart (um 1000). Weitere örtliche Aktionen zB in Mainz (500), Frankfurt (500), Borken (300), Marburg, Kassel, Waltrop, Friedrichshafen, Kiel, Hiddenhausen, Wiesbaden, Mannheim... Interessant der Blick in die Schweiz, wo gerade Schulferien sind (also nix mit "die wollen bloß schwänzen"): Bern (2000) plus größere Aktionen (leider ohne Zahlenangaben) in Zürich, Basel, Schaffhausen, St. Gallen. In Brüssel wieder ca. 10 000. Die teilnehmerstärksten österreichischen Demos gab's wohl in Graz (bis 2000) und Wien (?). Weitere Aktionen soll es gegeben haben in Großbritannien (landesweit mehr als 10 000), Italien, Skandinavien und Australien.

***

seufz* Die am Freitagmorgen erstellte To-do-Liste fürs Wochenende und die Folgetage signalisiert: Langeweile fällt aus. Heute Premiere "Liliom" in Bonn > Kritik schreiben. Dann Vorbereitung auf Vortrag vor und Gespräch mit ca. 90 jungen Leuten am Montag über "Zeitgeist - Was ist das überhaupt? Was macht der mit uns? Und können wir ihm ggf. widerstehen?". Dann: Feinschliff am Vortrag "Marx & Raiffeisen" für öffentliche Veranstaltung am Donnerstag (21.2., 20 Uhr) Haus Felsenkeller Altenkirchen/WW. Und sowieso: Hinterm Haus und im Wald warten Berge von Brennholzrohlingen für den übernächsten Winter auf Weiterverarbeitung. Sie müssen sich wohl noch etwas gedulden.


13.02.2019

Endlich. Meine neue Website (diese hier) ist auf dem Weg ins Netz.


10.02.2019

Das Arp Museum in Remagen-Rolandseck startet mit zwei Ausstellungen in seine 2019er-Saison, die unterschiedlicher kaum sein könnten. In der klassischen Abteilung, der Kunstkammer Rau, sind vier Dutzend altmeisterliche Werke des italienischen Barock versammelt. 34 davon stammen aus der US-amerikanischen Sammlung Haukohl. Im Künstlerbahnhof präsentieren die aktuellen Balmoral-Stipendiaten ihre Arbeiten zum Thema „Gestaltung der Zukunft“. Obwohl beide Werkgruppen formal und ästhetisch himmelweit auseinanderliegen, findet sich manche Parallele: beim Blick auf die Unsicherheit des Menschseins in unbegreiflichen Welten.

Meine Ausstellungsbesprechung (5400 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


09.02.2019

Eine Frau und ein Mann haben sich gefunden. Sie schreiten dem auf der Hinterbühne aufflammenden Weißlicht entgegen. Je heller das wird, umso unsichtbarer das Paar. Mit diesem Bild des Verschwindens endet die jüngste Tanzproduktion am Staatstheater Mainz. „Twist“ ist die Choreografie des US-Amerikaners Victor Quijada betitelt. Der hat sich für seine erste Arbeit in Europa die tanzmainz-Compagnie ausgesucht. Und ist damit gut gefahren.

Meine Uraufführungskritik (3600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


07.02.2019

Die jüngste Äußerung aus Scheuers Bundesverkehrsministerium besagt: Man wird an den Bau einer Eisenbahn- Entlastungstrasse für die beiden Hochfrequenzstrecken durchs enge Mittelrheintal überhaupt erst dann einen Gedanken verschwenden, wenn das Güterzugaufkommen sich dort verzehnfacht hat. Wer die schon jetzt entnervende Masse des Zugverkehr im Unesco-Welterbetal nur mal ein paar Tage genossen hat, kommt zwangsläufig zu dem Schluss: Die sind irre, die Scheuers. Angesichts dessen und aller anderen Äußerungen der letzten Tage aus dieser Ecke, schoss mir folgender Gedanke durchs Hirn:

Wäre der Herr Scheuer seit 40 Jahren Verkehrsminister, wir hätten wohl noch immer keinen 3-Wege-Kat und kein bleifreies Benzin. Es gäbe kein Tempolimit 100 auf Landstraßen, weder Tempo-30-Zonen noch verkehrsberuhigte Straßen und Spielstraßen. Es wäre nie eine Lärmschutzwand gebaut worden, dafür aber das gesamte Autobahnnetz 6- bis 10-spurig ausgebaut. Wir wüssten bis heute nicht, dass so etwas wie Fahrradwege ǘberhaupt möglich ist, und wir hätten keine einzige Messstation für Luftqualität im Land..... Gewiss, das sind Spekulationen, aber durchaus keine abwegigen - angesichts der denkerischen Grundmaximen, die dieser Herr Tag um Tag erkennen lässt.


06.02.2019

Karl MARX und Friedrich Wilhelm RAIFFEISEN: Das Jubiläumsjahr 2018 für die zwei bedeutenden Rheinland-Pfälzer mit weltweiter Wirkkraft ist zwar vorbei, doch mein vergleichender Vortrag über Leben und Werk der beiden macht weiter die Runde. Schließlich können wir von beiden noch immer jede Menge lernen und manche Anregung beziehen - just in einer Gegenwart, die offenkundig völlig orientierungslos ist und nicht weiß (oder Wllens ist), welche Weiche in welche Richtung sie jetzt stellen müsste oder sollte. Nächster Termin: 21. Februar, 20 Uhr, Haus Felsenkeller in Altenkirchen. Weitere Infos hier


04.02.2019

Kontrastprogramm für mich an diesem Wochenende. Foto1 (von Becci Staal): Gemütliche Lesung eigener launig-renitenter bis besinnlich-sinnlicher Texte bei der Umzugsfete des RLP-Kulturbüros am Samstagabend. Foto 2 (von Jürgen Greis): Finissage-Vortrag Sonntagvormittag vor großem Publikum zur Wortelkamp-Ausstellung im Landesmuseum Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein. Freude meinerseits über reichlich Zuspruch hier wie da.


03.02.2019

Heute endete auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein und im dortigen Landesmuseum die Ausstellung "Erwin Wortelkampf. Wehrhaft - oder was gilt es zu verteidigen?" Die in eine Außenpräsentation quer über das Festungsgelände und eine Innenprästentation untergliederte Ausstellung bildete eine Querschnitt durch das Lebenswerk dieses wohl wichtigsten noch lebenden Vertreters zeitgenössischer Kunst in Rheinland-Pfalz. Zugleich öffneten viele der Exponate neue, ungewöhnliche Blickweisen auf den preußischen Militärbau der Festung, die heute als Kulturzentrum genutzt wird. Ich hatte die Ehre und das Vergnügen im Rahmen der heutigen Finissage vor vollem Haus einen etwa 15-minütigen Vortrag zu halten unter dem Titel "Die Kunst des Erwin Wortelkamp: Schule des Sehens und Aufforderung zur Widerständigkeit".

Hier das Redemanuskript meines Vortrags
(freier Lesetext)

29.01.2019

Nein, ich schrieb noch nie gerne "Verrisse". Der letzte liegt schon eine ganze Weile zurück. Lieber wäge ich - je älter umso mehr - bei Bühneninzenierungen, Konzerten, Büchern besser und schlechter gelungene Momente gegeneinander ab. Manchmal aber geht es nicht anders, da muss die Kritikerfeder einfach giftig zustechen. Wie jetzt hinsichtlich der Wiesbadener Inszenierung von Shakespeares "Was ihr wollt". Denn da saß ich zähneknirschend in der Premiere, musste 140 Minuten fassungslos zusehen, wie diese sprachlich und psychologisch eigentlich so wunderbar gewobene Komödie zum krachledernen Lachevent kaputt gespielt wurde.

Meine Premierenkritik
(4000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


28.01.2019

Mit kräftigem, herzlichem Applaus nebst etlichen Bravorufen endet das sechste Anrechtskonzert des Musik-Instituts in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle. Der Zuspruch gilt dem jetzt zweiten Gastauftritt des Beethoven Orchesters Bonn unter dem Dirigat seines neuen Generalmusikdirektors Dirk Kaftan. Der 48-Jährige hat im Herbst 2017 die Leitung des Bonner Klangkörpers übernommen – zeitgleich mit dem Amtsantritt des 45-jährigen Garry Walker als Chefdirigent der Rheinischen Philharmonie in Koblenz. Solist des Abends war der Oboist Albrecht Mayer, einer der besten in seinem Fach weltweit.

Meine Konzertbesprechung
(3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


26.01.2019

Kuddelmuddel diesmal mit meiner Monatskolumne "Quergedanken". Die Gesamtauflage des mittelrheinischen Magazins "Kulturinfo" für den Februar ist gedruckt, da kriegt der Herausgeber schier den Herzkasper, denn: Auf Seite 2 stehen statt der neuen "Quergedanken" nochmal die alten vom Vormonat. Wie kann das passieren? Wo Menschen zugange sind, gibt es nichts, was es nicht gibt.  Jüngst hat ein Börsenhändler wegen eines Fingerzitterns per falschem Knopfdruck mal eben 40 Milliarden Dollar in den Orkus geschickt. Man sah auch schon Bundeskanzler die TV- Neujahrsansprache des Vorjahres halten. Und selbst so manche angesehene Zeitung hatte  angelegentlich verstaubte Seiten druckfrisch erneut im Blatt.

Ausnahmsweise ist der Autor völlig unschuldig an dem Malheur - darf sich deshalb von Herausgeber und Grafiker zum Schmerzensumtrunk eingeladen sehen. Was nun? Die richtige, also aktuelle Kolumne wird jetzt über die online-Ausgabe des Kulturinfo und meine eigenen Netzkanäle (s.u.) verbreitet. Gedruckt erscheint sie erst in der März-Ausgabe. Die kommt dann gerade noch rechtzeitig zum Schwerdonnerstag heraus - was passt , da es in diesen "Quergedanken" um Narretei-Geschichte geht.

Quergedanken Nr. 168
Mit Schmackes: Hellolaulaaf!


21.01.2019

Habe mir sämtliche Argumente allüberall gegen Tempolimit betrachtet und darüber nachgedacht. Komme zu dem Ergebnis, dass schlussendlich nur ein einziges Argument übrig bleibt, dass sich nicht sachlich widerlegen lässt, sondern nach einer Prioritätenentscheidung verlangt: "Ich will schnell fahren (dürfen)."

Es wird einige Millionen Autofahrer geben, für die dieses Bedürfnis herausragende Bedeutung hat. Unter ihnen wiederum dürfte es etliche geben, denen Klimawandel völlig wurscht ist oder die ihn leugnen. Mit solchen Zeitgenossen ist eine Diskussion über Tempolimit sinnlos. Unter den Tempolimitgegnern gibt es aber wahrscheinlich noch viel mehr, die den Klimawandel doch für ein ernstes Problem halten. Und mit diesen lohnt die Diskussion um eine Prioritätenentscheidung.

Wobei dann alle Diskutanten sich vor Augen halten sollten: Tempolimit und Verkehr sind nur eine von sehr vielen Stellschrauben an all denen wir werden drehen müssen, um für uns, vor allem aber für unsere Kinder und Enkel eine lebenswerte Lebenssphäre in den Städten und auf dem Land wieder zu herzustellen bzw. zu erhalten.


19.01.2019

Kopfschütteln bei der gemütlichen Zeitungslektüre am Samstagmorgen. In Deutschland ist eine neue Tempolimit-Diskussion ausgebrochen - die neunte seit den Ölkrisen der 1970er. Während seither fast alle Länder Europas, ja rund um die Welt vernünftigerweise ihr Autobahntempo auf 90 bis 130 km/h begrenzt haben, erhebt sich hierzulande sofort wieder mit den immergleichen unsinnigen Argumenten das immergleiche Gezeter dagegen. Muss sich da noch jemand wundern, dass unsere Kinder am Willen der Erwachsenen zum Erhalt eines auch für sie noch lebenswerten Planeten (ver)zweifeln und zornig auf die Straßen ziehen? Sie sehen doch, dass es mit dem Klimaschutz nichts werden kann, wenn die Alten nichtmal so eine läppische, simple, obendrein kostensparende und Verkehrsopferzahlen reduzierende Tempobegrenzung auf 130 km/h hinkriegen.


18.01.2019

Die Bundesrepublik Deutschland wird im Januar 2020 bei der Unesco den Antrag einreichen, die Schum-Stätten von Speyer, Worms und Mainz in die Weltkulturerbe-Liste aufzunehmen. Dies ist der seit 2006 verfolgte Plan, an den sich in Rheinland-Pfalz große Hoffnungen knüpfen auf Anerkennung seiner ältesten und bedeutendsten Relikte jüdischen Lebens als Welterbe. Im Landesmuseum Mainz präsentierten jetzt Wissenschaftler und Landesvertreter den Stand der Vorbereitungen ein Jahr vor Antragstellung.

Mein Bericht
(4800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


16.01.2019

Weil die Sonne in die Schreibstube scheint, habe ich eben mal die Nase rausgestreckt und staune nicht schlecht: Die Vögel machen Konzert als sei Ende März; quer über die Wiese und in allen Außentöpfen recken Krokusse und anderes Pflanzengezücht reichlich mit Macht die Hälse aus der Erde. Es riecht nach Frühling, das ist schön. Aber es riecht auch etwas falsch - jetzt, Mitte Januar.


14.01.2019

In Mainz hatte jetzt eine Bühnenfassung von Hans Falladas Roman „Kleiner Mann – was nun?“ Premiere. Damit thematisiert das dortige Staatstheater ein wesentliches Moment der aktuellen gesellschaftspolitischen Verwerfungen: die Angst der Mittelschicht vor sozialem Absturz. Die Inszenierung von Alexander Nerlich nimmt sich immerhin drei Stunden und 15 Minuten Zeit, nicht nur den während der Wirtschaftskrise zum Ende der Weimarer Republik spielenden Hauptstrang der Handlung nachvollziehbar in Szene zu setzen. Besonderes Augenmerk gilt einigen (kapitalistischen) Mechanismen, die alle Bemühungen des Johannes Pinneberg und seiner Frau Lämmchen um bescheidenes Lebensglück aushebeln. Ein langer Abend, der jedoch nie langweilig wird.

Meine Premierenbesprechung
(4200 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


11.01.2019

Es sagt sich vom derzeit schneearmen bis schneelosen Westen und Norden Deutschlands aus leicht: "Es ist Winter, da gibt's halt Schnee. Was also soll die Aufregung da mit Bayern und Österreich?" Wenn du nicht mehr zur Arbeit kommst und die Kinder es nicht mehr zur Schule schaffen, wenn auf deinem Hausdach 150 oder mehr Zentimeter Schnee liegen und es knirscht im Gebälk, wenn dein Landratsamt den Notstand ausruft und sogar die Armee zum Schneeräumen anrückt ... Dann, ja dann sieht die Sache anders aus. Und: Den jetzt Betroffenen wird der Hinweis "die sind viel Schnee doch gewohnt" so wenig gerecht, wie ein entsprechender Hinweis bezüglich Hochwasser den Anwohnern an Rhein, Mosel und Co gerecht würde, wenn die sich mit einer überdurchschnittlich starken Flut herumschlagen müssten.


09.01.2019

Nachdenken. Ich versuche, mir vorzustellen, wie das ist: Du hast einige zehntausend Follower auf Facebook und Twitter, die dich jedesmal, sobald du irgendeinen Pups loslässt, sofort gleichermaßen mit Jubel überschütten, mit Kommentaren eindecken, mit Shitstürmen heimsuchen. Der Politiker Robert Habeck fragte sich nun: Was macht das mit mir?

Anmerkung zum Rückzug von Habeck aus Facebook und Twitter
(freier Lesetext)


02.01.2019

Nunmehr zum 20. Mal das erste Lebenszeichen von mir jeweils am Jahresbeginn: Mein ganzseitiges Neujahrsessay, publiziert von der Rhein-Zeitung traditionell am ersten Werktag des neuen Jahres auf einer Seite "Kultur extra". Heuer ist das Thema "Heimat" und das schon mehr als 150 Jahre andauernde Ringen um die Deutungshoheit über den Heimatbegriff zentraler Gegenstand der Betrachtung.

 Heimat - Das ewige Sehnen nach Geborgenheit. Nichts hat unsere Lebensweise so verändert wie der „Fortschritt“
(12100 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

18.12.2018

So. Das war's von mir für dieses Jahr. Für ein Weilchen ziehe ich mich nun von der Welt und aus dem Netz zurück. Bis Freitag gilt es noch, in stiller Konzentration das Neujahrsessay 2019 fertigzustellen. Danach herrschen hier bis Anfang Januar Betriebsruhe und Seelenfrieden. Als kleine Wegzehrung sei deshalb etwas verfrüht die jüngste Ausgabe meiner Monatskolumne "Quergedanken" als Lektüre zur Vorbereitung auf den Jahreswechsel angeboten.

Ich wünsche nun allerseits behagliche Feiertage nebst einem guten Rutsch ins neue Jahr.

Quergedanken Nr. 167:
Vorsatz für 2019: Gas wegnehmen

(freier Lesetext)


18.12.2018

Tief im Archiv bin ich auf eines meiner Neujahrsessays gestoßen, das mir gar nicht mehr in Erinnerung war - obwohl es nach Erscheinen am 3. Januar 2005 einigen Disput zur Folge hatte. Entstanden zu einer Zeit, da George W. Bush US-Präsident war und Osama bin Laden der globale Terrorist Nr.1, haben etliche grundlegende Erwägungen dieses Textes Aktualität behalten, ja noch hinzugewonnen. FREIER LESETEXT.

2005-01-03: Neujahrsessay
Das Erbe der Aufklärung ist in Gefahr


17.12.2018

Koblenz macht derzeit bundesweit Schlagzeilen: Mit einem von CDU, FWG und AFD herbeigeführten Stadtratsbeschluss zur - Schwimmbadordnung. Der verbietet de facto fortan das Tragen von Burkinis im städtischen Bad. Islamophobie? I wo, mitnichten, wo denkt ihr hin. (Scheinheilige wie abstruse) Offizialbegründung: Die Körper der Badenden müssten vom Aufsichtspersonal wegen möglicher Krankheiten, Hautauschläge, Wunden einsehbar sein. Die Neoprenanzüge der Sportschwimmer/-taucher sind davon allerdings ausgenommen.

Ich will die Fülle der Argumente für und wider hier nicht nochmal aufrollen, das Netz ist voll davon. Es seien nur zwei Blickwinkel hinzugefügt, die dort bislang kaum eine Rolle spielen:

1. Wäre die Sache nicht so bedenklich, könnt' man sich wegschmeißen vor Lachen. Denn der Bikini ist jetzt offenbar die Rüstung des abendländischen Heerzuges gegen die vermeintliche Islamisierung unserer Schwimmbäder. Noch in meinen jungen Jahren galt der knappe Zweiteiler den gleichen Kämpen freilich als moralischer Untergang des Abendlandes.

2. Der Burkini ist m.E. die erste wirklich interessante Innovation westlicher Bademoden seit Jahrzehnten. Durchaus ein bisschen Retro, insofern er die Ganzkörperbadeanzüge für Frauen und Männer aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schnittig überarbeitet ins 21. holt.


16.12.2018

Rückblick-Reihe auf frühere Neujahrsessays:
Für mein 2013er Essay trat ich der allzeit aktuellen Frage näher: Welche Bedeutung hat Kunst/Kultur, haben musisches Tun und Erleben für die Entwicklung der Menschheit? Sind sie nur hübsches, unterhaltsames Feierabend-Beiwerk zum Leben, dessen essentieller Fortschritt sich indes seit jeher primär auf den Feldern des Überlebenskampfes und sachlichen Erkenntnisgewinns vollzieht, also in Ökonomie und Wissenschaft? Nein, so war es nie und ist es nicht, vielmehr gilt sei jeher: .... (siehe Überschrift unten). > FREIER LESETEXT

2013-01-02 Neujahrsessay:
Ohne den Kuss der Musen kann es keinen echten Fortschritt geben

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Das Hirn ist ein seltsames Organ. Da spült es mir beim Mittagessen völlig unvermittelt und anlasslos aus den tiefsten Gedächtnisbereichen eines der frühesten Lieder der Anti-AKW-Bewegung an die Oberfläche. Und gleich noch eine komplette Strophe - das mir, der ich eigentlich keine zwei Gedichtzeilen behalten kann. Die Strophe geht so:
"Im Elsass und in Baden war's lange große Not / da schlugen wir im Krieg für unsere Herrn einander tot. / Jetzt steh'n wir hier zusammen in Whyl und Marckolsheim / und halten dort gemeinsam eine ANDERE Wacht am Rhein. // Auf welcher Seite stehst du, he, / hier wird ein Platz besetzt. / Hier schützen wir uns vor dem Dreck / nicht morgen, sondern jetzt."


15.12.2018

Sapperlott! Am Mittwoch hatte ich meine Monatskolumne "Quergedanken" fertig. Sie erscheint nächste Woche unter der Überschrift "Vorsatz für 2019: Gas wegnehmen". Ich war mit der Themenwahl recht zufrieden; dachte, das ist ganz originell, denn nur wenige Medien werden derzeit auf "Entschleunigung" herumreiten. Denkste! Am Donnerstag ist DIE ZEIT erschienen mit der Titelschlagzeile "Fluch der Geschwindigkeit" - und auch hier auf FB steckt in vielen der frühen Feiertagsgrüße die Ermunterung, der beschleunigenden Gegenwart Besinnung, Ruhe, Langsamkeit entgegen zu setzen. Auch gut: Wenn ich schon nicht originell bin mit demThema, so habe ich wenigstens den Finger am Puls eines offenbar weithin als brennend empfundenen Gegenwartsproblems.


14.12.2018

Sechs Ausstellungen avisiert das Arp Museum für 2019. Stand die Saison 2018 unter dem Motto „Farbenrausch“, so heißt die programmatische Überschrift für das neue Ausstellungsjahr „Sammlungen“. Das Museum in Remagen-Rolandseck wirft einmal mehr drei zum eigenen Bestand gehörende Sammlungen in die Waagschale, die im kommenden Jahr mit der amerikanischen Haukohl Family Collection und der More Sky Collection zusammentreffen. Die Saison startet am 10. Februar mit einem Rückblick auf die florentinische Barockkunst zur Medici-Zeit. Parallel präsentieren die internationalen 2018er Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral Bad Ems ihre Schlussarbeiten, die unter der Themenvorgabe: „Gestaltung der Zukunft“ entstanden. Im März kommt dann eine umjfangreiche Schau zum Oeuvre Otto Pienes hinzu.

Mein Vorschau-Bericht
4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent


11.12.2018

Rückblick-Reihe auf frühere Neujahrsessays:
Noch geprägt von Verlauf und Auswirkungen der Finanzkrise 2008/2009  sowie den damals aktuellen Forschungsergebnissen über die Weltbevölkerung und das Fortschreiten des  Klimawandels, entstand mein 2012er Neujahrsessay (veröffentlich am 2. Januar 2012 in der Rhein-Zeitung).  Wesentliche Grundaussagen des Textes haben ihre Gültigkeit bis heute behalten, auch wenn jüngere Entwicklung wie Migrationsfrage oder vermehrtes Aufkommen rechtspopulistischer Bewegungen/Regierungen darin noch kaum eine Rolle spielen (können).

2012-01-02 Neujahrsessay (freier Lesetext):
Wachset und mehret euch bloß nicht noch weiter - Wir stecken mittendrin in einem gewaltigen Epochenumbruch


10.12.2018

Während der Generalprobe wurde klar: Klarinettenstar Sharon Kam ist zu krank, um am selben Abend beim fünften Anrechtskonzert des Musik-Institut Koblenz mit der heimischen Philharmonie auftreten zu können. Nun liefen die Drähte heiß. Ein Ersatz musste gefunden, der frei ist, der die Klarinettenkonzerte von Aaron Copland und Artie Shaw drauf hat und der binnen fünf Stunden in Koblenz sein kann. Um 15 Uhr sprang Dimitri Ashkenzy in Basel in den Zug. Würde die Deutsche Bahn ihn fahrplanmäßig und so gerade noch pünktlich zum Konzertbeginn in Koblenz abliefern? Tat sie nicht. Es kam dennoch zu einem umjubelten Auftritt des "Ersatzsolisten".

Meine Konzertbesprechung
4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent


07.12.2018

Auf Vorschlag zweier Freunde stelle ich eine kleine Artikelreihe zusammen mit einer Auswahl meiner früheren (kostenfreien) Neujahrsessays. Bis Weihnachten werde ich hier und auf meiner website in loser Folge einzelne dieser Texte zur Lektüre empfehlen, die in Teilen oder als Ganzes Bezüge zu noch aktuellen Entwicklungen/Diskursen haben. Nach dem vorgestrigen Hinweis andernorts auf das 2016er Neujahrsessay "Veränderung ist der historische Normalzustand" heute nun zusätzlich der Aufsatz vom Januar 2014.

2014-01-02 Neujahrsessay:
Die Neuvermessung des Menschlichen.  Zwischen Entschleunigung und Selbstoptimierung

(freier Lesetext)

2016-01-02 Neujahrsessay:
Veränderung ist der historische Normalzustand

(freier Lesetext)


06.12.2018

Ach Kinners, was ein nikoläusiges Durcheinander allenthalben - nur weil die eigentlichen Urspünge mancher Gebräuche in Vergessenheit geraten sind. KINDERN mit Ruprechts Rute zu drohen, sie gar damit zu schlagen, ist nicht nur heute unzeitgemäß, sondern auch historisch eine sehr junge Unsitte. Ureigentlich (mittelalterliche Tradition, anknüpfend an keltisch-germanisches Brauchtum) wurde der RutenSTREICH zwischen die Beine erwachsener Frauen und Männer geführt, auf dass er deren Zeugungskraft stärke = Fruchtbarkeitsritual. Back to the roots!


04.12.2018

Manchmal gibt es so Situationen, die braucht man nicht wirklich. Gestern (So) widerfuhr mir dies: Nach fünf Stunden schreiberischen Ringens war am frühen Nachmittag die Kritik zur Samstagspremiere am Theater Koblenz im Kasten. Hernach ein Schläfchen, dann ein Käffchen als Pause vor dem nächsten Einsatz: Uraufführung von "Mut und Gnade" in der Regie von Luk Perceval im Bockenheimer Depot zu Frankfurt. Dafür so gegen 16.15 Uhr noch geschwind ein Blick ins Internet auf die Besetzungsliste. Aus dem Augenwinkel plötzlich die Schweißausbrüche hervorrufende Wahrnehmung: "Vorstellungsbeginn Sonntag 18 Uhr" - nicht, wie normalerweise, 19.30 Uhr.

Ich also im häuslichen Räuberzivil ins Auto gestürzt und mit Karacho auf die A3, um die 110 Kilometer von Haustür zu Parkhaus runterzureißen. Fünf Minuten vor Vorstellungsbeginn stand ich japsend und entnervt zwischen entgeisterten bis ungehaltenen Leuten vor der Theaterkasse. Dort rief eine sichtlich nicht minder entnervte junge Mitarbeiterin des Hauses den Wartenden wohl schon zum x-ten Male zu: "Die Vorstellung fällt aus!" Ein Schauspieler habe sich verletzt.

So kam es, dass ich den frühen Sonntagabend bei einer meiner "liebsten" Beschäftigungen verbrachte: Autofahren in Regennacht auf überfüllter Autobahn. Happy End: Schon gegen 21 Uhr lag ich daheim auf dem Sofa - umfangen von der Gnade des Schlummers und jeden Mutes enthoben.


03.12.2018

„Das hat viel Spaß gemacht.“ „Ein arger Klamauk.“ So zwei Besucher der Premiere von „Der Diener zweier Herren“ am Theater Koblenz. Beide Zuseher liegen richtig, mögen sie den zweieinhalbstündigen Abend auch fast gegensätzlich empfunden haben. Darin spiegelt sich jenes Problem, das die Neuzeit mit der alten Theaterform der Commedia dell'Arte seit jeher hat. Und Regisseur Kai Festersen hielt sich bei seiner Umsetzung von Carlo Goldonis Komödie ziemlich eng an die Manier des einstigen Jahrmarktstheaters.

Meine Premierenbesprechung
4350 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent


02.12.2018

Das schönste Geschenk zum Dezemberbeginn: Erstmals SEIT APRIL gibt es in meinem Refugium wieder mehr Niederschlag als nur ein bisschen Getröpfel für ein paar seltene Minuten. Fast 10 Stunden währt nun schon ein wunderbarer Landregen - die ausgetrocknete Natur säuft und säuft und säuft.


01.12.2018

Beim gemütlichen Blättern durch die samstägliche Frühstückszeitung gewann ich bald den Eindruck: Sehr viele Weihnachtsmärkte heißen gar nicht "Weihnachtsmarkt", sondern tragen offenbar schon eine ganze Weile lokal spezifische Namen wie Pfefferkuchenmarkt, Knuspermarkt, Sterntalermarkt, Striezelmarkt, Printenmarkt, Lebkuchenmarkt, Christkindlmarkt... Forscht man ein bisschen nach, findet sich: Mancherorts gab es Vorläufer als Wintermarkt resp. "Fleischmarkt" von Handwerkern und Bauern schon im Mittelalter. Zum schier flächendeckenden - und pittoresk unterhaltsamen - Vorweihnachts-Phänomen wurden die Weihnachtsmärkte allerdings erst im 20. Jahrhundert, teils erst in den letzten drei Jahrzehnten.

26.11.2018

Obacht geben, Leute!
Seit einiger Zeit werde ich ein- bis dreimal wöchentlich von einer angeblichen oder tatsächlichen "Development"-Stelle der Firma Windows angerufen. In englischer Sprache (!) erzählt mir jemand von Problemen in meiner Windows-Konfiguration - will mir also etwas vom Pferd erzählen. Denn: Ich habe in meiner gesamten Elektronik genau Null ( 0!! ) Windowsanwendungen. Also laufen diese Anrufe auf irgendeine miese Tour hinaus. Ergo: Sogleich auflegen.


25.11.2018

Man kann die abendländischen Feste und Feiertage des Winterhalbjahres fast alle AUCH auf Traditionslinien   zurückführen, deren Urspünge weit vor der Christianisierung liegen. Danach würde sich der Festtagskalender für diese Jahreshälfte etwa so lesen:
Erntedank >Rübengeistern, Traulichtern, Samhain, Halloween (= Allerheiligen) > Rauhnächte, Mittwinter, längste Nacht (= Weihnachten) > Winteraustreibung, letzter Schmaus (Karneval) > Frühlings- und Fruchtbarkeitfest (Ostern).  Meine  Monatskolumne "Quergedanken" wirft mal einen launigen Blick auf die alten Bräuche und darauf, wie es um sie heute steht, seien sie christlichen oder vorchristlichen Ursprungs.

Quergedanken 166: Brauchtumspflege im Schlamassel
(freier Lesetext)


24.11.2018

Allfällige Verspätungen, desolate Zustände, Chaos beim größten Transportunternehmen Mitteleuropas, der Deutschen Bahn. Unser Eisenbahnsystem ist so störanfällig wie in keiner Generation zuvor, die Fahrpläne sind so unzuverlässig wie nie. Und jetzt die Kapitulation der Bahnmanager: Sie kriegen den für 2018 versprochenen Abbau der 30-prozentigen Verspätungsrate nicht hin.

Mein Kommentar zur Lage bei der Deutschen Bahn
1900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent


23.11.2018

Eine Stunde nur dauert die jüngste Tanzproduktion am Staatstheater Mainz. Aber es ist eine beglückende Stunde. „Nothing“ nennt sich die vom israelischen Choreografen Roy Assaf mit der tanzmainz-Compagnie kreierte Arbeit. Doch die ist alles andere als ein Nichts. Sie steckt voller Witz, Sinnlichkeit, Lebensfreude sowie tänzerischer Leistungen auf sehr hohem Niveau. Sieben Frauen und sieben Männer in Badeanzügen und -hosen tanzen, plappern, singen eine sprühende Dichte von Bildern, Szenen, Sequenzen über Menschliches und Allzumenschliches.

Meine Besprechung der Uraufführung
3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent

 


21.11.2018

Autsch'n! Sapperlott, da kriegst du doch die Motten! Es haben sich zwischen die Ofenscheite in meinem Holzlager etliche Wespen vor dem Winter zurückgezogen. Die sind zwar völlig erstarrt und teils auch schon mausetot - aber stechen tun sie noch immer.


20.11.2018

Gestern (Mo) schöne, interessante, gut besuchte Veranstaltung "200 Jahre Marx und Raiffeisen. Große Ideen für die kleinen Leute" in Weyerbusch/WW erlebt. Sehr aufmerksames Publikum beim Kooperationsabend von DGB und Friedrich-Ebert-Stiftung. Mein Vortrag über Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen dem revolutionären Kapitalismusanalytiker aus Trier und dem christlichen Genossenschaftspionier aus dem Westerwald bekam ordentlich Beifall und ich nachher allerhand persönlichen Zuspruch.

Ich werde 2019 wohl noch mehrmals bei anderen Veranstaltern zu diesem Thema sprechen. Ein Vortragsabend steht bereits fest: 21. Februar Altenkirchen/Haus Felsenkeller. Im Gespräch, aber noch nicht festgezurrt, sind Vorträge in Koblenz (Landesmuseum Festung Ehrenbreitstein) sowie in Trier. Falls irgendwo mich noch jemand für dieses Thema 2019 engagieren möchte: Bitte bald bei mir melden, auf dass wir Termin und Honorar aushandeln können.


19.11.2018

Manchmal ist das Netz doch ein seltsamer Raum. Seit etwa drei Monaten erzielt auf meiner eigenen Website ein bereits 2016 dort publiziertes Manuskript eines meiner Vorträge tagtäglich die höchste Zugriffsquote. Thema: "Völkerwanderungen - Migration als historischer Normalfall". Was mich irritiert: Gute zwei Jahre lang wurde der ziemlich lange Text nur ganz vereinzelt aufgerufen, plötzlich aber greifen pro Tag Dutzende Leute zu.

Wen das Thema interessiert:
Hier geht es zu diesem Vortrag = freier Lesetext.


17.11.2018

In jüngeren Jahren und heuer ganz besonders sind unglaublich häufig die herrlichsten Abend- und Morgeneröte zu beobachten. Durchs Netz strömt eine Flut von Fotos dieses wunderbaren Naturschauspiels. So schön das auch ausschaut, in der derzeitigen Fülle und Intensität sind die glühenden Himmel eher kein so gutes Zeichen. Weil: Sie zeugen auch von sehr viel Schmutzpartikeln in der Atmosphäre.


13.11.2018

Man muss aufpassen wie ein Schießhund. Diese Woche im Bioladen: Ich wollte mein seit vielen Jahren benutztes Brennessel-Shampoo von Logona kaufen. Gab's nicht mehr. Als ich zu Grummeln begann, setzte mich die Ladnerin über folgenden Umstand in Kenntnis: Die Naturkosmetikfirma Logona sei von Nestlé aufgekauft worden. Weshalb nun sie, die Ladnerin, Logona aus ihrem Sortiment genommen habe. Lob und Dank dieser Frau, denn mit den Gaunern von Nestlé will ich nichts zu schaffen haben, egal was sie verkaufen. Problem allerdings: Ich muss mir ein neues Shampoo suchen. Nun gut, bis ich was gefunden habe, muss halt meine Olivenseife auch für die Haare herhalten.

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Doch ja, ich bin beunruhigt. Denn ein solches Trockenextrem ist mir hierzulande in 63 Lebensjahren noch nicht begegnet: Seit rund acht Monaten ist für die Landschaft rings um mein Wohndorf im Unterwesterwald kein nennenswertes Regenereignis mehr zu verzeichnen. Wenn es mal "geregnet" hat, erschöpfte sich das in wenigen Minuten Geniesel und Getropfe. Eine der sichtbarsten Folgen: Viele der hiesigen Nadelbaumbestände sind seit Spätsommer großflächig rostbraun geworden = vertrocknet, vom Borkenkäfer zerfressen, kaputt.


12.11.2018

Bei der hier avisierten Veranstaltung habe ich die Ehre, den Hauptvortrag zur halten.  Titel des Referats: "200 Jahre Raiffeisen und Marx: Was verbindet die beiden, was sind die Gegensätze. Ein philosophisch-politischer Diskurs."
Infos zu weiteren Programmpunkten, Beteiligten Ort, und Ablauf finden sich hier >>

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Tschechischer Abend beim Musik-Institut Koblenz. Das 3. Anrechtskonzert führte jetzt drei Komponisten aus dem alten Kulturland am Übergang von West- zu Osteuropa zusammen. Alle drei sind sie im 19. Jahrhundert geboren und erlebten den Anfang oder die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts noch. Das Konzertprogramm präsentiert Leos Janacek, Bohuslav Martinu und Antonin Dvorak mit nicht alle Tage zu hörenden Werken – die aber per se und erst recht so, wie hier vom Staatsorchester Rheinische Philharmonie unter Garry Walker gespielt, richtig Freude machen. Gastsolist war der britische Cellist Guy Johnston.

Meine Konzertbesprechung
3700 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent


10.11.2018

The European Balcony Project

Am heutigen 10. November wird aus Anlass des 100. Jahrestags der Beendigung des Ersten Weltkrieges und der Ausrufung mehrerer Republiken zeitgleich um 16 Uhr „von Balkonen in ganz Europa” ein „BürgerInnen-Manifest für die Europäische Republik” verlesen werden. Den Text haben die deutsche Politikwissenschaftlerin Ulrike Guerot und der österreichische Schriftsteller Robert Menasse unter Mitarbeit des Schweizer Regisseurs Milo Rau verfasst.

Die Aktion zB in KOBLENZ mit Django Reinhardt: Rathausbalkon, Willi-Hörter-Platz (Schängelbrunnen). In MAINZ: Balkon Staatstheater. Wie gesagt: 16 Uhr.


09.11.2018

Es mag drei Jahre her sein. Als ich eines Tages aus dem Wald zurückkam, fragte mich das auf der Gass' spielende kleine Nachbarsmädchen: "Hat du Schwildewein sehn?" Seither gibt es in meinem Revier sowie Waldschraten-Wortschatz die Spezies mit der reizenden Bezeichnung Schwildewein. Wie ich jetzt darauf komme? Nun, heute in dämmriger Früh bin ich draußen drei jugendlichen Vertretern dieser Art begegnet. Als sie meiner gewahr wurden, stoben sie erschrocken in wilder Hatz von hinnen. Im selben Schreckmoment entfleuchte mir der Spontanausruf: "Sakra, Schwildewein!"


08.11.2018

Ein bisschen Werbung in eigener Sache:
Den Freunden klassischer Musik und/oder lokaler  Musikgeschichte in Koblenz sei noch einmal mein im September erschienenes Buch "Aus Liebe zur Musik - Das Musik-Institut Koblenz im Lauf der Zeiten 1808 bis 2018" ans Herz gelegt. Inhaltlich - wie ich als Autor selbstredend finde - hochinteressiert, eignet es sich wegen seiner hochwertigen Aufmachung auch ausgezeichnet als Weihnachtsgeschenk (Hardcover im Schuber, Format 30 x 22 cm, 225 Seiten, reich bebildert, 25 Euro).  Den Buchhandelsvertrieb hat das Musik-Institut der örtlichen Buchhandlung Reuffel übertragen, über deren Internetshop  (www.reuffel.de) es auch von auswärts zu beziehen ist. Auch bei jedem Anrechtskonzert des Musik-Instituts (zB am morgigen Freitag, 9.11.) wird das Buch im Foyer der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle angeboten.

Leseprobe: Das Vorwort (hier)


07.11.2018

Für mich die interessantesten, auch erfreulichsten Faktoren bei den US-Zwischenwahlen: a) "Durchregieren" ist für Trump nicht mehr möglich wg. jetzt Repräsentantenmehrheit gegen ihn. b) Bei den Senatswahlen haben 44 Millionen für die Demokraten gestimmt, 33 Millionen für die Republikaner. Das macht Hoffnung - auch wenn Letztere dort dennoch zwei Sitze hinzugewonnen haben, was einer verzerrenden Eigenheit des US-Wahlrechts geschuldet ist. c) Noch mehr Hoffnung macht die Analyse des Stimmverhaltens nach Altersgruppen > 18- bis 24-Jährige = 68 % für die Demokraten; 25 bis 29 = 66 %, 30 bis 39 = 59 %, 40 bis 49 = 52 %. Erst in den Alterklassen ab 50 liegen die Republikaner vorn.

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Der rheinland-pfälzische Kultursommer 2018 ist vorbei, die Vorbereitungen für den 2019er laufen. Das wird dann der 28. Jahrgang einer landeskulturellen Unternehmung sein, die noch unter Ministerpräsident Rudolf Scharping ins Leben gerufen wurde. Als einer ihrer zentralen Zwecke gilt seit jeher: Im Flächenland Rheinland-Pfalz die Versorgung des ländlichen Raumes und der kleinen Städte mit Kunst und Kultur zu stärken. Nun aber tritt ein Problem zutage: Ein beträchtlicher Teil derer, die seit vielen Jahren vor Ort zentrale Stützen des Kulturgeschehens sind, kommen ins Rentenalter. Zugespitzt formuliert: Dem Kultursommer droht eine ganze Generation erfahrener Partner wegzubrechen.

Meine Betrachtung zu dieser Problemlage
4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent


06.11.2018

Manchmal wundert es mich wirklich, dass sich auf unseren Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen überhaupt noch was bewegt. Mittlerweile ist die Automobildichte derart hoch, das schon kleinste Unregelmäßigkeiten im Verkehrsfluss binnen Minuten zu beträchtlichen Stauphänomenen führen. Und ein nur mittelprächtiger Unfall auf einer Hauptader kann - wie heute vormittag in Mainz erlebt - den Verkehr einer ganzen Großstadt oder Region schier zum Erliegen bringen. Denkt man sich nun dazu, dass in Millionen Autos Millionen ganz verschiedener Individuen mit unterschiedlichen Fahrstilen, Verhaltensweisen, Fähigkeiten hinter dem Steuer sitzen und jedes jeden Moment unzählige bewusste und noch mehr unbewusste Einschätzungen, Entscheidungen, Handlungen vornehmen muss - ja dann kommt mir fließender Massenverkehr als Kollektivleistung fast wie ein Wunder vor.


05.11.2018

Das nun die zweite Spielzeit unter Leitung von Anselm Weber stehende Schauspiel Frankfurt hatte beim Autorenduo Lutz Hübner/Sarah Nemitz ein Stück in Auftrag gegeben. Brandheißes Thema: Was lässt unsere Gesellschaft auseinanderbrechen und macht die Populisten stark? Das Ergebnis heißt „Furor“ und stellte sich jetzt bei der Uraufführung als beklemmendes wie interessantes Kammerspiel vor, bei dem die Verfasser und der inszenierende Intendant einen Politiker, eine Krankenpflegerin und einen Paketboten in furios eskalierende Konfrontation treiben.

Meine Premierenkritik
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02.11.2018

Bisweilen schreibt der Zufall die besten Geschichten. Just als im Landesmuseum Mainz das Nachdenken begann, wie der Wahlpfälzer Max Slevogt anlässlich seines 150. Geburtstages 2018 gewürdigt werden könne, sprach ein Privatmann vor. Sein Ansinnen: Man möge ein Gemälde aus seinem Besitz prüfen, das von Max Slevogt signiert sei. Echtheitsprüfung und Herkunftsrecherche ergaben eine kleine Sensation und führten zum Einstieg in eine Arbeit, aus der die jetzt in Mainz laufende hoch spannende Ausstellung „Ein Tag am Meer – Slevogt, Liebermann & Cassirer“ hervorgegangen ist.

Meine Ausstellungsbesprechung
4250 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent

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