Guten Tag allerseits

25.02.2020

Es gibt bei jeder Wahl kleine Ecken mit Ergebnissen, die sind so speziell, dass einem schier die Kaffeetasse aus der Hand fällt. Bei der Hamburg-Wahl etwa verzeichnete ein Wahllokal in St. Pauli folgendes Resultat: Grüne 34,2 %, Linke 28,3 %, SPD 20,0%, Die Partei 8,1 %, CDU 1,9%, FDP 1,8%, AfD 0,0%. Weniger speziell, dafür umso interessanter: In HH kam die AfD bei den weiblichen Wählern auf nur 3%;, ebenfalls nur 3% erzielte sie bei den jungen Wähler von 18 bis 29 Jahren.


24.02.2020

Tja, es hat leider nicht ganz hingehauen mit dem AfD-Rauswurf aus der Hamburger Bürgerschaft. Auch ist der Rückgang des prozentualen Stimmanteils der rechtsradikalen Partei von -0,8% geringer als erhofft und in der ersten Hochrechnung angezeigt. Das ist bedauerlich, weil es - zumal nach Erfurt und Hanau - vor allem signalisiert: In der AfD-Klientel ist der Anteil des Korns sehr klein, das durch Zureden, Aufklärung, Erkenntnis von der Spreu zu trennen wäre. Offenkundig hängt das Gros dieser Leute ziemlich gefestigten antidemokratischen, rassistischen, asozialen, inhumanen, faschistoiden bis faschistischen Grundhaltungen an.

> Mein Kommentar am Tag danach


23.02.2020

Rund 2500 Jahre alt, griechisch-antik, düstere Geschichte über Morde an Gatten, Kindern, Mutter, über nicht enden wollende Blutrache und das miese Spiel der Götter mit den Schwachheiten des Menschengeschlechts. Die Rede ist von der Trilogie „Orestie“, einem Nachspiel zum Trojanischen Krieg aus der Feder des Aischylos. Eine uralte Tragödie, die gleichwohl Theaterschaffende bis zum heutigen Tag umtreibt. Fürs große Frankfurter Schauspielhaus hat nun Jan-Christoph Gockel, Hausregisseur am Staatstheater Mainz, das Stück als Multimedia-Inszenierung zubereitet – teils tief berührend, teils hochinteressant, teils arg irritierend.

> Meine Premierenkritik (4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


22.02.2020

Meine aktuelle Monatskolumne "Quergedanken" Nr. 180 beginnt folgendermaßen: Freund Walter hat soeben den Winter 2019/2020 für beendet erklärt. Genau sagte er: „Ist ausgefallen, hat nicht stattgefunden. Wie schon der letztjährige. Jedenfalls, aber keineswegs nur, in unseren südwestdeutsch-rheinischen Breiten.“ Dieser Text entsteht Mitte Februar, weshalb ich einwende: Mal langsam, mein Lieber, da kann noch was kommen. Worauf er die Augenbrauen hochzieht und blafft: „Könnte viel nicht mehr sein, denn Anfang April wird bereits wieder Hochsommer ausbrechen. Falls nicht, trete ich zurück.“ (...)

> Ganzer Artikel unter der Überschrift "Winter ade?" hier


21.02.2020

Komme eben zurück von der Koblenzer Mahnwache #RassistischeBluttatHanau. Sehr schöne Mischung der 500 bis 700 Teilnehmer (meine Schätzung): Bürger aller Altersklassen hiesiger, türkischer. kurdischer und anderer Herkunft, Koblenzer Sinti & Roma, Delegationen mehrerer örtlicher Karnevals-Korporationen mitsamt Prinz/Prinzessin, viel Jugendliche, Juden, Muslime, Christen, Atheisten ... Alle gemeinsam gegen Hass und Faschismus.

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Weiteres zur rassistischen Bluttat von Hanau:

1. Ausgezeichneter Kommentar von Rainald Becker (SWR) in der tagesschau. Glasklar und völlig richtig > Filmmitschnitt hier 

2. Treffliche Analyse in der Süddeutschen Zeitung: "Täter wie der Angreifer von Hanau fühlen sich von einer rechtsradikalen Stimmung getragen, die in Deutschland immer weiter um sich greift." > freier Lesetext hier


20.02.2020

Schwierig, sehr schwierig: Wie nun umgehen mit Fastnacht/Karneval angesichts der entsetzlichen rassistischen Bluttat von Hanau? Keine Veranstaltung wird die Ereignisse ignorieren können und die wenigsten werden es wollen. Den jetzt verschiedentlich aufgekommenen Gedanken, Fastnacht ganz abzublasen, halte ich persönlich für falsch. Denn ich glaube, man sollte den braunen Verbrechern diesen Triumph nicht bieten und sich von ihnen auch die Lebensfreude nicht rauben lassen. Gleichwohl hat Hanau dem Frohsinn einen Knick verpasst und ist manchem nicht mehr nach Fastnachtsspaß. Weshalb die Entscheidung, feiern oder nicht, eine sehr persönliche ist. Aber ob man nun feiert oder nicht, m.E. kann beides zur Geste des Widerstandes gegen die braune Durchseuchung unserer Gesellschaft werden. Gesicht zeigen - hier, da und dort!

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Schreckliche rassistische Bluttat in Hanau. Großes Entsetzen, große Trauer, große Wut. Der Schoß rechtsradikaler Hetze ist fruchtbar.


18.02.2020

Entgegenkommen (von Hermann Hesse)

Die ewig Unentwegten und Naiven
Ertragen freilich unsre Zweifel nicht.
Flach sei die Welt, erklären sie uns schlicht,
und Faselei die Sage von den Tiefen.

Denn sollt es wirklich andre Dimensionen
Als die zwei guten, altvertrauten geben,
Wie könnte da ein Mensch noch sicher wohnen,
Wie könnte da ein Mensch noch sorglos leben?

Um also einen Frieden zu erreichen,
So lasst uns eine Dimension denn streichen!

Denn sind die Unentwegten ehrlich,
Und ist das Tiefensehen so gefährlich,
Dann ist die dritte Dimension entbehrlich.


17.02.2020

„Fett“ besetzte Rheinische Philharmonie beim britischen Abend im Rahmen der Anrechtskonzerte des Koblenzer Musik-Instituts. Den Stab führte Chefdirigent Garry Walker. Für den Schotten war das Programm mit Edward Elgars Violinkonzert op. 61 (mit Solistin Jennifer Pike) und Ralph Vaughan Williams‘ 2. Sinfonie quasi heimatliche Herzenssache.

> Meine Konzertbesprechung (3800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


16.02.2020

Zuletzt zogen Rembrandt in Köln und Van Gogh in Frankfurt Besuchermassen an. Seit diesem Wochenende (15./16.02.2020) richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf eine jüngere Kunstströmung. Die Frankfurter Schirn stellt mit 34 Künstlerinnen die lange unterschätzte weibliche Seite des in den 1920ern aufgekommenen Surrealismus vor. Zeitgleich eröffnete im Arp Museum Remagen-Rolandseck ein fulminantes Ausstellungspaket, das die surrealistischen Altmeister Salvador Dalí und Hans Arp gegenüberstellt. Ihnen zur Seite tritt dort mit Jonas Burgert auch ein aktueller Vertreter der bildkünstlerischen Fantastik.

> Meine Besprechung der Ausstellung(en) im Arp Museum (6300 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

 


15.02.2020

Aug' in Aug' mit Beethoven - wie Salvador Dalí ihn "malte" ( = Oktopus aufs Papier gesetzt, der spritze seine Tinte aus, und der Surrealmeister formte daraus mit Händen, Pinsel und Schuhen des Musikgiganten Antlitz). Den Schnappschuss machte Kollegin Barbara Harnischfeger gestern bei der Pressevorbesichtung des an diesem Wochenende im Arp Museum Remagen-Rolandseck eröffnenden sehr starken Ausstellungspakets über die alten Surrealisten Dalí und Hans Arp sowie deren jungen Kollegen Jonas Burgert (*1969).


13.02.2020

Hallo Mainz und nähere Umgebung sowie Theaterfreunde weiter weg! Im Staatstheater der RLP-Landeshauptstadt gibt jetzt es eine Inszenierung, die man gesehen haben muss: Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" in einer 115-minütigen, ebenso gescheiten wie berührenden, wunderbar gespielten, modernen Bearbeitung für die Bühne. "Werther" anschauen, unbedingt.

> Meine Besprechung (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


12.02.2020

Aktuelles aus der heimischen Natur. Eindringlicher und gescheiter Rat der Forstämter: Auch nach Abzug von Sabine einige Tage NICHT in den Wald gehen! Da hängt noch jede Menge an- und abgebrochenes Holz quasi in der Luft rum, das beim kleinsten Windstoß fallen kann. Im Unterwesterwald hat der Sturm offensichtlich erst während seiner zweiten Phase (Mo > Di) in etliche Gegenden so richtig reingebrezelt.

Ansonsten amtliche Wetterbilanz für Januar 2020 im Westerwaldkreis: Dieser "Hochwinter"-Monat war 3 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt; die Niederschlagsmenge blieb 17% unter normal, Schnee war fast keiner dabei: beinahe die Hälfte des Regens kam an nur zwei Tagen herunter und floss auch entsprechend schnell wieder ab.


11.02.2020

Sind die Volksparteien ein Auslaufmodell? Diese Frage passt trefflich zur Situation im deutschen Februar 2020. Ich hatte sie allerdings schon anno 2008 als Überschrift formuliert für meinen Zeitungskommentar zum Ergebnis der damaligen Landtagswahl in Bayern. Die seinerzeitige Einschätzung passt noch immer. Geirrt habe ich nur in einem Punkt: Ich hatte vor zwölf Jahren das Entstehen einer "bürgerlich-konservativen" Partei rechts von der Union prognostiziert. Dass es eine tendeziell faschistische Partei werden könnte, lag außerhalb meines Vorstellungsvermögens. > Für Interessierte hier der Artikel von 2008 (freier Lesetext)


10.02.2020

Man möchte schenkelklopfend „Helolaulaaf!“ ausrufen, so närrisch geht es zu bei „Pension Schöller“. Das im 19. Jahrhundert von zwei Mainzer Autoren und Karnevalisten geschriebene Stück ist zwar keine direkt karnevaleske Komödie, aber doch eine rechte Narretei. Das durch drei Verfilmungen berühmt sowie via Milowitsch- und Ohnsorg-Theater zum Bühnen-Evergreen gewordene Lustspiel hat jetzt das Theater Koblenz mit neun „Verrückten“ und einem Klavierspieler zur lauthals belachten und bejubelten Premiere gebracht. > Meine Kritik (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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AKK will als CDU-Chefin zurücktreten. Das kommt so furchtbar überraschend nun auch nicht. Ich hatte schon vor den thüringer Ereignissen damit gerechnet, dass sie 2020 nicht in der Spitzenposition übersteht. Von allen politischen Abneigungen mal abgesehen: Der Saarländerin fehlt einfach das Format für eine national führende und international gewichtige Rolle.

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"Sabinchen war ein Frauenzimmer gar hold und tugendhaft..." heißt es in der alten Ballade. Wie das aber so ist mit den Tugenden, es stecken da auch einige Abgründe drin. Weshalb die Nacht hierorts keine der ganz wilden war, gleichwohl recht lebhaft. Und just eben, nach dem Frühstück, geht es nochmal munter zur Sache. // Unsere Dorffeuerwehr musste in der Dunkelheit immerhin viermal ausrücken: Dreimal Straße freisägen, zudem ein davonwirbelndes Verandadach aus Plexiglas einfangen. Was Sabinchen im Wald angestellt hat, ist noch unbekannt. War also das ganze fantasiereiche Vorspiel bloß Fantasma und für die Katz? Hmmm - es fehlte nur ein relativ kleiner Kick, und das holde Frauenzimmer wäre als multipel ekstatische Furie über uns hergefallen.


09.02.2020

So, es ist entschieden. Ich werde nicht den Wagemutigen spielen, sondern altersgemäße Vorsicht walten lassen. Will sagen: Ich bleibe am heutigen Sonntagabend mit meinem Arsch schön daheim und fahre nicht über Westerwald und Taunus zur "Werther"-Premiere am Staatstheater Mainz. Kritikerpflicht und Theaterliebe hin oder her: Der nächtlichen Höllenritte waren in drei Dienstjahrzehnten reichlich, mein Bedarf ist gedeckt, solch Abenteuer muss ich nicht mehr haben. Mag sein, dass der Sturm/Orkan halb so wild wird wie angekündigt. Falls aber doch, erwischt es mich wenigstens im eigenen Bette. Passt auf euch auf die nächsten Stunden.


07.02.2020

Die aktuelle Forsa-Umfrage in Thüringen ist zwar nur ein momentanes Stimmungsbild, signalisiert aber doch, dass sich einige Politstrategen wohl verkalkuliert haben. Rot-Rot-Grün würden demnach bei Neuwahlen in summa um 9% auf 53 % zulegen; davon gingen 6 % allein aufs Konto der Linkspartei, die dann auf 37% käme. Die FDP flöge raus (4%), die CDU würde einen 10%-Absturz auf nur noch 12% einfahren. Und m.E. besonders interessant: Der AfD brächte der ganze von ihr veranstaltete Furor gerade mal marginale 0,6% Stimmzuwachs ein.

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Natürlich wird der Faschistenverein solche und ähnliche Spielchen wie jetzt in Thüringen immer wieder versuchen, das gehört zu seinem Wesen. Ziel/Zweck: Unordnung, Furor, Lächerlichmachen der anderen Parteien und des Parlamentarismus insgesamt, Zersetzung der demokratischen Mehrheitshaltung ... Die Frage ist, sind die anderen dumm genug, wiederholt darauf hereinzufallen, und/oder sind sie unentschlossen genug, eine gemeinsame Brandmauer gegen die braune 1/6tel-Partei (in Thüringen 1/4) zu errichten/zu halten.


06.02.2020

Es sollte Neuwahlen geben in Thüringen. Das wäre gut. Man wird dann sehen, wieviele der dortigen Wähler stramm braun sind oder nicht. Denn es kann sich keiner mehr auf "Protestwahl" oder Unkenntnis herausreden; jeder weiß jetzt, was er da wählt. Und sollte sich herausstellen, dass ein Viertel der Thüringer bereit wären, die Faschisten in den Sattel zu hieven, wird es die verdammte Pflicht aller Demokraten von Schwarz bis Rot sowie der großen zivilgesellschaftichen Mehrheit sein, diesen Leuten unmissverständlich und glaubwürdig vor Augen zu führen: Wir werden euch die freie Republik niemals überlassen. Nie wieder.


05.02.2020

Ad. Affäre Kemmerich/Thüringen: Eine alte deutsche Politiktradition kommt zu neuen Ehren: Die Angst vor Rot (und nun auch Grün) ist bei manchen angeblich Bürgerlichen so groß, dass diese sich am Ende doch lieber mit Braun einlassen.


03.02.2020

Nun denn, Februar also. Da freuen sich, wie ich weiß, auch in diesem Kreis viele Leute vor allem auf Fastnacht/Karneval. Soll sein, selbst ich werde per Television mal hineinschauen, um zu hören, was die Büttenredner über Zeitgeschehen und -geist lästern - und natürlich, um ein gefällig' Aug' auf die tanzenden Gardemariens zu werfen.

Ansonsten aber schaue ich zwar mit Vorausschwitzen, doch freudig, auf meinen kulturprallen Februarplan: Morgen Frankfurt, um im Städel geschwind noch Herrn van Gogh die Aufwartung zu machen. Am Samstag Theater Koblenz, um "Pension Schöller" kritisch zu belachen. Tags darauf im Staatstheater Mainz Besuch bei Goethes "Werther". Nachher folgen: Vorbesichtigung der Ausstellung "Dalí trifft Arp" im Arp Museum; Staatstheater Wiesbaden "Romulus der Große" von Dürrenmatt; Schauspiel Frankfurt "Orestie"; Theater Bonn mit Shakespeares "King Lear"; und zum Monatsschluss nochmal Mainz mit Tschechows "Drei Schwestern". Dann wollen wir mal.


02.02.2020

Seit Wochen kreischen aus dem nahen Wald von Montag bis Freitag und Sonnenauf- bis Sonnenuntergang die Motorsägen. Oft kann man selbst noch zu fortgeschrittener Nachtstunde auch die schweren Harvester-Holzernter hören und/oder ihre Flutscheinwerfer durchs Dunkel schneiden sehen. Allein in fußläufiger 60-Minuten-Umgebung hier im Unterwesterwald vor meiner Haustür habe ich beim gestrigen Waldgang ein halbes Dutzend großer, soeben wegen Noteinschlags fast kahlgeschorener Areale vorgefunden.

Und immer wieder sieht man auf den Waldparkplätzen drei, vier und mehr Schwerlastzüge bereitstehen, um nacheinander in den Wald einzufahren und beladen zu werden. Der Leiter des Regionalforstamtes Neuhäusel/WW spricht von fast 900 LKW, die derzeit aus den Wäldern seines Zuständigkeitsbereiches jeden Monat durch Hitze, Trockenheit und nachfolgend Borkenkäfer geschädigtes Stammholz abfahren.

Im Augenblick handelt es sich dabei primär um Fichte. Aber mir ist Bange vor dem Frühjahr/Sommer. Denn schon im zurückliegenden Herbst konnte selbst der Laie problemlos erkennen, worauf die hiesigen Förster bereits wiederholt hingewiesen haben: Auch im Mischwald sind inzwischen etwa Buchen und Eichen erheblich geschwächt, kränkeln, werden zusehends von Schadpilzen und eigenen Arten des Borkenkäfers befallen. Und hört/schaut man sich in der weiteren Umgebung über Taunus, Eifel, Hunsrück bis hinunter zu Pfälzer-, Oden- und Schwarzwald um, so wird der Eindruck zwingend: Wir haben es - jedenfalls in Südwestdeutschland - mit einer ausgewachsenen Waldkrise zu tun.

31.01.2020

Z.K aktuelle Daten des Mainzer Umweltministeriums zur Grundwasser-Lage in Rheinland-Pfalz: 95 % des Trinkwassers in RLP werden Grundwasservorkommen entnommen. Die Grundwasserneubildung ist in den letzten Jahren im Landesschnitt um 20 % zurückgegangen, in trockeneren Gebieten wie Rheinhessen und Westerwald um bis zu 40 %. Mittelwert der Grundwasserneubildung lag von 2008 bis 2018 bei 80 Millimetern pro Jahr, zuvor ab 1958 noch bei 101 Millimetern.

Gründe für den Rückgang der Grundwasserneubildung: a) sinkende Niederschlagsmengen = 733 mm in den vergangenen zehn Jahren gegenüber 779 mm in den 50 Jahren zuvor (statistisches Jahresmittel). b) Die Verdunstungsrate ist zusammen mit den Lufttemperaturen angestiegen. c) Die Vegetationsperioden sind länger geworden, damit auch der Wasserverbrauch der Flora. d) In den Dürresommern ausgetrocknete Böden lassen Regen deutlich schneller abfließen und deutlich langsamer in Grundwassertiefe durchsickern. e) Die Versiegelung der Landschaft durch Neubebauung schreitet weiter voran.


30.01.2020

Die Wettervorhersage in der Frühstückszeitung verkündet für die nächsten vier Tage hierum: "Viele Wolken und etwas Regen" nebst ein paar wenigen Sonnenstrahlen sowie Temperaturen überwiegend im zweistelligen Bereich. Ich muss schon sagen, der jetzt meteorologisch in seinem letzten Drittel angekommene "Winter" 2019/20 hat es so richtig in sich.


29.01.2020

Anno 2005 hatte ich anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz einen Leitartikel geschrieben, der am 27.1.2005 in der Rhein-Zeitung publiziert wurde. Wie schon vor 15 Jahren und davor, so gibt es auch heute und wieder vermehrt Leute und Kräfte in der deutschen Gesellschaft, die unter der Parole "Irgendwann muss doch mal Schluss sein damit!" eine Beendigung dieses "unsäglichen Schuldkultes" verlangen. Eben deshalb habe ich den alten Text nochmal  aus dem Archiv gezogen und empfehle ihn neuerlich zur Lektüre. Denn nicht zuletzt auf jenes "Schluss damit" geht der Leitartikel mit dem Ergebnis ein, dass die Erinnerung an den Holocaust als dunkelste Seite der deutschen Geschichte NIEMALS enden könne. > Zum Leitartikel hier (freier Lesetext)

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Gestern im Kino gewesen, den Film "Das geheime Leben der Bäume" um/über den Alternativförster Peter Wohlleben und dessen gleichnamigen Buchbestseller gesehen. Leider, leider muss ich sagen: M.E. ist das ein ziemlich schlechter, ja teils ärgerlicher Film - weil mehr Wohlleben verehrende Personality-Story (von bisweilen nervender Banalität) und Buch-PR als filmische Behandlung des Titelthemas. Man mag zu einigen von Wohllebens Thesen stehen wie man will: Unstrittig sind seine publizistischen Verdienste um ein in der breiten Bevölkerung besseres Verständnis des Ökosystems Wald, in dem alle Glieder miteinander korrespondieren, interagieren und aufeinander angewiesen sind. Ebenso verdienstvoll sind seine kritischen Denkanregungen für eine neue, nachhaltige und naturverträglichere Art des Umgangs mit dem Wald. Zu all dem trägt der Film herzlich wenig bei.


28.01.2020

Schlechte Nachricht für Unternehmen, Handel und Werbewirtschaft: Ich bin ziemlich sicher, Zeit meines Erwachsenenlebens nie irgendetwas gekauft oder gebucht zu haben auf Grund filmischer Werbeclips oder gedruckter Werbung. So das Ergebnis einer Sinnierstunde mit Fensterblick auf dunkelgraue Wolkenschwaden sowie das frustrierend brachiale Werkeln dreier schwerer Harvester-Holzernter beim Fichten-Noteinschlag im nahen Wald (bald haben wir ringsumher freie Sicht bis Takatukaland).

Einen Teil der werblichen Ansprachen finde ich einfach nur abstoßend. Bei einem anderen Teil denke ich: Für wie blöd halten die unsereinen eigentlich. Schließlich gibt es jenen kleinen Teil, wo ich mit Vergnügen hübsche Fotos und reizende Verzählchens betrachte, aber nachher kaum je zu sagen wüsste, wofür da geworben wurde. Mein ganzes Kauf- oder Buchungsverhalten schert sich um Werbung nicht die Bohne. Braucht es mal neue Kleidung, Gerätschaften, Hausutensilien, besuche ich ein, zwei oder zur Not drei mir vertraute Geschäfte, schaue, was es gibt, und kaufe, was mir brauchbar, passend, finanziell leistbar erscheint. Nicht im Traum käme ich auf die Idee, ein Urlaubziel zu buchen, ein bestimmtes Auto oder einen Toilettenartikel zu erwerben auf Basis eines nett-verlogenen Fernsehspots.


27.01.2020

Da wird neuerdings von interessierten Seiten Leuten das Etikett "Verbotspartei" oder "Verbotsfetischisten" angehängt, die sich für ein Tempolimit auf Autobahnen aussprechen, für schärfere Gesetze gegen Insektizide und Überdüngung, für Unterbindung der Herstellung und Verbreitung von Plastiktüten, für strengere Regeln gegen CO2-Emissionen ... Und plötzlich tun selbst traditionelle Vertreter einer Law-and-order-Politik so, als seien Verbote sündenfällige Angriffe auf die freiheitliche Gesellschaft. In meiner Monatskolumne "Quergedanken" wird diesmal daran erinnert, dass seit babylonischer Zeit und hernach den mosaischen "Zehn Geboten" Verbote der ganz normale Wesenskern jedweder staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung sind, selbst der liberalsten. > "Quergedanken" Nr. 179 hier (freier Lesetext)


26.01.2020

Es ist in jüngeren Jahren bei den Anrechtskonzerten des Koblenzer Musik-Instituts zur schönen Gepflogenheit geworden, jedes Mal ein nur selten zu hörendes oder dem Gros des hiesigen Publikums unbekanntes Stück ins Programm zu nehmen. Solche Praxis sorgt per se für gespannte Erwartung und Horizonterweiterung. An diesem Wochenende waren Mozarts Oboenkonzert KV 314 und der 4. Sinfonie von Brahms die „Drei Studien über Couperin“ vom 48-jährigen Thomas Adès vorgeschaltet. > Meine Konzertbesprechung (3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent

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Das Vorauskommando der zurückkehrenden Zugvögel ist schon hier. Ich sah eben meine erste Kranichformation in 2020 den Unterwesterwald von süd 'gen nord überfliegen. Welcome back, Freunde! - auch wenn ihr heuer ziemlich früh dran seid.


25.01.2020

Beim behaglichen Samstagsfrühsück und wohl inspiriert durch die Zeitungslektüre spazierte plötzlich dieser Gedanke ins Hirn: Man stelle sich vor, die Bundesregierung würde ab Schwerdonnerstag NRW und Rheinland-Pfalz unter Quarantäne stellen. Sie würde den Fern- und Nahverkehr von und nach Düsseldorf, Köln, Aachen, Koblenz, Mainz und Orte drumherum stoppen, die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Frankfurt schließen. Sämtliche Fastnachtsveranstaltungen inklusive Rosenmontagszüge in NRW und RLP wären verboten, obendrein Großveranstaltungen in allen deutschen Großstädten bis auf weiteres untersagt.

Das Szenario entspricht in etwa, auf kleineren Maßstab übertragen, dem derzeitigen Geschehen in China. Sind solch weitgreifende Maßnahmen angemessen oder übertrieben ? - angesichts eines bislang unbekannten Virus, über das man noch nicht allzu viel weiß, das aber von Mensch zu Mensch übertragen wird, bereits eine kleine Epidemie mit einigen Toten ausgelöst hat. Die für mich wichtigste Überlegung ist dabei: Was passiert, könnte im globalen Zeitalter der Massenmobilität passieren, wenn man der Epidemie nicht derart massiv entgegentritt? Wobei: Geordnete, durchgreifende Seuchenschutzmaßnahmen und hysterische Seuchenpanik sind zwei grundverschiedene Angelegenheiten. Gleichgültiges Verdrängen wäre eine dritte Kategorie.


23.01.2020

Zugegeben, ich bin kein großer Freund von Winter. Gleichwohl wäre es mir schon recht, wenn wir jetzt mal ein bisschen Winterliches in Form von ein paar Wochen Dauerfrost sowie einem Stäubchen Schnee bekämen - und nicht allweil bloß diese elend lange, mir aufs Gemüt schlagende Dunkelheit.


22.01.2020

Nur mal so, ein Gedanke, der für viele Diskussionen, Urteile, Vorurteile über Jugend heutzutage ein bisschen Bedeutung haben könnte: Als die ersten 2000er Jahrgänge zur Welt kamen, hatte die mittlere Altersklasse der heute 40- bis 60-Jährigen (also deren Eltern und teils Großeltern) das Handy bereits als schier dominantes Massenkommunikationsmittel etabliert. In den Einschulungsjahren dieser Kinder war der (erwachsene) gesellschaftliche Mainstream gerade dabei, das Smartphone als allgemeines Primärmedium und quasi neues Sinnesorgan durchzusetzen. Wie sagt die Entwicklungspsychologie: Kinder lernen am Vorbild und durch Nachahmung, sie wollen dazugehören.


21.01.2020

Viele Shakespeare-Dramen gehen der Frage nach: Wie funktionieren die Mechanismen der Macht und was macht Macht aus Menschen? Oft sind reale, dem damaligen Publikum noch recht gut vertraute historische Fälle Gegenstand dieser Stücke. Was, wenn ein Theater heutzutage ähnlich verfährt, wenn es ein Stück schreiben lässt und auf die Bühne bringt, das einen eben erst stattgehabten kommunalpolitischen Skandal in der eigenen Stadt thematisiert? So geschehen jetzt am Staatstheater Wiesbaden mit dem Auftragswerk „Casino“, das am Wochenende uraufgeführt wurde und die dubiosen Vorgänge um den vorigen Wiesbadener SPD-Oberbürgermeister Sven Gerich behandelt. > Meine Premierenbesprechung (4400 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


19.01.2020

Kleines Verzählche über eine denkwürdige Begegnung im Wald am heutigen Sonntagmorgen. >Zum Text


18.01.2020

Mal ein bisschen ernsthafte Klimawissenschaft, und zwar aus dem Fachbereich Paläoklimatologie, also über Forschung der irdischen Klimaentwicklungen in der ferneren und sehr fernen Vergangenheit der Erde. Der Text ist nicht ganz einfach, aber aufschlussreich. Einer der zentralen Befunde sagt, "dass die derzeitige CO2-Konzentration von 410 ppm in den letzten 3 Millionen Jahren beispiellos ist und dass die globale Temperatur während des Quartärs den vorindustriellen Wert nie um mehr als 2°C überschritten hat." Zum Artikel (hier)


17.01.2020

Sobald die Rede auf Phänomene in menschlichen Gesellschaften des 20./21. Jahrhundert kommt, taucht ein Problem auf, das die Diskussionen und Gespräche oft ziemlich schwierig macht: Fast alle Generalisierungen hinsichtlich individueller Eigenarten, Eigenschaften, Haltungen, Lebenskulturen innerhalb der Bevölkerung gehen an der Realität vorbei. Denn diese ist von einer sich immer weiter auffächernden Heterogenität geprägt. Es gibt sie einfach nicht DIE Jugend, DIE Rentner, DIE LInken, DIE Konservativen, DIE Grünen, DIE Deutschen, DIE Migranten, DIE MIttelschicht...

Ich kenne CDUler, deren Grundeinstellungen und Lebensarten liegen himmelweit auseinander; selbiges gilt für andere Parteigänger. Es gibt einerseits ältere Leute, für die ist die Vorstellung, mit 67 in Rente gehen zu müssen ein Albtraum; wie es umgekehrt Leute gibt, für die die Aussicht, noch bis 67 arbeiten zu müssen, ein Albtraum ist. Es gibt Jugendliche in großer Zahl, denen Klimaschutz das wichtigste Anliegen ist; ebenso gibt es Jugendliche, denen das Thema rundweg am Allerwertesten vorbei geht. Oder: Mich verbindet mit einer Menge meiner "deutschen Landsleute" erheblich weniger als mit vielen "fremdländischen" Menschen im In- und Ausland. ...

Deshalb sind Urteile über ganze Bevölkerungssegmente, die sich auf Verhaltensbeispiele, Haltungen, Ansichten Einzelner oder Einiger in diesen Segmenten stützen, IMMER abwegig. Dies ist auch der Grund, warum es eine "deutsche Leitkultur" jenseits des Grundgesetzes gar nicht geben kann.


16.01.2020

Dies ist eine Nachricht vor allem an wirtschaftsliberale und wirtschaftskonservative Leugner, Zweifler, Verharmloser in Sachen Klimawandel sowie Zauderer, Verzögerer und Bedenkenträger gegen rasch durchgreifende Klimaschutzanstrengungen: Ein "links-grüner Versiffung" völlig unverdächtiges, in Wirtschaft und Politik weltweit hoch angesehenes Gremium, die Veranstaltergruppe des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, hat gestern ihren alljährlichen "Weltrisikobericht" veröffentlicht. Darin werden heuer der Klimawandel, das Schwinden der biologischen Vielfalt und ein rekordverdächtiger Artenrückgang" als die drängensten Herausforderungen der Gegenwart bezeichnet.

Der Bericht fordert eine sofortige entschlossene Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Bekämpfung dieser Gefahren, da andernfalls "katastrophale Folgen" drohten, nicht zuletzt in Form wirtschaftlicher Konflikte und politischer Polarisierung. Dem bevorstehenden Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos hat dessen Präsident Borge Brende bei der Vorstellung des Berichts in London quasi in die Tagungsagenda geschrieben: "Die Welt kann nicht darauf warten, dass sich der Nebel der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheit lüftet. Das Handlungsfenster ist noch offen, wenn auch nicht mehr lange."


12.01.2020

Es ist ein Trauerspiel. Die 22 Quadratkilometer meines geliebten Hauswaldes werden licht und lichter. Seit Wochen fällen schwer motorisierte Trupps - auch im Mischwald - eilends Unmengen Fichten und häufen die Stämme an den Abfuhrwegen zu gewaltigen Bergen auf. Nein, das ist keine Holzernte, sondern Noteinschlag: Bis zum Frühling soll so viel wie möglich durch Hitze, Wassermangel und anschließend Borkenkäfer geschädigtes Holz raus aus dem Wald - bevor der Käfer wieder fliegt. Beim gestrigen Waldmarsch sah ich obendrein an unzähligen noch stehenden Bäumen Fällmarkierungen. Wenn die alle auch noch weg sind, wird es nicht mehr viele Fichten in diesem Teil des Westerwaldes geben.


09.01.2020

Selbstbeobachtung beim Autofahren: Wenn ich gedankenlos herumkutschiere oder meine, es eilig zu haben, verfalle ich unbewusst auf den Fahrstil der ersten Hälfte meines Autofahrerlebens. Ergebnis: Mein Spritverbrauch steigt auf 7,2 L/100km. Wenn ich aber mit Sinn, Verstand, vorausschauend, Gemütsruhe und Verantwortungsbereitschaft fahre, pendelt sich der Spritverbrauch bei 4,9 bis 5,2 L /100km ein. Und da ist noch Luft nach unten - allerdings würden mich dann manche automobilen Zeitgenossen wohl als "Verkehrshindernis" empfinden.


08.01.2020

Verdammich, gleich im neuen Jahr ein Trauerfall im Haus: Nach nur 12 Jahren in Gebrauch ist die Waschmaschine verreckt - ohne Chance, sie durch Hand(an)auflegen wieder auferstehen zu lassen. Ich also in der Früh hin zum Elektromarkt, um eine neue zu kaufen. Kinners, was es da jetzt für Dinger gibt! Waschmaschinen, die sprechen können oder einem SMS-Botschaften schicken. Solche, die Wäsche- und Stofftyp in der Trommel analysieren und selbstständig das Waschprogramm aussuchen sowie die Waschmittelmenge dosieren. Die meisten mit Touchscreens, einige sogar mit Bildschirmen...

Der nette Verkäufer demonstrierte mir eine Maschine, die - grob mitgezählt - ein gutes Hundert Funktionen hat. Meine Begeisterung war grenzenlos, weshalb ich erklärte: "Unsere alte Waschine hat zwei Schalter und einen Drehknopf, daraus ergeben sich acht Waschprogramme, von denen wir nur drei regelmäßig benutzten. So eine Maschine will ich. Habt ihr das?" Mit dieser simplen Anforderung war der junge Mann leider völlig überfordert. Denn, so seine perplexe Antwort: "Das gibt es nicht mehr." Darüber brachte ich tiefes Bedauern zum Ausdruck und verlangte resigniert nach der Maschine "mit dem wenigsten überflüssigen Tinneff und Schnickschnack. Wir wollen nur einfach Wäsche waschen".

Geordert ist nun ein Gerät mit fünf Schaltern und einem Drehknopf, das es immerhin auf 30 teils variable Funktionen bringt - von denen 25 bei uns einfach für'n Arsch sind. Immerhin: Geliefert, aufgestellt und angeschlossen wird schon morgen und die alte Maschine nehmen die Herrschaften auch gleich mit.


03.01.2020

TV-Tip. Am gestrigen Abend (Do, 2.1.) bin ich beim halbschlafenen Fernsehgucken zufällig nacheinander in zwei aktuelle Reportagen/Dokumentationen über die Arktis geraten. Die haben mich dann bis nach Mitternacht hellwach gehalten. Denn zwar ließe sich über die dramaturgische Machart streiten, gleichwohl war/ist der Gehalt an Beobachtungen, Infos, Erklärungen zu jüngerer Entwicklung und jüngstem Zustand der Nordpolarregion beträchtlich. Zugleich wird deutlich, was für ein wunderbares und wichtiges Öko-System wir zu verlieren drohen. Weshalb ich empfehlen darf, die folgenden beiden Sendungen mal aus der Mediathek zu fischen: 1.) ZDF, "Nordlichter - Leben am Polarkreis / Von Ostgrönland nach Alaska"; 2.) SWR, "Faszination Arktis"


02.01.2020

Seit 1999 schreibe ich alljährlich für die am ersten Werktag des je neuen Jahres erscheinende Ausgabe der Rhein-Zeitung mein Neujahrsessay. Nach eigenem Dafürhalten ist dieser stets eine ganze Kulturseite einnehmende Text einer meiner wichtigsten in jedem Jahr. Heuer steht er unter der Überschrift "Die Menschheit am Scheideweg", handelt vom "Klimawandel und seinen Folgen" sowie " Von Zweiflern, Leugnern und Verharmlosern". > Zum Neujahrsessay 2020  (12 000 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

31.12.2019

Wenn ich heute in der Nacht beim Jahreswechsel gut einen im Tee hab', singe/gröhle ich gewiss wieder die alten Lieder meiner Jugend. Zuerst "Unsre Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, ohne Licht und ohne Brems mit ganz viel Gas...". Zwei Gläser weiter folgt die Traditionshymne dreier Generationen "Wir versaufen unsrer Oma ihr klein Häuschen ...". Dabei blicke ich dann auf dieses Jahr 2019 zurück, das u.a. davon geprägt war, dass nicht wenige vermeintlich erwachsene Menschen in einem fort ganze Gebirge von Spott, Häme, Beleidigungen, Schmutz, Niedertracht, Hasstiraden über die Jugendlichen der Klimaschutzbewegung ausgeschüttet haben - so wie dereinst die Alten über uns, die damaligen Rocker, Gammler, Hippies, SDSler...

17.12.2019

So, liebe Leut‘. Für mich ist 2019 gelaufen. Der letzte Termin war die Beethoven-Ausstellung in Bonn. Der letzte Text, die Monatskolumne „Quergedanken“, ist gerade ins Netz gestellt. Jetzt ziehe ich mich bis Anfang 2020 zurück vom nervigen Trubel der Welt, Internet nebst Facebook inklusive – um zunächst in Ruhe mein traditionelles Neujahrsessay zu schreiben (Titel heuer: Die Menschheit am Scheideweg) und hernach dem schieren Nichtstun zu frönen. Es dürstet mich heftig nach Vertrödeltagen und buchstäblich langer Weile.

Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, endet für mich das Jahr mit Hoffnungsschimmer. Erstens mit der Freude über die urplötzlich losgebrochene „Sardinen“-Bewegung in Italien gegen Nationalismus, Intolerenz, Rechtsradikalismus und Hass-Unkultur. Zweitens mit der Erwartung, dass die globale Bewegung für die Eindämmung des Klimawandels sich nicht entmutigen lässt. Nichts wäre schlimmer für die Menschheit, als wenn die Millionen jungen Leute von Fridays für Future sich durch den Madrider Bankrott der interationalen Staatspolitik in die Resignation treiben ließen.

Denn ihr Druck wird jetzt mehr denn je gebraucht – um den zaudernden, halbherzigen, ungenügenden Klimaschutzinitiativen Europas und diverser Ländern weltweit Feuer zu machen; und um die Gesellschaften in Ländern mit den Klimaschutz blockierenden Regierungen zu ermutigen, das ihnen Menschenmögliche auch ohne oder gegen ihre Staatsführungen zu unternehmen. Wie etwa in den USA, wo etliche Bundesstaaten und viele Großstädte einen bemerkenswert offensiven Klimaschutzkurs verfolgen, trotz und gegen Trump.

Mit Hoffnung im Herzen und der schönen Aussicht auf einige Tage langer Weile wünsche ich allerseits behagliche Feiertage und einen guten Rutsch. Bis dänne.

***

Mein letzter Text im Jahr 2019: die Monatskolumne "Quergedanken", Folge 178. Worum es darin geht, mag das folgende Zitat aus dem Artikelanfang skizzieren: "Bisweilen werde ich als Technikfeind gescholten. Da liegt ein Missverständnis vor. Auf Waschmaschine und Geschirrspüler, Rasenmäher und Kettensäge, Radio, TV und Computer mag ich nicht mehr verzichten. (...) Walter brummt missmutig: `Machst du jetzt Werbung für Kauf-dich-blöd-Märkte?' " > Quergedanken 178 "Wunderwelt der modernen Technik" (freier Lesetext)

16.12.2019

Das Beethoven-Jahr 2020 ist gestartet. Ab morgigem Dienstag (17.12.2019) macht das Beethoven-Haus zu Bonn seine neu gestaltete Dauerausstellung (nebst einer kleinen Sonderschau über Entstehung, Hintergründe, Rezeption von Joseph Stielers berühmten Beethoven-Porträt) dem Publikum zugänglich. Zeitgleich öffnet die Bundeskunsthalles Bonn die Pforten zur zentralen Ausstellung anlässlich Beethovens 250. Geburtsjahr unter dem Titel "Beethoven. Welt. Bürger. Musik". Ich hatte vergangene Woche die Möglichkeit zu einem Vorabrundgang durch diese Laien und Kenner gleichermaßen ansprechende interessante Schau. > Meine Ausstellungsbesprechung (5300 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

 


15.12.2019

Bis vor kurzem mochte ich Sardinen nicht sonderlich. Jetzt aber liebe ich sie. Warum? Weil in Italien aus einem kleinen Flashmob in Bologna unter dem Namen "Sardinen" binnen eines Monats eine Flächenbewegung geworden ist, die an diesem Samstag allein in Rom etliche zehntausend Menschen auf die Straße gebracht hat - zum Protest gegen Intoleranz, Nationalismus und Rechtsextremismus. Feine Sache.


13.12.2019

So, unter Langeweile muss in diesem Winter niemand leiden. Allein hierum im südlichen Westen lohnen fünf Großausstellungen von besonderem Format den Besuch. Heute durfte ich die zentrale Ausstellung zum Beethoven-Jahr 2020 in der Bundeskunsthalle Bonn vorbesichtigen (Besprechung folgt). Die am Dienstag (17.12.) fürs Publikum öffnende und bis 26.4. dauernde Schau ist ein Hammer. Gestern war ich bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2020 im Arp Museum Remagen. Dort gibt es ab 16.2. den nächsten Hammer: Surrealismus total mit u.a. 25 Werken von Salvador Dalí. Im Historischen Museum Speyer läuft bis Juni 2020 die medizinhistorische Ausstellung "Medicus - Die Macht des Wissens". Und klassische Kunst der höchsten Kategorie bietet noch bis 16.2. die große Van Gogh-Schau im Frankfurter Städel sowie bis 1.3. die Rembrandt-Ausstellung im Kölner Wallraf-Richarz-Museum. Mit diesen Aussichten ein schönes Wochenende allerseits.

> Vorbericht Jahresprogramm 2020 im Arp Museum Remagen


10.12.2019

Es ist lange her, dass ich nach einer Produktion von tanzmainz das Staatstheater Mainz derart ratlos verlassen habe wie an diesem Sonntag. 70 Minuten dauert die Uraufführung des Tanzstückes „Tambora“. Nach einer halben Stunde des Schauens setzt sich im Kopf die Frage fest: Was soll das? Denn es bleibt, was das Tanzgeschehen zeigt, weithin unbegreiflich. Erst die nachherige Lektüre des Programmheftes gibt vagen Hinweis, was der Choreograf im Sinn hatte. Weshalb wieder mal die Frage im Raum steht: Muss man sich Kunstwerke erst erklären lassen, bevor man sich ihnen aussetzt? > Meine Besprechung und Anmerkung (4600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


09.12.2019

Arthur Millers „Hexenjagd“ jetzt am Staatstheater Mainz: Das sind drei Stunden von packender, beklemmender, entsetzender Wucht – über eine Gemeinde, in der religiöser Wahn, Hass, Machthunger, Habgier und Angst eine kollektive Hysterie auslösen. Etliche Theater haben das Drama von 1952 jüngst wieder auf dem Spielplan, im Fernsehen war eben eine der Verfilmungen zu sehen. Denn was Miller als Reaktion auf das Klima aus Hetze, Denunziation und Angst während der amerikanischen McCarthy-Ära schrieb, lässt sich heute lesen als Warnung vor dem Abgleiten unserer Gesellschaft in eine ähnliche Atmosphäre aus hasserfüllter Unvernunft, Intoleranz und von Dogmen geschürten Ängsten. > Meine Premierenkritik (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


08.12.2019

Historische Stoffe insbesondere über das Mittelalter sind seit den 1980ern Buch- und Kinohits, etwa „Die Säulen der Erde“, „Die Päpstin“, „Die Wanderhure“ oder natürlich Noah Gordons „Der Medicus“. Letzteren nutzt jetzt das Historische Museum der Pfalz in Speyer als Aufhänger für eine große Ausstellung über zentrale Stationen der Medizingeschichte in den letzten 5000 Jahre. Bewegen sich besagte Romane/Filme teils recht frei im Grenzland zwischen Fakten und Fiktion, so hebt die hochinteressante und lehrreiche Schau „Medicus – Die Macht des Wissens“ ab auf wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über das Gesundheitsbemühen von Ärzten und Heilern diverser Epochen und Kulturen. > Meine Ausstellungsbesprechung (5000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


07.12.2019

In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich die Zahl der kategorischen Klimawandelleugner um mindestens 90 % verringert. Sie bestreiten nun nicht mehr die Existenz des jetzigen Klimawandels (wie auch?). Stattdessen versuchen sie mit aller Gewalt zu "beweisen", dass er - wie jeder vorherige Klimawandel in der Erdgeschichte - natürlichen Ursprungs sei und keineswegs von Menschen verursacht. ... Eine Anmerkung zu dieser Theorie (freier Lesetext)


06.12.2019

Es nutzt ja nichts, sich in Sachen Klimawandel/Klimaschutz einen in die Tasche zu lügen und den Leuten etwas vorzumachen. In diesem Fall stellt das Prinzip "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" keine Option dar, denn die Natur ist für solche Tricks unempfänglich. Man kann, soll, muss den Menschen reinen Wein einschenken: ... Mein Kommentar dazu (freier Lesetext)


04.12.2019

Es gibt rund 200 Staaten auf Erden. Zwei davon, VR China und USA, stoßen zusammen 43% des zivilisatorischen CO2 weltweit aus. Von den übrigen 57 % entfallen 31% mit einstelligen Anteilen auf 16 weitere Staaten (unter diesen steht Deutschland mit 2 % an vierter Stelle). Zu den verbleibenden 12 % globaler CO2-Emission tragen 184 Staaten jeweils nur 0,X oder 0,0X % bei. Ergo: Würden 198 Staaten dem Fatalismus folgen, der hierzulande bisweilen gepredigt wird - "angesichts China und USA sind Klimaschutzbemühungen andernorts eh sinnlos" - blieben 57% CO2-Emissionen unangetastet. Es gilt in diesem Fall nun mal: Viel Kleinvieh macht sehr viel Mist - und wir sind eines der größten unter den kleinen Viechern.


03.12.2019

Muss ich als Nichtsozialdemokrat eine Meinung zum neuen Führungsduo der SPD haben? Muss ich nicht. Kann ich gar nicht, weil mir die Frau und der Mann unbekannt sind. Da "unbekannt" ebenfalls kein sinnvolles Beurteilungskriterium ist, warte ich einfach mal ab, was die beiden so machen werden. Fertig.

***

Potzblitz! Ich dachte immer, Maulwürfe machen Winterschlaf. Wohl gefehlt, denn bei uns entfaltet so ein Bursche dieser Tage rege Aktivität: Den gestampften Lehmboden im Geräterschuppens verwandelt er in eine Gebirgslandschaftt, ebenso einen Teil der Wiese hinterm Haus. Nenenenenenee, Maulwurfn.


02.12.2019

Wie macht man aus einer der räumlich größten Bühnen Deutschlands den Ort für ein intimes Kammerspiel, das vier Personen in ein enges Zimmer sperrt? Bühnenbildner Volker Hintermeier benutzt sie einfach nicht. Stattdessen baut er vor die Bühne des Schauspiels Frankfurt eine eigene, wesentlich kleinere Bühne. Dort spielt Johanna Wehners Inszienierung von Jean-Paul Sartres Stück „Geschlossene Gesellschaft“ aus dem Jahr 1944. Meine Premierenbesprechung (freier Lesetext)


30.11.2019

4. FFF-Weltaktionstag gestern (29.11.), schneller Netzrundblick und dabei gefundene Zahlen (aktualisierter Stand 30.11., 10 Uhr):
Manifestationen weltweit in 2400 Städten in 158 Ländern. Australien (ingesamt 300 000 Teilnehmer); Deutschland (630 000 Teilnehmer...

Städte in Deutschland: Berlin (60 000), München (unklar, 17 000 bis 33 000), Hamburg (50 000), Hannover (40 000), Köln (14 000), Heidelberg (10 000), Stuttgart (10 000), Kiel (9000), Freiburg (9000), Bremen (8000), Darmstadt (8000), Münster (8000), Tübingen (8000), Leipzig (7500), Düsseldorf (7000), Saarbrücken (7000), Karlsruhe (6000), Dresden (6000), Kassel (5000), Essen (5000), Göttingen (4000), Bielefeld (3500), Bonn (3000), Mannheim (3000) ...

Städte/Städtchen in Rheinland-Pfalz: Mainz (2500+), Landau (1200), Koblenz (laut Polizei 900, nach meiner Schätzung 1400+), Sinzig (150), Simmern (100), Idar-Oberstein (100), Montabauer (70), Andernach (erstmals, 100+), Altenkirchen (350), Bad Kreuznach (350) ...

Städte im EU-Ausland: Rom (20 000), Wien (18 000), Linz (4000), Bregenz (1500) ....

30.11.2019

4. FFF-Weltaktionstag gestern (29.11.), schneller Netzrundblick und dabei gefundene Zahlen (aktualisierter Stand 30.11., 10 Uhr):
Manifestationen weltweit in 2400 Städten in 158 Ländern. Australien (ingesamt 300 000 Teilnehmer); Deutschland (630 000 Teilnehmer...

Städte in Deutschland: Berlin (60 000), München (unklar, 17 000 bis 33 000), Hamburg (50 000), Hannover (40 000), Köln (14 000), Heidelberg (10 000), Stuttgart (10 000), Kiel (9000), Freiburg (9000), Bremen (8000), Darmstadt (8000), Münster (8000), Tübingen (8000), Leipzig (7500), Düsseldorf (7000), Saarbrücken (7000), Karlsruhe (6000), Dresden (6000), Kassel (5000), Essen (5000), Göttingen (4000), Bielefeld (3500), Bonn (3000), Mannheim (3000) ...

Städte/Städtchen in Rheinland-Pfalz: Mainz (2500+), Landau (1200), Koblenz (laut Polizei 900, nach meiner Schätzung 1400+), Sinzig (150), Simmern (100), Idar-Oberstein (100), Montabauer (70), Andernach (erstmals, 100+), Altenkirchen (350), Bad Kreuznach (350) ...

Städte im EU-Ausland: Rom (20 000), Wien (18 000), Linz (4000), Bregenz (1500) ....


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28.11.2019

Morgen (Freitag 29.11., also eine Woche vor Beginn der Weltklimakonferenz in Madrid) ist wieder ein Tag zum Demonstrieren - 4. Weltaktionstag von Fridays for Future. Und zwar eigentlich für alle, die angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisstände sowie inzwischen eigenen Augenscheins begriffen haben: Der menschengemachte Klimawandel verschlechtert die Lebensbedingungen der gesamten Menschheit gravierend. Und: Das Zeitfenster ist klein, dieses Problem vor allem durch entschlossenes staatspolitisches Handeln noch halbwegs einzuhegen. Hierzulande findet morgen jede/r in leicht erreichbarer Nähe einen Demo-/Kundgebungsort (für Rheinland-Pfalz siehe Eintrag vom 27.11.)

Es komme nun, bittschön, kein Klimawandelleugner, -apathiker, -verdränger, -verharmloser und erkläre zum x-ten Mal, dass Klimaschutz-Demos und/oder Klimaschutzpolitik sinnlos seien, solange China und die USA beim Klimaschutz nicht mitmachen. Denn: Je größer, ernsthafter, standhafter die über den Globus verteilten FFF-Manifestationen ausfallen, umso eher verbreitet sich die Aufmerksamkeit für das Klimawandelproblem, umso stärker die Ermutigung klimabewusster Minderheiten anderwärts, umso größer der Druck auf die Regierungen hier und überall, sich der Sache mit gebotenem Ernst anzunehmen. Trump mag sich einen Scheiß um die Demos kümmern, für die Auseinandersetzung in der US-amerikanische Öffentlichkeit, für viele dortige Bundesstaaten und Kommunen sind sie dennoch wertvoller Rückenwind.


27.11.2019

Gemeldet waren bis eben (27.11., früher Morgen) für Deutschland Streiks/Aktionen/Demos im Rahmen des FFF-Weltaktionstages am 29.11. in rund 500 Orten. Nachfolgend, welche Aktionsansagen ich für Rheinland-Pfalz gefunden habe (alphabetisch nach Orten):

Altenkirchen, 15:00 Uhr, Schlossplatz / Alzey, 12:30 Uhr, Rossmarkt / Andernach, 11:40 Uhr, Schulzentrum / Bad Kreuznach, 11:30 Uhr, Bahnhof / Bernkastel-Kues, 13:15 Uhr, Busparkplatz – Schulzentrum / Bingen am Rhein, 13:15 Uhr, Bürgermeister-Neff-Platz / Frankenthal, 13:00 Uhr, Röntgenplatz / Grünstadt, 15:00 Uhr, Hbf / Idar-Oberstein, 12:00 Uhr, Stadthaus – Marktplatz / Kaiserslautern, 11:30 Uhr, Hbf / Kirchheimbolanden, 10:30 Uhr, Parkplatz KiboBad / Koblenz, 11:55 Uhr, Hbf / Mainz, 12:00 Uhr, Ernst Ludwig Platz / Montabaur 12:15 am BBS Kreisel / Neustadt an der Weinstraße, 13:00 Uhr, Rathausmarkt / Pirmasens, 10:00 Uhr, Hbf / Prüm, 10:00 Uhr, Hahnplatz / Sinzig, 16:00 Uhr, Jahnwiese / Speyer, 11:00 Uhr, Sankt-Guido-Stiftsplatz / Trier, 10:00 Uhr, Porta Nigra / Worms, 11:30 Uhr, Bahnhof / Zweibrücken, 14:30 Uhr, Herzogplatz (Fahrraddemo)
 


25.11.2019

Doch ja, ich mag Traditionen. Ein paar zumindest. Am liebsten jene, die alle Jahre wieder gute Laune, gemütliche Plauderrunden nebst ordentlich Speis‘ und Trank in die Bude bringen. Und bei denen ich sicher sein kann, dass sie auch diesmal so angenehm ablaufen wie in vielen Vorjahren. Jahreszeitlich angemessen, in meiner Monatskolumne "Quergedanken" ein paar launige Anwerkungen zum Fest der Besinnlichkeit unter der Überschrift "Gretchenfrage: Wie hältst du es mit Weihnachten?"


24.11.2019

Ein recht musikalisches Wochenende liegt hinter mir. Am Freitag Kritikerdienst beim 4. Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz mit dem Beethoven Orchester Bonn unter GMD Dirk Kaftan als Gast. Auf dem Prgramm standen Brahms' "Tragische Ouvertüre" op.81, Dvoraks 7. Sinfonie sowie - als besondere Herausforderung für Musiker und Publikum - Alban Bergs Violinkonzert (Solistin: Alina Pogostkina). Am Samstag durfte ich dann in Lahnstein ganz privat das 10. Lulo Reinhardt Gitarrenfestival genießen. Und ich muss sagen: Was vier Gitarristen (plus Percussionist Uli Krämer) aus sehr unterschiedlichen Stilschulen solistisch oder in wechselndem Zusammenspiel da zauberten, war nach Virtuosität, Kreativität und Kunstsinnigkeit erste Sahne. Gezaubert haben Lulo Rheinhardt, Lula Galvao (Brasilien), Marek Pasieczny (Polen) und Daniel Stelter (Deutschland).

Meine Besprechung des Koblenzer Anrechtskonzerts (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)  


19.11.2019

Irgendjemand hat für heute (19.11.) den "Internationalen Männertag" ausgerufen. So lese ich in der Zeitung und dazu einen Artikel, der mich unendlich müde macht. Weil: Er wirft wieder einmal Fragen auf, die ich bereits in jungen Jahren, also vor fast einem halben Jahrhundert, zumindest im Grundsatz für beantwortet hielt. Anmerkung zum "Männertag" (hier)


18.11.2019

Ein kleines Verzählche über meinem ersten (und letzten) Besuch in einem Factory/Fashion Outlet Center (FOC). Freier Lesetext (hier)

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Es geschieht Seltsames auf der Bühne des Bonner Schauspielhauses in Bad Godesberg. Zwei Schauspieler treten auf, aber sie spielen nicht, tragen stattdessen den ganzen Abend nur einen literarischen Text vor. Bald kommt ein fünfköpfiges Ensemble hinzu, das eine Geschichte szenisch darstellt, dabei aber die gesamten eindreiviertel Aufführungsstunden kein einziges Wort spricht. Gegeben wird derart Heinrich von Kleists „Die Marquise von O.“, eine Novelle aus dem Jahr 1808. Meine Inszenierungskritik (3700 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


17.11.2019

Die permanente Primärfixierung des Medienbetriebes auf die Frage der Kanzlerkandidatur - ob bei Grünen, Union oder SPD - ist schon fast krankhaft. Und sie ist im Kern unpolitisch. Wir sind gerade mal in der Halbzeit der Legislatur, aber selbst geschätzte Politkollegen von ARD, ZDF und gewichtigen Zeitungen betrachten Parteitage vielfach vor allem unter dem Aspekt der Kanzlerkandidatur in zwei Jahren. Das kann es nicht sein, zumal zum jetzigen Zeitpunkt eben noch nicht klar ist, wofür, für welche Linie und Politik einzelne Köpfe tatsächlich stehen (bei Union und SPD im Augenblick noch deutlich weniger als bei den Grünen).


16.11.2019

Lebhaftes Getriebe am Vogelhäuschen, das ich im vergangenen Winter für die gefiederte Nachbarschaft baute. Spatzen, Meisen, Finken zuhauf, dazwischen mal eine Amsel. Erschrocken flattern alle davon, sobald sich die große Elster nähert. Dann ist für ein paar Minuten Ruhe am überdachten Trog im Busch der Felsenbirne. Sie ist wählerisch, die Bagage. Man speist nur Sonnenblumenkerne, Weizen und anderes Körnerzeug bleibt liegen.


13.11.2019

Leseempfehlungen zum Thema Klimawandel (aktuell neue Texte)

> Brown-to-Green-Report:  Industrieländer treiben die Welt Richtung drei Grad Erwärmung

> Permafrostregion setzt mehr und mehr CO2 frei (neue Überblickstudie des Deutschen GeoForschungsZentrums)

> "Bundespräsident warnt Klima-Aktivisten davor, die Demokratie schlechtzureden. Er warnt die Falschen." (Leitartikel "Zeit") 


11.11.2019

Schwermut und Schicksalhaftigkeit, Pathos und bisweilen volkstümlich schäumende Tanzlust: Russisches Programm beim 3. Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz. Daniel Raiskin, vormals über zehn Jahre Chefdirigent des Staatsorchesters Rheinischen Philharmonie, hat es quasi aus seiner Herkunftsheimat mitgebracht. Herzlich wird er als alter Bekannter vom Publikum in der Rhein-Mosel-Halle zum Gastdirigat begrüßt - und wie auch Cellosolist Benedict Kloeckner nachher mit starkem Applaus honoriert.

Meine Konzertbesprechung (3800 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


10.11.2019

Große Freude. Eine Tänzerin, deren Anfänge und Entwicklung ich über Jahre beim damaligen ballettmainz von Martin Schläpfer beobachten durfte, hat den Theaterpreis Faust 2019 als beste Darstellerin Tanz bekommen: Marlucia do Amaral wurde für ihre Odette in Schläpfers "Schwanensee" an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg ausgezeichnet. 1,58 klein, von etwas gedrungenem, kraftvollem Körperbau entspricht Marlucia so gar nicht dem klassischen Ideal einer Ballerina. Gleichwohl ist sie eine Künstlerin geworden, bei der tanztechnisches Können von höchsten Graden und ein unverwechselbares Charisma aus Sinnlichkeit, fraulichem Selbstbewusstsein und Sensibilität miteinander verschmelzen. Glückwunsch. (Foto: Gert Weigel)


09.11.2019

Mein Kommentar in der Printausgabe der heutigen Rhein-Zeitung anlässlich Kramp-Karrenbauers Vorstoß zur erweiterten Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Freier Lesetext hier


08.11.2019

Kleine Bitte um Beachtung: Es heißt und schreibt sich POGROM, nicht Progrom. Danke.


06.11.2019

Das ist ein erstaunliches Phänomen, hatte ich so nicht erwartet und kann ich mir auch noch nicht schlüssig erklären: Die recht solide sozioökonomische Studie "Glücksatlas" Deutschland hat für 2019 bei den Befragten einen sehr hohen Level der Zufriedenheit mit den persönlichen Lebens-, Familien- und Arbeitsituationen festgestellt. In den Ost-Bundesländern fällt er so hoch aus wie noch nie (erfragt seit 30 Jahren). Im Widerspruch dazu wird - gefühlt - der allgemeine Diskurs und vor allem die Auseinandersetzung im Netz von Ängsten, Vorbehalten, Geschimpfe, Hass- und Gewaltneigung dominiert. Auch wenn Durchschnittswerte immer ein fragwürdige Angelegenheit sind, weil sie - wie zB beim Durchschnittseinkommen - die prekären Ränder unten wie oben unsichtbar machen, so bleibt vor allem mit Blick auf die mehrjährige Tendenz doch ein eigentümlicher Widerspruch zwischen privat gefühlter und öffentlicher Stimmung.


05.11.2019

Auszug aus einem Artikel von "Graslutscher" mit interessanten Fakteninfos: "Die Bild titelte letzte Woche „Grausam! Kinder in Afrika müssen für E-Autos schuften“. Ja, Kinderarbeit ist ziemlicher Mist, sie interessiert diese Typen aber nur, wenn es um E-Autos geht. Zwischen 2005 und 2017 wurden weltweit 1,5 Millionen Tonnen Kobalt gefördert, zum Großteil aus dem Kongo. Davon werden erst seit Kurzem ungefähr fünf Prozent in E-Autos verwendet (gab es vorher ja kaum). Die anderen 95%? Sind den Bild-Leuten seit 14 Jahren scheißegal.
Mit denen haben wir Magnete hergestellt, irgendwelchen Plunder blau gefärbt, Metalle gehärtet und Diesel-Kraftstoffe (!!!) entschwefelt...." . Ganzer Text hier (bitte unbedingt auch den Nachtrag beachten) .

***

Notiert man sich über Monate hinweg, welche gravierenden Probleme in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutiert werden, so kommt eine lange Liste zusammen, die für Deutschland eine zentrale Schnittmenge aufweist: Personalmangel in fast allen Bereichen. Nach meinen Notizen sollen insbesondere fehlen: Ingenieure, IT-Spezialisten, Facharbeiter, Handwerker beinahe jedweder Zunft, Erzieher, Lehrer, Personal in der Alten- und Krankenpflege, Ärzte (vor allem auf dem Land), Psychologen/Psychiater, Sozialarbeiter Polizisten, Soldaten, Lokführer, Busfahrer, LKW-Fahrer, Forstarbeiter, Richter/Justizpersonal und etliche mehr. Die Fehlbestände lassen sich bis dato nur zum geringeren Teil aus dem demographischen Wandel erklären. Weshalb m.E. zu fragen wäre: a) Was ist bei der Nachwuchs-Heranbildung in den letzten drei Jahrzehnten falsch gelaufen? b) Warum sind manche Berufe so unattraktiv? c) Was gedenken die Verantwortlichen gegen den Missstand zu tun?


02.11.2019

Jesses Marie! Normalerweise geht mir die Fußballbundesliga ja am Allerwertesten vorbei. Aber der aktuelle Ausnahmezustand in Rhein-Main weckt dann doch mein Interesse: Eintracht Frankfurt zerlegt Bayern München mit 5 : 1, RB Leipzig zerpflückt Mainz 05 mit 8 : 0. Kreuzdonnerwetter, was haben die da geraucht, das den Rechtsrheinischen einen Highhype, den Linksrheinischen einen Horrortrip bescherte?


01.11.2019

Hier stehe ich und kann nicht anders als dies zu sagen: Die "Vaterlandsliebe" der Nationalisten ist das ärgste Verbrechen, das einer Heimat angetan werden kann.


31.10.2019

Vor wohl an 100 Zuhörern hielt ich gestern im Landesmuseum Koblenz - wahrscheinlich letztmals in Rheinland-Pfalz - meinen vergleichenden Vortrag über Karl Marx und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Das scheint mir nun ein guter Zeitpunkt, das jüngste und ausführlichste Redemanuskript interessierten Lesern zugänglich zu machen (s.u.). Der Vortrag gestern dauerte gut 75 Minuten, entsprechend Zeit braucht auch die Lektüre.

Zum Vortragsmanuskript hier


01.11.2019

Hier stehe ich und kann nicht anders als dies zu sagen: Die "Vaterlandsliebe" der Nationalisten ist das ärgste Verbrechen, das einer Heimat angetan werden kann.


31.10.2019

Vor wohl an 100 Zuhörern hielt ich gestern im Landesmuseum Koblenz - wahrscheinlich letztmals in Rheinland-Pfalz - meinen vergleichenden Vortrag über Karl Marx und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Das scheint mir nun ein guter Zeitpunkt, das jüngste und ausführlichste Redemanuskript interessierten Lesern zugänglich zu machen (s.u.). Der Vortrag gestern dauerte gut 75 Minuten, entsprechend Zeit braucht auch die Lektüre.

Zum Vortragsmanuskript hier


29.10.2019

Bekanntlich war/ist Empathie eine wesentliche Komponente für die zivilisatorische Entwicklung des Homo sapiens. Zugleich ist dieses Einfühlungsvermögen in Denken und vor allem Empfinden anderer Menschen eine der wichtigsten Bedingungen für ein friedliches, gedeihliches Zusammenleben im Alltag. Ich selbst halte mich für einen recht ausgeprägt empathischen Kerl. Es gibt allerdings Phänomene, denen ich gänzlich ratlos gegenüberstehe, weil meine Empathiefähigkeit da schlichtweg versagt. Selbst mit großem Bemühen kann ich mich in Leute nicht EINFÜHLEN, deren Emotion etwa von Rassismus oder Antisemitismus geprägt wird. Warum klappt das nicht? Wahrscheinlich, weil es in meinem eigenen Gefühlshaushalt keine adäquate Vergleichsmöglichkeit gibt. Rassismus, Antisemitismus, auch Nationalismus sind mir seit Jugendtagen emotional völlig fremde Konzepte. Die kann ich zwar rational erklären, aber sie empathisch nachzuvollziehen, das ist mir offenbar nicht gegeben.


28.10.2019

Keineswegs will ich das Ergebnis der AfD bei der Thüringen-Wahl verharmlosen. Es ist wahrlich gruselig. Gleichwohl sei ein kühler Blick versucht: Die AfD hatte bei der dortigen 2014er Landtagswahl 10,6 % erreicht. Damit lag die Partei, ein Jahr nach Gründung, noch weit unter ihrem latenten Stimmpotenzial. Der sprunghafte Stimmzuwachs erfolgte mit der Bundestagswahl 2017, bei der in Thüringen auf die AfD 22,7 % entfielen. Demgegenüber konnten die Nationalreaktionäre bei der jetzigen Landtagswahl dort nur noch einen Zuwachs von 0,7% auf 23,4 % erzielen. Das entspricht tendenziell auch den Wahlentwicklungen in anderen Bundesländern sowie den Umfrageergebnissen im Bund: Wo die AfD noch Zuwächse verzeichnen kann, sind diese ziemlich klein - wenn auch auf viel zu hohem Grundniveau. Doch von einem zeitnah bevorstehenden Durchmarsch der Braunen via Wahlurne an die Macht kann auf Länderebene keine Rede sein, erst recht nicht auf Bundesebene.


27.10.2019

Um es gleich zu sagen: Freunde der Tanzkunst am Mittelrhein sollten sich die neue Ballettproduktion am Theater Koblenz nicht entgehen lassen. „Haus mit 14 Räumen“ wurde von Gastchoreografin Regina van Berkel mit der örtlichen Compagnie erarbeitet. Der vielleicht spannendste Aspekt des mit dichter Tanzaktion prall gefüllten 95-Minuten-Abends ist: Es stößt der in Koblenz nie gesehene Stil des früheren Frankfurter Avantgarde-Meisters William Forsythe auf die hier seit jeher dominante klassisch-neoklassische Art des Tanzes. Und, fast ein kleines Wunder, sie verschmelzen harmonisch miteinander.
Meine Premierenbesprechung (4500 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text)


22.10.2019

Das Ballett „Der Nussknacker“ von 1892 ist ewiger Dauerbrenner für die Vorweihnachtszeit geblieben. In der Regel auf Familientauglichkeit angelegt, verbieten sich heftige Eingriffe in die märchenhafte Handlung sowie allzu viel abstrakte Moderne im Tanz. Tim Plegge, Chef des Hessischen Staatsballetts, hält sich bei seiner Choreografie weitgehend an dieses Prinzip. Ergebnis ist ein gefälliger 135-Minuten-Abend, prächtig bis monumental ausgestattet, personell um Kinderballett und Jugendeleven verstärkt. Meine Premierenbesprechung (freier Lesetext)


21.10.2019

Einen sehr lebhaften, kontraststarken französischen Abend gibt es vom Musik-Institut Koblenz zu vermelden: Mit Paul Dukas, Maurice Ravel und César Franck standen für das Anrechtskonzert drei Komponisten aus dem Nachbarland auf dem Programm. Passend dazu war der Solopart einem Landsmann von ihnen anvertraut: Gastpianist Jean-Efflam Bavouzet brillierte beim Zusammenspiel mit der Rheinischen Philharmonie unter Garry Walker in Ravels Klavierkonzert G-Dur. Meine Konzertbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text kostenpflichtig)


20.10.2019

Natürlich habe ich im zurückliegenden Jahr aufmerksam verfolgt, was über Greta Thunberg gesagt/publiziert wurde und was sie selbst gesagt hat. Bei genauerem Hinschauen wird eine tiefe Kluft zwischen beidem erkennbar: Die junge Frau pocht stets auf "zur Sache!", Medien und Öffentlichkeit indes machen meist die Person Thunberg zum Primärthema. Eine kurze Anmerkung dazu (hier) 


19.10.2019

Sinnieren beim behaglichen Samstagsfrühstück: Mit den Gedanken, die dein Hirn in nur einer schlaflosen oder halbschlafenen Nachtstunde respektive im Traum auffährt, ließe sich wohl ein recht dickes Buch füllen. Leider, oder Gott sei dank, erinnert man sich anderntags nie an alles. Doch wenn man die gebliebenen Gedankenfetzen dann mal genauer betrachtet, lässt sich oft (nicht immer) ein interessantes Phänomen feststellen: Der Gedanken waren nicht nur unglaublich viele. Vielmehr ergab sich einer aus dem andern, und haben sie fast alle irgendwie miteinander zu tun, sind unterschiedliche Aspekte eines kompexen Ganzen. Die Logik der Zusammenhänge erschließt sich dem hellwachen Betrachter nicht immer, offenbar folgt das scheinbar unkonzentriert dahintreibende Hirn anderen Ordnungskategorien. Doch nachher bewusst überdacht, ergibt sich aus der scheinbaren Wirrnis manch erhellende Erkenntnis.


18.10.2019

Je nach Fragestellung und Institut votieren derzeit bei Umfragen hierzulande 52 bis 59 % der Befragten FÜR ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen (bei Jugendlichen sowie bei den Frauen ist der Anteil noch wesentlich höher). Im Bundestag ist das umgekehrt, da lehnte diese Woche eine Mehrheit der Abgeordneten das Tempolimit wieder mal ab. Doch das Thema bleibt auf dem Tisch - weil die öffentliche Meinung sich vom traditionsdeutschen Autofetisch immer weiter weg und in Richtung Gemeinwohlvernunft bewegt. Denn es gibt keinen wirklich guten Sachgrund dafür, dass Deutschland als einziges Land Europas und einziges Industrieland weltweit ohne Tempolimit bleibt.  Dazu die Folge 176 meiner Monatskolumen Quergedanken (freier Lesetest)


16.10.2019

Uff, geschafft. 175 Folgen meiner glossierenden Kolumne "Quergedanken" per Handarbeit von der alten in die neue Website überführt. 175 Monate, seit März 2005, gibt's das launige, bisweilen freche, manchmal besinnliche Ding über Lebensart, Politik und Zeitgeist schon. Jede Folge umfasst nur 3400 Anschläge (die ersten beiden Jahrgänge etwas mehr) und ist also in zwei bis drei Minuten gelesen. Wer Lust und Zeit hat, kann mal schmökern. So über die Jahre betrachtet, ist recht interessant, wo der Zeitgeist sich entwickelt hat oder wo er sich gar nicht von der Stelle bewegt bzw. rückwärts marschiert. Alle Folgen der Quergedanken (hier)

 


14.10.2019

Es ist seit jeher ein spannendes Phänomen am Theater: Mit den Veränderungen in der Realwelt bekommen Bühnenklassiker plötzlich neue Subtexte. Selbst wenn Regisseure gar nicht demonstrativ darauf abheben, entstehen im Kopf des Zusehers sich auf die Gegenwart beziehende Bedeutungsebenen. In Ester Hattenbachs Inszenierung von Bertolt Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“ jetzt am Theater Koblenz eskalieren Kontroversen schnell zu wütender, lautstarker, giftender Streiterei. Und man denkt unversehens: So ist das heutzutage. (...)

Meine Premierenkritik (4100 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text)


11.10.2019

"Um es klar zu sagen: Der türkische Angriff auf Nordsyrien ist eine widerrechtliche Invasion fremden Staatsgebietes. Doch gewichtiger ist: Erdogans Militär marschiert in Syrien ein, um das Selbstverwaltungsgebiet der Kurden zusammenzuschießen. Und um auch das klar zu sagen: Dass die internationale Politik außer ein paar empörten Sätzen Richtung Ankara nichts zustande bringt, das den Kurden helfen könnte, ist kaum minder beschämend als Trumps Abzug der 100 US-Soldaten, der Erdogan de facto freie Hand gab. (...)"

Mein gestriger Zeitungskommentar zum Thema (hier, freier Lesetext)


09.10.2019

Da ist mal wieder dieser Gedanke, der bei mir im Hintergrund sämtlicher Diskussionen über Probleme und Perspektiven der menschlichen Zivilisation stets mitrumort: Als ich 1955 geboren wurde, lebten auf Erden rund 2,5 Milliarden Menschen. Nur zwei Generationen später sind es nahezu 8 Milliarden, also gut das Dreifache. Fast noch mehr als die Kopfzahl fällt der Umstand ins Gewicht, dass seither der Ressourcenverbrauch pro Kopf sich im globalen Durchschnitt mindestens verfünffacht hat (und weiter zunimmt). Gemessen an diesem Verbrauch ist es so, als sei die Menschheit seit 1955 von 2,5 Milliarden Individuen auf 12,5 Milliarden plus X explodiert.

***

Dank invalidem Haxen bin ich noch immer dabei, frühere Texte von der alten auf meine neue Website zu transferieren. Weil ich vom nächsten Wochenende an aber vorsichtig wieder auf Kritikertour zu gehen gedenke, kommt ein eben gefundener alter Artikel von 2007 gerade recht. In launiger Quergedanken-Form klappert er das Selbstverständnis der Kritikerzunft durch. (freier Lesetext, ca. 3 Min. Lesezeit) Der Kritiker, das unbekannte Wesen


08.10.2019

Die Kurden haben die Hauptlast im Bodenkrieg gegen den IS getragen, sie haben unter sehr hohem Blutzoll für die Staatengemeinschaft die Kastanien aus dem Feuer geholt. Sie haben die Jesiten vor dem Genozid durch den IS bewahrt. Sie haben tausende IS-Terroristen gefangen gesetzt und bitten seither die Staatengemeinschaft, auch Deutschland, – vergeblich – um Hilfe bei der Lösung des Gefangenenproblems, mit dem sie auf Dauer überfordert sind. Stattdessen überlässt man die Kurden nun Erdogan und seinem Militär. Denen hat seit jeher der Kampf gegen den IS weniger bedeutet als die möglichst baldige Vernichtung der kurdischen Selbstverwaltungsgebiete in Nordsyrien und im Nordirak. Es ist eine Schande.


07.10.2019

Kreisch, freu, genier! In den Tiefen meines Quergedanken-Archivs bin ich eben über das einzige Gedicht aus meiner Feder gefallen, das je gedruckt wurde. Viel mehr Lyrisches gibt es auch nicht aus Erwachsenenjahren. Die liebesgeilen und weltrevolutionären Verse der Jugendzeit sind - leider oder Gott sei Dank - in irgendeiner der damaligen Wohngemeinschaften verloren gegangen. Der neoromantische 9-Stropher von 2010 dürfte sich Mittelrheinern wohl eher erschließen als Auswärtigen. Wer Lust hat und Spaß an der Freud, s. hier


06.10.2019

Die Koblenzer Kulturgeschichtsschreibung betrachtet die Geschichte des örtlichen Orchesters gerne  als Kontinuum, das von der Gründung der kurfürstlichen Hofkappelle 1654 bis zum heutigen Staatsorchester Rheinische Philharmonie reicht. Dies Bild idealisiert jedoch etwas. Weshalb ich jetzt in einem Artikel für das Halbjahresmagazin „con moto“ der Rheinischen Philharmonie den Blick auch auf die Brüche in der Orchestergeschichte lenke. So auf den Umstand, dass man die Wurzeln des Koblenzer Staatsorchesters – ebenso des Bonner Beethoven Orchesters – durchaus in Bad Kreuznach respektive Bad Neuenahr verorten könnte, statt am kurfürstlichen Hof zu Koblenz.  

Mein kompakter Artikel zur Koblenzer Orchestergeschichte, Teil 1 bis 1985 (freier Lesetext, 12000 Anschläge)      


04.10.2019

Heute auf Seite 2 der Rhein-Zeitung: Mein Artikel über das schon sehr alte Phänomen extremer Polarisierung hinschtlich einzelner Symbol- oder Galionsfiguren unter der Überschrift "Der Greta-Effekt ist nichts Neues"  (4600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

30.09.2019

Ein kurzer Infohinweis, u.a. weil jetzt bis in meinen privaten E-Mail-Eingang Dokumente oder besser: Pamphlete verbreitet wurden, die als scheinbar seriöses Wissenschaftsanliegen daherkommen. Man konnte das dieser Tage auch im Netz verfolgen: Die organisierte Szene akademisch betitelter Leugner des Klimawandels bzw. inzwischen des menschengemachten Klimawandels hat eine Offensive gestartet. Bei den mir zugesandten Texten – deren Inhalte allesamt die aktuelle wissenschaftliche Befundlage weltweit ernsthafter Klimaforschung ignorieren oder leugnen – treten die Professoren Horst-Joachim Lüdecke, Carl-Otto Weiss und Friedrich Karl Ewert als Autoren auf. Damit muss die der AfD nahestehende Organisation EIKE als zentrale Triebkraft hinter dieser Offensive gelten. Wer ist EIKE? Siehe hier 


29.09.2019

Der ältere Mann muss sich ein bisschen von der Klimadiskussion erholen. Die ist nämlich anstrengend und auch die Nerven zermürbend. Nein, nicht etwa die Anti-FFF-Hetzer oder Greta-Hater strengen an, erst recht nicht die pseudowissenschaftlichen Wortührer der Klimawandelleugnung. Das alles war/ist erwartbar, sind altbekannte Reaktionsmuster, wie jeder weiß, der an einer der großen Protestbewegungen seit Ende des II. Weltkrieges teilgenommen hat. Was mich wirklich anstrengt, sind jene humanistisch, weltoffen und demokratisch eingestellten Mitmenschen (auch hier in meinem FB-Kontaktkreis), die partout GLAUBEN WOLLEN, es gäbe keinen menschengemachten Klimawandel. Natürlich wäre das eine feine Sache: Niemand hätte an irgendwas schuld, keiner wäre für irgendwas verantwortlich, und wir müssten uns nicht den Kopf zerbrechen über eine tiefgreifende Veränderung unserer Lebensart, ja der Zivilisationentwicklung generell. Aber, liebe Leut', es ist halt einfach nicht so.


28.09.2019

Kurzer Netzrundblick auf Klimaschutz-Demos an diesem Freitag (27.9.). Wer befürchtet oder gehofft hatte, der FFF-Bewegung ginge nach den gewaltigen Protestmärschen vom vergangenen Freitag mit weltweit 4 bis 5 Millionen Teilnehmern die Pust aus, darf/muss nun anderes feststellen. Es hat gewissermaßen nur ein Schichtwechsel stattgefunden. Wo letzte Woche etwas weniger los war, brummte es diesmal und umgekehrt. Von Deutschland ging die Rolle des Landes mit der höchsten Teilnehmerzahl an Italien über, wo gestern gut 1 Millionen Menschen auf der Straße waren. In Nordamerika übernahm Kanada den Staffelstab von den USA. In Österreich waren Veranstalter wie Beobachter von der unerwartet starken Beteiligung (landesweit 120 000+) überrascht.

Beispiele (international):
Montreal (Kanada) 500 000, Rom 200 000, Mailand 150 000, Neapel 100 000, Wellington (Neuseeland) 40 000, Neuseeland total 180 000, Wien 35 000+, Innsbruck 20 000, Linz (Österreich) 10 000, Graz 9000, Bregenz 5000, Salzburg 3500, Zürich 10 000+, landesweite Zentraldemo der Schweiz am Samstag in Bern 60 000+, Stockholm 50 000, Uppsala + Malmö 25 000, Den Haag 35 000, Helsinki 7000, Palma de Mallorca 5000+, spanisches Festland ("viele zehntausend")...

Die Suchmaschinen konzentrieren sich aufs Ausland, zu den hiesigen, diesmal kleineren Aktionen spucken sie wenig aus. Z.B. Hamburg 4000, München 3000, Nürnberg 1500, erfurt 1000+, Oldenburg 1000 ...


26.09.2019

Es gibt in der Argumentation gegen rasch umfassend durchgreifenden Klimaschutz einen völlig unlogischen Grundgedanken. Der geht sinngemäß so: „Die Klimaschützer wollen uns unseren Wohlstand nehmen und vorschreiben wie wir zu leben haben; würde man ihnen folgen, werden unsere Wirtschaft zerstört, der Fortschritt unterminiert und die sozialen Gegensätze verschärft; schlussendlich stellen die Klimaschützer die gesamte Art unserer Zivilisation in Frage.“ In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Denn was da beschrieben wird, sind nicht die Folgen des Klimaschutzes, sondern des Klimawandels.

Das einzige Mittel, diese Folgen zu mildern, ist aber entschiedener Klimaschutz. Heißt: Um möglichst viel von unseren und der Nachgeborenen zivilisatorischen Lebensmöglichkeiten zu sichern, müssen wir uns jetzt flott Zügel anlegen und uns von etlichen naturzerstörenden Fehlentwicklung trennen. Mancherlei klimaschützende Selbstbeschränkung heute wäre die Saat, um morgen einen für die Menschen noch halbswegs lebenswerten Planeten als Ernte zu erhalten. Also simples Überlebens- und Vorsorgeprinzip.

Der oben zitierte Grundgedanke gegen durchgreifenden Klimaschutz funktioniert ja ohnehin nur unter den Prämissen: Man leugnet – wider alle wissenschaftliche und inzwischen auch schon augenscheinliche Erkenntnis – noch immer den menschengemachten Klimawandel oder man kann/will dessen tatsächliches, unsere gesamte Zivilisation gefährdendes Chaospotenzial nicht begreifen.

Übrigens: Wer der Wissenschaft partout nicht glauben will, der spreche einfach mit Forstleuten, Bauern und Winzern. Oder er betrachte die väterlichen/großväterlichen Urlaubsfotos von Ausflügen zu den alpinen Gletschern und vergleiche sie mit dem heutigen Zustand.


25.09.2019

"Freund Walter hat ein neues Hobby: Schießen. Genauer: Er schießt Pfeile und schleudert Steine in die Gegend. Noch genauer: Er nimmt die Wolken unter Beschuss. Was er da treibe, frage ich. Antwort: Luftabwehr. (...)" So beginnt die aktuelle 175. Folge meiner Monatskolumne/Glosse "Quergedanken". Der jetzt im mittelrhzeinischen Magazin "Kulturinfo" erschienene Text entstand schon Mitte September. Klimawandel spielt darin mal keine Rolle, dafür ein anderer Aspekt seltsamer "Fortschritts"entwicklung.

Quergedanken Nr. 175 "Brummgedöhns im himmlischen Zwischendeck" (freier Lesetext) 


23.09.2019

Weil es in Sachen Greta wieder auf allen Kanälen brummt und kracht, sag ich mal so: 16-Jährige sind doch keine kleinen Kinder mehr. Als ich in diesem Alter war, wusste ich über Vorgeschichte, Verlauf und Hintergründe des Vietnamkrieges viel mehr als damals die allermeisten deutschen Erwachsenen. Mein Wissen stammte aus fast ALLEN seinerzeit hierzulande greibaren Quellen und meine scharfe, jugendlich emotionale Protesthaltung gegen das US-Engagement in Vietnam speiste sich aus eben diesem Wissen. Und wer sich mal die Mühe macht, tatsächlich mit FFF-Jugendlichen zu sprechen, wird jede Menge zornige 13-, 16-, 18-Jährige finden, die allerdings bestens und weit überdurchschnittlich orientiert sind über die aktuellen Forschungsstände ernsthafter Klimawissenschaft.

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Es war so nicht geplant, fügte sich aber trefflich. Just an dem Wochenende, da weltweit Millionen für den Klimaschutz demonstrierten, die Bundesregierung ihr Klimapaket vorstellte und in New York der UN-Klimagipfel begonnen hat, eröffnete das Arp Museum eine zum epochalen Überthema Klimawandel passende Ausstellung. Unter dem Titel „Die vier Elemente“ stehen 42 hochkarätigen Gemälden vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert 20 preisgekrönte Gegenwartsfotos aus dem Wettbewerb "Unicef-Foto des Jahres" gegenüber. Der so entstandene bildkünstlerische Dialog animiert zu tiefer Nachdenklichkeit über das sich stets wandelnde Verhältnis zwischen Mensch und Natur.

Meine Ausstellungsbesprechung (4200 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


22.09.2019

Das muss jetzt mal raus: Ich bin diese Kleinkrämerei wider durchgreifenden Klimaschutz, wider den FFF-Protest, wider Greta, ja wider jedwede Veränderung unendlich leid. Zumal das Gezeter gerade nach den gewaltigen Demonstrationen vom Freitag noch kleinlicher und noch hysterischer geworden ist. Dabei gibt es einen ganz simplen, durch die Wissenschaft vielfach gestützten Grundgedanken, von dem eigentlich alles weitere Handeln rasch ausgehen müsste: Unsere Art der Zivilisationsentwicklung und die Naturgesetze sind in Widerspruch zueinander geraten. Wer von beiden also kann/muss sich ändern?

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Die Gesamtangaben zur weltweiten Beteiligung am Aktionstag der Klimaschutzbewegung schwanken zwischen 3 und 6 Millionen Menschen. Nachdem in der Nacht zu Samstag (MEZ) klar war, dass auch in USA und Kanada "etliche Hunderttausend" demonstriert haben, darf man, ganz nüchtern, zu folgendem Resümee kommen: Wir erleben hier die in der bisherigen Geschichte wohl größte, zeitgleiche globale politische Protestbewegung für ein gemeinsames Ziel.

Ein kleines Resümee (freier Lesetext)


20.09.2019

Am Abend

Infos zum heutigen Weltaktionstag von Friday for Future FFF (Schneller Netzrundblick, Stand 20 Uhr. Teilnehmerzahlen überwiegend Mittelwerte aus mehreren Angaben). Freude hier, Fassungslosigkeit dort: Fast überall übertreffen die Teilnehmerzahlen die Voraberwartungen deutlich bis mehrfach.

Deutschland: FFF gibt für Deutschland insgesamt heute 1,4 Millionen Demonstrationsteilnehmer an.

Berlin 130 000+ (die Hauptstadtzahlen sind unklar, in einigen Quellen ist inzwischen von 270 000 die Rede), Potsdam 5000, Hamburg 80 000, Bremen 40 000, Bremerhaven 4000, Hannover 30 000, München 40 000, Freiburg 17000, Frankfurt 15000+, Münster 20 000, Dresden 14000, Essen 8000+, Würzburg 8000, Heidelberg 10 000, Mainz 9000, Aachen 7000, Braunschweig 6000, Koblenz 5000+, Saarbrücken 5000+, Trier 2500, Bad Kreuznach 1200, Idar-Oberstein 150, Buxtehude 1100, Cloppenburg 800, Bitburg 450, Gütersloh 1300, Lohr 700, Cottbus 500, Bad Neustadt 300, Haßfurt 550, Düren 1000, Insel Spikeroog 400, Pforzheim 1000, Leipzig 6000, Kiel 11000, Halle a.d. Saale 2500, Düsseldorf 9000, Lübeck 4500, Greifswald 1600, Aschaffenburg ("mehrere tausend"), Köln 70 000, Bonn 16 000, Kleve 4000, Bielefeld 12 000, Dortmund 13 000, Paderborn 2000, Detmold 2000, Darmstadt 10 000, Kassel 14 000, Göttingen 7000, Northeim/Einbeck/Uslar/Bad Gandersheim 1000, Bad Hersfeld 300, Korbach 250, Frankenberg 250, Montabaur/WW. ("hunderte"), Mannheim ("tausende"), Kaiserslautern 3000, Karlsruhe 12 000, Stuttgart 20 000, Magdeburg 3500, Stendal 300, Konstanz 11 000, Marburg 7000, Erlangen 5000+, Nürnberg 10 000, Fürth 2800, Forchheim 500, Soest 2500, Traunstein 800, Worms 250, Mönchengladbach 600, Reading 1000 .... ....

Ausland: Melbourne 100 000, Sydney 80 000, Brisbane 25 000, Hobart 22 000, Prag ("mehrere Tausend "), Warschau ("viele Tausend"), Manila ("tausende), Johannisburg ("hunderte"), Nairobi ("mehrere hundert"), Islamabad ("eine große Menschenmenge"), Shetland Islands 200, London 100 000, Paris 10 000+, Kampala/Uganda ("einige hundert"), Kiew 2000, Brüssel 20 000, Kabul/Afghanistan 150, Split/Kroatien ("hunderte"), Mostar/Bosnien 100, Birmingham 4000, Edinburgh 10 000, Belfast ("hunderte"), Dublin ("tausende") Kapstadt 2000 ....

In rund 1000 Städten der USA haben jetzt Aktionen im Rahmen des Protesttages für mehr Klimaschutz begonnen: Chicago ("tausende"), Washington ("tausende"), New York City 200 000 ... Mit Zahlenangaben haben es die US-Medien offenbar nicht so.

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Einen wunderschönen guten Morgen allerseits. 20. September 2019. Da war doch was, da ist doch was? Genau: Sehr viele Leute hier wollen sich gemeinsam mit sehr vielen Leuten in aller Welt an frischer Luft bewegen und lebensfrohe Vernunft einfordern. Prima. Dann sei viel Freude dabei allerorten gewünscht.
Nachtrag: Ich sehe eben (9 Uhr MEZ), Australien legt vor mit zehntausenden Demonstranten in mehreren Orten.


17.09.2019

An diesem Freitag (20.09.) gilt für alle Generationen und sozialen Schichten, so irgend möglich: Teilnahme an den Demonstrationen der Klimaschutzbewegung Fridays for Future im Rahmen des Weltaktionstages. Umwelt- und Wohlfahrtsverbände, NGOs, diverse Kirchen, Gewerkschaften und Parteien/Parteigliederungen, ja selbst Fußballclubs, andere Sportvereine und Unternehmen haben ebenfalls dazu aufgerufen. Allmählich setzt sich in der Breite der Bevölkerung die Erkenntnis durch, dass es sich beim Klimawandel um ein epochales Hyperproblem handelt und er auch als solches bekämpft werden muss.

Bis eben wurden für den 20.September in Deutschland bereits 461 Demonstrationen/Aktionen angekündigt. Hier die Liste der in Rheinland-Pfalz beteiligten Orte: Bad Kreuznach, Bad Dürkheim, Bernkastel-Kues, Bitburg, Edenkoben, Frankenthal, Gerolstein, Grünstadt, Idar-Oberstein, Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Mainz, Montabaur, Nieder-Olm, Sinzig, Speyer, Worms, Zweibrücken. (Nachmeldung: Alzey, Ingelheim, Meisenheim)

Weitere Infos zu Orten deutschlandweit sowie Uhrzeiten und Sammelpunkten


 

16.09.2019

In der heutigen Westerwald-Ausgabe der Rhein-Zeitung (16.09.2019) findet sich ein Bericht über meinen Vortragsabend zu Alexander von Humboldt am vergangenen Mittwoch bei den Marienberger Seminaren. Unter der Überschrift "Andreas Pecht erinnerte an das abenteuerliche Leben des Universalgenies" schreibt der mir nicht näher bekannte Autor Matthias Budde das Folgende:

Pressestimme hier


15.09.2019

Frauen gaben den Ton an beim ersten Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz zum Saisonauftakt am Freitag. Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie wurde mit der Polin Marzena Diakun von einer hochinteressanten Dirigentin der jüngeren Generation geleitet. Am Flügel entfaltete als Gast die deutsche Pianistin Ragna Schirmer ihr Können. Und im Mittelpunkt des Abends stand Clara Schumann, deren Geburtstag sich just an diesem Tag zum 200. Mal jährte.

Meine Konzertbesprechung (4000 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

 


13.09.2019

„Das kleine Deutschland will allein die Welt vor dem Klimawandel retten. Lachhaft. Das Land trägt ohnehin kaum 2 Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß bei. Selbst wenn wir die unter größten Opfern auf 0 reduzieren würden, täte das gar nichts helfen.“ U.a. mit dieser Argumentation wird in der hiesigen Klimadiskussion immer wieder versucht, Forderungen nach einer ökologischen Wende und durchgreifendem Klimaschutz lächerlich zu machen oder ad absurdum zu führen. Die Argumentation ist allerdings falsch bzw. irreführend. Weil …

Fünf Aspekte dazu (hier, freier Lesetext)


11.09.2019

Es ist ja so: Wer nicht nur zum privaten Vergnügen, sondern zur Veröffentlichung schreibt, will (etwas) bewegen. Egal ob Journalist, Sachautor, Essayist oder Literat: Mal will man mehr die Hirne der Leserschaft bewegen, mal mehr die Herzen, bisweilen beides gleichermaßen. Und manchmal hoffen die Schreiber/innen sogar, ihr Schreiben möge beitragen, die Welt zum Besseren zu bewegen. Nach dahingezogenen Jahren und Jahrzehnten fragt sich unsereins dann in Momenten des Sinnierens: Hast du was bewegt? Was hast du bewegt? Und je höher der Anspruch war, umso eher lautet die Antwort: Nichts.

Genauer besehen, erweist sich diese Antwort allerdings als vorschnell. Dichter und Romanciers dürfen immerhin in Anspruch nehmen, ihrem Publikum Momente respektive die eine oder andere Stunde Leseglück ermöglicht zu haben. Sachautoren können verbuchen, dass sich vorübergehend die gedankliche Aufmerksamkeit von Lesern auf das von ihnen Geschriebene richtet. Ob sich daraus bei den Rezipienten fortwirkendes Nachdenken und Einsichten ergeben, bleibt ungewiss und der Macht des Schreibers entzogen.

Am Ende gibt es wohl nur eine Gewissheit: Alles, was du je publiziert hast und noch publizieren wirst, war/ist eine Würzprise im riesigen Topf jener Weltsuppe, von der die Zeitgenossen auf die eine oder andere Weise bewegt werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


08.09.2019

Ein gutes halbes Jahr ist meine eigene neue Website (www.pecht.info) nun "auf Sendung". Habe mir jetzt mal die Nutzungsstatistik des Providers angeschaut. Sieht gar nicht schlecht aus - selbst wenn man davon ausgeht, dass etwa die Hälfte der Zugreifer Robots sind. Von rund 12000 im Februar/März ist die monatliche Besucherzahl über den Sommer auf durchschnittlich 40000 angestiegen (Seitenaufrufe 80000 +).


07.09.2019

Eigentlich hätte hier das Ergebnis meines wöchentlichen Netzrundblicks auf die Aktionen von Fridays for Future (FFF) am gestrigen Freitag stehen sollen. Ich krieg es aber partout nicht hin, weil die Suchmaschinen - ungeachtet meiner Fragestellungen - fast nur endlose Listen von Mitmachaufrufen, Erklärungen, Bündnisnachrichten, Aktionsplänen zum Klimaschutz-Weltaktionstag von FFF am 20. September anbieten. Auf diesen Tag scheint sich alles zu konzentrieren. Warum der 20.9.? Weil da in New York der UN-Klimagipfel stattfindet. Deutsche Besonderheit: Ebenfalls am 20.9. will die Bundesregierung in Berlin ihr neues Umwelt- und Klimaschutzpaket beraten/beschließen. Übrigens: FFF hat alle Bevölkerungsgruppen und Altersklassen aufgerufen, sich an diesem Tag an den Aktionen zu beteiligen.


06.09.2019

Es liegt mir fern, um Verständnis für Zeitgenossen zu werben, die partout GLAUBEN WOLLEN, es gäbe keinen Klimawandel oder keinen menschengemachten Klimawandel oder es sei alles nur halb so wild mit dem Klimawandel. Aber begreifen würde ich schon gerne, warum gar nicht mal wenige Leute mittlerweile hysterisch bis panisch auf fast jede Überlegung, Forderung, Bewegung zum Vorantreiben des Klimaschutzes reagieren. Warum sie beispielsweise plötzlich die Forschungsergebnisse von tausenden Wissenschaftlern weltweit als bloße Scharlatanerie abtun – obwohl sie sonst mit der Wissenschaft kein Problem haben. Dazu ein paar Überlegungen im Text "Woher die schier hysterische Angst vor dem Klimaschutz?"


05.09.2019

PRIMA SACHE! „Mainz 05 setzt sich in seinen Projekten und Partnerschaften für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. Daher unterstützen wir ausdrücklich die Ziele von 'Fridays for Future', unsere gemeinsame Verantwortung für das Weltklima zu stärken und das Bewusstsein hierfür zu schärfen “, sagt Dr. Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des 1. FSV Mainz 05. Am Freitag, 20. September, steht für die 05er das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 an. Am selben Tag wird auch in Mainz eine Demonstration im Rahmen des globalen Aktionstages der Bewegung „Fridays for Future“ stattfinden. Alle Mainz-05-Mitarbeiter, die nicht in die Spieltagsarbeit involviert sind, werden vom FSV an diesem Tag freigestellt, um daran teilnehmen zu können.

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Gerade liege ich in den letzten Zügen mit den Vorbereitungen eines kleinen Abendvortrages, den ich (mit Hilfe einer liebenswerten Fahrerin) am kommenden Mittwoch bei den Marienberger Seminaren halten werde. Es geht um Leben, Werk, Bedeutung des Alexander von Humboldt, dessen Geburtstag sich am 14. September zum 250. Mal jährt. Je näher man sich mit dem Manne befasst, umso dringlicher werden eine Feststellung in Bezug aufs Heute und eine Frage hinsichtlich der Humboldt-Wahrnehmung seit dessen Tod 1859.

Die Feststellung: Hätte die Menschheit seine frühen Erkenntnisse über die allumfassende, wechselwirkende, lebendige Ganzheit der irdischen Ökosphäre ernst genommen, wir stünden heute nicht in einer weithin zerrütteten Umwelt und vor dem epochalen Hyperproblem des Klimawandels.

Die Frage: Warum haben die Altvorderen nicht auf ihn gehört? Mehr noch: Warum war Humboldt zwar zu Lebzeiten weltberühmt (ist bis heute in Lateinamerika einer der bekanntesten und höchst angesehenen Europäer ever), wurde aber in den westlichen Industriestaaten bald fast vergessen bzw. als bloß romantisch-naturforschender Abenteurer abgetan? Meine vorläufige Antwort: Sein ganzheitlicher Forschungsansatz mitsamt zwingenden Erkenntnissen über die unbedingte Notwendigkeit schonend nachhaltigen Umgangs mit der Natur passte einfach nicht in die Zeit, hätte nur gestört bei der maß-, rücksichts- und hemmungslosen Expansion des kapitalistischen Industrialismus.


04.09. 2019

Nächste Woche startet das Staatstheater Mainz in seine Spielzeit 2019/20, das Theater Koblenz folgt Anfang/Mitte Oktober. Ein Blick in die Spielpläne der beiden Häuser im rheinland-pfälzischen Teil meines Beritts als Kritiker. (hier, freier Lesetext)

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Ganz schön Rumores im Politbetrieb. Johnson hat sich verzockt; zuvor schon der Fensterrahmentänzer von der Lega in Italien ebenfalls; in Brasilien befinden sich die Zustimmungswerte zu Bolsonaro im Sinkflug. Hierzulande entdecken CSU, CDU, SPD und FDP (endlich!) Umweltschutz und Klimaschutz als epochales Über- und Querschnittsthema. Das ist gut so. Allerdings wird ihr Versuch, zur neuen Öko-Avantgarde zu mutieren, von dem seltsamen Grundgedanken begleitet: "Alles muss sich ändern, aber ohne dass sich was ändert - die Ökowende kann nur bei gleichzeitig strammem ökonomischem Wachstumskurs gelingen." Da braucht's wohl noch etwas Nachdenken.


02.09.2019

Nach der Pressedurchsicht am Morgen: Zu den Wahlergebnissen in Sachsen und Brandenburg ist von allen Seiten fast alles gesagt. Weshalb ich erstmal nur noch zwei Randbemerkungen anfügen möchte. 1.) Eine richtig knuffige und zugleich klug treffende Überschrift fand ich in der örtlichen Frühstückszeitung: "Warum CDU, SPD und AfD erfolgreich gescheitert sind". 2.) Hinsichtlich des AfD-Ergebnisses geben die beiden Bundesländer ein uneinheitliches Bild ab: In Sachsen erzielten die Braun-Blauen mit 27,5 % gegenüber den Bundestagswahlen 2017 nur einen Zuwachs von 0,5%, was sehr wenig ist und beinahe Stagnation bedeutet. In Brandenburg hingegen legten sie gegenüber 2017 um 3,3 % auf 23,5 % zu , was sehr viel ist.


31.08.2019

Wenn am Sonntagabend die ersten Hochrechnungen zu den Wahlergebnissen in Sachen und Brandenburg rauskommen, wird das Stöhnen laut sein über die AfD-Zahlen. Letzte Umfragen sehen die Nationalreaktionäre in Sachsen um 25 %, in Brandenburg um 21%. Ja, das sind ernste und anhaltend beunruhigende Werte. Pessimisten werden sie mit den Landtagswahlergebnissen von 2015 vergleichen; damals war die AfD dort noch einstellig. Aber ist das ein sinnvoller Vergleich?

Eher nicht. Denn damals sahen Welt, Deutschland, die hiesige Polit- und Themenlandschaft noch ganz anders aus. Im Hinblick auf die Entwicklung der politischen Stimmungslage ist der Zahlenvergleich mit den östlichen Landesergebnissen bei der Bundestagswahl 2017 gescheiter. In Sachsen kam die AfD vor zwei Jahren auf 27 %, in Brandenburg auf 20,2 %. Der Vergleich hiermit würde den Eindruck aus anderen Wahlen in jüngerer Zeit bestätigen: Der "Siegeszug" der AfD hat womöglich seinen Zenit überschritten, die Zustimmung für die Braunblauen sinkt bzw. stagniert (auf freilich viel zu hohem Niveau). Was meine schon früher geäußerte persönliche Einschätzung stützt: Ein Durchmarsch der Nationalreaktionäre an die Macht ist für Deutschland abgesagt.

28.08.2019

Bei allem Verdruss, den mein derzeitiges Dasein als fußlahmer, im Schleichgang am Krückstock gehender Invalide bereitet, hat die Sache doch auch eine sehr interessante Seite: das völlig neue Wahrnehmen und Erleben seit Jahrzehnten vertrauter häuslicher Umgebung. Allein der Umstand, vor jedem Schritt den Untergrund mit Augen genau und Fußsohle vorsichtig zu prüfen, eröffnet ganz ungewohnte Perspektiven.

Da spürst auf der Veranda plötzlich (schmerzhaft), dass über die Jahre einige Bodenplatten in (kaum sichtbare) Schieflage gekommen sind. Die Hauswiese, die du immer für eine recht ebene Fläche gehalten hast, erweist sich als Gebirgs- und Kraterlandschaft. Drinnen verlangen nie beachtete Teppichkanten und minimal erhabene Türschwellen plötzlich hohe Aufmerksamkeit und gezielten Bewegungsablauf. Der Badewannenrand wird auf dem Weg zum Duschen eine sehr anspruchsvolle Hürde. Und wie schön wäre es jetzt, hätte die Haupttreppe einen zweiten Handlauf, gäbe es im Umfeld der je zweistufigen Freitreppchen zur Küche und zum Schlafzimmer etwas zum Festhalten. Und was du sonst mit einem kurzen Strecker auf den vorderen Fußballen aus den oberen Regalbereichen oder Schränken geholt hast, bleibt vorerst unerreichbar. Die altbekannte Welt ganz neu.


28.08.2019

Treffer, versenkt. Umgerissen, niedergeschmissen, ausgeknocked. Das rechte Sprunggelenk für eine längere Weile im Invalidenmodus. Nix gebrochen, sagt der Orthopäde, aber sämtliche Bänder bis zum Anschlag überdehnt. Das kam so: Am Samstag beim Pilzesammeln über einen Ast gestolpert, Satz gemacht, mit dem rechten Fuß unglücklich in einer Erdmulde gelandet und dabei das Glied mit Wucht verdreht, gezerrt, gestaucht.

Da lag ich denn allein mitten im Wald, 0,5 Kilometer von der nächsten Landstaße und 2 Kilometer von daheim weg. Ich schleppte mich eine Stunde lang zur Straße, hoffend, es möge ein Autofahrer den sichtlich Geplagten mitnehmen. Fehlzanzeige. Ein weißhaariger älterer Mann, erschöpft, leidend, auf einen Ast als Krücke gestützt und mit deutlichen Handzeichen um Hilfe ersuchend, wird von vielen Zeitgenossen offenbar als arge Bedrohung empfunden. Eine bittere Erfahrung. Ergo schleppte ich mich während dreier Stunden auch die restlichen 1,5 Kilometer unter Schmerzen die Straße entlang.

Und nu? Tja, Unterbein zwischen Schienen packen, hochlegen, kühlen und Ruhe geben – mindestens 6 Wochen lang.


23.08.2019

"Doch ja, ich mag Leute mit Spleen, Marotte, Schrulle, die nicht dem entsprechen, was man gemeinhin für normal hält. Zumindest sofern sie mir damit nicht missionarisch auf den Keks gehen oder Mitmenschen und Allgemeinheit Schaden zufügen. Weshalb für mich der sympathischste Zug an Horst Seehofer seine Vorliebe für das Spielen mit der Modelleisenbahn ist. ..." So beginnt die aktuelle Folge 174 meiner Monatskolumne "Quergedanken" - über Leute, die an persönlichen Eigenheiten festhalten, egal was Mainstream, Normen, neue Moden und Trends fordern.

Man sollte öfter etwas bekloppt sein (Quergedanken 174 / freier Lesetext) 

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Fridays for Future, schnelle Google-Suche für Aktionen heute 23.08. (Angaben über Teilnehmerzahlen und Art der Aktionen sind leider kaum zu finden.) Vielerorts wurden die Demos spontan zum Protest gegen die ausufernde Brandrodung in Brasilien. Allerorten wurde für den globalen Klimaschutzaktionstags am 20. September geworben. Die FFF-Gruppen in Brandenburg konzentrieren sich zuvor auf den kommenden Freitag (30.8.), an dem sie im unmittelbaren Vorfeld der dortigen Landtagswahl (1.9.) ihre Forderungen mit möglichst großen Aktionen unterstreichen wollen.

Heute gab/gibt es Aktionen in:
Hannover (3000), Münster (700+), Bremerhaven (300), Hamburg (mehrere Hundert), Düsseldorf (laut dpa: mehrere Hundert bei Demo vor/im Flughafen), Dortmund (Demo mit Kleidertauschaktion), Aachen, Frankfurt/M. (Tanzdemo), Darmstadt, Rees (erstmals), Henstedt-Ulzburg (erstmals), Dachau (erstmals), Soest (Fahrrad-Demo), Oranienburg (Picknick), Weimar, Diepholz, Köln, Bad Nauheim, Hannoversch Münden, Braunschweig, Paderborn, Augsburg, Berlin, Kaiserslautern, Bad Kreuznach, Hamm, Salzgitter, Siegen, Würzburg, Passau, München, Konstanz.

Funde aus Österreich: Innsbruck, Pöllau, Ried; Wien (für heute angekündigte Abenddemo)


22.08.2019

Beim Frühstück schweift der Blick durch die Küche, erfasst die Vielzahl der Geräte und Utensilien, die in Teilen oder ganz aus Plastik sind. In Schränken und Schubladen gibt's noch mehr davon. Plötzlich ist da der Gedanken: Fast alle diese Dinge (respektive ihre wesentlichen Funktionalitäten) gab es in meiner Kindheit und frühen Jugend schon in der elterlichen, ja sogar der großelterlichen Küche. Jedoch bestanden sie in jenen 1950ern/60ern überwiegend aus Holz, Metall, Keramik, Glas, Horn, Papier/Karton (und haben prima funktioniert).

Blick und Gedanke sind wohl inspiriert von einer aktuellen Meldung in der Zeitung. Danach prognostiziert die Weltgesundheitsorganisation WHO: Falls kein durchgreifend radikales Gegensteuern stattfinde, werde sich die weltwelte Plastik-Flut von 348 Millionen Tonnen 2017 bis 2025 verdoppeln, bis 2050 verdreifachen. Das vor dem Hintergrund, dass die Überreste dieses "modernen" Werk- und Verbrauchsstoffes binnen nur einer Generation bereits sämtliche iridischen Sphären bis in die allerfernsten Regionen durchseucht haben.


21.08.2019

Es gilt, einen Irrtum auszuräumen. Die Annahme, wer alljährlich freudig zum Pilzesuchen in den Wald ausrückt, der müsse ein Pilzfachmann sein, ist falsch. Ich jedenfalls bin keiner. Denn seit Kindheitstagen sind mir im Kosmos hiesiger Waldpilz lediglich fünf essbare Arten wirklich vertraut: Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen und zwei weitere Sorten Braunkappen mit Schwamm darunter. Von Letzteren weiß ich nichtmal die richtigen Namen. Haben mich nie interessiert, so wenig wie die hohe Kunst der Pilzbestimmung generell. Ich kenne, sammle, esse seit Jahrzehnten nur meine fünf Sorten. Deren Eigenarten freilich - Standortvorlieben, Wachstumseigenschaften, Witterungsempfindlichkeiten etc. - habe ich intensivst studiert. Alles Übrige an der Speisepilzologie ist mir wurscht. Weshalb mich auch keiner fragen sollte, wie dieses, jenes, selles Exemplar heißt und ob man es essen kann oder nach dem Verzehr ins Nirwana einfährt.


19.08.2019

Pilzsaison 2019 - wird das was oder eher nix? Vergangenes Wochenende habe ich die heuer überreiche Brombeerernte mit dem in summa 25. Kilo abgeschlossen. In den nächsten Tagen werden noch die Holunderbeeren eingeholt. Da wegen Blütenerfrierung die Apfelbäume auf den Fallobstwiesen und am Waldrand meines westerwäldischen Hausreviers fast gar keine Früchte tragen, stünden als nächstes und zum Abschluss der Erntesaison Pilze und Nüsse auf dem Plan. Was die Schwammerln angeht schwanke ich zwischen Hoffen und Bangen. Nachdem es im Trockensommer 2018 in "meinem" Wald überhaupt keine Esspilze gab, hoffe ich nun, dass die Regenschauer der vergangenen Tage nicht zu spät sind und hinreichen, auch das hiesige Pilzwachstum in Gang zu bringen.


17.08.2019

Man mag zum Hype um Greta Thunberg stehen wie man will. Aber was ihre Gegner und Kritiker derzeit veranstalten ist eine ziemlich miese Tour: Nach denen kann dass Mädchen nämlich, egal was und wie sie es tut, im Grunde nichts richtig machen. Die Seglerei wird als billiger PR-Trick verhöhnt. Wäre sie aber mit einem Motorschiff gefahren, hätte sich auch Geschrei erhoben. Wäre sie geflogen, wäre das Geschrei noch größer. Und wäre sie daheim geblieben· hätte es geheißen: Greta resigniert oder nimmt ihre Verwantwortung für den globalen Klimaprotest nicht wahr. Den meisten Kritikern geht es am Ende wohl gar nicht um das jeweilige Verhalten des Mädchens, sondern um die Diskreditierung einer Symbolfigur der FFF-Bewegung und darüber letztlich um die Diskreditierung eines durchgreifenden Klimaschutzprozesses selbst.


15.08.2019

Anno 2021 wird der "Kultursommer Rheinland-Pfalz" 30 Jahre alt und ebenso lange das Kulturgeschehen zwischen Südpfalz und Oberwesterwald mitgeprägt haben. Vor dem Hintergrund des Jubiläums macht man sich nicht nur in Mainz Gedanken darüber, wie es mit der Landeseinrichtung als „Dienstleister, Berater, Ermöglicher, finanzieller Förderer und Helfer“ für Veranstalter und Kulturschaffende vor Ort dann in ihrem vierten Jahrzehnt weitergehen soll. RLP-Kulturministerium und Kultursommerbüro laden deshalb von jetzt bis ins Frühjahr hiesige Veranstalter und Kulturschaffende zu zehn Regionalkonferenzen quer durchs Land ein, um deren Ideen, Anregungen, Wünsche für die Zukunft des KuSo "ergebnisoffen anzuhören und zu sammeln". Die erste Zukunftskonferenz fand Anfang der Woche in Mainz statt.

Mein Artikel dazu (freier Lesetext)


13.08.2019

Es ist soweit, die Ausmusterung beginnt. Gestern hat sich erstmals ein Geschäft in Deutschland geweigert, mir für mein gutes Bargeld etwas zu verkaufen. "Wir haben hier keine Barkasse mehr" erklärte das Mädchen hinterm Thresen einer McDonalds-Filiale und forderte mich auf: "Bestellen sie am Automaten und bezahlen sie dort auch." Das nennt sich dann nassforsch verlogen "Restaurant". Ich war ziemlich ungehalten, nein: rundumher deutlich vernehmbar sehr ungehalten. Jedenfalls endet damit die gelegentliche Nachtnothungerbeziehung zwischen mir und der amerikanischen Bräterei. Aber wie lange wird es noch dauern, bis man mein Geld auch anderwärts nicht mehr annehmen will?


12.08.2019

Dieser Tage fragte mich jemand, ob es denn in meinem politischen Gesichtsfeld kein anderes Thema mehr gebe als Klimawandel. Etwas irritiert antwortete ich: Dem ist keineswegs so. Schließlich existieren fast sämtliche uralten, alten und jüngeren Probleme ungelöst fort. Allerdings gesellt sich zu diesen nun der Klimawandel als epochales Überthema, das noch viele Folgegenerationen beschäftigen wird. Denn mit diesem ändert sich erstmals seit rund 12 000 Jahren dauerhaft eine der natürlichen Grundbedingungen bisheriger Zivilisationsentwicklung: die (trotz manch temporärer und kontinentaler Schwankungen) relative Stabilität des irdischen Großklimas. Und dieser Umstand wirkt sich, teils extrem verschärfend, früher oder etwas später zwangsläufig auf ALLE übrigen Themen aus, von den ganz großen Politik- und Gesellschaftsfeldern bis hinunter ins individuell-private Sein. Deshalb muss man den Klimawandel (und Bemühungen zu seiner BNegrenzung) heute in jedwedem Themenbereich mitdenken. Alles andere wäre m.E.: St. Floriansprinzip, Naivität oder Ignoranz.


 01.08.2019

Sommerpause beendet. Ich bin wieder hier in meinem Revier; war nie richtig weg - aber doch ziemlich raus aus der Welt. Will sagen: Keine Urlaubsreise gemacht, stattdessen mir rund fünf Wochen Auszeit daheim gegönnt; Vertrödelwochen ohne Plan, ohne Internet, überwiegend ohne Lektüre von Tageszeitung, ohne Wahrnehmung der TV-Nachrichten. Zwei Wochenzeitungen waren das einzige Tor zum großen Zeitgeschehen. Und ich muss sagen: Es tat gut, Ereignisse aus der zeitlichen Distanz und ohne Aktualitätserregung zu betrachten - man versteht sie so besser.   

Also fünf Wochen auf der faulen Haut? Mitnichten. Ich habe Holz gesägt und gehackt, habe den Garten bewirtschaftet, war im Wald Himbeeren sammeln und habe sie zu Gelee verarbeitet. Ich schaute den Bäumen und Wiesen beim Vertrocknen zu, verhinderte mühsam, dass unser Gemüse deren Schicksal teilt. Nur an den Hitzetagen saß/lag ich ganz stille im Schatten, dachte nach über Welt, Menschen und meine bisherige wie künftige Stellung zwischen ihnen. Auf den heutigen Tag in zwei Jahren beginnt mein offizielles Rentnerdasein - dann muss man sich schon mal Gedanken machen.

Mittemang in der Sommerpause wurde doch ein kleines Textchen fällig: Meine Monatskolumne "Quergedanken". Gedruckt ist sie schon ein paar Tage auf dem Markt, elektronisch wird sie hiermit nachgereicht. Die Nr. 173 handelt von Alle sprechen von den Querelen, die Autofahrer, Radler, Rollerer, Fußgänger im Dickicht der Städte miteinander haben. Hier nun geht der Blick mal zu Begegnungen draußen auf der Landstraße, dorthin, wo es über tausende Kilometer weder Geh- noch Ragdwege gibt.

Zu den "Quergedanken" Nr. 173

27.06.2019

Und nun: BETRIEBSRUHE in der Schreibstube bis Ende Juli. Wünsche allseits eine angenehme Sommerzeit.


 26.06.2019

Wir nennen uns Homo sapiens, „vernünftiger Mensch“. So richtig eingeleuchtet hat mir das nie. Denn angesichts der Zivilisationsgeschichte bleibt eigentlich nur der Befund: Seit der Mensch sesshaft geworden ist und in hierarchischen Gesellschaften lebt, wird er hauptsächlich von Unvernunft getrieben. Und als eine der unvernünftigsten Zivilsationsaspekte erweist sich just dieser Tage die Lebensmaxime "immer größer, schneller, weiter" - an die wir ins seit 10 000 Jahren dummerweise gewöhnt haben.

Kolumne "Quergedanken" Nr. 172 (freier Lesetext)

 


25.06.2019

Walter Ullrich, Hannes Houska, Jochen Heyse: Das waren die Theaterprinzipale, die Ende des vergangenen Jahrhunderts zeitgleich über viele Jahre das professionelle Bühnengeschehen in der Mittelrheinregion prägten. Alte Schule, dominante Persönlichkeiten alle drei – Schauspieler, Regisseure, Intendanten in einer Person. Houska starb 2012, hatte von 1975 bis 1996 als Intendant die Geschicke des Theaters Koblenz bestimmt. Heyse starb ein Jahr nach Houska, hatte von 1988 bis 2004 die Leitung der Burgfestspiele Mayen innen. Der Dritte im Bunde allerdings, Walter Ullrich, erfreut sich noch seines irdischen Daseins, war bis eben Intendant des Kleinen Theaters Bad Godesberg und zugleich der Landesbühne im Schlosstheater Neuwied. Jetzt erst, im 88. Lebensjahr, muss er nach gut 60 Jahren sein Godesberger Privattheater aufgeben und hat dieser Tage nach 40 Jahren die Leitung des Neuwieder Theaters in die jüngeren Hände von Lajos Wenzel überantwortet.

Meine Würdigung zu Ullrichs Abschied (freier Lesetext)


22.06.2019

In Anbetracht der großen zentralen Demonstration von Fridays for Future gestern in Aachen erspare ich mir diesmal die Mühe, andere lokale Aktionen der Schülerbewegung aus dem Netz zu fischen. Es gab aber auch an diesem Freitag, trotz Aachen, etliche. Hier ein Link zur Berichterstattung der "Aachener Zeitung" über das gestrige Protestgeschehen am Ort.  Aachener Zeitung hier

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Im Staatstheater Wiesbaden wird Schillers „Kabale und Liebe“ jetzt in einer Art gezeigt, die als kleines Wunderwerk gelten darf. Regisseurin Johanna Wehner hat heftig in die Vorlage eingegriffen, hat vieles weggelassen, hat manche Sprechpassage auf einen Ausruf, bisweilen ein einziges Wort verkürzt, hat auch ein bisschen Eigenes hinzugefügt. Mehr noch: Sie hat den strukturellen Aufbau des Stückes von 1784 verändert. So sehr der gut zweistündige Abend sich damit vom Original zu entfernen scheint, bleibt am Ende doch der Eindruck, seinem Schiller’schen Wesen kaum je so nahe gekommen zu sein.

Meine Besprechung (freier Lesetext)


21.06.2019

„Freiheit“ ist die jüngste Produktion von tanzmainz benannt. Der Titel lässt erwarten, was der 60-minütige Abend auch bestätigt: Das vom den israelischen Choreografen Guy Weizmann und Roni Haver kreierte Stück hat eine stark gesellschaftspolitische Dimension. Die schafft sich Ausdruck bereits in der Farbgebung: Bühne, Licht, Kostüme – alles durchgängig in Varianten von Rosa gehalten. Will sagen: Wir heutigen Hiesigen betrachten unser Freiheitsideal meist durch eine rosarote Brille. Die acht Tänzer*innen demonstrierten dann aber eindrücklich, dass es  so einfach nicht ist mit der Freihe it.

Meine Besprechung des Tanzstücks (freier Lesetext)


19.06.2019

Uraufführungen aktueller Kompositionen haben im Klassikbetrieb vor allem abseits der Musikmetropolen noch immer Seltenheitswert. Es heißt, das Publikum sei noch nicht bereit für die oft atonalen Schöpfungen von Gegenwartskünstlern. Sollte diese seit Jahrzehnten gepflegte Einschätzung sich als überholt erweisen? Der begeisterte Applaus spricht dafür, mit dem die Uraufführung eines Trompetenkonzerts des Kölner Komponisten Wilfried Maria Danner durch die Rheinische Philharmonie Koblenz jetzt aufgenommen wurde.

Meine Konzertbesprechung (freier Lesetext)


18.06.2019

17 Uhr, Aufbruch nach Mainz. Auf dem Kritikerdienstplan steht ein Tanzstück am Staatstheater. Die 20 Meter vom Haus zum Auto bergen Gefahren. Ein Dussel hat seine Gartenschuhe genau vor der Haustür geparkt. Ich stolpere drüber und stürze kopfüber ins Kräuterbeet. Der umgeknickte Fuß tut weh, ein Ellbogen ebenfalls, doch man will nicht jämmerlich erscheinen: „Nix passiert“; ab zum Dienst. (...)

Kleines Verzählchen darüber, was einem Montags so passieren kann (Freier Lesetext)


17.06.2019 Dritte Spielzeit bei den Burgfestspielen Mayen unter der Intendanz von Daniel Ris. Wie in den Vorjahren, so entfällt auch in diesem Sommer eine der beiden großen Abendproduktionen im Innenhof der Genovevaburg aufs Schauspiel, die andere aufs Musiktheater. Als Sprechtheater-Beitrag kam an diesem Wochenende ein Komödienklassiker auf die Bühne: Oscar Wildes „Ernst sein ist wichtig“, hierzulande eher bekannt unter dem Titel „Bunbury“. Anders als in den Vorjahren bei Schillers "Kabale und Liebe" sowie Schirachs "Terror" fällt meine Kritik in diesem Fall nicht ganz so positiv aus.

Meine Premierenbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


15.06.2019

Auf die Schnelle im Netz gefundene News über Demos von Friday for Future am gestrigen Freitag (14.06.2019). Da sind wieder Orte/Örtchen darunter, von denen ich noch nie im Leben gehört habe. Sage keiner mehr, FfF sei ein bloßes Großstadtphänomen.

Mit Zahlenangaben: Hamburg (6500), Darmstadt (3000), Rüsselsheim (450), Leipzig (250), Paderborn (150), Diepholz (erstmals, 400), Herne (erstmals, 450), Frankenberg (erstmals, 250), Brüggen (erstmals, 100), Bassum (erstmals, 100), Kirchheimbolanden (erstmals, 200), Gifhorn (70), Ahlen (erstmals, 20), Strausberg (erstmals, 100), Passau (Radlerdemo, 100)....

Ohne Zahlenangaben: Lehrte, Duisburg, Köln, St. Ingbert, Bad Kreuznach, Moers, Kamp-Lintfort, Hannover (Farraddemo), Düsseldorf (Fahrraddemo), Gotha, Hildesheim, Zwickau, Marburg, Eckernförde (Demo gegen Kreuzfahrtschiffanleger)... // Österreich: Schärding, Krems, Eisenstadt, Villach ...

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Mich interessiert alles, was über Greta Thunberg und vor allem ihre "geschäftstüchtigen Hinterleute" kolportiert wird, wenig bis gar nicht. Denn das Mädchen ist nicht die Ursache der Jugendbewegegung FfF, sondern nur ein zeitlich zufällig zum erreichten Stand des jugendlichen Krisenbewusstseins in Sachen Klima passender Impuls oder Zündfunke. Gäbe es Greta nicht, hätte etwas oder jemand anderes zeitnah die Zündfunktion übernommen - der Unwille in der Jugend war einfach reif zum Ausbruch.

Dass Massenströmungen, ob politisch, kulturell oder sonstwas, sich ihre Ikonen schaffen, ist ein alter Hut; war immer so. Dass Trittbrettfahrer versuchen, aus den Ikonen Kapital zu schlagen, ist bedauerlich, war aber ebenfalls immer so. Unredlich wird die Sache dort, wo Gegner der Bewegungen die Trittbrettfahrerei benutzen (oft aufbauschen, zur Not auch mal herbeilügen), um die Bewegungen selbst zu diskreditieren. Aber selbst das ist ein alter Hut; kenne ich noch von 68ff: Der Umstand, dass einige Kommunarden Beziehungen zur DDR unterhielten, wurden von interessierter Seite (Springer zB) propagandistisch gedeutet als Zeichen dafür, dass die gesamte 68er-Bewegung ein Stasi/MFS-Produkt sei.

Was die vermeintliche "Familienmarke Greta" angeht, so hat mich das ab dem Moment noch weniger interessiert, da ich auf die von interessierter Anti-FfF-Seite ständig insistierende Frage "Wer bezahlt eigentlich Gretas Reisen?" die simple Antwort gefunden habe: zumeist die Organisationen/Institutionen, die sie als Rednerin einladen. So wie es für Gastredner auf sämtlichen Gebieten seit jeher allüberall Usus ist.


14.06.2019

Seit Jahrzehnten bereitet mir die Entwicklung der großen Menschenwelt eher Verdruss denn Freude. Trotzdem darf ich mich glücklich schätzen, und tue das auch. Einer der wichtigsten Faktoren dafür ist beim Blick aus dem Fenster der Schreibstube zu sehen: "mein" Wald. Beglückende 20 Quadratkilometer Ruhe-Refugium und zugleich Versorgungsraum für Brennholz und mannigfache Nahrungsmittel.

Ein kleines Verzählchen über "meinen" Wald (freier Lesetext)


13.06.2019

Es ist schon recht gruselig, wenn bei allen Diskussionen über FfF oder Greta ausgerechnet diverse Linksaußen-Strömungen partout darauf bestehen, sowohl die objektiven Bedingungen für das Entstehen dieser Bewegung wie auch das subjektiv hochentwickelte Bewusstsein der jungen Leute für die Zusammengehörigkeit von ökologischer und sozialer Frage völlig zu ignorieren. Da gibt es seltsame Leute, die Fridays for Future und Greta für Produkte einer geheimen Verschwörung der herrschenden Klasse halten, wohl nur weil die nicht unter roten Fahnen marschieren und nicht rufen "Nieder mit dem Kapitalismus! Es lebe die sozialistische Weltrevolution!". Eine borniertere Verweigerung historisch-materialistischer Analyse jetziger Realität ist einem kaum je begegnet.


12.06.2019

Wenn Sommer ist, zieht es auch das Theater hinaus zum Spiel unter freiem Himmel, Wetterrisiko inklusive. Glück für die Premiere von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ in Koblenz: Der Abend war warm, erst zum Finale träufelte es einige Regentropfen. Langer Beifall, vergnügte Gesichter – man hat auf dem Vorplatz der Feste Franz bei einer reizenden kleinen Produktion kurzweilige 90 Minuten erlebt.

Meine Premierenkritik (4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


11.06.2019

Bestandsaufnahme Selbstversorgergarten Pfingsten 2019: Acht Reihen Kartoffeln (zwei davon im Bild) stehen gut und die drei Hochbeete sind prall gefüllt mit allerhand. An anderer Stelle gedeiht eine Batterie von Tomatenstöcken prächtig. Die Kulturbeeren machen mir etwas Kummer: Johannis-, Stachel-, Him- und Heidelbeeren haben nur mäßig Früchte angesetzt. Dafür sind draußen im Wald die Fruchtansätze der Spätblüher Holunder und Brombeere recht füllig. Ergo: Was dem Gärtner verwehrt bleibt, muss der Sammler ausgleichen.


08.06.2019

Das eigentlich Interessante am Höhenflug der Grünen ist nicht der Höhenflug der Grünen selbst. Wirklich bedeutend ist, dass es sich dabei um ein SYMPTOM für tiefgreifenden Wandel im Denken großer Teile der Bevölkerung handelt. Wir erleben eine Art Paradigmenwechsel, der für die ökologischen Probleme die ihnen gebührende Stellung auf der politischen Agenda einfordert (dies durchaus auch innerhalb der Anhängerschaft der anderen Parteien). Die neue Prioritätensetzung vereint das über Jahrzehnte angewachsene ökologische (Minderheiten-)Bewusstsein mit aktuellem Umdenken in vielen Bereichen der Mehrheitsgesellschaft, vereint beides mit dem von Kindern und Enkeln massiv aufgebauten Verantwortungsdruck – für Klima, Natur, Arten und eine sozial gerechte Gesellschaft.

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Vorhin (Samstagmorgen) mal die Nase vor die Tür gestreckt. Jetzt habe ich soooo viiiiiel Lust auf Open-air-Kultur am Abend. Klammheimlich bin ich ein ganz kleines bisschen froh, dass meine RockamRing-Jahre vorbei sind, zurückliegen in einer Zeit, da die Hälfte der heutigen Besucher noch gar nicht geboren war. Gleichwohl Mädels und Jungs, Veteraninnen und Veteranen, die ihr droben in der Eifel rockt, tanzt, feiert, liebt, friert, durchgepustet und nass werdet: Habt Freude reichlich! (Tip für die RaR-Fans daheim: Zusammenschnitt/Übertragung auf 3sat ab 20.15 Uhr)

Mir steht stattdessen kritikerdienstlich heute ein Shakespear'scher "Sommernachtstraum" bevor. Nein, nicht die britische 2016er-Verfilmung im Fernsehen (18.45 Uhr auf ONE), sondern als Open-air-Theater auf dem Ruinengelände der Koblenzer Feste Franz. Für den Besuch der Gemeinschaftsproduktion von Theater Koblenz und LaProfth ist dann wohl Kampfmontur angesagt: dicke Socken, zweiter Pullover, mein knöchellanger Regenponcho und Wärmekissen fürs Popöchen.

Hinter vorgehaltener Hand mal ehrlich gesprochen: Ich habe sie noch nie verstanden, diese Vorliebe so vieler Leute, selbst hohe Theaterkunst und klassische Musik partout unter freiem Himmel erleben zu wollen. Meist ist die Akustik und sind die Aufführungsbedingungen schlechter als in jedem Theater und Konzertsaal, sitz man unbequemer, wird angelegentlich nass oder friert oder muss sich vor Blitz, Donner, Sturm in Sicherheit bringen; anderntags drohen Sonnenstich und Hitzschlag; die lärmende Außenwelt der Zivilisation spielt oft mit, ebenso manches Getier vom bellenden Hund und trällernden Vögelchen bis hin zu Einzelkämpfern oder Schwadronen der summenden und stechenden Art. Aber ach, ja ich weiß, das "wunderbare Ambiente" .... Nun denn, wenn ihr meint.


07.06.2019

Manchmal kommt man ja so ins Sinnieren: Was hast du eigentlich geschafft in deinem Leben? Oder: Hast du irgendwas Bleibendes geschaffen? Ich bilanziere, ganz grob: Während meines schreiberischen Berufslebens flossen mir alljährlich 100 bis 150 verschieden umfängliche Texte zu kulturellen und gesellschaftspolitischen Themen aus der Feder. In den letzten Jahren einige weniger, davor etlich mehr. Macht in 32 Berufsjahren knapp 4000 Berichte, Analysen, Essays, Kommentare, Kritiken, Glossen, Vorträge etc.

Was hast du damit bewirkt? Keine Ahnung, es lässt sich nicht(s) messen. Was wird davon bleiben? Außer elektronischen Archivbeständen bei diversen Medien, auf die vielleicht noch ein paar Jahre nach meinem Ableben gelegentliche Google-Suchen stoßen: wahrscheinlich Nichts. So viel vergebliche Liebesmüh‘ muss doch frustrierend sein? Nö. Denn wie der Sinn des Lebens darin besteht, zu leben, so die Lebensaufgabe des Schreibers darin, zu schreiben. Wenn hie und da das eine oder andere Schreibergebnis für diesen oder jenen Leser ein Moment der Freude, der Erhellung, des Denkanstoßes mit sich brachte/bringt, so war/ist die Mühe nicht für die Katz.


06.06.2019

Es wird in jüngerer Zeit von Klimawandelleugnern oder -verharmlosern eine neue Argumentation ins Gefecht geführt: Die einen effektiven Klimaschutz fordernden Leute würden Naturschutz und Klimaschutz miteinander verwechseln. Das aber wären zwei ganz verschiedene Paar Stiefel.

Dazu eine kurze Anmerkung (freier Lesetext)neue Argumentation


05.06.2019

Doch, ja, das geht mir auch an meiner eigenen Zunft gehörig auf den Wecker: Zu viele journalistische Kollegen/innen und Redaktionen, die nun wie besessen bloß noch das Köpfe-Wechsel-Spiel betreiben - und das irrtümlich für politischen Journalismus halten. Wer führt nun die SPD, der, die oder das? Was macht AKK demnächst? Wird Habeck Kanzler oder Baerbock? So enge Horizonte, ach herrje. *genervt*

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Wir haben derzeit in der Republik die hochinteressante Situation, dass unter Mitgliedern und Anhängern fast aller Parteien das Bedürfnis nach INHALTLICHER, STRUKTURELLER, PERSPEKTIVISCHER (Neu)Orientierung enorm stark ist. Vor allem das völlig unerwartete plötzliche Auftauchen einer sich auf ungewohnte Weise vehement in die Politik einmischenden Jugendgeneration schüttelt die althergebrachten parteipolitischen wie teils auch medialen Verhältnisse, Gewohnheiten, Blickwinkel gehörig durch. Zugleich (und größtenteils deshalb) befinden sich in der Parteienlandschaft fast alle Personalien im Schwebe-/Interimszustand.

Das eigentlich Spannende daran ist: Politische Entwicklungen entscheiden sich in der jetzigen Phase nicht in den Parlamenten, auch nicht in den Führungsgremien der Parteien und erst recht nicht beim Köpfe-Wechsel-Spiel, sondern "unten", an den Parteibasen und den sich gerade gravierend wandelnden Prioritätensetzungen im öffentlichen Bewusstsein. Dieser Wandel lässt die alte politische Garde teils in Schockstarre, teils in Panik, teils in Frustration, teils in wildes (und dummes) Umsichschlagen verfallen.

Journalisten hätten außer über das Köpfe-Spiel nichts zu berichten, weil nichts passiert, heißt es? Pardon, sehe ich anders. So viel grundstürzende Bewegung wie jetzt eben, war lange nicht. Allerdings findet sie halt nicht an den Orten und in den Formen statt, an die manche Kollegen/innen gewöhnt und auf die sie seit ewigen Zeiten fixiert sind.


04.06.2019

Im Frühjahr 2019 haSinnieren: Was hast du eigentlich geschafft in deinem Leben?be ich den Vortrag "Heimat - Sehnsuchtsraum und Kampfbegriff" in mehreren Orten des nördlichen Rheinland-Pfalz gehalten. Es stehen  nun zwar noch Gesprächsveranstaltungen zu diesem Thema auf meinem Plan, aber für den Vortrag selbst liegt kein weiteres Engagement vor. Weshalb ich mich entschlossen habe, die letzte Manuskriptfassung des 50-minütigen Referats den interessierten Zeitgenossen hier zugänglich zu machen.  Wie immer bei meinen Vorträgen gingen die mündlichen Ausführungen in Teilen darüber hinaus. Aber alles, was in (unkorrigierter Form) geschrieben steht, wurde auch gesagt.

Zum Vortragsmanuskript hier (freier Lesetext)

30.05.2019

Einigen wegen der Wahlresultate in den Ost-Bundesländern fast bis zur Hysterie aufgeregten Zeitgenossen da draußen würde ich gerne zurufen: Kinners bleibt auf dem Teppich! Die General-Aburteilung dieser Landesteile als "Dunkeldeutschland" oder "Rechtsdeutschland" ist ziemlich daneben. Auch wenn die relativ hohen AfD-Ergebnisse dort kein Spaß sind, so haben in Brandenburg doch 80% der Wahlbeteiligten NICHT AfD gewählt und selbst in Sachsen waren es noch 75%. Der deutsche Osten ist also alles andere als "verloren".


29.05.2019

Zwei Zitate und ein Wahlergebnis nahm ich heute in der Frühstückszeitung mit besonderem Interesse zur Kenntnis. An drei ganz verschiedenen Stellen gefunden, ergeben sie zusammengenommen m.E. doch exemplarisch einen ausgezeichneten Befund der derzeitigen (politischen) Lage.

1. Zitat UN-Generalsekretär Guterres gestern auf dem NGO-Gipfel in Wien, das die ganze Malaise bisheriger Klimapolitik auf den Punkt bringt: "Wir machen zu wenig von dem Vereinbarten, von dem wir schon jetzt wissen, das es überhaupt nicht ausreichen wird."

2.Die Antwort darauf geben für die junge Generation die Schüler der Klassen 9 bis 12 am Musikgymnasium Montabaur mit ihrer "Testwahl" parallel zur EU-Wahl. Ergebnis: 55,7 % für die Grünen, 10,7 % FDP, 7,4% SPD, 6,7% DIE PARTEI, je 3,6% CDU und Tierschutzpartei, je 2,0% Linke und FW, 0% (!) AfD.

3. Was die britische Zeitung "The Guardian" über das EU-Wahlergebnis auf den Inseln schreibt, skizziert (jenseits der Farage-Hysterie) das Verhältnis zwischen altem Nationalismus und moderner Weltoffenheit. Zitat: "Es stimmten mehr Wähler für Parteien, die sich für einen Verbleib in Europa aussprechen, als für jene, die sich für einen Austritt starkmachen."

Darauf kann sich nun jeder selbst einen Reim machen. Ich darf mich für ein verlängertes Wochenende in Garten, Wald und Flur verabschieden und allseits angenehme Vater- und sonstige Tage wünschen.


28.05.2019

Mal ein Blick auf den hundsgewöhnlichen Irrsinn. Neulich las ich, es stünde uns zeitnah ein Generalangriff auf Volksgesundheit und Gesundheitswesen bevor - in Form einer regelrechten Springflut von deutschlandweit alsbald 20 Millionen Diabetes-Neuerkrankungen. Hauptursache: Zu wenig Bewegung und überzuckerte Ernährung. Nun lässt sich feststellen, dass zeitgleich einer der am stärksten forcierten Wachstumsmärkte jene Gerätschaften sind, die auch noch das letzte bisschen Bewegung aus dem privaten Lebensumfeld vertreiben sollen: Robotstaubsauger, Robotrasenmäher, ferngesteuerte Rolladenöffner, ganz neu: Robotfensterputzer. E-Scooter für "die letzte Meile" etc.pp. Mir kommt das ziemlich bekloppt vor. Völlig abstrus mutet schließlich an, dass wiederum zeitgleich der Markt für Sportivgeräte und -dienstleistungen ebenfalls auf nie erreichte Höhen gepuscht wird. Rätsel über Rätsel in der Menschenwelt.


27.05.2019

„Aha, die Nationalisten kriegen Prügel“, freut sich Walter, als er die Überschrift "Strodumm, aber brandgefährlich" meiner jüngsten Quergedanken-Kolumne sieht. Ich winke ab: „Nö. Das tät zwar aktuell passen, aber ich hab‘s diesmal mit der Zukunft. Und da spielt die Bagage der Umvolkungs-Krakeeler keine Rolle.“ Jetzt glotzt der Freund, japst nur noch „häh?“. Etlichen Lesern*innen mag es ähnlich ergehen angesichts der Renaissance, die die Nationalreaktionäre seit ein paar Jahren in vielen Ländern erleben.... Der weitere Text erhellt die Sache etwas - um dann bei jener Strohdummheit zu landen, die sich hinter dem Kürzel KI verbirgt.

Quergedanken Nr. 171 hier (freier Lesetext) 

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An Wahlergebnissen und Wählerforschung interessiert mich seit jeher in erster Linie, was sie eventuell über Entwicklungen der großen Meinungs- und Haltungsströme in der Bevölkerung verraten. Bei einem ersten Blick auf das gestern und am heutigen morgen Vorgestellte zur Europawahl ergeben sich u.a. diese ersten Anhaltspunkte:

Meine kurzen Anmerkungen (freier Lesetext)


26.05.2019

Um es gleich zu sagen: Mein Urteil über das am Wochenende uraufgeführte Theaterprojekt „House of Horror“ am Schauspiel Bonn fällt sehr zwiespältig aus. Was Christine Lang und Volker Lösch da projektiert, dokumentiert, geschrieben, inszeniert haben, ist geradezu ein Aufruf zur feministischen Revolution. Diese richtet sich nicht zuletzt gegen die Dominanz des Patriarchats in der Theaterwelt von einst bis noch immer. Doch wie das so gehen kann, wenn die Kunst sich als Speerspitze politischer Bewegung geriert: Die losgelassenen Pferde stürmen bisweilen gar zu wild durchs Gelände.

Meine Premierenkritik (3900 Anschläge, RZ-Text)

 


25.05.2019

Nun denn: Morgen also Wahlsonntag. Wer nicht schon daheim gekreuzelt hat, der/die darf, soll, muss einen Spaziergang ins Wahllokal machen. Unsereiner wird dort eine wahre Papierschlacht zu schlagen haben. Denn für Rheinland-Pfälzer gilt es, über gleich vier Parlamente zu befinden: EU, Kreis, Verbandsgemeinde, Kommune. Da passt es gut, dass unser Lokal hier auf dem Dorf ein echtes ist, und man nachher am Tresen wieder Kraft "tanken" kann. Mal hoffen, dass, und schauen, ob die Wähler in Deutschland einen ordentlichen Teil beitragen können, das Ergebnis der nationalreaktionären Demokratiefeinde in Grenzen zu halten. Glück auf! Lasst uns wählen gehen, aber gewiss kein braunes Gesocks.

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Es entsteht nun gewaltiger Druck im deutschen Politkessel: Rund 300.000 Teilnehmer deutschlandweit gestern bei Aktionen von Fridays for Future PLUS das Phänomen Rezo PLUS der Aufruf von 70 Internet-"Influenzern" mit Millionen jungen Followern, nicht für die Groko-Parteien und sowieso nicht für die AFD zu stimmen. Überraschung: Die Generation der heutigen Teens und Twens mischt plötzlich zuhauf laut im Politgeschehen mit - und die Karten also auf noch gar nicht absehbare Weise neu.


24.05.2019

Und da hat's "rumms" gemacht. Entgegen vieler Unkenrufe zeigt die Bewegung Fridays for Future am heutigen 2. internationalen Aktionstag (24. Mai) jedenfalls in Deutschland keinerlei Ermüdungserscheinungen. Die Teilnehmerzahlen sind überwiegend hoch, teils sehr hoch. Erfreulich: In vielen Städten haben sich Studierende und Erwachsene eingereiht. Der schnelle Rundblick im Netz hat zu folgenden Funden geführt:

Mit Teilnehmerzahlen: Hamburg (20.000), Köln (12.000), Freiburg (11.000), Berlin (15.000), Hannover (10.000+), Münster (7.000+), Düsseldorf (6.000+), Karlsruhe (5.000), Bonn (5.000), Frankfurt/M. (5.000), Bremen (6.000), Bermerhaven (1.300), München (3.500+), Regensburg (1.000+), Stuttgart (2.500), Mainz (1.400), Koblenz (500+), Bad Kreuznach (300+), Saarbrücken (1.400+), Hamm (1.000+), Kaiserslautern (900), Zweibrücken (350), Fulda (350), Rostock ("hunderte"), Chemnitz ("hunderte"), Greifswald (300) .....

Aktionen bis dato ohne Angabe von Teilnehmerzahlen: Trier, Koblenz, Bad Kreuznach, Bingen, Speyer, Ludwigshafen, Worms, Stralsund, Usedom, Schwerin, Dresden, Leipzig, Bautzen, Freiberg, Annaberg-Buchholz, Plauen, Herrenberg, Coburg, Xanten, Bamberg .... > nebenan: Wien, Zürich, Brüssel, Straßburg, Luxemburg Stadt ....

Meldung am Abend: Deutschlandweit haben sich rund 300 000 Menschen an den FfF-Aktionen dieses Tages beteiligt.

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Die nachfolgenden Bemerkung beziehen sich auf ein paar Strömungen am äußersten linken Rand des politischen Spektrums (ist mithin zur allgemeinen Diksussion eher ungeeignet).

Schlimm ist, dass einige Zeitgenossen noch immer partout nicht begreifen WOLLEN, was längst erlebbarer und wissenschaftlicher Goldstandard ist: Der menschengemachte Klimawandel läuft. Am schlimmsten aber ist es derzeit, wenn gerade Leute, die von sich meinen, in marxistischer Tradition zu stehen, in völliger Abkehr von der Untersuchungsmethodik des historischen Materialismus die jüngeren objektiven Bedingungen für die Gesellschaftsentwicklung mit der banalen Ignoranz kleinbürgerlicher Stammtische einfach abtun....

Link zum ganzen Artikel (freier Lesetext, 2400 Anschläge)


22.05.2019

Es mag zwei Jahrzehnte her sein, dass Robert Musils Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ von 1906 am Staatstheater Wiesbaden als Bühnenbearbeitung gezeigt wurde. Das Stück spielte damals im nachgebauten Waschraum eines Jungeninternats. Es war inszenatorisch auf die zwar extrem verkürzte, aber eine die Kernthematik des Romans wiedergebende realistische Darstellungsart konzentriert. Am Staatstheater Mainz verlegt nun Regisseurin Lucia Bihler das Geschehen in einen düsteren Wald, verwandelt Musils Internatsbuben in Vampire und lässt sie obendrein allesamt von Frauen spielen. Dieser Zugriff wirft eine Menge Fragen auf.

Meine Kritik (RZ-Text, 3900 Anschläge)


21.05.2019

Seit einiger Zeit nehme ich eine neue Hosenmode in der Damenwelt wahr, der mein Auge mit gebührendem Anstand, aber beträchtlichem Wohlgefallen folgt. Ich nenne die Modelle dieses Trends "Hochwasserhose", weil: Unten enden sie oberhalb des Knöchels; dafür ziehen sie sich am anderen Ende hoch hinauf bis zum Bauchnabel oder noch darüber.

Launige Anmerkung dazu (Freier Lesetext, 2000 Anschläge)

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Einer der angenehmsten Aspekte von Kulturfestivals nahebei ist: Sie bringen einem häufig Ensembles und Produktionen aus der großen Kunstwelt vor die Haustür, die zu erleben man ansonsten sehr weit reisen müsste. Im Tanzfach fiel unsere Wahl beim Programm der diesjährigen Maifestspiele Wiesbaden auf den Gastspielabend der Eastman-Compagnie aus Antwerpen mit dem Stück „Puz/zle“ vom flämisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui.

Meine Besprechung des Gastspiels (RZ-Text, 3000 Anschläge)


20.05.2019

Mit einem orientalischen Abend endete jetzt die Saison 2018/2019 der Anrechtskonzerte beim Musik-Institut Koblenz. Im Zentrum stand mit dem Violinkonzert "1001 Nights in the Harem" des 1970 geborenen Türken Fazil Say ein zeitgenössisches Werk, von Rheinischer Philharmonie unter Garry Walker zusammen mit den Gästen Niklas Liepe (Violine) und dem türkischen Percussionisten Aykut Köselerli richtig gut umgesetzt. Das i-Tüpfelchen zum Spielzeitende setzte Rimski-Korsakows "Scheherazade" mit bestechenden Sololeistungen mehrerer Orchestermitglieder sowie einer Gesamtleistung, die das Orchester als in fabelhafter Präzision pulsenden, zugleich kreativ und enthusiastisch interpretierenden Klangkörper auswies.

Meine Konzertbesprechung
(3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Mal was anderes, nur so am unwichtigen Rand. Zugegeben: Ich war nie ein großer Freund dieses ESC-Zirkus', habe aber alle Jahre mit halbem Ohr hineingehört - um quasi berufspflichtgemäß mitzukriegen, was sich da tut im aufgemotzten Grenzland zwischen verpopter Folklore, einfachster Schlagerei und verzuckersüßtem Rock. Im Laufe des zurückliegenden Jahrzehnts hatte sich bei mir allmählich das Urteil verfestigt, der ESC sei die weltgrößte Veranstaltung für schlechte Musik. An diesem Wochenende aber kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus: Einen derart hohen Anteil von Mitwirkenden, die nur sehr mäßig oder gar nicht singen können sowie von Kompositionen schier unterirdischer Qualität war nach meinem Dafürhalten bei diesem Glitterevent noch nie zu erleben.


18.05.2019

Es ist lang her, dass Deutschland seinem weltweit bekanntesten Dichter und Dramatiker zuletzt eine große Ausstellung widmete. Das war 1994 in Frankfurt, der Vaterstadt des Johann Wolfgang von Goethe. Im seither vergangenen Vierteljahrhundert hat sich die Welt teils grundlegend verändert. Damit ändert sich auch das Verhältnis zu Goethe, sind Fragestellungen an sein Werden, Wirken, Nachwirken andere geworden. Höchste Zeit, dachten sich Stiftung Weimarer Klassik und Bundeskunsthalle Bonn, ihm mal wieder umfassend sowie aus manch neuem Blickwinkel näherzutreten. Das Ergebnis trägt den Titel "Goethe. Verwandlung der Welt". Die am Wochenende eröffnete Ausstellung in Bonn ist ein Hammer. Anschauen, unbedingt!

Meine Ausstellungbesprechung (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Eben zurück von der guten und wichtigen Koblenzer Demo "Für Klimaschutz! Für soziale Gerechtigkeit! Für Demokratie!" Gut, weil erfreuliche Teilnehmerzahl: zu Anfang 1000+, auf dem letzten Wegstück um 1500 (meine vorsichtige Schätzung). Wichtig, weil hier heute wie in 7 deutschen Städten und weiteren 10 im EU-Raum Umweltorganisationen inklusive Schülerbewegung Fridays for Future, Sozialverbände und Gewerkschaften den Schulterschluss gesucht haben. Insofern sind diese Demos ein wichtiger Impuls dafür, dass zusammenwächst, was im Hinblick auf die Gestaltung der nahen und ferneren Zukunft zusammengehört: Der Kampf um eine ökologische Wende, das Ringen um eine soziale Wende sowie die Verteidigung von Demokratie/offener Gesellschaft gegen Nationalismus, Rassismus, Autoritarismus.

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Mein Eindruck vom Strache-Video: Da hockt eine Bagage von Mafiosi beisammen, die hemdsärmelig und kaltschnäuzig mal eben auspaldowert, wie sie den Staat über den Löffel barbieren, das Volk betrügen, die Presse einsacken, sich selbst mächtiger und dabei die Taschen voll machen kann.


17.05.2019

Ruhe – dieses so wichtige, heute indes selten werdende Lebenselixier spielt im Landesmuseum Mainz derzeit eine große Rolle. Nicht allein, weil es in Museen ohnehin meist weniger turbulent zugeht als in der Außenwelt. Die aktuelle Ausstellung „Emy Roeder – Das Kosmische allen Seins“ verbreitet per se Ruhe. Mehr noch: Fast jedes Exponat hat das Potenzial, aufmerksame Betrachter in einen Zustand sinnender Kontemplation zu versetzen.

Meine Ausstellungsbesprechung (4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


16.05.2019

Hallo Leute in Koblenz und drumrum. Wer meinen Vortrag "Heimat - Sehnsuchtsraum, Kampfbegriff, Utopie" hören will, hat diesen Freitag (17. Mai) dazu in Koblenz Gelegenheit. Dort werde ich ihn im Rahmen der Veranstaltung "Speakers Corner zu Heimat und Europa" des Weiterbildungsinstituts ISSO von 17 bis 18 Uhr halten. Die Veranstaltung im Lichthof des Dreikönigshauses in der Kornpfortstraße 15 (ehemalige Stadtbücherei) ist öffentlich und eintrittsfrei.

Mehr zur insgesamt von 16 bis 20 Uhr bespielten Speakers Corner > hier  und zu ISSO > da


15.05.2019

Jesses, was eine Aufregung über das EUGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung. Dabei hat das Gericht eigentlich nur das Selbstverständlichste vom Selbstverständlichen unterstrichen. Ein Unternehmer kauft ja nicht den ganzen Arbeiter und dessen gesamtes Leben, denn das wäre eine Form von Leibeigenschaft oder Sklaverei. Vielmehr schließen Unternehmer und Arbeitnehmer einen Kontrakt über die Nutzung der Arbeitskraft innerhalb definierter Zeitfenster. Wie soll dieser Kontrakt ordentlich eingehalten werden, wenn die vom Arbeiter verausgabte Arbeitszeit nicht ordentlich festgehalten wird? Arbeitszeit ist zu bezahlen und Mehrarbeit durch mehr Geld und/oder Freizeit auszugleichen. Fertig.

Mag sein, dass die Unternehmenskultur in einigen Bereichen sich inzwischen von diesem Grundsatz verabschiedet hat. Umso nötiger ist die Besinnung darauf. Ob daraus ein "bürokratisches Monster" wird, hat nichts mit dem legitimen Grundsatz zu tun, sondern hängt wesentlich davon ab, was der Politik an Umsetzungsregular und Ausnahmengeflecht einfällt. Eine praktikable Realisierung sollte im Zeitalter von Smartphone und Apps indes nicht schwieriger sein als vor 100 oder noch vor 25 Jahren der Umgang mit Stechuhren in der Industrie und Taglohnzetteln selbst im ehrwürdigsten Handwerk.


13.05.2019

Nach der Lektüre eines langen Textes über jüngere Forschungserkenntnisse der Neurowissenschaft verschalten sich meine Synapsen unaufgefordert zu diesem Spontangedanken: Die Individuen betrachtet, ist der Homo sapiens ein faszinierendes Wunderwerk; als Spezies aber ist er eine Katastrophe.

Nachtrag: Dazu passt eine eben aufgetauchte Meldung des amerikanischen Infodienstes Science Alert, wonach Wissenschaftler am 10. Mai auf Hawai den mit 415 ppm höchsten je gemessenen Wert atmosphärischer CO2-Konzentration festgestellt hätten. Ein Wert, wie es ihn in den letzten drei Millionen nicht mehr gegeben haben soll. Warten wir ab, ob sich die Messung bestätigt.


12.05.2019

Den einen gefällt es, andere verdrießt es oder bringt sie gar in Rage, doch ändern lässt es sich nicht: Die Internationalisierung und Multikulturalisierung der Gesellschaften weltweit ist heute und in kommenden Zeiten eine unabwendbare Haupttendenz der menschlichen Zivilisationsentwicklung. Zu diesem Ergebnis muss kommen, wer einen Moment mit unverstelltem Sinn über den Tellerrand der Adhoc-Dispute hinausschaut. Dort ist zu erkennen, dass schon jetzt kein Land auf Erden sich dieser Entwicklung mehr entziehen kann. Ökonomische Weltverflechtungen, globale Vernetzung von Forschung und Lehre, planetenweiter Info-, Wissens-, Kulturtransfer durch das Internet sowie wetlumspannende Bewegungsströme von Arbeitskräften, Fachleuten, Wissenschaftlern, Studierenden und Touristen: Selbst wenn es keine Flüchtlinge und keine Armutsmigration gäbe, bliebe der Weg in Richtung Globalgesellschaft unumkehrbar - zumal auch alle großen Gegenwarts- und Zukunftsprobleme globalen Charakter haben und globaler Lösungen bedürfen.


10.05.2019

Nach den lauthalsen Empörungswellen gegen Fridays for Future, gegen Wohnungsnot-Demonstranten und gegen Kühnert, melden sich nun die besonnenen und weitsichtigeren bürgerlichen Stimmen zu Wort. Erst das Handelsblatt, dann der Spiegel u.a., jetzt auch der Politikchef der "Zeit" konstatieren: Nicht Protest und Alternativsuche sind das Problem, sondern unentschlossenes bis selbstgerechtes Verharren in Verhältnissen, die eigentlich mit beherztem Zupacken rasch verändert werden müssten.

Lesempfehlungen: Bernd Ulrichs Kommentar in der aktuellen "Zeit" und der Kommentar zum Thema aus dem Handelsblatt

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Das Verrückte an der Normalität ist: Es gibt unter 80 Millionen Menschen in Deutschland, 500 Millionen in Europa, 8 Millarden auf Erden nichts, was es nicht gibt. Für jede Art Fehlverhalten, jeden Irrsinn, jede Perversion finden sich irgendwo konkrete Fälle. Babymörder, Elternmörder, Kinderschänder, Kannibalen, Sadisten, Pyromanen, Kleptomanen .... Das war seit jeher so. Dereinst erzählten Moritatensänger auf den Marktplätzen - oft gruselig ausgeschmückt - davon. Heute machen das Boulevardpresse und in je hunderttausendfacher Vervielfältigung das Internet. Weshalb der Eindruck entsteht, das Verrückte lauere an jeder Ecke. In Wahrheit jedoch sind solche "Fälle" für allgemeine oder verallgemeinernde Schlüsse völlig ungeeignet.


09.05.2019

Der derzeit allfällige Disput um die künftig zu bevorzugende Antriebsart von Autos ist kein wirklicher Beitrag zur Lösung des globalen Problemfalls "Automobil".

Dazu eine kurze Anmerkung hier (freier Lesetext)


05.05.2019

Die Hauptausgabe des mittelrheinischen Monatsmagazins "Kulturinfo" macht jetzt in ihrer Mai-Nummer mit einem halbseitigen Artikel aufmerksam auf mein unlängst erschienenes Buch "Aus Liebe zur Musik. Das Musik-Institut Koblenz im Lauf der Zeiten 1808 bis 2018". Hier der ganze Artikel über die 225 Seiten starke, reich bebilderte, als Hardcover im Schmuckschuber herausgegebene Publikation. 

Link zur Buchvorstellung (freier Lesetext)

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Der Irrsinn des Tages: Eine Kölner Studentin erzählte mir gerade, dass sie in den nächsten Ferien mit Freunden für ein paar Tage Rom besuchen wolle, die "ewige Stadt" kennenlernen. Jetzt hat sie festgestellt: Einen Flug nach Rom bekäme sie für 80 Euro, eine Bahnfahrt würde mehr als 300 Euro kosten. Da die jungen Leute aus Umweltgründen aber partout nicht fliegen wollen, nehmen sie jetzt den Bus. Die Fahrt damit kostet ebenfalls um 80 Euro, die Reisezeit beträgt allerdings 24 Stunden. Dass eine innereuropäische Bahnfahrt fast viermal so viel kostet wie ein innereuropäischer Flug, dieser schier unfassbare Schwachsinn, werte Damen und Herren von der Politik, muss aufhören!


04.05.2019

Beim traulich versonnenen Samstagsfrühstück gehen mir Gedanken über ein wunderliches, aber oft erlebtes Alltagsphänomen durch den Kopf: Sehr viele Frauen scheinen einen 7. oder 8. Sinn zu haben, der bei Männern kaum oder vielleicht gar nicht anzutreffen ist. "Woher weiß sie es?" frage ich mich häufig, wenn ich einer meiner Liebslingsbeschäftigungen draußen in der Welt nachgehe - dem dezenten, unaufdringlichen Menschenbetrachten, meist über eine ordentliche Anstandsdistanz hinweg. Wie oft ist dann zu erleben, dass die betrachtete Frau sich plötzlich umwendet, auf- und herschaut, durch Blick ihr Wissen/Spüren darüber erkennen lässt, dass du gerade hingeschaut hast. Ist das bloß Zufall? Kann das Einbildung meinerseits sein? Oder spüren die Damen das interessierte bis wohlgefällige Schauen tatsächlich? Ach, was ein irritierendes, aber schönes Rätsel.


03.05.2019

Schnellrundblick stattgefundene Aktionen der Schülerbewegung Fridays for Future am 3. Mai 2019 (Googel-Fundstellen):

Westerwaldstädtchen Montabaur (erstmals dabei, um 100 Teilnehmer nach meiner Zählung), Mainz (500+), Hannover (2000), Essen (1300), Gießen (700), Regensburg (700), Frankfurt/Oder (erstmals dabei, 200), Villingen-Schwenningen (200), Berlin ("mehrere hundert"), Grafing (erstmals dabei, "mehrere hundert"), Wasserburg (erstmals dabei, 100), Höxter (erstmals dabei, 100), Esslingen (100+), Bad Belzig (50+).Aktionsorte ohne Angabe von Teilnehmerzahlen: Bendiktbeueren, Weimar, Marburg, Frankfurt/M., Stuttgart, Tübingen, Dresden, Leipzig, Weimar, Ahaus ... . In Österreich: Salzburg, Linz, Gmunden.

!!! Für den 24. Mai ist wieder ein weltweiter Aktionstag ausgerufen. Der erste dieser Art fand am 15. März statt mit 1,8 Millionen Teilnehmern.

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Ein bisschen Satire muss sein. Vor dem Hintergrund des Kühnert-Disputs wirft mir mein Gehirn - in Anlehnung an einen Slogan von Klaus Staeck aus dem jahr 1972 - ungefragt und augenzwinkernd diesen Satz zu: "Deutsche Hartz IV-Empfänger, Rentner, Arbeiter, Kleinbürger - Kühnert und Habeck wollen euch eure Villen im Tessin, eure Wohnanlagen in Berlin und eure Steueroasen rund um die Welt wegnehmen!"


02.05.2019

Wär's nicht so ein trauriges Exempel für den Zustand der Diskurskultur im Land, man könnte lauthals lachen. Ein Juso-Vorsitzender tut endlich mal wieder, wozu Jusos eigentlich da sind: Nachdenken über andere Möglichkeiten der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung. Sogleich aber schreit es aus allen Ecken "Steiniget ihn!" - so als habe Kühnert gefordert, das Trinkwasser mit Pest-Bakterien zu impfen. Nun sind allerdings etliche seiner Überlegungen gar nicht neu, sondern waren schon mal im Ahlener Programm der CDU von 1947 angelegt. Damals stand die Welt vor derart tiefgreifenden Veränderungen, dass selbst Union-Politiker (kurzzeitig) mutige Alternativen zu denken wagten. Nach 30 Jahren neoliberaler Dominanz steht die Welt heute vor noch tiefgreifenderen Veränderungen. Da sollte man eigentlich froh sein, dass auch die SPD mal wieder jemanden hervorgebracht hat, der Diskussionen anstößt, die über den Tellerrand des "Immer weiter so" hinausweisen. Bin ich für oder gegen Kühnerts Ideen? Weiß ich noch nicht - das Geschrei lässt einem ja nicht mal Zeit und Ruhe darüber zu reflektieren und zu sprechen.


01.05.2019

Sie werden durch ständige Wiederholung weder klüger noch schlüssiger: die selbstgerecht moralisierenden, überheblichen, spöttelnden, vorurteilsbehafteten bis teils hasserfüllten Anwürfe gegen und Forderungen an die in unserer Welt sozialisierten Kinder und Jugendlichen der Bewegung Fridays for Future (FFF). Nur mal so, zum überdenken: Darf ich nicht mehr gegen die Gefahren industrieller Überzuckerung unserer Lebensmittel argumentieren, weil ich neulich einen Schokohasen verspeiste? ...

Mein Kurzkommentar zum Thema (freier Lesetext)

 

30.04.2019

Von welcher Warte aus soll man die jüngste Schauspielproduktion am Theater Koblenz beurteilen? „Maß für Maß“ heißt das Stück, das dort jetzt „uraufgeführt“ wurde; geschrieben von Stefan Wipplinger, sagen wir: in Anlehnung an Shakespeares gleichnamigen Klassiker. Ist das als eine von vielen aktualisierenden Shakespeare-Bearbeitungen zu bewerten? Oder ist es ein neues Stück, das sich auch etlicher Shakespeare-Elemente bedient? Eines ist der Abend allemal: geharnischte politische Stellungnahme dieses Theaters gegen Rechtspopulismus, Deliberalisierung der Gesellschaft und schleichende Enthumanisierung eigentlich demokratischer Staaten.

Meine Premierenbesprechung (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


29.04.2019

Ein fünf Stunden dauernder Schauspielabend - das war nun auch mein Rekord in 30 Jahren als Theaterkritiker. Erfreulicherweise darf vermeldet werden: Jan-Christoph Gockels Theatralisierung von Vladimir Sorokins Romantrilogie „Ljod – Das Eis“, „Bro“ und „23.000“ im Kleinen Haus des Mainzer Staatstheaters wurde mir an kaum einer Stelle lang und schon gar nicht langweilig.

Meine Premierenbesprechung (4400 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


28.04.2019

Es geht die Nachricht um, die Groko stünde kurz vor einer Eingung über die Einführung einer CO2-Abgabe. Gegen eine politische Steuerungsmaßnahme mit dem Ziel der CO2-Reduktion ist im Grunde nichts einzuwenden. Die klimapolitische Ernsthaftigkeit des Ergebnisses wird indes daran zu bemessen sein, welche Art sozialen Ausgleichsmechanismus sie enthält. Einfach nur Erhöhung der Gesamtabgabenlast für alle wäre keine Klimapolitik, sondern Abzocke. Ich plädiere als Ausgleichsmechanismus für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel und Waren des täglichen Hausbedarfs. Warum? Weil die weniger wohlhabenden und ärmeren Bevölkerungsschichten dafür einen sehr großen Anteil ihres Einkommens ausgeben müssen, von einer MwSt-Senkung also den meisten Nutzen hätten.


27.04.2019

Obwohl in den meisten Bundesländern am Freitag (26.4.) noch Ferien waren, liefen auch dort die Schülerdemos Fridays for Future weiter. In manchen Städten waren sie größer als sonst, in anderen etwas kleiner. Beim schnellen Netzrundblick stieß ich für Aktionen am gestrigen Freitag auf diese Angaben (Zufallsauswahl): Bremen (2500), Münster (2000), Lübeck (450), Weyhe/Kreis Diepholz (500), Oldenburg ("mehrere Hundert"), Hildesheim (500), Bad Tölz (150), Jena (500+), Eichstätt (500), Neunkirch (100+), Bonn (700), Düsseldorf (500), Filderstadt (erstmals dabei, 80), Stuttgart ("mehrere Hundert"), Konstanz (200). Aktionen ohne Angaben zur Teilnehmerzahl: Bielefeld, Paderborn, Berlin, Oldesloe, Templin, Frankfurt, Köln, Aachen, Dortmund; Wien, Zürich....


26.04.2019

Nach einigen Tagen Osterurlaub bin ich wieder hier in meinem Revier. Derweil im Westerwald noch alle auf die von den Wetterfröschen versprochene "Regenfront" warten, bislang aber nur ein bisschen Getröppel angekommen ist, wird es Zeit für meine Monatskolumne "Quergedanken". Die Folge 170 handelt u.a. von den Wahlen, die für 26. Mai ins Haus stehen. Hier in Rheinland-Pfalz wird der Wahlgang eine schier arbeitsreiche Sache, weil sich zur Europawahl obendrein diverse Akte Kommunalwahl gesellen. Und in Koblenz wird eine Woche vorher auch noch demonstriert - unter dem Motto: "Zukunft! Für unser Klima, für Demokratie, für sozoale Gerechtigkeit. Gegen das Nichtstun der Politik!"

Quergedanken Nr. 170: Demonstrieren UND Wählen? Passt! (freier Lesetext)


16.04.2019

Das Theater Koblenz hat mit „Die dunkle Nacht der Seele“ eine bemerkenswerte Ballettproduktion uraufgeführt. Was Ballettchef Steffen Fuchs den 16 Tänzern zum zweistündigen Abend choreografierte, ist ästhetisch und tanztechnisch interessant, sinnlich, teils auf- und berührend. Dabei hat er es mit der Musikauswahl sich, der Compagnie, der Rheinischen Philharmonie, dem Opernchor, sängerischen wie instrumentalen Solisten und auch dem Publikum nicht leicht gemacht: Die neben zwei Bach-Bearbeitungen benutzten Stücke von Arvo Pärt bieten Tanzimpulse keineswegs freigiebig an, und teils verweigern sie auch das wohlige Bad in Harmonien.

Meine Premierenbesprechung  (5000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


26.04.2019

Nach einigen Tagen Osterurlaub bin ich wieder hier in meinem Revier. Derweil im Westerwald noch alle auf die von den Wetterfröschen versprochene "Regenfront" warten, bislang aber nur ein bisschen Getröppel angekommen ist, wird es Zeit für meine Monatskolumne "Quergedanken". Die Folge 170 handelt u.a. von den Wahlen, die für 26. Mai ins Haus stehen. Hier in Rheinland-Pfalz wird der Wahlgang eine schier arbeitsreiche Sache, weil sich zur Europawahl obendrein diverse Akte Kommunalwahl gesellen. Und in Koblenz wird eine Woche vorher auch noch demonstriert - unter dem Motto: "Zukunft! Für unser Klima, für Ddemokratie, für sozoale Gerechtigkeit. Gegen das Nichtstun der Politik!"

Quergedanken Nr. 170. Demonstrieren UND Wählen? Passt! (freier Lesetext)


12.04.2019

Aktionen von Fridays for Future am heutige Die Folge 170n 12. April (schneller Netzrundblick, Zufallsauswahl). Mancherorts sind schon Osterferien oder haben heute begonnen, was offenbar weder der Vielzahl noch der Beteiligung Abbruch tat. Vermehrt ändern sich die Aktionsformen, sind Streiks und/oder Demos etwa verknüpft mit Fahrradkorsos, Müllsammelaktionen oder Protestwanderungen.

Hamburg (2500, Unterstützung der Initiative "Radentscheid"), Berlin (1500), Mainz (1000), Radevormwald (1000), Bremen (800), Göttingen (500), Lübeck (600 bei Fahrraddemo), Köln (500), Trier (350), Koblenz (250+), Ingelheim (100), Stuttgart (600+), Würzburg (300+), Potsdam ("mehrere hundert"), Rendsburg (200), Magdeburg (200), Celle (250+), Peine (250), Bad Hersfeld (150), Insel Wangerooge (100), Frankfurt/M. (2000)

Keine Teilnehmerzahlen gefunden: Chemnitz, Gera, Bad Pelzig, Bernau, Königs Wusterhausen, Hannover (Fahrraddemo), Mannheim, Wiesbaden, Bonn (u.a. Fahrraddemo)... Insgesamt soll es an diesem Freitag in rund 100 deutschen Orten FFF-Aktionen gegeben haben.

Österreich: In Villach zog die Streikdemo an die Drau zur Müllsammelaktion. In Linz startete eine mehrtägige Wanderung älterer Schüler zum Dachstein, um auf die bedrohliche Schmelze der Alpengletscher aufmerksam zu machen.


11.04.2019

Es ist eine interessante, wenn auch kleine Kabinettausstellung, die derzeit im Historischen Museum Speyer das Thema „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“ beleuchtet. Die feine Präsentation über den von 364 bis 375 n. Chr. vor allem von Trier aus regierenden weströmischen Kaiser hat jetzt Zuwachs bekommen durch ein weltweit einmaliges Exponat: den rekonstruierten und restaurierten Prachtstuhl aus dem „Barbarenschatz von Rülzheim“. Mit diesem 2013 einem pfälzischen Raubgräber von der Polizei entrissenen Fund verbindet sich nicht nur eine Kriminalstory über die ich seinerzeit berichteten. In den folgenden fünf Jahren hat sich um den Rülzheimer Schatz eine hoch spannende Forschungsgeschichte entwickelt, die am 26. Juni in Koblenz ihren vorläufigen Höhepunkt finden wird.

Mein Artikel dazu  (5000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


08.04.2019

Angesichts des sozialen Sprengsatzes ungenügender Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum, werde ich folgenden einfachen Gedanken nicht mehr los: Wenn die Privatwirtschaft nicht in der Lage ist, den Missstand an Grundversorgung zu beseitigen, muss die Gemeinschaft diese Aufgabe selbst übernehmen. Damit hat Deutschland nach Kriegsende gute Erfahrungen gemacht mittels Kombination zweier Methoden: 1. Bau und Unterhalt von Sozialwohnungen in großem Umfang durch den Staat selbst: 2. Bau und Unterhalt preiswerter Wohnungen durch Wohnbaugenossenschaften. Rückblickwend war es ein schwerer politischer Fehler, vor allem ab den späten 1980ern im Zuge des Privatisierungshypes, Hunderttausende Sozialwohnungen aus Gemeinbesitz in Privateigentum/privates Konzerneigentum umzuwandeln.


06.04.2019

Netzrundblick Aktionen Fridays for Future am gestrigen 5. April. Auf die Schnelle gefunden mit Angabe der Teilnehmerzahl: Hamburg (2000), Berlin (1500), München (1600), Forchheim (ertsmal dabei, 450), Korbach (350), Leipzig (300+), Solingen (250), Eckernförde (150), Paderborn (erstmals während der Schulzeit, 500), Marburg ("mehrere Hundert"), Schwerin (300+), Esslingen (erstmals dabei, 150), Nürnberg (1000), Beverungen (ertsmals dabei, 150+), Uelzen (400+), Weinheim (erstmals dabei 500), Bad Kreuznach (200), Schwenningen (250), Brandenburg/Havel (erstmals dabei, "mehrere Hundert"), Einbeck (50+), Plauen (200+)

Ohne Teilnehmerzahl: Hamm, Zülpich, Duisburg, Ahaus, Frankfurt, Kassel, Wunsiedel, Wiesdorf, Aachen, Schweinfurt, Bad Ems, Orscholz...

In Österreich (überwiegend keine Teilnehmerzahlen gefunden): Ried am Inn, Klagenfurt, Wien (2500), Schärding, Innsbruck, Linz ....


05.04.2019

2029 wird das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal Austragungsregion der Bundesgartenschau (Buga). Nun drehen sich viele Überlegungen darum, wie nicht nur das mehrmonatige Event von Bingen bis Koblenz in zehn Jahren selbst zu einem Erfolg werden kann. Vielmehr steht die Frage im Raum: Welche nachhaltigen, über die Buga hinaus die Region vorwärts bringenden Veränderungen können, sollen, müssen im Vorfeld in Angriff genommen werden? Dazu fand unlängst in der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein ein Tagung statt mit Vorträgen von Wissenschaftlern und Fachleuten aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Österreich und der Schweiz unter der Überschrift: „Oberes Mittelrheintal – Zum Umgang mit einer europäischen Kulturlandschaft“.

Mein ausführlicher Tagungsbericht (Langfassung, freier Lesetext)


03.04.2019

Koblenz hat sich erdrosselt! Gestern (Dienstag 2.4.) kurz nach 17 Uhr: Versuch, einen Kollegen im Industriegebiet aufzunehmen und gemeinsam zu einem Plauderessen in der Innenstadt zu fahren. Versuch gescheitert. Auf sämtlichen Haupt- und Nebenstraßen inklusive einschlägigen Schleichwegen galt - ob nach Nord, Süd, Ost oder West, ob hinein, hinaus, mittendurch oder außenrum: rien ne va plus, nichts geht mehr! Verkehrskollaps, Totalverstopfung in der und um die Zwei-Flüsse-Stadt. Es war/ist vielleicht doch nicht die klügste Idee, alle drei Rheinbrücken gleichzeitig sanieren zu wollen.

Mal generell gesprochen: Wenn es nicht gelingt, die ländlichen Einzugsgebiete mit praxis-/lebenstauglichen ÖPNV-Systemen an die Ballungsräume, Großstädte, Oberzentren anzubinden, werden die urbanen Räume absehbar allein schon am "normalen" automobilen Pendleraufkommen ersticken. Schon jetzt haben wir doch eine Situation, dass bereits kleinste Unregelmäßigkeiten im Verkehrsfluss zum Verkehrskollaps führen. Dies umso drastischer, wenn - wie jetzt in KO - durch nicht nachvollziebares Bautiming, eine zeitgleiche Ballung von Unregelmäßigkeiten auftritt.


02.04.2019

2018 hatte ich ja ein neues Auto gekauft und leider akzeptieren müssen: Selbst dieser Kleinwagen ist mit tausenderlei überflüssigem Elektro-Tinnef vollgestopft, der vor allem dazu da zu sein scheint, einen vom Verkehr abzulenken. Drei Viertel davon habe ich bis heute nicht genutzt, weil fürs vernünftige Autofahren völlig belanglos. Zum übrigen Viertel gehören einige automatische Funktionen, die sich (unabschaltbar) gewaltsam aufzwingen - etwa die Stop-Start-Automatik oder die Phasenschaltung des Scheibenwischers, die macht, was sie will, nur nicht das, was ich brauche. Jetzt aber, bei der Uhrenumstellung, diese unfassbare Vorsintflutlichkeit: Weder die Fahrzeuguhr noch die Uhr des technisch grandios überladenen Autoradios kriegt etwas hin, was mein 19-Euro-Wecker schon seit 13 Jahren kann: sich selbsttätig auf Sommer-/Winterzeit umstellen. "Fortschritt" - umpf.


01.04.2019

Auf die Bühne des Bonner Schauspielhauses in Godesberg ist eine Turnhalle gebaut. Der Schulhausmeister schlurft umher, lässt den Vorhang hochfahren, macht Licht. Hier hat das Stück „Frau Müller muss weg“ Premiere. Die gallige Gegenwartskomödie wird derzeit viel gespielt, kam 2015 auch in einer Verfilmung von Sönke Wortmann ins Kino. In der Turnhalle versammeln sich die Elternvertreter der Klasse 4b. Grund: Wenige Wochen vor Vergabe der für den Übergang ins Gymnasium entscheidenden Zeugnisse sind die Noten im Sinkflug. Schuld daran sei die vermeintlich labile Lehrerin, meinen die Eltern – derer fünf nun antreten, um sie zur Abgabe der Klasse zu zwingen.

Meine Premierenbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Großes Handlungsballett am Staatstheater Wiesbaden. Tim Plegge, Chef des Hessischen Staatsballetts hat dafür nicht aufs tanzklassische Repertoire zurückgegriffen, sondern eine Anleihe beim Schauspiel genommen: Vertanzt wird Ferenc Molnárs Arme-Leute-Stück „Liliom“ – 2018 in diesem Haus und derzeit in Bonn als Sprechtheater zu sehen. Es gab am Ende des zweieinviertel Stunden dauernden Abends stürmischen Applaus für die atmosphärestarke und berührende Ballettproduktion.

Meine Premierenbesprechung (4200 Anschläge. RZ-Text, 49 Cent)

30.03.2019

Die Schülerbewegung Fridays for Future scheint vorerst keine Ende nehmen zu wollen. Während die Aktionen in manchen Städten immer wieder vorübergehend pausieren, kommen jeden Freitag auch neue Orte hinzu. Es ist an der Zeit sich einige Sachverhalte vor Augen zu führen, die diese Bewegung unserer Jüngsten zu einem so noch nicht dagewesenen Phänomen machen. Zugleich liegt nun die erste Studie vor, die der Frage nachgegangen ist "Wer demonstriert da warum?". 

Mein kleiner Faktencheck (freier Lesetext)

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Drei Tanzproduktionen mit völlig unterschiedlichen Ausdrucksformen an einem Abend. Geboten von drei Ensembles aus drei Ländern. Zeitversetzt aufgeführt in drei Spielstätten des Mainzer Staatstheaters. Das war jetzt der Auftakt zum „tanzmainz festival #3“, in dessen Dienst das Theater elf Tage lang sämtliche personellen und technischen Ressourcen sowie Bühnen stellt. Bis zum 6. April zeigen 15 Compagnien aus Europa, Amerika und Asien einen Querschnitt aus dem aktuellen Weltgeschehen der modernen Tanzkunst.

Mein Artikel anlässlich des Eröffnungsabends (4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


29.03.2019

Rundblick im Netz, Aktionen heute (29. März) Fridays for Future. Auf die Schnelle gefunden: Berlin (15000 bis 25000), Münster (2000), Düsseldorf (500), Köln (400), Dortmund (400), Göttingen (300), Offenbach erstmals dabei (350), Wolfsburg (200), Bad Gandersheim (150)... Ohne Zahlenangaben Weilerswist, Jena, Dresden, Eutin, Kulmbach; Wien, Gmunden ...


28.03.2019

Doch ja, ich würde es begrüßen, wenn die Briten eine zweite Volksabstimmung über den Brexit abhalten würden. Nein, das hat nichts zu tun mit "so lange abstimmen, bis das Ergebnis passt"; zumal der Ausgang durchaus offen ist. Es hat vor allem zu tun mit zwei Umständen: 1. Im Unterschied zur Propaganda-vernebelten Erstabstimmung wissen nun ALLE Briten, worum es tatsächlich geht. Und 2. (dies für die Formalisten): Was macht man in Demokratien für gewöhnlich, wenn aus Wahlen keine handlungsfähige Regierung hervorgeht? Ganz einfach: Man wählt nochmal. Warum sollte für Volksabstimmungen partout nicht gelten dürfen, was für Parlamentswahlen gilt?


27.03.2019

Der März endet. Damit ist es Zeit, den Winter 2018/19 meteorologisch zu bilanzieren. Das geht kurz und bündig so: Es hat in unseren Breiten außerhalb der alpinen Räume - einmal mehr - keinen Winter gegeben. Die Tage strengen Frostes sind an zwei Händen abzuzählen, für diejenigen mit Schnee und Eis braucht es nur eine. Man muss nichtmal die Wissenschaft bemühen, um das einzuordnen: Von dem, was seit meiner Urgroßeltern Zeit (dem mittleren 19. Jahrhundert) als wintertypisch überliefert wurde, ist im frühen 21. Jahrhundert eigentlich nur die längere Dunkelheit geblieben.


25.03.2019


©Foto: Jens Weber

Etwa 150 Interessierte kamen am Samstag auf der Festung Ehrenbreitstein zu einer Tagung zusammen. Von früh bis in den Abend hörten sie Vorträge von Wissenschaftlern und Fachleuten aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Österreich und der Schweiz unter dem Leitthema: „Oberes Mittelrheintal – Zum Umgang mit einer europäischen Kulturlandschaft“. Es geht dabei nicht ausdrücklich um die Bundesgartenschau (Buga), die 2029 das Unesco-Welterbegebiet von Koblenz bis Bingen umfassen soll. Denn auch ohne das Mammutprojekt wäre eine Perspektivendiskussion für das Welterbetal überfällig. Allerdings schwingt die Buga im Hintergrund stets mit.

Mein kompakter Tagungsbericht (4800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


23.03.2019

Wegen Zeitmangels erst heute und auch nur sehr knapp der Netz-Rundblick auf die Aktionen von FridaysforFuture gestern am 22. März. Wie erwartet, ist nach den Riesendemos am 15.3. diesmal alles etwas kleiner verlaufen. Auffällig allerdings: Es sind auch gestern eine Menge Städte hinzugekommen, wo es erstmals FFF-Aktionen gab, so zB Ludwigshafen (400), Herford (300), Oderan (250), Eichstätt (500), Waldshut (300), Hanau (?), Hof (?)... Weitere Orte in Deutschland, die ich auf die Schnelle gefunden habe: Münster (200), Stuttgart (1000), Köln (500), Berlin (1000+), Ilmenau (200), Remscheid (800), München (1600+)... In NRW sollen es gesamt 5000 gewesen sein. Schwerpunkt in Westeuropa war gestern Norwegen, wo "einige zehntausend" Schüler auf den Straßen waren.

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Leseempfehlung. Famoser Artikel aus der "Zeit", an FDP-Lindner aufgehängt, aber nicht nur ihn meinend. Auszug: "... Politiker wie Lindner oder Altmaier empfinden offensichtlich schlicht alle ökologischen Grenzen als Beleidigung ihres Intellekts und ihrer diskursiven Fähigkeiten. Weil sie jedoch mit der Natur auf Dauer schlecht diskutieren können, übertragen sie ihren Ärger einfach auf den politischen Gegner. Denn sie tun so, als hätten die bösen Grünen oder die verrückten Schüler die planetarischen Grenzen erfunden. Und wollten nur aus reiner Boshaftigkeit das Porschefahren teurer machen..."

"Klimawandel: Die Liberalen verstehen die Welt nicht mehr" (hier)


22.03.2019

Es gibt derzeit im Netz eine Menge Leute, die sich um die Integrität von Greta Thumberg und FridaysforFuture "sorgen". Dabei sind im wesentlichen zwei Gruppen zu unterscheiden. Die eine versucht, zu ergründen, welche düsteren Kräfte im Hintergrund Greta als ihre Marionette aufgebaut haben könnten. Die andere Gruppe weiß vorgeblich schon, welche Kräfte das sind und posaunt darüber die krudesten Theorien in die Welt.

Eine Anmerkung dazu (freier Lesetext)


20.03.2019

"Latrinen aller Geschlechter vereinigt euch!" habe ich die aktuelle Nr. 169 der Monatskolumne "Quergedanken" betitelt. Natürlich ist das eine Art nachfastnachtliche Betrachtung. Diese schreibt sich jedoch weder das Abwatschen noch die Glorifizierung von AKK aufs Panier. Eher geht es um den grundsätzlichen Umstand, dass wissenschaftlicher Fortschritt, gesellschaftliche Freiheitlichkeit und moderne Aufklärung im althergebrachten Weltbild fest verankerte Ordnungs- und Normalitätsvorstellungen erschüttern. Der Homo sapiens besteht nun mal objektiv nicht nur aus zwei Geschlechtern.

"Quergedanken" Nr. 169 hier (freier Lesetetxt)


19.03.2019

Seit den frühen 1990ern gibt es in Koblenz alljährlich ein Ereignis, von dem die breite Öffentlichkeit daheim zwar nur wenig Notiz nimmt, das aber in einem speziellen musikalischen Fach weltweit höchstes Ansehen genießt: das International Guitar Festival & Academy. Im jetzt 27. Jahrgang belegt das Festival im Juni eine gute Woche lang (2.6. - 10.6.) die gesamte Rhein-Mosel-Halle sowie das Kurfürstliche Schloss. Dann kommen wieder Gitarristen vornehmlich der klassischen und jazzigen Richtung aus rund 50 Ländern nach Koblenz, um zu lehren, zu lernen und zu konzertieren. In diesem Jahr wird Wolf Biermann mit dem unregelmäßig vergebenen Ehrenpreis des Festivals für ein bedeutendes Lebenswerk ausgezeichet. 

Mein Artikel über Anfänge, Entwicklung, Gegenwart des Festivals (freier Lesetext)


18.03.2019

Hinter Glas ein Werk, das aussieht, als habe es bei einem Wohnungsbrand nur schwer beschädigt gerettet werden können: rußverschmiert, die Leinwand angesengt, Farbe und Lack blasig, die Oberfläche vom Feuer aufgerissen. Doch ist, was da im Hauptsaal des Richard-Meier-Baus an der Wand hängt, nicht das Überbleibsel eines Unglücks. Vielmehr handelt es sich um eines der Feuerbilder, mit denen Otto Piene in den 1960ern das Ausdrucksspektrum der zeitgenössischen Kunst erweitert hat. Dem 2014 verstorbenen Künstler widmet das Arp Museum jetzt eine hochkarätige Ausstellung unter dem Titel „Otto Piene – Alchemist und Himmelsstürmer“.

Meine Ausstellungskritik (4500 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Ein hübsches Eingangsstück, ein Mittelteil, über den die Meinungen etwas auseinandergehen, ein Finale, das die Hörerschaft in der Rhein-Mosel-Halle reihum entzückt: So ließe sich kompakt das achte Anrechtskonzert beim Musik-Institut Koblenz resümieren. Das wurde unter Leitung Garry Walkers orchestral von der Rheinischen Philharmonie bestritten. Der solistische Gast kam mit der international hoch angesehenen Sopranistin Michaela Kaune diesmal aus dem Gesangsfach.

Meine Konzertbesprechung (3800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


17.03.2019

William Forsythe, Altmeister der zeitgenössischen Ballettavantgarde, hatte 2010 in Frankfurt das Projekt "Motion Bank" ins Leben gerufen. Dessen Bemühen um Dokumentation von Tanzproduktionen mittels modernster Motion-Capture-Kameratechniken und Computervisualisierung musste 2013 eingestellt werden. Forsythe's früherer Mitarbeiter Florian Jenett hat es als Professor an der Hochschule Mainz jüngst wieder aufgenommen. Eines der ersten Ergebnisse ist nun eine Kooperation der Hochschule mit der Compagnie von tanzmainz und der Kunsthalle Mainz. Diese verbindet Tanzkunst, deren technische Dokumentation sowie von der Choreografie angeregte Arbeiten von sechs Bildenden Künstlern zum Gesamtprojekt "Between us".

Mein Bericht dazu (4600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


16.03.2019 (10.25 Uhr)

Greta Thumberg teilt soeben mit: Nach den jüngsten Rückmeldungen ergibt sich, dass in summa am gestrigen Freitag weltweit 1,4 MILLIONEN Menschen an Aktionen von FridaysforFuture teilgenommen haben. Hätte es nicht diesen entsetzlichen rassistischen Terroranschlag auf betende Muslime in Neuseeland gegeben, dieser Freitag hätte als Tag der Freude und großer Hoffnung verzeichnet werden können. Es bleibt neben Trauer um die Terroropfer, Mitgefühl für deren Angehörige und Zorn auf den/die Täter zugleich der Gedanke: Junge Leute, die in der Gewissheit für mehr Klimaschutz streiten, dass sie Freunde und Mitstreiter in aller Welt und unter allen Völkern haben, sind für Rassimus weniger bis gar nicht anfällig.


15.03.2019 (18.30 Uhr)

FRIDAYS4FUTURE, globaler Aktionstag. Mein schneller Netzrundblick muss heute vor der Masse der Nachrichten kapitulieren. In den meisten Städten haben viel mehr Schüler und Leute mitgemacht als erwartet. Und auch in Örtchen, von denen ich noch nie gehört habe, gab es Demos. Ein paar Überblickszahlen zu Teilnehmern sowie etliche Einzelbeispiele:

Deutschland gesamt: ca 300 000. Australien gesamt: ca 150 000. Österreich gesamt: ca 30 000. Schleswig-Holstein gesamt ca 15000. Meck-Pom gesamt: 4600. Rheinland-Pfalz gesamt: ca 6000.

Einzelne Städte (Inland): Berlin 25000, Köln 10000+, Hamburg 10000+, Bremen 5000, Kiel "tausende", München ca 10000, Frankfurt/M um 9000, Lübeck 2500, Münster 2500, Jena 1300, Rostock 1200, Erfurt 500, Schwerin 800, Regensburg 1000, Mannheim 1200, Mainz 1200, Göttingen 1000, Koblenz 500+, Frankenthal 800, Trier 700, Neustadt/Weinstr. 400....

Ausland: Melbourne 20000, Wien 10000+, Innsbruck 5000, Linz 3500... Nachtrag: Es gab große bis sehr große Aktionen u.a. auch in Rom, Paris, London, Madrid, Warschau, Bangalore, Hongkong, Tokio.... Es gab Aktionen in der Türkei, der Ukraine, in Brasilien.... Und es gab Aktionen in mehr als 100 Städten der USA.


14.03.2019

Bemerkenswerter Leitartikel auf Seite 1 der Wochenzeitung "Die Zeit" über die Beweggründen der weltweiten Schülerbewegung für eine effektive Klimaschutzpolitik. Auszug: "(...) Dieser Zeitdruck (beim Kampf gegen den Klimawandel. ape) konstituiert einen harten Interessengegensatz zwischen denen, die in 30 Jahren 50, und jenen, die dann 100 sind. Weil den einen dann das Wasser bis zum Hals stehen könnte, während die anderen nicht mehr auf dieser Welt sind. (...) Wenn die Politik so weitermacht, dann läuft nicht nur Deutschland in einen Generationenkonflikt hinein, gegen den 68 ein Kindergeburtstag war. Damals ging es vor allem um die deutsche Vergangenheit (und den Krieg in Vietnam), heute geht es um die globale Zukunft. Freitag wird wieder demonstriert, wohl so zahlreich und so international wie bislang noch nicht."

Der ganze Text hier


12.03.2019

Vergangene Woche hatten 700 Wissenschaftler/innen eine Stellungnahme der Initiative #Scientists4Future zu Unterstützung der Schüleraktionen für mehr Klimaschutz unterschrieben. Bei Veröffentlichung der Stellungnahme heute (12.3.2019) sind es mehr als 12 000 renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftspublizisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die gemeinsam erklären: "Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt".

Wortlaut der Erklärung

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FRIDAYS FOR FUTURE, globaler Aktionstag am 15.03.2019. Die Schüler haben ALLE umweltbewussten Menschen aufgerufen, an ihren Demonstrationen teilzunehmen. > Überblick über bis eben für diesen Freitag gemeldete Aktionen in Rheinland-Pfalz und angrenzenden Regionen:

RLP: Bad Kreuznach (11.30 Paulskirche), Mainz (10.00 Hauptbahnhof), Ingelheim (10.00 Bahnhof), Koblenz (11.55 Hauptbahnhof), Trier (10.00 Domfreihof), Kaiserslautern (11.30 Hauptbahnhof), Landau (10.00 Rathausplatz), Neustadt/Weinstr. (10.00 Marktplatz), Speyer (11.00 St.-Guido-Stifts-Str.), Frankenthal (11.00 Speyrer Tor), Worms (10.00 Hauptbahnhof), Altenkirchen (17.00 Marktplatz).

Nachbarschaft: Heidelberg (11.00 Marktplatz), Mannheim (11.00 Schloss Ehrenhof), Darmstadt (10.00 Luisenplatz), Frankfurt/M (12.00 Bockenheimer Warte), Wiesbaden (12.00 Hauptbahnhof), Saarbrücken (10.00 Kongresshalle), Gießen (11.30 Berliner Platz), Siegen (10.30 vor Bluebox), Siegburg (9.30 Siegburg Markt), Bonn (9.30 Münsterplatz), Köln (9.00 Bahnhofsvorplatz)


11.03.2019

„Heimat, das ist eine Emotionswolke“, erklärte Konrad Wolf jetzt in Mainz bei der Vorstellung des Programms für den Kultursommer Rheinland-Pfalz 2019. Heimat bedeute Vielfalt in positivem Sinne, könne und dürfe gerade kein Ausgrenzungsbegriff sein. Derart umreißt der Kulturminister zugleich die Grundintention, die mit dem diesjährigen Motto "heimat/en" verfolgt wird: Vom Oberwesterwald bis in die Südpfalz sollen viele der 200 vom Kultursommer geförderten Projekte jene Elemente ins Bewusstsein rücken, aus denen sich die kulturelle Vielgestaltigkeit und Offenheit von Heimat zusammensetzt.

Mein Vorbericht (4800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Langer Beifall von einem berührten Publikum. Zwei Stunden hat das neunköpfige Ensemble eindringlich, ernsthaft und ohne überdrehte Sperenzien den Fall des jungen Deutschen Hans verhandelt. Der wird von seiner Tante Alex beauftragt, sich an der Uni Cambridge in einen elitären Zirkel einzuschleichen, um dort begangene Verbrechen aufzuklären. Diese Geschichte machte 2017 als Roman „Der Club“ von Takis Würger in der Literaturszene Furore. Jetzt hat Regisseur Philipp Krenn mit Anna-Sophia Güther und den Schauspielern eine Theaterfassung daraus gemacht und im Staatstheater Wiesbaden auf die Bühne gebracht.

Meine Premierenkritik (3600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


10.03.2019

Die Konzertbesucher und Öffentlichkeit vergessen oft, dass Orchestermusiker auch lohnabhängig Beschäftigte sind, ganz normale Angestellte mit hierzulande ganz normalen Pflichten und eben auch Rechten. Etwa dem Recht auf freie Wahl einer Belegschaftsvertretung, die die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber vertritt. Mit dem beim Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz aus fünf Vertretern bestehenden „Personalrat“ habe ich gesprochen, um mal einen Blick hinter den Kulissen auf dieses Gremium und seine Arbeit zu werfen.

Hier mein Bericht (freier Lesetext, 11700 Anschläge)

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"Wenn sich Kinder und Teenager politisch äußern, verlieren manche Erwachsene die Fassung. Warum eigentlich? Über Greta Thunberg, ihre Anhänger und ihre Gegner." Zu diesem Thema hat Tobias Rüther - ein "links-grüner Versiffung" eher unverdächtiger Feuilletonist der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) einen langen, sehr nachdenklichen und klugen Artikel geschrieben. Dessen Lektüre möchte ich allseits ans Herz legen. 

Siehe Artikel in der FAZ                            


09.03.2019

So, nach ein paar freien Tagen wieder volles Programm in der Schreibstube. Neben dem im März opulenten Aktuellgeschäft ist noch der letzte Schliff am Vortrag "Heimat - Kampfbegriff, Sehnsuchtsort, Utopie" zu machen (11.4. Haus Felsenkeller Altenkirchen, 8.5. Marienberger Seminare Bad Marienberg). Parallel habe ich mit der Materialsammlung für Herbstvorträge über Leben und Werk des Alexander von Humboldt begonnen. Schon die ersten Sichtungen in dessen jetzt 250. Geburtsjahr lassen deutlich werden: Das ist inhaltlich brandaktueller Stoff, denn dieser Humboldt war nicht einfach ein forschender Abenteurer. Er war vielmehr einer der ersten neuzeitlichen Wissenschaftler und Denker, der aus Betrachtung der Realität die Erkenntnis ableitete, dass auf unserem Planeten "alles mit allem vernetzt ist" - auch das Soziale, Politische, Ökonomische mit dem Ökologischen.


05.03.2019

Interessante Entwicklung: Wissenschaftler und prominente Wissenschaftspublizisten stellen sich in großer Zahl (bis jetzt mehr als 700) mit ernstem Appell an die Seite der jungen Menschen von Fridays for Future. Mit dabei zB Hans-Joachim Schellnhuber, Claudia Kemfert, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Eckart von Hirschhausen, Ranga Yogeshwar, Barbara Praetorius, Dirk Uwe Sauer, Sven Plöger ...

Siehe hierzu Bericht des "Tagespiegel" Berlin

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In einer Sache möchte man diversen Zeitgenossen einfach genaueres Hinschauen empfehlen: Der inzwischen fast sprichwörtlich gewordene Vorwurf, Umwelt- und Klimaschützer würden Panik und Weltuntergangsszenarien verbreiten, ist weitenteils nur ein (von interessierter Seite gepflegtes) Vorurteil. Die Warnungen, der Klimawandel werde gravierende Auswirkungen auf die Zivilisation haben und das zeitnäher als bislang angenommen, werden sprachlich (Framing) einfach zu "Weltuntergangs-/Apokalypseszenarien" umgedeutet. Dabei sind diese Warnungen ja keine Fantasmen, sondern wissenschaftsgestützte Sachaussagen. Ebenso die Feststellung, dass das Zeitfenster zum tatsächlich effektiven Gegensteuern immer kleiner wird.

Wir haben im Moment leider eine Situation, dass Teile der Öffentlichkeit schon die Verbreitung solcher Sachaussagen, erst recht alle Überlegungen, was daraus für Konsequenzen zu ziehen seien, mit dem Bannstrahl der "Panikmache" belegen - womöglich um dadurch den wissenschaftlichen Forschungsstand selbst unglaubwürdig/lächerlich zu machen. Panik und Hysterie mache ich derzeit aber vor allem auf Seiten derer aus, die - je deutlicher die Unausweichlichkeit einer ökologischen Wende wird - bis zur wildgewordenen Gehässigkeit auf Wissenschaft, Warner und für die Öko-Wende engagierte Menschen (derzeit vor allem die Generation der eigenen Kinder und Enkel) dreinschlagen.


04.03.2019

11.30 Uhr, Rosenmontag, Unterwesterwald: Teils strahlend blauer Himmel und Sonnenschein bei 12 Grad. Allerdings klappert, poltert, pfeift, heult, quietscht es gehörig im Gebälk und drumherum. Wir würden hier nicht "schweren Sturm" nennen, was da ums Haus und über die Landschaft rumort. Aber der Wind weht kräftig bis sehr kräftig - und ich sah eben auf der Fahrt zum Nachbarort auch einige umgefallene Bäume und etliche Astbrüche. Also ihr Jecken da draußen bei de Züch: Gebt ein bisschen acht auf euch und die Mitfeierer. Ansonsten: Habt Spaß an der Freud.


03.03.2019

Ausgedehnte Lektüre der Wochenzeitungen beim Sonntagsfrühstück bestätigt meinen Eindruck, dass sich im globalen Zeitgeist zwei neue Tendenzen breitmachen. 1. Die Weiterentwicklung des Umweltschutzdenkens in Richtung eines stärker werdenden Verlangens nach einer echten und durchgreifenden ökologischen Wende. 2. Ein von linken Systemkritikern über die Wirtschaftswissenschaften bis in konservative IWF-Kreise reichendes Nachdenken über eine sozialökonomiosche Wende. Darüber also, dass der Kapitalismus "gezähmt" oder "zivilisiert" werden muss, die Ausdehnung der Kluft zwischen Reich und Arm gestoppt werden muss und die Priorität des Wirtschaftens auf Gemeinwohlnutzen und Sozialpflichtigkeit des Kapitals zu setzen ist, statt auf Shareholder-Value und unmäßige Funktionärsbereicherung.

Dazu mag man nun im einzelnen stehen wie man will. Zuerst einmal ist einfach festzuhalten: Es gibt beide Tendenzen in unterschiedlichster Ausprägung auf breiter Front (nicht zuletzt jetzt in den USA). Und besonders interessant wird die Sache dort, wo beide Tendenzen - vernünftigerweise und naturgemäß - eng miteinander verzahnt auftreten.


01.03.2019

Fridays for Future, 1.3., schneller Netzrundblick (unvollständig) auf heutige Aktionen in Deutschland. Gefunden Folgendes: Größte Demo in Hamburg mit Greta Thunberg als Gast (Zahlen unklar, schwanken von 4000 bis "mehr als 10 000" bei BILD-online). Münster (1000), Düsseldorf (500), Weimar (200), Neumünster (500), Werries/Hamm ("Hunderte"), Stuttgart (200), Springe in Niedersachsen (200), Dannenberg (180), Hof (230), Dortmund (300), Greifswald (100). Weitere Aktionen ohne Zahlenangabe: Biberach, Nürnberg, Frankfurt/M., Regensburg, Essen, Reutlingen, Bersenbrück, Deggendorf, Magdeburg, Marburg....

 

01.03.2019

Fridays for Future, 1.3., schneller Netzrundblick (unvollständig) auf heutige Aktionen in Deutschland. Gefunden Folgendes: Größte Demo in Hamburg mit Greta Thunberg als Gast (Zahlen unklar, schwanken von 4000 bis "mehr als 10 000" bei BILD-online). Münster (1000), Düsseldorf (500), Weimar (200), Neumünster (500), Werries/Hamm ("Hunderte"), Stuttgart (200), Springe in Niedersachsen (200), Dannenberg (180), Hof (230), Dortmund (300), Greifswald (100). Weitere Aktionen ohne Zahlenangabe: Biberach, Nürnberg, Frankfurt/M., Regensburg, Essen, Reutlingen, Bersenbrück, Deggendorf, Magdeburg, Marburg....


25.02.2019

Skandinavischer Abend beim Musik-Institut Koblenz. Der Rheinischen Philharmonie unter Garry Walker waren am Wochenende in der Rhein-Mosel-Halle Werke eines Norwegers, eines Schweden und eines Dänen aufgelegt. Edvard Grieg, Wilhelm Stenhammar und Carl Nielsen lebten um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und kannten einander gut. So wird dieses 7. Anrechtskonzert zum interessanten Blick auf die Spätromantik unserer nordischen Nachbarn. Und es räumt auf mit der verbreiteten Ansicht, die Nordländer seien vor allem verschlossene Melancholiker, umfangen von uralten Sagen über Feen und Trolle.

Meine Konzertbesprechung  (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


23.02.2019

Nun sind meine launigen Bemerkungen zu Fastnacht/Karneval im Rahmen der Monatskolumne "Quergedanken" endlich auch in der Printausgabe des mittelrheinischen Magazins "Kulturinfo" erschienen (dort war in der letzten Ausgabe versehentlich ein alter Text abgedruckt). Wer den Artikel noch nicht kennt und gern lesen möchte.

Quergedanken Nr. 168 "Mit Schmackes: Helolaulaaf! (hier)


22.02.2019

Fridays for Future, 22. Februar. Netzrundblick zu heutigen Aktionen, auf die Schnelle gefunden (leider oft ohne konkrete Teilnehmerzahlen, die meisten Medien sprechen für die meisten Orte von "hunderten" oder "einigen Hundert": Berlin (500), Düsseldorf (500), Heidelberg (700), Saarlouis (1000), Siegen (400), Heilbronn (500), Paderborn (500), Flensburg (500), Kleve (300), Koblenz (um 400, eigene Zählung), Traunstein (500), Paris (1400), Erlangen, Erkelenz, Greifswald, Balingen, Stuttgart, Anklam, Bregenz, Köln, Bochum, Hamburg, Münster, München ....


21.02.2019

Greta ist nicht die Ursache für diese inzwischen größte Schülerbewegung seit Kriegsende. Das Mädchen ist nur der Zündfunke dafür, dass eine Generation erwacht, um ihre schon länger latenten Sorgen mit Nachdruck öffentlich zu machen. Allen Bedenkenträgern, Meckerern, Verächtlichmachern wider deren Engagement sei vor Augen gehalten, was die jungen Leute im Kern eigentlich verlangen: "Tut endlich wirklich, was ihr auf euren Klimakonferenzen beschlossen habt. Und hört auf, eure eigenen Ziele immer bloß zu zerreden und die nötigen Maßnahmen zu ihrer Umsetzung hinauszuschieben auf St. Nimmerlein. Denn St. Nimmerlein wird dann unsere triste Gegenwart sein. Die Zeit läuft uns JETZT weg." Demonstration 22. Februar 2019 in Koblenz, 10 Uhr Zentralplatz


18.02.2019

Das bekannteste Element des Theaterstücks „Liliom“ steht nicht im 1909 uraufgeführten Drama, stammt nicht von dessen Autor Ferenc Molnár und spielt auch in der jetzigen Bonner Inszenierung keine Rolle. Es ist der Song „Komm auf die Schaukel, Luise“, 1931 von Karl Heinz Martin in seine Einrichtung des Stückes eingeführt und Hans Albers auf den Leib geschrieben. Dafür wird im Godesberger Schauspielhaus kräftig gerockt und gerollt, beides buchstäblich: laut und auf Rollschuhen. Einige der szenischen Effekte sind im Sinne eines modernisierenden Zugriffs auf das Stück ganz passabel, andere bloßer Firlefanz, der intensivem Charakterschauspiel eher im Wege steht. Mein Urteil fällt zwiespältig aus.

Meine Premierenbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


15.02.2019 (Aktualisiert am 16.2., 10.30 Uhr)

FRIDAY FOR FUTURE 15.2., mein schneller Netzrundblick auf Aktionen heute. Gefunden dies (die Medien geizen leider etwas mit lokalen Teilnehmerzahlen): Für Deutschland pendeln die Zahlen zwischen 10 000 und 20 000 insgesamt. Die größten Demos gab es diesmal wohl in Darmstadt (bis 2000) und Stuttgart (um 1000). Weitere örtliche Aktionen zB in Mainz (500), Frankfurt (500), Borken (300), Marburg, Kassel, Waltrop, Friedrichshafen, Kiel, Hiddenhausen, Wiesbaden, Mannheim... Interessant der Blick in die Schweiz, wo gerade Schulferien sind (also nix mit "die wollen bloß schwänzen"): Bern (2000) plus größere Aktionen (leider ohne Zahlenangaben) in Zürich, Basel, Schaffhausen, St. Gallen. In Brüssel wieder ca. 10 000. Die teilnehmerstärksten österreichischen Demos gab's wohl in Graz (bis 2000) und Wien (?). Weitere Aktionen soll es gegeben haben in Großbritannien (landesweit mehr als 10 000), Italien, Skandinavien und Australien.

***

seufz* Die am Freitagmorgen erstellte To-do-Liste fürs Wochenende und die Folgetage signalisiert: Langeweile fällt aus. Heute Premiere "Liliom" in Bonn > Kritik schreiben. Dann Vorbereitung auf Vortrag vor und Gespräch mit ca. 90 jungen Leuten am Montag über "Zeitgeist - Was ist das überhaupt? Was macht der mit uns? Und können wir ihm ggf. widerstehen?". Dann: Feinschliff am Vortrag "Marx & Raiffeisen" für öffentliche Veranstaltung am Donnerstag (21.2., 20 Uhr) Haus Felsenkeller Altenkirchen/WW. Und sowieso: Hinterm Haus und im Wald warten Berge von Brennholzrohlingen für den übernächsten Winter auf Weiterverarbeitung. Sie müssen sich wohl noch etwas gedulden.


13.02.2019

Endlich. Meine neue Website (diese hier) ist auf dem Weg ins Netz.


10.02.2019

Das Arp Museum in Remagen-Rolandseck startet mit zwei Ausstellungen in seine 2019er-Saison, die unterschiedlicher kaum sein könnten. In der klassischen Abteilung, der Kunstkammer Rau, sind vier Dutzend altmeisterliche Werke des italienischen Barock versammelt. 34 davon stammen aus der US-amerikanischen Sammlung Haukohl. Im Künstlerbahnhof präsentieren die aktuellen Balmoral-Stipendiaten ihre Arbeiten zum Thema „Gestaltung der Zukunft“. Obwohl beide Werkgruppen formal und ästhetisch himmelweit auseinanderliegen, findet sich manche Parallele: beim Blick auf die Unsicherheit des Menschseins in unbegreiflichen Welten.

Meine Ausstellungsbesprechung (5400 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


09.02.2019

Eine Frau und ein Mann haben sich gefunden. Sie schreiten dem auf der Hinterbühne aufflammenden Weißlicht entgegen. Je heller das wird, umso unsichtbarer das Paar. Mit diesem Bild des Verschwindens endet die jüngste Tanzproduktion am Staatstheater Mainz. „Twist“ ist die Choreografie des US-Amerikaners Victor Quijada betitelt. Der hat sich für seine erste Arbeit in Europa die tanzmainz-Compagnie ausgesucht. Und ist damit gut gefahren.

Meine Uraufführungskritik (3600 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


07.02.2019

Die jüngste Äußerung aus Scheuers Bundesverkehrsministerium besagt: Man wird an den Bau einer Eisenbahn- Entlastungstrasse für die beiden Hochfrequenzstrecken durchs enge Mittelrheintal überhaupt erst dann einen Gedanken verschwenden, wenn das Güterzugaufkommen sich dort verzehnfacht hat. Wer die schon jetzt entnervende Masse des Zugverkehr im Unesco-Welterbetal nur mal ein paar Tage genossen hat, kommt zwangsläufig zu dem Schluss: Die sind irre, die Scheuers. Angesichts dessen und aller anderen Äußerungen der letzten Tage aus dieser Ecke, schoss mir folgender Gedanke durchs Hirn:

Wäre der Herr Scheuer seit 40 Jahren Verkehrsminister, wir hätten wohl noch immer keinen 3-Wege-Kat und kein bleifreies Benzin. Es gäbe kein Tempolimit 100 auf Landstraßen, weder Tempo-30-Zonen noch verkehrsberuhigte Straßen und Spielstraßen. Es wäre nie eine Lärmschutzwand gebaut worden, dafür aber das gesamte Autobahnnetz 6- bis 10-spurig ausgebaut. Wir wüssten bis heute nicht, dass so etwas wie Fahrradwege ǘberhaupt möglich ist, und wir hätten keine einzige Messstation für Luftqualität im Land..... Gewiss, das sind Spekulationen, aber durchaus keine abwegigen - angesichts der denkerischen Grundmaximen, die dieser Herr Tag um Tag erkennen lässt.


06.02.2019

Karl MARX und Friedrich Wilhelm RAIFFEISEN: Das Jubiläumsjahr 2018 für die zwei bedeutenden Rheinland-Pfälzer mit weltweiter Wirkkraft ist zwar vorbei, doch mein vergleichender Vortrag über Leben und Werk der beiden macht weiter die Runde. Schließlich können wir von beiden noch immer jede Menge lernen und manche Anregung beziehen - just in einer Gegenwart, die offenkundig völlig orientierungslos ist und nicht weiß (oder Wllens ist), welche Weiche in welche Richtung sie jetzt stellen müsste oder sollte. Nächster Termin: 21. Februar, 20 Uhr, Haus Felsenkeller in Altenkirchen. Weitere Infos hier


04.02.2019

Kontrastprogramm für mich an diesem Wochenende. Foto1 (von Becci Staal): Gemütliche Lesung eigener launig-renitenter bis besinnlich-sinnlicher Texte bei der Umzugsfete des RLP-Kulturbüros am Samstagabend. Foto 2 (von Jürgen Greis): Finissage-Vortrag Sonntagvormittag vor großem Publikum zur Wortelkamp-Ausstellung im Landesmuseum Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein. Freude meinerseits über reichlich Zuspruch hier wie da.


03.02.2019

Heute endete auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein und im dortigen Landesmuseum die Ausstellung "Erwin Wortelkampf. Wehrhaft - oder was gilt es zu verteidigen?" Die in eine Außenpräsentation quer über das Festungsgelände und eine Innenprästentation untergliederte Ausstellung bildete eine Querschnitt durch das Lebenswerk dieses wohl wichtigsten noch lebenden Vertreters zeitgenössischer Kunst in Rheinland-Pfalz. Zugleich öffneten viele der Exponate neue, ungewöhnliche Blickweisen auf den preußischen Militärbau der Festung, die heute als Kulturzentrum genutzt wird. Ich hatte die Ehre und das Vergnügen im Rahmen der heutigen Finissage vor vollem Haus einen etwa 15-minütigen Vortrag zu halten unter dem Titel "Die Kunst des Erwin Wortelkamp: Schule des Sehens und Aufforderung zur Widerständigkeit".

Hier das Redemanuskript meines Vortrags
(freier Lesetext)

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