Guten Tag allerseits

20.09.2019

Am Abend

Infos zum heutigen Weltaktionstag von Friday for Future FFF (Schneller Netzrundblick, Stand 20 Uhr. Teilnehmerzahlen überwiegend Mittelwerte aus mehreren Angaben). Freude hier, Fassungslosigkeit dort: Fast überall übertreffen die Teilnehmerzahlen die Voraberwartungen deutlich bis mehrfach. > Ich aktualisiere die Liste bis zum Abend fortlaufend.

Deutschland: FFF gibt für Deutschland insgesamt heute 1,4 Millionen Demonstrationsteilnehmer an.

Berlin 130 000+ (die Hauptstadtzahlen sind unklar, in einigen Quellen ist inzwischen von 270 000 die Rede), Potsdam 5000, Hamburg 80 000, Bremen 40 000, Bremerhaven 4000, Hannover 30 000, München 40 000, Freiburg 17000, Frankfurt 15000+, Münster 20 000, Dresden 14000, Essen 8000+, Würzburg 8000, Heidelberg 10 000, Mainz 9000, Aachen 7000, Braunschweig 6000, Koblenz 5000+, Saarbrücken 5000+, Trier 2500, Bad Kreuznach 1200, Idar-Oberstein 150, Buxtehude 1100, Cloppenburg 800, Bitburg 450, Gütersloh 1300, Lohr 700, Cottbus 500, Bad Neustadt 300, Haßfurt 550, Düren 1000, Insel Spikeroog 400, Pforzheim 1000, Leipzig 6000, Kiel 11000, Halle a.d. Saale 2500, Düsseldorf 9000, Lübeck 4500, Greifswald 1600, Aschaffenburg ("mehrere tausend"), Köln 70 000, Bonn 16 000, Kleve 4000, Bielefeld 12 000, Dortmund 13 000, Paderborn 2000, Detmold 2000, Darmstadt 10 000, Kassel 14 000, Göttingen 7000, Northeim/Einbeck/Uslar/Bad Gandersheim 1000, Bad Hersfeld 300, Korbach 250, Frankenberg 250, Montabaur/WW. ("hunderte"), Mannheim ("tausende"), Kaiserslautern 3000, ....

Ausland: Melbourne 100 000, Sydney 80 000, Brisbane 25 000, Hobart 22 000, Prag ("mehrere Tausend "), Warschau ("viele Tausend"), Manila ("tausende), Johannisburg ("hunderte"), Nairobi ("mehrere hundert"), Islamabad ("eine große Menschenmenge"), Shetland Islands 200, London 100 000, Paris 10 000+, Kampala/Uganda ("einige hundert"), Kiew 2000, Brüssel 20 000, Kabul/Afghanistan 150, Split/Kroatien ("hunderte"), Mostar/Bosnien 100, Birmingham 4000, Edinburgh 10 000, Belfast ("hunderte"), Dublin ("tausende")....

In rund 1000 Städten der USA haben jetzt Aktionen im Rahmen des Protesttages für mehr Klimaschutz begonnen: Chicago ("tausende"), Washington DC ("mehrere tausend"), New York City ("zehntausende") ... Mit Zahlenangaben haben es die US-Medien offenbar nicht so.

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Einen wunderschönen guten Morgen allerseits. 20. September 2019. Da war doch was, da ist doch was? Genau: Sehr viele Leute hier wollen sich gemeinsam mit sehr vielen Leuten in aller Welt an frischer Luft bewegen und lebensfrohe Vernunft einfordern. Prima. Dann sei viel Freude dabei allerorten gewünscht.
Nachtrag: Ich sehe eben (9 Uhr MEZ), Australien legt vor mit zehntausenden Demonstranten in mehreren Orten.


17.09.2019

An diesem Freitag (20.09.) gilt für alle Generationen und sozialen Schichten, so irgend möglich: Teilnahme an den Demonstrationen der Klimaschutzbewegung Fridays for Future im Rahmen des Weltaktionstages. Umwelt- und Wohlfahrtsverbände, NGOs, diverse Kirchen, Gewerkschaften und Parteien/Parteigliederungen, ja selbst Fußballclubs, andere Sportvereine und Unternehmen haben ebenfalls dazu aufgerufen. Allmählich setzt sich in der Breite der Bevölkerung die Erkenntnis durch, dass es sich beim Klimawandel um ein epochales Hyperproblem handelt und er auch als solches bekämpft werden muss.

Bis eben wurden für den 20.September in Deutschland bereits 461 Demonstrationen/Aktionen angekündigt. Hier die Liste der in Rheinland-Pfalz beteiligten Orte: Bad Kreuznach, Bad Dürkheim, Bernkastel-Kues, Bitburg, Edenkoben, Frankenthal, Gerolstein, Grünstadt, Idar-Oberstein, Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Mainz, Montabaur, Nieder-Olm, Sinzig, Speyer, Worms, Zweibrücken. (Nachmeldung: Alzey, Ingelheim, Meisenheim)

Weitere Infos zu Orten deutschlandweit sowie Uhrzeiten und Sammelpunkten


 

16.09.2019

In der heutigen Westerwald-Ausgabe der Rhein-Zeitung (16.09.2019) findet sich ein Bericht über meinen Vortragsabend zu Alexander von Humboldt am vergangenen Mittwoch bei den Marienberger Seminaren. Unter der Überschrift "Andreas Pecht erinnerte an das abenteuerliche Leben des Universalgenies" schreibt der mir nicht näher bekannte Autor Matthias Budde das Folgende:

Pressestimme hier


15.09.2019

Frauen gaben den Ton an beim ersten Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz zum Saisonauftakt am Freitag. Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie wurde mit der Polin Marzena Diakun von einer hochinteressanten Dirigentin der jüngeren Generation geleitet. Am Flügel entfaltete als Gast die deutsche Pianistin Ragna Schirmer ihr Können. Und im Mittelpunkt des Abends stand Clara Schumann, deren Geburtstag sich just an diesem Tag zum 200. Mal jährte.

Meine Konzertbesprechung (4000 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

 


13.09.2019

„Das kleine Deutschland will allein die Welt vor dem Klimawandel retten. Lachhaft. Das Land trägt ohnehin kaum 2 Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß bei. Selbst wenn wir die unter größten Opfern auf 0 reduzieren würden, täte das gar nichts helfen.“ U.a. mit dieser Argumentation wird in der hiesigen Klimadiskussion immer wieder versucht, Forderungen nach einer ökologischen Wende und durchgreifendem Klimaschutz lächerlich zu machen oder ad absurdum zu führen. Die Argumentation ist allerdings falsch bzw. irreführend. Weil …

Fünf Aspekte dazu (hier, freier Lesetext)


11.09.2019

Es ist ja so: Wer nicht nur zum privaten Vergnügen, sondern zur Veröffentlichung schreibt, will (etwas) bewegen. Egal ob Journalist, Sachautor, Essayist oder Literat: Mal will man mehr die Hirne der Leserschaft bewegen, mal mehr die Herzen, bisweilen beides gleichermaßen. Und manchmal hoffen die Schreiber/innen sogar, ihr Schreiben möge beitragen, die Welt zum Besseren zu bewegen. Nach dahingezogenen Jahren und Jahrzehnten fragt sich unsereins dann in Momenten des Sinnierens: Hast du was bewegt? Was hast du bewegt? Und je höher der Anspruch war, umso eher lautet die Antwort: Nichts.

Genauer besehen, erweist sich diese Antwort allerdings als vorschnell. Dichter und Romanciers dürfen immerhin in Anspruch nehmen, ihrem Publikum Momente respektive die eine oder andere Stunde Leseglück ermöglicht zu haben. Sachautoren können verbuchen, dass sich vorübergehend die gedankliche Aufmerksamkeit von Lesern auf das von ihnen Geschriebene richtet. Ob sich daraus bei den Rezipienten fortwirkendes Nachdenken und Einsichten ergeben, bleibt ungewiss und der Macht des Schreibers entzogen.

Am Ende gibt es wohl nur eine Gewissheit: Alles, was du je publiziert hast und noch publizieren wirst, war/ist eine Würzprise im riesigen Topf jener Weltsuppe, von der die Zeitgenossen auf die eine oder andere Weise bewegt werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


08.09.2019

Ein gutes halbes Jahr ist meine eigene neue Website (www.pecht.info) nun "auf Sendung". Habe mir jetzt mal die Nutzungsstatistik des Providers angeschaut. Sieht gar nicht schlecht aus - selbst wenn man davon ausgeht, dass etwa die Hälfte der Zugreifer Robots sind. Von rund 12000 im Februar/März ist die monatliche Besucherzahl über den Sommer auf durchschnittlich 40000 angestiegen (Seitenaufrufe 80000 +).


07.09.2019

Eigentlich hätte hier das Ergebnis meines wöchentlichen Netzrundblicks auf die Aktionen von Fridays for Future (FFF) am gestrigen Freitag stehen sollen. Ich krieg es aber partout nicht hin, weil die Suchmaschinen - ungeachtet meiner Fragestellungen - fast nur endlose Listen von Mitmachaufrufen, Erklärungen, Bündnisnachrichten, Aktionsplänen zum Klimaschutz-Weltaktionstag von FFF am 20. September anbieten. Auf diesen Tag scheint sich alles zu konzentrieren. Warum der 20.9.? Weil da in New York der UN-Klimagipfel stattfindet. Deutsche Besonderheit: Ebenfalls am 20.9. will die Bundesregierung in Berlin ihr neues Umwelt- und Klimaschutzpaket beraten/beschließen. Übrigens: FFF hat alle Bevölkerungsgruppen und Altersklassen aufgerufen, sich an diesem Tag an den Aktionen zu beteiligen.


06.09.2019

Es liegt mir fern, um Verständnis für Zeitgenossen zu werben, die partout GLAUBEN WOLLEN, es gäbe keinen Klimawandel oder keinen menschengemachten Klimawandel oder es sei alles nur halb so wild mit dem Klimawandel. Aber begreifen würde ich schon gerne, warum gar nicht mal wenige Leute mittlerweile hysterisch bis panisch auf fast jede Überlegung, Forderung, Bewegung zum Vorantreiben des Klimaschutzes reagieren. Warum sie beispielsweise plötzlich die Forschungsergebnisse von tausenden Wissenschaftlern weltweit als bloße Scharlatanerie abtun – obwohl sie sonst mit der Wissenschaft kein Problem haben. Dazu ein paar Überlegungen im Text "Woher die schier hysterische Angst vor dem Klimaschutz?"


05.09.2019

PRIMA SACHE! „Mainz 05 setzt sich in seinen Projekten und Partnerschaften für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. Daher unterstützen wir ausdrücklich die Ziele von 'Fridays for Future', unsere gemeinsame Verantwortung für das Weltklima zu stärken und das Bewusstsein hierfür zu schärfen “, sagt Dr. Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des 1. FSV Mainz 05. Am Freitag, 20. September, steht für die 05er das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 an. Am selben Tag wird auch in Mainz eine Demonstration im Rahmen des globalen Aktionstages der Bewegung „Fridays for Future“ stattfinden. Alle Mainz-05-Mitarbeiter, die nicht in die Spieltagsarbeit involviert sind, werden vom FSV an diesem Tag freigestellt, um daran teilnehmen zu können.

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Gerade liege ich in den letzten Zügen mit den Vorbereitungen eines kleinen Abendvortrages, den ich (mit Hilfe einer liebenswerten Fahrerin) am kommenden Mittwoch bei den Marienberger Seminaren halten werde. Es geht um Leben, Werk, Bedeutung des Alexander von Humboldt, dessen Geburtstag sich am 14. September zum 250. Mal jährt. Je näher man sich mit dem Manne befasst, umso dringlicher werden eine Feststellung in Bezug aufs Heute und eine Frage hinsichtlich der Humboldt-Wahrnehmung seit dessen Tod 1859.

Die Feststellung: Hätte die Menschheit seine frühen Erkenntnisse über die allumfassende, wechselwirkende, lebendige Ganzheit der irdischen Ökosphäre ernst genommen, wir stünden heute nicht in einer weithin zerrütteten Umwelt und vor dem epochalen Hyperproblem des Klimawandels.

Die Frage: Warum haben die Altvorderen nicht auf ihn gehört? Mehr noch: Warum war Humboldt zwar zu Lebzeiten weltberühmt (ist bis heute in Lateinamerika einer der bekanntesten und höchst angesehenen Europäer ever), wurde aber in den westlichen Industriestaaten bald fast vergessen bzw. als bloß romantisch-naturforschender Abenteurer abgetan? Meine vorläufige Antwort: Sein ganzheitlicher Forschungsansatz mitsamt zwingenden Erkenntnissen über die unbedingte Notwendigkeit schonend nachhaltigen Umgangs mit der Natur passte einfach nicht in die Zeit, hätte nur gestört bei der maß-, rücksichts- und hemmungslosen Expansion des kapitalistischen Industrialismus.


04.09. 2019

Nächste Woche startet das Staatstheater Mainz in seine Spielzeit 2019/20, das Theater Koblenz folgt Anfang/Mitte Oktober. Ein Blick in die Spielpläne der beiden Häuser im rheinland-pfälzischen Teil meines Beritts als Kritiker. (hier, freier Lesetext)

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Ganz schön Rumores im Politbetrieb. Johnson hat sich verzockt; zuvor schon der Fensterrahmentänzer von der Lega in Italien ebenfalls; in Brasilien befinden sich die Zustimmungswerte zu Bolsonaro im Sinkflug. Hierzulande entdecken CSU, CDU, SPD und FDP (endlich!) Umweltschutz und Klimaschutz als epochales Über- und Querschnittsthema. Das ist gut so. Allerdings wird ihr Versuch, zur neuen Öko-Avantgarde zu mutieren, von dem seltsamen Grundgedanken begleitet: "Alles muss sich ändern, aber ohne dass sich was ändert - die Ökowende kann nur bei gleichzeitig strammem ökonomischem Wachstumskurs gelingen." Da braucht's wohl noch etwas Nachdenken.


02.09.2019

Nach der Pressedurchsicht am Morgen: Zu den Wahlergebnissen in Sachsen und Brandenburg ist von allen Seiten fast alles gesagt. Weshalb ich erstmal nur noch zwei Randbemerkungen anfügen möchte. 1.) Eine richtig knuffige und zugleich klug treffende Überschrift fand ich in der örtlichen Frühstückszeitung: "Warum CDU, SPD und AfD erfolgreich gescheitert sind". 2.) Hinsichtlich des AfD-Ergebnisses geben die beiden Bundesländer ein uneinheitliches Bild ab: In Sachsen erzielten die Braun-Blauen mit 27,5 % gegenüber den Bundestagswahlen 2017 nur einen Zuwachs von 0,5%, was sehr wenig ist und beinahe Stagnation bedeutet. In Brandenburg hingegen legten sie gegenüber 2017 um 3,3 % auf 23,5 % zu , was sehr viel ist.


31.08.2019

Wenn am Sonntagabend die ersten Hochrechnungen zu den Wahlergebnissen in Sachen und Brandenburg rauskommen, wird das Stöhnen laut sein über die AfD-Zahlen. Letzte Umfragen sehen die Nationalreaktionäre in Sachsen um 25 %, in Brandenburg um 21%. Ja, das sind ernste und anhaltend beunruhigende Werte. Pessimisten werden sie mit den Landtagswahlergebnissen von 2015 vergleichen; damals war die AfD dort noch einstellig. Aber ist das ein sinnvoller Vergleich?

Eher nicht. Denn damals sahen Welt, Deutschland, die hiesige Polit- und Themenlandschaft noch ganz anders aus. Im Hinblick auf die Entwicklung der politischen Stimmungslage ist der Zahlenvergleich mit den östlichen Landesergebnissen bei der Bundestagswahl 2017 gescheiter. In Sachsen kam die AfD vor zwei Jahren auf 27 %, in Brandenburg auf 20,2 %. Der Vergleich hiermit würde den Eindruck aus anderen Wahlen in jüngerer Zeit bestätigen: Der "Siegeszug" der AfD hat womöglich seinen Zenit überschritten, die Zustimmung für die Braunblauen sinkt bzw. stagniert (auf freilich viel zu hohem Niveau). Was meine schon früher geäußerte persönliche Einschätzung stützt: Ein Durchmarsch der Nationalreaktionäre an die Macht ist für Deutschland abgesagt.